[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Vereinzeln gestapelter flacher Gegenstände
nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Zur Vereinzelung von in Stapeln gestapelten flachen Werkstücken sind sog. Rotationsanleger
(s. z. B. DE-OS 15 36 489, DE-OS 32 08 425, DE-OS 32 14 342) bekannt, die aus in rotierenden
Trommeln drehbar gelagerten Saugwalzen bestehen, die bei ihrem Durchlauf unter einen
durch die Trommel abgestützten Stapel das unterste Werkstück des Stapels an seiner
Vorderkante ansaugen, abziehen und die dadurch vereinzelten Werkstücke an einen weiterfördernden
Förderer übergeben. Die Vereinzelung von Werkstückpaketen mit derartigen Rotationsanlegern
ist jedoch bei einer hohen Vereinzelungsgeschwindigkeit problematisch, weil das auf
der rotierenden Trommel des Rotationsanlegers abgestützte Paket derart in Schwingungen
geraten kann, daß ein sicheres Erfassen des jeweils untersten Werkstücks des Stapels
durch die Saugwalzen nicht mehr gewährleistet ist.
[0003] Mit hoher Geschwindigkeit lassen sich gestapelte flache Werkstücke mit einer Vorrichtung
der eingangs angegeben Art vereinzeln, die aus DE-27 32 591 C2 bekannt ist. Bei dieser
bekannten Vorrichtung ist es jedoch problematisch, die vereinzelten rechteckigen Gegenstände
derart auf den abfördernden Förderer abzulegen, daß dessen Seitenkanten parallel zur
Förderrichtung ausgerichtet sind. Denn die von dem oder den Saugern abgezogene Seitenkante
oder ein Teil dieser Seitenkante trifft zu einem Zeitpunkt auf den abfördernden Förderer,
zu dem ein Teil des Werkstücks noch in Anlage an die Unterseite des Stapels gehalten
ist, so daß es bei dem Ablegen des abgeschälten Werkstücks auf den weiterfördernden
Förderer zu dessen Verziehen derart kommen kann, daß sich keine kantengerade Ablage
ergibt. Es muß bezweifelt werden, daß sich eine kantengerade Ablage auf dem weiterfördernden
Förderer erzielen läßt, wenn dieser in der aus DE-27 32 591 C2 gezeigten Weise spitzwinkelig
zu dem wandernden Walzenrost verläuft.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung der eingangs angegebenen Art
zu schaffen, bei der die vereinzelten rechteckigen Werkstücke mit zu der Förderrichtung
des weiterfördernden Förderers parallelen Seitenkanten abgefördert werden können.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einer Vorrichtung nach dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1 durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruch 1 gelöst.
Durch die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der beiden Förderelemente wird ein Verzug
der jeweils von dem Stapel abgezogenen und auf einen Förderer abgeworfenen Werkstücke
dadurch wieder ausgeglichen, daß diese durch die unterschiedlichen Geschwindigkeiten
der beiden Förderer in eine kantengerade Stellung gedreht werden, in der die Seitenkanten
der vereinzelten Werkstücke parallel zu der Förderrichtung des in zwei Saugbandförderer
unterteilten Förderbandes sind.
[0006] Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß das Fördersystem aus zwei
Saugbandförderern besteht, von denen der Saugbandförderer, auf den die angesaugte
Seitenkante des jeweils angesaugten Werkstücks fällt, langsamer angetrieben ist als
der andere Saugbandförderer, auf den sich der zuletzt von dem Stapel abgeschälte Teil
des Werkstücks legt.
[0007] Der die vereinzelten Werkstücke abförderende Förderer kann winkelig zu dem wandernden
Walzenrost verlaufen. Vorzugsweise verläuft der die vereinzelten Werkstücke abfördernde
Förderer jedoch rechtwinkelig zu dem wandernden Walzenrost.
[0008] Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß die Geschwindigkeiten
der beiden Saugbandförderer des geteilten Förderbandes getrennt voneinander einstellbar
sind, so daß sich je nach der Geschwindigkeit des wandernden Walzenrosts und der Saugbandförderer
die kantengerade Lage der vereinzelten Werkstücke auf dem abfördernden Förderband
einstellen läßt. Zweckmäßigerweise sind die Geschwindigkeiten der beiden Saugbandförderer
auch stufenlos während des Betriebes einstellbar.
[0009] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß sich die beiden Saugbandförderer
nur über eine so große Länge erstrecken, daß die von diesen geförderten rechteckigen
Werkstücke mit parallel zur Förderrichtung liegenden seitlichen Kanten ausgerichtet
werden. Nach dieser gewünschten Ausrichtung werden sodann die vereinzelten Werkstücke
zweckmäßigerweise an einen weiterfördernden Förderer übergeben, auf dem kein Verzug
der Werkstücke mehr erfolgen kann.
[0010] Zweckmäßigerweise sind die Geschwindigkeiten der beiden Saugbandförderer so aufeinander
abgestimmt, daß die Werkstücke kantengerade das gemeinsame Abgabeende beider Saugbandförderer
erreichen. Eine derartige Ausgestaltung stellt sicher, daß die vereinzelten Werkstücke
kantengerade an einen weiterfördernden Förderer übergeben werden können.
[0011] Nach einer erfinderischen Weiterentwicklung ist vorgesehen, daß an das erste, aus
zwei geteilten Saugbandförderern bestehende Förderband ein zweites weiterförderndes
Förderband anschließt, das mit höherer Geschwindigkeit umläuft. Mit der aufgabeseitigen
Umlenkrolle des weiterfördernden Förderbandes kann eine auf diese absenkbare Andrückwalze
zusammenwirken, die derart gesteuert ist, daß die Werkstücke von dem ersten Förderband
zu Zeitpunkten abgezogen werden, die einen lagerichtigen und auf den Maschinentakt
nachgeschalteter Bearbeitungseinrichtungen abgestimmten zeitgenauen Einlauf in nachgeschaltete
Bearbeitungsstationen gewährleisten.
[0012] Zur Steuerung der Andrückwalze kann eine Steuereinrichtung vorgesehen sein, die aus
den Signalen eines die Vorderkante des nachlaufenden Werkstücks erfassenden Sensors
und eines die richtige Position dieses Werkstücks auf dem weiterfördernden Förderband
meldenden Signalgebers die Absenkzeitpunkte der Andrückwalze bestimmt.
[0013] Der Signalgeber kann ein Sensor sein, der die Winkelstellung der aufgabeseitigen
Umlenkrolle des weiterfördernden Förderbandes erfaßt und entsprechend mit dieser rotierenden
Marken mit gleicher Umfangsverteilung Signale erzeugt.
[0014] Ein besonderes Problem bei der Vereinzelung von Werkstücken aus Stapeln durch Sauger,
die jeweils das unterste Werkstück des Stapels zum Zwecke der Vereinzelung abziehen
oder herabziehen, ergibt sich dann, wenn es sich bei diesen Werkstücken um flachliegende
Schlauchstücke handelt, die jeweils an ihren Schnittkanten angesaugt werden. Denn
bei einem derartigen Ansaugen wird nur die untere Wandung des Schlauchstücks erfaßt,
wobei möglicherweise die obere Wandung noch in Anlage an den Stapel verbleibt. Ein
derartiges Ansaugen zum Zwecke der Vereinzelung kann selbstverständlich zu erheblichen
Störungen führen.
[0015] Zur Herstellung von Säcken aus Schlauchstücken werden häufig sog. Staffelschlauchstücke
verwendet, bei denen an einer Schnittkante die obere Schlauchwandung die untere überlappt.
Ein derartiges Staffelschlauchstück aus einlagigem Papier ist beispielsweise aus der
US-PS 421 191 bekannt. Nach einer erfinderischen Weiterentwicklung ist daher zum sicheren
Vereinzeln von gestapelten Staffelschlauchstücken mit einem Sauger, der das jeweils
unterste Schlauchstück des Stapels an einer Kante zum Zwecke des Abschälens von dem
Stapel oder Abziehens ansaugt, vorgesehen, daß der Sauger die oberen Schlauchstückwand,
die das untere Schlauchstück überlappt, ansaugt.
[0016] Staffelschlauchstücke können auch aus mehrlagigen Seitenwänden bestehen, wobei dann
auch die einzelnen Lagen der Seitenwände derart zueinander angeordnet sind, daß diese
aufeinanderfolgend einander überlappen. Sind mehrlagige Staffelschlauchstücke zu vereinzeln,
saugt der Sauger zweckmäßigerweise zumindest teilweise auch die obere Papierlage der
oberen Schlauchstückwandung an.
[0017] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand der Zeichnung näher
erläutert. In dieser zeigen
- Fig. 1
- einen Schnitt durch die Vereinzelungsvorrichtung längs der Linie I-I in Fig. 3,
- Fig. 2
- den rechten Teil des unter dem Obertrum des Walzenrosts verlaufenden Förderbands mit
dem an dieses anschließenden weiterfördernden Förderband,
- Fig. 3
- einen Schnitt durch die Vereinzelungsvorrichtung längs der Linie III-III in Fig. 1
und
- Fig. 4
- einen Schnitt durch den jeweils die untere vordere Seitenkante des aus dem Stapel
zu vereinzelnden Werkstücks ansaugenden Saugers mit Antriebseinrichtung in schematischer
Darstellung.
[0018] Die Vereinzelungsvorrichtung 1 besteht aus einem Maschinengestell mit den Seitenteilen
2, 3, an deren Innenseiten über Haltestücke 4, 5 aus Profilen bestehende Führungsbahnen
6, 7 für auf diesen umlaufende Walzen 8 befestigt sind. Die beiden parallel zueinander
angeordneten Führungsbahnen 6, 7 bestehen jeweils aus oberen und unteren parallel
zueinander verlaufenden Abschnitten, die durch etwa halbkreisförmige Abschnitte miteinander
verbunden sind. Die auf den Führungsbahnen 6, 7 geführten und in gleichen Abständen
parallel zueinander angeordneten Walzen 8 sind an ihren Enden an endlosen Ketten oder
Zugorganen befestigt, die in nicht dargestellten Führungen laufen und von nicht dargestellten
Antrieben angetrieben sind. Die Walzen 8 bestehen aus zylindrischen Rohrstücken, die
frei drehbar auf Achsen gelagert sind, deren Achszapfen 10 an den diese über die Führungsbahnen
6, 7 bewegenden Ketten oder Zugorganen befestigt sind.
[0019] Die über die Führungsbahnen 6, 7 an endlosen Ketten oder Zugmitteln umlaufenden Walzen
bilden mit ihrem Obertrum 11 einen wandernden Walzenrost, oberhalb von dem eine ein
Stapelmagazin bildende Kassette 12 an den Seitenteilen 2, 3 gehaltert ist, das der
Aufnahme gestapelter Papierschlauchstücke 13 dient, die nach ihrer Vereinzelung in
nachgeschalteten Bearbeitungsstationen zu Papiersäcken verarbeitet werden. Die Kassette
12 besitzt vier Seitenwandungen, von denen mindestens eine Seitenwand 14 in Richtung
des Doppelpfeils durch einen von Hand betätigbaren Spindeltrieb auf unterschiedliche
Schlauchstückformate einstellbar ist.
[0020] Der Boden der Stapelkassette 12 wird durch das Obertrum 11 des wandernden Walzenrosts
gebildet.
[0021] Unterhalb des Obertrums 11 das wandernden Walzenrosts ist zwischen diesem und dem
Untertrum des wandernden Walzenrosts ein Förderband 16 angeordnet, das aus parallel
nebeneinander verlaufenden Saugbandförderern 17, 18 besteht. Das Förderband 16 verläuft
rechtwinkelig zu der Laufrichtung des wandernden Walzenrosts.
[0022] Die vorderen Umlenkwalzen 20 der beiden parallel nebeneinander zu verlaufenden Saugbandförderer
17, 18 sind an Konsolen 21 gelagert, die an dem Seitengestell 2 befestigt sind. Die
endlosen Förderbänder 17, 18 treten durch einen rechteckigen fensterartigen Ausschnitt
22 des Seitengestells 3 hindurch und laufen über die Abgabeenden bildende angetriebene
Umlenkrollen 23, 24, die in nicht dargestellter Weise im Maschinengestell gelagert
sind. Die angetriebenen Umlenkrollen 23, 24 werden durch gesteuerte Getriebemotoren
M1 und M2 mit unterschiedlicher Geschwindigkeit angetrieben, wie dies schematisch
aus Fig. 2 ersichtlich ist.
[0023] Die mit entsprechenden Perforationsreihen versehenen endlosen Förderbänder 17, 18
laufen über Saugkästen 25, 26, die in nicht dargestellter Weise an den Seitenteilen
2, 3 befestigt sind und sich mindestens über die Länge der Stapelkassette 12 unterhalb
von dieser in der aus den Fig. 1 und 3 ersichtlichen Weise erstrecken.
[0024] Der wandernde Walzenrost bewegt sich in Richtung des Pfeils A unter der Stapelkassette
12 hindurch. Plattenförmige gegenüberliegende Seitenwandungen der Stapelkassette tragende
Platten 30, 31 sind an ihrer Unterseite mit die Reibung erhöhenden Beläge 32 versehen,
an die die seitlichen Endbereiche der frei drehbaren, aus Rohrstücken bestehenden
Walzenmäntel der Walzen 8 bei ihrem Durchlauf unter der Kassette angedrückt werden,
so daß sie in eine drehende Bewegung versetzt werden, mit der sie sich in der aus
Fig. 3 ersichtlichen Weise jeweils auf dem untersten in der Kassette 12 gestapelten
Schlauchstück abstützen.
[0025] Jeweils nach Einlauf einer Walze 8 unter die Kassette 12 erfassen zwei seitlich am
linken aus Fig. 3 ersichtlichen Endbereich der Kassette angeordnete und heb- und senkbare
Sauger 35 die untere vordere Seitenkante 6 des untersten gestapelten Schlauchstücks,
das sich in der Darstellung gemäß Fig. 3 links befindet, und ziehen dieses hinter
der gerade durchgelaufenen Walze 8 und vor der nachlaufenden Walze 8 nach unten, so
daß die nachfolgende Walze 8 in den keilförmigen Spalt zwischen dem herabgezogenen
vorderen Ende des Schlauchstücks und dem dadurch freigelegten Endbereich des nächstfolgenden
Schlauchstücks einläuft, das sodann durch die im Takt auf- und abbewegten Sauger in
entsprechender Weise wieder herabgezogen wird.
[0026] Der Antrieb der beiden im Takt des Durchlaufs der Walzen 8 heb- und senkbaren Sauger
35 ist schematisch in Fig. 4 dargestellt.
[0027] Die Art des Abschälens des jeweils untersten Werkstücks aus der Stapelkassette und
der Antrieb des heb- und senkbaren Saugers entspricht der Darstellung und Beschreibung
in DE-27 32 591 C2, auf die zur näheren Darstellung Bezug genommen wird. Im Gegensatz
zu der in dieser Veröffentlichung beschriebenen Vorrichtung sind bei der erfindungsgemäßen
Vereinzelungsvorrichtung jedoch zwei paarweise vorgesehene Sauger 35 vorgesehen, die
jeweils an einander gegenüberliegenden Endbereichen der Hinterkanten der zu vereinzelnden
Werkstücke gleichzeitig angreifen. Die Sauger 35 sind weiterhin auch in der in DE-27
32 591 C2 beschriebenen Weise an Saugluftquellen angeschlossen, die die Sauger 35
im Takt mit Saugluft versorgen.
[0028] Die aufeinanderfolgend von unten aus dem in der Kassette 12 gehalterten Stapel vereinzelten
Schlauchstücke treffen nach ihrem Abziehen in der aus Fig. 3 ersichtlichen Weise zunächst
mit ihrer zuerst abgezogenen Seitenkante auf das Saugband 17, während der noch an
dem Stapel haftende Teil durch die durchlaufenden Walzen 8 des wandernden Walzenrosts
zunehmend weiter von dem Stapel abgeschält wird, bis auch die gegenüberliegende Seite
vollständig auf das andere Saugband 18 fällt. Der sich aus dieser Art der Ablage ergebende
Verzug der aufeinanderfolgend abgelegten Werkstücke wird durch die unterschiedliche
Geschwindigkeit der Saugbandförderer 17, 18 ausgeglichen, von denen der Saugbandförderer
17 mit geringerer Geschwindigkeit angetrieben ist als der Saugbandförderer 18. Die
Geschwindigkeit der beiden Saugbandförderer 17, 18 ist über die getrennt steuerbaren
Getriebemotoren M1 und M2 einstellbar.
[0029] Zur Steuerung der Getriebemotoren M1, M2 ist ein Rechner 40 vorgesehen, der über
Sensoren 43 die Lage der auf die Saugbandförderer 17, 18 abgeworfenen Schlauchstücke
erfaßt und entsprechend einer eventuell festgestellten Schieflage die Getriebemotoren
M1, M2 derart steuert, daß ein Verzug durch die unterschiedlichen Geschwindigkeiten
der Saugbandförderer ausgeglichen wird. Selbstverständlich kann die Geschwindigkeit
der Saugbandförderer auch nach visueller Beurteilung von Hand vorgenommen werden.
[0030] Die Vereinzelungsvorrichtung ist einem sog. Bodenleger einer Sackherstellungsmaschine
vorgeschaltet, in dem an die mit den Schnittkanten versehenen Seiten der Schlauchstücke
die Böden, beispielsweise Kreuzböden, angeformt werden. Um die vereinzelten und querliegend
geförderten Schlauchstücke störungsfrei zu Säcken verarbeiten zu können, ist es erforderlich,
daß die Schlauchstücke von den Saugbandförderern 17, 18 registergerecht, also in einer
Weise an das weiterfördernde Förderband 41, das den Einlaufförderer in den Bodenleger
bildet, übergeben werden, daß die Werkstücke von diesem lagerichtig zu Zeitpunkten
übernommen werden, die auf den Maschinentakt der nachfolgenden Bearbeitungsstationen
abgestimmt sind, so daß ein zeitgenauer und lagerichtiger Einlauf der Werkstücke in
nachgeschaltete Verarbeitungsstationen gewährleistet ist.
[0031] Die vordere Umlenkrolle 42 des weiterfördernden Förderers 41 wird von dem Getriebemotor
M1 mit höherer Geschwindigkeit angetrieben, so daß das weiterfördernde Förderband
41 mit höherer Geschwindigkeit umläuft als die beiden Saugbandförderer 17, 18. Um
eine lagerichtige und zeitgenaue Übernahme der von den Saugbandförderern 17, 18 geführten
Werkstücke zu gewährleisten, übergeben die Saugbänder 17, 18 die Werkstücke in der
Weise, daß diese auf oder über die Antriebsrolle 42 des Förderers 41 zu einer Zeit
auflaufen, während der das Werkstück noch von den Saugkästen 25, 26 gehalten wird.
Die Lage der jeweils vorderen Kante des nachgeförderten Werkstücks 13 wird von einem
Sensor 43 ermittelt. Ein Sensor 44 (Inkrementalgeber) tastet Zähne oder sonstige gerasterte
Marken ab, die mit der Antriebsrolle 42 des Förderers 41 verbunden sind. Der Sensor
44 bildet Signale, die den zeitgenauen Durchlauf eines Punktes 46 durch die nachgeschaltete
Bearbeitungsvorrichtung melden. Aus den Signalen der Sensoren 43, 44 bildet der Rechner
47 ein Signal für einen Antrieb 48 einer heb- und absenkbaren Andruckwalze 49, die
zeitrichtig im Takt der nachgeschalteten Bearbeitungsmaschine auf die Antriebsrolle
42 abgesenkt wird und damit einen Kraftschluß des Werkstücks 13 mit dem weiterfördernden
Förderer 41 bewirkt, so daß jedes Werkstück 13 lagerichtig und zeitgenau von dem Förderer
41 übernommen wird.
[0032] In nachgeschalteten Sackmaschinen können die Schlauchstücke mit Kreuzböden oder aber
auch mit umgefalteten Böden versehen werden, die an sog. Staffelschlauchstücken angeformt
werden.
[0033] In Fig. 4 ist ein Staffelschlauchstück 50 vergrößert dargestellt, dessen Wandungen
dreilagig ausgebildet sind, wobei auch die einzelnen Lagen jeder Seitenwand gestaffelt
zueinander angeordnet sind.
[0034] Um ein Abziehen nur der unteren Wand des Schlauchstücks aus dem Stapelmagazin zu
vermeiden, greift der Sauger 35 an den die Lagen der unteren Schlauchwandung überlappenden
Lagen der oberen Wandung an, so daß das angesaugte Ende des Schlauchstücks vollständig
aus dem Stapelmagazin herausgezogen wird, ohne daß noch eine obere Wandunge in diesem
haften bleibt.
1. Vorrichtung zum Vereinzeln gestapelter flacher Gegenstände, vorzugsweise zum Vereinzeln
von zu Säcken zu verarbeitender gestapelter Schlauchstücke, mit einem Stapelmagazin,
dessen den Stapel stützender Boden aus durchlaufenden, an dem jeweils untersten Werkstück
abrollenden Walzen eines wandernden Walzenrostes besteht, dessen Walzen umlaufend
bewegt werden,
miteienem unter dem Obertrum des Walzenrosts angeordneten und winkelig zu diesem verlaufenden
Fördersystem, auf den das jeweils unterste, von einer durchlaufenden Walze von dem
Stapel abgeschälte Werkstück abgeworfen wird, und
mit einem im Takt des Durchlaufs der Walzen zwischen diese greifendem Sauger bzw.
greifenden Saugern, der bzw. die eine Seitenkante des jeweils untersten Werkstücks
derart zwischen zwei Walzen herabzieht, daß die vorlaufende Walze den Stapel noch
über das Werkstück abstützt und die nachlaufende Walze zwischen dem Werkstück und
dem darüber befindlichen Werkstück durchläuft und eine sichere Trennung des jeweils
untersten Werkstücks von dem Stapel bewirkt,
dadurch gekennzeichnet,
daß das abfördernde Fördersystem aus parallel zueinander laufenden Förderelementen
besteht, die mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten antreibbar sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Fördersystem aus zwei Saugbandförderern besteht, von denen der Saugbandförderer,
auf den die angesaugte Seitenkante des jeweils angesaugten Werkstücks fällt, langsamer
angetrieben ist als der andere Saugbandförderer, auf den sich der zuletzt von dem
Stapel abgeschälte Teil des Werkstücks legt.
3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Saugbandförderer rechtwinkelig zu dem wandernden Walzenrost verlaufen.
4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Geschwindigkeit der beiden Saugbandförderer des geteilten Förderbandes getrennt
voneinander einstellbar sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Saugbandförderer sich nur über eine so große Länge erstrecken, daß
die von diesen geförderten, rechteckigen Werkstücke mit parallel zur Förderrichtung
liegenden seitlichen Kanten ausgerichtet werden.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Geschwindigkeiten der beiden Saugbandförderer so aufeinander abgestimmt sind,
daß die Werkstücke kantengerade das gemeinsame Abgabeende der beiden Saugbandförderer
erreichen.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß an das erste aus zwei geteilten Saugbandförderern bestehende Förderband ein zweites
weiterförderndes Förderband anschließt, das mit höherer Geschwindigkeit umläuft.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß mit der aufgabeseitigen Umlenkrolle des weiterfördernden Förderbandes eine auf
diese absenkbare Andrückwalze zusammenwirkt, die derart gesteuert ist, daß die Werkstücke
von dem ersten Förderband zu Zeitpunkten abgezogen werden, die einen lagerichtigen
und auf den Maschinentakt nachfolgenden Bearbeitungsvorrichtungen abgestimmten zeitgenauen
Einlauf in nachgeschaltete Bearbeitungsstationen gewährleisten.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur Steuerung der Andrückwalze eine Steuervorrichtung vorgesehen ist, die aus
den Signalen eines die Vorderkante des nachlaufenden Werkstücks erfassenden Sensors
und eines die richtige Position dieses Werkstücks auf dem weiterfördernden Förderer
meldenden Signalgebers die Absenkzeitpunkte der Andrückwalze bestimmt.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Signalgeber ein Sensor ist, der die Winkelstellung der aufgabeseitigen Umlenkrolle
des weiterfördernden Förderbandes erfaßt und entsprechend mit dieser rotierenden Marken
mit gleicher Umfangsverteilung Signale erzeugt.
11. Verfahren zum Vereinzeln gestapelter Schlauchstücke mit mindestens einem Sauger, der
das jeweils unterste Schlauchstück des Stapels an einer Kante zum Zwecke des Abschälens
von dem Stapel oder des Abziehens absaugt,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Sauger eine Kante im Bereich einer der Schlauchöffnungen ansaugt.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Sauger die obere Schlauchstückwandung oder mindestens eine der Lagen der oberen
Schlauchstückwandung, die die untere Schlauchstückwandung überlappt, ansaugt.
13. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Sauger zumindest teilweise auch die obere Papierlage der gestaffelt angeordneten
Lagen der oberen Schlauchstückwandung ansaugt.