Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung zum Herstellen und Füllen von Beutein
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Es sind Paketieranlagen bekannt, auf denen jeweils
um einen Formdorn eines taktweise gedrehten Dornrads ein Packstoffzuschnitt zu einer
Hülse geformt wird, deren einer Endbereich zu einem ebenen Bodenverschluß gefaltet
und die so hergestellten Beutel nacheinander in eine Fördereinrichtung übergeben werden,
die sie zunächst einer Füll- und danach einer Schließeinrichtung zuführt. Derartige
Paketieranlagen, die knitterfrei gefaltete Klotzbodenbeutelpackungen mit glatten Wänden
und ebenem Faltboden formen, sind sehr umfangreich und aufwendig gestaltet.
[0002] Ferner ist durch das DE-GM 74 40 588 eine Schlauchbeutelmaschine mit einem einzigen
hohlen Formdorn und in diesem einem Fülldorn bekannt, bei der um den Formdorn eine
Packstoffbahn zu einem Schlauch geformt, dieser jeweils um eine Beutellänge vorgezogen,
und nach dem Angeben jeweils einer Füllgutmenge durch den Fülldorn in den bodenseitig
durch eine Quernaht verschlossenen Schlauchendabschnitt nach Anbringen einer Kopfverschlußnaht
vom Schlauch abgetrennt wird. Raumbeutelpackungen mit glatt gefalteten Wänden lassen
sich auf einer solchen Schlauchbeutelmaschine nicht herstellen.
Vorteile der Erfindung
[0003] Die erfindungsgemäße Beutelherstellmaschine mit den kennzeichnenden Merkmalen des
Anspruchs 1 hat durch die Zuordnung der Fülleinrichtung zu dem Dornrad den Vorteil
eines vereinfachten und kompakten Aufbaus und ist außerdem zum Formen von Beutelpackungen
mit glatten Wänden und ebenem Bodenverschluß geeignet.
[0004] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
der im Anspruch 1 angegebenen Vorrichtung möglich. Gemäß dem Merkmal nach Anspruch
2 erfolgt ein schnelles reibungsarmes Eindringen der in den Hohlraum des Formdorns
eingebrachten Füllgutmenge beim Übergeben des Beutels in die Schließeinrichtung. Durch
die Ausbildung der Formdorne nach Anspruch 3 und/oder Anspruch 4 läßt sich der Beutel
vom Formdorn leicht abziehen. Die im Beutel befindliche Luft kann beim Befüllen des
hohlen Formdorns gemäß dem Merkmal des Anspruchs 6 abströmen, ohne den in dem Beutel
fließenden Füllgutstrom zu behindern.
Zeichnung
[0005] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
folgenden näher beschrieben. Es zeigen Figur 1 eine Beutelherstell-Füll- und Schließvorrichtung
vereinfacht in Vorderansicht, Figur 2 die Vorrichtung nach Figur 1 in Draufsicht,
Figur 3 einen Formdorn mit Beutel in Seitenansicht, Figur 4 den Formdorn im Längsschnitt
und Figur 5 den Formdorn in Draufsicht.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0006] Die in den Figuren 1 und 2 dargestellte Beutelherstell-, Füll- und Schließvorrichtung
hat eine kombinierte Herstell- und Fülleinrichtung 1 sowie eine nachgeordnete Schließeinrichtung
2 mit einem gemeinsamen Gestell 3. Die Herstell- und Fülleinrichtung 1 hat ein um
eine senkrechte Achse 4 taktweise gedrehtes Dornrad 5, an dem beispielsweise vier
hohle Formdorne 6 auf einem Teilkreis gleichmäßig versetzt paralell zur Drehachse
4 nach unten abstehen. Dem Dornrad 5 sind eine Packstoffzuführ- und Hülsenformeinrichtung
7, eine Bodenfalteinrichtung 8, eine Fülleinrichtung 9 und eine Übergabeeinrichtung
10 zugeordnet. Diese Bearbeitungseinrichtungen 7 bis 10 und deren Arbeitsweise sind
bei Paktetiermaschinen allgemein bekannt.
[0007] Auf der Packstoffzuführ- und Hülsenformeinrichtung 7 wird jeweils ein Packstoffzuschnitt,
beispielsweise aus Papier, dem bereitstehenden Formdorn 6 zugeführt und um diesen
zu einer Hülse geformt, deren unteres Ende über das freie Ende des Formdorns 6 übersteht.
Dieser Überstand wird auf der Bodenfalteinrichtung 8 zu einem Boden, vorzugsweise
einem Klotzboden gefaltet. In den hohlen Formdorn 6, mit dem diesen umgebenden zuvor
geformten Beutel b wird in der Fülleinrichtung 9 eine abgemessene Menge m des zu verpackenden
Füllguts eingebracht. Auf der Übergabeeinrichtung 10 wird der Beutel b vom Formdorn
6 nach unten abgezogen, wobei die Füllgutmenge m in den Beutel b gelangt, und dieser
mit der Füllgutmenge m in einen Becher 11 einer endlosen Fördereinrichtung 12 der
Schließeinrichtung 2 zum Bilden des Kopfverschlusses eingesetzt.
[0008] Um die Beutelherstell- und Fülleinrichtung 1 kompakt und vereinfacht zu gestalten,
sind die Formdorne 6 des Dornrads 5 mit einem durchgehenden Hohlraum 15 zum Aufnehmen
einer Füllgutmenge m ausgebildet. Jeder Formdorn 6 besteht aus einer Außenhülse 16
mit rechteckigem Querschnitt und aus einer Innenhülse 17 mit im wesentlichen rechteckigen
Querschnitt, jedoch mit gerundeten Ecken 18. Zum erleichterten Abziehen eines Beutels
b vom Formdorn 6 verjüngt sich der Querschnitt der Außenhülse 16 nach unten zum freien
Ende hin geringfügig. Außerdem ist die Oberfläche der Außenhülse 16 mit zusammenhängenden
Vertiefungen struktuiert, um eine Art Luftkissen zu bilden, welches das Haften des
Packstoffs verhindert. Die in der Außenhülse 16 eingesetzte Innenhülse 17 hat einen
sich nach unten erweiternden Querschnitt, so daß sie mit ihrem unteren Endbereich
an der Innenseite der Außenhülse 16 anliegt und nach oben einen sich verbreiternden
Spalt 19 begrenzt. Dieser Spalt 19 ist oben ringsum offen und hat unten aufgrund der
gerundeten Ecken 18 der Innenhülse 17 Durchgangsverbindungen 20 zum freien Ende des
Formdorns 6. Im unteren Ende der Innenhülse ist ein Gitter 22 fest eingesetzt, dessen
untere Begrenzung mit dem Ende des Formdorns 6 bündig ist, so daß beim Falten des
Überstandes der Beutelhülse zu einem ebenen Faltboden c des Beutels b ein Widerlager
gebildet ist. Das Gitter 22 besteht beispielsweise aus gekreuzten Lamellen 23, 24,
welche einen keilförmigen Querschnitt mit nach oben weisender Schneide haben. Die
Innenhülse 17 ist in der Außenhülse 16 im oberen Endbereich mittels Distanzscheiben
25 und diese durchdringenden Schrauben 26 oder Nieten befestigt. Sie ragt im oberen
Teil des Formdorns 6 über die Außenhülse 16 über. Die Formdorne 6 sind mit dem oberen
Ende der Außenhülse 16 in Durchbrüche 27 im Dornrad 5 eingesetzt. Ein an der Außenhülse
16 befestigter Flansch 28 ist mit Schrauben 29 auf der Unterseite des Dornrads 5 gehalten.
[0009] Bei der oben beschriebenen Gestaltung des Dornrads 5 und der Formdorne 6 ist ein
Befüllen der um die Formdorne 6 geformten Beutel b durch die Formdorne 6 hindurch
möglich. Vorzugsweise ist die Fülleinrichtung 9 ein Dosierer, der jeweils in der Fülleinrichtung
9 bereitgestellten Formdorn 6 eine Füllgutmenge m einfügt. Auf der nachfolgenden Station
IV wird der Beutel b vom Formdorn 6 nach unten in einen bereitstehenden Becher 11
der Fördereinrichtung 12 der Schließeinrichtung 2 abgezogen, wobei die Füllgutmenge
m in den Beutel b strömt. Die Oberflächenstrukturierung der Außenfläche 16 ermöglicht
durch die Luftkissen ein leichtes Abziehen. Die sich nach unten erweiternde Innenhülse
17 setzt dem ausströmenden Füllgut keine wesentliche Reibung entgegen. Verdrängte
Luft kann durch die Durchgangsverbindungen 20 und den Spalt 19 zwischen der Außenhülse
16 und der Innenhülse 17 abströmen. Die beschriebene Gestaltung der Formdorne 6 ermöglicht
die Verlegung der Fülleinrichtung 9 in den Bereich des Dornrads 5 und dadurch die
Gestaltung einer kompakten und kostengünstigen Maschine.
1. Vorrichtung zum Herstellen von Beutelpackungen (b) mit ebenem Boden, mit einer Beutelformeinrichtung,
die ein taktweise gedrehtes Dornrad (5) mit mehreren auf einem Teilkreis angeordneten
blockförmigen Formdornen (6) aufweist, um die nacheinander zunächst ein faltbarer
Packstoffzuschnitt zu einer Hülse geformt, und darauf ein quer über die freie Stirnseite
ragender Überstand zu einem flachen Boden gefaltet wird, mit einer jeweils eine schüttbare
Füllgutmenge (m) abgebenden Fülleinrichtung (9) und mit einer die Öffnung des Beutels
(b) verschließenden Schließeinrichtung (2), dadurch gekennzeichnet, daß das Dornrad
(5) um eine senkrechte Achse (4) gedreht wird und die Formdorne (6) mit ihrer Längsachse
parallel zur Drehachse (4) am Dornrad (5) angeordnet sind, daß die Formdorne (6) einen
durchgehenden Hohlraum und an ihrem Boden ein festes Gitter (22) aufweisen, und daß
die Formdorne (6) der Fülleinrichtung (9) des Dornrads (5) zuordenbar sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlraum (15) der Formdorne
(6) sich von der oberen Einfüllöffnung zum Boden hin erweitert.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Formdorne (6) auf ihrer
Außenseite mit Vertiefungen strukturiert sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Außenumfang
der Formdorne (6) sich zum Boden hin verjüngt.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Formdorne
(6) im wesentlichen aus zwei ineinandergesteckten Hülsen (16, 17) bestehen, von denen
die innere Hülse (17) die Form eines Pyramidenstumpfes aufweist und ihr bodenseitiges
Ende am bodenseitigen Ende der Außenhülse (16) anliegt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenhülse (16) einen
rechteckigen Querschnitt mit im wesentlichen scharfen Ecken und die Innenhülse (17)
einen rechteckigen Querschnitt mit abgerundeten Ecken (18) aufweist, derart, daß in
den Eckbereichen zwischen Außenhülse (16) und Innenhülse (17) Durchgangsverbindungen
(20) zum Abströmen von verdrängter Luft gebildet sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Gitter
(22) als Widerlager für die Bildung eines Bodens (c) des Beutels (b) ausgebildet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Gitter
(22) keilförmig ausgebildete Lamellen (23, 24) aufweist.