[0001] Die Erfindung betrifft ein zur Errichtung von Hochbauten bestimmtes, geschoßhohes,
vorgefertigtes Wandelement aus einem vor dem Abbinden gießfähigen Baustoff mit eingebetteter
Bewehrung. Die Erfindung bezieht sich des weiteren auf ein Verfahren zur Herstellung
eines solchen Wandelementes, auf eine Stahlschalung zur Durchführung des Verfahrens,
auf ein Verfahren zur Errichtung von Hochbauten unter Verwendung von Wandelementen
nach der Erfindung, sowie schließlich auf eine Justiervorrichtung zum Setzen eines
Wandelementes nach dem zuletzt genannten Verfahren.
[0002] Vorgefertigte Wandelemente wurden bisher lediglich im Rahmen der sog. Plattenbauweise
in größerem Umfang zur Errichtung von Hochbauten eingesetzt. Die Nachteile dieser
Bauweise sind allgemein bekannt und haben zu einem nicht unerheblichen Umfang ihre
Ursache darin, daß die vorgefertigten Wandelemente im wesentlichen lediglich aneinander
und geschoßweise übereinander gesetzt wurden, ohne daß zwischen den Elementen eine
den Erfordernissen der Baustatik entsprechende, kraftschlüssige Verbindung geschaffen
wurde. Diese Bauweise ist deshalb weitgehend aufgegeben worden.
[0003] Vorgefertigte Wandelemente könnten insbesondere für die Errichtung von Innenwänden
verwendet werden, weil diese bekanntlich keine Atmungsaktivität haben müssen. Dies
würde erhebliche Rationalisierungsvorteile mit sich bringen, vor allein wenn von der
Möglichkeit Gebrauch gemacht wird, nicht nur etwaige Durchbrüche, insbesondere für
Türen, sondern auch die gesamte Elektro- und ggfs. die Sanitärinstallation in die
Vorfertigung des jeweiligen Wandelementes einzubeziehen. Hierfür könnten die Möglichkeiten
der CAD/CAM-Technik genutzt und dementsprechend auch nachträgliche Planänderungen
kurzfristig und fehlerfrei berücksichtigt werden, dies insbesondere, wenn die Pläne
unmittelbar auf die Innenwand der Schalung projiziert werden, die zur Herstellung
des Wandelementes ohnehin erforderlich ist. Eine noch weitergehende Automatisierung
der Vorfertigung ließe sich durch Einsatz von EDV-gesteuerten Industrierobotern auch
zum Einlegen der Bewehrung und der etwaigen Installationsteile sowie zum Anbringen
von Platzhaltern für Durchbrüche und dergl. erreichen.
[0004] Ziel der Erfindung ist es daher, ein den Erfordernissen der Baustatik entsprechendes,
vorgefertigtes Wandelement sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung und eine Schalung
zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen, ebenso wie ein geeignetes Verfahren zur
Errichtung von Hochbauten aus solchen Wandelementen und eine die Durchführung des
letztgenannten Verfahrens ermöglichende Justiervorrichtung, die es ermöglicht, das
Wandelement vor seiner dauerhaften Verbindung mit den anschließenden Teilen des Baukörpers
korrekt auszurichten.
[0005] Erfindungsgemäß wird ein vorgefertigtes Wandelement vorgeschlagen, bei dem die Bewehrung
über die untere Stirnfläche und die obere Stirnfläche des Wandelementes als Anschlußbewehrung
übersteht und bei dem die lastaufnehmenden Randstreifen der oberen Stirnfläche plan
sind, wobei in die untere Stirnfläche voneinander beabstandete, längenverstellbare
Nivelliermittel für das Wandelement eingebettet sind. Das so hergestellte Wandelement
ist einerseits im Bereich aller Sichtflächen plan und hat saubere, gerade Kanten,
während es andererseits mittels der überstehenden Bewehrung nach unten und nach oben
in baustatisch einwandfreier Weise an angrenzende, gleichartige Wandelemente oder
an andere vorgefertigte oder in Ortbeton hergestellte Baukörperteile angeschlossen
werden kann. Insbesondere bietet das Wandelement auch einen sauberen, praktisch fugenlosen
Übergang zur Geschoßdecke ohne aufwendige Nacharbeiten. Das Wandelement braucht auch
nicht verputzt zu werden, um wie bei konventionell hergestellten Wänden Unregelmäßigkeiten
und Ungenauigkeiten auszugleichen und/oder Schlitze und Öffnungen für Installationen
zu überdecken.
[0006] Vor allem die Nivelliermittel sorgen dafür, daß zwischen der unteren Stirnfläche
des Wandelements und dessen Aufstandsfläche ein ausreichend großer Spalt bleibt, der
nicht nur den Anschluß der überstehenden Bewegung an diejenige des darunterbefindlichen
Bauelementes erleichtert, sondern auch genügend Raum für das Ausgießen dieses Anschlußbereiches
z.B. mittels Ortbeton, bei dem es sich insbesondere um den Deckenbeton handeln kann,
schafft.
[0007] Zur Vereinfachung der Handhabung des Wandelementes, das in aller Regel mittels eines
Krans aus der Schalung entnommen und am Einbauort gesetzt wird, kann zumindest die
obere Stirnfläche mit von der überstehenden Anschlußbewehrung unabhängigen, voneinander
beabstandeten Ankermitteln zur Befestigung von Hebezeugmitteln versehen sein.
[0008] Zur horizontal kraftschlüssigen Verbindung seitlich aneinandergrenzender Wandelemente
können im Bereich der seitlichen Stirnfläche sich nach dem Einbau genau gegenüberliegende
Hohlkehlen vorhanden sein, die dann nach dem Setzen der Wandelemente mit Beton ausgegossen
werden.
[0009] Zur Vereinfachung der Installation können die Installationsteile wie insbesondere
Leerrohre über die jeweiligen Stirnflächen des Wandelementes überstehen.
[0010] Die längenverstellbaren Nivelliermittel können vorteilhaft aus Gewindestangen und
letztere über einen Teil ihrer Länge aufnehmenden Schraubhülsen bestehen, wobei entweder
die Gewindestangen oder die entsprechenden Schraubhülsen kraftübertragend in die untere
Stirnfläche des Wandelementes eingebettet sind.
[0011] Die Herstellung von vorgefertigten Wand- oder auch Deckenelementen in wiederverwendbaren
Stahlschalungen ist Stand der Technik. Das mit der Erfindung vorgeschlagene Wandelement
läßt sich jedoch am besten dadurch herstellen, daß in die stehende, offene Schalung
in kopfstehender Orientierung die Bewehrung und die Nivelliermittel, sonstige Montagehilfsmittel,
ggfs. Installationsteile, Platzhalter für Durchbrüche und/oder Wärmedämmplatten eingelegt,
positioniert und fixiert werden, daß dann die Schalung geschlossen sowie der Baustoff
eingegossen und ggfs. gerüttelt wird, und daß nach dem Aushärten des Baustoffes das
Wandelement entschalt wird. Durch die Herstellung des Wandelementes in kopfstehender
Orientierung ergeben sich sowohl die angestrebte, plane obere Stirnfläche (oder zumindest
deren plane Randstreifen) als auch die notwendige Rauhigkeit und vorzugsweise ein
leicht konvexes Profil der unteren Stirnfläche des Wandelementes von selbst. Das fertige
Wandelement muß zwar vor dem Einbau gewendet werden; dies bedeutet jedoch keinen oder
zumindest keinen nennenswerten Zusatzaufwand, denn unabhängig davon ob das Wandelement
werkseitig oder auf der Baustelle vorgefertigt wird, ist in aller Regel ein Zwischentransport
und/oder eine Zwischenlagerung ohnehin erforderlich.
[0012] Die erfindungsgemäß vorgeschlagene Stahlschalung zur Durchführung des Herstellverfahrens
des Wandelementes hat zumindest in ihrem Boden Durchtritte für die Anschlußbewehrung.
Der Boden der Schalung liegt also um mindestens das Maß des Überstandes der Bewehrung,
also die Länge der Anschlußbewehrung, höher als die Aufstandsfläche der Stahlschalung.
[0013] Je nach Art des Baustoffs, genauer gesagt abhängig von seiner Konsistenz, sollten
die Durchtritte im Boden der Schalung gegen ein Auslaufen des Baustoffes gummielastisch
abgedichtet sein.
[0014] Die bevorzugte Konstruktion der Schalung zeichnet sich dadurch aus, daß deren Bodenfläche
zumindest teilweise aus den oberen Schenkelflächen von zwei parallelen, liegend angeordneten
U-Profilen besteht, die zwischen sich die Durchtritte in Form eines durchgehenden
Spaltes freilassen, und an denen jeweils ein elastisches Dichtprofil befestigt ist,
und daß die beiden Dichtprofile mit ihren einander zugewandten Stirnflächen die Durchtritte
für die Anschlußbewehrung abdichten.
[0015] Die Erfindung bezieht sich des weiteren auf ein Verfahren zur Errichtung von Hochbauten
unter Verwendung von Wandelementen der hier vorgeschlagenen Art. Hierzu wird vorgeschlagen,
daß das jeweilige Wandelement in seine Einbauorientierung gebracht, auf jeder seiner
beiden Großflächen mit mindestens einer Vorrichtung zur lotrechten Justierung versehen
und über der oberen Stirnfläche des Wandelementes des darunterliegenden Geschoßes
positioniert sowie in den Spalt zwischen zwei sich auf dieser oberen Stirnfläche abstützenden
Deckenelementen dieses unteren Geschoßes abgesenkt wird, bis die Nivelliermittel auf
dieser oberen Stirnfläche aufstehen, daß das so positionierte Wandelement mit Hilfe
der Nivelliermittel in der Horizontalen und mit Hilfe der Justiervorrichtung in der
Vertikalen ausgerichtet wird, daß dann der verbleibende Spalt zwischen der unteren
Stirnfläche des positionierten Wandelementes und der Stirnfläche des darunter befindlichen
Wandelementes mit Ortbeton aufgefüllt und ggfs. gerüttelt wird, und daß nach dem Aushärten
die Justiervorrichtung entfernt wird.
[0016] Als im Rahmen dieses Verfahrens vorteilhafte Justiervorrichtung zum Setzen des Wandelementes
eignen sich zwei etwa L-förmige Winkel, die sich, mit ihren langen Schenkeln vertikal
ausgerichtet, an gegenüberliegenden Großflächen des Wandelementes vorzugsweise gegen
zumindest einen kleinflächigen Bereich abstützen und an dem jeweiligen freien Ende
ihrer kurzen Schenkel je einen höhenverstellbaren Fuß haben. Die Abstützung über kleinflächige
Bereiche der betreffenden Großflächen des Wandelementes hat dabei den Vorteil, ungünstigstenfalls
entstehende, oberflächliche Schäden auf den Großflächen des Wandelementes auf die
betreffenden Bereiche zu beschränken.
[0017] Die Handhabung der Justiervorrichtung vereinfacht sich, wenn die langen Schenkel
der L-förmigen Winkel beidseits des Wandelementes über dessen Oberrand und/oder dessen
Unterrand miteinander verbunden sind. Mindestens eine der Verbindungen kann lösbar
ausgebildet sein.
[0018] Die höhenverstellbaren Füße an den jeweiligen freien Enden der kurzen Schenkel der
Justiervorrichtung können insbesondere je eine in einer Gewindebüchse aufgenommene
Gewindestange, die in einem kegelförmigen Stützfuß endet, umfassen. Nach dem Aufbringen
des Ortbetons und dessen Aushärtung, also dann, wenn die Justiervorrichtungen entfernt
werden können, bleiben dann lediglich kegelförmige Vertiefungen zurück, die nur mit
Spachtelmasse oder dergl. aufgefüllt zu werden brauchen, bevor der Estrich aufgebracht
wird.
[0019] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert, die jedoch als
vereinfacht, schematisch und nur beispielhaft zu verstehen ist. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine geöffnete Stahlschalung zur Vorfertigung eines Wandelementes
- Fig. 2
- die geschlossene Stahlschalung während des Einfüllens des Baustoffes
- Fig. 2a
- einen Teilschnitt durch die Stahlschalung entsprechend der Linie IIa-IIa in Fig. 2
- Fig. 3
- eine Einzelheit der Stahlschalung zur Veranschaulichung deren Abdichtung
- Fig. 4
- das Wandelement nach dem Entformen
- Fig. 5
- einen Schnitt durch das Wandelement entsprechend der Linie V-V in Fig. 4
- Fig. 6
- das zum Zwischenlagern oder zum Einbau vorbereitete Wandelement
- Fig. 7
- einen Schnitt zur Veranschaulichung der Einbausituation des Wandelementes
- Fig. 8
- eine perspektivische Darstellung dieser Einbausituation
- Fig. 9
- das eingebaute Wandelement während des Einbringens des Ortbetons
- Fig. 10
- das eingebaute Wandelement nach Fertigstellung der Geschoßdecke einschließlich des
Estrichs und
- Fig. 11
- eine vereinfachte Aufsicht auf seitlich aneinander anschließende derartige Wandelemente
[0020] Figur 1 zeigt eine geöffnete Stahlschalung mit den Schalungswänden 1 und 2, einer
seitlichen Abschlußwand 3 mit daran befestigtem Profilstreifen 3a zur Ausbildung einer
Hohlkehle in der seitlichen Stirnfläche des späteren Wandelementes, sowie mit einem
später näher erläuterten Boden 4. In diesem Beispiel projiziert ein Projektor 5 einen
Plan des Wandelementes auf die Innenseite der rückwärtigen Schalungswand 1. In die
Schalung bereits eingelegt sind Bewehrungsmatten 7 und 8, eine durchgehende Hülse
9, sowie Elektroinstallationsdosen 10 mit Leerrohren 11. Aus dem oberen Leerrohr 11
führt ein durch zwei Leiter symbolisiertes, elektrisches Kabel 12, dessen Funktion
noch erläutert werden wird. Die üblichen Abstandhalter usw. sind der Einfachheit halber
nicht dargestellt. Die Installationsrohre 11 sowie andere, nicht gezeichnete Einlegeteile
einschließlich etwaiger Wärmedämmplatten oder Platzhalter für Türöffnungen, Installationsschächte
und dergl. werden in bekannter Weise an den Bewehrungen 7 und/oder 8 ausreichend festgelegt.
[0021] Figur 2 zeigt schematisch die geschlossene Stahlschalung unmittelbar vor dem Ende
des Einfüllens des Betons 13. Die linke Seitenwand der Stahlschalung ist weggelassen.
[0022] Figur 2a zeigt eine vorteilhafte Möglichkeit zur Fixierung der Installationsdose
10 mittels eines Elektromagneten 14, der bei Speisung über das Kabel 12 an der Schalungswand
2 unverrückbar haftet und damit die Dose 10 fixiert. Die Speisespannung wird vor dem
Öffnen der Schalung abgeschaltet. Nach dem Entfernen der Schalungswand 2 wird der
Elektromagnet 14 samt Kabel 12 zur Wiederverwendung entnommen.
[0023] Figur 3 veranschaulicht die Ausbildung des Bodenbereiches, ggfs. auch der beiden
Seitenwände der Stahlschalung in der Weise, daß ein Teil der Bewehrung 7, 8 als Anschlußbewehrung
über das fertige Wandelement übersteht. Im einzelnen dienen hierzu ein mittiges Vierkantrohr
41, an das seitlich U-Profile 42, 43 anschließen, denen gleichartige U-Profile 44,
45 gegenüberstehen. Die Schenkellänge der U-Profile 44 und 45 entspricht dem genormten
Abstand der Bewehrungsmatten 7, 8 von den jeweiligen Wandaußenflächen. Jedes der U-Profile
42 bis 45, die zwischen sich paarweise einen Spalt entsprechend der Dicke der Bewehrungsstäbe
freilassen, umschließt ein dauerelastisches Kunststoffdichtprofil 46. Die in Querrichtung
gemessene Dicke der Dichtprofile 46 ist so gewählt, daß die Dichtprofile im Einbauzustand
mit den einander zugewandten Flächen gegeneinander anliegen. Dadurch umschließen die
Dichtprofile 46 die durch die Spalte hindurchtretenden Bewehrungsstäbe, dichten jedoch
die Spalte im übrigen vollständig ab.
[0024] In den Figuren 4 und 5 ist das fertige Wandelement so dargestellt, wie es aus der
Stahlschalung kommt. Fig. 4 zeigt u.a., daß die seitlichen Stirnflächen des Wandelementes
Hohlkehlen 20 haben. In Fig. 5 erkennt man das vorzugsweise leicht konvexe Profil
der oberen Stirnfläche, die darüberhinaus ihre natürliche Rauhigkeit behält, so daß
sich später ein inniger Verbund mit dem Ortbeton ergibt, wie noch erläutert werden
wird. Das Element umfaßt einige der Einfachheit halber in den Fig. 1 und 2 weggelassene
Einlegeteile, die den Transport, ggfs. das Zwischenlagern und insbesondere das Setzen
des Wandelementes am Einbauort vereinfachen. Im einzelnen sind dies oben zwei Nivellierstützen,
die jeweils aus einer Gewindestange 15 mit darauf festgesetzter Mutter 15a und einer
in den Beton bündig eingebetteten Schraubhülse 16 bestehen, sowie unten zwei ebenfalls
eingebettete Gewindebüchsen 17 zum Eindrehen von Kranösen. Außerdem sind in das Wandelement
nahe dessen Oberrand zwei weitere Gewindeösen 18 eingebettet, deren Zweck noch erläutert
werden wird. Stattdessen könnten auch kurze Bewehrungsstäbe oder Gewindestangen, die
durch die in das Wandelement eingebetteten Hülsen 9 (vgl. Fig. 1) hindurchgeschoben
oder in diese eingedreht werden, Verwendung finden. Des weiteren kann ein Teil der
überstehenden Bewehrung als geschlossene U-Bügel 19 ausgebildet sein. Alle erwähnten
Teile sind handelsüblich erhältlich.
[0025] Figur 6 zeigt das Wandelement in gegenüber den Figuren 4 und 5 gewendeter und damit
in der der späteren Einbausituation entsprechenden Orientierung. Alle Sichtflächen
sind plan, ebenso die lastaufnehmenden Randstreifen der oberen Stirnfläche, so daß
sich ein sauberer Übergang zu der anschließenden Geschoßdecke (siehe auch Fig. 7 und
folgende) ergibt. Das Wandelement ist mit zwei Justiervorrichtungen 21 und 22 versehen,
deren Konstruktion identisch ist, so daß nachfolgend nur die Justiervorrichtung 21
näher erläutert wird. Diese umfaßt zwei L-förmige Winkel, deren lange Schenkel 21a,
21b an ihren oberen Enden über eine durch Muttern gesicherte Gewindestange 21c verbunden
sind. An den unteren Enden haben die langen Schenkel 21a, 21b Löcher für den Durchtritt
von Schrauben 18a, die in die Gewindehülsen 18 (vgl. Fig. 4, 5) eingreifen, womit
die Justiervorrichtung 21 auch in ihrein unteren Ende fixiert ist. Am Ende des jeweiligen
kurzen L-Schenkels 21d, der an dem langen Schenkel 21b über eine Diagonaltraverse
21e abgestützt ist, befindet sich ein höhenverstellbarer Fuß in Form einer Gewindestange
25, die ein Gewinde oder eine Gewindebüchse in dem kurzen Schenkel 21d durchgreift,
oberseitig Schlüsselflächen hat und unterseitig in einem kegelförmigen Stützfuß 26
endet.
[0026] Die Fig. 7 und 8 veranschaulichen die Situation während des Setzens eines neuen,
vorgefertigten Wandelementes B auf ein gleichartiges, vorgefertigtes Wandelement A
des darunterliegenden Geschoßes. Man erkennt, daß an dieses untere Wandelement A die
Geschoßdecke, hier in Form einer teilvorgefertigten Decke 30 mit aufgelegter Bewehrung
31, glatt und nahezu fugenlos anschließt. Während des Setzens wird das neue Wandelement
mittels der Nivellierstütze 16 in die Horizontale nivelliert. Hierzu umfaßt die Nivellierstütze
eine Gewindestange 15 mit darauf festgesetzter Mutter zum Ansetzen eines Schlüssels.
Die ausreichend langen Überstände der Bewehrungen 7, 8, hier sowohl des unteren als
auch des oberen Wandelementes, überlappen sich (vgl. Fig. 7) und können im Bedarfsfall
auch mittels an sich bekannter Gewindehülsen, Ankerhülsen und dergl. aneinander angeschlossen
werden. Sofern aus baustatischen Gründen notwendig, können alternativ oder zusätzlich
in sich überlappende U-Bügel 19 der Wandelemente A, B kurze Bewehrungseisen 33 eingelegt
werden, vgl. insbesondere Fig. 8. Die überstehenden Enden der Elektroinstallationsrohre
11 werden miteinander verbunden. Ebenso wird mit etwaiger Sanitärinstallation (nicht
dargestellt) verfahren.
[0027] Das Wandelement wird, wie Fig. 9 veranschaulicht, mittels der Justiervorrichtungen
21, 22 (letztere in der Figur nicht sichtbar) in der Vertikalen ausgerichtet. Man
erkennt, daß die kurzen L-Schenkel 21d der Justiervorrichtung so bemessen sind, daß
die Stützfüße 26 sich genau über den Stützen 32 der Decke 30 des darunter befindlichen
Geschoßes befinden. Fig. 9 zeigt außerdem das Aufbringen des Ortbetons 35 der Geschoßdecke.
(Die Deckenbewehrung ist der Einfachheit halber hier nicht dargestellt). Dieser Ortbeton
füllt auch vollständig den Zwischenraum zwischen dein Unterrand des gerade gesetzten
Wandelementes B und dem Oberrand des Wandelementes A des darunterliegenden Geschoßes
aus.
[0028] Da das obere mit dem unteren Wandelement nach dem Aushärten des Ortbetons 35 kraftschlüssig
und baustatisch einwandfrei verbunden ist, können dann die Justiervorrichtungen 21,
22 entfernt werden.
[0029] Anschließend werden die von den Füßen 26 der Justiervorrichtungen zurückbleibenden,
kegelförmigen Vertiefungen mit Beton 36 ausgefüllt, vgl. Fig. 10. Danach wird der
Estrich aufgebracht, der gewöhnlich aus einer Dämmschicht 37 und dem eigentlichen
Estrich 38 besteht. Wie aus Figur 10 deutlich wird, ergibt sich dann auch ein glatter
Übergang vom Estrich 38 zur jeweiligen Wandfläche, der nicht nachgearbeitet zu we
rden braucht. Insbesondere verdeckt der Estrich 38 auch die Öffnungen der Gewindehülsen
18 (oder der Hülsen 9 in Fig. 1) in dem Wandelement, die zur Fixierung der Justiervorrichtungen
dienten.
[0030] Fig. 11 zeigt eine geschnittene Aufsicht auf drei aneinanderstoßende Wandelemente,
wovon zwei eine Ecke bilden. Da die Wandelemente genau maßhaltig und mit planen Flächen
(ausgenommen die spätere untere Stirnfläche) in Sichtbetonqualität aus der Schalung
kommen, lassen sie sich praktisch fugenlos und genau fluchtend aneinandersetzen. Die
sich jeweils gegenüberliegenden Hohlkehlen 20 bilden geschlossene Kanäle. In diese
Kanäle dringt beim Fertigbetonieren der jeweiligen, darüberliegenden Geschoßdecke
der Ortbeton 35 ein und bildet nach dem Aushärten die sog. Plombe, die den Kraftschluß
zwischen den Wandelementen in horizontaler Richtung sicherstellt.
1. Zur Errichtung von Hochbauten bestimmtes, geschoßhohes, vorgefertigtes Wandelement
aus einem vor dem Abbinden gießfähigen Baustoff mit eingebetteter Bewehrung, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewehrung (7,8) über die untere Stirnfläche und die obere Stirnfläche des
Wandelementes als Anschlußbewehrung übersteht, daß die lastaufnehmenden Randstreifen
der oberen Stirnfläche plan sind, und daß in die untere Stirnfläche voneinander beabstandete,
längenverstellbare Nivelliermittel (15, 16) für das Wandelement eingebettet sind.
2. Wandelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest die obere Stirnfläche
zusätzlich zumindest zwei voneinander beabstandete Ankermittel (17) zur Befestigung
von Hebezeugmitteln hat.
3. Wandelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich wenigstens
einer der beiden seitlichen Stirnflächen eine Hohlkehle (20) vorhanden ist.
4. Wandelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in das Wandelement
eingebettete Leerrohre (11) über die jeweiligen Stirnflächen des Wandelementes überstehen.
5. Wandelement nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die längenverstellbaren
Nivelliermittel (15,16) aus Gewindestangen (15) und diese über einen Teil ihrer Länge
aufnehmenden Schraubhülsen (16) bestehen, und entweder die Gewindestange oder die
entsprechende Schraubhülse kraftübertragend in die untere Stirnfläche des Wandelementes
eingebettet ist.
6. Verfahren zur Herstellung eines Wandelementes nach einem der Ansprüche 1 bis 5 in
einer wiederverwendbaren Stahlschalung, dadurch gekennzeichnet, daß in die stehende,
offene Schalung (1,2) in kopfstehender Orientierung die Bewehrung (7,8) und die Nivelliermittel
(15,16), sonstige Montagehilfsmittel (3a, 17, 18, 19), ggfs. Installationsteile (10,11),
Platzhalter für Durchbrüche und/oder Wärmedämmplatten eingelegt, positioniert und
fixiert werden, daß dann die Schalung geschlossen sowie der Baustoff (13) eingegossen
und ggfs. gerüttelt wird, und daß nach dem Aushärten des Baustoffes das Wandelement
entschalt wird.
7. Stahlschalung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest der Boden (4) der Schalung (1,2) Durchtritte für die Anschlußbewehrung
hat.
8. Schalung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchtritte gegen Auslaufen
des Baustoffs gummielastisch abgedichtet sind.
9. Schalung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß ihre Bodenfläche zumindest
teilweise aus den oberen Schenkelflächen von parallelen, liegend angeordneten U-Profilen
(42 bis 45) besteht, die zwischen sich die Durchtritte in Form eines durchgehenden
Spalts freilassen, und an denen jeweils ein elastisches Dichtprofil (46) befestigt
ist, und daß die beiden Dichtprofile mit ihren einander zugewandten Stirnflächen die
Durchtritte für die Anschlußbewehrung abdichten.
10. Verfahren zur Errichtung von Hochbauten unter Verwendung von Wandelementen nach einem
der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das jeweilige Wandelement in seine
Einbauorientierung gebracht, auf jeder seiner beiden Großflächen mit mindestens einer
Vorrichtung (21,22) zur lotrechten Justierung versehen und über der oberen Stirnfläche
des Wandelementes des darunterliegenden Geschosses positioniert sowie in den Spalt
zwischen zwei sich auf dieser oberen Stirnfläche abstützenden Deckenelementen (30)
dieses unteren Geschosses abgesenkt wird, bis die Nivelliermittel (15,16) auf dieser
oberen Stirnfläche aufstehen, daß das so positionierte Wandelement mit Hilfe der Nivelliermittel
(15,16) in der Horizontalen und mit Hilfe der Justiervorrichtung (21,22) in der Vertikalen
ausgerichtet wird, daß dann der verbleibende Spalt zwischen der unteren Stirnfläche
des positionierten Wandelements und der Stirnfläche des darunter befindlichen Wandelements
mit Ortbeton (35) aufgefüllt und ggf. gerüttelt wird, und daß nach dem Aushärten die
Justiervorrichtung (21,22) entfernt wird.
11. Justiervorrichtung zum Setzen eines Wandelementes nach dem Verfahren gemäß Anspruch
10, gekennzeichnet durch zwei etwa L-förmige Winkel, die sich, mit ihren langen Schenkeln
(21a, 21b) vertikal ausgerichtet, an gegenüberliegenden Großflächen des Wandelementes
vorzugsweise über zumindest je einen kleinflächigen Bereich abstützen und an dem jeweiligen
freien Ende ihrer kurzen Schenkel (21d) je einen höhenverstellbaren Fuß (25, 26) haben.
12. Justiervorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die langen Schenkel
(21a, 21b) der L-förmigen Winkel beidseits des Wandelementes über dessen Oberrand
und/oder dessen Unterrand miteinander verbunden sind.
13. Justiervorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß der höhenverstellbare
Fuß eine in einem Gewinde der kurzen Schenkel (21d) aufgenommene Gewindestange (25),
die in einem kegelförmigen Stützfuß (26) endet, umfaßt.