[0001] Die Erfindung betrifft eine Motorpumpeneinheit für ein Hochdruckreinigungsgerät mit
einer von einem Motor angetriebenen Motorwelle, einer auf dieser drehfest gehaltenen,
senkrecht zur Drehachse der Motorwelle angeordneten Antriebsplatte und mit einer an
der Antriebsplatte über ein Wälzlager anliegenden Andruckplatte für Kolben einer Kolbenpumpe,
wobei das Wälzlager längs eines konzentrisch zur Drehachse angeordneten Rings Wälzkörper
umfaßt, deren Durchmesser von einer Seite des Rings zur gegenüberliegenden Seite zunimmt,
so daß die Andruckplatte gegenüber der Antriebsplatte geneigt ist.
[0002] Bei Hochdruckreinigungsgeräten ist es üblich, die Kolben einer Kolbenpumpe über einen
Taumelscheibenantrieb anzutreiben, wobei die Taumelscheibe unmittelbar durch einen
Motor der Motorpumpeneinheit angetrieben wird. Ein solcher Taumelscheibenantrieb für
ein Hochdruckreinigungsgerät ist beispielsweise aus der EP 0 242 550 B1 bekannt.
[0003] Es ist auch schon vorgeschlagen worden, einen Taumelscheibenantrieb dadurch zu realisieren,
daß zwischen einer drehfest mit der Motorwelle verbundenen Antriebsplatte einerseits
und einer an den Kolben der Pumpe anliegenden Andruckplatte andererseits ein Wälzlager
angeordnet wird, dessen Wälzkörper von einer Seite zur anderen des Wälzlagers einen
zunehmenden Durchmesser aufweisen. Dadurch wird die Andruckplatte gegenüber der Antriebsplatte
geneigt, und bei der Drehung der Antriebsplatte wird diese geneigte Andruckplatte
durch Reibungsmitnahme zwischen Antriebsplatte und Wälzlager einerseits und Andruckplatte
und Wälzlager andererseits taumelnd gedreht.
[0004] Die Axialkräfte, die von den federbelasteten Kolben auf die Andruckplatte ausgeübt
werden, müssen dabei von der Antriebsplatte aufgenommen werden, und daher ist es bei
derartigen Konstruktionen notwendig, stabile Antriebsplatten zu verwenden, die große
Massen aufweisen und in der Herstellung aufwendig sind.
[0005] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine gattungsgemäße Motorpumpeneinheit so zu verbessern,
daß mit einfachsten Teilen ein schnell laufender Taumelscheibenantrieb für Hochdruckreinigungspumpen
realisiert wird, der auch große Axialkräfte aufnehmen kann.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einer Motorpumpeneinheit der eingangs beschriebenen Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß sich die Antriebsplatte auf ihrer der Andruckplatte gegenüberliegenden
Seite über ein Wälzlager mit Wälzkörpern gleichen Durchmessers an einer motorfesten,
senkrecht auf der Motordrehachse stehenden Stützfläche axial abstützt.
[0007] An der Antriebsplatte legt sich also auf beiden gegenüberliegenden Seite jeweils
ein Wälzlager an, so daß die Axialkräfte von der Andruckplatte durch diese beiden
Wälzlager hindurch auf die Stützfläche übertragen werden können, die ihrerseits motorfest
gehalten ist. Dadurch wird es möglich, die Antriebsplatte selbst als dünnes, plattenförmiges
Bauteil auszubilden, welches im wesentlichen eine Abwälzfläche für die Wälzlager bildet,
sonst aber keine axialen Kräfte aufnehmen muß. Insbesondere ist es daher nicht notwendig,
eine besonders stabile Verbindung zwischen Antriebsplatte und Motorwelle vorzusehen,
hier genügt es, wenn Drehkräfte übertragen werden können.
[0008] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Wälzkörper zwischen Antriebsplatte und Andruckplatte
und gegebenenfalls auch zwischen Antriebsplatte und Stützfläche Kugeln sind.
[0009] Die Wälzkörper werden vorteilhaft in einem ringförmigen Käfig aus Kunststoff gelagert.
[0010] Es kann vorgesehen sein, daß die Antriebsplatte auf ihrer der Andruckplatte zugewandten
Seite eine ringförmige Rinne zur Aufnahme der Wälzkörper aufweist.
[0011] Eine ähnliche Rinne kann auch die Andruckplatte auf ihrer der Antriebsplatte zugewandten
Seite aufweisen, ebenso die Antriebsplatte auf ihrer der Stützfläche zugewandten Seite
und die Stützfläche auf ihrer der Antriebsplatte zugewandten Seite.
[0012] Vorteilhaft ist es, wenn der Querschnitt der Rinne dabei im wesentlichen kreisbogenförmig
ist, so daß die kugeligen Wälzkörper in dieser Rinne geführt werden.
[0013] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß die Motorwelle durch ein
Kugellager in radialer Richtung in einem Lagerschild des Motors abgestützt ist.
[0014] Eine besonders günstige Konstruktion ergibt sich, wenn die motorfeste Stützfläche
durch eine Platte gebildet wird, die in eine Ausnehmung des Lagerschilds passend eingelegt
ist.
[0015] Die nachfolgende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung dient im
Zusammenhang mit der Zeichnung der näheren Erläuterung. Es zeigen:
- Figur 1:
- eine schematische Seitenansicht einer Motorpumpeneinheit mit einem Taumelscheibenantrieb
für die Kolben der Pumpe und
- Figur 2:
- eine vergrößerte Längsschnittansicht des Taumelscheibenbereichs zwischen Motor und
Pumpe in schematischer Darstellung.
[0016] Die in der Zeichnung dargestellte Motorpumpeneinheit umfaßt einen Elektromotor 1
mit einem Gehäuse 2, welches stirnseitig durch ein Lagerschild 3 abgeschlossen ist.
In diesem Lagerschild 3 ist eine Motorwelle 4 mittels eines die Motorwelle 4 umgebenden
Kugellagers 5 drehbar gelagert, dieses Kugellager 5 kann die Motorwelle in radialer
Richtung und gegebenenfalls bei geeigneter Ausbildung auch in axialer Richtung unterstützen.
[0017] Das Lagerschild 3 weist auf seiner dem Elektromotor 1 abgewandten Seite eine die
Motorwelle 4 konzentrisch umgebende kreisförmige und stirnseitig offene Ausnehmung
6 auf, in die eine die Ausnehmung 6 ausfüllende Stützplatte 7 eingelegt ist. Diese
Stützplatte 7 weist eine zentrale Öffnung 8 für den Durchtritt der Motorwelle 4 auf
und eine konzentrisch zur Öffnung 8 verlaufende ringförmige, im Querschnitt kreisbogenförmige
Rinne 9.
[0018] Auf dem Ende der Motorwelle 4 ist drehfest eine scheibenförmige Antriebsplatte 10
gehalten, die sich senkrecht zur Drehachse der Motorwelle 4 erstreckt. Diese Antriebsplatte
10 trägt auf beiden Seite einander gegenüberliegend konzentrisch zur Drehachse der
Motorwelle 4 verlaufende Rinnen 11 beziehungsweise 12, wobei die Rinne 11 genau der
Rinne 9 in der Stützplatte 7 gegenüberliegt.
[0019] Zwischen Antriebsplatte 10 und Stützplatte 7 ist ein ringförmiger Käfig 13 aus Kunststoff
eingelegt, in dem in der Ebene des Käfigs 13 liegend eine Anzahl von kugelförmigen
Wälzkörpern 14 frei drehbar gelagert sind. Diese Wälzkörper haben alle denselben Durchmesser,
und sie tauchen in die Rinnen 9 beziehungsweise 11 der Stützplatte 7 und der Antriebsplatte
10 ein, so daß auf diese Weise die Antriebsplatte 10 in axialer Richtung an der Stützplatte
7 abgestützt ist.
[0020] In die dem Elektromotor 1 abgewandte Rinne 12 der Antriebsplatte 10 tauchen ebenfalls
Wälzkörper 15 ein, die in einem zweiten ringförmigen Käfig 16 aus Kunststoff frei
drehbar gelagert sind. Diese Wälzkörper 15 weisen einen von einer Seite des Käfigs
16 zur gegenüberliegenden Seite ansteigenden Durchmesser auf, und sie tauchen auf
der der Antriebsplatte 10 gegenüberliegenden Seite in eine kreisförmige Rinne 17 in
einer Andruckplatte 18 ein, die auf dem durch die Wälzkörper 15 gebildeten Wälzlager
aufliegt. Aufgrund der von einer Seite zur anderen zunehmenden Durchmesser der Wälzkörper
15 ist die Andruckplatte 18 gegenüber der Antriebsplatte 10 geneigt.
[0021] Auf der gegenüberliegenden Seite der Andruckplatte 18 legen sich an diese Kolben
19 einer Pumpe 20 an, die sich an den Elektromotor anschließt. Die Kolben 19 werden
dabei durch sie umgebende Schraubenfedern 21 federnd gegen die Andruckplatte 18 gedrückt,
und dadurch drücken sie auch die Andruckplatte 18 an die Wälzkörper 15 an.
[0022] Die beschriebene Anordnung ist in einfachster Weise dadurch zu montieren, daß auf
das Gehäuse 2 des Elektromotors 1 und das daran gehaltene Lagerschild 3 nacheinander
die Stützplatte 7, der Käfig 13 mit den Wälzkörpern 14, die Antriebsplatte 10, der
Käfig 16 mit den Wälzkörpern 15 und schließlich die Andruckplatte 18 aufgesetzt werden,
dabei umgreift die Antriebsplatte 10 mit einer unrunden Öffnung formschlüssig eine
entsprechend ausgebildete Mitnahmefläche 22 am freien Ende der Motorwelle 4, so daß
eine drehfeste Verbindung entsteht, ohne daß es notwendig wäre, die Antriebsplatte
10 in axialer Richtung auf der Motorwelle 4 besonders festzulegen.
[0023] Die in dieser Weise vorgefertigte Baueinheit wird in axialer Richtung an die Pumpe
20 herangeführt, wobei beispielsweise der beschriebene Taumelscheibenantrieb in ein
topfartiges Gehäuse 23 der Pumpe 20 eintauchen kann, bis die Andruckplatte 18 an den
Kolben 19 anliegt. Weitere Montageschritte sind nicht notwendig.
[0024] Alle Axialkräfte, die von den Kolben 19 auf den Taumelscheibenantrieb ausgeübt werden,
werden über die Andruckplatte 18, die Wälzkörper 15, die Antriebsplatte 10, die Wälzkörper
14 auf die Stützplatte 7 übertragen, so daß die Antriebsplatte 10 als dünne Platte
mit zwei parallelen und senkrecht zur Drehachse der Motorwelle 4 angeordneten Stirnflächen
ausgebildet werden kann.
[0025] Die Kombination eines ersten durch die Wälzkörper 14 gebildeten Wälzlagers mit gleich
großen Wälzkörpern und eines zweiten, durch die Wälzkörper 15 gebildeten Wälzlagers
mit verändertem Durchmesser der Wälzkörper ergibt eine besonders einfache und robuste
und leicht zu montierende Konstruktion eines solchen Taumelscheibenantriebs, der besonders
zum Einsatz in Hochdruckreinigungsgeräten geeignet ist.
1. Motorpumpeneinheit für ein Hochdruckreinigungsgerät mit einer von einem Motor angetriebenen
Motorwelle, einer auf dieser drehfest gehaltenen, senkrecht zur Drehachse der Motorwelle
angeordneten Antriebsplatte und mit einer an der Antriebsplatte über ein Wälzlager
anliegenden Andruckplatte für Kolben einer Kolbenpumpe, wobei das Wälzlager längs
eines konzentrisch zur Drehachse angeordneten Rings Wälzkörper umfaßt, deren Durchmesser
von einer Seite des Rings zur gegenüberliegenden Seite zunimmt, so daß die Andruckplatte
gegenüber der Antriebsplatte geneigt ist, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Antriebsplatte
(10) auf ihrer der Andruckplatte (18) gegenüberliegenden Seite über ein Wälzlager
mit Wälzkörpern (14) gleichen Durchmessers an einer motorfesten, senkrecht auf der
Motordrehachse stehenden Stützfläche (7) axial abstützt.
2. Motorpumpeneinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wälzkörper (15)
zwischen Antriebsplatte (10) und Andruckplatte (18) Kugeln sind.
3. Motorpumpeneinheit nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Wälzkörper
(14) zwischen Antriebsplatte (10) und Stützfläche (7) Kugeln sind.
4. Motorpumpeneinheit nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Wälzkörper (14, 15) in einem ringförmigen Käfig (13 beziehungsweise 16) aus
Kunststoff gelagert sind.
5. Motorpumpeneinheit nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß Antriebsplatte (10) auf ihrer der Andruckplatte (18) zugewandten Seite eine ringförmige
Rinne (12) zur Aufnahme der Wälzkörper (15) aufweist.
6. Motorpumpeneinheit nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Andruckplatte (18) auf ihrer der Antriebsplatte (10) zugewandten Seite eine
ringförmige Rinne (17) zur Aufnahme der Wälzkörper (15) aufweist.
7. Motorpumpeneinheit nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Antriebsplatte (10) auf ihrer der Stützfläche (7) zugewandten Seite eine ringförmige
Rinne (11) zur Aufnahme der Wälzkörper (14) aufweist.
8. Motorpumpeneinheit nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Stützfläche (7) auf ihrer der Antriebsplatte (10) zugewandten Seite eine ringförmige
Rinne (9) zur Aufnahme der Wälzkörper (14) aufweist.
9. Motorpumpeneinheit nach einem der Ansprüche 2 oder 3 und nach einem der Ansprüche
5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Querschnitt der Rinne (9, 11, 12, 17) im
wesentlichen kreisbogenförmig ist.
10. Motorpumpeneinheit nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Motorwelle (4) durch ein Kugellager (5) in einem Lagerschild (3) des Motors
(1) abgestützt ist.
11. Motorpumpeneinheit nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die motorfeste Stützfläche (7) durch eine Platte gebildet wird, die in eine Ausnehmung
(6) des Lagerschilds (3) passend eingelegt ist.