[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Elektroblechen, insbesondere
von kornorientierten Elektroblechen, mit einem gleichmäßigen gut haftenden Glasfilm
und mit verbesserten magnetischen Eigenschaften, bei dem das zunächst erzeugte und
ggf. geglühte Warmband bis auf die Kaltband-Enddicke mit mindestens einer Kaltwalzstufe
kaltgewalzt wird, anschließend auf das bis auf die Enddicke gewalzte Band ein Glühseparator
aufgebracht und getrocknet wird und im Anschluß daran das so beschichtete Kaltband
einer Hochtemperaturglühung unterworfen wird, wobei wesentlicher Bestandteil des Glühseparators
eine wäßrige Magnesiumoxid(MgO)-Dispersion ist und der Glühseparator zusätzlich mindestens
ein Additiv aufweist.
[0002] Bei der Fertigung von kornorientiertem Elektroblech wird nach dem Walzen auf Enddicke
eine Entkohlungsglühung durchgeführt. Dabei wird dem Werkstoff der Kohlenstoff entzogen.
An der Bandoberfläche bildet sich dabei eine Oxidschicht als Grundschicht, deren wesentliche
Bestandteile Siliziumdioxid (SiO
2) und Fayalit (Fe
2SiO
4) sind. Im Anschluß an die Entkohlungsglühung wird das Band mit einer Klebschutzschicht
beschichtet und im Coil einer Langzeitglühung unterzogen. Die Klebschutzschicht soll
zum einen das Zusammenkleben der einzelnen Coilwindungen während der Langzeitglühung
verhindern und zum anderen mit der Grundschicht auf der Bandoberfläche eine Isolationsschicht
(Glasfilm) bilden. Die Klebschutzschicht besteht im wesentlichen aus Magnesiumoxid
(MgO). Das MgO wird in Form eines Pulvers in Wasser aufgeschlämmt, auf das Band aufgetragen
und getrocknet. Bei diesem Vorgang reagiert ein Teil des Magnesiumoxides mit dem Wasser
zu Magnesiumhydroxid (Mg(OH)
2). Die an Magnesiumhydroxid gebundene Menge Wasser, bezogen auf die Gesamtoxidpulvermenge,
wird als Glühverlust bezeichnet.
[0003] Die auf die Isolation bezogenen wesentlichen Abläufe und Reaktionen zwischen Bandoberfläche
und Klebschutzschicht während der Langzeitglühung sind nachfolgend vereinfacht zusammengefaßt:
Dehydratation des Magnesiumhydroxides
[0004] 
Glasfilmbildung
[0005] 

Gleichung (I) gibt die Dehydratation des Magnesiumhydroxides, die ab etwa 350 °C einsetzt,
wieder. Dabei ist es für einen optimal ablaufenden Prozeß, sowohl auf die Isolation
als auch auf die Ausbildung der magnetischen Eigenschaften bezogen, wichtig, daß die
Menge freiwerdenden Wassers innerhalb bestimmter Grenzen liegt. Das Wasser feuchtet
dabei die überwiegend Wasserstoff enthaltende Glühatmosphäre an und stellt damit ein
entsprechendes Oxidationspotential ein. Die Glühatmosphäre darf nicht zu trocken sein,
weil der Glasfilm unter derartigen Bedingungen zu dünn ausgebildet würde. Sie darf
jedoch auch nicht zu feucht werden, weil dann zu stark nachoxidiert wird und der Glasfilm
Fehlstellen wie lokales Abplatzen und eine schlechte Haftung aufweist.
[0006] In der Vergangenheit wurden eine Reihe von Zusätzen zum MgO-Pulver eingeführt, die
die Ausbildung der Isolationsschicht und die magnetischen Eigenschaften des Fertigproduktes
verbessern sollen. Dazu zählen Titandioxid (TiO
2), Borverbindungen, wie Boroxid (B
2O
3) oder Natriumtetraborat (Na
2B
4O
7), sowie Antimonverbindungen, wie z.B. Antimonsulfat (Sb
2(SO
4)
3) in Kombination mit einem Chlorid, vorzugsweise Antimonchlorid SbCl
3. Die eingesetzten Zusätze weisen neben den positiven Einflüssen auf die jeweiligen
Zielgrößen allerdings häufig auch Nachteile auf, die die Produktqualität herabsetzen.
Insgesamt ist die Verarbeitung derartiger Zusätze umständlich, da diese z.T. in vorher
erhitztem Wasser gelöst werden müssen. Besonders bei den schwer wasserlöslichen Salzen
Natriumtetraborat und insbesondere Antimonsulfat führen nicht gelöste, grobe Partikel
zu Inhomogenitäten in der Klebschutzschicht und nachfolgend zu lokalen Fehlstellen
im Glasfilm. Bei Antimonsulfat kommt hinzu, daß die Verbindung teuer ist und in die
Kategorie der "minder giftigen" Substanzen eingestuft wird. Eine inhomogene Verteilung
von Titandioxid im Klebschutz führt zu Fehlstellen im Glasfilm.
[0007] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, Maßnahmen zu treffen, insbesondere
durch Modifizierung des Glühseparators, um die Isolationseigenschaften und gleichzeitig
die magnetischen Eigenschaften des Fertigprodukts weiter zu verbessern. Dabei soll
die Klebschutzschicht homogener aufgetragen werden können, um qualitätsmindernde Erscheinungen,
wie Glühkonturen und lokale Fehlstellen, zu vermeiden. Daneben soll eine einfache
Handhabung gewährleistet sein und die Kosten, am Standard gemessen, niedrig gehalten
werden.
[0008] Zur Lösung dieser Aufgabe wird bei dem gattungsgemäßen Verfahren erfindungsgemäß
vorgeschlagen, daß als mindestens ein Additiv eine gut wasserlösliche Natriumphosphatverbindung
verwendet wird. Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens können als weitere Additive eine gut wasserlösliche Natriumphosphatverbindung
und eine feindisperse oxidische Aluminiumverbindung dem Glühseparator zugesetzt werden.
[0009] Die gute Wasserlöslichkeit der Natriumphosphatverbindung, ggfs. in Kombination mit
der feindispersen Verteilung der oxidischen Aluminiumverbindung in den angegebenen
Mengen gewährleisten eine homogene Auftragung des Klebschutzes, verhindern Koagulationen
innerhalb der wäßrigen Magnesiumoxiddispersion und damit verbundene lokale Fehlstellen
im Glasfilm und fördern die in der Langzeitglühung ablaufenden chemischen Reaktionen
zwischen der auf der Bandoberfläche befindlichen Grundschicht und der Klebschutzschicht
zum Glasfilm. Durch eine gegenüber dem Standard stärker einsetzende Glasfilmbildung,
die die Wechselwirkung zwischen der Glühatmosphäre und den Bändern positiv beeinflußt,
werden die magnetischen Eigenschaften der Elektrobleche verbessert.
[0010] Ein Verfahren mit den gattungsgemäßen Maßnahmen ist aus der EP 0 232 537 B1 bekannt
gewesen. Bei diesem bekannten Verfahren wird dem Glühseparator auf MgO-Basis als Additiv
eine Titanverbindung, wie TiO
2, und/oder eine Borverbindung, wie B
2O
3, und/oder eine Schwefelverbindung, wie SrS, mit dem Ziel zugesetzt, die Isolationseigenschaften,
wie Haftung und das Aussehen des Glasfilms, positiv zu beeinflussen. Erreicht wird
dies durch eine Hydratation der Beschichtung. Auch die magnetischen Eigenschaften
wurden durch den Zusatz solcher Additive verbessert.
[0011] In der JP-5-513 8021 wird ein Trennmittel auf der Basis von MgO beschrieben, welches
als Zusätze bis zu 50 Gew.-% Mg(OH)
2 sowie bis zu 5 Gew.-% Al(OH)
3 oder Al(NO
3)
3 enthält. Es wurde gezeigt, daß sich die Verwendung eines solchen Trennmittels zur
Beschichtung von Elektroblechen nicht ungünstig auf die magnetischen Eigenschaften
des Produkts auswirken.
[0012] Die JP-5-247 661 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von kornorientierten Siliciumstählen,
die mit einer Glasschicht beschichtet sind. Bei diesem Verfahren werden durch Verwendung
von Trennmitteladditiven wie Sb
2(SO
4)
3, V
2O
s, SrS, Na
2B
4O
7 und Ca(H
2PO
4)
2 Verbesserungen der magnetischen Eigenschaften sowie der Obenflächenbeschaffenheit
des beschichteten Stahls erzielt.
[0013] Der der Erfindung zugrunde liegende positive Einfluß auf die magnetischen Eigenschaften
ist charakteristisch für die Natriumphosphate.
[0014] Fig. 1 zeigt die Überlegenheit der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten
Proben mit einem Natriumphosphat dotierten Klebschutz auf MgO-Basis gegenüber anderen
Phosphatzusätzen. Dabei wurden HGO (high permeability grain oriented) Bandproben mit
MgO + 6% TiO
2 + den aufgeführten Zusätzen beschichtet, getrocknet und hochgeglüht.
[0015] Die Natriumphosphate sind gut wasserlöslich, ermöglichen damit eine optimal homogene
Verteilung innerhalb der Klebschutzschicht. Durch die bevorzugte Verwendung der Natriumphosphate,
vorliegend insbesondere am Beispiel des Natriumpyrophosphat Decahydrat ausgewiesen,
werden sowohl die magnetischen Eigenschaften Polarisation und Ummagnetisierungsverlust,
als auch die Isolationsausbildung verbessert. Im Inhibitortestverfahren wird nachgewiesen,
daß das Natriumpyrophosphat zu einer vorzeitig stärkeren Glasfilmbildung führt. Der
Inhibitortest stellt ein Verfahren dar, bei dem prinzipiell Hochglühungen bei bestimmten
Glühtemperaturen abgebrochen werden und die Proben magnetisch beurteilt werden. Im
vorliegenden Fall wurden zusätzlich die Isolationsausbildungen bewertet.
Beispiel 1
[0016] Jeweils 3 Bandproben aus 3 Bändern kornorientierten Elektroblechs der Güte HGO (high
permeability
grain
oriented) und der Dicke 0,23 mm wurde zum einen mit einer wäßrigen Magnesiumoxiddispersion
und zum anderen mit einer wäßrigen Magnesiumoxiddispersion, der 0,75 % Natriumpyrophosphat
Decahydrat, bezogen auf 100 % Magnesiumoxid, zugesetzt wurde, beschichtet. Nachdem
die Bandproben entsprechend dem Stand der Technik hochgeglüht wurden, wurden die magnetischen
Kenngrößen bestimmt. Tabelle 1 gibt die magnetischen Kenngrößen Polarisation J
800 und Ummagnetisierungsverlust P
1,7 zum Vergleich der beiden Beschichtungen wieder.
Tabelle 1:
| Einfluß von Natriumpyrophosphat als Zusatz zum MgO auf die magnetischen Eigenschaften |
| Klebschutzzusammensetzung |
100 % MgO |
99,25 % MgO 0,75 % Na4P2O7*10H2O |
| J800 in T |
1,909 |
1,933 |
| P1,7 in W/kg |
1,118 |
0,995 |
Beispiel 2
[0017] 6 Bandproben aus kornorientiertem Elektroblech (HGO) der Nenndicke 0,23 mm, deren
chemische Zusammensetzung willkürlich innerhalb des Analysenbereichs
| Si % |
C % |
Al % |
Mn % |
Sn % |
N % |
S % |
| 3,17- |
0,065- |
0,025- |
0,074- |
0,118- |
0,0077- |
0,025- |
| 3,29 |
0,070 |
0,026 |
0,080 |
0,120 |
0,0087 |
0,028 |
lagen, wurden nach dem Stand der Technik bis einschließlich der Entkohlung processiert,
mit einem Trennmittel auf der Basis Magnesiumoxid und 6 Gew.-Teilen Titandioxid, bezogen
auf 100 Gew.-Teile MgO, sowie den in Tabelle 2 aufgeführten Zusätzen beschichtet und
anschließend entsprechend dem Stand der Technik hochgeglüht. An den hochgeglühten
Bändern wurden die magnetischen Eigenschaften Ummagnetisierungsverlust P
1,7 und Polarisation J
800 bestimmt und das Glasfilmaussehen eingestuft. Tabelle 2 und Bild 2 stellen die Ergebnisse
dar.
Tabelle 2:
| Einfluß unterschiedlicher Natriumpyrophosphatkonzentrationen auf die magnetischen
Eigenschaften und das Gladfilmaussehen |
| Zusatz Bewertungsparameter |
MgO + 6%TiO2 + Zusatz in Gew.-Teile, bezogen auf 100 Gew.-Teile MgO |
| Natriumpyrophosphat ecahydrat Na4P2O7*10H2O |
0 |
0,5 |
1 |
2 |
| Glasfilmassehen |
Glühkonturen |
frei von Glühkonturen |
frei von Glühkonturen |
fleckig |
| P1,7 in W/kg |
0,979 |
0,930 |
0,904 |
0,943 |
| J800 in T |
1,916 |
1,925 |
1,931 |
1,940 |
Beispiel 3
[0018] 29 Bandproben aus kornorientiertem Elektroblech (HGO) der Nenndicke 0,23 mm, deren
chemische Zusammensetzung willkürlich innerhalb des Analysenbereichs
| Si % |
C % |
Al % |
Mn % |
Sn % |
N % |
S % |
| 3,13- |
0,063- |
0,024- |
0,072- |
0,075- |
0,0077- |
0,020- |
| 3,30 |
0,067 |
0,028 |
0,082 |
0,121 |
0,0090 |
0,027 |
lagen, wurden im Verfahren nach dem Stand der Technik bis einschließlich der Entkohlung
processiert, mit einem Trennmittel auf der Basis Magnesiumoxid und 6 Gew.-Teilen Titandioxid,
bezogen auf 100 Gew.-Teile MgO, sowie den in Tabelle 3 aufgeführten Zusätzen beschichtet
und anschließend entsprechend dem Stand der Technik hochgeglüht. An den hochgeglühten
Bändern wurden die magnetischen Eigenschaften Ummagnetisierungsverlust P
1,7 und Polarisation J
800 bestimmt und das Glasfilmaussehen eingestuft.

Beispiel 4:
[0019] Elektroblechproben der Dicke 0,29 mm und der chemischen Zusammensetzungen
| |
Si
% |
C
% |
Al
% |
Mn
% |
Sn
% |
N
% |
S
% |
| Probe 1 |
3,13 |
0,061 |
0,020 |
0,070 |
0,075 |
0,0078 |
0,024 |
| Probe 2 |
3,08 |
0,061 |
0,020 |
0,080 |
0,026 |
0,0076 |
0,023 |
wurden mit einer Beschichtung bestehend aus Magnesiumoxid und 6 % TiO
2 und den in nachfolgender Tabelle aufgeführten Zusätzen versehen und hochgeglüht.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 4 zusammengefaßt.

Beispiel 5:
[0020] Bänder aus kornorientiertem Elektroblech der Nenndicke 0,23 mm, die im Verfahren
nach dem Stand der Technik bis einschließlich der Entkohlung processiert wurden, wurden
mit einem Trennmittel auf der Basis Magnesiumoxid und 6 Gew.-Teilen Titandioxid, bezogen
auf 100 Gew.-Teile MgO, sowie den in Tabelle 5 aufgeführten Zusätzen beschichtet und
anschließend entsprechend dem Stand der Technik hochgeglüht. An den hochgeglühten
Bändern wurden die magnetischen Eigenschaften Ummagnetisierungsverlust P
1,7 und Polarisation J
800 bestimmt.
Tabelle 5:
| Einfluß unterschiedlicher Na-Phosphate auf die magnetischen Eigenschaften |
| Zusatz Bewertungsparameter |
MgO + 6%TiO2 +Zusatz in Gew.-Teile bezogen auf 100 Gew.-Teile MgO |
| Natriumtetraborat Decahydrat NA2B4O7 *10H2O |
0 |
0,3 |
0 |
0 |
0 |
0 |
| Natriumpyrophosphat Decahydrat Na4P2O7*10H2O |
0 |
0 |
1,5 |
0 |
0 |
0 |
| Di-Natriumhydrogen phosphat Na2HPO4*2H2O |
0 |
0 |
0 |
1,2 |
0 |
0 |
| Tri-Natriumphosphat Na3PO4*12H2O |
0 |
0 |
0 |
0 |
2,55 |
0 |
| Natriumammonium hydrogenphosphat NaNH4HPO4 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
1,4 |
| Antimonsulfat Sb2(SO4)3 |
0 |
0,1 |
0 |
0 |
0 |
0 |
| P1,7 in W/kg |
0,983 |
0,942 |
0,937 |
0 937 |
0,992 |
0,949 |
| J800 in T |
1,918 |
1,926 |
1,932 |
1,925 |
1,927 |
1,916 |
[0021] Die als weiteres Additiv neben der Natriumphosphatverbindung verwendeten Aluminiumverbindungen
sind Aluminiumoxide bzw. -hydroxide der Form Al
2O
3, AlO(OH)
3 und AL(OH) deren Wirkung dann voll ausgeschöpft wird, wenn die entsprechenden Partikelgrößen
klein sind. Die Wirkung zeigt sich besonders deutlich, wenn die Verbindungen in Form
von Solen (feinste Partikel/Wasser-Gemische) zugegeben werden. Die Partikelgröße sollte
im Mittel kleiner als 100nm bei einer möglichst engen Partikelgrößenverteilung sein.
Die Zugabe dieser Aluminiumverbindungen führt zu einer erheblichen Verlustverbesserung,
ähnlich wie es bei der Zugabe von Titandioxid der Fall ist. Der Vorteil der Aluminiumverbindung
als Zusatz gegenüber Titandioxid sind die geringer dosierten Zugaben und die homogenere
Verteilung der Partikel. Ein weiterer Vorteil liegt in der Tatsache, daß die zugegebenen
Aluminiumverbindungen auch die Eigenschaft eines keramischen Binders haben, die Klebschutzschicht
demnach besser am Band haftet.
Beispiel 6 (nur zur Erläuterung, außerhalb der Erfindung)
[0022] 4 Bandproben aus kornorientiertem Elektroblech der Nenndicke 0,23 mm, deren chemische
Zusammensetzung willkürlich innerhalb des Analysenbereichs
Si
% |
C
% |
Al
% |
Mn
% |
Sn
% |
N
% |
S
% |
| 3,23- |
0,065- |
0,025- |
0,073- |
0,117- |
0,0084- |
0,021- |
| 3,29 |
0,073 |
0,028 |
0,077 |
0,119 |
0,0090 |
0,027 |
lagen, wurden nach dem Stand der Technik bis einschließlich der Entkohlung processiert,
mit einem Trennmittel auf der Basis Magnesiumoxid, sowie den in Tabelle 6 aufgeführten
Zusätzen beschichtet und anschließend entsprechend dem Stand der Technik hochgeglüht.
An den hochgeglühten Bändern wurden die magnetischen Eigenschaften Ummagnetisierungsverlust
P
1,7 und Polarisation J
800 bestimmt und das Glasfilmaussehen eingestuft. Tabelle 6 und Bild 3 zeigen den Einfluß
der ausgewählten Aluminiumverbindungen auf den Ummagnetisierungsverlust.
Tabelle 6:
| Einfluß unterschiedlicher oxidischer Aluminiumverbindungen auf die magnetischen Eigenschaften
und das Glasfilmaussehen |
| Zusatz Bewertungsparameter |
MgO+Zusatz in Gew.-Teile, bezogen auf 100 Gew.-Teile MgO |
| Aluminiumoxid Al2O3 |
0 |
0,5 |
2 |
4 |
| Glasfilmaussehen |
Glühkonturen |
gleichmäßig |
zu dünn |
zu dünn |
| P1,7 in W/kg |
0,968 |
0,944 |
0,914 |
0,931 |
| J800 in T |
1,928 |
1,924 |
1,925 |
1,928 |
| Böhmit AIO(OH) |
0 |
0,5 |
2 |
|
| Glasfilmaussehen |
Glühkonturen |
gleichmäßig |
zu dünn |
- |
| P1,7 in W/kg |
0,968 |
0,906 |
0,917 |
|
| J800 in T |
1,928 |
1,931 |
1,928 |
|
| |
Vergleich MgO+ Zusatz Titandioxid in Gew.-Teile, bezogen auf MgO |
| Titandioxid |
0 |
6 |
|
|
| Glasfilmaussehen |
Glühkonturen |
Glühkonturen |
|
|
| P1,7 in W/kg |
0,968 |
0,913 |
|
|
| J800 in T |
1,928 |
1,919 |
|
|
[0023] Die Wirkung der obengenannten Zusätze wird optimiert, wenn geeignete Kombinationen
von Zusätzen benutzt werden. Dabei werden auch positive Effekte in Kombination mit
bereits eingesetzten Zusätzen, wie Titandioxid, Antimonsulfat und Natriumtetraborat
erzielt. Bezogen auf die Slurryeigenschaften und damit auf die Homogenität der MgO-Schicht
erweist sich eine Kombination einer feindispersen oxidischen Aluminiumverbindung und
eines gut wasserlöslichen Natriumphosphates als optimal, da mit diesen Zusätzen deutlich
weniger lokale Fehlstellen beobachtet werden.
Beispiel 7:
[0024] Proben aus einem Band aus kornorientiertem Elektroblech der Nenndicke 0,23 mm, die
im Verfahren nach dem Stand der Technik bis einschließlich der Entkohlung processiert
wurden, wurden mit einem Trennmittel auf der Basis Magnesiumoxid und den in Tabelle
7 aufgeführten Zusätzen beschichtet und anschließend entsprechend dem Stand der Technik
hochgeglüht. An den hochgeglühten Bändern wurden die magnetischen Eigenschaften Ummagnetisierungsverlust
P
1,7 und Polarisation J
800 bestimmt.

1. Verfahren zur Herstellung von Elektroblechen, insbesondere von kornorientierten Elektroblechen,
mit einem gleichmäßigen gut haftenden Glasfilm und mit verbesserten magnetischen Eigenschaften,
bei dem das zunächst erzeugte und ggf. geglühte Warmband bis auf die Kaltband-Enddicke
mit mindestens einer Kaltwalzstufe kaltgewalzt wird, anschließend auf das bis auf
die Enddicke gewalzte Band ein Glühseparator aufgebracht und getrocknet wird und im
Anschluß daran das so beschichtete Kaltband einer Hochtemperaturglühung unterworfen
wird, wobei wesentlicher Bestandteil des Glühseparators eine wäßrige Magnesiumoxid(MgO)-Dispersion
ist, die aus reaktivem MgO hergestellt wurde, und der Glühseparator zusätzlich mindestens
ein Additiv aufweist,
dadurch gekennzeichnet, daß als mindestens ein Additiv eine gut wasserlösliche Natriumphosphatverbindung
verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei Additive verwendet werden, nämlich eine gut wasserlösliche Natriumphosphatverbindung
und eine feindisperse oxidische Aluminiumverbindung .
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß dem Glühseparator als Additiv, bezogen auf die Menge MgO, 0,05 bis 4,0 % Natriumphosphat
zugesetzt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß dem Glühseparator als Additiv, bezogen auf die Menge MgO, 0,3 bis 1,5 % Natriumpyrophosphat-Decahydrat
zugesetzt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 2, 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, daß dem Glühseparator als Additiv, bezogen auf die Menge MgO, 0,05 bis 4,0 % der
feindispersen oxidischen Aluminiumverbindung zugesetzt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 2, 3, 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die oxidische Aluminiumverbindung mit einer Teilchengröße von kleiner als 100
nm verwendet wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß dem Glühseparator weitere Additive wie Titanoxid, Boroxid, Natriumtetraborat,
Antimonsulfat, Metallchlorid, vorzugsweise Antimonchlorid, zugesetzt werden.
1. A method for producing electric sheets, in particular grain-oriented electric sheets,
with an evenly well-adhering glass film and with improved magnetic properties, in
which the hot rolled strip which is produced at first and is optionally annealed is
cold-rolled up to the end thickness of the cold strip with at least one cold rolling
stage, thereafter an annealing separator is applied to the strip which is rolled up
to the end thickness, and is dried, and thereafter the cold strip which is thus coated
is subjected to a high-temperature annealing, with a hydrous magnesium oxide (MgO)
dispersion being an important component of the annealing separator and the annealing
separator being provided with at least one additive, characterised in that a favourably water-soluble sodium phosphate compound is used as at least one additive.
2. A method according to claim 1, characterised in that at least two additives are used, namely a favourably water-soluble sodium phosphate
compound and a finely dispersed oxidic aluminium compound.
3. A method according to claim 1 or 2, characterised in that 0.05 to 4.0 % sodium phosphate, relating to the MgO quantity, is added to the annealing
separator as additive.
4. A method according to claim 1 or 2, characterised in that 0.3 to 1.5 % of sodium pyrophosphate decahydrate, relating to the MgO quantity, is
added to the annealing separator as additive.
5. A method according to claims 2, 3 or 4, characterised in that 0.05 to 4.0 % of the finely dispersed oxidic aluminium compound, relating to the
MgO quantity, is added to the annealing separator as additive.
6. A method according to claims 2, 3, 4 or 5, characterised in that the oxidic aluminium compound is used with a particle size below 100 nm.
7. A method according to claim 1 to 6, characterised in that further additives such as titanium dioxide, boron oxide, sodium tetraborate, antimony
sulphate, metal chloride, preferably antimony chloride, are added to the annealing
separator.
1. Procédé de production de tôles électriques, en particulier de tôles électriques à
grain orienté munies d'un film vitreux uniforme et bien adhérent et possédant des
propriétés magnétiques améliorées, dans lequel la bande chaude initialement produite
et éventuellement recuite est laminée à froid à l'épaisseur finale de la bande à froid,
par au moins un étage de laminage à froid, un séparateur de recuit est déposé et séché
ensuite sur la bande laminée à l'épaisseur finale, à la suite de quoi la bande à froid
ainsi revêtue est soumise à un recuit à haute température, dans lequel une partie
constitutive essentielle du séparateur de recuit est une dispersion aqueuse d'oxyde
de magnésium (MgO) et le séparateur de recuit contient en supplément au moins un additif
caractérisé en ce qu'on utilise comme au moins un additif, un composé de phosphate
de sodium bien soluble dans l'eau.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'on utilise au moins deux additifs, à savoir un composé de
phosphate de sodium bien soluble dans l'eau et un composé d'aluminium oxydé finement
dispersé.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce qu'on ajoute comme additif au séparateur de recuit 0,05 à 4,0
% de phosphate de sodium, rapporté à la quantité de MgO.
4. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce qu'on ajoute comme additif au séparateur de recuit 0,3 à 1,5
% de pyrophosphate de sodium décahydraté, rapporté à la quantité de MgO.
5. Procédé selon la revendication 2, 3 ou 4,
caractérisé en ce qu'on ajoute comme additif au séparateur de recuit 0,05 à 4,0
% du composé d'aluminium oxydé finement dispersé, rapporté à la quantité de MgO.
6. Procédé selon la revendication 2, 3, 4 ou 5,
caractérisé en qu'on utilise le composé d'aluminium oxydé dans une dimension de
particules inférieure à 100 nm.
7. Procédé selon une des revendications 1 à 6,
caractérisé en ce qu'on ajoute au séparateur de recuit d'autres additifs tels que
l'oxyde de titane, l'oxyde de bore, le tétraborate de sodium, le sulfate d'antimoine,
un chlorure métallique, de préférence le chlorure d'antimoine.