[0001] Die Erfindung betrifft eine Mikromembranpumpe nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1, wie sie aus R. Rapp, W. K. Schomburg, P. Bley, "Konzeption, Entwicklung und Realisierung
einer Mikromembranpumpe in LIGA-Technik", KfK-Bericht Nr. 5251, (1993) bekannt ist.
Diese Pumpe wird von einem externen pneumatischen Aktor angetrieben und ist in der
Lage, gasförmige Medien zu fördern. Die Pumpe hat eine Pumpmembrane aus Titan und
Ventile, die aus einer Titan- und einer Polyimidmembran bestehen. Die Pumpmembrane
kann bis zum Boden der Pumpkammer ausgelenkt werden und besitzt auf diese Weise ein
hohes Kompressionsverhältnis. Für die Auslenkung der Pumpenmembrane wird allerdings
ein relativ hoher Druck benötigt, der von einem integrierten Aktor nicht erzeugt werden
kann. Außerdem müssen zur Fertigung alle Pumpen einzeln verklebt werden, was einen
hohen Aufwand erfordert. Die Herstellung dieser Pumpe erfordert viele nacheinander
auszuführende Einzelschritte.
[0002] Es sind verschiedene weitere Mikromembranpumpen bekannt, so z.B. zwei unterschiedlich
angetriebene Pumpen, welche in H.T.G. van Lintel, F.C.M. van de Pol, "A piezoelectric
micropump based on micromachining of silicon", Sensors and Actuators, 15 1988 153-167
und H.T.G. van Lintel, H.T.G. van Lintel, M. Elwenspoek, J.H.J. Fluitman, "A thermopneumatic
pump based on micro-engeneering techniques", Sensors and Actuators, A21-A23 1990,
198-202 beschrieben wurden. Die erste Pumpe besitzt eine Pumpmembrane mit aufgeklebter
Piezokeramik, die zweite Pumpe besitzt oberhalb der Pumpmembrane einen thermopneumatischen
Antrieb in Form eines bei Wärmezufuhr expandierenden Luftvolumens. Beide Pumpen verfügen
über integrierte Einlaß- und Auslaßventile.
[0003] Eine weitere Mikropumpe ist in Roland Zengerle, Axel Richter, "Mikropumpen als Komponenten
für Mikrosysteme", Physik in unserer Zeit /24. Jahrg.1993/ Nr. 2 beschrieben worden,
die ebenfalls über integrierte Ventile verfügt und deren Pumpmembrane durch elektrostatische
Kräfte ausgelenkt wird.
[0004] Die festen und beweglichen Teile der angeführten Mikromembranpumpen, die den derzeitigen
Stand der Technik repräsentieren, sind im wesentlichen aus den Grundmaterialien Silizium
und Glas gefertigt. Die elastischen Teile der beschriebenen Pumpen, das sind vor allem
die Pump- und Ventilmembranen, werden dabei mit unterschiedlichen Ätzverfahren dünngeätzt.
Die kleinsten Membrandicken liegen dabei in der Größenordnung von 20 mm. Die Dicke
der Membranen und die Materialeigenschaften von Glas bzw. Silizium liefern bei diesen
Pumpen die die Pumpleistung im wesentlichen einschränkenden Randbedingungen. Es sind
bei relativ großen Membrandurchmessern nur kleine Auslenkungen möglich. Als Folge
lassen sich mit derartigen Pump-membranen nicht die zur Förderung von Gasen erforderlichen
Kompressionsverhältnisse erreichen. Ferner müssen die Durchmesser der Ventile sehr
groß gewählt werden, um die Flexibilität der Ventilmambranen und damit den Druckverlust
in Durchlaßrichtung klein zu halten.
[0005] Die US-A-3 606 592 und die GB-A-2 088 965 zeigen zwar die Möglichkeit über ein in
der Membran eingebettetes Gitternetz eine erhöhte Temperatur und somit eine Wärmeerzeugung
zu ermögliche, ein oder mehrere miteinander verbundene Hohlraumsysteme sind jedoch
nicht vorhanden.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Pumpe der e. g. Art so auszugestalten, daß sie
mit wenigen Arbeitsgängen bei einer einfachen Bauweise aufgebaut werden kann.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0008] Die Unteransprüche beschreiben vorteilhafte Ausgestaltungen der Pumpe.
[0009] Ein besonderer Vorteil der Pumpe besteht darin, daß die gleichzeitige, parallele
Fertigung vieler Pumpen mit wenigen Herstellungsschritten mit möglichst wenig Aufwand
ermöglicht wird. Der möglichst geringe Herstellungsaufwand bezieht sich dabei sowohl
auf die Fertigung der Einzelkomponenten der Pumpe wie Pumpgehäuse, Pumpmembrane und
Ventile als auch auf die gleichzeitige und exakte Verklebung vieler Mikrokomponenten
in einem Schritt. Des weiteren sind durch Ausgestaltung der Membran im Bereich der
Aktorkammer die Druckverluste minimiert.
[0010] Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Beispiels mit Hilfe der Figuren näher
erläutert.
[0011] Fig. 1 zeigt einen schematischen Querschnitt durch eine Pumpe und Fig. 2 ein Formwerkzeug
zu deren Herstellung.
[0012] Die Fig. 3, 4 und 5 zeigen Ventile, wie sie bei der Pumpe verwendet werden.
[0013] Die Fig. 6, 7 und 9 bis 12 erläutern die Klebetechnik zur Herstellung der Pumpe und
die Fig. 8 zeigt beispielhaft die Herstellung einer Membran mit Heizwendel.
[0014] Aufbau der Mikropumpe, Benennung der Komponenten
[0015] Die Figur 1 zeigt schematisch den Grundaufbau der Mikropumpe. Eine Polyimid-Membrane
3 mit einer Dicke von 2 mm ist auf ihrer Oberseite mit dem Pumpgehäuse-Oberteil 1
und auf ihrer Unterseite mit dem Pumpgehäuse-Unterteil 2 verklebt. Die Pumpgehäuse
enthalten die nichtbeweglichen Funktionskomponenten der Pumpe. Diese sind im Pumpgehäuse-Oberteil
1 die Aktorkammer 17, verschiedene Strömungskanäle 6, die Ventilkammer 8 und der Ventilsitz
des Einlaßventils 10, die Ventilkammer des Auslaßventils 13, Fluid-Einlaß 5, Fluid-Auslaß
7, ein zusammenhängendes Hohlraumsystem 19 zur Befüllung mit Klebstoff, sowie Einfüllöffnungen
20 und Austrittsöffnungen für die Befüllung mit Klebstoff. Ferner nicht abgebildet
sind Öffnungen für die elektrische Kontaktierung der Pumpe vorhanden. Die Funktionskomponenten
sind im Pumpgehäuse-Unterteil die Pumpkammer 16, die Strömungskanäle 6 zwischen Ventilen
und Pumpkammer, die Ventilkammer des Einlaßventils 9, der Ventilsitz des Auslaßventils
14, ein Hohlraumsystem 18 zur Befüllung mit Klebstoff, Klebstoffeinlaß 22 und Klebstoffauslaß
23. Die Hohlräume 18,19 für den Befüllvorgang und die Hohlräume 6, 8, 9, 12, 13, 16,
17 sind voneinander durch Stege 24 abgegrenzt, mit deren Hilfe die lateralen Strukturen
gebildet und die Strukturhöhe genau definiert werden. Die Polyimid-Membran 3 zeichnet
sich durch eine hohe Elastizität aus und bildet im Bereich der Aktorkammer 17 die
Pump-Membrane. Im Bereich des Einlaßventils 8, 9, 10 und des Auslaßventils 12,13,14
befindet sich jeweils ein Loch 11 und 15 in der Polyimid-Membran 3. Die Ventilwirkung
entsteht dadurch, daß das Loch in der Membran durch den planen Ventilsitz verschlossen
wird, sofern ein Überdruck auf der dem Ventilsitz gegenüberliegenden Seite herrscht,
bzw. daß die Membran bei umgekehrt anliegendem Überdruck derart vom Ventilsitz abhebt,
daß das Loch in der Membran freigegeben wird und ein Durchfluß entsteht. Der Antrieb
der Mikromembranpumpe erfolgt durch die thermische Ausdehnung eines Fluids, welches
sich in der Aktorkammer 17 befindet und durch eine auf die Polyimidmembran aufgebrachte
metallische Heizwendel 4 erwärmt wird.
[0016] Die Funktionsweise der Mikropumpe :
Ein kurzer Strompuls wird auf die Heizwendel 4 gegeben. Diese erwärmt sich und gibt
Wärme sowohl an das Medium in der Aktorkammer 17 als auch an das Medium in der Pumpkammer
ab. Befinden sich in der Aktorkammer 17 und Pumpkammer 16 gasförmige Medien, so lenkt
die aus der Erwärmung resultierende
Druckerhöhung des Aktorgases die Pumpmembrane aus. Die Auslenkung der Pumpmembrane
3 verringert das Volumen der Pumpkammer 16 und führt zusammen mit der gleichzeitigen
Erwärmung des Pumpgases zu einem Druckanstieg in der Pumpkammer 16. Durch die Verwendung
eines flüssigen, bei niedriger Temperatur siedenden Mediums in der Aktorkammer 17
wird die Ausdehnung des Mediums durch dessen Verdampfung erreicht, wodurch sich sehr
hohe Aktordrücke erzeugen lassen. Die Folge der Druckerhöhung in der Aktorkammer 17
ist hier wieder die Auslenkung der PumpMembran 3 in Richtung der Pumpkammer 16. In
beiden Fällen setzt sich die resultierende Druckerhöhung des zu pumpenden Fluids über
die Strömungskanäle zu den Ventilen hin fort und führt dazu, daß sich die Membran
im Bereich des Einlaßventils 11 an dessen Ventilsitz 10 anlegt und das Ventil verschließt,
während die Membran im Bereich des Auslaßventils 15 vom Ventilsitz 14 abhebt und die
Öffnung in der Ventilmembran freigibt. Das Pumpmedium wird ausgeschoben.
[0017] Nach dem Ende des Strompulses beginnt die Abkühlung des Mediums in der Aktorkammer
17 durch Wärmeleitung und Wärmestrahlung. Im Fall des gasförmigen Mediums in der Aktorkammer
verringern sich Druck und Volumen im Innern der Aktorkammer gemäß den Gasgesetzen,
im Fall der verdampften Flüssigkeit führt Kondensation wieder zum Ausgangszustand
zurück. Die Pumpenmembrane bewegt sich wieder in ihre Ausgangslage zurück und erzeugt
so als Folge des zuvor ausgeschobenen Pumpmediums einen Unterdruck in der Pumpkammer
16 und an den Ventilen. Entsprechend der oben beschriebenen Ventilfunktion schließt
nun das Auslaßventil, während das Einlaßventil öffnet und Pumpmedium in die Pumpkammer
einläßt. Diese Vorgänge wiederholen sich mit jedem Pumpzyklus.
[0018] Die direkt auf die Pumpmembrane aufgebrachte Heizwendel hat neben des daraus resultierenden
einfachen Herstellungsverfahrens weitere wesentliche Vorteile. Zum einen ist der Wärmeübergang
auf das Pumpengehäuse in der Aufheizphase minimiert. Zum zweiten wird bei Verwendung
einer niedrig siedenden Flüssigkeit als Aktormedium die Rekondensation des Aktormediums
durch das geförderte Medium an der Stelle der Heizwendel eingeleitet. Dadurch wird
erreicht, daß am Beginn der nächsten Aufheizphase die Heizwendel in optimalem Wärmekontakt
mit der Aktorflüssigkeit steht.
Ventile
[0019] Die Figur 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Ventils. Die Ventile sind dadurch
gekennzeichnet, daß sie aus einer flexiblen, freigespannten Membrane 3 bestehen, welche
im zentralen Bereich eine mikrostrukturierte Öffnung 11 besitzt. Der Umriß der Ventilöffnung
11 und der Membraneinspannung 25 kann, wie in Figur 4 beispielhaft gezeigt, rund,
oval oder durch einen Polygonzug beschreibbar sein. Figur 3 erleutert den grundsätzlchen
Aufbau eines Ventils, wie es in den hergestellten Pumpen implementiert ist. Auf einer
Seite der Membran befindet sich ein ebener, fester Ventilsitz 10, der die Öffnung
der Ventilmembrane um mindestens die Breite der erforderlichen Dichtfläche zwischen
Membran und Ventilsitz überdeckt. Der Ventilsitz ist Teil eines der beiden Pumpenkörper,
die mit der Membran verbunden sind. Die Dichtigkeit der Ventile in Sperrrichtung wird
durch das Maß der Überdeckung, die Oberflächen-rauhigkeit von Ventilmembran und Ventilsitz
und wesentlich durch die Flexibilität der Ventilmembran bestimmt. Durch eine sehr
dünne Polyimid-Membran kann auch unter unsauberen Bedingungen die Dichtwirkung beibehalten
werden, da sie in der Lage ist, sich um kleine Schmutzpartikel herum anzuschmiegen.
[0020] Durch die Höhe der Ventilsitze läßt sich das Öffnungs- und Schließverhalten der Ventile
vorgeben, siehe Figur 5. Figur 5a zeigt die Verhältnisse des ausgeführten Beispiels.
Membraneinspannung und Ventilsitz befinden sich in einer Ebene. Figur 5b zeigt das
Ausführungsbeispiel eines hohen Ventilsitzes, der im lastfreien Zustand die Membrane
nach oben wölbt. Hier ist zum Öffnen des Ventils bereits eine erhebliche Druckdifferenz
notwendig, das Ventil bleibt bis zum Erreichen dieser Druckdifferenz in Durchlaßrichtung
geschlossen. Der Druckabfall bei gegebenem Durchfluß und daduch der Leistungsabfall
ist höher als in Figur 5a. Es verringert sich jedoch der Rückfluß bei Lastwechseln
durch das kleinere Schlagvolumen und durch die geringere Nachgiebigkeit der freien,
stärker gespannten Membrane. Diese Konfiguration ist dann von Vorteil, wenn kleine
Volumenströme unter großen Druckdifferenzen gleichgerichtet werden sollen oder wenn
die Lastwechselfrequenzen hoch sind. In Figur 5c erreicht die Höhe des Ventilsitzes
nicht die Ebene der Membraneinspannung, die Membran ist im lastfreien Fall auf ihrer
ganzen Fläche frei gespannt. Das Ventil besitzt in Durchlaßrichtung einen geringeren
Strömungswiderstand als im Fall a, schließt in Sperrrichtung jedoch erst nach Erreichen
eines Sperrdruckes. Diese Auslegung von Ventilsitz und Membran ist dann von Vorteil,
wenn große Volumenströme unter kleinen Druckdifferenzen gleichgerichtet werden sollen.
Kleben
[0021] Werden die Einzelteile oberes Pumpgehäuse, Membrane und unteres Pumpgehäuse in konventioneller
Weise verklebt, d. h. wird auf die Einzelteile Kleber mit Techniken wie Dispensen,
Siebdruck oder Tampondruck aufgetragen, dann entsteht eine Klebstoffschicht, deren
Dicke mit ca. 10 µm bereits mit der Größenordnung der Mikrostrukturen selbst vergleichbar
sein kann. Hohe Toleranzen der Klebefugendicke sind dabei nicht zu vermeiden, was
vor allem negative Auswirkungen auf die Funktion der Mikroventile hat, da der gewünschte
Abstand zwischen Ventilmembrane und Ventilsitz nicht exakt eingehalten werden kann.
Ein weiterer Nachteil herkömmlicher Klebetechniken ist die zusätzliche Positionierung
der lateralen Verteilung des Klebstoffs zu den Mikrostrukturen, da verschiedene Bereiche,
so z. B. die Ventilsitze und Kanalstrukturen, nicht mit Klebstoff benetzt werden dürfen.
Ist schließlich der Klebstoff aufgebracht, dann stellt die exakte Positionierung der
Klebepartner zueinander und das anschließende verschmierungsfreie Zusammenfügen sehr
hohe Anforderungen an die Handhabung der Proben. Es sind also zwei positionierte Arbeitsgänge
notwendig.
[0022] Die in Anspruch 5 genannte Klebetechnik übergeht all diese Nachteile und ist durch
ihre Einfachheit und durch die geringe Anzahl der Arbeitsschritte für die parallele
Verklebung von Mikrostrukturen hervorragend geeignet. Dabei werden bereits im Design
der Mikrostrukturen die Voraussetzungen für das erfolgreiche Verkleben geschaffen.
Der Grundgedanke ist, daß sich auf einem Substrat, welches eine große Anzahl von Mikrostrukturen
enthalten kann, konkave Strukturen um die Mikrostrukturen herum befinden, die zusammenhängend
oder teilzusammenhängend sein können und von den funktionellen Bereichen der Mikrostrukturen
durch Stege konstanter Höhe getrennt sind. Die konkaven Strukturen haben die Aufgabe,
im eigentlichen Klebeschritt den Klebstoff aufzunehmen, so daß sich nach der Verklebung
der Klebstoff, durch die Stege getrennt, rund um die Mikrostrukturen herum befindet.
Der Klebstoff übernimmt die Funktion der mechanischen Verknüpfung der Fügepartner,der
Abdichtung einzelner Mikrostrukturen und der Fügepartner untereinander und trägt durch
innere Relaxationsvorgänge zum Abbau von Eigenspannungen, die z. B. durch Temperaturwechsel
zwischen den Klebepartnern entstehen, bei. Die Stege haben die Aufgabe, durch ihre
Höhe eine exakt reproduzierbare Referenzhöhe für die Einstellung der Klebefugendicke
vorzugeben und ein Hineinfließen des Klebstoffs in die Mikrostrukturen während des
Klebevorgangs zu vermeiden.
[0023] Figur 6 erläutert die Verhältnisse anhand einer Aufsicht des Gehäuseunterteils der
Mikropumpen, wie sie hergestellt wurden. Dabei bedeuten 18 die konkave Struktur, in
die Klebstoff eingefüllt wird, 24 die Stege, die den Klebebereich abgrenzen, 16, 9,
6, 14 sind die Funktionsbereiche Pumpkammer, Ventilkammer, Strömungskanäle der Pumpe
und Ventilsitz, die frei von Klebstoff bleiben müssen. 22 ist die Öffnung, in die
der Klebstoff einfließt und 23 ist die Öffnung, aus der überschüssiger Klebstoff wieder
austreten kann oder in eine weitere Mikrostruktur eintreten kann.
[0024] Figur 12 zeigt als Detail den Querschnitt durch eine konkave Struktur zur Aufnahme
des Klebstoffs zischen zwei Mikrostrukturen. Es bedeuten 24 die Stege, die den Klebstoffbereich
von den eigentlichen Mikrostrukturen abgrenzen, 26 und 31 sind die lokal beteiligten
Klebepartner. Figur 12a zeigt den Fall, daß die Klebeschichtdicke der Höhe der Stege
(=Referenzhöhe) entspricht. In Figur 12b ist die konkave Struktur zur Aufnahme des
Klebstoffs in Bereiche großer Strukturhöhe 36, welche vornehmlich der Klebstoffbeschickung
dienen, und in Bereiche niedriger Strukturhöhe, welche eine an den Klebstoff angepaßte
exakte Einstellung der tatsächlichen Klebstoffdicke erlaubt.
[0025] Der Klebevorgang beginnt mit der Justierung der Klebepartner zueinander (Figur 7a)
und dem anschließenden Fixieren der Fügepartner durch eine Verspannvorrichtung (Figur
7b). Die Verspannung sorgt dafür, daß die Stege 24 des einen Fügepartners auf den
zweiten Fügepartner gepreßt werden, wodurch ein enger Kontakt gewährleistet ist. Dieser
enge Kontakt ermöglicht die exakte Einhaltung des gewünschten Strukturabstandes der
beiden Fügepartner und bietet eine hinreichende Abdichtung während des eigentlichen
Klebeprozesses. Der Vorgang des Justierens und Verspannens geschieht ohne die Anwesenheit
von Klebstoff, was den Vorteil hat, daß sich die Probleme das Klebstoff-Handling nicht
negativ auf die Präzision der Verklebung auswirken können. Im eigentlichen Klebe-Schritt
(Figur 7c) wird der Klebstoff in die durch das Zusammenfügen entstanden Hohlstrukturen
eingefüllt. Dabei können entweder Mikrostrukturen, welche einen Kleberein- 20 und
-auslaß 21 besitzen, einzeln befüllt werden (siehe Figur 6), oder eine große Anzahl
von Mikrostrukturen, die über entsprechend vorbereitete Hohlräume verfügen, über ein
Kanalsystem befüllt werden (siehe Figur 9), oder es kann eine Anzahl von Mikrostrukturen
über ein komplettes Hohlraumsystem befüllt werden (siehe Figur 10). Der Ablauf des
Befüllvorgangs hängt von den fluid-dynamischen Eigenschaften des verwendeten Klebstoffs
ab. Zur Steuerung der Befüllung kann der Klebstoff über eine Kanüle, die dicht auf
den Klebereinlaß aufgesetzt wird, zugeführt werden. Je nach Viskosität und Benetzungsfähigkeit
des Klebstoffs, sowie der gewünschten Einfließgeschwindigkeit, wird der Klebstoff
mit Überdruck in die Mikrostrukturen gefördert, bis er an der Austrittsöffnung austritt.
Klebstoff-Fluß und -Verteilung werden dabei durch die Geometrie des Hohlraumsystems
gesteuert. Eine weitere Steuerung des Fließprozesses läßt sich erreichen, indem Austrittsöffnungen
21 mit Unterdruck beaufschlagt werden. Dies kann vor allem dann notwendig sein, wenn
bei der Konstruktion komplexer Kanalsysteme die fluiddynamischen Voraussetzungen für
ein gleichmäßiges Befüllen nicht hinreichend genau berücksichtigt werden konnten.
Nach dem Befüllen wird die Aushärtung des Klebstoffs nach dessen Spezifikation vorgenommen.
[0026] Geeignet für diese Technologie sind alle Klebstoffe zufriedenstellender Adhäsion,
die sich in die Mikrokanäle und Mikrohohlräume mit vertretbaren Drücken hineinbefördern
lassen. Eine besondere Bedeutung kommt der Oberflächenspannung des Klebstoffes und
dem daraus resultierenden Kapillarverhalten im Zusammenspiel mit den Fügepartnern
zu. Hochbenetzende Klebstoffe haben die Eigenschaft, in kleinste Spalten einzudringen.
Dies kann dazu führen, daß Klebstoff, der wie beschrieben in die Klebeteile eingeführt
wird, durch Rauhigkeiten im Nanometer-Bereich unter die auf den Klebepartner gepreßten
Stege kriecht, was u. U. für die Funktion des Mikrobauteils unerwünscht sein kann.
Im allgemeinen führt dieser Effekt nicht zu einer Störung der Funktion des Mikrobauteils,
sofern der Klebstoff nicht über die Kante der Stege, die den Klebehohlräumen abgewandt
sind, hinüberfließt und die Mikrostrukturen benetzt, die frei von Klebstoff bleiben
sollen. Soll ein Hineinfließen des Klebstoffs unter die Stege vollständig unterbunden
werden, so läßt sich der Klebeprozeß durch einen nicht-justierten Zwischenschritt
erweitern, der für eine vollständige Abdichtung unterhalb der Stege sorgt. Dazu werden
die Mikrostrukturen, die die Stege enthalten, im Stempelverfahren mit einer hochviskosen,
chemisch stabilen Schicht, welche auf einem ebenen Substrat mit konstanter Dicke aufgetragen
wurde, in Kontakt gebracht. Es kann sich hier z. B. um ein Industriefett handeln,
welches sich nach der Verklebung mit einem Lösungsmittel wieder rückstandsfrei herausspülen
läßt. Werden die Stege nun auf den Klebepartner aufgepreßt (siehe Figur 7b), so dichtet
die in der Größenordnung der Oberflächen-Rauhigkeit aufgebrachte Schicht die Klebe-Hohlräume
vollständig von den Kleber-freien Funktionsbereichen ab. Ein Eindringen des Klebers
als Folge der Kapillarwirkung findet nicht mehr statt.
[0027] Es ist ferner die Verwendung von Schmelzklebern denkbar, sofern dessen Verarbeitungstemperatur
die Fügepartner nicht zerstört oder beeinträchtigt. Hier müssen die Klebepartner vor
dem Befüllvorgang auf die Verarbeitungstemperatur des Klebstoffs gebracht werden.
[0028] Es ist auch möglich, daß mehr als zwei Klebepartner an einer Verklebung beteiligt
sind. Dies ist z. B. dann der Fall, wenn wie in Figur 11 an einem Beispiel gezeigt,
eine Hilfsstruktur 32 verwendet wird, um eine erste Struktur 28, 26 mit einer zweiten
Struktur 31 zu verkleben. Die Hilfsstruktur 32 sorgt für eine Trennung der Bereiche,
die Klebstoff enthalten sollen von den Bereichen, die frei von Klebstoff bleiben müssen
und sorgt für die exakte Einhaltung eines gewünschten Abstandes zwischen den Klebepartnern.
Sie kann aus einem oder mehreren Teilen bestehen, sie kann diskret eingelegt werden
oder sie kann auf einem der Klebepartner aufgebaut worden sein.
[0029] Anhand eines Ausführungsbeispiels wird die Herstellung der Einzelkomponenten der
Mikropumpe beschrieben:
Jede der drei Einzelkomponenten Pumpgehäuse-Oberteil 1, Pump-membrane 3 mit aufgebrachter
Metallstruktur 4, Pumpgehäuse-Unterteil 2 in Figur 1 der Mikropumpe wurde unabhängig
hergestellt. Die Einzelkomponenten können somit vor dem Zusammensetzen geprüft werden.
Körper, Formeinsatz, Arbeitsablauf
[0030] Oberer 1 und unterer Pumpkörper 2 wurden mit Hilfe eines mikrostrukturierten Abformwerkzeuges
durch Methoden der Kunststoffverarbeitung Spritzgießen und Vakuumprägen hergestellt.
Die Figur 2 veranschaulicht beispielhaft die Struktur eines Abformwerkzeuges für das
Gehäuse-Oberteil von Figur 1. Ein für den Einsatz in die Kunststoff-Abformapparatur
vorbereitetes, an der Abformfläche geschliffenes und poliertes Halbzeug aus Messing
wurde mit Hilfe eines Hartmetall-Mikrofräsers (Durchmesser: 300 µm) strukturiert.
Es sind sowohl die Strukturen für die Ventilsitze nach Anspruch 2 enthalten, als auch
die Strukturen zur Separierung des Klebstoffbereichs vom Funktionsbereich der Mikropumpe
nach Anspruch 1. Die Formeinsätze konnten dadurch, daß die Pumpengehäuse nur aus Stegen
konstanter Breite (=Fräserbreite) und wenigen Ventilsitzen bestehen mit geringer Maschinenzeit
in Form von Nuten einfacher Geometrie gefräst werden. Auf einem ersten Abformwerkzeug
befanden sich die Strukturen für zwölf Pumpen-Oberteile 1, auf einem zweiten Formeinsatz
die Strukturen für zwölf Pumpen-Unterteile
[0031] Zur Herstellung der Kunststoff-Pumpenkörper wurden die Parameter sowohl der Vakuum-Prägevorrichtung
als auch der Spritzgießmaschine so gewählt, daß die Gesamtstärke der abgeformten Teile
lmm betrug. Als Materialien wurden die Kunststoffe Polysulfon (PSU) (in der Spritzgießmaschine)
und Polyvenyldiflourid (PVDF) (in der Vakuum-Prägemaschine) verwendet. Die genannten
Materialien zeichnen sich durch hohe chemische Beständigkeit, optische Transparenz
und Temperaturfestigkeit aus. Eine für den Pumpbetrieb ungünstige Materialeigenschaft
aller Kunststoffe ist deren im Vergleich zu Metallen und Halbleitern geringe Wärmeleitfähigkeit.
Die Konsequenz der Verwendung von Kunststoff-Pumpgehäusen ist, daß die beim Betrieb
der Pumpe abgeführte Wärmeleistung in Relation zu Pumpgehäusen aus Metall gleicher
Dicke klein ist und die Pumpe als Folge nur mit kleiner Leistung betrieben werden
darf, um eine Überhitzung zu vermeiden. Der Nachteil kann übergangen werden, indem
die Gesamtdicke der Pumpgehäuse sehr klein gewählt wird und ein intensiver Wärmekontakt
zu einem Grundsubstrat hoher Wärmeleitfähigkeit evtl. Kühlkörper hergestellt wird.
Eine Verringerung der Schichtdicke kann durch die Wahl der Abformparameter, durch
eine Nachbearbeitung mit Hilfe einer Ultrafräse oder durch einen Plasma-Ätzschritt
vorgenommen werden. Die Bohrungen für Fluideingang und -ausgang (5, 7 in Figur 1),
Klebstoff-Zuführung und Entlüftung (20, 21, 22, 23 in Figur 1), sowie die Löcher zur
elektrischen Durchkontaktierung wurden noch nicht im Design der Formeinsätze berücksichtigt,
sondern nachträglich mit Spiralbohrern der Durchmesser 0.45 mm und 0.65 mm gebohrt.
Herstellungsablauf PI, Ti
[0032] Kernstück der Mikropumpe ist eine Polyimid-Folie mit direkt aufgebrachter Heizwendel.
Die Polyimid-Folie, die für eine große Anzahl von Einzelpumpen mit einer einzigen
Maske lithographisch strukturiert wird, übernimmt sowohl die Aufgabe der einzelnen
Pump-Membranen als auch der Ventil-Membranen. Auf die Polyimid-Folie wurde mit Verfahren
der Dünnschichttechnik eine elektrisch leitende Schicht aufgebracht, die im Bereich
der einzelnen Pumpmembranen zu Heizwendeln strukturiert wurde. Die Kontaktflächen
für den elektrischen Anschluß der Heizwendeln lagen dabei jeweils außerhalb der Pumpmembrane.
Der Herstellungsprozess der strukturierten Polyimid-Folie und der Heizwendeln soll
nun am Beispiel der hergestellten Pumpen näher erleutert werden (siehe Figur 8). Als
Trägersubstrat für die Dünnfilm-Prozesse wurde eine Siliziumscheibe Wafer mit einem
Durchmesser von 100mm verwendet. Da die Folie nach der ersten Verklebung vom Wafer
getrennt werden muß, wurde eine dünne Gold-Trennschicht 27 auf den Wafer aufgesputtert
Figur 8a. Ein Rand 33 von 5 mm wurde dabei während des Sputterprozesses rund um den
Wafer herum abgedeckt, um dort die Haftung des Polyimid zum Silizium-Substrat beizubehalten
und dadurch ein vorzeitiges Ablösen der Polyimid-Folie vom Wafer zu verhindern. Anschießend
(Figur 8b) wurde eine Polyimid-Schicht 28 des fotostrukturierbaren Polyimides Probimide
408 von CIBA-GEIGY mit einer Lackschleuder auf eine Dicke von 3 µm aufgeschleudert
und in einem Temperschritt getrocknet. Die getrocknete Lackschicht wurde anschließend
im Kontaktverfahren mit UV-Licht 34 belichtet. Da das verwendete Polyimid ein Negativlack
ist, sorgte die dazu verwendete Chrom-Maske 29 für eine Belichtung der Bereiche, in
denen eine Polyimid-Folie erhalten bleiben sollte, und für eine Abdeckung der Bereiche,
die bei der Entwicklung herausgelöst werden sollten. Letztere sind die Löcher der
Ventile 15 und verschiedene Justiermarken. Es folgte die Entwicklung des Polyimides
und ein Postbake im Vakuumofen Figur 8c.
[0033] Nach der Strukturierung des Polyimids wurde eine Titan-Schicht 30 durch Magnetronzerstäubung
in einer Dicke von 2 µm aufgebracht., um daraus Heizwendeln 15 zu strukturieren, die
eine gute Haftung zum Polyimid besitzen. Die Titan-Schicht 30 wurde lithographisch
durch den Positivlack AZ4210 und durch einen anschließenden Ätzprozeß in einer flußsäurehaltigen
Lösung strukturiert. Die Belichtung des verwendeteten Photolacks wurde dabei justiert
anhand der Justiermarken in der Polyimid-Schicht und anhand von Justiermarken auf
der Maske zur Strukturierung der Titan-Schicht vorgenommen. Figur 8e zeigt den auf
dem Hilfssubstrat befindlichen fertigen Membranaufbau.
[0034] Bei der Herstellung der Titanschicht wurden die Sputterparameter (Temperatur, Biasspannung,
Gasfluß und die das Plasma erzeugende elektrische Leistung) so eingestellt, daß sich
eine innnere Zugspannung im Titan ausbildete. Die Heizwendeln standen deshalb nach
der Titanschicht ebenfalls unter Zugspannung. Nach der Ablösung des Verbundes von
Heizwendeln 4 und Polyimidmembran 3 von der Siliziumscheibe 26 zog sich das Titan,
welches einen sehr viel höheren Elastizitätsmodul als Polyimid hat, mitsamt der Polyimid-Folie
zusammen. Die Polyimid-Folie wurde dabei gestaucht. Durch die Formgebung der aufgebrachten
Heizwendeln wurde erreicht, daß die Pumpenmembran nicht nur zugspannungsfrei war,
sondern schlaff durchhing. Für die Auslenkung einer solchen schlaffen Pumpenmembran
braucht fast keine Energie aufgewendet zu werden. Gestaltet man die Heizwendel als
Doppelspirale, so führt die Spannungreduzierung der Heizspirale nach dem Loslösen
vom Substrat zur Reduzierung ihrer Länge, was nach geometrischen Gesetzen dazu führt,
daß die innnen gelegenen Bereiche der Polyimid-Membrane eine im Verhältnis zu den
elastischen Materialdehnungen große radiale Verschiebung zum Zentrum hin erfahren.
Diese Verschiebung führt zur Wölbung der Membrane. Eine Wölbung einer Membrane läßt
sich auch erreichen, indem beliebige andere Strukturen tangentialer Orientierung um
die Membran herum oder in der Membran angebracht sind. Bei den Strukturen kann es
sich um geschlossene oder unterbrochene Kreise, um geschlossene oder unterbrochene
Polygonzüge oder spiralförmig angeordnete geschlossene oder unterbrochene Polygonzüge
handeln.
[0035] Die direkt auf die Heizwendel aufgebrachte Heizwendel hat zwei wesentliche Vorteile.
Zum einen ist der Wärmeübergang auf das Pumpengehäuse in der Aufheizphase minimiert.
Zum zweiten wird bei Verwendung einer niedrig siedenden Flüssigkeit als Aktormedium
die Rekondensation des Aktormediums durch das geförderte Medium an der Stelle der
Heizwendel eingeleitet. Dadurch wird erreicht, daß am Beginn der nächsten Aufheizphase
die Heizwendel in optimalem Wärmekontakt mit der Aktorflüssigkeit steht.
[0036] Anstelle von Polyimid als Membranmaterial können auch andere Kunststoffe oder Metalle
verwendet werden, wobei bei Metallmembranen eine zusätzliche elektrisch isolierende
Schicht zwischen Membrane und Heizwendel vorzusehen ist.
Zusammenbau der Mikropumpen
[0037] Die so fertiggestellten Einzelkomponenten Pumpgehäuseoberteil, Pumpgehäuseunterteil
und Polyimid-Membrane mit Titan-Heizwendeln konnten auf Fehler untersucht werden und
standen nun zur Verklebung bereit. Die drei Einzelkomponenten wurden durch zwei Klebevorgänge
(Figur 7) der beschriebenen Art miteinander verklebt. Dazu wurde eine einfache Vorrichtung
35 geschaffen, in die die Klebepartner eingelegt, zueinander justiert und anschießend
gegeneinander verspannt wurden. Im ersten Klebevorgang wurde die auf dem Silizium-Substrat
26 befindliche Polyimid-Folie mit dem Pumpgehäuse-Oberteil 1, welches u.a. die Aktorkammer
und sämtliche Pumpen-Anschlüsse enthält, verklebt (Figur 7a-c). Um noch eine weitere
Spannungsreduzierung in den freien Membranbereichen der Mikropumpen zu erhalten, wurden
Justierung, Verspannung und Klebstoff-Befüllung bei etwa 100° C vorgenommen. Da die
Pumpengehäuse aus PSU bzw. PVDF einen sehr viel höheren Temperatur-Ausdehnungskoeffizienten
als das Silizium-Substrat haben, wurden schon die lateralen Abmessungen der Klebepartner
so aufeinander abgestimmt, daß sie erst nach einer gemeinsamen Erwärmung auf 100°
C vollkommen paßgenau sind. Bei Raumtemperatur sind die Struktur-Abmessungen der Membrane
und der Heizwendeln auf dem Substrat 26 größer als die korrespondierenden Abmessungen
der Pumpengehäuse. Kühlen die Klebepartner nach erfolgter Verkebung wieder auf Raumtemperatur
ab, dann sorgt die Kontraktion der Kunststoff- Pumpgehäuse für eine Stauchung der
Membranen.
[0038] Nach einer vollständigen Aushärtung der Verklebung bei 150 °C wurden der Wafer mit
dem zusammenhängenden, aufgeklebten Pumpengehäuseoberteil 1 der Verspannvorrichung
35 entnommen und die Polyimid-Folie rund um das rechteckige Kunststoffteil eingeschnitten.
Mit fortschreitendender Abkühlung löste sich die Polyimid-Folie vom eingeschnittenen
Rand beginnend und unterstützt durch die abkühlungsbedingte Kontraktion des Kunststoffteils
1 selbständig von der Siliziumscheibe (Figur 7d).
[0039] Im zweiten Klebeschritt wurde schließlich noch in gleicher Weise das Pumpgehäuse-Unterteil
2 mit der Membran-Seite verklebt (Figur 7e und 7f). Um die Pumpen in Betrieb zu nehmen,
wurden die notwendigen elektrischen und fluidischen Anschlüsse angebracht und die
Pumpen vereinzelt.
[0040] Die Pumpen wurden mit einer elektrischen Spannung von 15 V und einer Frequenz von
3 Hz betrieben. Die Spannung wurde für jeweils 58 ms angelegt. Die durchschnittlich
zugeführte Leistung betrug 0.27 W. Es wurde eine Förderrate für Luft von 26 ml/min
gemessen. Deutlich konnte dabei die Auslenkung der Pumpmembran 3 bis an den Boden
der Pumpkammer 16 mit dem bloßen Auge erkannt werden und das mit der Bewegung der
Pumpmembrane synchronisierte Öffnen und Schließen der Ventilmembranen im Mikroskop
beobeachtet werden.
1. Mikromenßbranpumpe bestehend aus einem Pumpgehäuse-Oberteil, einem Pumpgehäuse-Unterteil,
zwischen diesen beiden Teilen angeordneten Membranen, welche zusammen eine Pumpkammer,
zwei Ventile und Strömungskanäle bilden, wobei die Membrane im Bereich einer Pumpkammer
eine Pumpmembran bildet und Membranen im Bereich der Ventile jeweils einen Teil der
Ventilfunktion übernehmen und einem Antrieb für die Pumpmembran, gekennzeichnet durch
ein Heizelement (4), welches mit der Pumpmembran (3) verbunden ist und durch ein oder
mehrere miteinander verbundene Grabensysteme in jedem der Pumpgehäuseteile (1, 2),
welche zur Membrane hin offen sind und welche vollständig mit einem Klebstoff gefüllt
sind.
2. Mikromembranpumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Heizelement (4)
eine elektrisch beheizbare Heizwendel ist.
3. Mikromembranpumpe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Pumpenmembran
und die Ventilmembranen Teile einer einzigen zusammenhängenden Struktur sind.
4. Mikromembranpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Ventile aus Ventilsitzen (10, 14), welche in die beiden Pumpgehäuseteile (1, 2) hineinstrukturiert
sind und aus Löchern (11, 15) in der Membrane gebildet werden.
5. Verfahren zur Herstellung von Mikromembranpumpen nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
wobei die beiden Pumpgehäuseteile jeweils ein oder mehrere miteinander verbundene
Grabensysteme aufweisen, welche zur Membrane hin offen sind, mit folgenden Verfahrensschritten:
a) Justieren eines oder beider Pumpgehäuseteile (1, 2) und der Membrane (3) und Zusammenpressen
der justierten Teile derart, daß aus den Grabensystemen und der Membrane zusammenhängende,
in sich dichte Hohlraumsysteme entstehen und
b) vollständiges Befüllen der Hohlraumsysteme mit einem Klebstoff.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Pumpen gleichzeitig
hergestellt werden.
1. Micropompe à membrane se composant d'une partie supérieure du corps de pompe, d'une
partie inférieure du corps de pompe, entre ces deux pièces, qui ensemble forment une
chambre de pompe, deux soupapes et des canaux d'écoulement, tandis que la membrane
dans la zone d'une chambre de pompe constitue une membrane de pompe et des membranes
dans la zone des soupapes assurent respectivement une partie de la fonction de soupape
et une commande pour la membrane de pompe,
caractérisée par
un élément chauffant (4), qui est relié à la membrane de la pompe (3) et par un ou
plusieurs systèmes de rigoles reliés ensemble dans chacune des parties du corps de
pompe (1, 2), qui sont ouvertes en direction de la membrane et qui sont remplies complètement
d'une colle.
2. Micropompe à membrane selon la revendication 1,
caractérisée en ce que
l'élément chauffant (4) est un filament en spirale chauffable électriquement.
3. Micropompe à membrane selon les revendications 1 ou 2,
caractérisée en ce que
la membrane de la pompe et les membranes de soupape sont des parties d'une structure
unique continue.
4. Micropompe à membrane selon une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
les soupapes sont formées de sièges de soupape (10, 14), qui sont structurés à l'intérieur
des deux pièces de corps de pompe (1, 2) et d'ouvertures (11, 15) dans la membrane.
5. Procédé de fabrication de micropompes à membrane selon une des revendications 1 à
4,
dans lequel
les deux pièces de corps de pompe comportent respectivement un ou plusieurs systèmes
de rigoles reliées ensemble, qui sont ouvertes en direction de la membrane, avec des
étapes de procédé suivantes :
a) ajustage d'une ou des deux pièces de corps de pompe (1, 2) et de la membrane (3)
et serrage entre elles des pièces ajustées, de manière, que prennent naissance à partir
des systèmes de rigoles et de la membrane des systèmes d'espaces creux continus, étanches
en soi,
b) remplissage complet des systèmes d'espaces creux avec une colle.
6. Procédé selon la revendication 5,
caractérisé en ce que
plusieurs pompes sont fabriqués en même temps.