[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Elektroden (hier: Hauptelektroden genannt) zur Erzeugung eines homogenen elektrischen
Feldes sind in der Regel planparallel angeordnet, d. h. es handelt sich um flächenförmige
Elektroden, deren Flächen zueinander parallel liegen.
[0003] Eine derartige Vorrichtung wird zur Herstellung von Formkörpern aus Keramik (EP 0
424 673 B1) oder zur Herstellung von Membranen zur Mikrofiltration, Ultrafiltration
und Umkehrosmose (EP 0 388 330 B1) auf elektrisch leitenden Substraten mittels elektrophoretischer
Abscheidung eingesetzt. Des weiteren ist aus "Tatsumi Ishihara et al., Electrophoretic
deposition of stabilized zirconia for solid oxid fuel cells, Proceedings of the third
international Symposium on Solid Oxide Fuel Cells, 65 - 73 (1992)" bekannt, gasdichte
Oxidkeramik-Schichten (Yttrium stabilisiertes Zirkoniumdioxid) auf porösen platinierten
Keramiksubstraten mittels elektrophoretischer Abscheidung in einer derartigen Vorrichtung
herzustellen.
[0004] In den bekannten Vorrichtungen zur elektrophoretischen Abscheidung von keramischen
Partikeln befindet sich eine Suspension, in der das abzuscheidende Pulver dispergiert
ist, und ein zu beschichtendes Trägersubstrat.
[0005] Die Suspension wird durch konventionelle chemische und/oder mechanische Dispergierverfahren
unter Verwendung einer Kombination aus handelsüblichen Dispersionsmitteln, Dispergiermitteln
und Bindemitteln zusammen mit dem zu verarbeitenden Pulver hergestellt. Das zu verarbeitende
Pulver kann auch durch chemische Verfahren erst in der Suspension aus Vorläufersubstanzen
gebildet werden. Bei der Herstellung werden die Suspensionen in der Regel auf eine
betragsmäßig hohe, wirksame Oberflächenladung (Zetapotential) hin optimiert. Die elektrophoretische
Abscheidung kann noch, je nach Zielsetzungen (z.B. gute Verarbeitbarkeit, hohe oder
niedrige Abscheideraten, Verträglichkeit), eine Optimierung zum Beispiel der Partikelkonzentration,
der Viskosität, des Dispersionsmittels oder der Kombination der Zusatzstoffe erfordern.
Bei dem zu verarbeitenden Pulver handelt es sich in der Regel um ein keramisches Pulver
oder um eine Kombination aus mehreren keramischen Pulvern.
[0006] Bei den bekannten Vorrichtungen zur Beschichtung von Trägersubstraten werden in der
Regel elektrisch leitende Substrate eingesetzt. Diese elektrische Leitfähigkeit wird
durch die Verwendung von elektrisch leitenden Materialien oder durch eine geeignete
Vorbehandlung (z. B. Platinieren, Sputtern) erzeugt.
[0007] Problematisch ist jedoch die Beschichtung nicht leitender Substrate. Die für die
Elektrophorese entscheidende elektrische Abscheidefeldstärke muß wesentlich erhöht
werden, so daß sie das Trägersubstrat durchdringt und an der Grenzfläche Trägersubstrat-Suspension
eine ausreichende Stärke (effektive Feldstärke) besitzt. Durch die hohe elektrische
Feldstärke treten allerdings erhebliche Probleme bei der Abscheidung auf. Zum einen
kommt es bei der Verwendung von wäßrigen Suspensionen zur Entwicklung von Wasserstoff
und Sauerstoff (Elektrolyse). Diese Gasentwicklung stellt ein Gefährdungspotential
dar und stört zusätzlich auch die Abscheidung. Dieses Problem kann durch die Verwendung
von wasserfreien Suspensionen gelöst werden.
[0008] Zum anderen hat sich gezeigt, daß bei Anlegen hoher Feldstärken zwecks elektrophoretischer
Abscheidung auf elektrisch nichtleitenden Substraten inhomogene Beschichtungen entstehen.
[0009] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zu schaffen, die homogene Beschichtungen
elektrisch nichtleitender Substrate mittels Elektrophorese ermöglicht.
[0010] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1 gelöst.
[0011] Um ein Substrat innerhalb des homogenen Bereiches des elektrischen Feldes derart
anzuordnen, daß eine elektrophoretische Beschichtung des Substrates durchführbar ist,
ist es im Falle der Beschichtung mit positiv aufgeladenen Pulverpartikeln zweckmäßig,
das Substrat in der Nähe oder auf der Kathode zwischen Anode und Kathode anzubringen.
Die zu beschichtende Oberfläche ist dann der Anode zugewandt. Im Fall der Beschichtung
mit negativ geladenen Teilchen befindet sich das Substrat entsprechend bei der Anode.
Eine homogene Beschichtung der Oberfläche ist insbesondere dann gewährleistet, wenn
die zu beschichtende Oberfläche im wesentlichen senkrecht zu den Feldlinien angeordnet
ist.
[0012] Als besonders einfach zu handhabendes Mittel zur Optimierung des homogenen elektrischen
Feldes bei in der Vorrichtung angeordnetem Substrat ist eine Einrahmung für das Substrat
vorgesehen. Unter Einrahmung ist ein um die zu beschichtende Fläche gelegter Rahmen
zu verstehen, der sich zur Vermeidung von Störeffekten insbesondere unmittelbar an
das Substrat anschließen sollte. Die Homogenität wird durch die Dielektrizitätskonstante
des Materials beeinflußt. Daher ist das Material des Rahmens derart geeignet zu wählen,
daß es eine ähnliche Dielektrizitätskonstante aufweist, wie das Substrat.
[0013] Die dielektrischen Eigenschaften von Rahmen und Substrat sollten zur Erzielung der
gewünschten Homogenität vergleichbar sein. Grundsätzlich gilt folglich: je ähnlicher
die Dielektrizitätskonstanten von Substrat und Rahmen, desto besser die gewünschte
Homogenität bei gleicher Dicke des Rahmens und des Substrates. Das optimale Material
zur Erzielung der gewünschten Homogenität kann experimentell oder durch Simulationsrechnung
ermittelt werden.
[0014] Dieser Grundsatz gilt insbesondere, wenn die Oberflächen der Hauptelektroden mit
der vom Rahmen beanspruchten Fläche übereinstimmen. Vorteilhaft schließt der Rahmen
mit dem Substrat dann bündig ab und befindet sich unmittelbar auf einer der Elektroden.
[0015] Die beanspruchte Fläche des Rahmens ist zur Verbesserung der Homogenität sehr viel
größer als die zu beschichtende Fläche des Substrats. Sie sollte mindestens 20% größer
sein. Auch die Elektrodenoberflächen der Hauptelektroden sind dann aus gleichem Grunde
vorteilhaft größer als die zu beschichtende Fläche.
[0016] Als weiteres Mittel zur Optimierung des homogen elektrischen Feldes bei in der Vorrichtung
angeordnetem Substrat sind Hilfselektroden mit separat regelbaren elektrischen Spannungen
geeignet.
[0017] Eine oder mehrere Hilfselektroden sind vorteilhaft seitlich des Substrates bzw. Rahmens
vorgesehen. Besonders geeignet zur Verbesserung der Homogenität des Feldes ist eine
ringförmige Anordnung von Hilfselektroden, bzw. eine ringförmige Hilfselektrode um
das Substrat herum.
[0018] Wenn das Substrat z. B. auf der Kathode angebracht ist, wird die Homogenität des
elektrischen Feldes weiter verbessert, wenn die Anode eine größere Fläche als die
Kathode aufweist. Umgekehrt verhält es sich, wenn sich das Substrat auf der Anode
befindet. Ebenfalls sollte dann, zwecks weiterer Verbesserung der Homogenität, die
zu beschichtende Fläche des Substrates mit der Fläche der Elektrode, auf der sich
das Substrat befindet, übereinstimmen.
[0019] Die optimale Anordnung der Haupt- und Hilfselektroden bei in der Vorrichtung angeordnetem
Substrat sowie die anzulegenden Spannungen können durch Simulationsrechnung oder durch
Experimentieren ermittelt werden.
[0020] Es zeigen:
- Fig. 1:
- Abscheidevorrichtung mit Einrahmung (Maske)
- Fig. 2:
- Abscheidevorrichtung mit Hilfselektroden
[0021] Figur 1 zeigt eine Vorrichtung, in der ein Substrat eingebracht ist, welches mit
positiv geladenen Teilchen beschichtet werden soll. Zu diesem Zweck befindet sich
in der Vorrichtung eine Suspension mit positiv geladenen Teilchen. Schwerkraftbedingt
liegt das Substrat auf der Kathode auf. Die Kathode ist flächenförmig und weist eine
deutlich größere Elektrodenoberfläche als die Grundfläche des Substrats auf. Des weiteren
ist das Substrat durch eine Maske eingerahmt. Diese Einrahmung besitzt ähnliche dielektrische
Eigenschaften wie das Substrat. Der Kathode gegenüberliegend ist eine Anode mit gleicher
Elektrodenoberfläche angeordnet, und zwar derart, daß das Substrat dazwischen liegt.
[0022] Dieser Aufbau hat zur Folge, daß die zu beschichtende Oberfläche des Substrats sich
im homogenen Bereich des elektrischen Feldes befindet. Die Vorrichtung ermöglicht
dadurch eine gleichmäßige homogene Beschichtung des Substrats.
[0023] Figur 2 zeigt einen vergleichbaren Aufbau wie Figur 1. Es sind jedoch Hilfselektroden
(alternativ zur Einrahmung) vorgesehen. Diese Hilfselektroden sind seitlich sowie
ringförmig um das Substrat angeordnet. Nicht dargestellt ist eine regelbare Spannungsquelle
für die Hilfselektroden, mit deren Hilfe die Homogenität des elektrischen Feldes beeinflußt
werden kann.
1. Vorrichtung zur elektrophoretischen Beschichtung von elektrisch nicht leitenden Substraten
mit einem keramischen Pulver
- mit zwei Hauptelektroden zur Erzeugung eines homogenen elektrischen Feldes,
- mit einer Anordnung des elektrisch nicht leitenden Substrates innerhalb des homogenen
Bereiches des elektrischen Feldes bei der Kathode oder der Anode,
- mit einer Oberfläche des Substrats, die im wesentlichen senkrecht zu den Feldlinien
des elektrischen Feldes angeordnet ist,
- mit einer Einrahmung für das elektrisch nicht leitende Substrat als Mittel zur Optimierung
der Homogenität des elektrischen Feldes bei in der Vorrichtung angeordnetem Substrat,
wobei Einrahmung und Substrat die gleiche oder zumindest ähnliche Dieelektrizitätskonstanten
aufweisen und die Fläche der Einrahmung wenigstens 20% größer als die zu beschichtende
Fläche des Substrats ist.
2. Vorrichtung nach vorhergehendem Anspruch,
gekennzeichnet durch
Elektrodenoberflächen der Hauptelektroden, die gleich der von der Einrahmung beanspruchten
Fläche sind.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
Hilfselektroden als Mittel (3) zur Optimierung der Homogenität des elektrischen Feldes
bei in der Vorrichtung angeordnetem Substrat.
4. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche zur elektrophoretischen
Beschichtung von Substraten.
1. Device for electrophoretic coating of electrically non-conducting substrates with
a ceramic powder
- with two main electrodes for generating a homogeneous electric field,
- with an arrangement of the electrically non-conducting substrate within the homogeneous
region of the electric field by the cathode or the anode,
- with a surface of the substrate that is arranged substantially perpendicular to
the field lines of the electric field,
- with a frame for the electrically non-conducting substrate as means for optimising
the homogeneity of the electric field with substrate arranged in the device, whereby
the frame and the substrate have the same or at least similar dielectric constants
and the area of the frame is at least 20% larger than the area of the substrate to
be coated.
2. Device according to the previous claim, characterised in that it has electrode surfaces of the main electrodes that are equal to the area claimed
by the frame.
3. Device according to one of the previous claims, characterised in that it has auxiliary electrodes as means (3) for optimising the homogeneity of the electric
field with substrate arranged in the device.
4. Use of a device according to one of the previous claims for electrophoretic coating
of substrates.
1. Dispositif pour le revêtement électrophorétique de substrats électroconducteurs avec
une poudre céramique
- avec deux électrodes principales pour la génération d'un champ électrique homogène,
- avec une disposition du substrat non électroconducteur à l'intérieur de la zone
homogène du champ électrique sur la cathode ou sur l'anode,
- avec une surface du substrat, qui est disposée sensiblement perpendiculairement
aux lignes du champ électrique,
- avec un encadrement pour le substrat non électroconducteur comme moyen pour optimiser
l'homogénéité du champ électrique avec le substrat disposé dans le dispositif, l'encadrement
et le substrat présentant des constantes diélectriques identiques ou au moins similaires
et la surface de l'encadrement étant supérieure d'au moins 20% à la surface du substrat
à recouvrir.
2. Dispositif selon la revendication précédente,
caractérisé par des surfaces d'électrodes des électrodes principales, qui sont identiques à la surface
sollicitée par l'encadrement.
3. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes
caractérisé par des électrodes auxiliaires comme moyen (3) pour l'optimisation de l'homogénéité du
champ électrique avec un substrat disposé dans le dispositif.
4. Utilisation d'un dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes
pour le revêtement électrophorétique de substrats.