[0001] Beim Betrieb von Strömungsmaschinen werden auf die Welle Reaktionskräfte übertragen,
die von dieser wiederum auf das feststehende Gehäuse übertragen werden müssen. Da
es unerwünscht ist, diese Kräfte ausschließlich über die Wellenlagerung zu leiten,
wurden verschiedene Ausgleichs- und Entlastungseinrichtungen entwickelt. Bei einer
bekannten Ausgleichsvorrichtung (Pfleiderer: Die Kreiselpumpen, 1949, S.366-368) wird
die gesamte Axialkraft durch eine mit der Welle drehfest verbundene Druckscheibe auf
eine Stirnfläche des Gehäuses übertragen, die mit der Druckscheibe einen radial durchströmten
Drosselspalt einschließt. Sie wird auf ihrer Rückseite von einem niedrigen Druck und
auf der Drosselspaltseite von einem abgedrosselten höheren Druck der Maschine beaufschlagt.
Im Betrieb stellt sich ein von der Differenz dieser Drücke abhängiger Drosselspalt
ein, der bei konstanter Durchströmung und konstanten Betriebsverhältnissen eine Berührungsfreie
Kraftübertragung ermöglicht. Damit sich der Drosselspalt gemäß der Druckdifferenz
einstellen kann, muß die Welle axial beweglich sein. Dies ist aus Betriebssicherheitsgründen
in vielen Fällen unmöglich, in denen sich somit der Ansatz einer Ausgleichsscheibe
verbietet. In diesen Fällen greift man zu einem sogenannten Entlastungskolben. Dies
ist ein auf der Welle fest angeordneter Ring, der mit möglichst geringem Spiel in
der Bohrung eines feststehenden Gehäuseteils umläuft und auf einer Seite von einem
höheren Mediumsdruck als auf der anderen beaufschlagt ist. Die daraus auf den Ausgleichskolben
resultierende Kraft dient zur Entlastung eines die axiale Position der Welle bestimmenden
Lagers. Mit Rücksicht auf die Betriebssicherheit kann der axiale Spalt zwischen dem
Umfang des Entlastungskolbens und der Bohrung des Gehäuses ein gewisses Minimum nicht
unterschreiten. Daher ergibt sich eine hohe Leckage, die 4-6% des Förderstroms ausmachen
kann und daher den Gesamtwirkungsgrad erheblich beeinträchtigt.
[0002] Diese hohe Leckage kann man dadurch vermeiden, daß man den Entlastungskolben mit
einem diesem gegenüber frei drehbaren Ring versieht, der statt des Entlastungskolbens
gegenüber dem Gehäuse abgedichtet ist, sich gegenüber dem Gehäuse nicht dreht, aber
gemeinsam mit dem Entlastungskolben axial beweglich ist (US-A 2,221,225). Dieser Ring
sitzt in einer Umfangsnut des Entlastungskolbens, wobei seine Stirnflächen mit den
dazu parallelen Flanken der Nut zwei enge Spalten einschließen. Während des Betriebs
soll der Ring eine etwa mittige Stellung zwischen den Nutflanken einnehmen. Der Leckstrom
wird dann durch die Weite der beiden stirnseitigen Spalten bestimmt. Der Abstand zum
Nutgrund wirkt sich nicht aus, da er sehr groß ist. Kontakt zwischen dem Ring und
dem Entlastungskolben soll während des Betriebs normalerweise nicht auftreten. Diese
bekannte Anordnung hat den Nachteil, daß die Größe des Leckstroms und das dynamische
Verhalten des Rings von dem Spiel zwischen den Stirnflächen des Rings und den Nutflanken
und damit von Herstellungstoleranzen und Verschleiß abhängt. Sie neigt auch zu instabilem
Verhalten.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Entlastungsanordnung der zuletzt
erläuterten Art zu schaffen, wie sie im Gattungsbegriff des Anspruchs 1 angegeben
ist, die einfacher aufgebaut ist und nicht zu Instabilität im Betriebsverhalten neigt.
[0004] Die erfindungsgemäße Lösung besteht in den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie vorzugsweise
denen des Anspruchs 2.
[0005] Die erfindungsgemäße Entlastungsanordnung benötigt lediglich einen radialen Ringspalt
zwischen dem Entlastungskolben und dem Drosselring. Diesem ist eine Vordrossel in
Gestalt eines engen, zylindrischen Ringspalts zwischen diesen beiden Teilen vorgeschaltet.
Da die Drosselwirkung dieses Ringspalts von der axialen Lage des Drosselrings unabhängig
ist, ergibt sich ein sehr stabiles Betriebsverhalten. Genaue Herstellung ist nicht
erforderlich.
[0006] Im Hinblick auf die Drosselung des Leckstroms gleicht die erfindungsgemäße Anordnung
einer radial durchströmten Drosselspaltdichtung (Müller: Abdichtung bewegter Maschinenteile,
Waiblingen 1990, S.141-144). Es handelt sich dabei um eine Art von Dichtungen, die
den Gleitringdichtungen ähnlich ist aber zur sicheren Vermeidung von Festkörperkontakt
zwischen den Gleitflächen einen ständig offenen Spalt einschließt, der keine Abdichtung,
sondern lediglich die Drosselung eines Leckstroms bewirkt. Der besondere Effekt der
erfindungsgemäßen Anordnung im Vergleich mit der bekannten Gleitringdichtung besteht
darin, daß der Drosselring sich an der Aufbringung der Entlastungskraft beteiligt.
Sein gesamter innerhalb der Gehäusebohrung befindlicher Querschnitt wird von der die
Entlastungskraft bildenden Druckdifferenz beaufschlagt. Der dadurch auf ihn entfallende
Kraftanteil wird über den Drosselspalt hinweg auf den Ringvorsprung des Ausgleichskolbens
übertragen und kommt damit der Ausgleichswirkung zugute, obwohl der Drosselring mit
der Welle nicht fest verbunden ist.
[0007] Es ist eine Achsschubausgleichseinrichtung bekannt (DE-A 14 53 787), die für eine
axial beweglich gelagerte Welle zwei radiale Drosselspalten vorsieht, von denen einer
mit einer gehäusefesten Gegenfläche zusammenwirkt, während der andere mit einem mit
dem Gehäuse drehfest verbundenen, aber axial beweglichen und gegenüber dem Gehäuse
abgedichteten Ring zusammenwirkt. Der zylindrische Ringspalt zwischen den genannten
drei Komponenten wirkt als Drossel. Für Entlastungsanordnungen, bei denen eine axial
fest gelagerte Welle vorausgesetzt ist, läßt sich diese Konstruktion nicht verwenden.
Außerdem ist sie sehr aufwendig.
[0008] Vorzugsweise ist der Außendurchmesser der an der Bildung des radialen Drosselspalts
beteiligten Stirnfläche des Drosselrings größer als der Durchmesser des mit der Gehäusebohrung
zusamwenwirkenden Umfangs des Drosselrings. Dies wird verwirklicht durch einen am
Drosselring vorgesehenen Ringvorsprung oder Flansch, der auf der Seite des Drosselspalts
von dem ggf. höheren, von der Druckseite her beeinflußten Spaltdruck und auf seiner
Rückseite von dem niedrigen Druck beaufschlagt ist. Dadurch läßt sich die Größe des
Drosselspalts für gegebene Betriebsverhältnisse zuverlässig einstellen.
[0009] Die Erfindung wird im folgenden näher unter Bezugnahme auf die Zeichnuna erläutert.
Darin zeigen:
- Fig.1
- einen Schnitt durch denjenigen Teil einer mehrstufigen Kreiselpumpe, der den Entlastungskolben
enthält; die Darstellung in der unteren Hälfte zeigt die Anordnung des Entlastungskolbens
nach herkömmlicher Technik, während die obere Hälfte die erfindungsgemäße Ausführung
zeigt, und
- Fig.2
- einen Teilschnitt durch den Entlastungskolben und den zugehörigen Gehäuseteil.
[0010] Die Welle 1, die die Kreiselräder der Pumpenstufen 2 trägt, ist in dem Gehäuse, von
dem bei 3 ein Teil erkennbar ist, in nicht gezeigter Weise axial fest gelagert. Zwischen
einem Raum 4 der Pumpe, der mit hohem Druck "H" beaufschlagt ist, und einem Raum,
in welchem niedrigerer Druck "N" herrscht, ist die Entlastungskolbeneinrichtung vorgesehen.
In der bekannten Anordnung wird diese von dem Entlastungskolben 6 und dem feststehenden
Gehäuseteil 7 gebildet, die über einen zylindrischen Drosselspalt 8 zusammenwirken.
Der Entlastungskolben 6 ist fest auf der Welle 1 angeordnet. Seine Querschnittsfläche
ist so bemessen, daß der darauf einwirkende Differenzdruck die gewünschte Entlastungskraft
ergibt. Der Ringspalt 8 hat in der Regel eine Weite von einigen Zehntel Millimetern
und zur Verringerung des Leckstroms eine beträchtliche axiale Länge.
[0011] In der erfindungsgemäßen Anordnung (obere Hälfte der Zeichnung) hat der Entlastungskolben
10 einen geringeren Durchmesser. Am niederdruckseitigen Ende ist er mit einem flanschartigen,
radialen Ringvorsprung 11 versehen.
[0012] Den Entlastungskolben 10 umgibt der hohlzylindrisch ausgebildete Drosselring 12,
der mit der zylindrischen Umfangsfläche des Entlastungskolbens 10 einen Ringspalt
13 einschließt, der eine radiale Weite von einigen Zehntel Millimetern hat. Seine
zylindrische Umfangsfläche ist in der zylindrischen Bohrung 14 des feststehenden Gehäuseteils
15 geführt, wobei das Spiel so bemessen ist, das er sich unter allen Betriebsbedingungen
axial frei bewegen kann. Zweckmäßigerweise ist auf dieser Seite des Drosselrings ein
Dichtring 16 vorgesehen. Dieser ist entbehrlich, wenn das Spiel zwischen Drosselring
und Gehäusebohrung so gering ist, daß der dadurch fließende Leckstrom vernachlässigbar
ist. Am niederdruckseitigen Ende trägt der Drosselring 12 einen Ringvorsprung 17,
der axial beweglich aber drehfest mit dem feststehenden Gehäuseteil 15 bei 18 verstiftet
ist.
[0013] Die der Hochdruckseite zugewendete Stirnfläche des Ringvorsprungs 11 des Entlastungskolbens
10 einerseits und die niederdruckseitige Stirnfläche des Ringvorsprungs 17 des Drosselrings
12 schließen den radial durchströmten Drosselspalt 21 ein. Sie müssen nicht genau
radial verlaufen, aber eine beträchtliche radiale Komponente aufweisen. Sie sind im
wesentlichen parallel zueinander. Abweichungen von der Parallelität können beispielsweise
bedingt sein durch eine in Strömungsrichtung enger werdenden Keilform (siehe Schneider
a.a.O.).
[0014] Der Drosselspalt braucht sich nicht über die gesamte radiale Ausdehnung der genannten
Stirnflächen zu erstrecken; vielmehr kann der Stirnflächenabstand im radial inneren
Bereich größer sein, wie dies in Fig.2 bei 19 gezeigt ist. Der eigentliche Drosselspalt
beginnt dann ein wenig weiter radial außen, wobei der Übergang entweder stufig (wie
in Fig.2) oder allmählich sich vollziehen kann. Eine Feder 20, die die radialen Drosselstirnflächen
zueinander drängt, ist nicht ausgeschlossen, aber im allgemeinen nicht notwendig.
Es kann sogar eine Feder vorgesehen sein, die die Drosselstirnflächen auseinander
drängt, um einem Festkörperkontakt beim Anlauf der Maschine vorzubeugen.
[0015] Die Drosselwirkung im Ringspalt 13 trägt zur Stabilisierung des radialen Drosselspalts
bei. Die Drosselwirkung im Ringspalt 13 liegt zweckmäßigerweise zwischen 10 und 50%
des gesamten Differenzdrucks.
[0016] Da es auf die Drosselwirkung im Ringspalt 13 für die Begrenzung des Durchflusses
nur sekundär ankommt, hat der Konstrukteur beträchtliche Freiheit bei der Bemessung
der Spaltweite. Er kann sie daher an dieser Stelle großzügiger bemessen als im Stand
der Technik, was insbesondere bei thermisch arbeitenden Maschinen, deren Teile betrieblich
unterschiedlichen Wärmedehnungen unterworfen sein können, von großer Bedeutung sein
kann.
[0017] Dank der Erfindung kann der Leckstrom im Bereich des Entlastungskolbens auf weniger
als die Hälfte des bisher üblichen Betrags gesenkt werden. Der Gesamtwirkungsgrad
kann dadurch um mehrere Punkte angehoben werden.
[0018] Obgleich im Falle der in Fig.1 oben gezeigten Darstellung der Entlastungskolben 10
einen geringeren Außendurchmesser hat als in dem unten dargestellten, zum Stand der
Technik gehörigen Fall, ist die Ausgleichswirkung dieselbe, wenn der Außendurchmesser
des Drosselrings 12 gleich dem Außendurchmesser des bekannten Entlastungskolbens 6
ist. Das liegt daran, daß auch die auf den Drosselring 12 wirkende Differenzkraft
über die Ringvorsprünge 11 und 17 sowie den Drosselspalt 21 auf den Entlastungskolben
10 übertragen wird.
1. Strömungsmaschine mit axial fest gelagerter Welle (1), einem darauf fest angeordneten,
mit radialem Spiel in einer Gehäusebohrung (14) umlaufenden Entlastungskolben (10)
und einem zwischen dem Entlastungskolben (10) und der Gehäusebohrung (14) axial beweglichen
Drosselring (12), der gegenüber der Gehäusebohrung (14) abgedichtet ist und dessen
Stirnfläche mit einem radialen Ringvorsprung (11) des Entlastungskolbens (10) einen
radial durchströmten Drosselspalt (21) bildet, dadurch gekennzeichnet, daß der Drosselring
(12) mit dem Umfang des Entlastungskolbens(10) einen als Vordrossel ausgebildeten
Ringspalt (13) einschließt.
2. Strömungsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Außendurchmesser
des radialen Drosselspalts (21) größer ist als der Durchmesser des mit der Gehäusebohrung
(14) zusammenwirkenden Umfangs des Drosselrings (12).
1. Fluid-flow machine having a shaft (1) which is mounted in an axially fixed fashion,
a balancing piston (10) which is arranged firmly thereon and rotates with radial play
in a housing bore (14), and a porting ring (12) which can move axially between the
balancing piston (10) and the housing bore (14) and is sealed with respect to the
housing bore (14) and whose end face forms with a radial annular projection (11) of
the balancing piston (10) a choke gap (21) through which radial flow occurs, characterized
in that the porting ring (12) encloses with the circumference of the balancing piston
(10) an annular gap (13) which is constructed as an upstream throttle.
2. Fluid-flow machine according to Claim 1, characterized in that the outside diameter
of the radial choke gap (21) is larger than the diameter of the circumference, cooperating
with the housing bore (14), of the porting ring (12).
1. Turbomachine avec arbre (1) monté fixement axialement, un piston d'allégement (10)
disposé fixement sur celui-ci, tournant avec un jeu radial dans un alésage de carter
(14) et un anneau d'étranglement (12) axialement mobile entre le piston de d'allégement
(10) et l'alésage de carter (14), lequel anneau est rendu étanche par rapport à l'alésage
de carter (14) et dont la face frontale forme une fente d'étranglement (21), traversée
radialement, avec une saillie annulaire (11) radiale du piston d'allègement (10),
caractérisée en ce que l'anneau d'étranglement (12) délimite avec la périphérie du
piston d'allégement (10), une fente annulaire (13) conformée pour servir d'étranglement
primaire.
2. Turbomachine selon la revendication 1, caractérisée en ce que le diamètre extérieur
de la fente d'étranglement radiale (21) est supérieur au diamètre de la périphérie
de l'anneau d'étranglement (12) coopérant avec l'alésage de carter (14).