[0001] Verfahren zur Herstellung von stapelbaren Verschlussmembranen mit hoher Planlage
aus Deckelfolien, wobei die Deckelfolien zwei Seiten, eine Oberseite und eine Unterseite,
aufweisen und die Deckelfolien als Endlosmaterial oder als Formate mit einer Prägung
versehen werden und die Verschlussmembranen aus dem Endlosmaterial oder den Formaten
ausgestanzt und gestapelt werden. Ferner betrifft die Erfindung eine Vorrichtung und
die Verwendung des Verfahrens.
[0002] Es ist bekannt, Behälter, beispielsweise für Nahrungs-, Lebens- und Genussmittel,
mit einem Deckel in Form einer Folie oder einer Verschlussmembrane, zu versehen, um
den Behälterinhalt vor ausschütten, auslaufen, dem Einfluss von Stoffen von aussen
und vor Verderb zu schützen. Solche Behälter sind beispielsweise Becher, Schalen,
Gobelets, Portionenpackungen usw. Die Deckel sind beispielsweise Folien oder Folienverbunde
aus Metallen, Kunststoffen, Papier oder Kombinationen davon. In die Behälter können
beispielsweise Milch oder Milchprodukte, wie Dickmilch, Buttermilch, Sauermilch, Sahne,
Rahm, Sauerrahm, Quark, Topfen, Yoghurt, Pudding und andere Nahrungs- und Lebensmittel,
sowie Speisezubereitungen abgefüllt sein.
[0003] In der Praxis besteht eines der Abfüllverfahren darin, dass die Behälter in eine
Abfüllstation geliefert werden und die Behälter mit dem Inhalt befüllt werden. Nach
dem Befüllen wird der Behälter bedeckelt. Aus einem Deckelvorrat und dabei insbesondere
einem Stapel an Dekkeln, die bereits auf die endgültige Grösse vorgestanzt worden
sind, wird -- in der Regel maschinell-- ein Deckel gegriffen, mit dem Behälterrand
in Übereinstimmung gebracht und am Behälterrand angesiegelt oder angeklebt.
[0004] Um eine qualitativ hochwertige Bedeckelung zu gewährleisten und um Betriebsstörungen
zu vermeiden, darf jeweils nur ein einzelner Deckel gegriffen und auf den Behälter
aufgelegt werden. Der aufgelegte Deckel muss eine hohe Planlage aufweisen, d.h. im
wesentlichen flach und in vollständiger Berührung mit dem Behälterrand aufliegen.
Würden zwei oder mehrere Deckel aufeinander liegend in den Verschliessvorgang geraten,
würde z.B. die Wärmeeinwirkung des Siegelwerkzeuges nicht mehr genügend und damit
die Siegelung unvollständig sein, oder überzählig gegriffene Deckel könnten den Verschliessrhythmus
einer Maschine stören. Bei Taktfrequenzen von Sekundenbruchteilen pro Verschliessvorgang
wären grosse Maschinentotzeiten und Unproduktivitäten zu erwarten. Deshalb ist es
von grosser Bedeutung, dass die gestapelten Deckel sich mechanisch, wie gegebenenfalls
auch von Hand, sicher und schnell von einem Stapel vereinzeln lassen und nicht durch
Kohäsionskräfte aneinander haften.
[0005] In der Praxis wird dies dadurch erreicht, dass man der Deckelfolie, die vor dem Ausstanzen
der Einzeldeckel beispielsweise als Endlosware oder Rollenware oder in Formaten vorliegen
kann, eine Prägung verleiht. In der Regel angewendete Prägemuster sind Nadelprägungen,
die sogenannte Würmchenprägung oder die Pünktchenprägung. Mit dem Prägevorgang, der
fallweise zugleich mit einem Abwickelvorgang von einer Vorratsrolle und weiteren maschinellen
Transportvorgängen der Deckelfolie über Rollen und Gleitflächen verbunden ist, kann
der fertige, ausgestanzte Deckel eine Biege- oder Rolltendenz aufweisen, die sich
aus dem Verstreckungsvorgang vor, nach und während des Prägens und des der Deckelfolie
innewohnenden "Erinnerungsvermögens" an die ursprünglich gerollte Lage ergibt. Diese
Biege- und Rolltendenz steht der maschinellen Bedeckelung und dem Verschliessvorgang,
wie einem Klebe- oder Siegelvorgang, erheblich entgegen. Der Einzeldeckel oder die
Deckelfolie oder die Verschlussmembrane muss demnach eine hohe Planlage aufweisen.
[0006] Aufgabe vorliegender Erfindung ist es, ein Verfahren für die Herstellung von aus
einem Stapel leicht vereinzelbaren Deckeln oder Verschlussmembranen vorzuschlagen,
wobei die Dekkel oder Verschlussmenbranen eine hohe Planlage und keine oder nur eine
geringfügige Biege-, Aufwölb- oder Rolltendenz aufweisen.
[0007] Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass in einem ersten Prägeschritt die
Deckelfolie 1 durch ein Prägewalzenpaar 4 geführt wird und eine erste Prägung von
der einen Seite her aufgebracht wird und in einem zweiten Prägeschritt die Deckelfolie
durch ein zweites Prägewalzenpaar 9 geführt wird und eine zweite Prägung von der anderen
Seite her aufgebracht wird und die Prägedrücke des ersten und des zweiten Prägewalzenpaares
4, 9 unabhängig voneinander einstellbar sind und die geprägten und gestanzten Verschlussmembranen
17 kontinuierlich oder taktweise auf ihre Planlage geprüft werden und bei unzureichender
Planlage der Druck des ersten oder des zweiten Prägewalzenpaares 4, 9 oder beider
Prägewalzenpaare 4, 9 soweit verändert wird, dass sich die Planlage für die nachfolgend
geprägten Verschlussmembranen 17 einstellt.
[0008] Für vorliegendes Verfahren besonders geeignete Deckelfolien können beispielsweise
Kunststoffe, Metalle oder Papier oder Kombinationen davon enthalten. Die Kunststoffe
und Metalle werden vorzugsweise in Folienform oder in Form von Folienverbunden angewendet.
Das Papier kann beispielsweise kaschiert sein oder Teil eines Folienverbundes darstellen.
Die Deckelfolien können bedruckt, mit einem Konterdruck versehen oder durchgefärbt
sein und können fallweise Deck- und Schutzlacke aufweisen. Die Kunststoffe können
auch als Extrusionsschichten Anwendung finden. Beispielhaft können als Kunststoffe
aufgezählt werden Polyolefine, wie Polyethylene und Polypropylene; Polystyrole; Polykarbonate;
Polyamide; Polyester, wie Polyethylenterephthalate und Polyvinylchloride. Die Kunststoffe
können als Monofolien oder als Folienverbunde, die Folienverbunde gegebenenfalls auch
in Kombination mit Metallfolien oder Papieren angewendet werden. Folienverbunde können
durch kaschieren oder extrudieren hergestellt sein. Zwischen den Schichten aus Kunststoffen
und gegebenenfalls Metallfolien, Papieren etc., können Haftvermittler und Kaschierkleber,
wie Acrylatkleber oder Ein- oder Zweikomponenten-Polyurethankleber verwendet werden.
Um die Deckelfolien undurchlässig für Dämpfe und Gase zu machen, können die Deckelfolien
aus den genannten Kunststoffen wenigstens eine Barriere- oder Sperrschicht aus keramischem
Material, beispielsweise aus Siliciumoxyden oder Aluminiumoxyden, aufweisen. Das keramische
Material wird insbesondere durch Verdampfung im Vakuum und Abscheidung auf dem Kunststoff
auf die Folie in Dicken von beispielsweise 5 bis 500 nm (Nanometer) aufgetragen. Solche
Verfahren sind bekannt als Chemical Vapour Deposition (CVD), Physical Vapour Deposition
(PVD) oder Sputtern. Es ist möglich, Metallfolien und dabei insbesondere Aluminiumfolien
anzuwenden, wobei typische Dicken solcher Metallfolien von 6 bis 100 µm und vorteilhaft
von 8 bis 50 µm reichen. Die Aluminiumfolien können ein- oder beidseitig mit Kunststoffschichten
und/oder Lacken überdeckt sein. Die Metallfolien weisen ebenfalls eine hervorragende
Sperrwirkung auf. Beide oder wenigstens eine Seite und dabei bevorzugt die Unterseite
einer Deckelfolie, kann eine kalt oder insbesondere heiss siegelfähige Schicht, wie
eine Siegelschicht, eine Siegelfolie oder einen Siegellack aufweisen. Siegelschichten,
Siegelfolien und Siegellacke können beispielsweise aus Polyolefinen, wie Polyethylenen
oder Polypropylenen, bestehen oder diese Materialien enthalten. Statt der Siegelschicht
kann zum späteren Verschliessen eines Behälters ein Klebstoff vorgesehen werden.
[0009] Typische Beispiele von Deckelfolien können extrudierte oder coextrudierte Polyesterfolien
in einer Dicke von 10 bis 300 µm enthalten, die beispielsweise auf einer Seite bedruckt
und/oder hitzepressfest lackiert sind und die auf der anderen Seite beispielsweise
heissiegellackiert oder mit einer Heissiegelschicht versehen sind.
[0010] Die Deckelfolien können dabei Monofolien oder Folienverbunde aus Polyestern enthalten
oder daraus bestehen. Beispiele von Polyestern sind z.B. Polyalkylenterephthalate
oder Polyalkylenisophthalate und dabei insbesondere Polyethylenterephthalat, Polypropylenterephthalat,
Polybutylenterephthalat, Polymethylenterephthalat Poly-1,4-cyclohexyldimethyloltherephalat
oder Polyethylen-2,6-naphthalen-dicarboxylat oder Mischungen davon.
[0011] Andere Beispiele von Deckelfolien sind beispielsweise 10 bis 300 µm dicke Polyolefin-Folien
oder orientierte Polyolefin-Folien. Die Polyolefin-Folie oder orientierte Polyolefin-Folie
kann auch Teil eines Folienverbundes sein. Eine Seite der Folie oder des Folienverbundes
kann frontal oder konterbedruckt und/oder hitzepressfest lackiert sein. Die andere
Seite kann mit einer Heissiegelschicht oder einem Heissiegellack versehen sein.
[0012] Solche Deckelfolien in Form von Monofolien oder Folienverbunden können bevorzugt
aus Polypropylen bestehen oder dieses enthalten. Neben dem Polypropylen können auch
weitere Polyolefine angewendet werden, wie Polyethylen, lineares oder nicht lineares
Polyethylen hoher, mittlerer oder niedriger Dichte, isotaktisches oder ataktisches
oder kristallines, teilkristallines oder amorphes Polypropylen, Poly-1-butene, usw.
[0013] Die Deckelfolien können auch Monofolien oder Folienverbunde sein, enthaltend oder
bestehend aus Polyamiden, wie z.B. Polyamid 6, Polyamid 11, Polyamid 12, Polyamid
6,6, Polyamid 6,10, Polyamid 6,12, Polyamid 6-3-T oder Gemischen davon.
[0014] Die Deckelfolien können auch Monofolien oder Folienverbunde, enthaltend oder bestehend
aus Polystyrolen oder Copolymeren aus Styrol und Butadien, darstellen.
[0015] Je nach Anwendung kann die Deckelfolie beispielsweise eine extrudierte oder coextrudierte
40 bis 300 µm dicke Polystyrol-Folie oder eine orientierte Polystyrol-Folie sein.
Die Polystyrol-Folie oder orientierte Polystyrol-Folie kann auch Teil eines Folienverbundes,
beispielsweise mit einer Schicht eines Polyethylenterephthalates oder eines Polybutylenterephthalates
sein. Die Folie oder der Folienverbund kann auf einer Seite frontal oder konterbedruckt
und/oder hitzepressfest lackiert und auf der anderen Seite mit einer Heissiegelschicht
oder einem Heissiegellack versehen sein.
[0016] Somit stellen die Deckelfolien Monofolien oder Folienverbunde als Endlosmaterial
oder als Format dar, mit einer Dicke von beispielsweise 10 bis 300 µm und vorteilhaft
15 bis 50 µm. Der Schichtaufbau kann beispielsweise eine erste Schicht, welche die
Oberseite darstellt, aufweisen. Diese erste Schicht kann beispielsweise ein Druck
oder ein Lack oder ein Druck und ein Lack in einer Dicke von beispielsweise 0,01 bis
5 µm darstellen. Der Schichtaufbau kann eine mittlere Schicht aus einer Monofolie
oder einen Folienverbund aus einem der genannten Kunststoffe enthalten. Die mittlere
Schicht kann eine Dicke von ca. 10 bis knapp 300 µm aufweisen. Der Schichtaufbau kann
eine dritte Schicht, welche die Unterschicht darstellt und in der Regel eine siegelfähige
Schicht in einer Dicke von z.B. 1 bis 50 µm ist, umfassen. Vorliegende Erfindung umfasst
auch die Verwendung des beschriebenen Verfahrens zur Herstellung solcher Deckelfolien.
[0017] Die Deckelfolie weist zwei Seiten auf, nämlich eine Oberseite und eine Unterseite.
In der Regel bildet die Oberseite bei der späteren Anwendung der Verschlussmembranen,
welche aus den Deckelfolien hergestellt werden, die nach aussen gerichtete Seite der
Verschlussmembran an einem Behälter und die Unterseite bildet die gegen den Behälterinnenraum
gerichtete Seite.
[0018] Die Deckelfolie wird zweckmässig als Endlosmaterial oder in Formaten zur Verfügung
gestellt. Das Endlosmaterial wird insbesondere als Rollenware, d.h. als Rolle, Wickel
oder Haspel in beliebiger Breite zur Verfügung gestellt, wobei sich die Breite der
Rollen, Wickel oder Haspel nach den verfügbaren Verarbeitungsmaschinen richtet. Die
Formate können beispielsweise Blätter, Bögen, Streifen oder Abschnitte sein und deren
Grösse richtet sich beispielsweise auch nach den verfügbaren Verarbeitungsmaschinen.
[0019] Erfindungsgemäss wird die Deckelfolie durch ein erstes und ein zweites Prägewalzenpaar
geführt. Die Prägewalzenpaare können gleich aufgebaut sein und aus einer Prägewalze
bestehen, welche das positive Prägemuster aufweist und einer Gegenwalze, welche das
negative Prägemuster aufweist oder die Gegenwalze kann glatt und aus elastischem Material
sein, wobei das positive Prägemuster der Prägewalze während des Prägevorganges das
elastische Material der Gegenwalze verformt. Die Prägewalzen können vorzugsweise aus
Metall und dabei insbesondere aus Stahl sein. Das Prägemuster kann auf an sich bekannte
Weise auf die Prägewalzen aufgebracht werden, wie z.B. durch prägen, schleifen, funkenerosion,
ätzen, giessen usw. Die Gegenwalze kann frei mit der Prägewalze mitlaufen oder kann
durch einen Zwangsantrieb angetrieben werden. Die Prägewalzenpaare können ein Prägemuster
aufweisen, wie ein Würmchenprägemuster, ein Pünktchenprägemuster und bevorzugt ein
Nadelprägemuster. Das erste und das zweite Prägewalzenpaar weisen eine Verstellvorrichtung
auf, durch welche die Distanz der Prägewalzen zueinander und insbesondere der Druck
der Prägewalzen gegeneinander stufenlos eingestellt werden kann. Die Druckerzeugung
kann durch mechanische, pneumatische, oder hydraulische Mittel erfolgen, wobei eine
pneumatische Druckerzeugung bevorzugt wird. Die Steuerung der Druckbeaufschlagung
kann von Hand, mechanisch, oder elektronisch erfolgen. Die elektronische Steuerung
kann mit Signalgebem, welche die Planlage resp. Rolltendenz oder Aufwölbung der jeweils
gerade gefertigten Verschlussmembranen erfasst, verbunden sein.
[0020] Beispielsweise kann die Deckelfolie zwischen ein erstes Walzenpaar geführt werden,
wobei das Walzenpaar eine an die Oberseite der Deckelfolie anliegende Gegendruckwalze
und eine an die Unterseite der Deckelfolie anliegende Prägewalze mit dem positiven
Prägemuster aufweist. Das zweite Walzenpaar ist in Verarbeitungsrichtung der Deckelfolie
nach dem ersten Prägewalzenpaar angeordnet, wobei das zweite Prägewalzenpaar eine
Gegendruckwalze, welche der Unterseite der Deckelfolie anliegt und eine Prägewalze
mit positivem Prägemuster aufweist, welche der Oberseite der Deckelfolie anliegt.
Beispielsweise wird bei Verfahrensbeginn das erste Prägewalzenpaar mit einem, beispielsweise
durch Vorversuche oder auf Erfahrungswerten beruhenden Druck angefahren und das zweite
Prägewalzenpaar wird mit sehr geringem Druck mitlaufen gelassen. Der Deckelfolie wird
dabei zuerst von unten, dann von oben ein positives Prägemuster aufgedrückt. Unmittelbar
anschliessend werden aus der kontiuierlich zulaufenden Deckelfolie die Verschlussmembranen
ausgestanzt. An diesen Verschlussmembranen wird dann laufend oder taktweise die Planlage
festgestellt und ist die Planlage ungenügend, wird durch Steuerung des Druckes des
ersten und/oder des zweiten Walzenpaares für die nachfolgenden Verschlussmembranen
die Planlage hergestellt. Die Planlage kann laufend, d.h. an jeder Verschlussmembrane
z.B. gleich nach dem Ausstanzen festgestellt werden oder die Planlage kann taktweise,
jeweils durch Prüfung eines Musters nach einer vorbestimmten oder willkürlich gewählten
Zahl von ausgestanzten Verschlussmembranen, nachgeprüft werden. Zeigen die Verschlussmembranen
eine Aufwölbung der Oberseite, kann beim beschriebenen Verfahrensverlauf der Druck
des ersten Walzenpaares reduziert und/oder der Druck des zweiten Walzenpaares erhöht
werden. Stellt sich dann die Planlage ein, werden diese Druckverhältnisse der Walzenpaare
beibehalten, bis sich eine neuerliche Abweichung von der Planlage ergibt. Zeigen die
Verschlussmembranen beispielsweise eine Aufwölbung der Unterseite, d.h. die Oberseite
ist konkav und die Unterseite konvex geformt, wird der Druck des ersten Walzenpaares
erhöht und der Druck des zweiten Walzenpaares erniedrigt bis wieder eine Planlage
der erzeugten Verschlussmembranen hergestellt ist. Bevorzugt wird der Druck des ersten
Walzenpaares möglichst unverändert belassen und die Auf- oder Abwölbung der Verschlussmembranen
nur über das zweite Walzenpaar gesteuert, um die Zahl der Parameter möglichst klein
zu halten. Wird allein mit der Drucksteuerung des zweiten Walzenpaares eine Planlage
der Verschlussmembranen nicht mehr erreicht, kann selbstverständlich der Druck des
ersten Walzenpaares mit in die Verfahrensführung einbezogen werden. Die Planlage der
Verschlussmembranen kann visuell oder durch mechanisches oder optisches oder elektronisches
Abtasten erfolgen und entsprechend kann die Steuerung des Druckes der Walzenpaare
von Hand, elektronisch oder elektronisch und unter Zuhilfenahme von Computersteuerungen
erfolgen.
[0021] Bei den bevorzugten Verfahren nach vorliegender Erfindung werden Prägewalzenpaare,
welche eine Nadelprägung erzeugen, eingesetzt. Möglich sind aber auch Würmchen- oder
Pünktchenprägungen. Das erste und das zweite Prägewalzenpaar kann auch unterschiedliche
Prägungen erzeugen. Zweckmässig kann der Deckelfolie auch durch das erste Walzenpaar
eine positive Prägung von der Oberseite der Deckelfolie her und das zweite Prägewalzenpaar
eine positive Prägung von der Unterseite der Deckelfolie her verliehen werden.
[0022] Bevorzugt erzeugt das zweite Prägewalzenpaar einen höheren Flächendruck auf das Endlosmaterial
als das erste Prägewalzenpaar.
[0023] Vorteilhaft ist die erste und die zweite Prägung eine Nadelprägung zur Erzeugung
eines Nadelprägemusters mit einer Nadeldichte von 1 bis 100 Einprägungen pro cm
2 und einer Einprägetiefe von 5 bis 200 µm. Die erste Prägung kann von der zweiten
Prägung sich unterscheidende Nadeldichten oder unterschiedliche Prägemuster (z.B.
Kombination von Nadel- und Würmchen- oder Pünktchenprägung) aufweisen.
[0024] Vorliegende Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zum Herstellen von stapelbaren
Verschlussmembranen mit hoher Planlage aus Deckelfolien, wobei die Deckelfolien zwei
Seiten, eine Oberseite und eine Unterseite aufweisen, und die Deckelfolien als Endlosmaterial
oder als Formate mit einer Prägung versehen werden und die Verschlussmembranen aus
der Deckelfolie ausgestanzt und gestapelt wird, wobei die Vorrichtung einen Zuführteil
für die Deckelfolie zu den Mitteln zum Prägen, Mittel zum Prägen der Deckelfolie und
Mittel zum Ausstanzen und Stapeln der Verschlussmembranen aufweist. Erfindungsgemäss
sind die Mittel zum Prägen der Deckelfolie zwei Walzenpaare 4, 9, wobei jedes Prägewalzenpaar
4, 9 eine Verstellvorrichtung 7, 12 zum individuellen Steuern des Anpressdruckes der
Walzenpaare 4, 9 aufweist. Der Zuführteil kann für Endlosmaterial eine Abhaspel-,
Abroll- oder Abwickelvorrichtung für Rollenware sein oder kann für Formate eine Greifvorrichtung
sein.
[0025] Zur Erzeugung des Prägedruckes werden z.B. mechanische, hydraulische oder pneumatische
Mittel angewendet. Die Prägewalzen können daher durch Gewindestangen, durch Gestänge
oder durch Federn, durch hydraulisch oder pneumatisch beaufschlagte Druckzylinder
usw. gegeneinander gepresst werden. Der Prägedruck der Prägewalzenpaare wird vorteilhaft
zwischen 0 und 25 bar reguliert, wobei eine pneumatische Regulierung bevorzugt wird.
[0026] Die Prägewalzen können eine Breite von beispielsweise unter 100 bis über 1000 mm
aufweisen, wobei in der Praxis vor allem mit Prägewalzenbreiten von etwa 200 bis 400
mm gearbeitet wird. Der Durchmesser der Prägewalzen kann beispielsweise von 30 bis
300 mm betragen. Anstelle der Prägewalzen ist es sinngemäss auch möglich, besonders
für Formate, Prägeplattenpaare einzusetzen.
[0027] Die nach dem Verfahren vorliegender Erfindung hergestellten Verschlussmembranen weisen
eine hohe Planlage auf und können leicht gestapelt, gelagert und dann vereinzelt werden,
d.h. die Einzeldeckel resp. Verschlussmembranen können dem Stapel entnommen und beispielsweise
maschinell verarbeitet werden. Die maschinelle Verarbeitung kann das maschinelle Verschliessen
von Behältern, wie Bechem, Schalen, Menueschalen, Portionenschalen, Gobelets, Portionenpackungen
usw. sein, wobei die Behälter mit Nahrungs-, Lebens- oder Genussmittel befüllt sein
können. Zu diesen Produkten gehören beispielsweise Milch oder Milchprodukte, wie Dickmilch,
Buttermilch, Sauermilch, Sahne, Rahm, Sauerrahm, Quark, Topfen, Yoghurt, Butter, Pudding
und andere Speisezubereitungen. Das Verschliessen kann ein Siegel-, Heissiegel- oder
Klebevorgang darstellen.
[0028] Das Prägemuster an den Verschlussmembranen erzeugt einen Luftspalt zwischen den einzelnen
Verschlussmembranen. Dieser Luftspalt verhindert eine Bindung durch Kohäsion zwischen
den einzelnen Verbundmembranen und ermöglicht somit eine leichte Vereinzelung der
gestapelten Verschlussmembranen.
[0029] Die Figur 1 stellt eine schematische Darstellung des vorliegenden Verfahrens beispielhaft
dar. Die Deckelfolie 1 ist auf einer Vorratsrolle aufgewickelt und wird laufend dem
Verfahren zugeführt. Die Deckelfolie weist eine Oberseite 2 und eine Unterseite 3
auf. Die Folie 1 wird einem Prägewalzenpaar 4 aus einer Gegendruckwalze 5 und einer
Prägewalze 6 zugeführt. Der Prägedruck wird über eine mechanische, hydraulische, oder
pneumatische Einstellvorrichtung 7 eingestellt. Die Prägewalze 6 kann beispielsweise
eine Nadelprägung erzeugen. Im ersten Prägewalzenpaar erfährt die Deckelfolie 1 eine
Prägung von der Unterseite 3 her. Die Deckelfolie 1 verlässt das erste Prägewalzenpaar
mit der von unten her angebrachten Prägung 8. Anschliessend wird die mit der Prägung
8 versehene Deckelfolie 1 dem zweiten Prägewalzenpaar 9 zugeführt. Das zweite Prägewalzenpaar
9 weist eine Prägewalze 10 mit einem Nadelprägemuster und eine Gegendruckwalze 11
auf. Der Druck der Walzen gegeneinander wird über eine Einstellvorrichtung 12, welche
mechanisch, hydraulisch, oder pneumatisch wirken kann, eingestellt. An der bereits
mit der Prägung 8 versehenen Deckelfolie 1 wird eine zweite Prägung von der Oberseite
2 der Deckelfolie 1 her angebracht. Somit verlässt die Deckelfolie 1 mit der ersten
Prägung 8 von unten her und der zweiten Prägung von oben her das zweite Prägewalzenpaar
9. Anschliessend wird die geprägte Deckelfolie 1 einer Stanzvorrichtung 13 zugeführt.
Über eine Antriebsvorrichtung 14 wird beispielsweise ein Stanzmesser 15 betätigt,
welches die Verschlussmembranen 17 ausstanzt. Die Verschlussmembranen 17 fallen --
in der Figur 1 sehr schematisch beispielsweise der Schwerkraft folgend -- nach unten
weg, während das Restmaterial 16 der Deckelfolie 1 weitertransportiert und wieder
aufgerollt oder zerkleinert und weggeworfen wird. Die Verschlussmembranen 17 werden
einer Prüfvorrichtung 19 zugeführt. Jede Verschlussmembran 17 oder taktweise nach
einer bestimmten Anzahl Verschlussmembranen 17 werden die Verschlussmembranen 17 auf
ihre Planlage geprüft. Die Verschlussmembran 18 wird -- vereinfacht dargestellt --
gegenüber einer ebenen Fläche 19 geprüft. Entsprechend der Planlage der Verschlussmembran
18 wird der Druck der Prägewalzenpaare 4 und 9 belassen, oder, wenn die Verschlussmembran
18 sich aufwölbt oder wellt, werden die Gegendruckwalzen 5, 11 bezüglich Ihres Druckes
verstellt, solange bis sich bei den nachfolgenden Verschlussmembranen die Planlage
wieder einstellt. Die Verschlussmembranen 17, 18 werden dann gestapelt und in der
Praxis werden die Stapel einer Abfüll- und Verschliessvorrichtung für Behälter zugeführt.
In dieser Vorrichtung werden die gestapelten Verschlussmembranen wieder vereinzelt
und einzeln auf Behälter aufgesiegelt.
1. Verfahren zur Herstellung von stapelbaren Verschlussmembranen 17 mit hoher Planlage
aus Deckelfolien 1, wobei die Deckelfolien 1 zwei Seiten, eine Oberseite 2 und eine
Unterseite 3, aufweisen und die Deckelfolien 1 als Endlosmaterial oder als Format
mit einer Prägung versehen wird und die Verschlussmembranen 17 aus dem Endlosmaterial
oder dem Format ausgestanzt und gestapelt werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
in einem ersten Prägeschritt die Deckelfolie 1 durch ein Prägewalzenpaar 4 geführt
wird und eine erste Prägung von der einen Seite her aufgebracht wird und in einem
zweiten Prägeschritt die Deckelfolie 1 durch ein zweites Prägewalzenpaar 9 geführt
wird und eine zweite Prägung von der anderen Seite her aufgebracht wird und die Prägedrücke
des ersten und des zweiten Prägewalzenpaares 4, 9 unabhängig voneinander einstellbar
sind und die geprägten und gestanzten Verschlussmembranen 17 kontinuierlich oder taktweise
auf ihre Planlage geprüft werden und bei unzureichender Planlage der Druck des ersten
oder des zweiten Prägewalzenpaares 4, 9 oder beider Prägewalzenpaare 4, 9 soweit verändert
wird, dass sich die Planlage für die nachfolgenden Verschlussmembranen 17 einstellt.
2. Verfahren zur Herstellung von stapelbaren Verschlussmembranen mit hoher Planlage nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Prägewalzenpaar eine Würmchen-,
Pünktchen- oder bevorzugt Nadelprägung erzeugt und das zweite Prägewalzenpaar eine
Würmchen-, Pünktchen- oder bevorzugt Nadelprägung erzeugt und besonders bevorzugt
beide Walzenpaare eine Nadelprägung erzeugen.
3. Verfahren zur Herstellung von stapelbaren Verschlussmembranen mit hoher Planlage nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckelfolie durch das erste Prägewalzenpaar
eine positive Prägung, von der Unterseite des Deckelfolie her, verliehen wird.
4. Verfahren zur Herstellung von stapelbaren Verschlussmembranen mit hoher Planlage nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Prägewalzenpaar einen höheren
Flächendruck auf die Deckelfolie erzeugt, als das erste Prägewalzenpaar.
5. Verfahren zur Herstellung von stapelbaren Verschlussmembranen mit hoher Planlage nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Prägung eine Nadelprägung
ist mit einer Nadeldichte von 1 bis 100 Einprägungen pro cm2 und einer Einprägetiefe von 5 bis 200 µm.
6. Verwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5 zur Herstellung von stapelbaren
Verschlussmembranen mit hoher Planlage aus Deckelfolien, dadurch gekennzeichnet, dass
die Deckelfolie eine Dicke von 10 bis 300 µm und einen Schichtaufbau aus einer ersten
Schicht, welche die Oberseite darstellt, und die ein Druck oder ein Lack oder ein
Druck und ein Lack in einer Dicke von 0,01 bis 5 µm ist, einer mittleren Schicht in
Form einer Folie oder eines Folienverbundes in einer Dicke von 10 bis knapp 300 µm,
enthaltend Kunststoffe der Reihe der Polyolefine, Polystyrole, Polyamide und Polyester,
und einer dritten Schicht, welche die Unterseite darstellt, und die eine siegelfähige
Schicht in einer Dicke von 1 bis 50 µm ist, aufweist.
7. Vorrichtung zum Herstellen von stapelbaren Verschlussmembranen 17 mit hoher Planlage
aus Deckelfolien 1, wobei die Deckelfolien 1 zwei Seiten, eine Oberseite 2 und eine
Unterseite 3, aufweisen und die Deckelfolien 1 als Endlosmaterial oder als Formate
mit einer Prägung versehen werden und die Verschlussmembranen 17 aus dem Endlosmaterial
oder den Formaten ausgestanzt und gestapelt werden, wobei die Vorrichtung Mittel zum
Prägen der Deckelfolie aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Mittel zum Prägen der Deckelfolie zwei Prägewalzenpaare 4, 9 sind, wobei jedes
Prägewalzenpaar 4, 9 eine Verstellvorrichtung 7, 12 zum individuellen Steuern des
Anpressdruckes aufweist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzen jedes Prägewalzenpaares
ein Nadelmuster mit einer Nadeldichte von 1 bis 100 Prägestempeln pro cm2 und einer Prägestempelhöhe von 5 bis 200 µm aufweisen.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzen jedes Prägewalzenpaare
durch pneumatische Mittel verbunden und gegeneinander bewegbar sind und vorzugsweise
das erste Prägewalzenpaar auf einen Prägedruck von 0 bis 25 bar und das zweite Prägewalzenpaar
auf einen Prägedruck von 0 bis 25 bar einstellbar sind.