(19)
(11) EP 0 742 303 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.11.1996  Patentblatt  1996/46

(21) Anmeldenummer: 96106236.1

(22) Anmeldetag:  20.04.1996
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6D03D 49/62, D03D 47/27
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE FR GB IT LI

(30) Priorität: 12.05.1995 DE 19517493

(71) Anmelder: LINDAUER DORNIER GESELLSCHAFT M.B.H
D-88129 Lindau (DE)

(72) Erfinder:
  • Herrlein, Wilhelm
    88239 Neuravensburg (DE)
  • Ludwig, Hubertus
    88131 Lindau-Bodolz (DE)

   


(54) Webblatt für Webmaschinen


(57) Die Erfindung betrifft ein Webblatt für Webmaschinen mit mechanisch angetriebenen Schußfadeneintragsorganen.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, Vorkehrungen im Webblatt zu treffen, die zusammen mit Vorkehrungen sowohl am Bringer- als auch am Nehmergreifer eine gegenüber dem Stand der Technik verbesserte Greiferführung ermöglicht.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß die einzelnen Webblattlamellen (6) zwischen dem ersten und dem zweiten Webblattbund (1a,1b) wenigstens eine ein Profil bildende Ausnehmung (6d) aufweisen und daß mit der Ausnehmung temporär ein Greiferführungselement (13) in Verbindung steht.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Webblatt für Webmaschinen mit mechanisch angetriebenen Schußfadeneintragsorganen, das aus einer Vielzahl einzelner, parallel und beabstandet voneinander und in Reihe zwischen einem ersten Webblattbund und einem zweiten Webblattbund verankerten Lamellen besteht.

[0002] Ferner betrifft die Erfindung eine mit dem Webblatt temporär in Verbindung stehende Greiferführung und schließlich ein Führungselement für den Greifer.

[0003] Aus der DE-PS 39 01 549 C2 ist ein Greifer für eine Webmaschine mit Schußfadeneintrag durch alternierend in das Webfach vor- und zurückschiebbare Trägerorgane und mit einem an deren einem Ende angeordneten Greifer bekannt.
Der Greifer weist eine Seitenwand auf, an der mindestens ein Führungselement angeordnet ist, mit dem der Greifer am Webblatt entlang gleitet. Ein solches Führungselement ist an der Seitenwand des Greifers quer zur Schußfaden-Eintragsrichtung kippbar gelagert. Damit ist der Vorteil verbunden, daß in der Steuerphase des Greifers das Führungselement sich am feststehenden Webblatt ausrichten kann und eine größtmögliche seitliche Gleitfläche des Greifers mit dem Webblatt kontaktiert. Damit wird ein ruhiger Greiferlauf erzielt.

[0004] Ein solches Führungselement verhindert aber nicht, daß z.B. in einer Webmaschine, in der die Greifer am Ende eines starr oder flexibel ausgebildeten Trägerorganes angeordnet sind und die Greifer z.B. auf einer an der Blattleiste der Webmaschine angeordneten Ladensohle lose geführt sind, die Greifer im Zuge des Schußfadeneintrags ihre vorbestimmte Führung verlassen.
Dies äußert sich insbesondere bei schnell laufenden Webmaschinen in einem Abheben des Greifers von der Ladensohle.

[0005] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein an sich bekanntes Webblatt für Webmaschinen mit mechanisch angetriebenen Schußfadeneintragsorganen derart weiterzubilden, daß es geeignet ist, jede Art von gerad geführten Schußfadeneintragsorganen mit Greifer über die Webbreite zu führen und daß es im Zusammenspiel mit einem Greifer-Führungselement ein Abheben des Greifers von der Ladensohle ausschließt.
Ferner liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Führungselement zu schaffen, das geeignet ist, in Verbindung mit dem erfindungsgemäß ausgebildeten Webblatt, als Verbindungsglied zwischen dem Greifer und dem Webblatt zu fungieren.

[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale der Ansprüche 1, 5 und 9 gelöst.

[0007] Erfindungswesentlich ist danach, daß insbesondere bei schnell laufenden Greiferwebmaschinen, wo die Greifer auf einer planebenen Greiferlauffläche einer über die Webbreite ausgerichteten Ladensohle oder über eine durch einzelne Stege gebildeten Ladensohle frei geführt sind, die einzelnen Lamellen eines den Schußfaden an das Gewebe anschlagenden Webblattes wenigstens eine profilierte Ausnehmung aufweisen, die vorzugsweise unterhalb der Schußfaden-Anschlaglinie gelegen ist.
Die einzelnen Ausnehmungen bilden im Webblatt einen profilierten Kanal aus.
Das Profil des Kanals kann dabei eine beliebige geometrische Form aufweisen.
Eine vorteilhafte Ausbildung kann z.B. eine Schlitzform, eine Kugelform oder eine Schwalbenschwanzform sein.
Wichtig bei einer solchen Ausbildung ist, daß die anschlagseitige Öffnung der betreffenden Ausnehmung vorzugsweise unterhalb der Schußfaden-Anschlaglinie vorgesehen ist.

[0008] Mit einer solchen Ausbildung ist der Vorteil verbunden, daß die Greifer oder die sie tragenden Organe während ihrer alternierenden Bewegung im Webfach eine zusätzliche Führung in vertikaler und horizontaler Ebene erfahren.

[0009] In dem Falle, daß z.B. die Greifer ein Führungselement zur seitlichen Führung und Abstützung am Webblatt aufweisen, ist das Führungselement derart ausgebildet, daß, unter Aufrechterhaltung der Gleitführung des Greifers am Webblatt, das Führungselement wenigstens einen von der Seitenwand des Greifers abgewandten Ansatz besitzt. Der Querschnitt des Ansatzes entspricht in adäquater Weise der Querschnittsform der Lamellen-Ausnehmungen.

[0010] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispieles näher beschrieben.

[0011] Es zeigen:
Figur 1:
ein mit der Blattleiste verbundenes Webblatt mit einer Profil bildenden Ausnehmung in den einzelnen Lamellen in der Seitenansicht,
Figur 2:
ein mit der Blattleiste verbundenes Webblatt, daß mit dem Greifer über ein Führungselement in Verbindung steht, in der Seitenansicht,
Figur 3:
eine Einzelheit "Z" gem. Figur 2 mit dem einen Ansatz aufweisenden Führungselement.


[0012] In Figur 1 ist das erfindungsgemäß ausgebildete Webblatt 1 mit der Blattleiste 2 einer nicht dargestellten Webmaschine verbunden.
Die Blattleiste 2 steht mit einer gem. Pfeilrichtungen 3 hin- und herschwingenden Weblade 4 in Verbindung.
An der Blattleiste 2 ist austauschbar eine T-förmig ausgebildete Ladensohle 5 vorhanden.
Das Webblatt besteht aus einer Vielzahl von Lamellen 6, die beabstandet voneinander an ihren freien Enden 6a, 6b in einem ersten oder oberen Webblattbund 1a und einem zweiten oder unteren Webblattbund 1b verankert sind.
Zwischen dem ersten und zweiten Webblattbund 1a, 1b ist jede der Lamellen 6, ausgehend von einer vorderen Anschlagseite 6c, mit wenigstens einer eine bestimmte Profilform aufweisenden Ausnehmung 6d versehen.
Vorzugsweise ist die Ausnehmung 6d unterhalb eines den Schußfaden an eine Gewebekante anschlagenden Lamellen-Bereiches 6e in die jeweilige Lamelle 6 eingebracht.
Die einzelnen Lamellen 6 sind so in Reihe hintereinander in dem Bund 1a und 1b verankert angeordnet, daß die Ausnehmungen 6d miteinander fluchten und über die Breite des Webblattes 1 einen Kanal ausbilden.
Im Bereich der profilierten Ausnehmung 6d ist die der Anschlagseite der Lamelle 6 abgewandte Seite gewölbt ausgeführt. Damit ist die Stabilität des Webblattes 1 sichergestellt.

[0013] Figur 2 zeigt das erfindungsgemäß ausgebildete Webblatt 1 in der Blattleiste 2 angeordnet.
Die Weblade 4 befindet sich hier in einer von der Anschlagkante 7 des Gewebes 8 abgewandten Position.
In dieser Position ist das aus einer Vielzahl von Ober- und Unterkettfäden 9,10 gebildete Webfach 11 geöffnet.
Die Unterkettfäden werden hier z.B. von der planeben ausgebildeten oberen Fläche 5a der mit der Blattleiste 2 verbundenen Ladensohle 5 gestützt.
Der den Schußfaden (nicht gezeigt) tragende Greifer 12 gleitet zum Zwecke des Schußfadeneintrages alternierend auf den Unterkettfäden 10 in das Webfach 11 hinein und heraus.

[0014] Die dem Webblatt 1 zugewandte Seitenwand 12a des Greifers 12 trägt ein Führungselement 13.

[0015] Das Führungselement 13 bildet einen Ansatz 13a aus, der eine adäquate Profilform zu der Ausnehmung 6d in der Lamelle 6 aufweist.
Dieser Ansatz gleitet zusammen mit dem Greifer in den Ausnehmungen 6d, die über das Webblatt 1 einen Kanal ausbilden. Damit ist der Greifer 12 mit dem Führungselement 13 neben der an sich bekannten Gleitführung an der Schußfaden-Anschlagfläche 6c der Lamellen 6 zusätzlich gegen ein Abheben von der Ladensohle 5a gesichert.

[0016] Figur 3 zeigt eine Einzelheit "Z" aus Figur 2.
Der nur teilweise dargestellte Greifer 12 nimmt an seiner webblattseitigen Seitenwand 12a über eine Bohrung 12b, in die z.B. ein elastisches Verbindungselement 14 einschiebbar ist, das Führungselement 13 mit seinem profilierten Ansatz 13a über das Senkloch 13e auf.
Das Führungselement 13 ist hier im Querschnitt dargestellt.
Erfindungswesentlich ist hierbei, daß das Führungselement 13 wenigstens eine parallel zur Seitenwand 12a des Greifers 12 verlaufende Anschlußfläche 13b, wenigstens eine beabstandet zur Anschlußfläche 13b spitzwinklig verlaufende erste Gleitfläche 13c und wenigstens eine von der ersten Gleitfläche 13c ausgehende, eine Profilkontur ausbildende Gleitfläche 13d aufweist, die in die Anschlußfläche 13b übergeht.

ZEICHNUNGS-LEGENDE



[0017] 
01
Webblatt
01a
Webblattbund
01b
Webblattbund
02
Blattleiste
03
Richtungspfeil
04
Weblade
05
Ladensohle
05a
Fläche
06
Lamelle
06a
freies Ende
06b
freies Ende
06c
Anschlagseite
06d
Ausnehmung
06e
Bereich
07
Anschlagkante
08
Gewebe
09
Oberkettfaden
10
Unterketffaden
11
Webfach
12
Greifer
12a
Seitenwand
12b
Bohrung
13
Führungselement
13a
Ansatz
13b
Anschlußfläche
13c
Gleitfläche
13d
Gleitfläche
13e
Senkloch
14
elastisches Element



Ansprüche

1. Webblatt für Webmaschinen mit mechanisch angetriebenen Schußfadeneintragsorganen, das aus einer Vielzahl einzelner, parallel und beabstandet voneinander und in Reihe zwischen einem ersten Webblattbund und einem zweiten Webblattbund verankerten Lamellen besteht, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Lamellen (6) zwischen dem ersten und dem zweiten Webblattbund (1a,1b) wenigstens eine ein Profil bildende Ausnehmung (6d) aufweisen.
 
2. Webblatt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmungen (6d) fluchtend zueinander ausgerichtet sind und im Webblatt (1) wenigstens einen Kanal über die Webblattbreite ausbilden.
 
3. Webblatt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittenachse der Ausnehmungen (6d) vorzugsweise unterhalb eines für den Schußfadenanschlag maßgebenden Lamellen-Bereiches (6e) verläuft.
 
4. Webblatt nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmungen (6d) als Zwangsführung ausgebildet sind.
 
5. Webmaschine mit einem ersten und einem zweiten alternierend in ein Webfach hinein und heraus bewegbaren Schußfadeneintragsorgan, jeweils bestehend z.B. aus einem flexiblen oder starr ausgebildeten Trägerelement, an dessen einem Ende ein Schußfadengreifer angeordnet ist, mit mindestens einem sich gegenüber einem Webblatt seitlich abstützenden Führungselement, und wobei das Webblatt aus einer Vielzahl einzelner Lamellen besteht, die zwischen einem ersten und einem zweiten Webblattbund verankert sind, dadurch gekennzeichnet,

- daß jede der zwischen dem ersten und zweiten Webblattbund (1a,1b) angeordneten Lamellen (6) wenigstens eine von der Anschlagseite (6c) des Webblattes (1) ausgehende, profilierte Ausnehmung (6d) besitzt,

- daß die einzelnen Ausnehmungen (6d) wenigstens einen über die Länge des Webblattes (1) reichenden Kanal ausbilden und

- daß mit dem Kanal das wenigstens eine Führungselement (13) temporär in Verbindung steht, das einen adäquat zur Form der profilierten Ausnehmung (6d) ausgebildeten Ansatz (13a) aufweist und dadurch der Greifer (12) eine zusätzliche Führung erfährt.


 
6. Webmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmungen (6d) vorzugsweise unterhalb eines für den Schußfadenanschlag maßgebenden Bereiches (6e) in den Lamellen (6) des Webblattes (1) vorhanden sind.
 
7. Webmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungselement (13) ein an dem Greifer (12) vorhandener Führungsfinger ist.
 
8. Webmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungselement (13) ein mit dem Greifer (12) verbundenes Substitutionselement ist.
 
9. Führungselement, das als Verbindungsglied zwischen einem Greifer zum Eintragen eines Schußfadens in ein Webfach und einem den Schußfaden an die Anschlagkante eines Gewebes anschlagenden Webblatt fungiert und dabei das Führungselement mit einer Seitenwand des Greifers in Verbindung steht, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungselement (13) im Querschnitt gesehen aufweist,

a) wenigstens eine parallel zur Seitenwand (12a) des Greifers (12) verlaufende Anschlußfläche (13b), die mit der Seitenwand (12a) des Greifers (12) über ein elastisches Element (14) verbindbar ist,

b) wenigstens eine beabstandet zur Anschlußfläche (13b) spitzwinklig verlaufende erste Gleitfläche (13c), die zumindest mit dem Bereich (6e) der Lamellen (6) in gleitender Verbindung steht und

c) wenigstens eine von der ersten Gleitfläche (13c) ausgehende, eine Profilkontur ausbildende Gleitfläche (13d), die in die parallel verlaufende Anschlußfläche (13b) mündet.


 




Zeichnung