[0001] Die Erfindung betrifft ein druckgeschütztes Lüftungssystem zur Verhinderung des Eindringens
von unzulässigen Luftdrücken in das Innere von Fahrzeugen, insbesondere von schnellfahrenden
Zügen.
[0002] Ausgangspunkt der Erfindung ist ein Druckschutzsystem nach der DE 44 32 277, welches
durch im Öffnungsquerschnitt verstellbare, schnellschließende Ventile für personenbesetzungsabhängige
Frischluftmengensteuerung einerseits und getrennt ansteuerbaren Bypaßquerschnitt andererseits
gekennzeichnet ist und so angesteuert wird, daß im Druckschutzfall die zulässigen
Werte für Druckänderungsgeschwindigkeiten und Druckamplitude im Abteil nicht überschritten
werden Weiterhin wird die Möglichkeit genutzt in diesem Bypaßquerschnitt einen Lüfter
mit sehr steiler Kennlinie anzuordnen, der im Druckschutzfall eine nahezu unveränderliche
Mindestluftmenge fördert, die für die Gewährleistung der erforderlichen Luftmenge
im Abteil erforderlich ist.
[0003] Dieses System löst vorteilhaft die Aufgabe, einerseits das Lüftungs- und Klimasystem
eines Eisenbahnwagens ohne wesentlichen Energiemehraufwand gegenüber dem Normalbetrieb
vor den lästigen Auswirkungen der Druckstöße zu schützen und andererseits eine den
Mindestanforderungen der Luftqualität erforderliche Luftmenge sowohl auf der Frischluft-
als auch auf der Fortluftseite weiterzufördern.
[0004] Nachteilig erweist sich der hohe Steuer- und Regelaufwand zum wunschgemäßen Betrieb
des Systems und die nicht unerheblichen Abmessungen und Gewichte der Lüfter mit sehr
steiler Kennlinie, die vorteilhaft in Flügelzellen- oder Wälzkolbenbauart ausgeführt
sein sollten und zusätzlich zu den im System vorhandenen Zulüftern eingebaut und betrieben
werden müssen. Für die Gewährleistung des erforderlichen niedrigen Schalldruckpegels
sind besondere konstruktive Maßnahmen erforderlich, die eine weitere Steigerung von
Gewicht und Abmessung mit sich bringen.
[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, die Nachteile der oben genannten
Lösung zu vermeiden und somit den Steuer- und Regelaufwand sowie den konstruktiven
Aufwand für ein druckgeschütztes Lüftungssystem wirkungsvoll zu verringern.
[0006] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den zugehörigen Unteransprüchen enthalten.
[0007] Es wurde nun überraschend gefunden, daß bei einem druckgeschützten Lüftungssystem,
welches als Frisch- und Fortluftförderer generell Lüfter mit steiler Kennlinie im
Lüftungssysem einsetzt, bei denen sich in Abhängigkeit vom Druck die Fördermenge nahezu
nicht ändert, so daß jederzeit die Luftmenge gefördert werden kann, die nicht nur
die Mindestluftqulität, sondern auch die gewünschte Normalqualität der Raumluft gewährleistet,
in besonders vorteilhafter Weise auf bisher übliche Druckschutzventile und Bypaßlüfter,
die gesamte Druckstoßerkennung und Signalverarbeitungs- und Steuereinrichtung für
das schnelle, ganze oder teilweise Schließen und Öffnen der Druckschutzventile und
das Ansteuern der Bypaßlüfter verzichtet werden kann.
[0008] Solche Lüfter sind zum Beispiel Flügelzellen- oder Wälzkolbengebläse.
[0009] Bei den genannten Flügelzellen- oder Wälzkolbengebläsen wird erreicht, daß die Druckwelle,
unabhängig davon, ob es eine Unter- oder Überdruckwelle ist, immer auf eine durch
das Förderorgan in seinem Gehäuse nahezu dichte Trennwand stößt und immer nur während
der kurzen Wirkzeit der Druckwelle das im Verhältnis zum Abteilvolumen geringe Fördervolumen
des Systems mit dem jeweils niedrigeren oder höheren Druck der Unter- oder Überdruckwelle
in das Abteil bzw. in den Wagen gelangt.
Im Verhältnis der Volumina baut sich der Unter- oder Überdruck innerhalb der Wagen
so stark ab, daß die zulässigen Grenzwerte für Druckänderungsgeschwindigkeit und Druckamplitude
bei weitem nicht erreicht werden.
[0010] Bei dieser generellen Ausstattung des Luftfördersystems mit Gebläsen bzw. Lüftern
mit so steilen Kennlinien, daß sie praktisch als druckdicht während des normalen Fördervorgangs
betrachtet werden können, ist es leichter möglich, die Abmessungs-, Masse- und Schallprobleme
zu lösen, gegenüber dem Fall, daß diese entsprechend dem System mit Druckschutzventilen
und Bypaßlüftern zusätzlich zum normalen Lüftungssystem angeordnet sind.
[0011] Die Zu- und Fortlüfter werden wegen der damit erreichten günstigen Auswirkung auf
die Kanäle zweckmäßig am Frischlufteintritt und am Fortluftaustritt des Wagens angeordnet,
können aber prinzipiell auch im Klima- bzw. Lüftungsgerät oder an einer zweckmäßigen
Stelle des Kanals positioniert werden. Für die Umluftförderung ist noch ein systeminterner
konventioneller Lüfter erforderlich, der an geeigneter Stelle im Umluftkanal oder
am Umlufteintritt des Klima- oder Lüftungsgerätes sitzt.
[0012] Nachfolgend soll die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert
werden.
[0013] Die Abbildung zeigt in
- Figur 1:
- ein druckgeschütztes Lüftungs- bzw. Klimasystem eines Eisenbahnwagens mit Frischluft-
und Umlüfter außerhalb des Klimagerätes
- Figur 2:
- ein druckgeschütztes Lüftungs-bzw. Klimasystem eines Eisenbahnwagens mit im Klimagerät
integrierten Frischluft- und Umlüfter.
[0014] Das System ist im beziehungsweise am Wagen 1 angeordnet und besteht aus dem Lüftungs-
beziehungsweise Klimagerät 2, dem Frischluftkanal 3, dem Umluftkanal 4, dem Zuluftkanal
5 und dem Fortluftkanal 6. Im Umluftkanal 4 ist der Umlüfter 7 angeordnet.
Der Frischluftlüfter 10 mit seinem Antriebsmotor 12 sitzt zwischen dem Wetterschutzgitter
13 und dem Frischluftkanal 3.
Der Fortlüfter 11 mit seinem Antriebsmotor 12 sitzt zwischen dem Fortluftkanal 6 und
dem Wetterschutzgitter 13.
Beim Betrieb des Lüftungs- bzw. Klimagerätes 2 zur Belüftung bzw. Klimatisierung des
Wagens 1 wird Frischluft vom Zulüfter 10 durch das Wetterschutzgitter 13 angesaugt
und über den Frischluftkanal 3 zum Lüftungs- bzw Klimagerät 2 geführt. Vor dem beziehungsweise
im Lüftungs- bzw. Klimagerät 2 erfolgt die Zusammenführung mit der Umluft, die vom
Umlüfter 7 im Umluftkanal 4 gefördert wird.
[0015] Nach Verlassen des Lüftungs- bzw. Klimagerätes 2 gelangt die Zuluft über den Zuluftkanal
5 in das Innere des Wagens 1.
Eine der Frischluftmenge entsprechende Fortluftmenge wird vom Fortluftfilter 11 aus
dem Inneren des Wagens 1 über den Fortluftkanal 6 abgesaugt und durch das Wetterschutzgitter
13 in die Umgebung gefördert.
Dieses einfache, drucksichere Lüftungs- bzw Klimasystem kann entsprechend Figur 2
als Variante weiter gestaltet werden, wobei der Frischluftlüfter 10 mit seinem Antriebsmotor
12 sowie dem Umlüfter 7 innerhalb des Lüftungs- bzw. Klimagerätes 2 integriert werden.
Dann ist es erforderlich, den Frischluftkanal 3 druckstoßfest auszuführen.
1. Druckgeschütztes Lüftungssystem für schnellfahrende Züge, bestehend aus einem Lüftungs-
beziehungsweiseKlimagerät (2), sowie Frischluft-(3), Umluft(4), Zuluft-(5) und Fortluftkanälen
(6) mit zugehörigen Lüftern,
wobeidie im System angeordneten Frisch- (10) und Fortluftlüfter (11) eine Fördercharackteristik
mit steiler Kennlinie aufweisen, die die Dichtheit im Inneren des Wagens (1) gewährleisten.
2. Lüftungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Frischluftlüfter (10) mit seinem Antriebsmotor (12) zwischen dem Wetterschutzgitter
(13) und dem Frischluftkanal (3), und der Fortlüfter (11) mit seinem Antriebmotor
(12) zwischen dem Fortluftkanal (6) und dem Wetterschutzgitter (13) angeordnet ist,
wobei der Umlüfter (7) im Umluftkanal (4) angeordnet ist.
3. Lüftungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß Frischluftlüfter (10) und Umlüfter (7) innerhalb des Lüftungs- bzw. Klimagerätes
(2) angeordnet sind und der Frischluftkanal (3) druckstoßfest ist.
4. Lüftungssystem nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lüfter(10,11) vorzugsweise in Flügelzellen- oder Wälzkolbenbauart ausgeführt
sind.