[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Erzeugung von Schachtinformation bestehend
aus im Türbereich einer Aufzugskabine angeordneten Informationsgebern und aus im Türbereich
einer Stockwerktür angeordneten Betätigungselementen, die die Informationsgeber je
nach Lage der Aufzugskabine in einem Aufzugsschacht betätigen.
[0002] Aus der Offenlegungsschrift DE 2 262 396 ist ein Schachtinformationsgeber bekannt
geworden, der aus an der Türseite der Kabine übereinander angeordnete Schalter und
aus am Türpfosten der Stockwerktür angeordneter Kontaktfahne bzw. Umschaltmagnete
besteht. Beim Einfahren der Kabine auf das Stockwerk werden die an der Kabine angeordneten
Schalter mittels der Kontaktfahne bzw. Umschaltmagnete des Stockwerkes nacheinander
betätigt. Die Schaltersignale werden von der Aufzugsteuerung für Schaltfunktionen
wie Geschwindigkeitsumschaltung, Feinabstellung, Bremseinsatz, Weiterschaltung des
Schrittschaltwerkes etc. verwendet.
[0003] Ein Nachteil der bekannten Einrichtung liegt darin, dass Schalter im Kabinentürbereich
und Kontaktfahne bzw. Umschaltmagnete im Stockwerktürbereich viel Platz beanspruchen
und konstruktiv schwer unterzubringen sind. Zudem wirkt sich die Hysterese der Schalter
nachteilig auf die Genauigkeit der Schaltersignale aus.
[0004] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Die Erfindung, wie sie in den Ansprüchen
gekennzeichnet ist, löst die Aufgabe, die Nachteile der bekannten Einrichtung zu vermeiden
und einen auch bei knapp bemessenen Schachtquerschnitten bzw. Eingangsbereichen leicht
unterzubringenden an einer Aufzugskabine angeordneten Schachtinformationsgeber zu
schaffen, mit dessen Signalen die Aufzugskabine auf dem Stockwerk sehr präzise positioniert
werden kann.
[0005] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen,
dass bestehende Sicherheitssysteme des Kabinentürbereiches zur Erzeugung von Schachtinformation
genutzt werden können, dass der Schachtinformationsgeber Wegsignale für die Steuerung
des Aufzugsantriebes erzeugt und dass mit dem Schachtinformationsgeber Daten zwischen
Kabine und Stockwerktüre übertragen werden können.
[0006] Im folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich einen Ausführungsweg darstellenden
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Grundriss eines Ein-/Ausganges eines Aufzuges mit einem Lichtvorhang,
- Fig. 2
- einen Grundriss einer an einer Stockwerktürschwelle schwenkbar angeordneten Abdeckplatte,
- Fig. 3
- einen Seitenriss der Abdeckplatte gemäss Fig. 2,
- Fig. 4
- die Abdeckplatte in Ruheposition bei geschlossener Stockwerktür,
- Fig. 5
- die durch die offene Stockwerktür betätigte Abdeckplatte,
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung eines Schachtinformationsgebers zur Positionierung einer
Aufzugskabine,
- Fig. 7
- einen Grundriss der schwenkbar an der Stockwerktürschwelle angeordneten Abdeckplatte
mit Sender und Empfängerdioden,
- Fig. 8
- einen Seitenriss der Abdeckplatte gemäss Fig. 7,
- Fig. 9
- eine Einrichtung zur Datenübertragung zwischen der Aufzugskabine und dem Stockwerk
und
- Fig. 10
- ein Blockschaltbild zur Datenübertragung zwischen einem Kabinenrechner und einem Stockwerkrechner.
[0007] In den Fig. 1 bis 10 ist mit 1 eine Aufzugskabine bezeichnet, die auf einem Stockwerk
2 steht. Die Aufzugskabine 1 wird in einem durch Schachtwände 3 gebildeten Aufzugsschacht
4 verfahren. In den Figuren steht die Aufzugskabine 1 auf dem Stockwerk 2. Beim Stockwerkhalt
wird die Position der Aufzugskabine 1 soweit ausgeregelt, bis eine Kabinenschwelle
5 bündig mit einer Stockwerkschwelle 6 steht. Entlang der Kabinenschwelle 5 wird eine
Kabinentür 7 und entlang der Stockwerkschwelle 6 eine Stockwerktür 8 verfahren. Die
Kabinentür 7 wird von einem nicht dargestellten Türantrieb geöffnet und geschlossen,
dabei wird die Stockwerktür 8 von an der Kabinentür 7 angeordneten nicht dargestellten
Mitnehmern geöffnet und geschlossen.
[0008] Ein sich über die Länge der Kabinenschwelle 5 und Kabinentürhöhe erstreckender Lichtvorhang
9 einer Lichtschranke bestehend aus erster Senderleiste 10 und Empfängerleiste 11
blockiert die Aufzugskabine 1 falls Personen oder Gegenstände im Bereich der Kabinentüren
7 oder Stockwerktüren 8 sind. Die sich über die Kabinentürhöhe erstreckende am einen
Ende der Kabinenschwelle 5 angeordnete erste Senderleiste 10 mit beispielsweise im
Infrarotbereich arbeitenden Lichtquellen erzeugt beispielsweise 16 horizontale Lichtstrahlen,
die von der am anderen Ende der Kabinenschwelle 7 angeordneten Empfängerleiste 11
mit Lichtempfängern detektiert werden.
[0009] Je ein Lichtempfänger liegt je einem Lichtsender gegenüber, sodass der Lichtstrahl
des einen Lichtsenders auf den einen Lichtempfänger auftrifft, in dem beispielsweise
eine Photodiode den Lichtstrahl in ein elektrisches Signal umwandelt. Falls mindestens
ein Lichtstrahl von Personen oder Gegenständen unterbrochen wird, bleibt die Aufzugskabine
1 blockiert.
[0010] Am empfängerleistenseitigen Ende der Stockwerkschwelle 6 ragt eine Abdeckplatte 12
in den Lichtvorhang 9 und ist so bemessen, dass ein Lichtstrahl anstatt auf die Empfängerleiste
11 auf die Abdeckplatte 12 trifft. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist die Abdeckplatte
12 an einem schwenkbaren Bolzen 13 angeordnet. Bei geschlossenen Kabinentüren 7 und
Stockwerktüren 8 ragt die Abdeckplatte 12 in den Lichtvorhang 9 und deckt einen Lichtstrahl
ab. Beim Öffnungsvorgang der Türen 7, 8 trifft die eine Stockwerktür 8 auf eine am
Bolzen 13 angeordnete Fahne 14 und schwenkt die Abdeckplatte 12 aus dem Lichtvorhang
9. Beim Schliessvorgang der Türen 7, 8 dreht der Bolzen 13 unter der Krafteinwirkung
einer Feder 15 in die Ausgangslage zurück, sodass die Abdeckplatte 12 wieder in den
Lichtvorhang 9 der auf dem Stockwerk 2 stehenden Aufzugskabine 1 ragt.
[0011] Der Vorteil einer schwenkbaren Abdeckplatte 12 liegt in der unbeeinträchtigten Funktion
der Lichtschranke als Sicherheitselement bei offener Kabinentür 7 und als Positionselement
bei geschlossener Tür. Anstelle der Feder 15 kann auch ein Antrieb die Schwenkbewegung
des Bolzens 13 übernehmen.
[0012] In einer weiteren Ausführungsvariante ist eine feste Abdeckplatte 12 vorgesehen.
In diesem Fall ist ein Lichtstrahl bei offenen Türen 7, 8 unterbrochen. Die Steuerung
muss dann unterscheiden können, ob es sich um einen Gegenstand oder um die Abdeckplatte
12 selbst handelt, der oder die den Lichtstrahl unterbricht.
[0013] Fig. 6 zeigt eine Aufzugsanlage mit mehreren Stockwerken 2.1, 2.2, 2.3, mehreren
Abdeckplatten 12.1, 12.2, 12.3, mehreren Stockwerkschwellen 6.1, 6.2, 6.3, einem Motor
16, der eine Treibscheibe 17 antreibt, mittels der die Aufzugskabine 1 und ein Gegengewicht
18 im Aufzugsschacht 4 verfahren wird. Eine Aufzugssteuerung 19 steht in Verbindung
und tauscht Daten und Steuerbefehle aus mit einer Kabinensteuerung 20 und einer Motorsteuerung
21. Die Lichtstrahlen des Lichtvorhanges 9 treffen auf die Lichtempfänger, beispielsweise
Photodioden D1 ... D16 der Empfängerleiste 11 auf. Die auftreffenden Lichtstrahlen
werden von den Photodioden D1 ... D16 in elektrische Signale umgewandelt, die von
der Kabinensteuerung 20 ausgewertet werden. Falls eine oder mehrere Photodioden D1
... D16 kein entsprechendes Signal abgeben, leitet die Kabinensteuerung 20 ein Signal
an die Aufzugssteuerung 19 weiter, die die Aufzugskabine 1 solange blockiert, bis
sämtliche Fahrbedingungen einschliesslich intakter Lichtvorhang 9 erfüllt sind.
[0014] Zur Bestimmung der genauen Lage der Aufzugskabine 1 im Aufzugsschacht 4, auch Kabinenposition
genannt, führt die Aufzugskabine 1 eine Lernfahrt durch, bei der jedes Stockwerk 12.1,
12.2, 12.3 angefahren wird. Im gezeigten Beispiel der Fig. 6 ist die angefahrene Position
auf dem Stockwerk 2.2 der Aufzugskabine 1 derart, dass die Abdeckplatte 12.2 beispielsweise
die zweite Photodiode D2 abdeckt. Diese Grobposition wird von der Aufzugssteuerung
19 gespeichert. Die genaue Position wird in einer zweiten Fahrt manuell angefahren
und als Sollwert SD8, beispielsweise die Position der achten Diode D8 abgespeichert.
Die Aufzugskabine 1 erhält nun ihren Fahrbefehl, beispielsweise zweites Stockwerk
2.2. Dabei fährt die Aufzugskabine 1 die in der Lernfahrt ermittelte Grobposition
der Photodiode D2 an und landet beispielsweise auf der Position der Photodiode D3,
was aufgrund des durch die Abdeckplatte 12.2 unterbrochenen Lichtstrahles von der
Kabinensteuerung 20 detektiert wird und als Istwert an die Aufzugssteuerung 19 weitergeleitet
wird. Aus Sollwert und Istwert entsteht eine Korrekturgrösse, mit der die Aufzugskabine
1 solange bewegt wird, bis die Aufzugskabine 1 die Sollposition SD8 der manuellen
Lernfahrt erreicht hat.
[0015] In den Fig. 7 bis 10 ist die in den Fig. 1 bis 6 gezeigte Positioniereinrichtung
mit einer besonderen Abdeckplatte und einer zweiten Senderleiste ergänzt worden. Damit
können Daten im Türbereich übertragen werden und die Funktion des Lichtvorhanges 9
als Sicherheitselement in jedem Fall gewährleistet werden. Senderleistenseitig ist
die Abdeckplatte 12 mit einem Lichtempfänger, beispielsweise einer ersten Empfängerdiode
EDA1 ergänzt worden. Sie übernimmt die Funktion der jeweils durch die Abdeckplatte
12 abgedeckten Diode D1 ... D16 der Empfängerleiste 11. Empfängerleistenseitig ist
die Abdeckplatte 12 mit einem Lichtsender, beispielsweise einer Senderdiode SDA1 und
einer zweiten Empfängerdiode EDA2 ergänzt worden. An der Kabinenschwelle 5 ist neben
der Empfängerleiste 11 eine zweite Senderleiste 22 angeordnet worden. Zwischen der
abgedeckten Diode der Empfängerleiste 11 und der Senderdiode SDA1 der Abdeckplatte
12 sowie zwischen der zweiten Senderleiste 22 und der zweiten Empfängerdiode EDA2
besteht nun die Möglichkeit der in Fig. 10 dargestellten Datenübertragung. Die Datenübertragung
erfolgt nur zwischen den Dioden, die von der Abdeckplatte 12 abgedeckt werden. Jeder
Diode EDA1, EDA2, SDA1 der Abdeckplatte 12 steht eine Diode auf den Senderleisten
10, 22 bzw. der Empfängerleiste 11 gegenüber. Die Datenübertragung erfolgt stets in
einer Richtung DR1, DR2, wobei die Möglichkeit besteht, Daten gleichzeitig zu senden
und zu empfangen. Die Daten werden von einem Stockwerkrechner 23 bzw. von einem Kabinenrechner
24 in Impulse IMP1, IMP2 umgewandelt und mittels der Dioden optoelektronisch übertragen.
1. Einrichtung zur Erzeugung von Schachtinformation bestehend aus im Türbereich einer
Aufzugskabine (1) angeordneten Informationsgebern (10,11) und aus im Türbereich einer
Stockwerktür (8) angeordneten Betätigungselementen (12), die die Informationsgeber
(10,11) je nach Lage der Aufzugskabine (1) in einem Aufzugsschacht (4) betätigen,
dadurch gekennzeichnet,
dass optoelektronische Informationsgeber (10,11) vorgesehen sind.
2. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine erste sich im wesentlichen über die Kabinentürhöhe erstreckende einen Lichtvorhang
(9) erzeugende Senderleiste (10) mit übereinander angeordneten Lichtsendern und eine
sich im wesentlichen über die Kabinentürhöhe erstreckende Empfängerleiste (11) mit
übereinander angeordneten Lichtempfängern (D1 ... D16) vorgesehen sind, die die Lichtstrahlen
der Lichtsender in elektrische Signale umwandeln, wobei einzelne Lichtstrahlen von
einer im Türbereich der Stockwerktür (8) angeordneten in den Lichtvorhang (9) ragenden
Abdeckplatte (12) unterbrochen werden.
3. Einrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Senderleiste (10) und die Empfängerleiste (11) an einer Kabinenschwelle
(5) und die Abdeckplatte (12) an einer Stockwerkschwelle (6) angeordnet sind.
4. Einrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abdeckplatte (12) schwenkbar an einem an der Stockwerkschwelle (6) angeordneten
Bolzen (13) mit einer mittels der Stockwerktür (8) betätigbaren Fahne (14) angeordnet
ist.
5. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit einer Lernfahrt der Aufzugskabine (1) je Stockwerk (2.1, 2.2, 2.3) eine Grobposition
und mit einer manuellen Lernfahrt die genaue Sollposition aufgrund der unterbrochenen
Lichtstrahlen bestimmt wird und
dass aus dem Istwert eines Fahrbefehls und dem Sollwert der manuellen Lernfahrt eine
Korrekturgrösse bestimmt wird, mit der die Aufzugskabine (1) solange bewegt wird,
bis sie die Sollposition erreicht hat.
6. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass neben der Empfängerleiste (11) eine zweite Senderleiste (22) angeordnet ist und
dass an der Abdeckplatte (12) eine erste Empfängerdiode (EDA1), eine zweite Empfängerdiode
(EDA2) und eine Senderdiode (SDA1) angeordnet sind, wobei die erste Empfängerdiode
(EDA1) die Funktion der jeweils durch die Abdeckplatte (12) abgedeckten Diode (D1
... D16) der Empfängerleiste (11) übernimmt und die zweite Senderleiste (22) zusammen
mit der zweiten Empfängerdiode (EDA2) die Datenübertragung in der einen Richtung (DR1)
und die Senderdiode (SDA1) zusammen mit der Empfängerleiste (11) die Datenübertragung
in der anderen Richtung (DR2) zwischen einem Stockwerkrechner (23) und einem Kabinenrechner
(24) ermöglicht.