[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach Anspruch 1 sowie Verwendungen des Verfahrens.
[0002] Das Dokument US-A-4958638 betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Erfassung
lebender Körper mittels Abstrahlung elektromagnetischer Signale und Gewinnung von
für lebende Körper charakteristischen spektralen Anteilen der reflektierten Signale.
Hierbei wird eine synchrone Quadratur-Detektion eingesetzt, wobei ein zur Trägerfrequenz
synchron laufendes Erfassungsverfahren verwendet wird.
[0003] Das Dokument "Proceedings of the '79 Carnahan Conference on Crime Countermeasures,
Seiten 53-56, betrifft offenbart zur Erfassung lebender Körper den Einsatz eines Interferometers,
in dem ein "macig T" dazu dient, dass das empfangene Signal mit dem abgestrahlten
Signal in einem Diodendetektor gemischt wird.
[0004] Das Dokument US-A-3796208 beschreibt eine Erfassung lebender Körper mit einer Schaltungsanordnung,
bei welcher mittels eines Trimmers eine Einstellung der Überlagerung zwischen empfangenen
und gesendeten Signal vorgenommen wird.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es ein weiteres Verfahren zur Erfassung von Vitalfunktion
lebender Körper anzugeben.
[0006] Die erfindungsgemäße Lösung der Aufgabe ist durch ein Verfahren nach Anspruch 1 gegeben.
[0007] Die Erfinder haben festgestellt, daß lebende Körper, somit auch lebende menschliche
Körper, durch ihre wichtigsten Vitalfunktionen, d.h. durch ihren Herzschlag sowie
durch ihre Atemtätigkeit hochfrequente elektromagnetische Signale in überraschender
Weise beeinflussen können.
[0008] Da diese Vitalfunktionen in der Regel innerhalb bekannter Frequenzbereiche ablaufen,
die bei der menschlichen Herzfrequenz von etwa 0,5 bis 3,4 Hz liegen können und normalerweise
bei etwa 1 bis 2 Hz liegen, bei Atmung von 0,1 bis 1,5 Hz reichen, werden hierdurch
charakteristische Frequenzintervalle definiert. Diese Frequenzintervalle werden beim
Empfang und der Aufzeichnung von elektromagnetischen Signale dann sichtbar, wenn sich
Personen im Empfangsbereich befinden. Darüberhinaus ist es möglich, anhand empfangener
und auch verarbeiteter Signale eine Aussage über die Anzahl der georteten Personen
zu treffen. Hierbei wird das Prinzip der biologischen Vielfalt sowie Spezifität genutzt,
auf Grund dessen sich die Herz- und Atemfrequenzmuster verschiedener Personen unterscheiden.
Ab einer Personenzahl von vier kann jedoch durch eine Frequenzüberlagerung der jeweiligen
Frequenzen im allgemeinen nicht mehr eindeutig unterschieden werden. Ab dieser Personenzahl
ist dann nur noch die Aussage möglich: 'Es sind mindestens vier Personen anwesend'.
[0009] In jedem Falle umfaßt ein Frequenzbereich von 0,01 bis 10 Hz alle für die Vitalfunktionen
eines menschlichen Körpers interessierenden Frequenzen.
[0010] Überraschend war die Erkenntnis, daß auch ohne abgestrahlte Sendeleistung lediglich
eine Empfangseinrichtung zusammen mit der Einrichtung zur Gewinnung der für lebende
Körper charakteristischen Frequenzanteile in der Lage war, den erwünschten Nachweis
der Vitalfunktionen zu erbringen.
[0011] Dies bedeutet, daß bereits das Vorhandensein eines lebenden Körpers zumindest in
der Nähe der Empfangseinrichtung zu nachweisbaren Signalanteilen in den erwähnten
Frequenzbereichen führt, ohne daß dabei eine Durchstrahlung mit einem Trägersignal
vorgenommen werden mußte.
[0012] Die Erfinder waren bereits mit der Empfangseinrichtung für elektromagnetische Signale
und der Einrichtung zur Gewinnung von für lebende Körper charakteristischen Frequenzanteilen
ohne zusätzliche abgestrahlte Signale in der Lage lebende Körper bis zu mehr als 3
m Entfernung oder in etwa der Entfernung eines Gebäudestockwerks sicher zu erfassen.
[0013] In der einfachsten Ausführungsform der Erfindung reichte bereits die Verwendung des
später beschriebenen Direktdemodulators in Form eines Diodendirektempfängers für den
Empfang der für lebende Körper charakteristischen Frequenzanteile aus.
[0014] Man setzte später zusätzlich Sender ein, mit welchen eine Durchstrahlung des Erfassungsgebietes
vorgenommen wurde, und empfing reflektierte, transmittierte oder gestreute Strahlung,
deren Untersuchung auf vorstehende Frequenzanteile den Nachweis für das Vorhandensein
der zu überwachenden Vitalfunktionen lieferte.
[0015] Um elektromagnetische Strahlung für Überwachungs- oder Sicherungszwecke noch in einiger
Entfernung empfangen zu können, wurden Frequenzen der elektromagnetischen Strahlung
von einigen hundert Megahertz bis etwa 10 Gigahertz eingesetzt, die eine hohe Eindringtiefe
sicherstellten.
[0016] Diese Strahlung erfuhr eine Phasenmodulation, die dem hochfrequenten Trägersignal
um einige Hertz verschobene Seitenbänder zufügte. Ein Nachweis derart nahe beieinander
liegender Frequenzbänder hätte mit herkömmlichen Empfangstechniken kurzzeitstabile
Oszillatoren mit Abweichungen von weniger als 10
-12 erfordert, was bisher bei vertretbarem Aufwand als unerreichbar galt. Dieses Problem
wird durch die in der Regel geringen empfangenen Signalleistungen weiter verschärft.
[0017] Zunächst erschien zum Empfangen der elektromagnetischen Signale die Verwendung bekannter
Phasendemolulatoren als naheliegend. Bekannt sind Homodyn-, Heterodyn-, PLL- (Phase
Locked Loop-, phasenverrastete Schleifen-) Verfahren sowie die Anregung der Flanke
eines lokalen Schwingkreises. Es hat sich jedoch herausgestellt, daß keines der vorstehenden
Verfahren in der Lage war, mit vertretbarem Aufwand die erwünschten Ergebnisse zu
liefern. Erst der Einsatz eines Direkt-Demodulators, mit welchem eine direkte Trennung
der Modulationsfrequenz von der modulierten Frequenz ermöglicht wird, führte zu den
gewünschten Ergebnissen. Es wird jedoch davon ausgegangen, daß bei entsprechendem
apparativem Aufwand sowie verbesserten Schaltungsanordnungen vorstehende Empfangs-Verfahren
im Rahmen der Erfindung anwendbar werden können.
[0018] Mit einem Bauelement mit nichtlinearer Strom/Spannungskennlinie als frequenzselektivem
Element konnte die Demodulation der interessierenden Frequenzanteile kostengünstig
und zuverlässig erreicht werden. Als Element mit nichtlinearer Kennlinie konnte eine
Diode, ein bipolarer oder ein Feldeffekttransistör mit Erfolg eingesetzt.
[0019] Das Dokument "Schottky Barrier Diode Video Detectors; Application Note 923", Hewlett-Packard
1986, zeigt wie eine Diode zur Direktdemodulation eines Videosignals verwendet werden
kann.
[0020] Diese Bauteile sind sowohl preisgünstig erhältlich als auch unkristisch bei ihrer
Verwendung. Der optimale Arbeitsbereich dieser Bauteile von etwa 100 kHz bis 200 MHz
konnte bei höheren Empfangsfrequenzen durch eine dem Demodulator vorgeschaltete Frequenzumsetzeinrichtung
genutzt werden. Diese Frequenzumsetzeinrichtung fügte dem Signal zwar tolerierbare
Verzerrungen im Zeitbereich hinzu, überlagerte jedoch nur geringes zusätzliches Rauschen.
[0021] Mit einer Sendeeinrichtung zum Senden eines elektromagnetischen Trägersignals mit
festgelegter Frequenz konnte das zu empfangende Signal angehoben werden; höchste Aufmerksamkeit
mußte jedoch der Stabilität der Trägerfrequenz gewidmet werden, um unerwünschte Modulationen
im interessierenden Frequenzbereich auszuschließen. Eine einfache quarzstabilisierte
analoge Sendeschaltung mit einem Schwingkreis hoher Güte zeigte sich überaschenderweise
nach ausreichender Einschwingzeit als geeigneter Oszillator.
[0022] Das erfindungsgemäße Verfahren ist ebenfalls zur Objektüberwachung und/oder - sicherung
verwendbar.
[0023] Der Einsatz eines analogen Abtastfilters zeigte anders als hochfrequente digitale
Filtern keinerlei abträgliche zusätzliche Frequenzkomponenten und trug maßgeblich
mit zur Qualität des erhaltenen Signals bei. Zusätzliche unerwünschte Signalanteile,
wie z.B. Rauschen und überlagerte Störungen, wurden durch Begrenzung der Bandbreite
des elektromagnetischen Signals vor der Abtastung und vor der A/D-Wandlung zu hohen
Frequenzen hin vermieden.
[0024] Wichtig war auch der Einsatz eines analogen Hochpaßfilters zum Vermeiden niederfrequenter
Anteile des frequenzabhängigen 1/f-Rauschens des Sendeoszillators und interner Baugruppen.
[0025] Das unerwartet gute Funktionieren des erfindungsgemäßen Verfahrens läßt deren Verwendung
auf vielen Gebieten zu.
[0026] Im Justizvollzug oder der Psychiatrie können suizidgefährdete Personen überwacht
werden, ohne daß es der ständigen Aufsicht durch Betreuungspersonal bedarf.
[0027] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen anhand
beispielhafter Ausführungsformen, die zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
benutzt werden können, im einzelnen beschrieben.
[0028] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der Hauptbaugruppen einer Vorrichtung, die zur Durchführung
der Erfindung verwendet werden kann.
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer einfacheren Einrichtung mit deren Hauptbestandteilen,
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung des Aufbaus der Auswertekette,
- Fig. 4 und 4a
- ein Flußdiagramm der implementierten Bearbeitungsschritte,
- Fig. 5 und 6
- spektrale Darstellungen von mit der Vorrichtung erfaßten elektromagnetischen Signalen
mit für die Vitalfunktionen lebender menschlicher Körper charakteristischen Frequenzanteilen,
- Fig. 7
- einen Diodendirektempfänger ohne vorgeschalteten Konverter,
- Fig. 8a
- ein Schaltbild eines analogen Hochpaßfilters und eines als Tiefpaß ausgebildeten Anti-Aliasing-Filters,
- Fig. 8b
- ein Schaltbild der Spannungssymmetrisierung,
- Fig. 9
- eine erste Ausführungsform zur Überwachung von Vitalfunktionen, von der Seite her
gesehen,
- Fig. 10
- eine Ansicht des Kopfes der in Fig. 9 dargestellten Ausführungsform von unten,
- Fig. 11
- eine zweite Ausführungsform zur ortsfesten Montage, von der Seite her gesehen,
- Fig. 12
- eine Schnittdarstellung entlang der Linie A-A aus Fig. 11 durch die zweite Ausführungsform,
- Fig. 13
- eine dritte Ausführungsform zur Raumüberwachung,
- Fig. 14
- eine alternative der in Fig. 13 dargestellten Anordnung zur Überwachung mehrere Gebäudegeschosse,
- Fig. 15
- eine weitere Anordnung zur Raum- und/oder Gebäudeüberwachung,
- Fig. 16
- eine nochmals weitere Anordnung zur Raum- sowie Vorfeldüberwachung von Gebäuden.
[0029] Nachfolgend wird anhand einzelner Ausführungsformen beschrieben, wie das erfindungsgemäße
Verfahren durch geführt werden kann.
[0030] Fig. 1 zeigt eine Anordnung mit einem Sender 1 und einer Sendeantenne 2, die auf
einer festen Frequenz senden, welche vorzugsweise im Bereich einiger 100 MHz bis etwa
10 GHz liegt.
[0031] Die Sendeantenne 2 hat vorzugsweise eine keulenförmige, festgelegte Richtcharakteristik.
Der Sender 1 und die Sendeantenne 2 sind je nach Ausführungsform als portable Einheit
ausgebildet oder stationär montiert.
[0032] Die im Ganzen mit 3 bezeichnete Empfangseinrichtung, die in einer einfacheren Ausführungsform
in Fig. 2 dargestellt ist, umfaßt eine Empfangsantenne 4, die mit einem Direktmodulator
5 verbunden ist, der aus dem empfangenen elektromagnetischen Signal die für lebende
Körper charakteristischen Frequenzanteile demoduliert. Diese Demodulation wird als
Phasen- oder Frequenzdemodulation durchgeführt und kann bereits am Ausgang des Direktdemodulators
5 die erwünschten Frequenzanteile bereitstellen.
[0033] Gegenüber der in Fig. 7 dargestellten Ausführungsform des Direktdemodulators kann
dieser auch aus einer Gleichrichterbrücke bekannter Bauart bestehen, die zu einem
spannungsverdoppelten oder spannungsvervierfachten Nutzsignal führt.
[0034] In weiterer Ausgestaltung umfaßt die Empfangseinrichtung 3 eine dem Demodulator 5
vorgeschaltete Frequenzumsetzeinrichtung 6, die als Konverter oberhalb von ca. 200
Megahertz bis Terrahertz empfangende Signale in Frequenzbereiche umsetzt, bei welchen
der Direktdemodulator 5 erhöhte Empfangsleistungen zeigt. Bei Verwendung von Dioden,
einem bipolaren oder einem Feldeffekttransistor liegt dieser geeignete, abwärts konvertierte,
optimale Arbeitsbereich bei etwa 100 kHz bis 200 MHz.
[0035] Dem Direktdemodulator nachgeschaltet ist eine Filtereinrichtung 7 zum Ausfiltern
unerwünschter Signalanteile, welche die Bandbreite des elektromagnetischen Signals
vor der Abtastung (vor der Analog/Digital-Wandlung) zu hohen Frequenzen hin begrenzt.
Diese Filtereinrichtung 7 begrenzt die Bandbreite ebenfalls zu niedrigen Frequenzen
hin. Der dem Filter 7 nachgeschaltete Verstärker 8 erhöht die Spannung oder in alternativer
Ausgestaltung den Strom der empfangenen Signale und führt diese zur Abtastung einem
Analog/Digital-Wandler 9 zu.
[0036] Nach Analog/Digital-Wandlung werden die für lebende Körper charakteristischen Frequenzanteile
durch eine Recheneinrichtung 10 zur Spektralanalyse aufbereitet und spektral dargestellt.
Hierbei gibt die Intensität der Frequenzanteile, die für lebende Körper charakteristisch
sind, Aufschluß über das Vorhandensein der Vitalfunktionen der erfaßten menschlichen
Körper.
[0037] Bei zeitlicher Auswertung der Signale wird das digitale Signal zu seiner Entzerrung
mit der inversen Transferfunktion der Empfangseinrichtung 3 gefaltet.
[0038] Da der zuverlässige Nachweis dieser Signale äußerst schwierig ist, sei nachfolgend
der Direktempfänger mit dem nichtlinearen Element anhand eines Diodendirektempfängers
beschrieben.
Diodendirektempfänger
[0039] Das reflektierte Signal ist phasen- oder frequenzmoduliert. Der Nachweis dieser Modulation
ist mit den üblichen Empfangstechniken für FM (Frequenzmodulation) und PM (Phasenmodulation)
nicht oder nur unter extremen Schwierigkeiten möglich. Um ein mit 0,2 Hz phasenmoduliertes
Signal z.B. bei 10 GHz auf 0,2 ± 0,02 Hz genau nachzuweisen, wären kurzzeitstabile,
synchronisierte Oszillatoren mit Abweichungen von kleiner 10-12 notwendig. Dies erschien
bisher als technisch nicht realisierbar.
[0040] Es wurde daher nach einem Weg gesucht, die Modulation des empfangenen Signals direkt
nachzuweisen.
[0041] Hierfür eignen sich beispielsweise Bauelemente mit weitestgehend quadratischen Kennlinien;
dies sind unter anderem Feldeffekt-Transistoren, Bauelemente mit exponentiellen Kennlinien,
die stückweise als quadratisch approximiert werden können, Dioden und Transistoren.
Wird nun als eingeprägte, empfangene Spannung die Summe zweier Frequenzen angelegt,
so entstehen Terme höherer Ordnung.
[0042] Ist ein quadratischer Term vorhanden, so treten neben dem Richtstrom auch Differenzfrequenzen
auf. Um das phasenmodulierte Signal, welches von der zu detektierenden Person reflektiert
wird, zu demodulieren, kann somit in üheraschender Weise trotz höchster Anforderungen
an das Frequenzverhalten bereits ein gewöhnlicher Gleichrichter eingesetzt werden.
[0043] An der nichtlinearen Kennlinie wird das phasenmodulierte Signal eingeprägt, und es
entstehen Ströme, die proportional der Phasenmodulationsfrequenz Ω und deren Vielfachen
k*Ω sind. Die Kurvenform der Modulation bleibt aufgrund des Demodulationsprinzips
nicht erhalten, es hat sich jedoch herausgestellt, daß diese Änderungen der Kurvenform
für die meisten erfindungsgemäßen Anwendungen unkritisch sind, da für diese der Nachweis
der Modulation ausreichend sein kann.
[0044] Das Signal-Rausch-Verhältnis bestimmt bei direktem Nachweis die Empfindlichkeitsgrenze.
Für die Atmungsfrequenz wurden S/N-Werte über 46 db, für den Herzschlag Werte von
26 dB in einer Entfernung von 3 m und bei Oszillatorleistungen von ca. 5 mW erzielt.
[0045] Mit der Annahme, daß vom Herzen Kugelwellen emittiert werden, besteht zwischen Sende-
und Empfangsleistung eine zur zweiten Potenz der Entfernung umgekehrt proportionale
Beziehung. Für das Verhältnis der Amplituden der Atmungsfrequenz UA zum Rauschen UN
bzw. der Herzfrequenz UH zum Rauschen kann daher abgeschätzt werden, daß die Empfangsgrenze
bei einer Sendeleistung von 1 W dann bezüglich des Herzschlags bei ca. 50 m und bezüglich
der Atmung bei typ. 160 m liegt.
[0046] Antennen mit höherem Gewinn und rauscharme Komponenten können diese Werte in erfindungsgemäßer
Weise entsprechend erhöhen.
[0047] Die bezüglich Sättigungsstrom I0 und Temperaturspannung ideale Diode ist die Si-Leistungsdiode
1N4004, deren Eignung als Gleichrichter allerdings zu hohen Frequenzen durch die große
Sperrschichtkapazität eingeschränkt ist. Danach folgt die Kleinsignal Si-Diode 1N4148,
dann die Si-Schottky-Diode BAT 46 und schließlich die beiden Ge-Dioden AA116 und AA144.
[0048] Ein Diodendirektempfänger wurde jeweils für 440 MHz, 1,3 GHz, 2,4 GHz, 5,6 GHz und
10 GHz abgeglichen. Für 4 der 5 Frequenzen wurden Empfangsantennen mit Diodendirektempfänger
aufgebaut:
- 440 MHz :
- Halbwellendipol mit v=0,940, Z=60,5 Ω und BAT 46
- 1,3 GHz :
- Halbwellendipol mit v=0,906, Z=57,4 Ω und BAT 46
- 2,4 GHz :
- Halbwellendipol mit v=0,940, Z=60,5 Ω und BAT 46
- 5,6 GHz :
- Ganzwellen-Dreieckflächendipol mit v=0,73, Z=140 Ω und BAT 46
[0049] Bereits bei diesem Empfänger sank die Empfindlichkeit gegenüber dem 2,4 GHz Empfänger
stark ab. Bei 10 GHz war keine verwertbare Spannung mehr nachweisbar, so daß auf den
Bau eines 10 GHz Diodendirektempfängers verzichtet wurde. Die zur Verfügung stehenden
Dioden zeigen bei derart hohen Frequenzen keinen verwertbaren Gleichrichtereffekt
mehr.
[0050] Da erfindungsgemäße Signale von Experten als unterhalb der Meßgrenze liegend eingestuft
worden waren, ist den verwendeten Antennentypen starke Aufmerksamkeit geschenkt worden.
Antennen
[0051] Das Vor-Rück-Verhältnis muß so groß wie nur möglich gemacht werden, um keine Signale
zu empfangen, die entgegen der Hauptabstrahlrichtung einfallen. Auch Nebenkeulen müssen
aus diesem Grunde minimiert werden. Das gesamte Strahlungsdiagramm sollte somit eine
möglichst enge Hauptkeule und keine Nebenkeulen aufweisen.
[0052] Die Eingangsimpedanz der Antennen kann und soll in erfindungsgemäßer Weise so an
reele oder komplexe Impedanzen angepaßt werden, daß bei Sendern eine Leistungsanpassung
und bei Empfängern eine Rauschanpassung erzielt wird. Die Erfüllung dieser Forderungen
durch eine Antennenbauform ist jedoch nicht gleichzeitig möglich.
[0053] Alle verwendeten Antennen sind Endfire-Antennen, da Backfire-Antennen vergleichbarer
Abmessungen stets ein schlechteres Vor-Rück-Verhältnis aufweisen, da die Wellenleiterstruktur
in Rückwärtsrichtung angeregt werden muß. Die Antennen sollten so breitbandig wie
möglich sein, da auf einen Abgleich verzichtet werden sollte. Als breitbandige Antennen
mit sehr gutem Vor-Rück-Verhältnis sind logarithmisch periodische Strukturen bekannt.
Durch die logarithmische Stufung der Wellenleiterstrukturen wird einerseits Breitbandigkeit
und andererseits eine ausgeprägte Richtwirkung erreicht. Daß der Gewinn verglichen
mit resonanten Antennen vergleichbarer Abmessung geringer ausfällt, stört für den
erfindungsgemäßen Anwendungsfall in der Regel nicht.
[0054] Die Polyconeantenne kann die Rotationsparaboloidantenne ersetzen, da Abweichungen
von der Paraboloidgestalt, die kleiner als ein Zehntel Wellenlänge sind, sich nicht
negativ auf das Verhalten der Antenne auswirken. Selbst bei einem Fünftel der Wellenlänge
bleibt der Verlust an Verstärkung unter 2 dB und kann somit für die meisten Fälle
vernachlässigt werden.
[0055] Die technisch aufwendig zu realisierende Bauform des Paraboloidreflektors kann somit
ohne Nachteile durch den einfacher realisierbaren Polycone-Reflektor ersetzt werden.
Die Speisung ist allerdings vergleichbar aufwendig, und auch das Vor-Rück-Verhältnis
verbessert sich erst mit Reflektoren, die groß gegenüber der Wellenlänge sind und
deren Ausleuchtung sich auf den inneren Bereich beschränkt.
[0056] Um den Problemen mit der Polarisation aus dem Weg zu gehen, wurden bei unseren Ausführungsformen
mit den beiden höheren Frequenzen (5,6 GHz und 10,368 GHz) jeweils eine zirkular polarisierte
Antenne - einmal als Empfangsantenne, einmal als Sendeantenne - verwendet. Dadurch
treten zwar sicher Verluste von typisch 3 dB auf, diese sind aber klein im Vergleich
zu den Verlusten, die bei gegeneinander verdrehten linear polarisierten Antennen entstehen
können.
[0057] Mit einem Zirkulator konnte bei einer Ausführungsform mit nur einer gemeinsamen Sende/Empfangsantenne
erfolgreich die ein- und auslaufenden Wellen getrennt werden.
[0058] Aufgrund der zu bewältigenden schwierigen meßtechnischen Verhältnisse wurde auch
den Hochfrequenz-Baugruppen besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
Hochfrequenz-Baugruppen
[0059] Die benötigten Hochfrequenz-Baugruppen sind nachfolgend aufgeführt. Die Aufstellung
berücksichtigt die möglichen Verknüpfungen, die zwischen den Modulen und den peripheren
Elementen bestehen. Diese entsprechen den von uns realisierten Konfigurationen.
[0060] Die Direktmodulatoren werden bei den höheren Frequenzen, d.h. bei Frequenzen oberhalb
von ca. 200 MHz nach den auf die Zwischenfrequenz von 137,5 MHz umsetzenden Konvertern
eingesetzt. Bei dieser Frequenz sind sowohl die verwendeten Dioden als auch die Transistoren
funktionsfähig.
1. Diodenmischer
[0061] Der Diodenmischer besteht aus einer symmetrischen Spannungsvervierfacherschaltung
mit einem Resonanzkreis am Eingang und einem Tiefpaß am Ausgang.
[0062] Im Gegensatz zu der bei der Diode als Direktempfänger erzielbaren Spannung kann hier
die vierfache Ausgangsspannung erzielt werden, da die Quellen nun in Serie geschaltet
sind. Der dadurch bedingte erhöhte Innenwiderstand ist für die Funktion unerheblich.
[0063] Im praktischen Betrieb zeigte sich, daß der Diodenmischer bezüglich des Signal-Rausch-Verhältnisses
den anderen bekannten Mischerbauformen überlegen ist.
Niederfrequenz-Baugruppen
[0064] Sämtliche im Niederfrequenzbereich betriebenen Module sind mit einer eigenen Stromversorgung
ausgerüstet. Dazu wurden einzelne Bleiakkus mit 12 V/2Ah verwendet, die mit einer
Spannungsüberwachungsschaltung und einem Ein-Schalter versehen wurden. Die strikte
Trennung aller Energieversorgungseinheiten stellte sich als notwendig heraus, nachdem
bereits die Verwendung eines Netzteils zu erheblichen Störungen führte.
[0065] Die gesamte Anordnung ist somit auf der Senderseite vollständig isoliert und auf
der Empfängerseite nur über den Personal Computer mit dem Netz verbunden, der aber
bei portablen Vorrichtungen als batteriebetriebenes Gerät ausgebildet ist.
1. Vorverstärker
[0066] Der Vorverstärker verwendet einen rauscharmen Vierfach-Operationsverstärker. Einer
der Verstärker ist als Betriebsspannungssymmetrierer geschaltet; die anderen drei
sind als Bandpaßfilter beschaltet und über Hochpaßfilter miteinander gekoppelt.
[0067] Ein Tiefpaß begrenzt das Rauschen der ersten Stufe. Durch einen optionalen Widerstand
konnte der Diodendirektempfänger vom Vorverstärker aus mit einem Vorstrom versorgt
werden. Insgesamt wurden zwei Vorverstärker-Module mit unterschiedlicher Verstärkung
eingesetzt. Da die Empfindlichkeit der gesamten Anordnung zu einer Übersteuerung des
A/D-Wandlers und damit zu einem Datenverlust führen kann, ist ein geregelter Verstärker
notwendig.
2. Abtastfilter (Anti-Aliasing-Filter)
[0068] Die Abtastung zeitabhängiger Signale muß mit einer Frequenz erfolgen, die größer
als doppelt so hoch ist wie die höchste, im Eingangssignal enthaltene Frequenz. Daher
muß das Eingangssignal vor der Analog-Digital-Wandlung spektral begrenzt werden. Diese
Begrenzung muß erstaunlicherweise für die Zwecke vorliegender Erfindung durch ein
analoges Filter erfolgen und kann nicht durch digitale Verarbeitung ersetzt werden.
Wird dies nicht berücksichtigt, so erfolgt eine Unterabtastung der spektralen Anteile,
die sich oberhalb der halben Abtastfreqeunz befinden. Diese werden in den unteren
Frequenzbereich gemischt und verfälschen das Signal irreversibel und es kann somit
der erfindungsgemäße Erfolg nicht erreicht werden.
[0069] Sogenannte digitale Anti-Aliasing-Filter, die den Anwender glauben lassen, die Bandbegrenzung
nach dem A/D-Wandler vornehmen zu können, erwiesen sich überaschend als völlig wirkungslos
bezüglich des Problems; alle mit der Unterabtastung verknüpften Fehler traten auf.
Eine nachträgliche digitale Korrektur war aufgrund des zerstörten Signalinhaltes nicht
mehr möglich.
[0070] Generell ist festzuhalten, daß unter Fachleuten bezüglich der analogen und digitalen
Kenngrößen derart falsche Vorstellungen vorherrschen, daß die Auslegung eines Meßsystems
zur digitalen Verarbeitung analoger Größen aufgrund der Angaben der Hersteller und
der ausschließlichen Verwendung der von diesen angebotenen Hard- und Software nicht
zum Ziel führen konnte.
[0071] Die Anforderungen, die an das analoge Anti-Aliasing-Tiefpaßfilter gestellt werden,
sind je nach Weiterverarbeitung sehr hoch. So muß der Dynamikbereich mindestens 1
Bit besser sein als der des nachfolgenden A/D-Wandlers und ebenso müssen lineare und
nichtlineare Verzerrungen mindestens 1 Bit besser sein als der A/D-Wandler. Obwohl
der Dynamikbereich eines N-Bit A/D-Wandlers in der Praxis meist nur N-2 Bits beträgt,
müssen diese Zusammenhänge berücksichtigt werden. Die Verwendung von Schalter-Kondensator-Filtern
ist möglich, falls auch dort das Abtasttheorem berücksichtigt wird und der erzielte
Dynamikbereich ausreichend ist.
[0072] Die Faltung des Eingangssignals mit dem Abtastfilter führt zu Amplituden- und Phasenverzerrungen
und aufgrund der Gruppenlaufzeit des Filters zu Hüllkurvenverzerrungen. Diese Signalveränderungen
können bei Bedarf berücksichtigt werden, indem die inverse Transferfunktion des Abtastfilters
mit dem abgetasteten Signal im Rechner gefaltet wird. Diese Prozedur ist nur dann
möglich, wenn korrekt abgetastet wurde. Im Falle einer Unterabtastung wird dagegen
der Fehler weiter vergrößert.
[0073] Zwischen oberer Signalfrequenz fs, Abtastfrequenz fa, asymptotischer Steilheit bzw.
Ordnung des Abtastfilters N und dem Überabtastungsfaktor k besteht folgender Zusammenhang
zur erzielbaren Genauigkeit bzw. Auflösung A in Bit:


[0074] Für eine Grenzfrequenz von fs = 2 Hz bei einer Auflösung von A = 13 Bit ergeben sich
z.B. folgende Möglichkeiten zur Realisierung:
Filter 1.ter Ordnung (N=1) ==> Abtastfrequenz fa=16384 Hz
Filter 3.ter Ordnung (N=3) ==> Abtastfrequenz fa=64 Hz
Filter 6.ter Ordnung (N=6) ==> Abtastfrequenz fa=16 Hz
[0075] Die letzte Kombination ist die in unseren Ausführungsfomen verwendete Anordnung.
Bei Filtern geringer Ordnung mit "gutmütigem" Verhalten bezüglich der Transferfunktiön
muß überaschender Weise mit extremen Überabtastraten gerechnet werden, um brauchbare
Ergebnisse zu erzielen. Trotz der hohen Abtastfrequenz von über 16 kHz werden nur
die Spektralanteile bis 2 Hz korrekt abgetastet. (Bei A=16 Bit, fs=20 kHz und fa=44
kHz wären Filter 109.ter Ordnung notwendig, um eine Abtastung entsprechend dem Abtasttheorem
durchzuführen.)
[0076] Die Überabtastung besitzt einen weiteren Vorteil: Jeder Analog-Digital-Wandler, auch
wenn er ideal bezüglich seiner Kennlinie ist, fügt dem abzutastenden Signal das Quantisierungsrauschen
hinzu, so daß das Signal nicht nur durch die Quantisierung, d.h. die Diskretisierung
der Amplitudenwerte, verfälscht wird, es wird zudem noch zusätzlich verrauscht.
[0077] Das Rauschen kann näherungsweise als weiß angesehen werden, so daß bei größerer Abtastbandbreite,
d.h. bei Überabtastung, in die Signalbandbreite entsprechend weniger Rauschen fällt
und somit das Signal-Rausch-Verhältnis des Wandlers, nicht aber des Signals, proportional
verbessert werden kann.
[0078] Der verwendete Abtast-Tiefpaß 6.ter Ordnung wird durch die Reihenschaltung zweier
Tiefpässe 3.ter Ordnung (asymptotische Flankensteilheit 18 dB/Oktave bzw. 60 dB pro
Dekade) realisiert. Jeder Tiefpaß besteht aus einem als Spannungsfolger geschalteten
Operationsverstärker und einer R-C-Beschaltung.
[0079] Die Amplituden, Phasen- und Hüllkurvenverzerrungen durch den Frequenz- und Phasengang
aller Filter sowie die Gruppenlaufzeiten können rückgängig gemacht werden, indem die
Zeitfunktion mit deren inversen Transferfunktionen T-1(w) des vorangegangenen Signalpfades
gefaltet wird und somit eine vollständige Pol-Nullstellen-Kompensation durchgeführt
wird. Dies kann notwendig werden, wenn das originale Zeitsignal rekonstruiert werden
soll und daher die Verformung des Zeitsignals durch die Wandler und die Elemente der
Übertragungskette vermieden werden muß. In einem Anwendungsfall, in welchem der signifikante
Nachweis einer Spektrallinie erforderlich ist, kann davon abgesehen werden.
[0080] In dem Verwendeten Aufbau durchläuft bei einer Ausführungsform das Zeitsignal vom
Wandler (Empfangsantenne) bis zum Personal Computer (A/D-Wandler) mindestens einen
Hochpaß 15.ter Ordnung und einen Tiefpaß 21.ter Ordnung, die sich aus dem Produkt
der Transferfunktionen der einzelnen Elemente der Meßkette ergeben (Direktmischer,
Vorverstärker, 2*Tiefpaß, 2*Hochpaß, A/D-Wandler).
[0081] Das dynamische Verhalten des analogen Teils der Elektronik kann bei Bedarf auch durch
Baugruppen verbessert werden, die eine Pol-Nullstellen-Kompensation direkt vornehmen.
Dadurch kann Rauschen reduziert werden, ein ungünstiges Übertragungsverhalten kann
verbessert werden oder können nach bestimmten Kriterien optimale Übertragungseigenschaften
erreicht werden.
3. Hochpaßfilter
[0082] Die spektrale Begrenzung des Eingangssignals bezogen auf die tiefen Frequenzen ist
erfindungsgemäß aus drei Gründen günstig:
1. 1/f-Rauschen
[0083] Die Amplitude des 1/f-Rauschens wächst reziprok zur Frequenz an. Daher treten mit
zunehmender Meßzeit Rauschanteile mit immer tieferer Frequenz auf und verfälschen
das zu messende Signal. Die Hauptquellen für das 1/f-Rauschen sind der Sende-Oszillator,
der Konverter-Oszillator, die Operationsverstärker.
2. Langsame Bewegungen
[0084] Bewegungen des zu detektierenden Körpers führen bei konstanter Geschwindigkeit zu
einer Doppler-Frequenzverschiebung und damit zu Spektralkomponenten, die in das zu
untersuchende Frequenzband fallen können. Bei unregelmäßigen Bewegungen tritt ein
breites Zusatzband auf. Je langsamer die Bewegungen, desto tieffrequenter die Spektren,
die dann immer schwerer von Rauschanteilen zu trennen sind.
3. Auswertezeit
[0085] Um eine Spektrallinie der Frequenz f zu identifizieren, muß mindestens eine Zeit
t=1/f gemessen werden, d.h. je tiefer die nachzuweisenden Frequenzen, desto länger
muß gemessen werden. Da nicht garantiert werden kann, daß die Meßzeit ein ganzzahliges
Vielfaches der interessierenden Spektralkomponente ist, tritt ein Leckeffekt bei der
Fourier-Analyse auf. Dieser führt zu einer spektralen Spreizung. Daher muß bei der
Analyse tiefer Frequenzen eine Meßzeit eingehalten werden, die ein Vielfaches der
Periodendauer beträgt, wobei die Genauigkeit mit der Meßzeit proportional zunimmt.
Bei 10% Fehler in der spektralen Auflösung und 0,2 Hz unterer Frequenz muß mit typischen
50 Sekunden Meßzeit gerechnet werden.
[0086] Den allgemeinen Aufbau der Auswertekette zeigt die Figur 3. Als Zentraleinheiten
wurden Personalcomputer aus dem Bürobereich, Typ.IBM-PC-Kompatible, eingesetzt, da
deren Leistungsfähigkeit für die gestellte Aufgabe ausreichte.
[0087] Der in Figur 4 und 4a dargestellte Plan gibt eine Übersicht über die implementierten
Bearbeitungsschritte, hierbei bezeichnet F { } die Fourier-Transformation und F-1
{ } die inverse Fourier-Transformation.
Ergebnisse
[0088] Nach verschiedenen Vorversuchen stellte sich eine Abtastrate von 16 Hz bei einer
unipolaren Auflösung von 13 Bit (Gesamtauflösung 14 Bit) als gut geeignet heraus.
Als Fensterbreite für die Spektralanalyse wurden 512 Werte entsprechend etwa 33 Sekunden
gewählt; als Fenster das Hamming-Fenster.
[0089] Figur 5 zeigt die Herzfrequenz einer Versuchsperson bei angehaltener Atmung. Die
spektrale Komponente hebt sich so deutlich von der Umgebung ab, daß für den Nachweis
des Herzschlags der Versuchsperson eine weitere Bearbeitung nicht notwendig ist. Aufgetragen
ist das Betragsspektrum in willkürlichen Einheiten über der Frequenz in Hertz. Die
Messung erfolgte bei 2,4 GHz, es wurde der Diodendirektempfänger, d.h. der 1/2-Dipol
als Empfänger benutzt, als Sender der lokaler Oszillator, die Atmung wurde angehalten.
[0090] Figur 6 zeigt das Spektrum des von einer atmenden Person reflektierten Signals unter
Einsatz des Diodendirektempfängers und der logarithmisch-periodischen Yagi-Antenne
sowie des 1,3 GHz Sendeozillators als Quelle. Sowohl Herzfrequenz als auch Atmungsfrequenz
sind vorhanden.
[0091] Bei der Frequenz 440 MHz gestalteten sich die Versuche aufgrund der extremen Empfindlichkeit
der gesamten Anordnung als schwierig. Fast alle Versuchsaufnahmen zeigen Übersteuerungen
und Reaktionen auf externe Ereignisse.
[0092] Das Problem der Übersteuerung ist durch entsprechende Dämpfung lösbar; der Nachweis
der Atmungs- und Herztätigkeit wird dadurch nicht beeinflußt.
[0093] Wird ein Zirkulator eingesetzt, so kommt man wie beschrieben mit einer Antenne, die
gleichzeitig sendet und empfängt, aus.
[0094] Die Beispiele belegen anschaulich, daß die Detektion lebender Personen möglich ist.
Dabei sind weder Mauern noch Entfernungen von einigen 10 Metern ein nennenswertes
Hindernis. Als Arbeitsfrequenz stellten sich 1,3 GHz und 2,4 GHz als gut geeignet
heraus. Bei noch handlichen Antennen ist die Empfindlichkeit hoch genug, um reproduzierbare
Ergebnisse mit eindeutiger Identifikation des Herzschlags und der Atmung zu erhalten,
ohne daß intensive numerische Bearbeitungsschritte notwendig sind, da bereits entsprechend
starke Empfangssignale vorliegen.
Schaltplan Hochpaß und Anti-Alisaing-Tiefpaß
[0095] Der Schaltplan der zur Bandbegrenzung eingesetzten Baugruppe ist in Fig. 8a und 8b
wiedergegeben. Der Hochpaß dritter Ordnung unterdrückt die tieffrequenten Rauschanteile,
insbesondere des 1/f-Rauschens. Der folgende Tiefpaß dritter Ordnung begrenzt das
Spektrum zu höheren Frequenzen. Es folgt eine lineare Verstärkerstufe zur Pegelangleichung.
Die Betriebsspannung wird elektronisch symmetriert, so daß eine unipolare Versorgung
ausreicht. Zwei dieser Baugruppen in Kaskade erfüllen die Anforderungen, die das Abtasttheorem
stellt.
Schaltplan Diodendemodulator
[0096] Zur Phasendemodulation des auf die Zwischenfrequenz gemischten Empfangssignals und
als Direktdemodulator für die entwickelten Empfangsantennen dient ein Diodendetektor,
dessen Schaltung in Figur 7 zu sehen ist. Die Schaltung entspricht einem typischen
Leistungsmesser; ein Vorstrom kann vom Ausgang eingeprägt werden. Die Eingangsimpedanz
kann an den ZF-Mischer oder die Antennen angepaßt werden.
Schaltplan Diodendirektempfänger
[0097] Die Diodendirektempfänger bestehen aus 1/2 oder 1 Wellenlängen langen, mit dem entsprechenden
Verkürzungsfaktor multiplizierten Diodendetektoren und sind entsprechend vorgeschaltet.
Am Ausgang kann ein Vorstrom eingeprägt werden.
[0098] Außerdem wurde jede Einheit mit einer eigenen stabilisierten Spannungsversorgung
sowie einem eigenen Ein-Aus-Schalter versehen, so daß Baugruppen mit großer Zeitkonstante
(Lokale Oszillatoren, Vorverstärker, Tiefpaß) im Dauerbetrieb gefahren werden konnten
und sich im thermischen und elektrischen Gleichgewicht befanden, während Verbraucher
mit hoher Stromaufnahme (Sendeendstufen, Konverter) zwischen den Anwendungen abgeschaltet
werden können.
[0099] Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsweisen der Erfindung beschrieben.
[0100] Eine erste erfindungsgemäße Ausführungsweise umfaßt die Verwendung eines Systems
zur Überwachung der Vitalfunktion von Atmung und/oder Herzschlag im medizinischen
Bereich. In einem Gehäuse 14 befinden sich die Sendeantenne 2 sowie die Empfangsantenne
4 mit ihren jeweiligen zugehörigen Reflektoren. Die als Sendeantenne verwendete Antenne
2 ist mit einem Sender 1 verbunden, der an einer Ersatzlast von reellen 377 Ω eine
Leistung von 20 mW abgibt.
[0101] Der horizontale und vertikale Öffnungswinkel der Antennen sind der jeweiligen Anwendung
angepaßt. Zur Überwachung auf Intensivstationen weist zumindest die Empfangsantenne
eine Empfangscharakteristik auf, die geringe Nebenkeulen hat und deren Haupterfassungsgebiet
in etwa die Größe eines menschlichen Thorax hat. Die Empfangsantenne 4, Rx ist mit
einem Empfänger verbunden, der mittels des Konverters 6 die eingehenden Signale in
den vorstehend beschriebenen Frequenzbereich konvertiert. Daran schließen sich der
Demodulator 5, der Verstärker, der Filter 7 und ein Treiber für die Signalübertragung
an.
[0102] Mittels in den Figuren nicht dargestellten, abgeschirmten Zuleitungen werden die
Signale dem entfernt angeordneten Analog/Digital-Wandler 9 zugeführt. Der Analog/Digital-Wandler
9 sowie die weitere vorstehend beschriebene Auswertungselektronik sind entweder in
einer portablen Einheit, vorzugsweise in einem Handkoffer oder in einem stationären
netzgespeisten Gerät untergebracht, oder sind Teil einer zentralen Überwachungseinheit
mit zentraler Anzeige der Vitalfunktionen in Form der in Fig. 5 und 6 dargestellten
Spektren in einer klinischen Überwachungsstation. Um die Signale im Zeitbereich korrekt
auswertbar zu machen wird eine Faltung mit der inversen Transferfunktion des vor der
Analog/Digitalwandlung liegenden Signalpfades durchgeführt. Somit kann auf Monitoren
der zentralen Überwachungsstaion oder des portablen Gerätes der im wesentlichen momentane
Zustand der Vitalfunktionen oder mit entsprechenden Bildspeichereinrichtungen deren
Historie dargestellt werden.
[0103] Die Frontplatte 15 trägt in einer einfacheren Ausführungsform wie in Fig. 10 dargestellt
einen Ein/Aus-Schalter 16 sowie einen optischen Indikator 17 und/oder einen akustischen
Indikator 18. Der optische Indikator 17 kann entweder, wie in Fig. 10 gezeigt, unter
einem transparenten Teil der Frontblende 15 oder oberhalb des Gehäuses 15, wie in
Fig. 9 dargestellt, angeordnet sein. Mittels eines Klemmanschlusses 19, der in Fig.
9 lediglich symbolisch als Schraubklemmvorrichtung dargestellt ist, kann diese erste
erfindungsgemäße Ausführungsform zügig und auf einfache Weise an oder in der Nähe
von Betten von zu überwachenden Patienten befestigt werden. Es liegt darüber hinaus
im Rahmen der Erfindung, für die Befestigungsvorrichtung 19 beliebige andere bekannte
Alternativen, wie beispielsweise mechanische Kupplungen oder Bajonette mit dem jeweiligen
ortsfest montierten Gegenstück, einzusetzen. Derart kann auch im heimischen Bereich
die Vorrichtung an oder in der Nähe des Bettes der zu überwachenden Person befestigt
werden.
[0104] Auf an sich bekannte Weise gestattet ein Gelenkarm 21 zusammen mit dem Drehkippgelenk
22 am Ende des Arms 21 das gezielte Ausrichten der Vorrichtung.
[0105] In einer weiteren, in Fig. 11 dargestellten Ausführungsform ist das Gehäuse 15 in
etwa mittig mit einer Zugvorrichtung 23 an einer Gebäudedecke 24 befestigt. Die Zugvorrichtung
23 gestattet die Höheneinstellung, insbesondere das Herunterfahren des Gehäuses 15,
so daß eine unter der Vorrichtung liegende Person optimal erfaßbar ist, bei nach oben
verschobener Vorrichtung jedoch keine Behinderung der Bewegungsfreiheit eintritt.
[0106] Um den klinischen Gegebenheiten sicher Rechnung tragen zu können, wird die erfaßte
Bandbreite der Frequenzen auf einen Bereich von 0,02 Hz bis 6 Hz beschränkt. Hierdurch
sind Atmungsperioden von 166 ms bis 50 s und Pulsraten von 1,2 bis 360 Schläge pro
Minute detektierbar. Eine nachgeschaltete Auswertungselektronik erfaßt die Höhe der
spektral beschränkten Signale und verfügt über eine
[0107] Schwellenwerteinstellung, die beim Ausbleiben der die Vitalfunktionen warnenden Signale,
einen optischen und/oder akustischen Alarm veranlaßt oder bei Integration in ein Überwachungssystem
den Alarmzustand an dieses weiterleitet.
[0108] In weiterer alternativer Ausgestaltung werden die erfaßbaren Atmungsperioden auf
weniger als 30 s beschränkt, so daß auch der Zeitraum bis zur Auswertung der Signale
nicht länger als etwas über 30 s beträgt.
[0109] Die Haupteinsatzgebiete der vorstehend beschriebenen Verfahren betreffen die Überwachung
von suizidgefährdeten Personen, die kabelfreie Überwachung von komatösen Personen
sowie von Personen mit Verbrennungen. Im klinischen sowie heimischen Bereich kann
die Überwachung von schwer und schwerst Pflegebedürftigen erfolgen sowie bei Kleinkindern
eine Überwachung in bezug auf das Ausbleiben der Vitalfunktion zur Vermeidung des
plötzlichen Kindstodes. Von
[0110] Intensivstationen bekannte, durch die Verkabelungen hervorgerufene Schlafstörungen
können gemildert und zum Teil sogar vermieden werden, da neben der rein mechanischen
Behinderung auch die psychische Belastung abnimmt.
[0111] Auch die Erfassung der Herzfrequenz des ungeborenen ist bei Schwangerschaftsuntersuchungen
möglich. Hierdurch wird auch eine beschwerdefreie sowie lückenlose Dauerüberwachung
ohne die herkömmlich anzulegenden Elektroden ermöglicht.
[0112] Bei einer weiteren in Fig. 13 dargestellten Ausführungsform wird ein Raum 25 mittels
einer in einer Deckenecke angeordneten Sende/Empfangseinrichtung überwacht. Wie bei
den vorhergehenden Ausführungsformen beschrieben, ist die Sendeantenne 2 sowie die
Empfangsantenne 4 mit den vorstehend elektronischen Baugruppen zur Signalauswertung
verbunden.
[0113] Der Sender 1 sendet vorzugweise im Frequenzbereich von 300 MHz bis 3 GHz, dieser
gibt an einer Ersatzlast von reellen 50 Ω oder reellen 377 Ω eine Leistung von einigen
mW bis mehreren W ab. Im Falle der Raumüberwachung sind die Antennen 2, 4 als Tripol-Prisma,
wie in Fig. 13 dargestellt, ausgebildet.
[0114] In der in Fig. 14 dargestellten weiteren Ausführungsform ist im Dachgeschoß 26 des
Gebäudes 27 eine zirkularpolarisierende Sende/Empfangsantenne 2, 4 angeordnet. Durch
die entsprechende Ausbildung der räumlichen Sendecharakteristik der Sendeantenne 2
sowie der räumlichen Empfangscharakteristik der Antenne 4 werden diese an das erwünschte
Erfassungsgebiet, in der Regel die Abmessungen des zu überwachenden Gebäudes, angepaßt.
Es können darüber hinaus mehrere Sendeantennen 2, sowie mehrere Empfangsantennen 4
in den zu überwachenden Bereichen angeordnet und jeweils mit der Auswertungselektronik
verbunden sein.
[0115] In der in Fig. 15 dargestellten Ausführungsform sind hinter einer abgehängten Decke
28 die Sende- oder die Empfangsantenne 2, 4 angeordnet. Durch deren großflächige Erstreckung
wird eine genaue Definition des Erfassungsgebietes vereinfacht. In Fig. 15 ist ebenfalls
im Bereich der Seitenwand 29 eine weitere verdeckte Überwachungsanordnung gezeigt.
[0116] In Fig. 16 ist zusätzlich zur Überwachung des Raumes 30 eine Sende-Empfangsantennenkombination
2, 4 für die Vorfeldüberwachung gezeigt. Der nur schematisch dargestellte Bereich
30 kann hierbei ein Vorplatz eines privaten sowie öffentlichen Gebäudes sein. So ist
beispielsweise im Strafvollzug oder in der Psychiatrie eine flächendeckende ununterbrochene
Überwachung möglich. Darüber hinaus kann eine nachgeschaltete Auswertungselektronik,
wie vorstehend für die medizinischen Anwendungsbereiche geschildert, selbsttätige
Signalisierung bei durchführen.
[0117] Weitere wichtige Anwendungsgebiete liegen im Bereich der chemischen Industrie sowie
bei strahlungsexponierten Anlagen der nuklearen Energieversorger oder der Nuklearbrennstoffverund
-aufbereiter. Chemisch- oder strahlungsexponierte Bereiche können flächendeckend überwacht
werden, so daß diese Bereiche nur bei entsprechender Anmeldung ohne Auslösung eines
Alarms betreten werden können oder beim Austreten gefährlicher Stoffe in der Nähe
der Austrittsstelle das Vorhandensein lebender Menschen erfassbar ist.
[0118] Eine weitere wesentliche Anwendung liegt im Bereich der gezielten Brandbekämpfung.
Überall dort wo zur Vermeidung größerer Sachschäden anstelle konventioneller, sauerstoffbindende
Löschmittel oder spezielle Löschverfahren zur Brandbekämpfung eingesetzt werden (z.B.
im Falle eines Brandes in der Druck- und Computerindustrie), darf, um das Leben noch
in den Gebäuden befindlicher Personen nicht zu gefährden, der Löscheinsatz erst beginnen,
wenn eine Überprüfung der Brandlokalitäten auf das Vorhandensein lebender Personen
durchgeführt wurde. Diese Kontrolle ist für die Verwendung spezieller Löschmittel
gesetztlich vorgeschrieben, aber aufgrund der damit verbundenen Nachteile für Leib
und Leben der Feuerwehreinsatzleute stark umstritten. Eine Überprüfung der Brandlokalitäten
auf noch lebende Personen kann hingegen effizient, schnell und von außen, d.h. auch
von außerhalb der brennenden Räumlichkeiten, durchgeführt werden. Somit werden in
den brennenden Räumlichkeiten befindliche Personen schneller erkannt, zügiger gerettet
und die Feuerwehreinsatzleute am Brandherd weniger gefährdet. Durch den schnelleren
Löschbeginn kann zusätzlich in der Regel das Ausmaß des Brandschadens minimiert werden.