[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufwickeln mehrerer Halteseile, insbesondere
der Halteseile einer Fassadenbefahreinrichtung, in mehreren Seillagen auf einer Seiltrommel
sowie ein Hubwerk mit den Merkmalen des Gattungsbegriffs des Patentanspruchs 2 zur
Durchführung dieses Verfahrens.
[0002] Hubwerke für Fassadenbefahreinrichtungen müssen im Regelfall darauf eingerichtet
sein, daß mehrere Halteseile gleichzeitig aufgewickelt werden. Eine Arbeitsgondel
weist meistens zwei Aufhängepunkte auf, die am Anfang und am Ende der Längsachse der
Arbeitsgondel angeordnet sind, um Schrägstellungen der Arbeitsgondel zu vermeiden.
Es gibt auch Arbeitsgondeln mit einem einzigen Aufhängepunkt. In Sonderfällen können
auch mehr als zwei Aufhängepunkte (z.B. drei oder vier) vorgesehen sein. Da im Falle
eines Seilbruchs nicht nur ein Absturz der Arbeitsgondel ausgeschlossen sein muß,
sondern auch die maximal zulässige Schrägstellung der Arbeitsgondel gegenüber der
normalen Betriebsstellung durch entsprechende amtliche Vorschriften auf einen Höchstwert
begrenzt ist (z.B. 15 °), werden üblicherweise für jeden Aufhängepunkt zwei Halteseile
vorgesehen. Das bedeutet, daß in den meisten Fällen insgesamt vier Halteseile in einer
untereinander völlig gleichmäßigen Weise auf- und abwickelbar sein müssen, damit keine
unzulässige Schrägstellung der Arbeitsgondel beim Betrieb eintreten kann.
[0003] Die heutzutage in Dachfahrwagen von Fassadenbefahreinrichtungen eingesetzten Hubwerke
sind zu diesem Zweck mit relativ langen Seiltrommeln ausgerüstet, die elektromotorisch
angetrieben sind und entsprechend der Anzahl der Halteseile in nebeneinanderliegende
Abschnitte aufgeteilt sind, in denen jeweils ein Halteseil aufgewickelt wird. Um eine
gleichmäßige Aufwicklung der Halteseile zu gewährleisten, ist es üblich, in die Oberfläche
der Seiltrommel schraubenlinienförmige Seilrillen einzuschneiden, die der Außenkontur
des Halteseils entsprechen. Außerdem ist eine aufwendige Seilführung mit Hilfe eines
Seilführungswagens vorgesehen, der mit Umlenkrollen ausgestattet ist und automatisch
während des Auf- und Abwickelns parallel zur Längsachse der Seiltrommel verfahrbar
ist, damit das Halteseil stets senkrecht zur Längsachse auf die Seiltrommel zuläuft.
Häufig erfolgt das Aufwickeln der Halteseile nur in einer einzigen Seillage. Es ist
aber auch bekannt, die Halteseile in mehreren Lagen aufzuwickeln, wobei das Halteseil
der nächsten Seillage die darunterliegende Seillage schräg kreuzt. In diesen Fällen
muß der Seilführungswagen lagenweise in einer entsprechenden oszillierenden Bewegung
entlang der Längsachse der Seiltrommel hin- und hergefahren werden. Anstelle eines
Seilführungswagens kann in kinematischer Umkehr auch eine entsprechende Längsbeweglichkeit
der Seiltrommel selbst vorgesehen sein.
[0004] Bei sehr hohen Gebäuden führen die erforderlichen Längen der aufzuwickelnden Halteseile
zu vielfach sehr langen Seiltrommeln. Das ist nicht nur aus der Sicht des Platzbedarfs
für die auf den Dachfahrwagen unterzubringenden Seiltrommeln von Nachteil, sondern
führt auch zu einem erheblichen Herstellaufwand für die Seiltrommel und das benötigte
System zur exakten Seilführung.
[0005] Aus der DE-A 28 54 743 ist eine Seilwinde bekannt, die eine motorisch angetriebene
Seiltrommel aufweist, auf die zwei parallele radial abstehende scheibenförmige Führungen
aufgeschweißt sind. Die beiden scheibenförmigen Führungen haben in Richtung der Trommelachse
einen Abstand voneinander, der dem Seildurchmesser entspricht, und bilden somit einen
Wickelspalt für das aufzuwickelnde Halteseil. Das Halteseil wird daher bei dieser
Seilwinde in einer flachen Spirale (dem Seildurchmesser entsprechend) in einer Vielzahl
von Windungen des Halteseils aufgewickelt, wobei sich die einzelnen unmittelbar aufeinanderliegenden
Windungen jeweils im Scheitelpunkt des Seilquerschnitts berühren. Die scheibenförmigen
Führungen sind durch zusätzliche radiale Stützbleche, die senkrecht auf den Führungen
stehen, seitlich abgestützt. Zum Aufwickeln mehrerer Halteseile wird in dieser Schrift
vorgeschlagen, die Seiltrommel mit einer entsprechenden Vielzahl nebeneinenader angeordneter
scheibenförmiger Führungen zu versehen, so daß für jedes Halteseil ein separater Wickelspalt
gebildet wird. Daher wird je nach Anzahl der Halteseile nicht nur der Bauaufwand der
Seiltrommel wesentlich erhöht, sondern auch der Platzbedarf in Richtung der Seiltrommelachse
erheblich vergrößert.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Auf- und Abwickeln
von mehreren Halteseilen anzugeben, wobei ein untereinander exakt gleichmäßiger Wickelbetrieb
für jedes Halteseil sichergestellt ist und der erforderliche Vorrichtungsaufwand und
der Platzbedarf für die Seiltrommel verringert ist.
[0007] Gelöst wird diese Aufgabe hinsichtlich des Verfahrens mit den in Patentanspruch 1
angegebenen Merkmalen. Eine erfindungsgemäße Vorrichtung weist die Merkmale des Patentanspruchs
2 auf und ist in vorteilhafter Weise durch die Merkmale der Unteransprüche 3 bis 10
weiter ausgestaltbar.
[0008] Das Wesen der Erfindung ist insbesondere in dem Grundgedanken zu sehen, die einzelnen
Halteseile unmittelbar vor dem Aufwickeln nebeneinander in einer Ebene anzuordnen,
so daß sich die unmittelbar benachbarten Halteseile im Regelfall seitlich berühren,
zumindest aber keinen nennenswerten seitlichen Abstand voneinander aufweisen. Sie
bilden quasi ein flaches Band. Dieses so gebildete Band wird in Form einer Spirale,
deren Dicke (in Richtung der Drehachse) der Breite dieses Bandes entspricht, in einer
Vielzahl von Wickellagen auf die Seiltrommel gewickelt. Die Halteseile werden also
nicht in der bisher meistens üblichen Form von Schraubenlinien aufgewickelt. Durch
seitliche Abstützung der beiden jeweils außen liegenden Halteseile kann sich die Breite
des flachen Bandes nicht verändern. Das führt dazu, daß die einzelnen Lagen (Spiralwindungen)
eines Halteseils sich jeweils im Scheitelpunkt des Seilquerschnitts berühren. Es wird
also vermieden, daß die jeweils nächste Seillage, wie dies bei der bisher bekannten
mehrlagigen Wicklung auf langen Seiltrommeln regelmaßig der Fall ist, genau in den
Lückenbereich zwischen den unmittelbar benachbarten Seilwindungen der darunterliegenden
Seillage gelegt wird. Dadurch ist sichergestellt, daß bei einer Umdrehung der Seiltrommel
für jedes Halteseil exakt dieselbe Länge aufgewickelt wird.
[0009] Anhand des in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiels eines Hubwerks für einen
Dachfahrwagen einer Fassadenbefahreinrichtung wird die Erfindung nachfolgend näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- die Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Hubwerks quer zur Achse der Seiltrommel
gesehen,.
- Fig. 2
- das Hubwerk gemäß Fig. 1 in Richtung der Achse der Seiltrommel gesehen,
- Fig. 3
- das Detail A gemäß Fig. 1 in Vergrößerung als Schnittbild,
- Fig. 4
- Einzelheiten der Andruckvorrichtung aus Fig. 2 als vergrößerter Ausschnitt,
- Fig. 5
- zwei unterschiedlich vergrößerte Schnitte gemäß der Linie B-B in Fig. 4 und
- Fig. 6
- einen vergrößerten Ausschnitt aus dem unteren Teil der Seiltrommel mit Umlenkrolle.
[0010] Das in den Fig. 1 und 2 in unterschiedlichen Ansichten dargestellte erfindungsgemäße
Hubwerk besitzt eine Seiltrommel 1 mit einem vergleichsweise großen Außendurchmesser
von z.B. 1,2 bis 1,5 m und einer extrem kurzen axialen Baulänge. Die Seiltrommel 1
bildet insoweit eine relativ flache Scheibe von z.B. 60 bis 80 mm Gesamtdicke. Sie
ist mittels einer horizontal angeordneten Welle 3 auf einem Lagerbock 2 drehbar gelagert.
Zum Antrieb der Seiltrommel 1 ist ein vorzugsweise elektrischer Motor 4 vorgesehen,
der beispielsweise über einen Kettenantrieb 5 auf ein mit der Seiltrommel 1 drehfest
verbundenes Antriebsrad wirkt. Es könnte auch beispielsweise ein Zahnradgetriebe für
die Drehmomentenübertragung vom Antriebsmotor 4 auf die Seiltrommel 1 vorgesehen sein.
Auf diese Weise kann die Seiltrommel 1 wahlweise mit unterschielicher Drehrichtung
zum Auf- und Abwickeln der Halteseile 7, 8 einer nicht dargestellten Arbeitsgondel
betrieben werden. Wie das Detail-Schnittbild in Fig. 3 zeigt, handelt es sich um insgesamt
vier Halteseile, die zu zwei Paaren von Halteseilen 7, 8 zusammengefaßt sind. Erfindungsgemäß
werden alle Halteseile 7, 8 so geführt, daß sie im Einlaufbereich der Seiltrommel
1 in einer gemeinsamen Ebene unmittelbar nebeneinander liegen und sich seitlich berühren,
zumindest aber keinen nennenswerten Abstand voneinander aufweisen. Sie bilden somit
quasi ein flaches Band. Da die Halteseile 7, 8 paarweise unterschiedlich vom nicht
näher dargestellten Dachfahrwagen der Fassadenbefahreinrichtung zu den beiden Aufhängepunkten
der Arbeitsgondel geführt werden müssen, ist eine Führungsrolle 6 vorgesehen, deren
Drehachse parallel zur Welle 3 angeordnet ist. Auf diese Weise sind bei gleicher Seilführung
im Einlaufbereich der Seiltrommel 1 vielfältige Seilführungen von der Seiltrommel
1 wegführend möglich. Dies ist in Fig. 6 noch näher dargestellt. Während das Paar
Halteseile 8 etwa horizontal nach rechts von der Seiltrommel weggeführt wird, verläuft
das zweite Paar Halteseile 7 etwa in entgegengesetzter Richtung nach links. Durch
gestrichelte Linien, die die Halteseile 7 repräsentieren und den kreisbogenförmigen
Doppelpfeil ist angedeutet, daß die Richtung der Halteseile 7 im Winkelbereich des
Doppelpfeils variiert werden kann. Im Extremfall kann also auch eine parallele Führung
der beiden Paare Halteseile 7, 8 erfolgen. Unabhängig hiervon ist in jedem Fall sichergestellt,
daß im Einlaufbereich der Seiltrommel 1, also im Bereich zwischen der Führungsrolle
6 und der Seiltrommel 1 alle Halteseile 7, 8 in einer gemeinsamen Ebene unmittelbar
nebeneinander liegen. Die Seiltrommel 1 weist einen Wickelspalt 9 auf, dessen Breite
nur geringfügig größer ist als die Gesamtbreite der vier flach nebeneinanderliegenden
Halteseile 7, 8. Durch die Seitenwände des Wickelspaltes 9 werden daher die zu einem
Band zusammengeführten Halteseile 7, 8 in ihrer relativen Lage zueinander fixiert.
Sie berühren sich, im Querschnitt der Seile gesehen, in der Drei-Uhr- bzw. Neun-Uhr-Stellung.
Der Durchmesser im Bereich des zylindrischen Grundes des Mittelspaltes 9 ist mit d
1 bezeichnet. Der Außendurchmesser der Seiltrommel 1, der zugleich der Außendurchmesser
der seitlichen Wände des Wickelspaltes 9 ist, ist mit der Bezeichnung d
2 versehen. Das Schnittbild der Fig. 3 zeigt, wie das flache Band der vier nebeneinanderliegenden
Halteseile 7, 8 in Form von spiralförmigen Windungen aufgewickelt ist. Im Querschnitt
gesehen, berühren sich die aufeinanderliegenden Lagen der einzelnen Halteseile 7,
8 genau in der Zwölf-Uhr- bzw. Sechs-Uhr-Stellung. Da die Seitenwände des Wickelspaltes
9 die jeweils außen liegenden Halteseile 7, 8 seitlich fixieren, kann das Band der
vier Halteseile 7, 8 seine Breite nicht verändern. Aus diesem Grunde kann keines der
Halteseile 7, 8 in den Lückenbereich zwischen zwei unmittelbar nebeneinanderliegenden
Halteseilen 7, 8 einer unmittelbar darunterliegenden Lage rutschen. Das bedeutet,
daß bei einer bestimmten Umdrehung bei jedem der Halteseile 7, 8 exakt dieselbe Länge
aufgewickelt bzw. abgewickelt wird. Wie die Fig. 3 und 6 zeigen, wird der Wickelspalt
9 von den Halteseilen 7, 8 auch in der vollständig aufgewickelten Form nicht völlig
ausgefüllt. Die maximale Gesamthöhe h der einzelnen Lagen der Halteseile 7, 8 ist
in jedem Fall kleiner als die Differenz der Durchmesser d
2 minus d
1.
[0011] Um in jedem Fall, also auch in einer Situation, bei der die aufzuwickelnden Halteseile
nicht unter Zugspannung stehen sollten, mit absoluter Sicherheit eine exakte Aufwicklung
zu garantieren, kann es zweckmäßig sein, eine in den Wickelspalt 9 eingreifende Andruckvorrichtung
10 vorzusehen, wie sie in Figur 2 dargestellt und in den Figuren 4 und 5 durch Ausschnittvergrößerungen
detaillierter wiedergegeben ist. Eine solche Andruckvorrichtung 10 hat im gezeigten
Ausführungsbeispiel einen Druckarm 12, der an seinem linken Ende drehbar in einem
Lagerbock gehalten ist. Am freien Ende dieses Druckarms 12 befindet sich eine drehbar
gelagerte Druckrolle 13. Da der Druckarm 10 mittels einer Andruckfeder 11 unter Federspannung
gesetzt ist, drückt die Druckrolle 13 etwa radial in Richtung der Welle 3 der Seiltrommel
1 auf den Anfang der obersten Wickellage der Halteseile 7, 8. Dadurch bleibt das spiralförmig
aufgewickelte Paket der Halteseile 7, 8 auf der Seiltrommel 1 unter allen Umständen
in der jeweils fixierten Position. Die Druckrolle 13 ist vorzugsweise aus einem metallischen
Werkstoff oder aus Kunststoff hergestellt, der eine Beschädigung der Halteseile 7,
8 ausschließt. Zweckmäßigerweise wird für die Druckrolle 13 Bronze verwendet. Es empfiehlt
sich, wie dies aus der Figur 5 entnehmbar ist, die Druckrolle außen mit einer im Querschnitt
gesehen wellenförmigen Profilierung zu versehen, die der Querschnittsform der Halteseile
komplementär angepaßt ist. Die Druckrolle 13 weist also außen für jedes Halteseile
7, 8 eine entsprechend angepaßte Führungsrille auf. Es ist selbstverständlich auch
möglich, auf eine Profilierung der Druckrolle 13 zu verzichten und diese glattzylindrisch
auszuführen. Wegen der baulichen Enge des Wickelspaltes 9 ist eine übliche Wellenlagerung
mit Wälzlagern für die Druckrolle 13 nicht möglich. Aus diesem Grunde ist auf der
von den Halteseilen 7, 8 abgewandten Seite der Druckrolle 13 mindestens eine Stützrolle
14 vorgesehen. Das dargestellte Beispiel zeigt zwei nebeneinander angeordnete Stützrollen
14. Diese Stützrollen 14 brauchen die Druckrolle 13 nicht über deren gesamte axiale
Länge, also über die Breite des Wickelspaltes 9 zu berühren. Daher können die Stützrollen
14 beispielsweise an flachen Haltearmen über Wälzlager gelagert werden. Die Stützrollen
14, die eine zur Druckrolle 13 komplementäre Außenkontur aufweisen, werden vorzugsweise
aus einem Kunststoff gefertigt. Um im entlasteten Zustand ein Herausfallen der Druckrolle
13 aus ihrer wellenlosen Lagerung zu verhindern, sind seitliche Halteschuhe 15 vorgesehen.
[0012] Im Hinblick auf die Dimensionierung der Seiltrommel 1, d.h. auf die Festlegung der
Durchmesser d
1 und d
2 empfiehlt es sich, den Innendurchmesser d
1 in einer ähnlichen Größenordnung zu wählen wie den Außendurchmesser d
2. Je näher der Innendurchmesser d
1 am Außendurchmesser d
2 liegt, umso geringer ist bei gleichbleibender Drehzahl der Seiltrommel der Unterschied
in der Aufwickelgeschwindigkeit der Halteseile 7, 8. Besonders empfehlenswert ist
es, den Innendurchmesser etwa um lediglich 15 - 30 % kleiner zu wählen als den Außendurchmesser.
Dadurch wird es möglich, auf eine Drehzahlsteuerung des Antriebsmotors 4 vollständig
zu verzichten, so daß der Kostenaufwand für den Antrieb insgesamt verringert wird.
[0013] Das erfindungsgemäße Hubwerk zeichnet sich durch eine außerordentlich kompakte Bauweise
aus. Im Grundsatz ist es ohne weiteres möglich, die im Ausführungsbeispiel horizontal
gewählte Drehachse der Seiltrommel in die Vertikale zu verlegen, so daß bei Bedarf
eine extrem flache Dachwagenkonstruktion für einen Fassadenaufzug möglich ist. Die
dargestellte Lösung bringt in sicherheitstechnischer Hinsicht keine Nachteile mit
sich. Im Hinblick auf den Herstell- und Warteaufwand ist das erfindungsgemäße Hubwerk
erheblich kostengünstiger als die bisher eingesetzten Hubwerke mit langen Seiltrommeln,
da wesentlich weniger bewegte Teile benötigt werden. Insbesondere entfällt vollständig
der Aufwand für einen hin- und herfahrbaren Seilführungswagen oder einen alternativ
eingesetzten Antrieb für eine Oszillierspindel für das mehrlagige Wickeln der Halteseile.
Das in Anspruch genommene Bauvolumen für ein erfindungsgemäßes Hubwerk wächst mit
zunehmender Anzahl der aufzuwickelnden Halteseile nur unwesentlich an. Es macht lediglich
einen sehr geringen Unterschied aus, ob zwei oder vier oder sogar sechs oder acht
Halteseile aufgewickelt werden.
1. Verfahren zum Aufwickeln mehrerer Halteseile, insbesondere der Halteseile einer Fassadenbefahreinrichtung,
in mehreren Seillagen auf einer Seiltrommel, dadurch gekennzeichnet,
daß die Halteseile parallel in einer gemeinsamen Ebene dicht nebeneinander liegend
in Form einer Spirale auf die Seiltrommel gewickelt werden, wobei die beiden äußeren
Halteseile jeweils von außen so abgestützt werden, daß die Halteseile in ihrer Lage
zueinander seitlich fixiert sind und die Berührung der einzelnen Seillagen jeweils
im Scheitelpunkt des Seilquerschnitts stattfindet.
2. Hubwerk, insbesondere für Dachfahrwagen von Fassadenbefahreinrichtungen, zum Heben
und Senken einer an mindestens zwei Halteseilen (7, 8) hängenden Arbeitsgondel mit
einer von einem Motor (4) angetriebenen, Seiltrommel (1), auf die die Halteseile (7,
8) jeweils in Form einer Spirale, deren Dicke der Seildicke entspricht, auf- und abwickelbar
sind, und mit einer achsparallel zur Seiltrommel (1) und bezüglich der Spirale fluchtend
angeordneten Führungsrolle (6) für die Halteseile (7, 8),
dadurch gekennzeichnet,
daß die Seiltrommel (1) für die mindestens zwei Halteseile (7, 8), einen einzigen
Wickelspalt (9) aufweist, der eine Breite hat, die lediglich um eine geringe Toleranz
größer ist als das der Anzahl der aufzuwickelnden Halteseile (7, 8) entsprechende
Vielfache der Dicke der Halteseile (7, 8).
3. Hubwerk nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß vier Halteseile (7, 8) vorgesehen sind, von denen jeweils zwei (7) von der Führungsrolle
(6) aus in eine erste Richtung und zwei (8) in eine dazu entgegengesetzte Richtung
geführt sind.
4. Hubwerk nach einem der Ansprüche 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Innendurchmesser (d1) der Seiltrommel (1) am Wickelspalt (9) weniger als 40 %, insbesondere etwa 15 bis
30 %, kleiner ist als der Außendurchmesser (d2) der Seiltrommel (1).
5. Hubwerk nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine in den Wickelspalt (9) von außen eingreifende Andruckvorrichtung (10) vorgesehen
ist, die die einlaufenden Halteseile (7, 8) radial auf die bereits spiralförmig aufgewickelten
Seillagen drückt.
6. Hubwerk nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Andruckvorrichtung (10) einen federkraftbelasteten schwenkbaren Andruckarm
(12) aufweist, an dessen einem Ende eine Druckrolle (13) drehbar gelagert ist.
7. Hubwerk nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckrolle (13) wellenlos gelagert ist.
8. Hubwerk nach einem der Ansprüche 6 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckrolle (13) eine der Querschnittsform der Halteseile (7, 8) komplementär
angepaßte wellenförmige Profilierung aufweist.
9. Hubwerk nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckrolle (13) aus einem metallischen Werkstoff, insbesondere aus Bronze
besteht.
10. Hubwerk nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet
daß die Druckrolle (13) in dem von den Halteseilen (7, 8) abgewandten Bereich von
außen durch mindestens eine, insbesondere zwei drehbar gelagerte Stützrollen (14)
abgestützt ist.