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EP 0 747 539 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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11.12.1996 Patentblatt 1996/50 |
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Anmeldetag: 09.06.1995 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)6: E02D 29/14 |
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE DK ES FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE |
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Anmelder: PASSAVANT-WERKE AG |
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D-65322 Aarbergen 7 (DE) |
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Erfinder: |
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- Weiler, Walter, Dipl.-Ing.
D-65582 Diez/Lahn (DE)
- Fuchs, Alfred, Ingenieur
D-65623 Hahnstätten (DE)
- Heimann, Horst
D-65326 Aarbergen-Kettenbach (DE)
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Verfahren zur Herstellung eines Entwässerungsgegenstands mit dämpfenden Einlagestreifen |
(57) Das neue Verfahren betrifft die Herstellung von Entwässerungsgegenständen, also Schachtabdeckungen
oder Straßenaufsätze, bei denen mindestens eines der zusammengehörenden Teile einen
stoßdämpfenden Einlagestreifen (7) besitzt, der in eine bearbeitete Vertiefung (6)
(Nut o.ä.) eingebracht, insbesondere eingedrückt und eingerollt ist und dann um ein
in der zutreffenden DIN vorgegebenes Maß über die Einlegefläche vorragt, so daß sich
Metall und Metall nicht berühren. Bearbeitungs- und Montageaufwand sind bei dieser
bekannten Ausführungsform hoch. Zur Verringerung des Aufwands wird vorgeschlagen,
die dämpfenden Einlagestreifen (7) im Gieß- oder Streichverfahren einzubringen und
den Überstand durch ein Formwerkzeug (9) herzustellen, dessen Oberseite die obere
Begrenzung des Einlegestreifens (7) bildet. Die Nut (6) kann jetzt unbearbeitet bleiben.
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[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen von Entwässerungsgegenständen
für befahrbare Straßen nach dem Oberbegriff von Anspruch 1 und soll das Einbringen
der dämpfenden Einlagestreifen vereinfachen und verbilligen.
[0002] Es ist seit vielen Jahren geübte Praxis und auch in mehreren DIN-Normen für Straßenaufsätze
und Schachtabdeckungen festgelegt, daß mindestens in eine der Auflageflächen von Einlaufrost
oder Deckel und Rahmen ein dämpfender Einlagestreifen aus einem Elastomer bestimmter
Shore-Härte eingebracht wird.
[0003] Dafür wird in die Auflageflache eine Nut mit nach unten breiter werdendem Trapezquerschnitt
eingearbeitet und in die Nut dann der vorgefertigte Streifen aus Elastomer eingewalzt.
Die DIN schreiben eine Bearbeitung der Nut mit engen Toleranzen vor. Es leuchtet ein,
daß trotz des Vorgießens der mit Bearbeitungszugaben geformten Nut die Bearbeitung
sehr aufwendig und teuer ist. Auch die Maschine zum Einwalzen des Einlagestreifens
ist kompliziert. Das Hinterstechen der Nut und das Einwalzen der Einlagestreifen bedeuten
ein zweimaliges Transportieren und Einspannen der Werkstücke.
[0004] Zur Vermeidung von Bearbeitungs- und Einlegevorgängen wurde bereits vorgeschlagen
(DE-A-36 37 493), keinen vorgefertigten Einlegestreifen zu verwenden, sondern das
Elastomer als Gieß- oder Streichmasse auf die Auflagefläche aufzubringen. Zur besseren
Verankerung der Streich- bzw. Gießmasse können in der Auflagefläche unbearbeitete
Vertiefungen, also auch vorgegossene Nuten vorgesehen werden.
[0005] Die Ausbildung der dämpfenden Einlage entspricht nicht der Norm, die vorschreibt,
daß der Einlagestreifen über die umgebende Auflagefläche um ein bestimmtes Maß vorstehen
muß.
[0006] Die sich aus diesem Nachteil ergebende Aufgabe, eine kostensparend zu erstellende
Dämpfungseinlage nach Norm zu finden, wird, ausgehend von der zuletzt geschilderten
Vorgehensweise, erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der überstehende Teil des Dämpfungsstreifens
durch ein Formwerkzeug hergestellt wird.
[0007] Das auf die Auflagefläche über die vorzugsweise vorgegossene Vertiefung aufgesetzte
Formwerkzeug kann entweder zum Einbringen (und ggf. Glattstreichen) der Elastomermasse
oben offen sein. Es ist aber alternativ auch denkbar, das Formwerkzeug oben geschlossen
zu machen und mit Eingieß- und Einspritzöffnungen zu versehen. In beiden Fällen kann
die Oberseite der Dämpfungseinlage den Endzustand, d.h. den richtigen Überstand über
der Auflagefläche bekommen. Es ist aber auch möglich, die Einlage nach dem Aushärten
auf das richtige Überstandsmaß abzuarbeiten und dabei noch weiter zu glätten. Bei
diesem neuen Herstellungsverfahren können sowohl die Vertiefung als auch die umgebende
Auflageflächen unbearbeitet bleiben. Das richtige Maß des Überstands wird durch mittelndes
Abtasten der unbearbeiteten Auflagefläche beim Ausrichten des Formwerkzeugs oder beim
anschließenden Abtragen erzeugt.
[0008] In den Figuren sind zwei Ausführungsmöglichkeiten des neuen Herstellungsverfahrens
dargestellt, und zwar in Fig. 1 mit einem oben offenen Formwerkzeug und in Fig. 2
mit einem oben geschlossenen Formwerkzeug.
[0009] Bei dem Rahmen für eine Schachtabdeckung handelt es sich um eine gußeiserne Zarge
1, die später in einen Betonring eingebettet wird. Die außen angegossenen vertikalen
Rippen 2 besitzen hierfür Absätze 3, auf die Bewehrungen aufgelegt werden. Die Zarge
besitzt in der Stufe 4 eine in die Auflagefläche 5 vorgeformte Nut 5, in die der Einlagestreifen
7 eingegossen und verankert wird. Als Formwerkzeug 8 für den Überstand dient ein Doppelring
9, 9', wobei der Innenring 9 eine Zentrierung 10 enthält, die über die Innenkante
der Auflagefläche greift.
[0010] Das Elastomer wird in den Spalt zwischen den beiden Ringen gegossen und ggf. glatt
gestrichen. Je nach Viskosität kommt auch ein Einspachteln in Frage.
[0011] Nach Erstarren des Elastomer wird das Formwerkzeug 9, 9' abgehoben und der Einlagestreifen
bis auf den normgerechten Überstand abgedreht. Dabei fallen lediglich Kunststoffspäne
an, die vorschriftsmäßig entsorgt werden können.
[0012] Bei dem Verfahren nach Fig. 2 hat das Formwerkzeug 19 das Profil eines auf dem Kopf
stehenden U. Die geschlossene Oberseite enthält eine oder mehrere Einspritzöffnungen
21, in die das gießfähige Elastomer eingebracht wird. Nach dem Abheben der Ringform
braucht nur der an der Einspritzöffnung entstandene Anguß entfernt werden. Der glatte
Boden des Formwerkzeugs ergibt eine glatte Oberfläche des Einlagestreifens, die nicht
nachgearbeitet zu werden braucht. Eventuelle Unrundheiten der Gußzarge werden durch
das Formwerkzeug ausgeglichen.
1. Verfahren zur Herstellung eines Entwässerungsgegenstands, z.B. einer Schachtabdeckung,
bei dem mindestens in einer der aus Metall bestehenden Auflageflächen ein in eine
Vertiefung eingelassener Dämpfungsstreifen aus einem Elastomer vorgesehen ist, wobei
der Dämpfungsstreifen aus einer gieß- oder spachtelfähigen Elastomermasse hergestellt
ist,
dadurch gekennzeichnet, daß der Dämpfungsstreifen über die Auflageflächen übersteht und der überstehende
Teil des Dämpfungsstreifens durch ein Formwerkzeug hergestellt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Formwerkzeug (9, 9') oben offen ist und die Gieß- bzw. Spachtelmasse mit
der Oberseite des Formwerkzeugs bündig eingebracht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Formwerkzeug (19) oben geschlossen ist und das Elastomer (7') durch Einspritzöffnungen
(21), den Werkzeughohlraum füllend, eingebracht wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das erstarrte Elastomer nach dem Abheben des Formwerkzeugs bis auf den normgerechten
Überstand abgetragen wird.

