[0001] Die Erfindung betrifft eine Greifervorrichtung für eine Greiferwebmaschine mit einem
an seinem vorderen Ende mit einem Greifer ausrüstbaren Greiferband, das aus Kunststoff
hergestellt ist und Verstärkungsfasern enthält.
[0002] Bei Greiferwebmaschinen wird ein Schußfaden mit Hilfe von Greifern in das Webfach
eingeführt, wobei die Greifer auf einem flexiblen Greiferband befestigt sind. Das
Greiferband wird mittels eines Antriebsrades angetrieben und sowohl außerhalb des
Webfaches als auch innerhalb des Webfaches in Führungsmitteln geführt. Um eine stabile,
geradlinige Bewegung des Greifers in dem Webfach zu erreichen, ist das aus Kunststoff
hergestellte Greiferband gemäß dem Stand der Technik mit Verstärkungsfasern versteift
(RESEARCH DISCLOSURE, Nov. 1980, S. 480, 481). Um die Steifheit des Greiferbandes
zu vergrößern, werden relativ starke Verstärkungsfasern in dem Greiferband vorgesehen,
die beispielsweise aus Kohlenstoffasern oder Kevlarfasern bestehen.
[0003] Die Funktion einer derartigen Greifervorrichtung erweist sich in der Praxis als sehr
befriedigend. Als nachteilig hat sich jedoch herausgestellt, daß bei einem derartigen
Greiferband nicht nur dieses Greiferband, sondern auch die Führungsmittel, insbesondere
die in das Webfach hinein beweglichen Führungsmittel, relativ stark verschleißen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Greifervorrichtung der eingangs genannten
Art so auszubilden, daß ein geringerer Verschleiß insbesondere an den Führungsmitteln
erhalten wird.
[0005] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Verstärkungsfasern in Abstand von dem
vorderen Ende des Greiferbandes angeordnet sind.
[0006] Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß Ursache für den Verschleiß der Führungsmittel
war, daß nach einem gewissen Verschleiß des Greiferbandes, insbesondere im Bereich
seines vorderen Endes, der noch nicht zu einem Unbrauchbarwerden der Greifervorrichtung
führt, die Verstärkungsfasern im Bereich des vorderen Endes freigelegt werden. Der
Verschleiß am vorderen Ende des Greiferbandes, an welchem der Greifer befestigt ist,
entsteht dadurch, daß die in das Webfach einbringbaren Führungsmitteln nicht immer
optimal und in Flucht zueinander ausgerichtet sind, und daß das vordere Greiferbandende
zuerst mit diesen Führungsmitteln in Berührung kommt. Die durch Verschleiß insbesondere
im Bereich des vorderen Endes des Greiferbandes freigelegten Verstärkungsfasern wirken
sehr aggressiv auf die Führungsmittel und verursachen an diesen einen Verschleiß.
Dadurch ist die Führung des Greiferbandes innerhalb des Webfaches nicht mehr optimal,
wobei außerdem die Gefahr einer Beschädigung oder eines Bruches eines oder mehrerer
Kettfäden größer wird, die mit den Führungselementen in Berührung kommen. Hinzu kommt,
daß die teilweise verschlissenen Führungsmittel ihrerseits wieder einen stärkeren
Verschleiß an dem Greiferband und insbesondere an dessen vorderem Ende bewirken, so
daß eine Wechselwirkung vorliegt, die insgesamt den Verschleiß erhöht. Die Erfindung
führt zu dem Vorteil, daß die Führungselemente einer geringeren Abnutzung unterworfen
sind, wodurch in Rückwirkung das vordere Ende des Greiferbandes ebenfalls weniger
abgenutzt wird. Dies wird dadurch erreicht, daß die aggressiven Verstärkungsfasern
nach einem gewissen Verschleiß noch nicht an die Oberfläche des Greiferbandes gelangen.
[0007] Bei einer bevorzugten Ausbildung wird vorgesehen, daß die Verstärkungsfasern innerhalb
des Greiferbandes in einer oder mehreren Lagen angeordnet sind.
[0008] In Ausgestaltung der Erfindung wird vorgesehen, daß an dem Greiferband im Bereich
nach seinem vorderen Endes eine Versteifungsrippe anbringbar ist, die sich wenigstens
annähernd bis zu dem Greifer erstreckt. Diese Versteifungsrippe führt zu dem Vorteil,
daß das Greiferband, das wegen der fehlenden Verstärkungsfasern an sich weniger steif
ist, in ausreichender Weise mittels der Versteifungsrippe verstärkt wird, um den Greifer
einwandfrei durch ein Webfach zu bewegen.
[0009] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgesehen, daß das Greiferband in dem
dem Greifer abgewandten Bereich des Endes der Versteifungsrippe mit wenigstens einer
zusätzlichen Lage von Verstärkungsfasern versehen ist. Damit wird der Bereich der
Verbindung zwischen dem Greiferband und der Versteifungsrippe zusätzlich ausgesteift.
[0010] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgesehen, daß vor dem vorderen Ende
des Greiferbandes unterhalb des Greifers eine austauschbare Sohle angebracht ist,
deren Querschnitt im wesentlichen dem Querschnitt des Greiferbandes entspricht. Diese
Sohle bildet ein Verschleißteil, das für sich ausgetauscht werden kann, ohne daß das
Greiferband selbst ausgetauscht wird.
[0011] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele.
- Fig. 1
- zeigt eine schematische Ansicht einer Greiferwebmaschine mit einer erfindungsgemäßen
Greifervorrichtung,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht des mit dem Greifer und einer Versteifungsrippe versehenen Greiferbandes
in größerem Maßstab,
- Fig. 3
- einen Schnitt entlang der Linie III-III der Fig. 2 in nochmals vergrößertem Maßstab,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht ähnlich Fig. 2 einer Ausführungsform mit zwei Lagen von Verstärkungsfasern,
- Fig. 5
- eine Seitenansicht einer Ausführungsform mit zusätzlichen Lagen von Verstärkungsfasern
im Bereich des Übergangs zwischen dem Greiferband und der Verstärkungsrippe und
- Fig. 6
- eine Ausführungsform ähnlich Fig. 2 mit einer als Verschleißteil an dem Greifer angebrachten
Sohle.
[0012] Die in Fig. 1 dargestellte Greiferwebmaschine besitzt zwei Greiferbänder (1), wobei
an einem Greiferband (1) ein Gebergreifer (2) und an dem anderen Greiferband (1) ein
Nehmergreifer (3) befestigt ist. Eine Antriebseinrichtung (4) bewegt das Greiferband
(1) mit dem Gebergreifer (2) zusammen mit einem einzubringenden Schußfaden in Richtung
des Pfeiles A bis zur Mitte der Greiferwebmaschine. Dort übernimmt der Nehmergreifer
(3), der mit dem durch eine weitere Antriebseinrichtung (4) angetriebenen Greiferband
(1) bewegt wird, den Schußfaden und transportiert ihn auf die gegenüberliegende Seite
der Greiferwebmaschine.
[0013] Die Antriebseinrichtungen (4), die im Bereich von gegenüberliegenden Seitenrahmen
(5) angeordnet sind, enthalten beispielsweise angetriebene Zahnräder (6), die mit
den Greiferbändern (1) zusammenarbeiten. Dabei greifen Zähne der Zahnräder (6) in
Öffnungen der Greiferbänder (1) ein. Die Greiferbänder (1) werden mittels Führungsblöcken
(7) in Kontakt mit den Zahnrädern gehalten. Eine Weblade (8), die ein Webblatt (9)
trägt und in den Seitenrahmen (5) gelagert ist, wird mittels eines Antriebes (10)
angetrieben. Die Antriebe (4 und 10) arbeiten synchron.
[0014] Im Bereich der Seitenrahmen (5) werden die Greiferbänder (1) mittels stationären
Führungen (11) geführt. Im Bereich eines Webfaches werden die Greiferbänder (1) mittels
Führungen (12) geführt, die in bekannter Weise an der Weblade (8) befestigt sind und
die sich aufgrund der Bewegung der Weblade (8) in ein Webfach hineinbewegen.
[0015] Wie in Fig. 2 und 3 dargestellt ist, besteht das Greiferband (1) aus einem Kunststoffgrundelement,
in das eine Lage von Verstärkungsfasern (13), beispielsweise Kohlenstoffasern, eingebaut
ist. Die Lage von Verstärkungsfasern (13) ist allseitig mit dem Kunststoff umgeben.
Das Kunststoffgrundelement besteht beispielsweise aus einem Polymer mit losen Fasern,
die aus einem nicht abrassivem Material bestehen. Bei einer bevorzugten Ausführungsform
besteht das Kunststoffgrundelement aus einem Laminat aus mehreren Schichten, die miteinander
verbunden sind. Die Verstärkungsfasern (13) sind in Form von losen Verstärkungsfasern,
oder Fasermatten oder Geweben zwischen zwei Schichten eingelegt und mit beiden Schichten
verbunden. Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 und 3 sind die Verstärkungsfasern
(13) nur in einer Lage angeordnet, wobei sich diese Lage nahezu über die gesamte Breite
des Greiferbandes (1) erstreckt. Die Lage der Verstärkungsfasern (13) erstreckt sich
annähernd über die gesamte Länge des Greiferbandes (1), allerdings nur bis zu einem
Abstand von dem vorderen Ende (14) des Greiferbandes (1), in dessen Bereich der Nehmergreifer
(3) befestigt ist.
[0016] Am Ende (14) des Greiferbandes (1) ist anschließend an den Nehmergreifer (3) eine
Versteifungsrippe (15) an dem Greiferband (1) angebracht. Diese Versteifungsrippe
(15) ist dabei ein Teil des Nehmergreifers (3) oder an dem Nehmergreifer (3) befestigt.
Diese Versteifungsrippe (15) verläuft wenigstens bis in den Bereich des vorderen Endes
der Lage der Verstärkungsfasern (13) des Greiferbandes (1) und vorzugsweise noch über
eine Strecke über dieses Ende der Lage hinaus. Die Versteifungsrippe (15) besitzt
eine im wesentlichen T-förmige Gestalt, wobei ihr Quersteg an der Oberseite des Greiferbandes
(1) befestigt ist und der Schenkel im wesentlichen mittig von dem Greiferband (1)
nach oben abragt.
[0017] Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 sind zwei Lagen von Verstärkungsfasern (13,
16) in das Greiferband (1) eingebaut, die sich in entsprechender Weise zur Ausführungsform
nach Fig. 2 und 3 annähernd über die gesamte Breite des Greiferbandes (1) und im wesentlichen
über die gesamte Länge des Greiferbandes (1) erstrecken, allerdings nur bis zu einem
deutlichen Abstand von dem vorderen Ende (14) des Greiferbandes (1), in dessen Bereich
der Nehmergreifer (3) befestigt ist.
[0018] Bei einer abgewandelten Ausführungsform werden mehr als zwei Lagen von Verstärkungsfasern
in das Greiferband (1) eingebaut, die sich jeweils nur über eine gewisse Breite des
Greiferbandes (1) erstrecken.
[0019] Bei der Ausführungsform nach Fig. 5 ist in das Greiferband (1) eine Lage von Verstärkungsfasern
(13) eingebaut, die sich im wesentlichen über die gesamte Breite des Greiferbandes
(1) erstreckt und die jedoch im Bereich des vorderen Endes (14) vor dem Nehmergreifer
(3) endet. Im Bereich des Übergangs zwischen der Versteifungsrippe (15) und dem anschließenden
Teil des Greiferbandes (1) sind zwei zusätzliche Lagen von Verstärkungsfasern (17,
18) eingebaut, die sich nur über diesen Bereich erstrecken. Diese beiden Lagen der
Verstärkungsfasern (17, 18) führen dazu, daß das Greiferband (1) in dem Bereich besonders
steif ausgebildet ist, in welchem die Versteifungsrippe beginnt. Die Lagen der Verstärkungsfasern
(17, 18) befinden sich in einem größeren Abstand von dem Ende (14) des Greiferbandes
(1) als die Lage der Verstärkungsfasern (13). Dies ist insbesondere bezüglich der
Lage der Verstärkungsfasern (18) zweckmäßig, da diese sich dichter an der besonders
verschleißgefährdeten Unterseite oder Oberseite des Greiferbandes (1) befindet als
die Lage von Verstärkungsfasern (13). Die Lagen von Verstärkungsfasern (17, 18) können
gleich breit wie die Lage von Verstärkungsfasern (13) aber auch schmaler ausgeführt
werden.
[0020] Bei einer Ausführungsform ähnlich Fig. 4 werden ebenfalls zusätzlich Lagen von Verstärkungsfasern
(17, 18) vorgesehen, wobei sich diese Lagen ebenfalls nur in einem beschränkten Längenbereich
erstrecken.
[0021] Bei der Ausführungsform nach Fig. 5 ist ferner vorgesehen, daß das Greiferband (1)
im Bereich seiner Oberseite (19) und im Bereich seiner Unterseite (20) mit Lagen aus
verschleißfestem, jedoch nicht abrassivem Material versehen sind, die sich über die
gesamte Länge und Breite des Greiferbandes (1) erstrecken.
[0022] Bei einer nicht dargestellten Ausführungsform der Erfindung wird vorgesehen, daß
sich die Lagen von Verstärkungsfasern (13, 16, 17, 18) bis zu den Seitenrändern des
Greiferbandes erstrecken. Derartige Greiferbänder werden insbesondere bei einer Greiferwebmaschine
entsprechend der EP-A 0 620 303 beschriebenen Art verwendet, bei welcher die Seitenränder
des oder der Greiferbänder (1) nicht mit der an der Weblade (8) befestigten Führungen
(12) zusammenarbeiten.
[0023] Das Greiferband (1) für den Gebergreifer (2) ist entsprechend den vorstehenden Ausführungsbeispielen
ausgebildet, so daß es keiner gesonderten Beschreibung bedarf.
[0024] Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 6 ist ein Greiferband ähnlich einem der Ausführungsbeispiele
nach Fig. 2 bis 5 vorgesehen. Vor dem vorderen Ende (14) wird bei diesem Ausführungsbeispiel
eine unter dem Nehmergreifer (3) - oder auch an dem Gebergreifer (2) - befindliche
Sohle (21) angeordnet, die austauschbar an dem Gebergreifer (2) oder Nehmergreifer
(3) befestigt ist. Diese Sohle (21), die in ihrem Querschnitt dem anschließenden Greiferband
entspricht, stellt ein austauschbares Verschleißelement dar.
1. Greifervorrichtung für eine Greiferwebmaschine mit einem an seinem vorderen Ende (14)
mit einem Greifer (2, 3) ausrüstbaren Greiferband (1), das aus Kunststoff hergestellt
ist und Verstärkungsfasern (13, 16) enthält, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkungsfasern
(13, 16) in Abstand von dem vorderen Ende (14) des Greiferbandes (1) angeordnet sind.
2. Greifervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkungsfasern
(13, 16) innerhalb des Greiferbandes (1) in einen oder mehreren Lagen angeordnet sind.
3. Greifervorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Greiferband
(1) im Bereich nach seinem vorderen Ende (14) eine Versteifungsrippe (15) anbringbar
ist, die sich wenigstens annähernd bis zu dem Greifer (2, 3) erstreckt.
4. Greifervorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Versteifungsrippe
(15) sich von dem Greifer (2, 3) bis zu einem Bereich des Greiferbandes (1) erstreckt,
in welchem die Verstärkungsfasern (13, 16) enthalten sind.
5. Greifervorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Versteifungsrippe
(15) auf der Oberseite des Greiferbandes (1) angeordnet ist.
6. Greifervorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Versteifungsrippe (15) eine im wesentlichen T-förmige Gestalt aufweist und mit dem
Quersteg mit der Oberseite des Greiferbandes (1) verbunden ist.
7. Greifervorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Versteifungsrippe (15) Bestandteil des Greifers (2, 3) ist.
8. Greifervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das
Greiferband (1) in dem dem Greifer (2, 3) abgewandten Bereich des Endes der Versteifungsrippe
(15) mit wenigstens einer zusätzlichen Lage von Verstärkungsfasern (17, 18) versehen
ist.
9. Greifervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß vor
dem vorderen Ende des Greiferbandes (1) unterhalb des Greifers (2, 3) eine austauschbare
Sohle (21) angebracht ist, deren Querschnitt im wesentlichen dem Querschnitt des Greiferbandes
(1) entspricht.