[0001] Die Erf indung betrifft einen Schalter mit einem Gehäuse, mit einer Masse, die in
dem Gehäuse längs einer Bahn zwischen einer Ruheposition und einem Anschlag beweglich
ist, mit einem ersten Rückstellelement, das die Masse gegenüber dem Gehäuse in der
Ruheposition vorspannt, mit einem von der Masse bei deren Bewegung mitgenommenen Betätigungsteil,
das in einer Schaltposition einen Schaltkontakt betätigt, und mit einem zweiten Rückstellelement,
das als Feder ausgebildet ist und die Masse mit dem Betätigungsteil verbindet, wobei
das Betätigungsteil den Schaltkontakt schließt, bevor die Masse gegen den Anschlag
läuft.
[0002] Ein Schalter der vorstehend genannten Art ist aus der WO 93/06613 bekannt.
[0003] An Schalter werden allgemein zwei Anforderungen gestellt, die eine betrifft die Schließkraft
und die andere die Mindestschließdauer. Bei der Schließkraft wird gefordert, daß sie
unabhängig von der Betätigungskraft ist, damit unabhängig von der Größe der zur Betätigung
des Schalters aufgewandten Kraft dieser sicher schließt. Zu diesem Zweck sind Überdrückungs-/Überschnappungsmechanismen
vorgesehen, bei denen z.B. eine Schnappfeder bei Überschreitung einer Mindestbetätigungskraft
von ihrer Ruheposition in ihre Schaltposition umschnappt und dabei für eine definierte
Zeit mit einer definierten Kraft den Schaltkontakt betätigt. Diese Mindestbetätigungskraft
wird häufig durch eine Schaltfeder vorgegeben.
[0004] Durch diesen Mechanismus wird gleichzeitig die zweite Anforderung erfüllt, der Schalter
bleibt für eine Mindestschließzeit geschlossen, während derer er nicht prellt.
[0005] Derartige Schalter sind kompliziert aufgebaut, wobei sich die Mindestbetätigungskraft
häufig nicht exakt einstellen läßt. Der für die Überdrückungsfunktion vorgesehene
Mechanismus weist nämlich zum einen eine eigene Toleranz aus und wirkt zum anderen
auf die Schaltfeder rück, so daß sich die Toleranzen addieren und bei der Mindestbetätigungskraft
eine größere Unsicherheit in Kauf genommen werden muß.
[0006] Bei den eingangs erwähnten Sensoren sind derartige Mechanismen für Überdrückung/Überschnappung
nicht vorgesehen, die Masse schaltet hier den Schaltkontakt vielmehr selbst. Dazu
ist die Masse z.B. selbst elektrisch leitend ausgebildet und gelangt in ihrer Schaltposition
in Anlage mit zwei elektrisch leitenden Flächen, die sie überbrückt und damit den
Schalter kurzschließt, also schaltet. Der Schaltvorgang wird hier über das Gewicht
und/oder die Trägheit der Masse ausgelöst, so daß die Masse selbst mehrere Aufgaben
erfüllen muß.
[0007] Zum einen kann über die Wahl der Masse und die Eigenschaften des Rückstellelementes
die Schaltkraft und die Schaltzeit eingestellt werden, wobei andererseits über die
Geometrie und/oder Materialeigenschaften der Masse die Schaltfunktion bewirkt wird.
Diese Bindung der wichtigsten Eigenschaften eines Schalters, nämlich der Ansprechschwelle,
der Schaltzeit und der sicheren Schließfunktion an die Masse, führt dazu, daß der
Fertigungsaufwand und die Herstellungskosten bei dem bekannten Schalter sehr hoch
sind.
[0008] Da derartige Schalter auch bei Anwendungen eingesetzt werden, wo es zu impulsartigen
Kraftausübungen und/oder Beschleunigungen kommt, ist ebenfalls das Kontaktprellen
zu berücksichtigen. Ein derartiges Kontaktprellen kann bei dem eingangs erwähnten
Trägheitssensor auftreten, wenn die beschleunigte Masse infolge der impulsartigen
Beschleunigungen mehrfach von einem Anschlag zurückprallt, wobei die Mindestschließzeiten
dann jeweils nicht erfüllt werden.
[0009] Aus der eingangs genannten WO 93/06613 ist ein Schalter zum Erkennen eines Unfalls
eines Fahrzeuges bekannt. Bei dem bekannten Schalter ist eine Masse nach Art eines
Kolbens in einem Gehäuse gelagert, wobei die Masse mittels einer relativ weichen Feder
in einer Ruheposition gehalten ist. In der Masse läuft ein Betätigungsteil, das relativ
zur Masse mittels einer weiteren Feder abgestützt ist. Im Falle eines Aufpralls des
Fahrzeuges bewegt sich die Masse aus ihrer Ruheposition und wird pneumatisch abgebremst,
indem das vor der kolbenartigen Masse befindliche Luftpolster im Gehäuse komprimiert
wird. Nach Durchlaufen einer vorbestimmten Wegstrecke schließt ein am Betätigungsteil
befindlicher Kontakt einen elektrischen Schalter. Das Betätigungsteil gibt gleichzeitig
eine zentrale Öffnung in der kolbenartigen Masse frei, durch die sich das vor der
Masse befindliche Luftpolster entspannen, d.h. die Luft abströmen kann. Bei diesem
bekannten Schalter wird daher die bewegliche Masse ausschließlich auf pneumatischem
Wege abgebremst.
[0010] Hiervon ausgehend ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, auf konstruktiv einfache
und preiswerte Weise einen sicher schließenden Schalter mit definierter, geringer
Schaltkraft und kurzer Ansprechzeit zu schaffen, wobei vorzugsweise eine bestimmte
Mindestschließdauer erzielt werden soll. Ferner soll der neue Schalter auch nach langen
Stillstandszeiten noch zuverlässig arbeiten.
[0011] Bei einem Schalter der eingangs genannten Art wird diese Aufgabe erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß das erste Rückstellelement nur als Feder ausgebildet ist, und
daß die das zweite Rückstellelement bildende Feder steifer als die das erste Rückstellelement
bildende Feder ausgelegt ist.
[0012] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird auf diese Weise vollkommen gelöst.
Über die Wahl der Masse und die Eigenschaften des Rückstellelements werden unabhängig
voneinander die erforderlichen Schaltkräfte und Schaltzeiten eingestellt, wobei die
Sicherheit des Schaltens dadurch gegeben ist, daß nicht die Masse selbst, sondern
vielmehr ein davon unabhängiges Betätigungsteil die Schaltfunktion ausübt. Bei dem
neuen Schalter können jetzt relativ einfache Massen eingesetzt werden, die je nach
Anforderung unterschiedliche Abmaße und Gewichte aufweisen können. Für jede Variante
des neuen Schalters kann jedoch immer dasselbe Betätigungsteil verwendet werden, so
daß sich die gesamten Lager- und Produktionskosten deutlich reduzieren.
[0013] Der neue Schalter kann als Lagesensor, Kippsensor, Trägheitssensor, Beschleunigungssensor
oder auch als Sicherheitsschalter z.B. in der Robotik eingesetzt werden. In der Robotik
ist es nämlich bekannt, mit Druckluft gefüllte Schläuche im Bereich von kollisionsgefährdeten
Stellen eines Roboters anzubringen, so daß bei Kontakt mit diesen Schläuchen eine
Druckwelle ausgelöst wird, die von einem Sicherheitsschalter erkannt wird, der dann
den Roboter abschaltet. Mit dem neuen Schalter ist es nun möglich, die Masse über
diese Druckwelle zu beschleunigen.
[0014] Alle diese Anwendungen sind sehr sicherheitsrelevant und erfordern es, daß der Schalter
auch nach langer Nichtbenutzung noch sicher arbeitet. Es ist z.B. möglich, daß der
Sicherheitsschalter während langer Betriebszeiten des Roboters nicht einmal anspringen
muß, daß aber erst gegen Ende der Lebensdauer des Roboters eine gefährliche Situation
auftritt, bei der ggf . sogar Menschen gefährdet werden können. Da die Kontaktgabe
bei dem neuen Schalter jetzt von der Masse selbst entkoppelt ist, ist für ein sicheres
Schalten gesorgt. Weil andererseits die komplizierten Mechanismen für Überschnappung/Überdrückung
vermieden werden, gibt es keine Rückwirkung auf die Betätigungskraft, so daß sich
die Schaltschwelle während der Lebenszeit des neuen Schalters nicht merklich durch
Alterung verschiebt.
[0015] Erfindungsgemäß können die Einstellungen der Mindestbetätigungskraft sowie der Mindestschließdauer
getrennt voneinander erfolgen. Über das weichere erste Rückstellelement wird die Mindestkraft
oder Mindestbeschleunigung bestimmt, die erforderlich ist, damit das Betätigungsteil
in Anlage mit dem Schaltkontakt gelangt. Da das zweite Rückstellelement steifer ausgelegt
ist, wird es während dieser Schaltphase noch nicht ausgelenkt. Nach dem Schalten erfolgt
dann eine Weiterbewegung der Masse jetzt gegen die Kraft des zweiten Rückstellelementes,
wodurch die Mindestschließdauer bestimmt wird.
[0016] Dabei ist es dann bevorzugt, wenn das Betätigungsteil elektrisch leitend ist und
der Schaltkontakt aus zwei beabstandeten Kontaktflächen besteht, mit denen das Betätigungsteil
bei in Schaltposition befindlicher Masse in Anlage ist, so daß es diese elektrisch
miteinander verbindet.
[0017] Diese Maßnahme ist konstruktiv von Vorteil, denn auf eine an sich bekannte einfache
Weise wird so der Schaltkontakt betätigt. Für den neuen Schalter kann bei verschiedenen
Varianten immer dasselbe Betätigungsteil verwendet werden, so daß auch für verschiedene
Schaltertypen nur ein mit einer elektrischen Kontaktschicht vergütetes Teil erforderlich
ist. Dadurch reduzieren sich die gesamten Lager- und Produktionskosten erheblich.
[0018] Weitere Vorteile ergeben sich aus der Beschreibung und der beigefügten Zeichnung.
[0019] Es versteht sich, daß die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0020] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird in
der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
[0021] Die einzige Figur zeigt in prinzipieller Darstellung einen Längsschnitt durch den
neuen Schalter.
[0022] In der Figur ist mit 10 der neue Schalter bezeichnet, der hier dazu dient, eine Batterie
11 wahlweise mit einem Verbraucher 12 zu verbinden.
[0023] Der Schalter 10 weist ein Gehäuse 14 auf, in dem ein längsverschieblich gelagertes
Betätigungsteil 15 angeordnet ist, das rotationssymmetrisch ausgebildet und in Fig.
1 nach rechts verschiebbar ist. Das Betätigungsteil 15 ist im Inneren als Führungsrohr
16 für eine Masse 17 ausgebildet, die in Fig. 1 ebenfalls längsverschieblich gelagert
und nach rechts bewegbar ist.
[0024] Zwischen dem Gehäuse 14 und dem Betätigungsteil 15 ist ein erstes Rückstellelement
18 in Form einer Zugfeder 19 vorgesehen, die das Betätigungsteil 15 in Fig. 1 nach
links gegen eine Schulter 20 zieht.
[0025] In dem Führungsrohr 16 ist ein weiteres Rückstellelement 21 angeordnet, das hier
durch zwei Zugfedern 22 ausgebildet ist. Die Zugfedern 22 sind zwischen dem Betätigungsteil
15 und der Masse 17 vorgesehen, so daß sie die Masse 17 in Fig. 1 nach links gegen
Anschläge 20' vorspannen.
[0026] Die Konstruktion ist so gewählt, daß das weitere Rückstellelement 21 steifer ausgebildet
ist als das erste Rückstellelement 18.
[0027] Wird jetzt in Fig. 1 die Masse 17 durch eine Beschleunigung, durch Schwerkraft oder
z.B. Druckluft nach rechts bewegt, so dehnt sich zunächst die Zugfeder 19 aus, bis
das Betätigungsteil 15 über seine Stirnfläche 23, die in dem gezeigten Fall eine elektrisch
leitende Fläche 24 ist, mit Kontaktflächen 25, 26 in Anlage kommt. Diese Kontaktflächen
25, 26 bilden einen Schaltkontakt 27, der an einem Deckel 28 des Gehäuses 14 angeordnet
ist. Sobald die elektrisch leitende Fläche 24 mit den Kontaktflächen 25, 26 in Anlage
ist, schließt sie den Schaltkontakt 27, so daß der Verbraucher 12 nunmehr mit der
Batterie 11 verbunden ist.
[0028] Während das Betätigungsteil 15 nunmehr an seinem Anschlag anliegt, bewegt sich die
Masse 17 in Fig. 1 weiter nach rechts, wobei sich nun die Zugfedern 22 ausdehnen.
Da diese Zugfedern 22 zusammen eine größere Federkonstante aufweisen als die Zugfedern
19, haben sich die Zugfedern 22 während der Ausdehnung der Zugfedern 19 noch nicht
gelängt. Die Masse 17 bewegt sich jetzt so lange weiter, bis sie auf den Deckel 28
auftrifft, der somit als Anschlag 29 für die Masse 17 dient. Während das Betätigungsteil
15 einen bei 31 angedeuteten Schaltweg zurücklegen muß, bis der neue Schalter 10 schaltet,
ist der Weg, den die Masse 17 zurücklegt, bei 32 angedeutet. Es ist zu erkennen, daß
nach dem Schalten des neuen Schalters 10 die Masse noch einen sogenannten Schließdauerweg
zurücklegt, der sich aus der Differenz der Wege 31 und 32 ergibt.
[0029] Durch geeignete Wahl der Federkonstanten der Zugfedern 19 und 22 sowie der Größe
der Masse 17 und der Masse des Betätigungsteils 15 ist jetzt dafür gesorgt, daß der
neue Schalter 10 bei entsprechend hoher Betätigungskraft einerseits sicher schaltet,
andererseits aber nicht prellt. Durch die sich in Fig. 1 weiter nach rechts bewegende
Masse 17 wird nämlich verhindert, daß das Betätigungsteil 15 nach dem Auftreffen auf
die Kontaktflächen 25, 26 wieder zurückspringt, wenn z.B. die zum Schalten führenden
Kräfte impulsartig auftreten. Diese impulsartigen Bewegungen werden vielmehr von dem
weiteren Rückstellelement 21 sowie der Masse 17 aufgefangen.
[0030] Durch die Reihenschaltung eines schwächeren Rückstellelements 18 mit einem stärkeren
Rückstellelement 21, die beide zwischen dem Gehäuse 14 und der Masse 17 angeordnet
sind, lassen sich jetzt die Ansprechschwelle sowie die Mindestschließdauer des neuen
Schalters 10 unabhängig voneinander einstellen.
[0031] Selbstverständlich ist es möglich, das in Fig. 1 nur schematisch angedeutete Betätigungsteil
15 unmittelbar an der Zugfeder 19 auszubilden und die Masse 17 direkt in dem Gehäuse
14 zu führen. Wichtig ist lediglich, daß der Schaltkontakt 27 von dem Betätigungsteil
15 und nicht von der masse 17 geschlossen wird, die hier lediglich dazu dient, die
das Schalten auslösen-Kraft in eine Bewegung des Betätigungsteils 15 umzusetzen. Durch
das weitere Rückstellelement 21 sowie den gegenüber dem Schaltweg 31 vergrößerten
Weg 32 der Masse 17 wird zusätzlich auf einfache Weise die Mindestschließdauer bestimmt,
die erreicht wird, ohne daß der neue Schalter 10 durch Impulsstöße, elastischen Stoß
etc. prellen kann.
1. Schalter mit einem Gehäuse (14), mit einer Masse (17), die in dem Gehäuse (14) längs
einer Bahn (32) zwischen einer Ruheposition und einem Anschlag (29) beweglich ist,
mit einem ersten Rückstellelement (18), das die Masse (17) gegenüber dem Gehäuse (14)
in der Ruheposition vorspannt, mit einem von der Masse (17) bei deren Bewegung mitgenommenen
Betätigungsteil (15), das in einer Schaltposition einen Schaltkontakt (27) betätigt,
und mit einem zweiten Rückstellelement (21), das als Feder (22) ausgebildet ist und
die Masse (17) mit dem Betätigungsteil (15) verbindet, wobei das Betätigungsteil (15)
den Schaltkontakt schließt, bevor die Masse (17) gegen den Anschlag (29) läuft, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Rückstellelement (18) nur als Feder (19) ausgebildet ist, und daß die das
zweite Rückstellelement (21) bildende Feder (22) steifer als die das erste Rückstellelement
(18) bildende Feder (19) ausgelegt ist.
2. Schalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die das erste Rückstellelement (18) bildende Feder (19) als Zugfeder ausgebildet
ist.
3. Schalter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die das zweite Rückstellelement (21) bildende Feder (22) als Zugfeder ausgebildet
ist.