[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Beeinflussen von Maß- und Formänderungen
beim Härten von insbesondere rotationssymmetrischen Werkstücken.
[0002] Es ist bekannt, daß die Martensit-Bildung eine erhebliche Härtesteigerung von Stahl
bewirkt. Mit Härten bezeichnet man eine Wärmebehandlung, bei der das Werkstück, ausgehend
von der Härtetemperatur bei austenitischem Gefüge, in einem Abschreckmedium in der
Weise abgekühlt wird, daß es zur Martensit-Bildung kommt. Beim Härten von Bauteilen
tritt Verzug auf, der in einen unvermeidbaren Anteil, resultierend aus den Gefügeumwandlungen,
und einen vermeidbaren Anteil, der von prozeßspezifischen Gegebenheiten abhängt, unterteilt
werden kann.
[0003] Zum Härten werden die Werkstücke unmittelbar nach dem Aufkohlen auf mechanische Hilfsmittel
mit einem vorgegebenen Durchmesser aufgelegt und im Abschreckmedium abgekühlt. Im
Verlauf dieser Abkühlung schrumpfen die Werkstücke auf diesen Durchmesser unter plastischer
und elastischer Verformung auf.
[0004] Zu den erwähnten mechanischen Hilfsmitteln zählen sogenannte Dornfixturen sowie kraftgebundene
Vorrichtungen, sogenannte Spreizwerkzeuge. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung werden
Dornfixturen eingesetzt.
[0005] Aus der DE-A 41 33 799 ist ein Verfahren zum Härten von rotationssymmetrischen Werkstücken
bekanntgeworden, bei dem das Abschrecken der Werkstücke in mindestens zwei Zeitabschnitten
erfolgt. In einem ersten Zeitabschnitt schrumpft das Werkstück auf einen ersten Durchmesser
des mechanischen Hilfsmittels unter vorwiegend plastischer Verformung auf. In einem
anschließenden weiteren Zeitabschnitt wird dieser Vorgang fortgesetzt in der Weise,
daß das Werkstück auf einen geringeren zweiten Durchmesser aufschrumpft. Der Anteil
der plastischen Verformung ist während dieses Zeitabschnitts wesentlich geringer.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die bekannten Verfahren zum
Beeinflussen von Maß- und Formänderungen beim Härten unter Einsatz von Dornfixturen
zu vereinfachen und zu verbilligen.
[0007] Mit der erfindungsgemäßen Lösung wird ein Verfahren zum Beeinflussen von Maß- und
Formänderungen beim Härten von Werkstücken nach dem Gattungsbegriff bereitgestellt,
das durch die Verfahrensschritte: Stapeln der Werkstücke auf der Dornfixtur, Aufkohlen
und Abschrecken der auf der Dornfixtur befindlichen Werkstücke sowie Entfernen der
Werkstücke von der Dornfixtur gekennzeichnet ist. Das vorgeschlagene Verfahren ist
mit einer Reihe von wertvollen Vorteilen verbunden. Die Härteergebnisse sind in hohem
Maße reproduzierbar. Es ist kein aufwendiges Handhaben der Teile im Ofen erforderlich.
Durch den vereinfachten Verfahrensablauf können einfachere und damit preiswertere
Öfen verwendet werden. Das Beschicken der Öfen kann einfach automatisiert werden.
In einer einzigen Ofencharge können unterschiedliche Teile gefertigt werden. Durch
die Vereinfachung steht ein hohes Einsparungspotential im Vergleich zu den bisherigen
Kosten einer Wärmebehandlung zur Verfügung.
[0008] Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, die Werkstücke nach dem Stapeln auf der
Dornfixtur zu fixieren. Um auf diese Weise Verzug zu vermeiden, können die Werkstücke
beispielsweise beschwert werden.
[0009] Für das erfindungsgemäße Verfahren wird vorzugsweise ein mechanisches Hilfsmittel
eingesetzt zum Härten von Werkstücken, die in einem Abschreckmedium auf einen vorgegebenen
Durchmesser unter plastischer und elastischer Verformung aufschrumpfen, welches Hilfsmittel
aus einer Dornfixtur besteht, die beim Aufkohlen der Werkstücke nicht mit aufkohlt.
Es findet demnach keine Umwandlung der Oberfläche der Dornfixtur in ein Härtegefüge
statt.
[0010] Es hat sich herausgestellt, daß eine Beschichtung der Dornfixtur mit einem Material,
die ein Aufkohlen verhindert, eine, insbesondere hinsichtlich ihres Verschleißes,
vorteilhafte Lösung darstellt. Die Beschichtung kann vorzugsweise durch Vernickeln
oder Verkupfern erzeugt werden.
[0011] Eine Dornfixtur mit einer hohen Beständigkeit gegen Altern zeichnet sich dadurch
aus, daß sie aus einem hochlegierten Stahl gefertigt ist.
[0012] Das Verfahren nach der Erfindung sowie eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete
Vorrichtung wird im folgenden näher erläutert:
[0013] Das Verfahren beruht auf der Erkenntnis, daß eine Zeit- und Kostenersparnis beim
Härten von Werkstücken in der laufenden Fertigung dann erzielt werden kann, wenn die
einzelnen Arbeitsgänge: Aufkohlen der Werkstücke, Stapeln der Werkstücke auf der Dornfixtur
und Abschrecken unter plastischer und elastischer Verformung der Werkstücke, in einem
Verfahrensablauf miteinander kombiniert werden können. Demzufolge setzt sich das erfindungsgemäße
Härteverfahren aus den Arbeitsschritten: Stapeln der Werkstücke auf einer Dornfixtur,
Aufkohlen und Abschrecken der Werkstücke zusammen. Im Unterschied zu den bekannten
Verfahren werden die Dornfixtur und die zu härtenden Werkstücke auf Härtetemperatur
gebracht. Beim Abschrecken unter Öl schrumpfen die Werkstücke auf die Dornfixtur auf.
Die Dornfixtur benötigt aufgrund ihrer größeren Masse länger, bis sie (auf die Öltemperatur)
abgeschreckt ist. Wegen der Volumendifferenz aufgrund des Temperaturgefälles zwischen
den Werkstücken und der Dornfixtur schrumpfen die Werkstücke zunächst - unter vorwiegend
plastischer Verformung - auf einen größeren Durchmesser der Dornfixtur auf. Im weiteren
Verlauf der Abkühlung verringert sich der Durchmesser der Dornfixtur, wobei das Werkstück
dieser Durchmesseränderung folgt. In diesem Verfahrensabschnitt kann nochmals eine
plastische Verformung stattfinden, die, gemessen am Anteil der plastischen Verformung
im ersten Verfahrensschritt, jedoch wesentlich geringer ist. Um die Werkstücke beim
Abschrecken plan zu halten, ist es vorteilhaft, die Werkstücke nach dem Stapeln auf
der Dornfixtur mit einem Gewicht zu beschweren. Nach dem endgültigen Abschrecken der
Werkstücke schrumpft die Dornfixtur auf ihr Ausgangsmaß, so daß die Werkstücke problemlos
von der Dornfixtur abgenommen werden können.
[0014] Das vorgeschlagene Verfahren setzt eine Dornfixtur voraus, die beim Aufkohlen der
Werkstücke nicht mit aufkohlt, d. h. es erfolgt keine Umwandlung der Oberfläche der
Dornfixtur in ein Härtegefüge. Um dieses Aufkohlen der Dornfixtur zu verhindern, kann
sie beispielsweise vernikkelt oder verkupfert sein. Alternativ hierzu kann die Dornfixtur
aus einem hochlegierten Stahl gefertigt sein, der den Umwandlungsprozeß in Härtegefüge
nicht mitvollzieht.
[0015] Sowohl eine vernickelte als auch verkupferte Oberfläche der Dornfixtur als auch eine
Dornfixtur aus einem hochlegierten Stahl haben bei praktischen Einsätzen eine hervorragende
Alterungsbeständigkeit gezeigt.
[0016] Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens bestehen zusammenfassend darin, daß
die Härteergebnisse sehr gut reproduzierbar sind. Die aufwendige Handhabung der Werkstücke
im Ofen, wie sie teilweise bei den bekannten Verfahren anfällt, entfällt. Es können
einfachere und damit preiswertere Öfen verwendet werden. Ferner kann das Beschicken
der Öfen mit einfachen Mitteln automatisiert werden. Es ist eine chaotische Fertigung
unterschiedlicher Teile in einer Ofencharge möglich. Darüber hinaus zeichnet sich
das Verfahren durch ein hohes Einsparungspotential aus.
1. Verfahren zum Beeinflussen von Maß- und Formänderungen beim Härten von Werkstücken,
die in einem Abschreckmedium auf mechanische Hilfsmittel in Form einer Dornfixtur,
mit einem vorgegebenen Durchmesser unter plastischer und elastischer Verformung aufschrumpfen,
gekennzeichnet durch die Verfahrensschritte:
Stapeln der Werkstücke auf der Dornfixtur, Aufkohlen und Abschrekken der auf der Dornfixtur
befindlichen Werkstücke sowie Entfernen der Werkstücke von der Dornfixtur.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Werkstücke nach dem Stapeln auf der Dornfixtur fixiert werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Werkstücke beschwert werden.
1. Process for influencing changes in size and shape when hardening workpieces which
shrink in a quenching medium onto mechanical accessories in the form of a mandrel
fixture, with a predetermined diameter, while undergoing plastic and elastic deformation,
characterised by the process steps: stacking the workpieces on the mandrel fixture,
carburising and quenching the workpieces disposed on the mandrel fixture and removing
the workpieces from the mandrel fixture.
2. Process according to claim 1, characterised in that the workpieces are fixed on the
mandrel fixture following stacking.
3. Process according to claim 2, characterised in that the workpieces are weighted.
1. Procédé pour influer sur les changements dimensionnels et les déformations lors du
durcissement de pièces à usiner qui, dans un milieu de trempe, subissent un retrait
sur des moyens mécaniques sous forme d'une fixation par mandrin avec un diamètre pré-défini
avec déformation plastique et élastique, caractérisé par les étapes de procédé suivantes: empilage des pièces sur la fixation par mandrin,
carburation et trempe des pièces se trouvant sur la fixation par mandrin ainsi qu'enlèvement
des pièces de la fixation par mandrin
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'après l'empilage, les pièces sont fixées sur la fixation par mandrin
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que les pièces sont soumises à une charge.