[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Isolierglaselement für Fassaden oder dergleichen
mit wenigstens zwei unter Zwischenschaltung eines umlaufenden Abstandhalterrahmens
miteinander verklebten Einzelglasscheiben und Halteelementen zur lagesicheren Halterung
der fassadenaußenseitigen Einzelscheibe an der fassadeninnenseitigen Einzelscheibe.
[0002] Um bei Glasfassaden oder anderen Verglasungen die einzelnen Isolierglaselemente ohne
die von außen sichtbaren Befestigungsrahmen am Tragwerk montieren zu können, wurde
bereits eine Isolierglashalterung vorgeschlagen, die lediglich an den fassadeninnenseitigen
Einzelscheiben der Isolierglaselemente angreift, wodurch eine optisch einwandfreie,
glatte Außenscheibe erhalten bleibt. Diese Halterungen bestehen dabei aus in der Innenscheibe
sitzenden Befestigungsbeschlägen. Die Außenscheibe wird dabei nur über ihre Verklebung
kraftschlüssig gehalten. Diese Klebehalterung der Außenscheibe genügt an sich den
gestellten Festigkeitsanforderungen, doch wird aus Sicherheitsgründen manchmal eine
zusätzliche statische Lastabtragung des Eigengewichtes der Außenscheibe gefordert.
Dazu ist es bekannt, die Befestigungsbeschläge bis durch die Außenscheibe hindurchragen
zu lassen. Das führt aber wiederum zu einer sichtbaren Befestigung und beeinträchtigt
außerdem die Festigkeit des Isolierglaselementes und gefährdet vor allem auch die
Dichtheit des Isolierglas-Innenraumes.
[0003] Aus der AT-B 396 614 ist es außerdem bekannt, die Außenscheibe mittels hakenförmiger
Halteklammern an der Innenscheibe bzw. zusätzlich an den Befestigungsbeschlägen abzustützen.
Die Dichtheit der Isolierglasscheibe bleibt dadurch voll erhalten, und die Halterung
ist auch nicht von außen sichtbar. Allerdings müssen hier die Stirnseiten der Außenscheibe
mit Ausnehmungen versehen werden, was einen entsprechenden Mehraufwand bei der Herstellung
mit sich bringt. Hinzu kommt, daß diese Abstützungen nur gemeinsam mit den Befestigungsbeschlägen
montiert werden können. Nicht zuletzt stehen die Halteklammern zumindest fassadeninnenseitig
über die Isolierglaselemente vor und lassen sich nicht an unterschiedliche Belastungsverhältnisse
anpassen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu beseitigen und ein Isolierglaselement
der eingangs geschilderten Art zu schaffen, das sich bei einfachem Konstruktionsaufwand
durch eine hohe Montagesicherheit und eine optisch einwandfreie Bauweise auszeichnet.
[0005] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß die Halteelemente als der Höhe nach
verlaufende Zuganker ausgebildet sind, wobei die Zuganker aus außerhalb des Abstandhalterrahmens
in der Randfuge zwischen den Einzelscheiben verlegten Zugmitteln bestehen, die sich
über Ankerstücke an den oberen und unteren Rändern der Einzelscheiben abstützen.
[0006] Die Zuganker sind praktisch unsichtbar in der die Randfuge ausfüllenden Dichtungsmasse
der Isolierglaselemente eingebettet und erlauben es, Innen- und Außenscheibe des Isolierglaselementes
über die Ankerstücke und die diese miteinander verbindenden Zugmittel, beispielsweise
Zugstäbe oder Zugseile, gegenseitig zu verspannen, wodurch es zu einer an die jeweiligen
Belastungsverhältnisse anpaßbaren integrierten Lastabtragung kommt. Die auf die Außenscheibe
einwirkenden Kräfte aus Eigengewicht, Witterung und dergleichen werden so einwandfrei
auf die Innenscheibe und über die Innenscheibe auf das Tragwerk abgeleitet, so daß
ein optimaler Schutz vor einem vertikalen Abscheren oder Abgleiten der Außenscheibe
gewährleistet ist. Da die Klebeverbindung ein horizontales Ausweichen der Glasscheiben
verhindert, ist eine stirnseitige Ansenkung der Scheiben für einen formschlüssigen
Eingriff der Ankerstücke nicht nötig, und die fassadenaußenseitige Einzelscheibe kann
ohne jede Schwächung durch ein Lochen oder Ansenken bleiben. Da die Zuganker außerhalb
der Abstandhalterrahmen verlaufen, gibt es auch keinerlei Gefährdung der Dichtheit
des Isolierglasinnenraumes, und die Zuganker lassen sich problemlos im Herstellwerk
während der Isolierglaselementherstellung in die Randfuge einbringen.
[0007] Weisen die Ankerstücke einen in die Randfuge eingreifenden Sockel auf, ergibt sich
ein lagesicherer Ansatz dieser Ankerstücke an den Einzeischeibenrändern, und die Ankerstücke
können sauber und passend zwischen die Einzelscheiben eingelegt werden.
[0008] Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Zugmittel an den Ankerstücken gegenüber der
scheibenparallelen Mittelebene der Sockel seitlich versetzt angelenkt ist, wobei die
Anlenkstellen im unteren Randbereich zur fassadenaußenseitigen Einzelscheibe hin,
und im oberen Randbereich zur fassadeninnenseitigen Einzelscheibe hin außermittig
liegen, da sich so bei montierten Isolierglaselementen ein zur Vertikalen etwas schräggeneigter
Zugkraftverlauf der Zuganker ergibt, der zu einer günstigen Lastabtragung bei den
im wesentlichen vertikalen Belastungen führt. Außerdem werden günstige Hebelarmverhältnisse
im Bereich der Ankerstücke bei deren Abstützung an den Einzelscheibenrändern erreicht.
[0009] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise veranschaulicht, und
zwar zeigen
- Fig. 1
- ein erfindungsgemäßes Isolierglaselement in der Vorderansicht, und
- Fig. 2
- das Isolierglaselement in teilgeschnittener Seitenansicht.
[0010] Das Isolierglaselement 1 besteht aus zwei unter Zwischenlage eines umlaufenden Abstandhalterrahmens
2 und unter Freilassung eines luft- oder gasgefüllten Innenraumes 3 miteinander verklebten
Einzelscheiben 4, 5. Die fassadenaußenseitige Einzelscheibe 4 ist eine monolithische
Einfachscheibe, und die fassadeninnenseitige Einzelscheibe 5 eine Verbundglasscheibe.
Zur Montage des Isolierglaselementes 1 im Zuge der Fassadenherstellung an einem nicht
weiter dargestellten Tragwerk sind vorzugsweise in den Eckbereichen des Isolierglaselementes
Befestigungsbeschläge 6 angeordnet, die lediglich in der fassadeninnenseitigen Einzelscheibe
5 sitzen und daher eine von außen praktisch unsichtbare Halterung des Isolierglaselementes
1 mit sich bringen.
[0011] Um die fassadenaußenseitige Einzelscheibe 4 zusätzlich mechanisch vor einem Abstürzen
abzusichern, sind Sicherungsanker in Form von Zugankern 7 vorgesehen, und zwar zur
symmetrischen Lastabtragung zwei der Höhe nach verlaufenden Zuganker 7. Diese Zuganker
7 bestehen jeweils aus einem Zugstab 8, der außerhalb des Abstandhalterrahmens 2 in
der Randfuge 9 zwischen den Einzelscheiben 4, 5 verläuft und hier in der die Fuge
ausfüllenden Dichtungsmasse 10 eingebettet ist. An beiden Enden ist der Zugstab 8
an Ankerstücken 11 angelenkt, die sich an den oberen und unteren Rändern der Einzelscheiben
4,5 abstützen. Die Ankerstücke 11 greifen mit einem Sockel 12 in die Randfuge 9 ein
und bieten außermittige Anlenkstellen 13 für den Zugstab 8, was zu einem im Querschnitt
der Randfuge etwa diagonalen Verlauf des Zugstabes führt.
[0012] Die Zuganker 7 bringen eine gegenseitige Verspannung der Einzeischeiben 4, 5 mit
sich, wodurch es zu einer mechanischen Absturzsicherung der fassadenaußenseitigen
Einzeischeiben 4 kommt. Es entsteht eine integrierte Lastabtragung für die auf die
Einzeischeibe 4 einwirkenden Kräfte und damit eine von der eigentlichen Befestigung
des Isolierglaselementes 1 an einem Tragwerk unabhängige Absturzsicherung für die
Außenscheibe.
1. Isolierglaselement für Fassaden oder dergleichen mit wenigstens zwei unter Zwischenschaltung
eines umlaufenden Abstandhalterrahmens miteinander verklebten Einzelglasscheiben und
Halteelementen zur lagesicheren Halterung der fassadenaußenseitigen Einzelscheibe
an der fassadeninnenseitigen Einzelscheibe, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteelemente als der Höhe nach verlaufende Zuganker (7) ausgebildet sind,
wobei die Zuganker (7) aus außerhalb des Abstandhalterrahmens (2) in der Randfuge
(9) zwischen den Einzelscheiben (4,5) verlegten Zugmitteln (8) bestehen, die sich
über Ankerstücke (11) an den oberen und unteren Rändern der Einzelscheiben (4,5) abstützen.
2. Isolierglaselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ankerstücke (11)
einen in die Randfuge (9) eingreifenden Sockel (12) aufweisen.
3. Isolierglaselement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Zugmittel (8)
an den Ankerstücken (11) gegenüber der scheibenparallelen Mittelebene der Sockel (12)
seitlich versetzt angelenkt ist, wobei die Anlenkstellen (13) im unteren Randbereich
zur fassadenaußenseitigen Einzelscheibe (4) hin und im oberen Randbereich zur fassadeninnenseitigen
Einzelscheibe (5) hin außermittig liegen.