[0001] Die Erfindung betrifft ein Klosett mit Fussstützen gemäss dem Anspruch 1 sowie ein
mit einer Plattform mit Fussstützbereichen versehenes Klosett gemäss dem Anspruch
2. Im weiteren werden im Anspruch 14 Fussstützen für ein Klosett sowie im Anspruch
15 eine Plattform mit Fussstützbereichen für ein Klosett beansprucht.
[0002] In den letzten Jahren haben sich in den internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften
die Berichte gehäuft, die darauf hinweisen, dass die Störungen beim Stuhlgang in der
sogenannten industrialisierten Gesellschaft ein fast epidemologisches Ausmass erreicht
haben. Kürzliche Studien zeigen z.B. auf, dass in Mitteleuropa ca. 15% der Bevölkerung
über Beschwerden beim Stuhlgang klagen. Diese reichen von den leichten Beschwerden
bis zur praktischen Verhinderung und vom leichten Stich bis zum schmerzhaften Stuhlgang
mit der Notwendigkeit der manuellen Hilfe. Hinzu kommen einige Krankheiten wie beispielsweise
"Rektozele, Anismus, descendens perinaeum Syndrom", die sich gerade in einem gestörten
Stuhlgang äussern.
[0003] In der Regel wird als Ursache in diesen Fällen fast immer die fehlende Koordination
der quergestreiften Beckenmuskulatur, welche in den Stuhlgang einbezogen wird, genannt.
In der Tat ist der Stuhlgang ein komplexes Ereignis, das sich, vom vegetativen System
gesteuert, in der koordinierten Tätigkeit zwischen verschiedenen Muskeln, "quergestreifte
Skelettmuskeln, glatte Darmmuskeln" manifestiert.
[0004] Untersuchungen haben gezeigt, dass die durch vorgängig geschilderte Ursachen entstehenden
Störungen und Schmerzen bei der Defäkation vermindert oder gar behoben werden können,
wenn während des Stuhlgangs eine kauernde Haltung eingenommen wird, wie dies z.T.
noch in einigen Entwicklungsländern praktiziert wird.
[0005] Bei diesen Untersuchungen wurde zudem festgestellt, dass bei einer optimalen, kauernden
Haltung die Oberschenkel mit dem Oberkörper einen Winkel zwischen 20 und 50° einschliessen.
Das Einnehmen einer derartigen Position, die der natürlichen, kauernden Haltung entspricht,
ist jedoch auf den herkömmlichen Klosetts mit Sitzauflage nicht möglich.
[0006] Aus der US-4 254 514 ist ein Aufsatz für Klosetts bekannt, welcher mittels Schraubklemmen
an der Klosettschüssel fixiert wird. Der Aufsatz besteht im wesentlichen aus einer
Sitzauflage, die am vorderen Ende mit einer nach unten versetzten Fussraste versehen
ist. Die Fussraste ist relativ schmal ausgebildet und über ein Gelenk schwenkbar mit
der Sitzauflage verbunden. Auf der Unterseite der Fussraste ist eine höhenverstellbare
Stütze angeordnet, mittels welcher die Fussraste in der Höhe verstellbar ist. Die
Sitzauflage ist konkav ausgebildet und steigt nach vorne stark an. Nachteilig an einem
derartige Aufsatz ist, dass der Klosettbenutzer eine unbequeme, unnatürliche Haltung
einnimmt, da er die Beine und Füsse parallel ausrichten und richtiggehend zusammenklemmen
muss. Bei einer solchen Haltung verspannt sich die Beckenmuskulatur und der Anuskanal
wird gegenüber dem Rectum in unerwünschter Weise abgewinkelt. Zudem dürfte es schwer
fallen, auf einem derartigen Aufsatz das Gleichgewicht zu halten. Schliesslich wird
durch eine Höhenverstellung der Stütze die Fussraste nach oben verschwenkt, so dass
die auf der Fussraste aufgesetzten Füsse in eine unnatürliche Lage gezwungen werden.
Alles in allem ermöglicht es ein solcher Aufsatz dem Klosett-Benutzer nicht, eine
natürliche, einer beschwerdefreien Defäkation förderliche Haltung einzunehmen.
[0007] Die AT-393 076 offenbart eine Toilettenanlage mit hochklappbarer Brille, welche zusätzlich
mit einem Metallrahmen versehen ist, der über Trittflächen sowie an einer Querstrebe
angeordnete Fussrasten verfügt. Insgesamt können auf einer derartige Toilettenanlage
drei grundsätzlich unterschiedliche Stellungen bzw. Haltungen eingenommen werden.
Währenddem die erste Haltung derjenigen auf einem herkömmlichen Klosett entspricht,
nimmt der Benutzer in der zweiten Haltung, bei der er sich auf die Fussrasten stellt,
eine Hockstellung ein. In der dritten Haltung wird eine Sitzhocke eingenommen, indem
sich der Benutzer auf die Brille setzt und die Füsse auf den Fussrasten abstützt.
In der im Rahmen der vorliegenden Erfindung hier zur Rede stehenden Sitzhocke nimmt
der Benutzer wiederum eine unnatürliche, unbequeme Haltung ein, bei der er die Füsse
parallel ausrichten und nahe zusammen halten muss. In dieser Haltung tritt jedoch
wiederum eine Verspannung der Beckenmuskulatur ein und der Anuskanal wird gegenüber
dem Rectum abgewinkelt. Zudem muss der Oberkörper in unerwünschter Weise nach vorne
geneigt werden, damit das Gleichgewicht gehalten werden kann. Daher kann auch bei
einer derartigen Toilettenanlage keine der Defäkation förderliche, natürliche Haltung
eingenommen werden.
[0008] Schließlich ist aus der CH-180 344 ein Klosett bekannt, das mit zwei seitlich der
Klosettschüssel angeordneten Fussschemeln versehen ist. Ein derartiges Klosett eignet
sich nur zur Einnahme einer kauernden Haltung. Ein Absitzen auf der Klosettbrille
ist bei auf den Fussschemeln aufgesetzten Füssen nicht möglich, da dies unweigerlich
den Verlust des Gleichgewichts nach sich ziehen würde. Somit eignet sich auch ein
solches Klosett nicht, dem Benutzer während der Defäkation eine bequeme, entspannte
Sitzhaltung zu ermöglichen.
[0009] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, ein Klosett vorzuschlagen, bei welchem die
vorgängig aufgeführten Nachteile vermieden werden, welches eine für die Defäkation
möglichst natürliche Haltung des Benutzers begünstigt, wobei die bequeme, entspannte
Sitzposition beibehalten und die Benutzung möglichst einfach sein soll.
[0010] Diese Aufgabe wird durch ein Klosett gelöst, welches die im Anspruch 1 oder 2 in
Kombination aufgeführten Merkmale aufweist.
[0011] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen 3 bis
13 aufgeführt.
[0012] Durch die in den Ansprüchen 1 und 2 in Kombination aufgeführten Merkmale wird erreicht,
dass der Benutzer eine für die Defäkation optimale, kauernde Sitzhaltung, bei der
die Oberschenkel mit dem Oberkörper einen Winkel zwischen 20 und 50° einschliessen,
einnehmen kann. In dieser Haltung wird eine Begradigung des Anuskanales gegenüber
dem Rectum erreicht. Zudem wird durch die Abwinkelung der Fussstützen ein Verkrampfen
der Beckenmuskulatur weitestgehend verhindert bzw. eine Lockerung derselben unterstützt.
Durch die definitionsgemässe Anordnung der Fussstützen bzw. der Fussstützbereiche
zusammen mit einer nach vorne geneigten Sitzfläche kann eine bequeme Sitzposition
auf dem Klosett eingenommen werden. Zudem fällt es nicht schwer, in entspannter Haltung
auch über einen längeren Zeitraum das Gleichgewicht zu halten. Ein derartig ausgestaltetes
Klosett eignet sich daher insbesondere für die eingangs erwähnte Personengruppe mit
Beschwerden beim Stuhlgang. Dieser Personengruppe wird zu einer spürbaren Erleichterung
bei der Defäkation verholfen.
[0013] Die Benutzung eines solchermassen ausgebildeten Klosetts unterscheidet sich zudem
kaum von derjenigen bekannter Klosetts.
[0014] Bei einer bevorzugten Weiterbildung des Klosetts ist vorgesehen, die Fussstützen
bzw. die Plattform derart anzuordnen, dass diese zwischen einer Ruhestellung und einer
Wirkstellung bewegbar ist/sind. Dies hat den Vorteil, dass ein solches Klosett, beispielsweise
von beschwerdefreien Personen, wie die bisherigen Klosetts benutzt werden kann, wobei
die Fussstützen bzw. die Plattform bei Bedarf jedoch in die Gebrauchslage bewegt werden
kann/können.
[0015] Um die Benutzung des Klosetts insbesondere auch für betagte und gehbehinderte Personen
zu erleichtern, kann ein elektromotorischer, pneumatischer oder hydraulischer Antrieb
vorgesehen werden, mittels welchem die Fussstützen bzw. die Plattform, beispielsweise
von einer unteren Ruhe- in eine obere Gebrauchslage, verschoben bzw. angehoben werden
kann/können. Das Verschieben der Fussstützen bzw. der Plattform von der Ruhe- in die
Gebrauchslage erfolgt dabei vorzugsweise nachdem sich der Benutzer auf die Sitzauflage
des Klosetts gesetzt hat.
[0016] Nachfolgend sollen einige Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand von Zeichnungen
näher erläutert werden. In diesen Zeichnungen zeigt:
- Fig. 1
- die klassische Haltung auf einem Klosett, welches nach dem Stand der Technik ausgebildet
ist;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung des Analbereichs einer Person, die gemäss Fig. 1 auf
einem Klosett sitzt.
- Fig. 3
- eine kauernde Stellung, welche der natürlichen Haltung entspricht;
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung des Analbereichs einer Person, welche eine kauernde
Stellung gemäss Fig. 3 eingenommen hat.
- Fig. 5
- eine Seitenansicht einer ersten Ausführungsform eines Klosetts mit Fussstützen;
- Fig. 6
- eine Ansicht von oben auf das Klosett gemäss Fig. 5;
- Fig. 7
- schematisch eine zweite Ausführungsform eines Klosetts mit Fussstützen in einer Seitenansicht,
- Fig. 8
- eine Ansicht von oben auf das Klosett gemäss Fig. 7;
- Fig. 9
- schematisch eine dritte Ausführungsform eines Klosetts mit Fussstützen in einer Seitenansicht;
- Fig. 10
- schematisch eine vierte Ausführungsform eines Klosetts mit Fussstützen in einer Seitenansicht;
- Fig. 11
- eine Seitenansicht eines Klosetts mit einer alternativen Ausführungsform einer Fussauflage,
und
- Fig. 12
- eine Ansicht von oben auf das Klosett gemäss Fig. 11.
[0017] Fig. 1 zeigt die klassische Haltung, die ein Benutzer auf einem nach dem bisherigen
Stand der Technik ausgebildeten Klosett einnimmt. Diese heutzutage in den Industrieländern
überwiegend eingenommene Haltung hat sich im Laufe der Jahrhunderte ergeben und wird
im allgemeinen als bequem empfunden.
[0018] Fig. 2 zeigt schematisch den Analbereich einer Person, die auf einem Klosett gemäss
Fig. 1 sitzt. Aus dieser Darstellung sind das Ossacrum Os, der Oscoccygis Oc, der
musculus puborectalis Mp, sowie das Rectum Re und der Anus An ersichtlich.
[0019] Durch radiologische Untersuchungen wurde festgestellt, dass beim Stuhlgang der in
der Fachsprache unter dem Begriff
Ano
rectal-
angle bekannte Winkel, nachfolgend ARA-Winkel α genannt, von ausschlaggebender Bedeutung
ist. Anhand dieses ARA-Winkels α kann ersehen werden, ob der Austritt des Stuhles
durch eine Begradigung des Anuskanales Ak gegenüber dem Rectum Re erleichtert oder
durch eine Krümmung erschwert wird. Die Grösse dieses ARA-Winkels α wird zwischen
der tangentialen Verlängerung Tn zwischen dem Anfang des Anus An und der hinteren
Wand der Rectalampulle Ra sowie der Zentralachse Za des Anus An gemessen. In der hier
dargestellten Position, welche derjenigen auf einem herkömmlichen Klosett gemäss Fig.
1 entspricht, beträgt dieser ARA-Winkel α ca. 90°, währenddem er sich in der Phase
der Defäkation dank dem Loslassen des Anusmuskels -Musculus Puborectalis MP- öffnet
und einen Winkel von ca. 110° erreicht.
[0020] Ein ARA-Winkel α von 90° in der sitzenden Position und von 110° während der Phase
der Defäkation bedeutet jedoch, dass der Anuskanal Ak gegenüber dem Rectum Re stark
abgewinkelt und als mechanisches Hindernis der Bewegung des Stuhles bei der Defäkation
hinderlich ist. Daraus kann ersehen werden, dass auf den herkömmlichen Klosetts keine
für die Defäkation optimale Haltung eingenommen wird.
[0021] Eine Begradigung des Anuskanales Ak kann erreicht werden, wenn während des Stuhlganges
eine kauernde Haltung, wie in Fig. 3 dargestellt, eingenommen wird. Diese natürliche
Haltung findet sich z.T. noch in den Entwicklungsländern. In der industrialisierten
Welt ist man jedoch vorwiegend dazu übergegangen, für die bequeme Ausführung dieses
als unangenehm empfundenen Aktes die sitzende Position einzunehmen.
[0022] Fig. 4 zeigt in einer schematischen Darstellung den Analbereich einer Person, welche
eine kauernde Haltung gemäss Fig. 3 eingenommen hat. Aus dieser Darstellung ist ersichtlich,
dass der Anuskanales Ak gegenüber dem Rectum Re weitgehend begradigt ist, was sich
in einem gegenüber der Fig. 2 vergrösserten ARA-Winkel α zeigt. In der hier dargestellten,
kauernden Haltung beträgt dieser ARA-Winkel α ca. 118°, welcher sich während der Defäkation
auf ca. 135° vergrössert. Daraus lässt sich folgern, dass bei einem ARA-Winkel α von
ca. 120° -durch die weitgehende Ausrichtung des Anuskanals Ak auf das Rectum Re- eine
für die Defäkation optimale Grundhaltung eingenommen wird. Ein ARA-Winkel α von 120°
wird üblicherweise in etwa dann erreicht, wenn die Oberschenkel mit dem Oberkörper
einen Winkel von ca. 30° einschliessen, wobei dieser Winkel zwischen dem Oberschenkelknochen
und einer Geraden gemessen wird, welche vom Sakralsegment S1 zum Nacken führt.
[0023] Fig. 5 zeigt eine Seitenansicht einer ersten Ausführungsform eines Klosetts mit Fussstützen,
währenddem Fig. 6 eine Ansicht von oben auf das Klosett gemäss Fig. 5 zeigt. Ausgehend
von einem Klosett 1, wie es heutzutage weitverbreitet ist, weist dieses Klosett 1
eine Klosettschüssel 3 sowie eine Sitzauflage 2 auf. Die Sitzauflage 2 ist gegenüber
der Horizontalen nach vorne geneigt angeordnet. Zusätzlich sind zwei Fussstützen 4
vorgesehen, welche sowohl voneinander wie auch gegenüber dem Boden 24 beabstandet
sind. Im vorliegenden Fall sind die Fussstützen 4 ca. 10 cm unterhalb der vorderen
Kante der Sitzauflage 2 angeordnet. Das Zentrum der Fussstützen 4 bzw. desjenigen
Bereichs, auf dem die Füsse des Benutzers aufgesetzt werden, verläuft ca. 10-15 cm
vor dem vorderen Rand der Sitzauflage 2. Es versteht sich, dass sämtliche der angegebenen
Masse in einem gewissen Rahmen, beispielsweise ± 10 cm, variieren können. Die beiden
Fussstützen 4 sind gegenüber der Längsachse 26 des Klosetts 1 abgewinkelt angeordnet.
Der Winkel γ zwischen der Längsachse 26 des Klosetts 1 und den Längsachsen 27 der
Fussstützen 4 beträgt im vorliegenden Beispiel ca. 23°, wobei dieser Winkel γ ebenfalls
in gewissen Grenzen, bsp. zwischen 10° und 35°, variieren kann.
[0024] Zur Befestigung der Fussstützen 4 ist ein das Klosett 1 umgreifender Rahmen 10 vorgesehen,
welcher seitlich des Klosetts 1 an der Wand 23 befestigt ist. Die Position, die ein
Benutzer auf einem derart ausgestalteten Klosett 1 einnimmt, ist andeutungsweise eingezeichnet.
Nimmt der Benutzer auf dem Klosett platz und stellt seine Füsse auf die Fussstützen
4, so entspricht diese Position in etwa der in Fig. 3 dargestellten, kauernden Haltung,
wobei der Benutzer die bequeme Sitzposition einnehmen kann, in der sich die Beckenmuskulatur
entspannt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Winkel zwischen dem Oberkörper und
den Oberschenkeln, welcher mit β bezeichnet ist. Im vorliegenden Beispiel beträgt
dieser Winkel β ca. 30°, was zu dem eingangs erwähnten ARA-Winkel α von ca. 120° und
damit zu einer weitgehenden Begradigung des Anuskanals Ak gegenüber dem Rectum Re
(Fig. 4) führt. Durch die gegenüber der Horizontalen nach vorne geneigte Sitzauflage
2 kann der Benutzer in der gezeigten Stellung zudem eine sichere und bequeme Haltung
auf dem Klosett 1 einnehmen. Eine natürliche Haltung auf dem Klosett 1 wird zudem
durch die abgewinkelte Anordnung der Fussstützen 4 begünstigt. Diese Abwinkelung der
Fussstützen 4 ist sehr wichtig, da sie das Entspannen der Beckenmuskulatur in der
gezeigten Stellung zusätzlich unterstützt. Natürlich können die beiden Fussstützen
4 auch in einer, vorzugsweise leicht nach hinten, geneigten Lage angeordnet werden.
[0025] Um eine bestimmte Position auf dem Klosett zu unterstützen, kann zusätzlich auch
eine Rückenstütze, nicht eingezeichnet, vorgesehen werden.
[0026] Fig. 7 zeigt schematisch eine zweite Ausführungsform eines Klosetts mit Fussstützen
4a in einer Seitenansicht und Fig. 8 in einer Ansicht von oben. Im Gegensatz zum vorgängigen
Ausführungsbeispiel sind die Fussstützen 4a verschiebbar angeordnet. Dazu ist eine
teleskopartig ausziehbare Mechanik 11 vorgesehen, mittels welcher die daran angeordneten
Fussstützen 4a zwischen der hier dargestellten Gebrauchslage und einer durch unterbrochene
Linien angedeuteten Ruhelage 14 verschiebbar sind. Die beiden Fussstützen 4a sind
zudem über ein Gelenk 13 drehbar an der Auszugsmechanik 11 angeordnet, wodurch sie
nach dem Ausziehen in die hier dargestellte Gebrauchslage verdreht werden können,
in der sie gegenüber der Längsachse 26a des Klosetts verschwenkt sind.
[0027] Fig. 9 zeigt schematisch eine dritte Ausführungsform eines Klosetts mit Fussstützen
4b in einer Seitenansicht. Auch im vorliegenden Beispiel sind wiederum zwei Fussstützen
4b vorgesehen, die an je einem Hebel 16 angeordnet sind, welche Hebel 16 ihrerseits
drehbar an je einer am Boden abgestützten Lagerung 17 befestigt sind. Durch eine derartige
Anordnung können die Fussstützen 4b zwischen einer unteren Ruhe- und einer oberen
Gebrauchslage verschwenkt werden können. Diese Anordnung eignet sich zum Kombinieren
mit einem Elektroantrieb, mittels welchem die Fussstützen 4b fremdbetätigt zwischen
der Ruhe- und der Gebrauchslage bewegt werden können. Um beide Fussstützen 4b synchron
miteinander anzuheben, können beide Hebel 16 über eine Welle miteinander verbunden
werden. Dies hat ausserdem den Vorteil, dass nur ein Elektromotor zum Heben und Senken
der beiden Fussstützen 4b benötigt wird. Die Betätigung des Elektromotors kann beispielsweise
über einen vom Benutzer zu betätigenden Schalter erfolgen. Desweiteren können sowohl
bei diesem wie auch bei den übrigen Klosetts Sensoren vorgesehen werden, welche eine
Benutzung, -Sitzauflage belegt-, des Klosetts detektieren und ein zugeordnetes Signal
über eine Elektronik an den Elektromotor weiterleiten, so dass die Fussstützen 4b
vollautomatisch in die Wirkstellung hochgefahren werden, nachdem sich ein Benutzer
auf die Sitzauflage gesetzt hat. Ein derartiges Klosett eignet sich somit auch für
ältere und gehbehinderte Menschen.
[0028] Damit die Fussstützen 4b während der Hebebewegung in der horizontalen Lage verharren
können, sind beide Fussstützen 4b drehbar an den Hebeln 16 angeordnet. Die Position,
die ein Benutzer in der hier dargestellten Endstellung der Fussstützen 4b einnimmt,
ist andeutungsweise eingezeichnet. Zum Abstützen der Fussstützen 4b in der Ruhelage
kann zudem ein am Boden angebrachter Anschlag 15 vorgesehen werden.
[0029] Fig. 10 zeigt schematisch eine vierte Ausführungsform eines Klosetts mit Fussstützen
4c in einer Seitenansicht. Bei dieser Ausführungsform sind die beiden Fussstützen
4c über einen L-förmig ausgebildeten Tragrahmen 19 drehbar an einer an der Wand befestigten
Mechanik 20 abgestützt. Währenddem beim vorgängigen Ausführungsbeispiel die Fussstützen
4b beim Bewegen vor der Ruhe- in die Gebrauchslage, nebst dem Anheben, in horizontaler
Richtung nach hinten gegen die Wand bewegt werden, werden die Fussstützen 4c bei diesem
Beispiel beim Anheben in horizontaler Richtung nach vorne bewegt. Aus dieser Darstellung
ist ersichtlich, dass für eine optimale Haltung während der Defäkation nicht der Winkel
zwischen Unter- und Oberschenkel massgebend ist, sondern dass der Winkel zwischen
den Oberschenkeln und dem Oberkörper relevant ist. Auch in der hier dargestellten
Position des Benutzers wird ein Winkel von ca. 30° zwischen dem Oberkörper und den
Oberschenkeln eingehalten, was zu der gewünschten Begradigung des Anuskanales gegenüber
dem Rectum führt. Zum Abstützen der Fussstützen 4b in der Ruhelage ist auch hier wieder
ein am Boden angebrachter Anschlag 21 vorgesehen.
[0030] Fig. 11 zeigt ein Klosett mit einer alternativen Ausführungsform einer Fussauflage
in einer Seitenansicht und Fig. 12 in einer Ansicht von oben. Dieses Klosett la weist
anstelle der vorgängig gezeigten Fussstützen eine Plattform 5 auf, welche mit zwei
Fussstützbereichen versehen ist, die durch unterbrochen eingezeichnete Linien 6 angedeutet
sind. Die Plattform 5 ist über eine teleskopartig ausgebildete Mechanik 8 abgestützt
und kann zwischen einer unteren Ruhe- und einer oberen Wirkstellung angehoben bzw.
abgesenkt werden. In der unteren Ruhestellung ist die Plattform 5 bündig in den Boden
24a eingelassen. Die Höhenverstellung erfolgt vorzugsweise elektromotorisch oder hydraulisch,
wobei natürlich auch eine manuelle Verstellbarkeit bzw. Verschiebbarkeit der Plattform
5 vorgesehen werden kann. Die bevorzugt einzuhaltende Fussstellung ist durch auf der
Plattform 5 angebrachte Fussabdrücke 7 dargestellt. Anstelle oder zusätzlich zu solchen
Fussabdrücken 7 können natürlich auch mechanische Strukturen bzw. Hilfsmittel vorgesehen
sein, welche die Füsse in eine definierte Lage zwingen. Auch in diesem Ausführungsbeispiel
verlaufen die Längsachsen 27a der beiden Fussstützbereiche 6 unter einem Winkel γ1
zur Längsachse 26a des Klosetts 1a. Als Fussstützbereich ist in diesem Zusammenhang
derjenige Bereich zu verstehen, auf dem die Füsse des Benutzers während der Defäkation
auch wirklich abgestützt werden. Dieser Bereich muss nicht zwingend die hier dargestellte
Form aufweisen. Denkbar ist beispielsweise auch, dass die Fussstützbereiche eine von
einem Rechteck abweichende, beispielsweise trapezförmige oder dreickige, Form aufweisen
und dem Benutzer allenfalls die Möglichkeit geboten wird, seine Füsse in einem gewissen
Rahmen zu bewegen bzw. nach Wohlbefinden oder Vorgabe auszurichten. Das Zentrum der
Fussstützbereiche 6 verläuft auch hier wiederum vor dem vorderen Rand der Sitzauflage
2a. Um den Füssen des Benutzers einen sicheren Stand auf der Plattform 5 zu gewährleisten,
kann letztere zudem mit einer Struktur in Form einer rutschfesten Unterlage versehen
werden.
[0031] Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass bei einem Klosett, welches mit Fussstützen
versehen ist, die voneinander beabstandet und maximal 20 cm unterhalb der vorderen
Kante der Sitzauflage angeordnet sind, deren Zentrum vor dem vorderen Rand der Sitzauflage
verläuft und deren Längsachsen mit der Längsachse des Klosetts einen Winkel zwischen
10° und 35° einschliessen und dessen Sitzauflage gegenüber der Horizontalen nach vorne
geneigt ist, der Benutzer eine bequeme, kauernde Sitz-Haltung einnehmen kann, die
der natürlichen Haltung sehr nahe kommt, die Beckenmuskulatur entspannt und für die
Defäkation ideal ist. Ein solches Klosett kann ohne weiteres von gesunden Personen
wie auch von Patienten mit Stuhlgangsstörungen benutzt werden. Ersteren wird eine
Defäkation in der natürlichen Position ermöglicht, den zweiten wird eine Erleichterung
beim Stuhlgang und eine Möglichkeit der Rehabilitation angeboten. Dasselbe gilt natürlich
ebenso für ein Klosett, welches mit einer Plattform mit Fussstützbereichen versehen
ist.
[0032] Natürlich sind die vorgängigen Ausführungsbeispiele nicht als abschliessend zu betrachten.
So könnte beispielsweise vorgesehen werden, die Fussstützen seitlich schwenkbar anzuordnen.
Denkbar ist auch, dass die Fussstützen im Ruhezustand in einer Position verharren,
in welcher sie gänzlich aus dem Bewegungsbereich einer das Klosett benutzenden Person
bewegt sind, so dass das Klosett wie ein herkömmliches, nach dem bisherigen Stand
der Technik ausgebildetes Klosett benutzt werden kann.
[0033] Zu erwähnen ist ausserdem, dass derartige Füssstützen bzw. eine derartige Plattform
auch nachträglich an bereits bestehenden Klosetts angebracht werden können.
1. Klosett (1) mit Sitzauflage (2), welches zur Erreichung einer für die Defäkation des
Klosett-Benutzers natürlichen, kauernden Sitz-Haltung, bei der die Oberschenkel mit
dem Oberkörper einen Winkel (β) zwischen 20 und 50° einschliessen, mit folgenden Merkmale
versehen ist:
- es sind zwei voneinander beabstandete Fussstützen (4, 4a) vorgesehen;
- das Zentrum der Fussstützen (4, 4a) verläuft vor dem vorderen Rand der Sitzauflage
(2);
- die Fussstützen (4, 4a) sind maximal 20 cm unterhalb der vorderen Kante der Sitzauflage
(2) angeordnet;
- die Längsachsen (27, 27a) der Fussstützen (4, 4a) schliessen mit der Längsachse
(26, 26a) des Klosetts (1) einen Winkel (γ) zwischen 10° und 35° ein, und
- die Sitzauflage (2) ist gegenüber der Horizontalen nach vorne geneigt.
2. Klosett (1a) mit Sitzauflage (2a), welches zur Erreichung einer für die Defäkation
des Klosett-Benutzers natürlichen, kauernden Sitz-Haltung, bei der die Oberschenkel
mit dem Oberkörper einen Winkel (β) zwischen 20 und 50° einschliessen, mit folgenden
Merkmale versehen ist:
- es ist eine Plattform (5) vorgesehen, welche zwei voneinander beabstandete Fussstützbereiche
(6) aufweist;
- das Zentrum der Fussstützbereiche (6) verläuft vor dem vorderen Rand der Sitzauflage
(2a);
- die Plattform (5) ist, in vertikaler Richtung gesehen, maximal 20 cm unterhalb der
vorderen Kante der Sitzauflage (2a) angeordnet;
- die Längsachsen (27a) der Fussstützbereiche (6) bzw. der auf der Plattform abgestützten
Füsse schliessen mit der Längsachse (26a) des Klosetts (la) einen Winkel (γ1) zwischen
10° und 35° ein, und
- die Sitzauflage (2a) ist gegenüber der Horizontalen nach vorne geneigt.
3. Klosett (1, 1a) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fussstützen
(4a, 4b, 4c) bzw. die Plattform (5) zwischen einer Ruhe- und der Gebrauchslage bewegbar
ist/sind.
4. Klosett (1, 1a) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Fussstützen (4a) bzw. die Plattform (5) manuell zwischen der Ruhe- und der Gebrauchslage
verstellbar ist/sind.
5. Klosett (1, 1a) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die
Fussstützen (4b, 4c) bzw. die Plattform (5) elektromotorisch, pneumatisch oder hydraulisch
zwischen der Ruhe- und der Gebrauchslage bewegbar ist/sind.
6. Klosett (1, 1a) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Fussstützen (4, 4a, 4b, 4c) bzw. die Fussstützbereiche (6) der Plattform (5) zumindest
20 cm voneinander beabstandet sind.
7. Klosett (1, 1a) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Fussstützen (4, 4a, 4b, 4c) bzw. die Plattform (5) oder deren Fussstützbereiche
(6) geneigt angeordnet ist/sind.
8. Klosett (1, 1a) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Fussstützen (4, 4a, 4b, 4c) bzw. zumindest die Fussstützbereiche (6) der Plattform
(5) aufgerauht und/oder mit einer Struktur versehen sind.
9. Klosett (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Fussstützen (4b, 4c) bzw. die Plattform an je einem Hebel (16) bzw. an einem Tragrahmen
(19) angeordnet ist/sind, welche(r) schwenkbar am Boden (24) oder an der Wand (23)
befestigt ist/sind.
10. Klosett (1, 1a) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Fussstützen (4a) bzw. die Plattform (5) auf einer teleskopartig auszieh- bzw.
einfahrbaren Mechanik (11, 8) angeordnet sind.
11. Klosett (1, 1a) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Fussstützen (4b, 4c) bzw. die Plattform (5) in der Ruhelage, in vertikaler Richtung
gesehen, unterhalb der Gebrauchslage angeordnet ist/sind.
12. Klosett (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 3 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass
die Fussstützen (4a) in der Ruhelage, in horizontaler Richtung gesehen, hinter der
Gebrauchslage zur Wand hin angeordnet sind.
13. Klosett (1, 1a) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
Sensoren vorgesehen sind, mittels welchen die Benutzung des Klosetts (1, 1a) erfassbar
ist, so dass die Fussstützen (4b, 4c) bzw. die Plattform (5) bei Benutzung des Klosetts
(1, 1a) vollautomatisch von der Ruhe- in die Gebrauchslage verschiebbar ist/sind.
14. Fussstützen (4, 4a, 4b, 4c) für ein Klosett (1), wobei die Fussstützen (4, 4a, 4b,
4c) nach einem der Ansprüche 1 oder 3 bis 13 ausgebildet sind.
15. Plattform (5) mit Fussstützbereichen (6) für ein Klosett (1a), wobei die Plattform
(5) nach einem der Ansprüche 2 bis 13 ausgebildet ist.