[0001] Die Erfindung betrifft eine hydrodynamische Düse für die Reinigung von Rohren und
Kanälen nach dem Oberbegriff des ersten Patentanspruchs.
Es sind bereits zahlreiche Kanalreinigungsdüsen bekannt, die einen Wasseranschluß
als Druckwassereintrittsöffnung und damit verbundene nach hinten gerichtete Rückstoßöffnungen
aufweisen. Durch die Rückstoßkraft des Wassers erfährt die Düse im Rohr oder Kanal
eine Vorschubbewegung. Einen derartigen Düsenkörper aus Vollmaterial beschreibt DE
G 92 14 268.8. Die Verbindung zwischen Wasseranschluß und den Wasserauslässen (Rückstoßöffnungen)
erfolgt dabei über eine vom Wasseranschluß aus schräg nach außen in den Düsenkörper
hineinführende erste Bohrung und eine vom Wasserauslaß schräg nach innen führende
zweite Bohrung, die bis an die erste Bohrung hinanreicht und mit dieser in Verbindung
steht. Die Scheitelbereiche der Bohrungen werden dabei abgerundet, um Verwirbelungen
zu vermeiden. Der Wasseranschluß weist einen kegelförmigen Bohrungsgrund auf, wobei
der Kegel in Richtung des Schlauchanschlusses geöffnet ist. In dem Bohrungsgrund werden
die ersten Bohrungen eingebracht. Der entscheidende Nachteil dieser konstruktiven
Ausführung besteht darin, daß das Wasser auf dem Bohrungsgrund des Wasseranschlusses
aufprallt, wodurch Verwirbelungen und damit Leistungsverluste auftreten. Weiterhin
wirkt sich nachteilig aus, daß die beiden Verbindungsbohrungen in einem spitzen Winkel
aufeinander treffen.
Eine strömungstechnisch bereits etwas verbesserte Düse wird in WO 85/05295 beschrieben.
Dabei weisen die Verbindungskanäle zwischen Druckwassereintrittsöffnung und Rückstoßöffnung
einen relativ großen Radius auf.
In Fig. 2 wird eine derartige Düse gezeigt, die mittig im Bereich des Schlauchanschlusses
einen kegelförmigen Wasserteiler aufweist, an welchen sich der Radius anschließt.
Vom Schlauchanschluß aus verbreitert sich der Hohlraum in der Düse relativ scharfkantig,
so daß eine ringförmige Prallfläche in Richtung der Rückstoßöffnungen gebildet wird.
Die Ausströmöffnungen führen von der Prallfläche im Hohlraum im Abstrahlwinkel nach
außen. In die Ausströmöffnungen sind Düsen eingesetzt, die in Richtung zum Hohlraum
eine kegelförmige Erweiterung des Innendurchmessers aufweisen. Durch das Auftreffen
des Flüssigkeitsstroms auf die Prallfläche entsteht nach der Strömungslehre eine unstetige
Querschnittsverengung, die den Wirkungsgrad bereits auf ca. 70% verringert. Dazu kommt
der Druck- und Formwiderstand der Prallplatte, der zu einer weiteren erheblichen Verringerung
des Wirkungsgrades führt, wobei im vorliegenden Fall der größte Widerstandswert einer
kreisförmigen Platte anzusetzen ist.
Durch diese ungünstige strömungstechnische Gestaltung wird der Axialdruck des austretenden
Wasserstrahls geschwächt und somit die Reinigungswirkung verringert.
[0002] Aufgabe der Erfindung ist es, eine hydrodynamische Düse für die Reinigung von Rohren
und Kanälen zu entwickeln, die einen höchstmöglichen Wirkungsgrad und somit eine optimale
Reinigungskraft gewährleistet und einen einfachen konstruktiven Aufbau aufweist.
[0003] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des ersten Patentanspruches und die weiteren
Merkmale in den Unteransprüchen gelöst.
Die Kanalreinigungsdüse besteht dabei aus einem Düsengrundkörper mit einem Anschluß
für einen Wasserschlauch als Druckwassereintrittsöffnung. Auf der Seite der Druckwassereintrittsöffnung
sind die Druckwasseraustrittsöffnungen auf gleichen oder unterschiedlichen Teilkreisen
angeordnet und über Kanäle mit der Druckwassereintrittsöffnung verbunden. Die Kanäle
sind in definierten Winkel zur Achse des Düsenkörpers geneigt.
Erfindungsgemäß schließt sich an die Druckwassereintrittsöffnung ein Verteilungshohlraum
an, in welchen die mit den Druckwasseraustrittsöffnungen verbundenen Kanäle münden.
Am Grund des Verteilungshohlraumes, welcher der Druckwassereintrittsöffnung gegenüberliegt,
ist zentrisch zur Achse des Düsenkörpers ein kegelförmiger Wasserteiler mit einem
definierten Kegelwinkel angeordnet, wobei die Kegelspitze des Wasserteilers in Richtung
zur Druckwassereintrittsöffnung gerichtet ist.
An den Kegelgrund des Wasserteilers schließt sich ein definierter, im wesentlichen
halbkreisförmiger Radius an, dessen Krümmung der Druckwassereintrittsöffnung entgegengesetzt
ist. Jeder Kanal mündet so in den Verteilungshohlraum, daß die äußerste Linie des
Außendurchmessers des Kanals tangential am Radius anliegt, bzw. in den Radius übergeht.
Weiterhin weist die Druckwassereintrittsöffnung in Richtung des Verteilungshohlraumes
umlaufend einen durchmesservergrößernden Radius auf, der die gleiche Krümmungsrichtung
wie der Radius hat, der sich an den Wasserteiler anschließt.
Diese beiden Radien sind zur Vermeidung von Wirbelbildungen über einen weiteren Radius
mit entgegengesetzter Krümmungsrichtung miteinander verbunden. Zusätzlich ist der
Durchmesser jedes Kanals, an dem Ende, welches in den Verteilungshohlraum mündet,
trichterförmig erweitert. Der Öffnungswinkel des Trichters beträgt vorzugsweise 45
bis 90°.
Zur Gewährleistung einer ökonomischen Fertigung ist der Düsenkörper geteilt ausgebildet.
Die Teilungsebene liegt bei Düsen mit relativ großen Abmessungen im Bereich des Verteilungshohlraumes
im Mittelpunkt des Radius und senkrecht zur Achse des Düsenkörpers.
Düsen kleinerer Abmessung können die Teilungsebene im Bereich des Verteilungshohlraumes
im Mittelpunkt des Radius und parallel zur Achse des Düsenkörpers aufweisen. Bei sogenannten
Zugdüsen ist herkömmlich vom Verteilungshohlraum bis zum Ende des Düsenkörpers, welches
den Druckwasseraustrittsöffnungen gegenüberliegt, eine zentrische axiale Durchgangsbohrung
angeordnet. Diese Durchgangsbohrung weist erfindungsgemäß an ihrem Ende im Wasserteiler
in Richtung zum Verteilungshohlraum eine trichterförmige Durchmessererweiterung auf.
Der Öffnungswinkel des Trichters der Durchgangsbohrung beträgt vorzugsweise 20 bis
90°.
Erfindungsgemäß besteht auch die Möglichkeit, den Wasserteiler oder eine Einheit aus
Wasserteiler und sich daran anschließenden Radius separat zu fertigen und in den Düsenkörper
bzw. dessen Unterteil einzusetzen.
[0004] Mit dieser erfindungsgemäßen hydrodynamischen Düse, wird insbesondere durch das tangentiale
Anliegen der Kanäle an dem Radius, der sich an den Trichter anschließt, und durch
die allmähliche radienförmige Durchmessererweiterung der Druckwassereintrittsöffnung
eine trichterförmige Zuführung des Strömungsmediums von der Druckwassereintrittsöffnung
zu den Kanälen erzielt. Weiter verbessert wird das strömungstechnische Verhalten durch
die trichterförmige Durchmessererweiterung der Kanäle in Richtung des Verteilungshohlraumes.
Durch die erstmalige vollständige Beseitigung von unstetigen Querschnittsänderungen
sowie Formwiderständen mit der neuartigen und eleganten Innengestaltung der Düse werden
Stoßverluste und turbulente Strömungen nahezu bis auf Null reduziert.
[0005] Durch die geteilte Ausführung der Düse ist es leicht möglich, die Innenräume zur
Verringerung des Widerstandsbeiwertes und zur Erhöhung der Verschleißfestigkeit entsprechend
zu bearbeiten, z.B. zu beschichten. Bereits die Beschichtung des Wasserteilers und
des sich daran anschließenden Radius im Düsenunterteil bewirkt eine wesentliche Verringerung
des Widerstandsbeiwertes. Mit diesen relativ geringfügigen konstruktiven Veränderungen
kann der Wirkungsgrad der erfindungsgemäßen hydrodynamischen Düse im Vergleich zu
herkömmlichen Kanalreinigungsdüsen gleicher Bauart überraschender Weise erhöht werden.
[0006] Die Erfindung wird nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel und zugehörigen Zeichnungen
näher erläutert.
[0007] Es zeigen:
- Fig. 1:
- Düse in Schnittdarstellung
- Fig. 2:
- Düse in Schnittdarstellung um 45° gedreht
- Fig. 3:
- Draufsicht auf die Düse gem. Fig. 1
- Fig. 4:
- Düse geteilt
- Fig. 5:
- Oberteil der geteilten Düse mit Kanälen und Druckwasseraustrittsöffnungen
- Fig. 6:
- Ansicht des Düsenoberteils aus Richtung des Verteilungshohlraumes
- Fig. 7:
- Schnitt und Abwicklung durch drei Kanäle und Austrittsöffnungen gem. Fig. 5 und 6
- Fig. 8:
- Zugdüse
- Fig. 9:
- Düse mit eingesetztem Wasserteiler
- Fig. 10a:
- Düsenunterteil mit eingesetztem Formelement
- Fig. 10b und 10c:
- Darstellung des Formelementes
- Fig. 11a:
- Formelement mit kammerförmiger Unterteilung
- Fig. 11b und 11c:
- Schnittdarstellung von Kammersegmenten
- Fig. 12:
- Verlauf des Axialdruckes im Flüssigkeitsstrahl
[0008] Eine hydrodynamische Düse mit insgesamt 8 Austrittsöffnungen und einem geteilten
Düsenkörper 1 ist in Fig. 1, 2 und 3 dargestellt. Der Düsenkörper 1 besteht aus einem
Oberteil 2 und einem Unterteil 3, wobei im Oberteil die Druckwassereintrittsöffnung
4 in Form des Schlauchanschlusses angeordnet ist. Jeweils im Winkel von 45° sind,
abwechselnd auf unterschiedlichen Teilkreisen T1 und T2 liegend, insgesamt 8 Druckwasseraustrittsöffnungen
5a und 5b vorgesehen. Dabei haben die Druckwasseraustrittsöffnungen 5a, die auf dem
inneren Teilkreis T1 liegen einen kleineren Abstrahlwinkel α als die Druckwasseraustrittsöffnungen
5b auf dem äußeren Teilkreis T2. In Fig. 1 ist der Längsschnitt im Bereich der Druckwasseraustrittsöffnungen
5a mit dem Abstrahlwinkel α1 und in der Fig. 2 der Längsschnitt im Bereich der Druckwasseraustrittsöffnungen
5b mit dem Abstrahlwinkel α2 dargestellt.
Am Anschluß an die Druckwassereintrittsöffnung wird ein Verteilungshohlraum 6 gebildet.
Die Druckwasseraustrittsöffnungen 5a und 5b sind über Kanäle 6a und 6b, die in den
Verteilungshohlraum 7 münden, mit der Druckwassereintrittsöffnung 4 verbunden. Am
Grund des Verteilungshohlraumes 7 ist ein kegelförmiger Wasserteiler 8 angeordnet,
dessen Kegelspitze in Richtung zur Druckwassereintrittsöffnung 4 weist. Vom Grund
des Wasserteilers 8 bis zum äußersten Punkt des Durchmessers d1 der Kanäle 6 ist ein
Radius r1 vorgesehen. An diesem Radius r1 liegen die Kanäle 6a und 6b mit dem äußersten
Punkt ihres Durchmessers d1, tangential an. Der Neigungswinkel im Vergleich zur Achse
M des Düsenkörpers 1 entspricht bei den Kanälen 6a, die mit den Austrittsöffnungen
5a in Verbindung stehen α1 und bei den Kanälen 6b, die mit den Austrittsöffnungen
5b in Verbindung stehen α2. Die Druckwassereintrittsöffnung 4 verbreitert sich an
ihrem Ende in Richtung des Verteilungshohlraumes 7 in einem Radius r2, der die gleiche
Krümmungsrichtung wie der Radius r1 am Grund des Verteilungshohlraumes 7 aufweist.
Beide Radien r1 und r2 sind über einen weiteren Radius r3 miteinander verbunden, der
zu den Radien r1 und r2 eine entgegengesetzte Krümmungsrichtung hat. In Fig. 3 ist
die Draufsicht der Düse nach Fig. 1 und 2 dargestellt. Da alle Kanäle tangential am
Radius r1 anliegen, aber abwechselnd unterschiedliche Neigungsrichtungen aufweisen,
liegen die Druckwasseraustrittsöffnungen 5a und 5b auf unterschiedlichen Teilkreisen
T1 und T2. Je größer der Neigungswinkel und damit der Abstrahlwinkel gewählt wird,
um so weiter in Richtung zum Außendurchmesser D des Düsenkörpers liegen die Teilkreise.
[0009] In Fig. 4 ist das Oberteil 2 und das Unterteil 3 der Düse in getrenntem Zustand dargestellt.
Die Schnittebene wurde entlang der Linie A-A in Fig. 3a gelegt. Die Teilung der Düse
erfolgte hierbei im Mittelpunkt des Radius r1. Die Verbindung der beiden Düsenhälften
2 und 3 erfolgt bei dieser Ausführungsform über ein Gewinde 9. Das Gewindeunterteil
wird zur Montage in das Düsenoberteil eingeschraubt. Im Düsenunterteil 3 werden dabei
die Radien r1 und der Wasserteiler 8 angeordnet, wobei der Wasserteiler im montierten
Zustand in das Düsenoberteil hineinragt. Im Oberteil 2 befindet sich die Druckwassereintrittsöffnung
4, die an ihrem Ende in Richtung des Düseninnenraumes den Radius r2 und sich daran
anschließend den Radius r3 aufweist. Diese geteilte Düsenausführung hat wesentliche
fertigungstechnische Vorteile und ist einfach herstellbar. Dabei sollten vorteilhafter
Weise zuerst Oberteil 2 und Unterteil 3 gefertigt und nach deren Zusammenfügen die
Kanäle 6a und 6b und die Druckwasseraustrittsöffnungen 5a und 5b eingebracht werden.
Ein weiterer Vorteil der geteilten Düsenausführung besteht darin, daß sie bei Verschmutzung
leicht auseinandergenommen und gereinigt werden kann. Der Wasserteiler 8 und die Radien
r1 sind in diesem Beispiel mit einer Beschichtung B versehen, welche den Widerstandsbeiwert
verringert.
[0010] Fig. 5 zeigt nochmals eine Schnittdarstellung des Düsenoberteils 2 mit eingebrachten
Kanälen 6a und Druckwasseraustrittsöffnungen 5a. Die Druckwassereintrittsöffnung weist
vor dem Radius r2 zusätzlich eine kegelförmige Erweiterung 10 auf.
[0011] Fig. 6 zeigt eine Ansicht gem. Fig. 5 aus Richtung des Düsenunterteiles 3. Die Kanäle
5a und 5b weisen vorteilhafter Weise an ihrem Ende, welches jeweils gegenüber zur
Druckwasseraustrittsöffnung 6a und 6b liegt, eine trichterförmige Erweiterung 11 auf.
[0012] Ein Schnitt und eine Abwicklung entlang der Linie X in Fig. 5 und 6 wird in der Fig.
7 dargestellt. Dabei gehen die trichterförmigen Erweiterungen 11 der Kanäle 5a und
5b ineinander über. Diese trichterförmige Erweiterung 11 weist vorzugsweise einen
Öffnungswinkel β1 von 90° auf .
[0013] Bei sogenannten Zugdüsen mit einer zentrischen Bohrung 12 vom Verteilungshohlraum
7 zum Ende des Düsenkörpers 1 gegenüber der Druckwassereintrittsöffnung 4 gem. Fig.
8, weist diese Bohrung 12 an ihrem Ende in Richtung des Verteilungshohlraumes 7 ebenfalls
eine trichterförmige Erweiterung 13 auf. Der Öffnungswinkel β2 beträgt vorzugsweise
30°.
[0014] Es besteht auch die Möglichkeit, die Düsen aus einem Stück zu fertigen. Um die gleichen
strömungstechnischen Verteile zu erzielen, sind dabei andere Fertigungsverfahren,
z.B. das Urformen anzuwenden.
[0015] Neben den vorgenannten dargestellten Beispielen einer geteilten Düse besteht auch
die Möglichkeit, die Teilungsebene zwischen Ober- und Unterteil des Düsenkörpers anders
zu legen.
Weiterhin können die beiden Düsenhälften bei der geteilten Ausführung auch durch andere
bekannte Fügeverfahren lösbar oder unlösbar miteinander verbunden werden. Dabei hat
die lösbare Verbindung, wie bereits beschrieben, den Vorteil einer einfacheren Reinigungsmöglichkeit.
Gleichzeitig können lösbar geteilte Düsen bei eventuellen Beschädigungen im Düseninnenraum
(Verteilungshohlraum 7) regeneriert werden, so daß deren Lebensdauer um ein Vielfaches
verlängert wird.
In Fortsetzung dieses Gedankens ist es weiterhin möglich, gem. Fig. 9 den kegelförmigen
Wasserteiler 8 separat zu fertigen und in das Düsenunterteil 3 lösbar oder unlösbar
einzusetzen. Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der hydrodynamischen Düse besteht
darin, daß das Unterteil 3 ein Formelement 14 aufweist, welches den Wasserteiler 8
und den Radius r1 bildet und aus verschleißfestem und widerstandsbeiwertsenkendem
Werkstoff besteht. Das Formelement 14 wird vorzugsweise lösbar in das Unterteil eingesetzt,
so daß es bei Verschleiß ausgewechselt werden kann, und ist insbesondere, wie schematisch
dargestellt, mit Verbindungselement 15 durch Verschrauben und Verstiften arretiert.
Das Formelement 14 kann auch in mehrere Kammern 16 segmentförmig unterteilt sein (Fig.
11a), wobei die Anzahl der Kammern 16 mit der Anzahl der Druckwasseraustrittsöffnungen
5 übereinstimmen sollte. Die Darstellung von zwei Kammersegmenten mit unterschiedlichen
Formen entlang der Linie X in Fig. 11a zeigen Fig. 11b und 11c.
Gem. Fig. 11b sind die Kammern 16 in ihrem Querschnitt ebenfalls halbkreisförmig mit
einem Radius rk ausgebildet. Eine weitere Variante besteht darin, daß die Kammern
16 Flanken 17 mit definiertem Öffnungswinkel βK und einen Radius rK2 im Grund aufweisen
(Fig. 11c), um ein optimales strömungstechnisches Verhalten des Flüssigkeitsstrahls
zu gewährleisten.
Entsprechend des gewünschten Anforderungsprofiles wird die Anzahl der Druckwasseraustrittsöffnungen
5 (bzw. 5a und 5b) festgelegt, wobei deren Abstrahlwinkel α auch gleich sein können,
so daß sie auf einem gemeinsamen Teilkreis T liegen. Üblicherweise werden 6 oder mehr
Druckwasseraustrittsöffnungen gewählt.
Der Abstrahlwinkel α kann zwischen 5° und 40° betragen. Je nach Düsenabmessung (Länge
und Durchmesser), und dem erforderlichem Abstrahlwinkel α sind die Radien r1, r2 und
r3, die Abmessungen des Wasserteilers 8 sowie der Abstand L des Mittelpunktes des
Radius r1, vom Beginn der Düse an der Seite des Schlauchanschlusses, definiert zu
bestimmen.
[0016] Infolge der strömungstechnischen Verbesserungen und der Reibungsverminderung durch
die Beschichtung wird der kontinuierliche Strömungsbereich verlängert bzw. der Axialdruck
PK im Bereich der Kernzone (K) und der Axialdruck PH im Hauptbereich (H) erhöht (Fig.
12). D1 ist dabei der Düsendurchmesser.
Durch die Erhöhung des Axialdruckes wird die Reinigungswirkung der erfindungsgemäßen
hydrodynamischen Düse im Vergleich zu herkömmlichen Düsen gleicher Bauart wesentlich
verbessert.
1. Hydrodynamische Düse für die Reinigung von Rohren und Kanälen, aus einem Düsengrundkörper
mit einem Anschluß für einen Wasserschlauch als Druckwassereintrittsöffnung und auf
der Seite der Druckwassereintrittsöffnung auf gleichen oder unterschiedlichen Teilkreisen
angeordneten Druckwasseraustrittsöffnungen, die über Kanäle mit der Druckwassereintrittsöffnung
verbunden sind, wobei die Druckwasseraustrittsöffnungen und die Kanäle in definiertem
Winkel zur Achse des Düsenkörpers geneigt sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich an die Druckwassereintrittsöffnung (4) eine Verteilungskammer (7) anschließt,
in welche die mit den Druckwasseraustrittsöffnungen (5a, 5b) verbundenen Kanäle (6a
und 6b) münden, wobei an dem der Druckwassereintrittsöffnung (4) gegenüberliegenden
Grund der Verteilungskammer (7), zentrisch zur Achse des Düsenkörpers (1) ein kegelförmiger
Wasserteiler (8) mit einem definierten Kegelwinkel (γ) angeordnet ist, dessen Kegelspitze
(8) in Richtung zur Druckwassereintrittsöffnung (4) gerichtet ist,
daß sich an den Kegelgrund des Wasserteilers (8) ein definierter, im wesentlichen
halbkreisförmiger erster Radius (R1) anschließt, dessen Krümmung der Druckwassereintrittsöffnung
(4) entgegengesetzt ist und der den Grund der Verteilungskammer (7) bildet,
und daß jeder im Winkel (α1, α2) geneigte Kanal (6a, 6b) so in die Verteilungskammer
(7) mündet, daß die äußerste Linie des Außendurchmessers des Kanals (6a, 6b) tangential
am ersten Radius (R1) anliegt, bzw. in den ersten Radius (R1) übergeht.
2. Hydrodynamische Düse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckwassereintrittsöffnung (4) in Richtung der Verteilungskammer (7) radial
umlaufend einen durchmesservergrößernden zweiten Radius (R2) aufweist, der die gleiche
Krümmungsrichtung wie der erste Radius (R1) hat, und über einen weiteren dritten Radius
(R3) mit entgegengesetzter Krümmungsrichtung mit dem ersten Radius (R1) verbunden
ist.
3. Hydrodynamische Düse nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser jedes Kanales (6a, 6b), an dem Ende, welches in die Verteilungskammer
(7) mündet, trichterförmig vergrößert ist.
4. Hydrodynamische Düse nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Öffnungswinkel (β1) der trichterförmigen Erweiterung (11) 90° beträgt.
5. Hydrodynamische Düse nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Düsenkörper (1) in ein Oberteil (2) und ein Unterteil (3) geteilt ist.
6. Hydrodynamische Düse nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilungsebene im Bereich der Verteilungskammer (7) im Mittelpunkt des ersten
Radius (R1) und senkrecht zur Achse des Düsenkörpers (1) liegt, wobei im Oberteil
(2) die Druckwassereintrittsöffnung (4) und die Druckwasseraustrittsöffnungen (6a
und 6b) sowie der zweite Radius (r2) und der dritte Radius (r3) und im Unterteil (3)
der Wasserteiler (8) und der erste Radius (r1) angeordnet sind.
7. Hydrodynamische Düse nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilungsebene im Bereich der Verteilungskammer (7) im Mittelpunkt des ersten
Radius (R1) und parallel zur Achse (M) des Düsenkörpers (1) liegt.
8. Hydrodynamische Düse nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Wasserteiler (8) in den Düsenkörper (1) lösbar oder unlösbar eingesetz ist.
9. Hydrodynamische Düse nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Wasserteiler (8) in das Unterteil (3) des Düsenkörper (1) lösbar oder unlösbar
eingesetz ist.
10. Hydrodynamische Düse nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß von der Verteilungskammer (7) bis zum Ende des Düsenkörpers (1), welches der
Druckwassereintrittsöffnung (4) gegenüberliegt eine zentrische axiale Durchgangsbohrung
(12) angeordnet ist.
11. Hydrodynamische Düse nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Durchgangsbohrung (12) an ihrem Ende im Wasserteiler (8) in Richtung
zur Verteilungskammer (7) trichterförmig erweitert.
12. Hydrodynamische Düse nach Anspruch 10 und 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Öffnungswinkel (β2) der trichterförmigen Erweiterung (13) der Durchgangsbohrung
(12) 30° beträgt.
13. Hydrodynamische Düse nach Anspruch 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Flächen der Hohlräume, an welchen das Strömungsmedium entlangströmt so bearbeitet
sind, daß der Widerstandsbeiwert minimiert wird.
14. Hydrodynamische Düse nach Anspruch 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Wasserteiler (8) und der Grund der Verteilungskammer (7), der durch den
umlaufenden ersten Radius (r1) gebildet wird, mit einer widerstandsbeiwertsenkenden
Beschichtung (B) versehen sind
15. Hydrodynamische Düse nach Anspruch 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Einheit von Wasserteiler (8) und ersten Radius (r1) als seperates Formelement
(14) ausgebildet ist und lösbar in einer entsprechenden Ausnehmung im Unterteil (3)
angeordnet ist.
16. Hydrodynamische Düse nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Formelement (14) aus einem verschleißfesten Werkstoff besteht.