TECHNISCHES GEBIET
[0001] Mit Verfahren zur Herstellung eines gerichtet erstarrten Giesskörpers können kompliziert
ausgebildete und hohen thermischen und mechanischen Belastungen aussetzbare Bauteile,
wie etwa Leit- oder Laufschaufeln von Gasturbinen, hergestellt werden. Je nach den
Verfahrensbedingungen kann hierbei der gerichtet erstarrte Giesskörper als Einkristall
ausgebildet oder von in einer Vorzugsrichtung ausgerichteten Stengelkristallen gebildet
sein. Von besonderer Bedeutung ist es, dass die gerichtete Erstarrung unter Bedingungen
stattfindet, bei denen zwischen einem gekühlten Teil einer geschmolzenes Ausgangsmaterial
aufnehmenden Giessform und dem noch geschmolzenen Ausgangsmaterial ein starker Wärmeaustausch
stattfindet. Es kann sich dann eine Zone gerichtet erstarrten Materials mit einer
Erstarrungsfront ausbilden, welche bei dauerndem Entzug von Wärme unter Bildung des
direkt erstarrten Giesskörpers durch die Giessform wandert.
[0002] Die Herstellung eines fehlerfreien Giesskörpers hängt wesentlich von der Grösse des
Temperaturgradienten an der Erstarrungsfront und der Verfestigungsgeschwindigkeit
ab. Mit geringem Temperaturgradienten und hoher Verfestigungsgeschwindigkeit kann
kein gerichtet erstarrter Giesskörper hergestellt werden. Hingegen kann mit einem
grossen Temperaturgradienten und mit geringer Verfestigungsgeschwindigkeit zwar ein
gerichtet erstarrter Giesskörper hergestellt werden, jedoch weist ein solcher Giesskörper
unerwünschte Fehlstellen auf, wie insbesondere in Ketten angeordnete und gleichachsig
ausgerichtete Körner (freckles).
STAND DER TECHNIK
[0003] Bei der Erfindung wird ausgegangen von einem Verfahren zur Herstellung eines gerichtet
erstarrten Giesskörpers und von einer Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
wie es beispielsweise in US-A-3,532,155 beschrieben ist. Das beschriebene Verfahren
dient der Herstellung der Lauf- und Leitschaufeln von Gasturbinen und verwendet einen
evakuierbaren Ofen. Dieser Ofen weist zwei durch eine wassergekühlte Wand voneinander
getrennte und übereinander angeordnete Kammern auf, von denen die obere Kammer heizbar
ausgebildet ist und einen schwenkbaren Schmelztiegel zur Aufnahme von zu vergiessendem
Material, beispielsweise eine Nickel-Basislegierung, aufweist. Die mit dieser Heizkammer
durch eine Öffnung in der wassergekühlten Wand verbundene untere Kammer ist kühlbar
ausgebildet und weist wasserdurchströmte Wände auf. Eine durch den Boden dieser Kühlkammer
und die Öffnung in der wassergekühlten Wand geführte Antriebsstange trägt eine wasserdurchströmte
Kühlplatte, welche den Boden einer in der Heizkammer befindlichen Giessform bildet.
[0004] Bei der Durchführung des Verfahrens wird zunächst die im Schmelztiegel verflüssigte
Legierung in die in der Heizkammer befindliche Giessform gegossen. Hierbei bildet
sich oberhalb der den Formboden bildenden Kühlplatte eine schmale Zone aus gerichtet
erstarrter Legierung. Bei einer in die Kühlkammer gerichteten Abwärtsbewegung der
Giessform wird diese Form durch die in der wassergekühlten Wand vorgesehene Öffnung
geführt. Eine die Zone aus gerichtet erstarrter Legierung begrenzende Erstarrungsfront
wandert unter Bildung eines gerichtet erstarrten Giesskörpers von unten nach oben
durch die gesamte Giessform.
[0005] Zu Beginn des Erstarrungsprozesses werden ein grosser Temperaturgradient und eine
hohe Verfestigungsgeschwindigkeit erreicht, da das in die Form gegossene Material
zunächst unmittelbar auf die Kühlplatte auftrifft und die der Schmelze zu entziehende
Wärme von der Erstarrungsfront durch eine vergleichsweise dünne Schicht erstarrten
Materials mit einer Wärmeübergangszahl α
cm zur Kühlplatte geleitet wird. Weist das Material eine relativ geringe spezifische
Wärmeleitfähigkeit auf, so wird mit wachsendem Abstand zwischen Kühlplatte und Erstarrungsfront
in zunehmendem Masse Wärme durch die Wände der Giessform mit einer Wärmeübergangszahl
α
cmd abgeleitet als auch von der Formoberfläche mit einer Wärmeübergangszahl α
r in die kühlere Umgebung abgestrahlt. Gemäss dem Newtonschen Wärmeübergangsgesetz
bestimmt sich dann die dem Giesskörper entzogene Wärme q wie folgt:

wobei T die mittlere Temperatur des Giesskörpers und T
o die Umgebungstemperatur, wie sie etwa durch die wassergekühtten Wände der Kühlkammer
bestimmt ist, bedeuten, und wobei 1/α = 1/α
cm + 1/α
cmd + 1/α
r.
[0006] Für eine grosse Gasturbinenschaufel aus einer Nickel-Basissuperlegierung ergeben
sich typischerweise folgende Werte der Wärmeübergangszahlen:


wobei lambda
m bzw. lambda
md die spezifische Wärmeleitfähigkeit der Legierung bzw. der keramischen Giessform und
δ
m bzw. δ
md die Dicke der bereits erstarrten Metallschicht (angenommen als 30 mm) zwischen dem
unter der wassergekühlten Wand gelegenen Teil der Formwand und der Erstarrungsfront
bzw. die Dicke der Formwand (angenommen als 10 mm) bedeuten, und α
r= σ(ε
1T
14- ε
2T
04)/(T
1 - T
0) = 130 J/m
2sK, wobei a die Stefan-Boltzmann-Konstante, ε
1, T
1 bzw. ε
2, T
0 die Emissionsfähigkeit und Temperatur der Giessformoberfläche bzw. die Absorptionsfähigkeit
und Temperatur der Umgebung bedeuten (ε
1 = ε
2 = 0,5; T
1 = 1500K; T
0 = 400K).
Hieraus ergibt sich α= 72 J/m
2sK.
[0007] Ein weiteres Verfahren zur Herstellung eines gerichtet erstarrten Giesskörpers ist
aus US-A-3,763,926 bekannt. Bei diesem Verfahren wird eine mit einer aufgeschmolzenen
Legierung gefüllte Giessform allmählich und kontinuierlich in ein auf ca.260°C aufgeheiztes
Zinnbad eingetaucht. Hierdurch wird eine besonders rasche Abfuhr von Wärme aus der
Giessform erreicht. Der mit diesem Verfahren gebildete, gerichtet erstarrte Giesskörper
zeichnet sich durch eine Mikrostruktur mit geringen Inhomogenitäten aus. Bei der Herstellung
von vergleichbar ausgebildeten Gasturbinenschaufeln können mit diesem Verfahren nahezu
doppelt so grosse α-Werte erreicht werden wie mit dem Verfahren nach US-A-3,532,155.
Zur Vermeidung unerwünschter gasbildender Reaktionen, die die bei der Durchführung
dieses Verfahrens eingesetzte Vorrichtung beschädigen können, benötigt dieses Verfahren
jedoch eine besonders genaue Temperaturregelung. Zudem ist die Wandstärke der Giessform
grösser als beim Verfahren nach der US-A-3,532,155 zu wählen.
[0008] Auch aus der japanischen Anmeldung JP 53-57127 ist ein Verfahren zur Herstellung
von gerichtet erstarrten Gusskörpem bekannt. Bei diesem Verfahren wird die Gussform
von einer Heizkammer nach unten geführt und mit einem Kühlring, welcher mit einem
inerten Gas betrieben wird, gekühlt. Nachteilig bei diesem Verfahren ist allerdings,
dass nicht die Gussform selbst, sondern lediglich das Gehäuse, welches um die Giessform
angeordnet ist, gekühlt wird, was zu einem wesentlich niedrigeren Temperaturgradienten
in der Erstarrungsfront führt. Zudem ist kein Baffle zwischen Heiz- und Kühlelement
vorhanden, was sich ebenfalls negativ auf den Temperaturgradienten in der Erstarrungsfront
und damit auf das Kornwachstum auswirkt.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0009] Der Erfindung, wie sie in Patentanspruch 1 angegeben ist, liegt die Aufgabe zugrunde,
eine Vorrichtung der eingangs genannten Art anzugeben, mit dem in einfacher Weise
gerichtet erstarrte Giesskörper mit einer geringen Anzahl an Fehlstellen hergestellt
werden können. Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 aufgeführten Merkmale gelöst.
WEG ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0010] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher beschrieben.
[0011] Hierbei zeigt die einzige Figur in schematischer Darstellung eine bevorzugte Ausführungsform
einer Vorrichtung zur Herstellung eines gerichtet erstarrten Giesskörpers.
[0012] Die in der einzigen Figur dargestellte Vorrichtung weist eine über ein Vakuumsystem
1 evakuierbareVakuumkammer 2 auf. Die Vakuumkammer 2 nimmt zwei durch ein Baffle (Strahlungsschild)
3 voneinander getrennte, übereinander angeordnete Kammern 4, 5 und einen schwenkbaren
Schmelztiegel 6 zur Aufnahme einer Legierung, beispielsweise einer Nickel-Basissuperlegierung,
auf. Die obere 4 der beiden Kammern ist heizbar ausgebildet. Die mit der Heizkammer
4 durch eine Öffnung 7 im Baffle 3 verbundene untere Kammer 5 enthält eine Vorrichtung
zum Erzeugen und Führen einer Gasströmung. Diese Vorrichtung enthält einen Hohlraum
mit Öffnungen bzw. Düsen 8, welche nach innen auf eine Giessform 12 weisen sowie ein
System zum Erzeugen von Gasströmen 9. Die aus den Öffnungen bzw. Düsen 8 tretenden
Gasströme sind überwiegend zentripetal geführt. Eine beispielsweise durch den Boden
der Kühlkammer 5 geführte Antriebsstange 10 trägt eine gegebenenfalls wasserdurchströmte
Kühlplatte 11, welche den Boden einer Giessform 12 bildet.
[0013] Diese Giessform kann durch einen auf die Antriebsstange 10 wirkenden Antrieb von
der Heizkammer 4 durch die Öffnung 7 in die Kühlkammer 5 geführt werden.
[0014] Die Giessform 12 weist oberhalb der Kühlplatte 11 ein dünnwandiges, beispielsweise
10 mm dickes, Teil 13 aus Keramik auf, welches die Bildung von Kristallen fördernde
Keime und/oder einen Helixstarter aufnehmen kann. Durch Abheben von der Kühlplatte
11 bzw. durch Aufsetzen auf die Kühlplatte 11 kann die Giessform 12 geöffnet bzw.
geschlossen werden. An ihrem oberen Ende ist die Giessform 12 offen und kann über
eine in die Heizkammer 4 geführte Füllvorrichtung 14 mit aufgeschmolzener Legierung
15 aus dem Schmelztiegel 6 gefüllt werden. Die Giessform 12 in der Heizkammer 4 umgebende
elektrische Heizelemente 16 halten den im heizkammerseitigen Teil der Giessform 12
befindlichen Legierungsteil oberhalb ihrer Liquidustemperatur.
[0015] Die Kühlkammer ist mit dem Eingang eines Vakuumsystems 17 zum Entfernen des einströmenden
Gases aus der Vakuumkammer 2 und zum Kühlen und Reinigen des entfernten Gases verbunden.
[0016] Zur Herstellung eines gerichtet erstarrten Giesskörpers wird zunächst die Giessform
12 durch eine Aufwärtsbewegung der Antriebsstange 10 in die Heizkammer 4 gebracht
(in der Figur gestrichelt angedeutet). Im Schmelztiegel 6 verflüssigte Legierung wird
sodann über die Füllvorrichtung 14 in die Giessform 12 gegossen. Hierbei bildet sich
oberhalb der den Formboden bildenden Kühlplatte 11 eine schmale Zone aus gerichtet
erstarrter Legierung (in der Figur nicht dargestellt).
[0017] Bei einer in die Kühlkammer 5 gerichteten Abwärtsbewegung der Giessform 12 wird das
Keramikteil 13 der Giessform 12 sukzessive durch die im Baffle 3 vorgesehene Öffnung
7 geführt. Eine die Zone aus gerichtet erstarrter Legierung begrenzende Erstarrungsfront
19 wandert unter Bildung eines gerichtet erstarrten Giesskörpers 20 von unten nach
oben durch die gesamte Giessform (Figur).
[0018] Zu Beginn des Erstarrungsprozesses werden ein grosser Temperaturgradient und eine
hohe Verfestigungsgeschwindigkeit erreicht, da das in die Form gegossene Material
zunächst unmittelbar auf die Kühlplatte auftrifft und die der Schmelze zu entziehende
Wärme von der Erstarrungsfront durch eine vergleichsweise dünne Schicht erstarrten
Materials zur Kühlplatte 11 geführt wird. Wenn der von der Kühlplatte 11 gebildete
Boden der Giessform 12, gemessen von der Unterseite des Baffle 3, einige Millimeter,
beispielsweise 5 bis 40 mm, in die Kühlkammer 5 eingedrungen ist, wird aus den Öffnungen
bzw. Düsen 8 inertes, mit dem erhitzten Material nicht reagierendes Druckgas, beispielsweise
ein Edelgas, wie etwa Helium oder Argon, oder ein anderes inertes Fluid, zugeführt.
Die aus den Öffnungen bzw. Düsen 8 austretenden Inertgasströme prallen auf die Oberfläche
des Keramikteils 13 auf und werden längs der Oberfläche nach unten weggeleitet. Hierbei
entziehen sie der Giessform 12 und damit auch dem bereits gerichtet erstarrten Teil
des Giessforminhalts Wärme q. Entsprechend dem Stand der Technik nach US-A-3,532,155
errechnet sich die entzogene Wärme wie folgt:

wobei T die Temperatur des Giesskörpers an der Erstarrungsfront und T
o die Umgebungstemperatur, wie sie durch die Wände der Kühlkammer 5 bzw. der Vakuumkammer
2 bestimmt ist, bedeuten, und wobei 1/α = 1/α
cm + 1/α
cmd + 1/α
GCC, mit α
GCC = α
r (Wärmeübergang durch Strahlung) + α
cvgas (Wärmeübergang durch Konvektion).
[0019] Ein besonders hoher Wärmentzug auch bei einer komplex ausgebildeten Giessform wird
erreicht, wenn das Baffle 3 gekühlt ist und/oder wenn seine Öffnung 7 von flexiblen,
an der Giessform 12 anliegenden Fingern 21 begrenzt ist.
[0020] Für eine grosse Gasturbinenschaufel aus einer Nickel-Basissuperlegierung ergeben
sich typischerweise folgende Werte der Wärmeübergangszahlen:


wobei lambda
m bzw. lambda
md die spezifische Wärmeleitfähigkeit der Legierung bzw. der keramischen Giessform 12
und δ
m bzw. δ
md die Dicke der bereits erstarrten Metallschicht (angenommen als 30 mm) zwischen Formwand
(unter dem Baffle 3 gelegen) und Erstarrungsfront bzw. die Dicke der Formwand (angenommen
als 10 mm) bedeuten, und α
GCC = 800 J/m
2sK. Hieraus ergibt sich mit α= 134 J/m
2sK ein Wärmeübergangswert, welcher demjenigen nach dem schwerer beherrschbaren Verfahren
gemäss US-A-3,763,926 entspricht.
[0021] Das in die Kühlkammer 5 eingeblasene Inertgas kann durch das Vakuumsystem 17 aus
der Vakuumkammer 2 entfernt, abgekühlt gefiltert und - auf einige bar komprimiert
- Rohrleitungen 18 zugeführt werden, die mit den Öffnungen bzw. Düsen 8 in Wirkverbindung
stehen.
[0022] Das Befüllen einer nächsten Giessform mit geschmolzenem Metall kann nach Entfernen
der Giessform 12 und Evakuieren der Vakuumkammer 2 ausgeführt werden.
[0023] Nachfolgend sind die Eigenschaften von als Gasturbinenschaufeln ausgebildeten Giesskörpern
angegeben, welche nach den Verfahren gemäss US-A-3,532,155, gemäss US-A-3,763,926
und mit der Erfindung hergestellt worden sind. Diese Schaufeln wiesen jeweils gleiche
geometrische Abmessungen auf (Länge jeweils 200 mm) und bestanden aus einer Nickel-Basissuperlegierung
mit folgenden Hauptkomponenten in Gewichtsprozent:
Cr=6,5; Co=9,5; Mo=0.6; W= 6,5; Ta=6,5; Re=2,9; Al=5,6; Ti=1,0; Hf=0,1; Ni=Rest
[0024] Bei allen Verfahren waren die Ofengeometrien, die Heiztemperaturen und die Abgiesstemperaturen
identisch.
| Verfahren |
US-A-3,532,155 |
US-A-3,763,926 |
Erfindung |
| Anzahl Schaufeln |
8 |
8 |
4 |
| Material |
← Nickel-Basissuperlegierung → |
| Ziehgeschwindigkeit |
3 mm/min Blatt |
← 7 mm/min Blatt → |
| 2 mm/min Fuss |
← 4 mm/min Fuss → |
| Durchschnittliche Länge Einkristallabschnitt vor Bruch |
156 mm
(Einkristallbruch bei 6 von 8 Schaufeln) |
178 mm
(Einkristallbruch bei 2 von 8 Schaufeln) |
200 mm
(kein Einkristallbruch) |
Slivers
(Mittelwert) |
1,5 |
3 |
1,5 |
Max. Porosität
(Volumen%) |
< 0,9 |
< 0,5 |
< 0,6 |
| Freckles |
im Fussbereich |
← keine → |
[0025] Bei den Verfahren nach US-A-3,532,155 und insbesondere US-A-3,763,926 weist die Erstarrungsfront
typischerweise eine konkave Form auf. Beim Betrieb der erdindungsgemäßen Vorrichtung
ist die Erstarrungsfront hingegen eben oder sogar konvex ausgebildet. Mit der Erfindung
kann so eine einkristalline Erstarrung einer Turbinenschaufel im Bereich ihres innen
und ihres aussen liegenden Endes besser eingestellt werden.
[0026] Ersichtlich zeichnet sich die Verwendung der Erfindung dadurch aus, dass bei hoher
Durchlaufgeschwindigkeit durch den Ofen die danach hergestellten Giesskörper eine
besonders grosse Einkristallbruchfestigkeit, eine geringe Porosität und keine Fehlstellen
aufweisen. Darüber hinaus werden dabei Giesskörper hergestellt, die nahezu frei von
Freckles und slivers sind.
Bezugszeichenliste
[0027]
- 1
- Vakuumsystem
- 2
- Vakuumkammer
- 3
- Baffle (Strahlungsschild)
- 4
- Heizkammer
- 5
- Kühlkammer
- 6
- Schmelztiegel
- 7
- Öffnung
- 8
- Düsen
- 9
- Inertgasströme
- 10
- Antriebsstange
- 11
- Kühlplatte
- 12
- Giessform
- 13
- Keramikteil
- 14
- Füllvorrichtung
- 15
- aufgeschmolzene Legierung
- 16
- Heizelemente
- 17
- Vakuumsystem
- 18
- Rohrleitungen
- 19
- Erstarrungsfront
- 20
- Giesskörper
- 21
- Finger
1. Vorrichtung zur Herstellung eines gerichtet erstarrten Glesskörpers (20), bestehend
aus einer Gießform (12) mit einer den Boden der Gießform (12) bildenden Kühlplatte
(11), in einer Vakuumkammer (2), welche eine Heiz- (4) und eine Kühlkammer (5) aufweist,
beide Kammern durch ein mit einer Öffnung versehenes Baffle (3) getrennt, sowie einer
Transportvorrichtung (10) zur Führung der in der Gießform (12) befindlichen flüssigen
Legierung aus der Heizkammer (4) in die Kühlkammer (5), wobei auf der von der Heizkammer
(4) abgewandten Seite des Baffles (3) in der Nähe des Baffles Düsen (8) zum Erzeugen
und Führen einer Gasströmung in Richtung der Oberfläche derGießform (12) angeordnet
sind.
2. Vorrichtung nach Ansprüche 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnungen die Perforationen mindestens einer perforierten Wand sind.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zur Erzeugung und Führung der Gasströmung ringförmig um die im Baffle
(3) vorgesehene Öffnung (7) angeordnet sind und überwiegend radial nach innen gerichtete
Öffnungen oder Düsen (8) aufweisen.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zur Erzeugung der Gasströmung wassergekühlt sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine auf die Kühlkammer (5) und/oder das Baffle (3) wirkende zusätzliche Kühlvorrichtung
vorgesehen ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Baffle (3) gekühlt ist und/oder von in die Öffnung (7) geführten flexiblen, an
der Giessforn (12) anliegenden Fingern (21) begrenzt ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlkammer (5) mit dem Eingang eines Vakuumsystems (17) zum Entfernen des Gases
aus der Kühlkammer (5) und zum Kühlen und Reinigen des entfernten Gases verbunden
ist, welches Teil eines der Kühlkammer (5) wieder Gas zuführenden geschlossenen Kreislaufs
ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ausgang des Vakuumsystems (17) mit zu den Düsen oder Öffnungen (8) führenden
Rohrleitungen (18) verbunden ist.
1. Apparatus for producing a directionally solidified casting (20) comprising a casting
mould (12) having a cooling plate (11) forming the base of the casting mould (12),
in a vacuum chamber (2) which has a heating chamber (4) and a cooling chamber (5),
the two chambers being separated by a baffle (3) provided with an opening, and also
a transporting apparatus (10) for guiding the liquid alloy located in the casting
mould (12) from the heating chamber (4) into the cooling chamber (5), nozzles (8)
for generating and guiding a stream of gas in the direction of the surface of the
casting mould (12) being arranged in the vicinity of the baffle on the side of the
baffle (3) remote from the heating chamber (4).
2. Apparatus according to Claim 1, characterized in that the orifices are the perforations of at least one perforated wall.
3. Apparatus according to one of Claims 1 to 2, characterized in that the means for generating and guiding the stream of gas are arranged annularly around
the opening (7) provided in the baffle (3) and have orifices or nozzles (8) directed
predominantly radially inwards.
4. Apparatus according to one of Claims 1 to 3, characterized in that the means for generating the stream of gas are water-cooled.
5. Apparatus according to one of Claims 1 to 4, characterized in that an additional cooling device acting on the cooling chamber (5) and/or the baffle
(3) is provided.
6. Apparatus according to Claim 5, characterized in that the baffle (3) is cooled and/or is delimited by flexible fingers (21) which are guided
into the opening (7) and rest against the casting mould (12).
7. Apparatus according to one of Claims 1 to 6, characterized in that the cooling chamber (5) is connected to the inlet of a vacuum system (17) for removing
the gas from the cooling chamber (5) and for cooling and purifying the gas removed,
which vacuum system is part of a closed circuit feeding gas back to the cooling chamber
(5).
8. Apparatus according to Claim 7, characterized in that an outlet of the vacuum system (17) is connected to pipelines (18) leading to the
nozzles or orifices (8).
1. Appareil pour la fabrication d'une pièce coulée solidifiée directionnellement (20),
se composant d'un moule de coulée (12) avec une plaque de refroidissement (11) formant
le fond du moule de coulée (12), dans une chambre sous vide (2), qui comporte une
chambre de chauffage (4) et une chambre de refroidissement (5), les deux chambres
étant séparées par une cloison (3) pourvue d'une ouverture, ainsi que d'un dispositif
de transport (10) pour le guidage de l'alliage liquide se trouvant dans le moule de
coulée (12) de la chambre de chauffage (4) dans la chambre de refroidissement (5),
dans lequel des buses (8) pour produire et guider un courant de gaz en direction de
la surface du moule de coulée (12) sont disposées à proximité de la cloison, sur le
côté de la cloison (3) situé à l'opposé de la chambre de chauffage (4).
2. Appareil selon la revendication 1, caractérisé en ce que les ouvertures sont les perforations d'au moins une paroi perforée.
3. Appareil selon l'une quelconque des revendications 1 à 2, caractérisé en ce que les moyens pour produire et guider le courant de gaz sont disposés en anneau autour
de l'ouverture (7) prévue dans la cloison (3) et présentent des ouvertures ou des
buses (8) dirigées essentiellement radialement vers l'intérieur.
4. Appareil selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les moyens pour produire le courant de gaz sont refroidis à l'eau.
5. Appareil selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'il est prévu un dispositif de refroidissement supplémentaire agissant sur la chambre
de refroidissement (5) et/ou sur la cloison (3).
6. Appareil selon la revendication 5, caractérisé en ce que la cloison (3) est refroidie et/ou est limitée par des doigts flexibles (21) guidés
dans l'ouverture (7) et appliqués sur le moule de coulée (12).
7. Appareil selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que la chambre de refroidissement (5) est raccordée à l'entrée d'un système à vide (17)
pour évacuer le gaz hors de la chambre de refroidissement (5) et pour refroidir et
épurer le gaz évacué, qui fait partie d'un circuit fermé renvoyant du gaz à la chambre
de refroidissement (5).
8. Appareil selon la revendication 7, caractérisé en ce qu'une sortie du système à vide (17) est raccordée à des tuyaux (18) conduisant aux buses
ou ouvertures (8).