[0001] Die Erfindung betrifft die Verwendung spezieller sulfierter Substanzen zur Fettung
von Leder. Bei diesen Substanzen handelt es sich um Umsetzungsprodukte von ein- oder
mehrbasischen Carbonsäuren mit 12 bis 72 C-Atomen bzw. Gemischen derartiger Carbonsäuren
mit einem Sulfierreagens aus mindestens einer organischen Sulfonsäure und Schwefelsäure.
Stand der Technik
[0002] Neben den Gerbstoffen sind Fettungsmittel die wichtigsten Hilfsmittel, um den Charakter
von Leder zu prägen. Die Wirkung der Fettungsmittel kommt durch eine faserisolierende
Schmierung und durch eine Hydrophobierung zustande. Durch Umhüllung der Lederfasern
mit einem Fettfilm wird die gegenseitige Reibung verringert und demzufolge die Geschmeidigkeit
und Dehnbarkeit des Gewebes verbessert. Das hat positive Auswirkungen auf die Reißfestigkeit
des Leders, denn in einem dehnbaren Werkstoff richten sich viele Fasern bei Zugbeanspruchung
in der Zugrichtung aus und setzen dann dem Zerreißen einen größeren Widerstand entgegen
als dieselben Fasern innerhalb eines spröden Werkstoffes.
[0003] Als Lederfettungsmittel werden im allgemeinen pflanzliche und tierische Öle, Fette
und Wachse eingesetzt, ferner die aus diesen Stoffen durch chemische Umwandlung gewonnenen
Hydrolyse-, Sulfierungs-, Oxidations- und Härtungsprodukte und schließlich mineralische
Fettungsmittel; im einzelnen:
[0004] Die verseifbaren Fette und Öle sowie die natürlichen Wachse und Harze gehören zu
den Estern. Unter Ölen und Fetten werden dabei vom Lederfachmann Ester aus Glycerin
und Fettsäuren bezeichnet, die bei Raumtemperatur fest bzw. flüssig sind. Zur Lederfettung
werden dabei aus der Gruppe der tierischen Fette insbesondere Trane, Fischöl, Rindertalg
und Rinderklauenöl, aus der Gruppe der pflanzlichen Fette Rizinusöl, Rüböl und Leinöl
herangezogen. In Wachsen und Harzen sind die Fettsäuren statt mit Glycerin mit höhermolekularen
Alkoholen verestert. Beispiele für Wachse sind Bienenwachs, chinesisches Wachs, Carnaubawachs,
Montanwachs und Wollfett; zu den wichtigsten Harzen zählen Kolophonium, Juchtenöl
und Schellack.
[0005] Durch chemische Umwandlung pflanzlicher und tierischer Fette erhält man Produkte,
die wasserlöslich sind und die darüber hinaus in unterschiedlichem Maße emulgierend
auf wasserunlösliche Fettstoffe wirken. Bekannt sind etwa die sulfierten wasserlöslichen
Öle verschiedenster Art, die durch Oxidation veränderten Trane, die als Dégras oder
Moellon bezeichnet werden, ferner die Seifen, die bei der hydrolytischen Spaltung
natürlicher Fette entstehen, gehärtete Fette sowie schließlich freie Fettsäuren wie
Stearinsäure als Einbrennfette. Die meisten tierischen und pflanzlichen Fette weisen
eine gewisse Affinität zur Ledersubstanz auf, die durch die Einführung oder Freilegung
hydrophiler Gruppen noch beträchtlich gesteigert wird.
[0006] Wichtig für die Lederherstellung sind weiter die mineralischen Fettungsmittel. Diese
Kohlenwasserstoffe sind den natürlichen Fetten und Ölen in manchen Eigenschaften ähnlich,
lassen sich jedoch nicht verseifen. Es handelt sich um Fraktionen der Erdöldestillation,
die in flüssiger Form Mineralöl, in pastöser Form Vaseline und in fester Form Paraffin
genannt werden.
[0007] Die Fettung von Leder erfolgt üblicherweise mit Hilfe von Öl-in-Wasser-Emulsionen,
den sogenannten Lickerölen. Diese Likeröle sind selbstemulgierende Produkte, die in
wäßrigem Medium ein Neutralöl sowie einen Emulgator enthalten. Dabei kann der Emulgator
dem Lickeröl entweder als separate Komponente beigemischt sein oder durch partielle
Sulfierung des Neutralöls hergestellt worden sein.
[0008] Die mit Abstand wichtigste Gruppe von Fettungsmitteln sind die anionischen. Sie umfaßt
sulfatierte, sulfitierte, sulfonierte und sulfochlorierte Öle. Die klassische Sulfatierung
erfolgt dabei mit konzentrierter Schwefelsäure. Die Reaktion erfolgt dabei - je nach
der Art des eingesetzten Öls - zum einen an freien Hydroxylgruppen, die entweder primär
vorhanden sein können wie im Falle des Ricinusöls, oder die sekundär gebildet werden
durch partielle Hydrolyse des Triglycerids, zum anderen durch Addition an -C=C-Doppelbindungen
ungesättigter Fettsäurereste (vergl. Hans Herfeld, Hrsg., "Bibliothek des Leders,
Frankfurt 1987, Band 4, Seite 76-77).
[0009] Beispiele für Mittel zur fettenden Ausrüstung von Leder, die nach diesem klassischen
und nach wie vor wichtigen Verfahrens hergestellt werden, sind sulfatiertes Klauenöl,
sulfatiertes Lardöl und Rapsöl, sulfatiertes Fischöl und sulfatierter Rindertalg.
Die dabei zur Sulfatierung typischerweise eingesetzten Mengen an konzentrierter Schwefelsäure
liegen typischerweise im Bereich von 15 bis 60 Gew.-% - bezogen auf das zu sulfatierende
Öl (vergl. Hans Herfeld, Hrsg., "Bibliothek des Leders, Frankfurt 1987, Band 4, Seite
77-78).
[0010] Das klassische Sulfatierungsverfahren hat jedoch den Nachteil, daß es aufwendige
und zeitraubende Aufarbeitungsmaßnahmen erfordert. Der Grund liegt darin, daß die
zu sulfatierenden Fette und Öle in der Praxis mit - bezogen auf diese Fette und Öle
- den bereits erwähnten hohen Mengen an konzentrierter Schwefelsäure, bei Fischöl
z.B. mit ca. 20 Gew.-%, in Kontakt gebracht werden. Dabei reagiert nur ein Teil der
Schwefelsäure, der Rest - in der Regel der überwiegende Teil - liegt nach der Reaktion
in unveränderter Form vor. Nach der Neutralisation mit üblicherweise NaOH liegt dementsprechend
anschließend eine große Menge an Natriumsulfat vor. Die Folge davon ist, daß die Produkte
nicht lagerstabil sind. Unter mangelnder Lagerstabilität ist zu verstehen, daß eine
Trennung in mehrere Phasen auftritt. Die wäßrige Phase enthält dabei einen großen
Teil der jeweiligen anorganischen Salze, z. B. Natriumsulfat oder Amoniumsulfat.
[0011] Es ist daher üblich, die Produkte, die nach dem klassischen Sulfatierungsverfahren
zugänglich sind, einer speziellen Nachbereitung zu unterziehen. Die Nachbereitung
dient dabei dem Zweck, einen großen Teil des Salzes zu entfernen. Dies geschieht üblicherweise
dadurch, daß man das neutralisierte Sulfatierungsprodukt zunächst mit Wasser wäscht.
Anschließend trennt man die (salzreiche) wäßrige Phase von der (salzarmen) Ölphase.
Der Vorgang der Phasentrennung ist jedoch in der Praxis schwierig durchzuführen und
zeitraubend. Darüber hinaus sind die dabei anfallenden Waschwässer umweltbelastend
sowohl im Hinblick auf die darin enthaltene Salzfracht, als auch im Hinblick an die
darin enthaltenen (geringen) Mengen an sulfatierten Produkten. Somit entspricht die
im Zuge der klassischen Sulfatierverfahren erforderliche Nachbereitung weder in ökonomischer
noch in ökologischer Hinsicht den Anforderungen, die heutzutage an moderne und effiziente
und dabei gleichzeitig möglichst umweltverträgliche Produktionsmethoden gestellt werden.
[0012] Aus der EP-A-247 509 ist bekannt, daß sich Sulfierungsprodukte oxalkylierter natürlicher
Fette und Öle zur Fettung von Leder eignen. Als Sulfier-Reagenzien werden dabei Schwefelsäure
und gasförmiges Schwefeltrioxid genannt. In bezug auf den Einsatz von Schwefelsäure
als Sulfierreagens dürfte diese Methode im wesentlichen dem aus IN-A-146 476 bekannten
Verfahren entsprechen, bei dem Froschöl nach Ethoxylierung sulfatiert wird, ein Verfahren,
das darauf abzielt, die Gebrauchseigenschaften sulfatierter Öle, vor allem die Elektrolytbeständigkeit
durch Modifikation des Rohstoffs vor der Sulfierung zu verbessern, das jedoch in der
einschlägigen Fachliteratur eher als Kuriosität gewertet wurde (vergl. Hans Herfeld,
Hrsg., "Bibliothek des Leders, Frankfurt 1987, Band 4, Seite 78, fünfter Absatz).
[0013] Aus der DE-A-41 41 532 ist ein Verfahren zur Herstellung hydrophylisierter Triglyceride
bekannt, bei dem gesättigte, ungesättigte und/oder geblasene Triglyceride zunächst
in Gegenwart von Glycerin und alkalischen Katalysatoren mit Ethylenoxid umsetzt, die
resultierenden ethoxylierten Triglyceride mit gasförmigen Schwefeltrioxid sulfiert
und die daraus resultierenden sauren Sulfierprodukte anschließend mit wäßrigen Basen
neutralisiert. Nach der Lehre der DE-A-41 41 532 eignen sich die so hergestellten
Produkte zur Fettung von Leder.
[0014] Ein für die Praxis sehr wichtiges Bedürfnis besteht darin, fettende Substanzen bzw.
Ausrüstungsmittel zur Verfügung zu stellen, die in der gegerbten Hautsubstanz so zuverlässig
gebunden werden können, daß eine für die praktischen Bedürfnisse hinreichende Wasch-
und Reinigungsbeständigkeit der Leder- und Pelzwaren sichergestellt ist. Hochwertige
Lederwaren, beispielsweise aus der Bekleidungsindustrie, sollen dabei sowohl der wäßrig-tensidischen
Wäsche als auch gegebenenfalls einer chemischen Reinigung ohne wesentliche Qualitätseinbuße
zugänglich sein.
[0015] Schließlich besteht für Leder, die im Innenbereich von Autos und Flugzeugen Verwendung
finden, Bedarf, über Substanzen zur fettenden Ausrüstung zu verfügen, die Fogging-echt
sind. Unter "Fogging" ist zu verstehen, daß im Laufe der Zeit flüchtige Substanzen
aus dem Leder entweichen und sich in unerwünschter Weise niederschlagen, z.B. auf
Windschutzscheiben. Unter Fogging-echten Substanzen ist zu verstehen, daß diese Substanzen
zum einen selbst so fest im Innern des Leders gebunden sind, daß sie praktisch nicht
flüchtig sind, zum anderen, daß diese Substanzen die Fogging-Charakteristik üblicher
Fettungsmittel bzw. Fettungsmittelbestandteile verbessern, d.h. deren Fogging-Werte
reduzieren.
[0016] Ein Verfahren zur Herstellung von Leder mit verbesserter Fogging-Charakteristik ist
etwa in EP-A-498 634 beschrieben. Dabei lehrt die EP-A-498 634 eine Behandlung des
Leders mit wäßrigen Dispersionen, die frei sind von organischen Lösungsmitteln und
die ein amphiphiles Copolymer enthalten, das aus wenigstens einem hydrophilen Monomer
und wenigstens einem hydrophoben Monomer besteht.
Beschreibung der Erfindung
[0017] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, Substanzen bereitzustellen, die sich zur
fettenden Ausrüstung von Leder eignen. Unter dem Begriff der "fettenden Ausrüstung"
ist dabei einerseits die Lederfettung im engeren Wortsinne zu verstehen, als auch
die Hydrophobierung von Leder.
[0018] Eine weitere Aufgabenstellung war es, daß diese Substanzen dem damit behandelten,
das heißt gelickerten Leder gute Eigenschaften hinsichtlich Narbenfestigkeit, Fülle,
Schmalzigkeit verleihen und daß anschließend gefärbte Leder sich durch einen nicht
aufgehellten, egalen Farbton auszeichnen.
[0019] Eine weitere Aufgabenstellung war es, daß diese Substanzen gut von Leder aufgenommen
werden und sich insbesondere durch eine hohe Lickerflottenauszehrung auszeichnen.
Der letztgenannte Punkt ist neben der rein technischen Relevanz auch unter ökologischen
Gesichtspunkten von Nutzen.
[0020] Eine weitere Aufgabenstellung war es, daß diese Substanzen sich durch eine gute Lagerstabilität
auszeichnen.
[0021] Eine weitere Aufgabenstellung war es, daß sich die mit diesen Substanzen behandelten
Leder durch eine gute Fogging-Charakteristik auszeichnen.
[0022] Eine weitere Aufgabenstellung war es, die angestrebten Substanzen in einem einfachen,
leicht durchführbaren Verfahren zugänglich zu machen. Dieser Punkt ist insbesondere
im Hinblick auf die oben genannte große Gruppe von anionischen Lederfettungsmitteln
von Bedeutung, die durch Umsetzung von Fetten und Ölen mit konzentrierter Schwefelsäure
hergestellt werden und für die in der Praxis eine Nachbereitung der Rohprodukte (Waschvorgänge
in Kombination mit Phasentrennung) üblich ist.
[0023] Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß spezielle sulfierte Substanzen, die erhältlich
sind durch Umsetzung von ein- oder mehrbasischen Carbonsäuren a) mit 12 bis 72 C-Atomen,
mit einem Sulfierreagens b) aus mindestens einer organischen Sulfonsäure b1) und Schwefelsäure
b2), mit der Maßgabe, daß der Anteil der Schwefelsäure - bezogen auf die Summe von
organischer Sulfonsäure und Schwefelsäure - 0,5 bis 80 Gew.-% beträgt, nebst anschließender
Neutralisation, die genannten Anforderungen in jeder Hinsicht ausgezeichnet erfüllen.
[0024] Von besonderem Vorteil ist es, daß im Zuge der Herstellung der erfindungsgemäß einzusetzenden
sulfierten Substanzen keine aufwendigen Nachbehandlungen erforderlich sind. Ausdrücklich
sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß das Verfahren gemäß der erfindungsgemäßen
Lehre dem klassischen Sulfatierungsverfahren sowohl im Hinblick auf die Verfahrensökonomie,
als auch im Hinblick auf ökologische Aspekte deutlich überlegen ist. So sind zur Herstellung
von Sulfierungsprodukten nach den erfindungsgemäßen Verfahren typischerweise 2 bis
4 Stunden erforderlich, während das klassische Sulfatierungsverfahren - das wie beschrieben
eine aufwendige Nachbehandlung erforderlich macht - üblicherweise 8 bis 24 Stunden
erfordert. In ökologischer Hinsicht ist das Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung
dem klassischen Sulfatierungsverfahren deshalb überlegen, weil keine bzw. deutlich
geringere Mengen an umweltbelastenden Abwässern bzw. Abluftgasen anfallen.
[0025] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist dementsprechend die Verwendung sulfierter
Substanzen zur fettenden Ausrüstung von Leder, wobei die sulfierten Substanzen erhältlich
sind durch Umsetzung von ein- oder mehrbasischen Carbonsäuren a) mit 12 bis 72 C-Atomen,
mit einem Sulfierreagens b) nebst anschließender Neutralisation. Als Sulfierreagens
b) setzt man dabei eine Kombination aus mindestens einer organischen Sulfonsäure bl)
und Schwefelsäure b2) ein, mit der Maßgabe, daß der Anteil der Schwefelsäure - bezogen
auf die Summe von organischer Sulfonsäure und Schwefelsäure - 0,5 bis 80 Gew.-% beträgt.
[0026] In Bezug auf die Natur der Carbonsäuren a) unterliegt die Erfindung an sich keinerleich
Beschränkungen. Als besonders wichtige Ausführungsformen seien genannt die Fettsäuren,
die Dicarbonsäuren und die Dimer- bzw. Trimerfettsäuren.
[0027] Unter
Fettsäuren sind - wie allgemein in der Fachwelt üblich (vergl. z.B. 0.-A.Neumüller, Römpps Chemie-Lexikon,
Stuttgart 1973, S.1107ff) - alle aliphatischen, einbasischen Carbonsäuren zu verstehen,
die sowohl gesättigt, als auch ungesättigt sein können. Beispiele für solche Fettsäuren,
die sich als Fettsäurebausteine der Ester a) eignen, sind Ameisensäure, Essigsäure,
Propionsäure, Buttersäure, Valeriansäure, Capronsäure, Önanthsäure, Caprylsäure, Pelargonsäure,
Caprinsäure, Undecansäure, Laurinsäure, Tridecansäure, Myristinsäure, Pentadecansäure,
Palmitinsäure, Margarinsäure, Stearinsäure, Nonadecansäure, Arachinsäure, Behensäure,
Lignocerinsäure, Cerotinsäure, Melissinsäure, Isobuttersäure, Isovaleriansäure, Acrylsäure,
Methacrylsäure, Crotonsäure, 10-Undecensäure, Lauroleinsäure, Myristoleinsäure, Palmitoleinsäure,
Ölsäure, Petroselinsäure, Elaidinsäure, Ricinolsäure, Sorbinsäure, Linolsäure, Linolaidinsäure,
Linolensäure, Eläostearinsäure, Gadoleinsäure, Arachidonsäure, Erucasäure, Brassidinsäure,
Clupanodonsäure.
[0028] Unter
Dicarbonsäuren sind zweibasische organische Carbonsäuren zu verstehen. Bevorzugt sind dabei diejenigen
mit 2 bis 24 C-Atomen und insbesondere diejenigen, die sich - im Sinne der klassischen
Definition etwa des "Römpp" (vergl. z.B. 0.-A.Neumüller, Römpps Chemie-Lexikon, Stuttgart
1973, S.828f) - von linearen Paraffinen dadurch ableiten, daß deren beide Enden zu
Carboxylgruppen oxidiert sind. Beispiele für geeignete Dicarbonsäuren sind Oxalsäure,
Malonsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Adipinsäure, Pimelinsäure, Korksäure, Azelainsäure,
Sebacinsäure, Dodecandisäure, ferner Maleinsäure, Fumarsäure, Phthalsäure und Terephthalsäure.
Es ist jedoch auch möglich, substituierte Dicarbonsäuren einzusetzen. Dabei sind OH-Gruppen
enthaltende Dicarbonsäuren, z.B. Äpfelsäure, bevorzugt.
[0029] Unter
Dimerfettsäuren sind - wie in der Fachwelt üblich - solche Carbonsäuren zu verstehen, die durch Oligomerisierung
ungesättigter Carbonsäuren, in der Regel Fettsäuren wie Ölsäure, Linolsäure, Erucasäure
und dergleichen, zugänglich sind. Üblicherweise erfolgt die Oligomerisierung bei erhöhter
Temperatur in Gegenwart eines Katalysators aus z.B. Tonerde. Die dabei erhaltenen
Produkte stellen Gemische verschiedener Substanzen dar, wobei die Dimersisierungsprodukte
überwiegen. Jedoch sind auch geringe Anteile höherer Oligomerer, insbesondere die
Trimerfettsäuren, enthalten. Dimerfettsäuren sind handelsübliche Produkte und werden
in verschiedenen Zusammensetzungen und Qualitäten angeboten. Im Rahmen der vorliegenden
Erfindung sind diejenigen Dimerfettsäuren bevorzugt, die einen Dimergehalt von mindestens
50%, vorzugsweise 75% aufweisen und bei denen die Zahl der C-Atome pro Dimermolekül
überwiegend im Bereich von 36 bis 44 liegt.
[0030] Analog den Dimerfettsäuren sind auch die
Trimerfettsäuren Oligomersierungsprodukte ungesättigter Fettsäuren, wobei jedoch der Anteil an Trimeren
im Produkt überwiegt. Auch Trimerfettsäuren sind handelsübliche Produkte. Bevorzugt
sind solche Trimerfettsäuren, bei denen der Trimerengehalt mindestens 50%, vorzugsweise
75% beträgt.
[0031] In einer speziellen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung gilt die zusätzliche
Maßgabe, daß die Komponente a) mindestens teilweise ethylenisch ungesättigt ist. Unter
"mindestens teilweise ethylenisch ungesättigt" ist dabei zu verstehen, daß Jodzahl
der Carbonsäure a) mindestens 5 beträgt. Nach oben ist die Jodzahl der Carbonsäure
a) in der Praxis durch Werte im Bereich von ca. 300 bis 400 begrenzt. Ein Beispiel
für eine Carbonsäure mit einer solch hohen Jodzahl wär etwa Clupanodonsäure (= 4,8,12,15,19
Docosapentaensäure, C
23H
36O
2). Aus Gründen der praktischen Verfügbarkeit setzt man jedoch in der Regel solche
Carbonsäuren oder Carbonsäuregemische a) ein, deren Jodzahl im Bereich von 40 bis
260 liegt.
[0032] Die Wahl der Methode zur Bestimmung der Jodzahl ist dabei an sich von untergeordneter
Bedeutung. Im Sinne der vorliegenden Erfindung wird jedoch ausdrücklich auf die Methoden
nach Hanus bzw. Wijs, die seit langem Bestandteil der Abteilung C-V der "DGF-Einheitsmethoden"
sind, sowie die dazu äquivalente neuere Methode nach Fiebig bezug genommen (vergl.
Fat Sci. Technol. 1991, Nr.1, S.13-19).
[0033] Bei der Herstellung der genannten Umsetzungsprodukte können die Mengenverhältnisse
von Carbonsäure a) und Sulfierreagens b) in weiten Grenzen variieren. Im Sinne der
vorliegenden Erfindung werden die Mengenverhältnisse dieser Komponenten so eingestellt,
daß sie im Bereich von 1 : 99 bis 99 : 1 liegen. Dabei ist ein Bereich a) : b) von
10 : 1 bis 1 : 10 und insbesondere ein Bereich von 4: 1 bis 1 : 4 bevorzugt.
[0034] Die erfindungsgemäßen sulfierten Substanzen zeichnen sich ganz allgemein durch gute
fettende beziehungsweise hydrophobierende Eigenschaften sowie durch eine gute Fogging-Charakteristik
aus.
[0035] Die Carbonsäuren a) können in Form handelsüblicher Produkte eingesetzt werden. Für
die hier beschriebene Anwendung zur fettenden Ausrüstung von Leder sind jedoch auch
Qualitäten ausreichend, wie sie beispielsweise in Destillationsrückständen der Fettsäuregewinnung
vorliegen.
[0036] In einer weiteren Ausführungsform setzt man die zu sulfierende Komponente a) in Form
eines Gemisches aus mindestens einer Carbonsäure a) und mindestens einem Niedrigalkylester
einer bei 20 °C flüssigen Fettsäure mit 8 bis 24 C-Atomen ein.
[0037] Unter einem Niedrigalkylester ist dabei zu verstehen, daß der Alkoholbaustein des
Esters höchstens 8 C-Atome aufweist, wobei der Bereich von 1 bis 4 C-Atomen bevorzugt
ist. Der Fettsäureniedrigalkylester kann dabei in bezug auf seine Alkohol- und/oder
Fettsäurebausteine gesättigt oder (ethylenisch) ungesättigt sein. Diese Ausführungsform
hat den Vorteil, daß dem Fettsäureniedrigalkylester die Aufgabe zukommt, Carbonsäuren
a), die bei 20 °C ganz oder teilweise fest sind, zu verflüssigen oder zumindest in
einen homogenen und fließfähigen Zustand zu überführen, so daß sich die Mischung -
eventuell nach geringfügiger Erwärmung - leicht rühren läßt.
[0038] Eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht darin, daß man solche
Carbonsäuren a) mit dem Sulfierreagens b) umsetzt, die alkoxyliert und/oder epoxidiert
sind. Als Bausteine zur Alkoxylierung kommen dabei vor allem Ethylenoxid, Propylenoxid
und Butylenoxid oder deren Mischungen in Frage. Besondere Bedeutung kommt dabei den
ethoxylierten Fettsäuren zu, die sich den Fettsäuren formal durch die Anlagerung ein
oder mehrerer -CH
2-CH
2-O-Gruppen ableiten. Diese Verbindungen lassen sich auf verschiedenen Wegen herstellen,
beispielsweise durch Umsetzung der Fettsäuren mit Ethylenoxid in Gegenwart eines Katalysators
(klassische Ethoxylierung) oder durch Umsetzung der Fettsäuren mit Polyethylenoxid
in Gegenwart eines Katalysators.
[0039] Wie bereits ausgeführt, wird als
Sulfierreagens b) eine Kombination aus mindestens einer organischen Sulfonsäure b1) und Schwefelsäure
b2) eingesetzt; dabei beträgt der Anteil der Schwefelsäure - bezogen auf die Summe
von organischer Sulfonsäure und Schwefelsäure - 0,5 bis 80 Gew.-%. Ein Schwefelsäureanteil
von 1 bis 40 und insbesondere 5 bis 20 Gew.-% ist jedoch bevorzugt.
[0040] Ausdrücklich sei an dieser Stelle klargestellt, daß das Sulfierreagens in Bezug auf
die Natur der Schwefelsäure keinen Beschränkungen unterliegt. So kann verdünnte Schwefelsäure,
konzentrierte Schwefelsäure oder rauchende Schwefelsäure (konzentrierte Schwefelsäure,
die wechselnde Mengen von Schwefeltrioxid gelöst enthält, das sogenannte Oleum) eingesetzt
werden. Bevorzugt ist dabei, Schwefelsäure einer Konzentration im Bereich von 96 bis
98 Gew.-% oder Oleum einzusetzen.
[0041] Die Auswahl der organischen Sulfonsäuren b1) unterliegt an sich keinen besonderen
Einschränkungen. Beispiele für geeignete Sulfonsäuren sind Alkanoder Halogenalkansulfonsäuren
wie Methansulfonsäure, Ethansulfonsäure, Propansulfonsäure, Butansulfonsäure, langkettige
Alkansulfonsäuren, Chlorsulfonsäure, ferner Naphthalinsulfonsäure, alpha-Sulfo-Fettsäuren
(erhältlich z.B. durch Umsetzung von gesättigten Fettsäuren mit gasförmigem Schwefeltrioxid),
alpha-Sulfo-Fettsäurealkylester, z.B. -methylester (erhältlich z.B. durch Umsetzung
von gesättigten Fettsäurealkylestern mit gasförmigem Schwefeltrioxid).
[0042] In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden als Komponente
b2) jedoch aromatische Sulfonsäuren eingesetzt. Alkylbenzolsulfonsäuren und insbesondere
die kommerziell erhältliche lineare Alkylbenzylsulfonsäure sind dabei besonders bevorzugt.
[0043] In einer weiteren Ausführungsform werden schließlich die Carbonsäuren a) mit einem
Sulfierreagens b) umgesetzt, das aus einer ternären Kombination von mindestens einer
organischen Sulfonsäure b1), Schwefelsäure b2) und mindestens einem Hydrogensulfat
b3) (ältere Bezeichnung: Bisulfat) besteht. Geeignete Hydrogensulfate sind Verbindungen
der Struktur Alk-HSO
4, wobei "Alk" ein einwertiges Metall oder NH
4 bedeutet. Bevorzugte einwertige Metalle sind die Alkalimetalle, insbesondere Natrium
und/oder Kalium.
[0044] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung
sulfierter Substanzen, wobei man ein- oder mehrbasische Carbonsäuren a) mit 12 bis
72 C-Atomen, mit einem Sulfierreagens b) umsetzt und das Reaktionsgemisch anschließend
neutralisiert, wobei man die Umsetzung bei Temperaturen im Bereich von 20 bis 130
°C durchführt und als Sulfierreagens b) eine Kombination aus mindestens einer organischen
Sulfonsäure b1) und Schwefelsäure b2) einsetzt, mit der Maßgabe, daß der Anteil der
Schwefelsäure - bezogen auf die Summe von organischer Sulfonsäure und Schwefelsäure
- 0,5 bis 80 Gew.-% beträgt.
[0045] In Bezug auf einzelne Parameter des Verfahrens (z.B. Einsatzverhältnisse der einzelnen
Komponenten) beziehungsweise bevorzugte Bereiche hinsichtlich der Komponenten a) und
b) gilt das bereits oben gesagte.
[0046] Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, daß es in der Regel nur mäßige Reaktionstemperaturen
erfordert. In den bevorzugten Ausführungsformen liegt die Reaktionstemperatur lediglich
im Bereich von 20 bis 80 °C und insbesondere 20 bis 40 °C. In diesen Fällen verläuft
die Reaktion nach dem Zusammengeben der Komponenten a) und b) spontan unter Freisetzung
von Wärme, so daß in diesen Fällen sogar gekühlt werden muß, um einen kontrollierten
Ablauf der Reaktion sicherzustellen.
[0047] Bedingt durch die Exothermie der Umsetzung sind die Reaktionszeiten relativ kurz,
üblicherweise in der Größenordnung von 1 bis 4 Stunden. Es kann aber - abhängig von
der Natur der jeweils eingesetzten Komponente a) - auch gewünscht sein, Reaktionszeiten
unterhalb einer Stunde oder oberhalb von 4 Stunden einzustellen.
[0048] Das Verfahren wird üblicherweise in der Weise durchgeführt, daß man die Komponenten
a) und b) bei etwa 20 °C miteinander mischt. Dabei setzt häufig eine exotherme Reaktion
ein - besonders stark in denjenigen Fällen, wo das Sulfierreagens aus einer Mischung
von aromatischen Sulfonsäuren und Schwefelsäure besteht.
[0049] Die Reaktionsmischung wird nun bei leicht erhöhter Temperatur gerührt. Diese Temperatur
richtet sich im wesentlichen nach der Natur der eingesetzten Carbonsäure a), wobei
insbesondere der Gehalt der Carbonsäure an -C=C-Doppelbindungen, andererseits der
Schmelzpunkt der Fettsäure eine Rolle spielt. Sofern möglich, wird das erfindungsgemäße
Verfahren bei der geringstmöglichen Temperatur durchgeführt. Diese liegt in Fällen,
wo bei 20 °C flüssige Carbonsäuren als Komponente a) eingesetzt werden und wo der
Anteil der Schwefelsäure im Sulfierreagens b) im bevorzugten Bereich von 1 bis 40
Gew.-% liegt, vorzugsweise im Bereich von 20 bis 40 °C, wobei man häufig extern kühlen
muß, um die Temperatur in diesem Bereich zu halten. Bei Carbonsäuren a), die bei 20
°C oder leicht erhöhter Temperatur nicht hinreichend flüssig sind, oder wo die Reaktion
möglichst schnell zum Abschluß gebracht werden soll, kann es jedoch gewünscht sein,
die gesamte genannte Temperaturspanne von 20 bis 80 °C beziehungsweise 20 bis 130
°C auszunutzen. In Einzelfällen kann es sogar erwünscht sein, die Reaktion bei höheren
Temperaturen (bis ca. 250 °C) durchzuführen, z. B. wenn man als Komponente a) Carbonsäuren
mit hohem Schmelzpunkt einsetzt, jedoch auf den möglichen Zusatz eines Verdünnungsmittels
verzichten will oder wenn die Reaktionsgeschwindigkeit noch weiter gesteigert werden
soll. Im Bereich dieser hohen Reaktionstemperaturen kann es dabei zweckmäßig sein,
die Reaktion unter Luftanschluß in einer Inertgasatmosphäre (z. B. unter Stickstoff)
durchzuführen.
[0050] Nach der Reaktion der Komponenten a) und b) schließt sich eine Neutralisation an.
In der Regel läßt man dazu das Reaktionsgemisch abkühlen und dosiert dann die gewünschte
Base zu. Beispiele für geeignete Basen sind Alkalimetallhydroxide, Erdalkalimetallhydroxide,
Ammoniumhydroxid, Alkanolamine und Alkylamine beziehungsweise Gemische davon. Bevorzugt
sind dabei insbesondere Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid und Ammoniumhydroxid. Eine
weitere Aufarbeitung der neutralisierten Produkte ist nicht erforderlich.
[0051] Die nachfolgenden Beispiele dienen der Erläuterung der Erfindung.
Beispiele
1. Substanzen
[0052]
1.1. Carbonsäuren a)
- F-1:
- Erucasäure (Säurezahl 166; Jodzahl 75)
- F-2:
- Arachidonsäure (Säurezahl 184, Jodzahl 334)
- F-3:
- Isostearinsäure ("Emersol 871", Säurezahl 175; Jodzahl 12, Fa. Emery)
- F-4:
- Dimerfettsäure ("Empol 1014", Dimergehalt 91%, Fa. Emery)
- F-5:
- Oleinfettsäure ("Edenor Ti05", Säurezahl 201; Jodzahl 95; Fa. Henkel/Düsseldorf)
- F-6:
- Stearinfettsäure ("Edenor ST20", Säurezahl 206; Jodzahl 19; Fa. Henkel/Düsseldorf)
- F-7:
- Konjuenfettsäure ("Edenor UKD 3510", Säurezahl 198; Jodzahl 140; Fa. Henkel/Düsseldorf)
- F-8:
- Polyungesättigte Fettsäure ("Edenor Sj", Säurezahl 201; Jodzahl 131; Fa. Henkel/Düsseldorf)
1.2. Sulfier-Reagentien b)
Alkylbenzolsulfonsäure, ein auch kommerziell erhältliches Produkt, ist zugänglich
durch Sulfonierung von linearem Alkylbenzolsulfonat mit gasförmigem Schwefeltrioxid.
- S-1:
- Mischung von 99 Gew.-% Alkylbenzolsulfonsäure und 1 Gew.-% konzentrierter (98%-iger)
Schwefelsäure
- S-2:
- Mischung von 80 Gew.-% Alkylbenzolsulfonsäure und 20 Gew.-% konzentrierter (98%-iger)
Schwefelsäure
- S-3:
- Mischung von 90 Gew.-% Alkylbenzolsulfonsäure und 10 Gew.-% konzentrierter (98%-iger)
Schwefelsäure
2. Allgemeine Arbeitsvorschrift zur Sulfierung der Carbonsäuren
[0053] Etwa gewichtsgleiche Mengen (z.B. je 100 g) Carbonsäure (z.B. F-1 bis F-8) und Sulfierreagens
(z.B. S-1 bis S-3) werden bei Raumtemperatur gemischt. In Fällen, wo die eingesetzte
Carbonsäure bei Raumtemperatur flüssig ist, wird ca. 2 Stunden gerührt, wobei man
eine Temperatur im Bereich von 20 bis 40 °C einstellt. Bei exotherm verlaufenden Reaktionen
wird entsprechend gekühlt. Bei Carbonsäuren, die bei 20 °C fest, teilweise fest oder
zähflüssig sind (z.B. die Carbonsäure F-6), wählt man eine Reaktionstemperatur, bei
der die Carbonsäure flüssig ist. Wennmöglich wird dabei eine Temperatur von höchstens
80 °C eingestellt. Anschließend wird die Reaktionsmischung mit einer Base (z.B. 37
gew.-%iger wäßriger Natronlauge) neutralisiert, gegebenenfalls nach vorheriger Kühlung
des Gemisches.
1. Verwendung sulfierter Substanzen zur fettenden Ausrüstung von Leder, wobei die sulfierten
Substanzen erhältlich sind durch Umsetzung von ein- oder mehrbasischen Carbonsäuren
a) mit 12 bis 72 C-Atomen, mit einem Sulfierreagens b) nebst anschließender Neutralisation,
dadurch gekennzeichnet, daß man als Sulfierreagens b) eine Kombination aus mindestens einer organischen
Sulfonsäure b1) und Schwefelsäure b2) einsetzt, mit der Maßgabe, daß der Anteil der
Schwefelsäure - bezogen auf die Summe von organischer Sulfonsäure und Schwefelsäure
- 0,5 bis 80 Gew.-% beträgt.
2. Verwendung nach Anspruch 1, wobei man die Mengenverhältnisse von Carbonsäure a) und
Sulfierreagens b) so einstellt, daß sie im Bereich von 1 : 99 bis 99 : 1 liegen.
3. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Komponente a) mindestens teilweise ethylenisch
ungesättigt ist.
4. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei es sich bei der organischen Sulfonsäure
um eine aromatische Sulfonsäure, vorzugsweise Alkylbenzolsulfonsäure handelt.
5. Verwendung nach Anspruch 4, wobei der Anteil der Schwefelsäure - bezogen auf die Summe
von organischer Sulfonsäure und Schwefelsäure - 1 bis 40 Gew.-% beträgt.
6. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei man als Komponente a) Gemische
von Carbonsäuren einsetzt.
7. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei man als Komponente a) eine Carbonsäure
einsetzt, die ausgewählt ist aus der Gruppe der Fettsäuren, Dicarbonsäuren, Dimerfettsäuren
und Trimerfettsäuren.
8. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei man als zu sulfierende Komponente
a) ein Gemisch einsetzt bestehend aus
i) mindestens einer ein- oder mehrbasischen Carbonsäure mit 12 bis 72 C-Atomen und
ii) mindestens einem Niedrigalklyester von Fettsäuren mit 8 bis 24 C-Atomen.
9. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei man solche Carbonsäuren a) einsetzt,
die alkoxyliert und/oder epoxidiert sind.
10. Verfahren zur Herstellung sulfierter Substanzen, wobei man ein- oder mehrbasiche Carbonsäuren
a) mit 12 bis 72 C-Atomen, mit einem Sulfierreagens b) umsetzt und das Reaktionsgemisch
anschließend neutralisiert, dadurch gekennzeichnet, daß man die Umsetzung bei Temperaturen im Bereich von 20 bis 130 °C durchführt und
als Sulfierreagens b) eine Kombination aus mindestens einer organischen Sulfonsäure
b1) und Schwefelsäure b2) einsetzt, mit der Maßgabe, daß der Anteil der Schwefelsäure
- bezogen auf die Summe von organischer Sulfonsäure und Schwefelsäure - 0,5 bis 80
Gew.-% beträgt.
11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei man die Mengenverhältnisse von Carbonsäure a) und
Sulfierreagens b) so einstellt, daß sie im Bereich von 1 : 99 bis 99 : 1 liegen und
wobei man als Komponente b) eine aromatische Sulfonsäure, vorzugsweise Alkylbenzolsulfonsäure
einsetzt.
1. The use of sulfonated substances for oiling leather, the sulfonated substances being
obtainable by reaction of mono- or polybasic carboxylic acid a) containing 12 to 72
carbon atoms with a sulfonating agent b) and subsequent neutralization, characterized
in that the sulfonating agent b) is a combination of at least one organic sulfonic
acid b1 ) and sulfuric acid b2), with the proviso that the sulfuric acid makes up
0.5 to 80% by weight of the combination, based on the total of organic sulfonic acid
and sulfuric acid.
2. The use claimed in claim 1, characterized in that the quantity ratios of carboxylic
acid a) and sulfonating agent b) are adjusted so that they are in the range from 1:99
to 99:1.
3. The use claimed in claim 1 or 2, characterized in that component a) is at least partly
ethylenically unsaturated.
4. The use claimed in any of claims 1 to 3, characterized in that the organic sulfonic
acid is an aromatic sulfonic acid, preferably alkyl benzenesulfonic acid.
5. The use claimed in claim 4, characterized in that the sulfuric acid makes up 1 to
40% by weight of the combination, based on the total of organic sulfonic acid and
sulfuric acid.
6. The use claimed in any of claims 1 to 5, characterized in that mixtures of carboxylic
acids are used as component a).
7. The use claimed in any of claims 1 to 5, characterized in that a carboxylic acid selected
from the group of fatty acids, dicarboxylic acids, dimer fatty acids and trimer fatty
acids is used component a).
8. The use claimed in any of claims 1 to 7, characterized in that a mixture consisting
of
i) at least one mono- or polybasic carboxylic acid containing 12 to 72 carbon atoms
and
ii) at least one lower alkyl ester of fatty acids containing 8 to 24 carbon atoms
is used as component a) to be sulfonated.
9. The use claimed in any of claims 1 to 8, characterized in that alkoxylated and/or
epoxidized carboxylic acids a) are used.
10. A process for the production of sulfonated substances in which monobasic or polybasic
carboxylic acids a) containing 12 to 72 carbon atoms are reacted with a sulfonating
agent b) and the reaction mixture is subsequently neutralized, characterized in that
the reaction is carried out at temperatures of 20 to 130°C and the sulfonating agent
b) is a combination of at least one organic sulfonic acid b1 ) and sulfuric acid b2),
with the proviso that the sulfuric acid makes up 0.5 to 80% by weight of the combination,
based on the total of organic sulfonic acid and sulfuric acid.
11. A process as claimed in claim 10, characterized in that the quantity ratios of carboxylic
acid a) and sulfonating agent b) are adjusted so that they are in the range from 1:99
to 99:1 and in that component b) is an aromatic sulfonic acid, preferably alkyl benzenesulfonic
acid.
1. Utilisation de substances sulfitées pour nourrir le cuir, dans laquelle on peut obtenir
les substances sulfitées par réaction d'acides carboxyliques mono- ou polybasiques
a) avec de 12 à 72 atomes de carbone, avec un réactif de sulfonation b) outre une
neutralisation ultérieure,
caractérisée en ce qu'
on utilise comme réactif de sulfonation b) une combinaison d'au moins un acide sulfonique
organique b1) et d'acide sulfurique b2), sous réserve que la proportion d'acide sulfurique
- par rapport à la somme de l'acide sulfonique organique et de l'acide sulfurique
- s'élève à 0,5 à 80% en poids.
2. Utilisation selon la revendication 1,
dans laquelle
on règle les rapports quantitatifs de l'acide carboxylique a) et du réactif de sulfonation
b) de manière qu'ils se situent dans une plage de 1:99 à 99:1.
3. Utilisation selon la revendication 1 ou 2,
dans laquelle
le composant a) est au moins en partie éthyléniquement insaturé.
4. Utilisation selon l'une des revendications 1 à 3,
dans laquelle
il s'agit, pour l'acide sulfonique organique, d'un acide sulfonique aromatique, de
préférence d'un acide alkylbenzènesulfonique.
5. Utilisation selon la revendication 4,
dans laquelle
la proportion de l'acide sulfurique - par rapport à la somme de l'acide sulfonique
organique et de l'acide sulfurique - s'élève à 1 à 40% en poids.
6. Utilisation selon l'une des revendications 1 à 5,
dans laquelle
on utilise comme composant a) des mélanges d'acides carboxyliques.
7. Utilisation selon l'une des revendications 1 à 5,
dans laquelle
on utilise comme composant a) un acide carboxylique qui est choisi dans le groupe
des acides gras, des acides dicarboxyliques, des acides gras dimères et des acides
gras trimères.
8. Utilisation selon l'une des revendications 1 à 7,
dans laquelle
on utilise comme composant à sulfoner a) un mélange composé de :
i) au moins un acide carboxylique mono- ou polybasique comportant de 12 à 72 atomes
de carbone et
ii) au moins un ester d'alkyle inférieur d'acides gras comportant de 8 à 24 atomes
de carbone.
9. Utilisation selon l'une des revendications 1 à 8,
dans laquelle
on utilise des acides carboxyliques a) qui sont alcoxylés et/ou époxydés.
10. Procédé de fabrication de substances sulfonées, dans lequel on fait réagir des acides
carboxyliques mono- ou polybasiques a) à ayant de 12 à 72 atomes de carbone avec un
réactif de sulfonation b) puis on neutralise le mélange réactionnel,
caractérisé en ce qu'
- on effectue la réaction à des températures comprises entre 20 et 130°C,
- on utilise comme réactif de sulfonation b) une combinaison d'au moins un acide sulfonique
organique b1) et d'acide sulfurique b2), sous réserve que la proportion d'acide sulfurique
- par rapport à la somme de l'acide sulfonique organique et de l'acide sulfurique
- s'élève à 0,5 à 80% en poids.
11. Procédé selon la revendication 10,
dans lequel
on règle les proportions quantitatives de l'acide carboxylique a) et du réactif de
sulfonation b) de manière qu'elles se situent dans une plage de 1:99 à 99:1 et dans
lequel on utilise comme composant b) un acide sulfonique aromatique, de préférence
un acide alkylbenzènesulfonique.