[0001] Mit Verfahren zur Herstellung eines gerichtet erstarrten Giesskörpers können kompliziert
ausgebildete und hohen thermischen und mechanischen Belastungen aussetzbare Bauteile,
wie etwa Leit- oder Laufschaufeln von Gasturbinen, hergestellt werden. Je nach den
Verfahrensbedingungen kann hierbei der gerichtet erstarrte Giesskörper als Einkristall
ausgebildet oder von in einer Vorzugsrichtung ausgerichteten Stengelkristallen gebildet
sein. Von besonderer Bedeutung ist es, dass die gerichtete Erstarrung unter Bedingungen
stattfindet, bei denen zwischen einem gekühlten Teil einer geschmolzenes Ausgangsmaterial
aufnehmenden Giessform und dem noch geschmolzenen Ausgangsmaterial ein starker Wärmeaustausch
stattfindet. Es kann sich dann eine Zone gerichtet erstarrten Materials mit einer
Erstarrungsfront ausbilden, welche bei dauerndem Entzug von Wärme unter Bildung des
direkt erstarrten Giesskörpers durch die Giessform wandert.
[0002] Die Herstellung eines fehlerfreien Giesskörpers hängt wesentlich von der Grösse des
Temperaturgradienten an der Erstarrungsfront und der Verfestigungsgeschwindigkeit
ab. Mit geringem Temperaturgradienten und hoher Verfestigungsgeschwindigkeit kann
kein gerichtet erstarrter Giesskörper hergestellt werden. Hingegen kann mit einem
grossen Temperaturgradienten und mit geringer Verfestigungsgeschwindigkeit zwar ein
gerichtet erstarrter Giesskörper hergestellt werden, jedoch weist ein solcher Giesskörper
unerwünschte Fehlstellen auf, wie insbesondere in Ketten angeordnete und gleichachsig
ausgerichtete Körner (freckles).
STAND DER TECHNIK
[0003] Bei der Erfindung wird ausgegangen von einem Verfahren zur Herstellung eines gerichtet
erstarrten Giesskörpers und von einer Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
wie es beispielsweise in US-A-3,532,155 beschrieben ist. Das beschriebene Verfahren
dient der Herstellung der Lauf- und Leitschaufeln von Gasturbinen und verwendet einen
evakuierbaren Ofen. Dieser Ofen weist zwei durch eine wassergekühlte Wand voneinander
getrennte und übereinander angeordnete Kammern auf, von denen die obere Kammer heizbar
ausgebildet ist und einen schwenkbaren Schmelztiegel zur Aufnahme von zu vergiessendem
Material, beispielsweise eine Nickel-Basislegierung, aufweist. Die mit dieser Heizkammer
durch eine Öffnung in der wassergekühlten Wand verbundene untere Kammer ist kühlbar
ausgebildet und weist wasserdurchströmte Wände auf. Eine durch den Boden dieser Kühlkammer
und die Öffnung in der wassergekühlten Wand geführte Antriebsstange trägt eine wasserdurchströmte
Kühlplatte, welche den Boden einer in der Heizkammer befindlichen Giessform bildet.
[0004] Bei der Durchführung des Verfahrens wird zunächst im Schmelztiegel verflüssigte Legierung
in die in der Heizkammer befindliche Giessform gegossen. Hierbei bildet sich oberhalb
der den Formboden bildenden Kühlplatte eine schmale Zone aus gerichtet erstarrter
Legierung. Bei einer in die Kühlkammer gerichteten Abwärtsbewegung der Giessform wird
diese Form durch die in der wassergekühlten Wand vorgesehene Öffnung geführt. Eine
die Zone aus gerichtet erstarrter Legierung begrenzende Erstarrungsfront wandert unter
Bildung eines gerichtet erstarrten Giesskörpers von unten nach oben durch die gesamte
Giessform.
[0005] Zu Beginn des Erstarrungsprozesses werden ein grosser Temperaturgradient und eine
hohe Verfestigungsgeschwindigkeit erreicht, da das in die Form gegossene Material
zunächst unmittelbar auf die Kühlplatte auftrifft und die der Schmelze zu entziehende
Wärme von der Erstarrungsfront durch eine vergleichsweise dünne Schicht erstarrten
Materials mit einer Wärmeübergangszahl α
cm zur Kühlplatte geleitet wird. Weist das Material eine relativ geringe spezifische
Wärmeleitfähigkeit auf, so wird mit wachsendem Abstand zwischen Kühlplatte und Erstarrungsfront
in zunehmendem Masse Wärme durch die Wände der Giessform mit einer Wärmeübergangszahl
α
cmd abgeleitet als auch von der Formoberfläche mit einer Wärmeübergangszahl α
r in die kühlere Umgebung abgestrahlt. Gemäss dem Newtonschen Wärmeübergangsgesetz
bestimmt sich dann die dem Giesskörper entzogene Wärme q wie folgt:

wobei T die mittlere Temperatur des Giesskörpers und T
o die Umgebungstemperatur, wie sie etwa durch die wassergekühlten Wände der Kühlkammer
bestimmt ist, bedeuten, und wobei 1/α = 1/α
cm + 1/α
cmd + 1/α
r.
[0006] Für eine grosse Gasturbinenschaufel aus einer Nickel-Basissuperlegierung ergeben
sich typischerweise folgende Werte der Wärmeübergangszahlen:


wobei lambda
m bzw. lambda
md die spezifische Wärmeleitfähigkeit der Legierung bzw. der keramischen Giessform und
δ
m bzw. δ
md die Dicke der bereits erstarrten Metallschicht (angenommen als 30 mm) zwischen dem
unter der wassergekühlten Wand gelegenen Teil der Formwand und der Erstarrungsfront
bzw. die Dicke der Formwand (angenommen als 10 mm) bedeuten, und α
r = σ(∈
1T
14 - ∈
2T
04)/(T
1 - T
0) = 130 J/m
2sK, wobei σ die Stefan-Boltzmann-Konstante, ∈
1, T
1 bzw. ∈
2, T
0 die Emissionsfähigkeit und Temperatur der Giessformoberfläche bzw. die Absorptionsfähigkeit
und Temperatur der Umgebung bedeuten (∈
1 = ∈
2 = 0,5; T
1 = 1500K; T
0 = 400K).
Hieraus ergibt sich α = 72 J/m
2sK.
[0007] Ein weiteres Verfahren zur Herstellung eines gerichtet erstarrten Giesskörpers ist
aus US-A-3,763,926 bekannt. Bei diesem Verfahren wird eine mit einer aufgeschmolzenen
Legierung gefüllte Giessform allmählich und kontinuierlich in ein auf ca.260°C aufgeheiztes
Zinnbad eingetaucht. Hierdurch wird eine besonders rasche Abfuhr von Wärme aus der
Giessform erreicht. Der mit diesem Verfahren gebildete, gerichtet erstarrte Giesskörper
zeichnet sich durch eine Mikrostruktur mit geringen Inhomogenitäten aus. Bei der Herstellung
von vergleichbar ausgebildeten Gasturbinenschaufeln können mit diesem Verfahren nahezu
doppelt so grosse α-Werte erreicht werden wie mit dem Verfahren nach US-A-3,532,155.
Zur Vermeidung unerwünschter gasbildender Reaktionen, die die bei der Durchführung
dieses Verfahrens eingesetzte Vorrichtung beschädigen können, benötigt dieses Verfahren
jedoch eine besonders genaue Temperaturregelung. Zudem ist die Wandstärke der Giessform
grösser als beim Verfahren nach der US-A-3,532,155 zu wählen.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0008] Der Erfindung, wie sie in Patentanspruch 1 angegeben ist, liegt die Aufgabe zugrunde,
ein Verfahren der eingangs genannten Art anzugeben, mit dem in einfacher Weise gerichtet
erstarrte Giesskörper mit einer geringen Anzahl an Fehlstellen hergestellt werden
können, und zugleich eine Vorrichtung zu schaffen, welche die Durchführung dieses
Verfahrens in vorteilhafter Weise begünstigt.
[0009] Das erfindungsgemässe Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass es gerichtet erstarrte
und nahe fehlstellenfreie Giesskörper geringer Porosität liefert, welche selbst bei
komplexer Ausgestaltung praktisch splitterfrei ausgebildet sind. Zudem ermöglicht
das Verfahren rasche Durchlaufzeiten und kann auch in Vorrichtungen nach dem Stand
der Technik durchgeführt werden, welche mit geringem Aufwand umgerüstet worden sind.
WEG ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0010] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher beschrieben.
[0011] Hierbei zeigt die einzige Figur in schematischer Darstellung eine bevorzugte Ausführungsform
einer Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens.
[0012] Die in der einzigen Figur dargestellte Vorrichtung weist eine über ein Vakuumsystem
1 evakuierbare Vakuumkammer 2 auf. Die Vakuumkammer 2 nimmt zwei durch ein Baffle
(Strahlungsschild) 3 voneinander getrennte, übereinander angeordnete Kammern 4, 5
und einen schwenkbaren Schmelztiegel 6 zur Aufnahme einer Legierung, beispielsweise
einer Nickel-Basissuperlegierung, auf. Die obere 4 der beiden Kammern ist heizbar
ausgebildet. Die mit der Heizkammer 4 durch eine Öffnung 7 im Baffle 3 verbundene
untere Kammer 5 enthält eine Vorrichtung zum Erzeugen und Führen einer Gasströmung.
Diese Vorrichtung enthält einen Hohlraum mit Öffnungen bzw. Düsen 8, welche nach innen
auf eine Giessform 12 weisen sowie ein System zum Erzeugen von Gasströmen 9. Die aus
den Öffnungen bzw. Düsen 8 tretenden Gasströme sind überwiegend zentripetal geführt.
Eine beispielsweise durch den Boden der Kühlkammer 5 geführte Antriebsstange 10 trägt
eine gegebenenfalls wasserdurchströmte Kühlplatte 11, welche den Boden einer Giessform
12 bildet.
[0013] Diese Giessform kann durch einen auf die Antriebsstange 10 wirkenden Antrieb von
der Heizkammer 4 durch die Öffnung 7 in die Kühlkammer 5 geführt werden.
[0014] Die Giessform 12 weist oberhalb der Kühlplatte 11 ein dünnwandiges, beispielsweise
10 mm dickes, Teil 13 aus Keramik auf, welches die Bildung von Kristallen fördernde
Keime und/oder einen Helixstarter aufnehmen kann. Durch Abheben von der Kühlplatte
11 bzw. durch Aufsetzen auf die Kühlplatte 11 kann die Giessform 12 geöffnet bzw.
geschlossen werden. An ihrem oberen Ende ist die Giessform 12 offen und kann über
eine in die Heizkammer 4 geführte Füllvorrichtung 14 mit aufgeschmolzener Legierung
15 aus dem Schmelztiegel 6 gefüllt werden. Die Giessform 12 in der Heizkammer 4 umgebende
elektrische Heizelemente 16 halten den im heizkammerseitigen Teil der Giessform 12
befindlichen Legierungsteil oberhalb ihrer Liquidustemperatur.
[0015] Die Kühlkammer ist mit dem Eingang eines Vakuumsystems 17 zum Entfernen des einströmenden
Gases aus der Vakuumkammer 2 und zum Kühlen und Reinigen des entfernten Gases verbunden.
[0016] Zur Herstellung eines gerichtet erstarrten Giesskörpers wird zunächst die Giessform
12 durch eine Aufwärtsbewegung der Antriebsstange 10 in die Heizkammer 4 gebracht
(in der Figur gestrichelt angedeutet). Im Schmelztiegel 6 verflüssigte Legierung wird
sodann über die Füllvorrichtung 14 in die Giessform 12 gegossen. Hierbei bildet sich
oberhalb der den Formboden bildenden Kühlplatte 11 eine schmale Zone aus gerichtet
erstarrter Legierung (in der Figur nicht dargestellt).
[0017] Bei einer in die Kühlkammer 5 gerichteten Abwärtsbewegung der Giessform 12 wird das
Keramikteil 13 der Giessform 12 sukzessive durch die im Baffle 3 vorgesehene Öffnung
7 geführt. Eine die Zone aus gerichtet erstarrter Legierung begrenzende Erstarrungsfront
19 wandert unter Bildung eines gerichtet erstarrten Giesskörpers 20 von unten nach
oben durch die gesamte Giessform (Figur).
[0018] Zu Beginn des Erstarrungsprozesses werden ein grosser Temperaturgradient und eine
hohe Verfestigungsgeschwindigkeit erreicht, da das in die Form gegossene Material
zunächst unmittelbar auf die Kühlplatte auftrifft und die der Schmelze zu entziehende
Wärme von der Erstarrungsfront durch eine vergleichsweise dünne Schicht erstarrten
Materials zur Kühlplatte 11 geführt wird. Wenn der von der Kühlplatte 11 gebildete
Boden der Giessform 12, gemessen von der Unterseite des Baffle 3, einige Millimeter,
beispielsweise 5 bis 40 mm, in die Kühlkammer 5 eingedrungen ist, wird aus den Öffnungen
bzw. Düsen 8 inertes, mit dem erhitzten Material nicht reagierendes Druckgas, beispielsweise
ein Edelgas, wie etwa Helium oder Argon, oder ein anderes inertes Fluid, zugeführt.
Die aus den Öffnungen bzw. Düsen 8 austretenden Inertgasströme prallen auf die Oberfläche
des Keramikteils 13 auf und werden längs der Oberfläche nach unten weggeleitet. Hierbei
entziehen sie der Giessform 12 und damit auch dem bereits gerichtet erstarrten Teil
des Giessforminhalts Wärme q. Entsprechend dem Stand der Technik nach US-A-3,532,155
errechnet sich die entzogene Wärme wie folgt:

wobei T die Temperatur des Giesskörpers an der Erstarrungsfront und T
o die Umgebungstemperatur, wie sie durch die Wände der Kühlkammer 5 bzw. der Vakuumkammer
2 bestimmt ist, bedeuten, und wobei
1/α = 1/α
cm + 1/α
cmd + 1/α
GCC, mit α
GCC = α
r (Wärmeübergang durch Strahlung) + α
cvgas (Wärmeübergang durch Konvektion).
[0019] Ein besonders hoher Wärmentzug auch bei einer komplex ausgebildeten Giessform wird
erreicht, wenn das Baffle 3 gekühlt ist und/oder wenn seine Öffnung 7 von flexiblen,
an der Giessform 12 anliegenden Fingern 21 begrenzt ist.
[0020] Für eine grosse Gasturbinenschaufel aus einer Nickel-Basissuperlegierung ergeben
sich typischerweise folgende Werte der Wärmeübergangszahlen:


wobei lambda
m bzw. lambda
md die spezifische Wärmeleitfähigkeit der Legierung bzw. der keramischen Giessform 12
und δ
m bzw. δ
md die Dicke der bereits erstarrten Metallschicht (angenommen als 30 mm) zwischen Formwand
(unter dem Baffle 3 gelegen) und Erstarrungsfront bzw. die Dicke der Formwand (angenommen
als 10 mm) bedeuten, und α
GCC = 800 J/m
2sK. Hieraus ergibt sich mit α = 134 J/m
2sK ein Wärmeübergangswert, welcher demjenigen nach dem schwerer beherrschbaren Verfahren
gemäss US-A-3,763,926 entspricht.
[0021] Das in die Kühlkammer 5 eingeblasene Inertgas kann durch das Vakuumsystem 17 aus
der Vakuumkammer 2 entfernt, abgekühlt gefiltert und - auf einige bar komprimiert
- Rohrleitungen 18 zugeführt werden, die mit den Öffnungen bzw. Düsen 8 in Wirkverbindung
stehen.
[0022] Das Befüllen einer nächsten Giessform mit geschmolzenem Metall kann nach Entfernen
der Giessform 12 und Evakuieren der Vakuumkammer 2 ausgeführt werden.
[0023] Nachfolgend sind die Eigenschaften von als Gasturbinenschaufeln ausgebildeten Giesskörpern
angegeben, welche nach den Verfahren gemäss US-A-3,532,155, gemäss US-A-3,763,926
und gemäss der Erfindung hergestellt worden sind. Diese Schaufeln wiesen jeweils gleiche
geometrische Abmessungen auf (Länge jeweils 200 mm) und bestanden aus einer Nickel-Basissuperlegierung
mit folgenden Hauptkomponenten in Gewichtsprozent:
Cr=6,5; Co=9,5; Mo=0.6; W= 6,5; Ta=6,5; Re=2,9; Al=5,6; Ti=1,0; Hf=0,1; Ni=Rest. Bei
allen Verfahren waren die Ofengeometrien, die Heiztemperaturen und die Abgiesstemperaturen
identisch.

[0024] Bei den Verfahren nach US-A-3,532,155 und insbesondere US-A-3,763,926 weist die Erstarrungsfront
typischerweise eine konkave Form auf. Beim Verfahren nach der Erfindung ist die Erstarrungsfront
hingegen eben oder sogar konvex ausgebildet. Mit dem Verfahren nach der Erfindung
kann so eine einkristalline Erstarrung einer Turbinenschaufel im Bereich ihres innen
und ihres aussen liegenden Endes besser eingestellt werden.
[0025] Ersichtlich zeichnet sich das Verfahren nach der Erfindung bei hoher Durchlaufgeschwindigkeit
durch den Ofen dadurch aus, dass die danach hergestellten Giesskörper eine besonders
grosse Einkristallbruchfestigkeit, eine geringe Porosität und keine Fehlstellen aufweisen.
Darüber hinaus werden bei der Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung Giesskörper
hergestellt, die nahezu frei von Freckles und slivers sind.
Bezugszeichenliste
[0026]
- 1
- Vakuumsystem
- 2
- Vakuumkammer
- 3
- Baffle (Strahlungsschild)
- 4
- Heizkammer
- 5
- Kühlkammer
- 6
- Schmelztiegel
- 7
- Öffnung
- 8
- Düsen
- 9
- Inertgasströme
- 10
- Antriebsstange
- 11
- Kühlplatte
- 12
- Giessform
- 13
- Keramikteil
- 14
- Füllvorrichtung
- 15
- aufgeschmolzene Legierung
- 16
- Heizelemente
- 17
- Vakuumsystem
- 18
- Rohrleitungen
- 19
- Erstarrungsfront
- 20
- Giesskörper
- 21
- Finger
1. Verfahren zur Herstellung eines Giesskörpers (20) in einer Vakuumkammer (2), bei dem
eine in einer Giessform (12) befindliche flüssige Legierung aus einer Heizkammer (4)
in eine Kühlkammer (5) geführt wird und dabei gerichtet erstarrt, wobei die Heizkammer
(4) von der Kühlkammer (5) durch ein mit einer Öffnung (7) versehenes Baffle (3) getrennt
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Giessform unterhalb des Baffles (3) von aussen
zusätzlich mit strömendem Gas gekühlt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gas ein Inertgas, wie
insbesondere Argon oder Helium, ist.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Gas
nach Eintreten des Bodens der Giessform (12) in die Kühlkammer (5) geführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Gas in
der Kühlkammer (5) in Richtung der Oberfläche der Giessform (12) geführt und anschliessend
aus der Vakuumkammer (2) entfernt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Gas durch Abpumpen in
Führungsrichtung der Giessform (12) aus der Vakuumkammer (2) entfernt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das abströmende
Gas abgesaugt, gekühlt, gefiltert und danach erneut in die Kühlkammer (5) geführt
wird.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass auf der von der Heizkammer (4) abgewandten Seite des Baffle (3) Mittel zum Erzeugen
und Führen der Gasströmung angeordnet sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel der Führung der
Gasströmung auf die Giessform (12) dienende Düsen oder Öffnungen (8) aufweisen.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnungen die Perforationen
mindestens einer perforierten Wand sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel
zur Erzeugung und Führung der Gasströmung ringförmig um die im Baffle (3) vorgesehene
Öffnung (7) angeordnet sind und überwiegend radial nach innen gerichtete Öffnungen
oder Düsen (8) aufweisen.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel
zur Erzeugung der Gasströmung wassergekühlt sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass eine auf
die Kühlkammer (5) und/oder das Baffle (3) wirkende zusätzliche Kühlvorrichtung vorgesehen
ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Baffle (3) gekühlt
ist und/oder von in die Öffnung (7) geführten flexiblen, an der Giessform (12) anliegenden
Fingern (21) begrenzt ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlkammer
(5) mit dem Eingang eines Vakuumsystems (17) zum Entfernen des Gases aus der Kühlkammer
(5) und zum Kühlen und Reinigen des entfernten Gases verbunden ist, welches Teil eines
der Kühlkammer (5) wieder Gas zuführenden geschlossenen Kreislaufs ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ausgang des Vakuumsystems
(17) mit zu den Düsen oder Öffnungen (8) führenden Rohrleitungen (18) verbunden ist.