[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Sengvorrichtung zur Flammbehandlung von Schlauchware,
beispielsweise textiler Wirkschlauchware, mit einem Sengbrenner und einer Warenführung.
[0002] Ein Sengbrenner dieser Art ist durch die DE-PS 36 21 643 bekannt. Die Warenführung
weist einen kreisringförmigen Breithalter auf. Ihn umgebende, mit ihren Brennerschlitzen
gegen die Schlauchware gerichtete Brennereinheiten sind ebenfalls ringförmig. Deren
Zustellung geschieht ringsum radial gerichtet.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine gattungsgemäße Sengvorrichtung unter Aufgabe des
ringsymmetrischen Zentralsystems so weiterzubilden, daß die Schlauchware ganz überwiegend
eine gestreckte Beflammungsfläche darbietet und die von dem entsprechend gestreckten
Verlauf abweichenden Partien rundungsmäßig nur als Bruchteil anfallen.
[0004] Aus der DE-PS 22 13 631 existiert ferner der Vorschlag, textiles Flächengebilde in
Form eines Gewebes oder Gewirkes einlagig gestreckt gespannt zu führen und im Umlenkbereich
einer Tischkante einer Sengvorrichtung tangential zu sengen.
[0005] Für sich ist schließlich eine ovale Querschnittsstruktur der Warenführung an einer
Maschine zum Querstrecken von Schlauchmaschenware bekannt (CH-PS 575 496). Die so
entstehenden Breitflächen gehen im Streckbereich in eine sich in Laufrichtung zunehmend
verbreiternde Trapezform über.
[0006] Zur Lösung der Aufgabe wird an einer gattungsgemäßen Sengvorrichtung vorgeschlagen,
daß die Warenführung so ausgebildet ist, daß sich im wesentlichen parallel zueinander
verlaufende Flachseiten und gerundete Übergangsseiten der Schlauchware ergeben und
daß der Sengbrenner die Schlauchware sowohl in den Flachseiten als auch in den Übergangsseiten
flammbeaufschlagt. Die Ware läßt sich so bestens beherrschen. Der Anteil der in die
Flachform überführten Schlauchwandpartien ist um ein Vielfaches größer als die die
Kehren bildenden Übergangsseiten. Die hier zum Einsatz kommenden Partien des Sengbrenners
brauchen nur eine relativ kleine Fläche abzustreichen und fallen dementsprechend baulich
klein aus, was ihre mechanische Beherrschbarkeit erhöht. So liegt querschnittsmäßig
praktisch ein Flachhalter als Warenführung vor. Vor allem können überwiegend die bewährten
Langbrennerelemente zum Einsatz kommen. Demzufolge ist es weiter von Vorteil, daß
der Sengbrenner der Sengvorrichtung mehrteilig aufgebaut ist und zum einen, im wesentlichen
gerade gestaltete, den Seitenflächen zugeordnete Langbrennerelemente und zum anderen
im wesentlichen kreisbogenförmig gestaltete, den Übergangsseiten zugeordnete Rundbrennerelemente
aufweist. Die Überführung des überwiegend abgeflachten Schlauchwarenquerschnitts in
kleine kehrenartige Rundungen vermeidet nicht nur ein örtliches Strapazieren der durchlaufenden
Ware, sondern begünstigt vielmehr den Durchsatz. Außerdem wird eine gleichberechtigt
gefällige Rundung dargeboten, die das Beflammen vergleichmäßigt. Bei konzentrischer
Rundung von Wandungspartie und Rundbrennerelement kann sogar ein sehr feinfühliges
Einstellen der Flamme erreicht werden. Auch ist hier eine lokale Beeinflussung der
Intensität möglich. Man kann in einem übertragenen Sinne von einem "Dimmen" der Sengflamme
sprechen. In diesem Zusammenhang kann noch eine vorteilhafte Maßnahme darin bestehen,
daß die Langbrennerelemente und die Rundbrennerelemente in Warenlaufrichtung überlappend
angeordnet sind. Zweckmäßig wird dabei so vorgegangen, daß die Langbrennerelemente
in Warenlaufrichtung nachgeschaltet sind. Es werden daher zuerst die Übergangsseiten
beflammt; anschließend wird die gesamte Breitseite beidseitig beflammt. Ein Lösungsgedanke
von sogar eigenständiger Bedeutung besteht weiter darin, daß die Sengvorrichtung zur
Anpassung an verschiedene Schlauchgrößen hinsichtlich der Breite der Flachseiten verstellbar
ist. Hier genügt es, wenn einer der Kehrenabschnitte sprich Übergangsseiten ein- bzw.
ausgefahren wird. Über das erreichte Verstellen kann die diesbezügliche Bewegbarkeit
zugleich im Sinne des betriebsgerechten Spannens der Schlauchware genutzt werden.
Das erhält selbst bei hohen Laufgeschwindigkeiten die Ebenflächigkeit der Flachseiten.
Die bleiben auch in Längsrichtung randparallel. Weiter bringt die Erfindung in Vorschlag,
daß die Verstellung teleskopierbar ist. Hierdurch ergeben sich in allen Stellbreiten
stufenlos gleiche Betriebsbedingungen. Es handelt sich dabei konkret um eine in Richtung
der größtmöglichen Verstellung liegende Vorspannung der Sengvorrichtung. Baulich vorteilhaft
ist es dabei, wenn die Vorspannung der Sengvorrichtung durch die Transportrolle aufgenommen
wird. Im Verein mit den üblicherweise vorgesehenen Stützrollen ergibt sich hieraus
zugleich ein gut geführter sowie praktisch schlupffreier Transport der Schlauchware.
Die angespro9chene Einstellbarkeit der Sengvorrichtung läßt sich über einen Spindeltrieb
problemlos erreichen. Letzterer hat den Vorteil einer völlig stufenlosen Einstellung
bzw. Ver- und Feststellung. Es wird in selbstsperrender Gewindesteigung gearbeitet.
Bezüglich der den Übergangsbereich flammtechnisch abdeckenden Partien des Sengbrenners
erweist es sich sodann als vorteilhaft, daß die Rundbrennerelemente aus ihrer Sengstellung
in eine Abstandsstellung verschwenkbar sind. In gleicher Weise sind auch die Langbrennerelemente
verschwenkbar . Die Funktionsweise beider ist dabei so, daß bei einem Abstellen der
Sengmaschine zwangsläufig das entsprechende Wegschwenken erfolgt, so daß die Ware
selbst in diesem Stadium keine Beeinträchtigung erfährt. Antriebstechnisch wird sodann
noch in Vorschlag gebracht, daß mindestens ein Rundbrennerelement auf der Spindel
des Spindeltriebs verfahrbar ist. Natürlich kann auch eine gegenläufige Aussteuerung
der Übergangsseiten zugrunde liegen. Bevorzugt wird jedoch die einseitige Aussteuerung.
Überdies erweist es ich noch als günstig, daß das Rundbrennerelement abgeleitet aus
dem Spindeltrieb verschiebbar ist. Baulich findet dies seine weitere Verkörperung
darin, daß das Rundbrennerelement auf einem Schlitten angeordnet ist, welcher parallel
zum Spindeltrieb verfahrbar ist. Auch besteht noch ein vorteilhafter Lösungsvorschlag
darin, daß die Langbrennerelemente hinsichtlich Ihrer Länge an die maximale Verstellweite
der Sengvorrichtung angepaßt sind. Um das längenangepaßte Öffnen des Sengschlitzes
der Langbrennerelemente automatisch zu bewirken, wird noch vorgeschlagen, daß der
verbreiternd ausfahrende Teil der Sengvorrichtung einen Brennerschlitz-Schieber der
Langbrennerelemente steuert; auch das ist ein Vorteil aus der Flachführung der Schlauchware.
Eine andere, gleichfalls günstige Lösung zur Anpassung der Sengvorrichtung an verschiedene
Schlauchgrößen besteht sodann darin, daß die Flachseiten aus verlängerbaren Bandelementen
gebildet sind. Die fungieren als durchgehendes Stützband. Unter Nutzung der im allgemeinen
vorliegenden Dünnwandigketi von Bändern wird zur Verlängerung der Bandelemente die
Form des Abwickelns vorgeschlagen. Dabei ist es von Vorteil, daß ein Wickelvorrat
in einer der Übergangsseiten untergebracht ist. Das ist in günstiger Weise gegeben,
da diese Zonen im Bereich der Bandelemente nicht für die Beflammung benötigt werden,
also zur Abstützung respektive Bildung eines Stützschildes. Eine Ausgestaltung von
sogar eigenständiger Bedeutung ergibt sich des weiteren dadurch, daß die Übergangsseite
durch eine Hohlsäule gebildet ist. Eine Hohlsäule bietet den entsprechend erstrebten
Unterbringungsbereich für den Wickelvorrat, ist aufgrund der hohlen Ausbildung leicht,
kann partiell als Führung für die Schlauchware genutzt werden und ist Basis für das
Mittel des Warenantriebs. Unter Realisierung der erstgenannten Nutzungsart wird konsequent
daher so vorgegangen, daß der Wickelvorrat im Inneren der Hohlsäule aufgenommen ist.
Im Hinblick auf die erwähnte Verlängerung besteht eine vorteilhafte Ausgestaltung
darin, daß ein Ende des die Flachseite bildenden Bandelements als Festende an einer
Hohlsäule angebunden ist. Dabei erweist es sich als günstig, daß beide Hohlsäulen
sowohl ein Festende als auch einen Wickelvorrat aufweisen. Das verteilt die Betätigungsbelastungen
etc. gleichmäßig auf die Hohlsäulen. Diese Ausgestaltung wird vor allen Dingen bei
größeren Sengvorrichtungen bevorzugt, wobei es in anderen Fällen gleichwohl günstig
ist, Festende und Wickelvorrat in einem gemeinsamen Zentrum, also in der einen Hohlsäule
unterzubringen und die andere Hohlsäule einfach bloß als Umlenkkern zu nutzen, über
den das entsprechend lang bemessene Bandelement als Schlaufe gelegt ist. Dieses Zentrum
bzw. diese Hohlsäule fungiert dann als die Schlaufe vergrößernder Zugfinger. Sowohl
in der einen als auch in der anderen Lösungsform ist es günstig, daß der Wickelvorrat
auf einer Wickelrolle aufgenommen ist und durch eine Fensteröffnung in den Umfang
der Hohlsäule einläuft. Sodann besteht ein vorteilhaftes Merkmal der Erfindung darin,
daß die Wickelrollen unter Rückhol-Federvorspannung stehen. Unter Verringerung des
Abstandes der parallel ausgerichteten Hohlsäulen zieht sich der nicht benötigte Anteil
des Bandelements so selbsttätig ein. Der bauliche Aufwand für entsprechende Vorkehrungen
ist gering. Als führungsfördernd dürfte die Maßnahme anzusehen sein, daß dem Fenster
innenseitig eine Umlenkrolle vorgeordnet ist. Das vermeidet zudem enge Umlenkbereiche,
so daß Knickmarken am Bandelement nicht entstehen können. Vorgeschlagen wird sodann,
daß der Einlauf um etwa eine viertel Umschlingung zurückversetzt zu einem Ablauf der
Bandelemente von der Hohlsäule angeordnet ist. Dieser Umlenkbereich ist völlig genügend,
wenngleich man - bei Einsatz von Brückenstücken dazwischen - praktisch die halbe Umfangszone
der zweckmäßig kreisrunden Querschnitt aufweisenden Hohlsäule nutzen könnte. Optimiert
ist die Führung des Bandelementes bzw. der Bandelemente noch dadurch, daß die Hohlsäulen
im Bereich der Bandführung eine um die Bandstärke zurückversetzte Führungsfläche für
das Bandelement aufweist. Die zurückversetzte Führungsfläche schafft in den Übergangsbereichen
zur Mantelwand der Hohlsäule quer zur Warenlaufrichtung ausgerichtete Flanken, denen
die Schmalseiten des Bandelements gegenüberliegen. Zudem stehen letztere der übergleitenden
Schlauchware nicht im Weg. Günstig ist es, wenn das Bandelement ein Gummiband ist.
Weiter wird vorgeschlagen, daß die Langbrennerelemente im Bereich des Bandelements
angeordnet sind und weiter noch, daß die Rundbrennerelemente höhenversetzt zu den
Langbrennerelementen und, bezogen auf die Warenlaufrichtung, unterhalb des Bandelements
angeordnet sind. Eine für die Warenführung günstige Weiterbildung besteht zudem durch
dem Bandelement bzw. den Bandelementen in Warenlaufrichtung nachgeschaltete Gegenhalter
für die Schlauchware, welche Gegenhalter, von den einander zugewandten Seiten der
Hohlsäulen ausgehend, diese überragen.
[0007] Der Gegenstand der Erfindung ist nachstehend anhand zweier zeichnerisch veranschaulichter
Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigt:
- Fig.
- 1 die erfindungsgemäße Sengvorrichtung in Seitenansicht, gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel,
- Fig. 2
- eine Stirnansicht hierzu,
- Fig. 3
- die Draufsicht auf Figur 1, wobei jedoch die Langbrennerelemente zur Blickfreigabe
weggelassen sind,
- Fig.
- 4 eine der Figur 3 entsprechende Darstellung, verkleinert und weitere Partien des
Spindeltriebs wiedergebend,
- Fig. 5
- eine in diesem Sinne komplettierte Seitenansicht,
- Fig. 6
- ein Warenführungs-Schema im Querschnitt,
- Fig. 7
- die erfindungsgemäße Sengvorrichtung in Seitenansicht gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel,
- Fig. 8
- den Schnitt gemäß Linie VIII-VIII in Figur 7, vergrößert und darstellungsmäßig auf
den Flachbreithalter und die Verankerungsmittel für die Gegenhalter reduziert und
- Fig. 9
- den Schnitt gemäß Linie IX-IX in Figur 8.
[0008] Die dargestellte Sengvorrichtung V ist Teil einer Sengmaschine, wie sie beispielsweise
aus der nicht vorveröffentlichten deutschen Gm-Anmeldung 29 505 376 hervorgeht.
[0009] Die dargestellte Sengvorrichtung V dient zur Flammbehandlung von Schlauchware 1,
und zwar eines textilen Flächengebildes, insbesondere in Form von Wirkschlauchware.
Letztere passiert die Sengvorrichtung V im wesentlichen in vertikaler Richtung. Die
Außenseite der Schlauchware 1 wird dabei an einem Sengschlitz 2 eines in einer Gesamtheit
mit 3 bezeichneten Sengbrenners vorbeigeführt. Die aus dessen Sengschlitz 2 austretende
Sengflamme eliminiert die vom Fadenkern des Gewirkes abstehenden Faserenden. Eine
solche Behandlung bildet die Basis für eine weitere Veredelung, ist also beispielsweise
von färbetechnischer Bedeutung.
[0010] Die Schlauchware 1 wird in unrundem Querschnitt durch die Sengvorrichtung V bzw.
den die Ware umschließenden Sengbrenner 3 hindurchgeführt. Es liegt eine flache Querschnittsform
vor, konkret eine ovale. Gebildet ist die entsprechende Warenführung W durch einen
Flachbreithalter 4. Der wirkt als formgebende Innenstützte der Schlauchware 1.
[0011] Die Warenführung W ist dabei so ausgebildet, daß sich im wesentlichen parallel zueinander
verlaufende Flachseiten a und quer konvex gerundete übergangsseiten b der Schlauchware
1 ergeben (vergleiche Schemaskizze Figur 6).
[0012] Der Sengbrenner 3, in Arbeitsstellung gebracht, folgt diesem Umriß, so daß die den
Sengschlitz 2 verlassende Flamme die Schlauchware 1 sowohl in den Flachseiten a als
auch in den Übergangsseiten b flammbeaufschlagt.
[0013] Der Sengbrenner 3 weist mehrteiligen Aufbau auf. Er besteht aus zwei Langbrennerelementen
I und zwei Rundbrennerelementen II. Die sind jeweils identisch gestaltet und horizontal,
also querverlaufend zur Warenlaufrichtung Pfeil x orientiert.
[0014] Sowohl die Langbrennerelemente I als auch die Rundbrennerelemente II, genauer Halbrundbrennerelemente,
lassen sich aus einer Arbeitsstellung in eine Abstandsstellung zur Beflammungsfläche
überführen (vergleiche Figuren 2 und 3). Dies geschieht im Hinblick auf die paarig
zugeordneten Langbrennerelemente I durch Kippen derselben um eine horizontale Schwenkachse
y-y. Deren körperliche, im Maschinengehäuse gelagerte Achse ist nicht dargestellt.
Die dargestellte geometrische Achse y-y liegt etwa im Schnittpunkt der Diagonalen
der im Querschnitt kastenförmigen Brennerelemente I,II, vorzugsweise im Schwerpunktsmittelweg.
Die Verstellbewegungen können unabhängig durchführbar sein.
[0015] Die paarig zugeordneten Rundbrennerelemente II lassen sich dagegen aus ihrer Sengstellung
in eine Abstandsstellung zur Schlauchware 1 um eine vertikale Achse z-z horizontal
verschwenken. Besagte Abstandsstellung ist in Figur 3 in strichpunktierter Linienart
eingezeichnet. Der Schwenkwinkel ist für eine genügende Zugänglichkeit der so freigelegten
Übergangsseiten b bemessen. Er beträgt ca. 45°. Die Halbrundungsöffnungen von II zu
II weisen in Schließstellung gegeneinander. Grundsätzliche Einzelheiten der Brennerausbildung
ergeben sich aus der nicht vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung 195 17 718.5
der Anmelderin, die Offenbarung dieser Anmeldung wird hiermit voll inhaltlich mit
einbezogen, auch zu dem Zwecke, Merkmale dieser Unterlagen in Ansprüche der vorliegenden
Anmeldung aufzunehmen, vor allem bezüglich der Schlitzausrichtung.
[0016] Die beiden je an einer Breit- bzw. Flachseite a wirkenden Langbrennerelemente I erstrecken
sich in einer gemeinsamen Höhenebene, aber höhenversetzt zu den ebenfalls auf einer
gemeinsamen Höhenebene installierten, an den Übergangsseiten b wirkenden beiden Rundbrennerelementen
II. Die Langbrennerelemente I schließen dabei überlappend an die Rundbrennerelemente
II an. Die beiden freien Enden der Rundbrennerelemente II stehen zu den Langbrennerelementen
I in Überlappung. Letztere (I) sind ersteren, wie schon angedeutet, in Warenlaufrichtung
x nachgeschaltet und liegen oben. Der lichte vertikale Abstand zwischen beiden entspricht
etwa dem Maß der Kastenhöhe der Langbrennerelemente I. Die Überlappung ist in den
Figuren 1 und 5 mit Ü bezeichnet. Sie ist anschlagbedingt nicht unterschreitbar, so
daß eine Unterbrechung des geöffneten Bereichs des Sengschlitzes 2 ausgeschlossen
ist. Dies gilt auch bei in eine maximale Beabstandung gebrachten Rundbrennerelementen
II, welches aufgrund einer entsprechenden Ausrüstung der Sengvorrichtung V gegeben
ist. Die dazu gegebene Möglichkeit einer Verstellung ergibt sich beispielsweise aus
Figur 5, aus welcher hervorgeht, daß die Sengvorrichtung V zur Anpassung an verschiedene
Schlauchwarengrößen hinsichtlich der Breite der Flachseiten a der Warenführung W verstellbar
ist. Erzielt ist die Verstellung über eine horizontal geführte Teleskopierbarkeit
des Flachbreithalters 4 der Sengvorrichtung V.
[0017] Dazu ist der Flachbreithalter 4 im einzelnen wie folgt aufgebaut: Vom eigentlichen
formgebenden, den Rücken der zu behandelnden Schlauchware 1 abstützenden Kern desselben
(4) gehen abwärts gerichtet vom Fuß 5 der Übergangsseiten b Spreizhörner 6 aus. Letztere
konvergieren in Richtung der Standfläche der Sengmaschine. Die freien Enden der Spreizhörner
6 sind mit je einer Abweisrolle 7 bestückt, welche das erstrebte schonende Öffnen/Abflachen
der Schlauchware 1 einleiten.
[0018] Auf der der Übergangsseite b abgewandten Rückenpartie der Spreizhörner 6 schließen,
vertikal beabstandet, Stützrollen 8 und 9 an. Über letztere wird der gesamte Flachbreithalter
4 geführt im Inneren des Schlauchkörpers getragen. Tangierend zwischen den genannten
Rollen 8,9 befinden sich Gleitkufen 6'. Die sind quergewölbt und zumindest am unteren
Rand gefast. Der Rücken der Gleitkufen 6' erbringt einen schonenden Überlauf der dortigen
Schlauchwaren-Innenpartie.
[0019] Den schlauchaußenseitigen Anteil dieses inneren Trägers bildet eine Transportrolle
10. Die ist spindelangetrieben. Es ist ein Getriebe zwischengeschaltet. Die Antriebsspindel
heißt 11. Sämtliche Rollen 7 bis 10 laufen auf horizontal ausgerichteten, quer zur
Verstellrichtung Pfeil R liegenden Achsen.
[0020] Die eigentliche Abstützung des Flachbreithalters 4 geschieht über die fußnahe, oberste
Stützrolle 9. Die Peripherie der durchmessergrößer gestalteten Transportrolle 10 ragt
partiell in einen von den Stützrollen 8 und 9 gebildeten Zwickelraum 12.
[0021] Eine zusammenhängende Stützfläche des Kerns des Flachbreithalters 4 trotz Verstellbarkeit
ergibt sich durch einen entsprechend berücksichtigten Überlappungsvorrat des zweiteilig
gestalteten Flachbreithalters 4. Er besteht aus zwei U-Teilen mit gerundetem U-Steg,
welcher U-Steg die Übergangsseiten b stellt und deren U-Schenkel teleskopierbare Abschnitte
der Flachseiten a erbringen. Die U-Teile sind lediglich in Figur 6 mit 4' und 4''
bezeichnet. Sie können im Bereich der U-Schenkel einen Wandungsversatz haben derart,
daß die Übergangspartien b eine völlig identische Krümmung aufweisen.
[0022] Die Ineinanderschachtelung kann durch Ineinandergriff der Schenkel oder aber durch
gleichseitig orientierten Übergriff erzielt werden. Ersteres ist gemäß Figur 6 bevorzugt.
Die Ineinanderschachtelungs-Überlappung ist in der längeren Oval-Achse des Flachbreithalters
4 so reichlich enthalten, daß der in Figur 5 dargestellte maximale Verstellweg noch
eine Restüberlappung der U-Teile 4' ,4'' sicherstellt. Zur Geometrie des Ovales bleibt
zu erwähnen: Die Länge zwischen den Brennpunkten des Ovals entspricht in minimaler
Arbeitsbreite (längere Ovalachse) dem ca. 5-fachen Durchmesser (kürzere Ovalachsen)
der von außen gesehen konvex kreisbogenförmigen Übergangsseiten und in maximaler Arbeitsbreite
dem ca. 9-fachen Durchmesser.
[0023] Der Flachbreithalter 4 übt eine gewisse Spreizwirkung aus. Die hält den Schlauch
flachgespannt. Die Sengvorrichtung V ist dazu in Richtung ihrer größtmöglichen Verstellung
feder-vorgespannt. Die Vorspannung ist so abgestimmt, daß gerade eine laufhemmende
Reibung der Schlauchware 1 vermieden wird. Dies geschieht über die einen beiderseitigen
Endanschlag bildende Wirkung der Transportrollen 10, welche die entsprechende Feder-Spreizwirkung/-kraft
der Sengvorrichtung V, einfließend über die Stützrollen 8,9, aufnehmen. Aufgebracht
wird der Federdruck von einer in Spreizrichtung eingebauten horizontal zwischengefaßten
Gasdruckfeder 13. Deren geometrische Längsachse schneidet nahezu die Achsen der Transportrollen
10. Die Endanlenkbereiche der Gasdruckfeder 13 befinden sich im Mittelbereich der
Zwickelräume 12. Die durch die Transportrollenachsen definierte Ebene ist mit E-E
bezeichnet.
[0024] Neben der so erzielten Traverse halten zwei weitere Traversen den Flachbreithalter
4, praktisch rahmenartig stabilisiert, zusammen. Es sind dies ein unterhalb der Abstützebene
E-E liegendes unteres Teleskoprohr 14 und ein über dieser Ebene verlaufendes oberes
Teleskoprohr 15. Beide erstrecken sich raumparallel quer zur Gasdruckfeder 13, also
horizontal. Die vertikalen Abstände sind etwa gleich groß. Das untere Teleskoprohr
14 setzt kurz oberhalb der Abweisrollen 7 über Tragzapfen am den Spreizhörnern 6 an.
Das obere Teleskoprohr 15 erstreckt sich etwa auf mittlerer Höhe des formgebenden
Kerns des Flachbreithalters 4, ebenfalls über Tragzapfen gehalten. Auch bezüglich
der Teleskoprohre 14,15 ist selbstredend eine Restüberlappung bei maximaler Breiteneinstellung
der Sengvorrichtung V berücksichtigt.
[0025] Wie der Zeichnung, Figur 5, entnehmbar, sind die gerade bzw. gestreckt ausgerichteten
Langbrennerelemente I hinsichtlich ihrer Länge an die maximale Verstellweite der Sengvorrichtung
V angepaßt. In der in Figur 5 wiedergegebenen Zwischenstellung ragt der rechtsseitige
Endbereich der Langbrennerelemente I freikragend vor. Die maximale Verstellbarkeit
ist in strichpunktierter Linienart wiedergegeben und verdeutlicht, daß der die entsprechende
Verbreiterung der Flachseiten a bringende Teil der Sengvorrichtung V hier nur einseitig
aus- bzw. wieder einfährt. Der linksseitige Teil der Sengvorrichtung bleibt stehen.
Er kann aber stattdessen der ausfahrende Teil sein. Auch ein beidseitiges Aus- und
Einfahren ist denkbar. Die dazu notwendigen technischen/funktionalen Mittel sind entsprechend
spiegelsymmetrisch vorgesehen.
[0026] Um den schlauchfreien Überstandsbereich der Langbrennerelemente I flammbildungsfrei
zu halten, weist der verbreiternd ausfahrende, rechtsseitige Teil der Sengvorrichtung
V einen Brennerschlitz-Schieber auf. Der ist rechtsseitig kopfseitig eingeführt und
wird bewegungabhängig gesteuert. Der brennerschlitzsperrende Schieber liegt zweckmäßig
in der Kippachse y-y der Langbrennerelemente I, also kippbezüglich bewegungsneutral
(nicht dargestellt).
[0027] Die Breiteneinstellung der Sengvorrichtung V geschieht über einen Spindeltrieb 16.
Über dessen Schraubspindel 17 wird mindestens ein Rundbrennerelement II, hier das
rechtsseitige, auf der Spindel 17 mit verfahren. Die Verschiebung ist aus dem Spindeltrieb
16 im Sinne eines Linearantriebs abgeleitet.
[0028] Das verfahrbare Rundbrennerelement II ist auf einem Schlitten 18 angeordnet. Letzere
läuft auf einer Schiene 19. Die Schiene 19 befindet sich auf der Oberseite eines horizontalen
Balkens 20, der endseitig mit Vertikalwänden des Maschinengehäuses verbunden ist.
Die Schienenführung geschieht über vertikal achsengelagerte Kerbrollen 21 an den beiden
Schmalseiten der horizontalen Schiene 19. Die Mitschleppwirkung ergibt sich über eine
mit der Spindel 11 zusammenwirkende Verstelleinrichtung 22 die über einen Mitnehmer
23 nebst einer Zugstange 23' den Schlitten 18 bewegt.
[0029] Der Schlitten 18 nimmt auf einem Deck 24 einen Lagerzapfen 25 für einen Schwenkarm
26 als Tragarm des verschwenkbaren Rundbrennerelements II auf. Der Lagerzapfen 25
bildet die körperliche vertikale Achse der geometrischen Achse z. Der Schwenkarm 26
ist doppelarmig. Er geht in einen Betätigungsarm 27 über. Die Arme stehen rechtwinklig
zueinander. Der Betätigungsarm 27 ist auf das Lagerauge des Schwenkarmes 26 ausgerichtet
und greift endseitig gelenkig an einen Arbeitszylinder 28 an, welcher selbst ebenfalls
auf dem Deck 24 gelagert ist. Die dortige endseitige Lagerung des Arbeitszylinders
28 ist mit 29 bezeichnet. Durch Ausfahren des Kolbenschaftes des Arbeitszylinders
28 schwenkt das Rundbrennerelement II in die in Figur 3 in strichpunktierter Linienart
dargestellte Abstandsstellung zur korrespondierenden Übergangsseite b. Umgekehrte
Steuerung führt zur Annäherung des konzentrisch sich um die Flammstelle legenden Sengschlitzes
2. Dies geschieht in Feinsteinstellung unter Nutzung der Parameter über die Brennstoffmenge,
des Gemischs und des Brennerschlitzprofils.
[0030] Der linke, hier stationäre Teil der Sengvorrichtung V ist in Bezug auf die Schlittenführung
etc. wie erwähnt gleich ausgestattet, jedoch neutralisiert. Ist auch eine in linksseitiger
Richtung gehende Ausfahrbewegung, die synchron mit der beschriebenen Gegenbewegung
stattfände, angestrebt, so braucht hier lediglich der entsprechende Spindeltrieb angepaßt
zu werden, d.h. das passende Gewinde aufzuweisen.
[0031] Oberhalb der Sengvorrichtung V wird eine Absaugung vorgenommen, so daß Brennstäube
von der Ware getrennt sind. Es schließt eine Umlenkwalze an, die das behandelte Gut
einer Aufwickelvorrichtung zuführt.
[0032] Die in den Figuren 7 bis 9 dargestellte Sengvorrichtung V gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel
zeigt einen baulich abgewandelten Flachbreithalter 4. Soweit hier technisch übereinstimmende
Mittel vorliegen, sind die Bezugsziffern sinngemäß übertragen, zum Teil ohne textliche
Wiederholungen.
[0033] Beim nachstehend eingehender beschriebenen Flachbreithalter 4 sind die Flachseiten
nicht mehr von U-Teilen 4',4'' gebildet, sondern aus einem verlängerbaren Bandelement
B. Das erlaubt eine stufenlose Breitverstellung über den gesamten durch die Länge
der Langbrennerelemente I bestimmten Arbeitsbereich der Sengvorrichtung V.
[0034] Die auch im übertragenen Sinne stufenlose Verlängerung des Flachbreithalters 4 wird
über eine Abstandsveränderung zweier das Bandelement B tragender Hohlsäulen 30 bewirkt,
wobei sich das Bandelement bei entsprechender Ausrüstung dehnt; bevorzugt ist jedoch
zur Bildung der Verlängerung ein vom Bandelement B selbst bereitgehaltener, abwickelbarer
Vorrat. Das als Stützband fungierende Bandelement B ist aus flexiblem Material und
von so her generell wickelfähig. Weitere Parameter bzw. Eigenschaften desselben sind:
hochflexibel, unelastisch oder wenig elastisch in Spannrichtung, ebene, glatte und
schmutzabweisende Oberfläche auf der Seite, die mit der Schlauchware 1 in Abstützungberührung
kommt. Ferner ist darauf geachtet, daß das Material des Bandelements B dauertemperaturbeständig
ist bis ca. 200 °C, kurzzeittemperaturbeständig bis ca. 350°C, ferner beständig gegen
alle im Textilbereich auftretenden Chemikalien, mit denen das Bandelement B beim Sengbetrieb
in Berührung kommen könnte. Schließlich ist auf einen geringen Wärmeausdehnungskoeffizienten
geachtet. Bevorzugt kommt ein armiertes Gummiband als Bandelement B zum Einsatz.
[0035] Bezüglich der Hohlsäulen 30 handelt es sich um zylindrische Rohrabschnitte mit vertikaler
Länge, die sie bis in den Zeichnungen untenliegenden Antriebsbereich führt. Das Bandelement
B erstreckt sich in horizontaler Ausrichtung dagegen im anderen, oberen Endbereich
der Hohlsäulen 30. Bandelement B und die beiden Hohlsäulen verleihen dem Flachbreithalter
4 so eine portalartige Gestalt.
[0036] Das Bandelement B weist eine gegenüber den zum ersten Ausführungsbeispiel beschriebenen
U-Teilen 4',4'' deutlich reduzierte Höhe - bezogen auf ein Band eine reduzierte Breite
- auf. Der Sengschlitz 2 des Sengbrenners 3, genauer der beiden Langbrennerelemente
I liegt räumlich in der genannten Breite des Bandelements B, und zwar näher der unteren
Schmalseite 31 des Bandelements B.
[0037] Die Rundbrennerelemente II liegen auch hier höhenversetzt zu den Langbrennerelementen
I. Bezogen auf die durch Pfeil x bezeichnete Warenlaufrichtung befinden sich die Rundbrennerelemente
II unterhalb des Bandelements B, und zwar etwa auf halber Höhe zwischen der vom Bandelement
B eingenommenen oberen Etage und der unteren, den Antrieb bildenden Etage der Sengvorrichtung
V.
[0038] Die parallel verlaufenden Flachseiten a der Warenführung W des Flachbreithalters
4 sind von zwei Bandelementen B gebildet. Es liegt baulich sowie funktionsmäßig eine
praktisch identische Ausgestaltung der Mittel vor (vergleiche Figur 8). Die entsprechend
doppelt vorgesehenen Eingerichtteile sind nachstehend anhand einer der identischen
Einrichtungen erläutert. So ist der Wickelvorrat 32 auf einer Wickelrolle 33 gehalten,
welche auf einer vertikal ausgerichteten Tragachse 34 im zugleich ein Einrichtungsgehäuse
bildenden Inneren 35 der Hohlsäule 30 sitzt. Die Ausgabe und der Wiedereinzug des
Wickelvorrats geht über die Übergangsseiten b des Flachbreithalters 4, genauer der
Hohlsäulen 30, die hier an ihren voneinander abgewandten semisphärischen Mantelwandabschnitten
dieser Übergangsseiten b schaffen. Das wickelferne, eine Ende des die eine Flachseite
a bildenden Bandelements B ist als Festende 36 an der jeweils anderen Hohlsäule 30
angebunden. Es kann sich hier, wie schematisch dargestellt, um eine Klemme 37 handeln,
welche das jederzeitige bandmäßige Auswechseln, Neuausrüsten des Flachbreithalters
4 erlaubt.
[0039] Die Wickelrolle 33 ist ein Spulenkörper, bestehend aus einem Wikelkern mit Endscheiben,
die das Bandelement B stützen bzw. führen.
[0040] Wie Figur 8 entnehmbar, ist das gefaßte Festende 36 ein scharfkantig radial einwärts
gerichtet abgewinkelt verlaufender Endabschnitt des Bandelements B.
[0041] Der Zugang zu dieser Befestigungsstelle einerseits und der Austrittsstelle des Bandelements
B andererseits ergibt sich über eine dort vorgesehene Fensteröffnung 38 im Umfang
der Hohlsäule 30. Die Fensteröffnung 38 liegt in einer "Schattenzone", d.h. abgelegen
vom Wirkungsbereich der Langbrennerelemente I und durch den erläuterten Höhenversatz
auch außerhalb des Wirkungsbereichs der Rundbrennerlemente II auf den Übergangsbereich
b.
[0042] Andererseits ist die Fensteröffnung 38 auch bis auf eine minimale Durchtrittsstelle
verschließbar, so daß das rückenseitige Übergleiten der Schlauchware 1 dort praktisch
stufenlos gegeben ist.
[0043] Damit der übergang des Wickelvorrats 32 leichtgängig und auch ohne Bildung von Knittermarken
als die Flachseiten verlängernder Part aus- auch wieder eingebracht werden kann, ist
der besagten Fensteröffnung 38 fensterkantennah eine Umlenkrolle 39 zugeordnet. Auch
diese ist im Inneren 35 der im Querschnitt kreisrunden Hohlsäulen 30 untergebracht.
[0044] Die Umlenkrolle 39 sitzt auf einer gleichfalls vertikal ausgerichteten Tragachse
40. Unter Berücksichtigung der erwähnten Querschnittsgeometrie der Hohlsäulen 30 sind
die beiden Tragachse 34 und 40 außerdem aus dem Zentrum 41 der Hohlsäulen 30 angemessen
peripher verlegt, so daß einerseits keine gegenseitige Behinderung vorliegt, andererseits
aber der vorgegebene zylindrische Innenraum, das Innere 35 also, raummäßig bestens
genutzt ist. Die beiden Tragachsen 40 liegen auf einer Diametralen.
[0045] Die das Bandelement B aus der dargestellten tangentialen Anlage zur Hohlsäule 30
auf einem möglichst kleinen Bogen-Umfangsabschnitt in die Breithaltersäule 30 einzuführen,
genügt für den Ein- bzw. Ablauf etwa ein Viertel der dortigen Bandelement-Umschlingung.
Der Ein- bzw. Ablauf ist um diesen Winkelbetrag zurückversetzt von der Hohlsäule 30
angeordnet.
[0046] Im Bereich der Bandführung weisen die Hohlsäulen 30 eine um die Bandstärke zurückversetzt
liegende Führungsfläche 42 auf (vergleiche Figur 9). Eine solche Bandführung kann
einfach durch der Breite des Bandelements angepaßten, einwärts gerichteten Wandungsversatz
der Hohlsäule 30 erzeugt werden. Eine solche Depression führt zu parallelverlaufenden
Kreisbogen-Flanken 43. Die liegen parallel zur Ebene E-E und erstrecken sich so senkrecht
zur vertikalen Ausrichtung der Hohlsäulen 30. Demgemäß stützt sich die untere Schmalseite
31 des Bandelement B an der unteren Flanke 43 ab und eine obere, parallel zur Schmalseite
31 verlaufende Schmalseite 31' an der korrespondierenden oberen Flanke 43'. Die breitnutartige
Führungsfläche 42 braucht nur im Bandberührungsbereich vorgesehen zu sein.
[0047] Um das Bandelement B, d.h. die den Freiraum oder Abstand 44 zwischen den Hohlsäulen
30 frei überbrückenden Flachseiten a einerseits in jeder Auszugslänge straff zu halten
und andererseits ein automatisches Aufwickeln bei Verkürzung dieses Abstandes 44 sicherzustellen,
stehen die Wickelrollen 33 unter Rückhol-Federspannung. Hierzu dient eine vorgespannte
Drehfeder 45. Die sitzt unterhalb der Winkelrolle 33. Die Drehfeder 45 wirkt rotierend
auf einen Achsfortsatz 46 der Tragachse 34 der Wickelrolle 33. Der Achsfortsatz 46
reicht dementsprechend bis unterhalb einer als Querwand realisierten Tragkonsole 47
im Inneren 35 der Hohlsäule 30. Die Drehfeder 45 ist so vorgespannt, daß sie auch
bei Fahren engerer Schlauchware 1 noch die erstrebte Rückholwirkung/Spannwirkung auf
das Bandelement B ausübt.
[0048] Beide Enden der Hohlsäulen 30 gehen in zu ihren freien Enden hin sich verjüngende
Kegelstumpfabschnitte 30' bzw. 30'' über. Der untere ist mit 30'' bezeichnet.
[0049] Was die im unteren Bereich liegenden Stützrollen 8 und 9 betrifft, so sind sie gemäß
zweitem Ausführungsbeispiel nicht mehr an vom Flachbreithalter 4 nach unten ausgehenden
Spreizhörnern 6 getragen, sondern gleichfalls partiell im Inneren 35 der Hohlsäulen
30 untergebracht. Sie ragen mit ihren stützaktiven Abschnitten durch Luken 48 der
Hohlsäulen 30 frei vor. Den besagten Stützrollen 8,9 liegt die Transportrolle 10 der
oben eingehender beschriebenen Antriebs/Verstelleinrichtung 22 gegenüber. Vor dem
unteren Kegelstumpfabschnitt 30'' befindet sich noch ein unterer Gegenhalter 49. Der
liegt kurz unterhalb der Spindel 17 die für die Breitenverstellung verantwortlich
ist.
[0050] Das obere, durch den dortigen Kegelstumpfabschnitt 30' abschließende Ende der beiden
Hohlsäulen 30 wird von oberen Gegenhaltern 50 noch überragt. Die sind dem Bandelement
B bzw. den Bandelementen B in Warenlaufrichtung x nachgeschaltet. Befestigt sind diese
oberen Gegenhalter 50 an den einander zugewandten Seiten der Hohlsäulen 30. Es handelt
sich demgemäß um die einander zugewandten semisphärischen Mantelwandabschnitte der
Hohlsäulen 30. Von diesen gehen über Schellen 51 gesichert, Träger 52 ver- und feststellbar
aus. Die Schellen 51 liegen unterhalb des Bandelements B. Die fahnenstangenartigen
Träger greifen durch den Abstand 44 bzw. auch durch den vom Durchmesser der Hohlsäulen
30 bestimmten Querabstand 53 des Bandelements B hindurch.
[0051] Die Funktion dieser Sengvorrichtung V bzw. ihres Flachbreithalters 4 ist, kurz zusammengefaßt,
wie folgt: Zur Veränderung der Abstützfläche des Flachbreithalters 4 in Anpassung
an unterschiedlich große Schlauchwaren 1, wird bspw. zwecks Vergrößerung der Abstützfläche
eine der beiden Hohlsäulen 30 in Vergrößerung des Abstandes 44 zwischen ihnen verfahren.
Es genügt, wenn beispielsweise die rechte Hohlsäule 30 in diesem Sinne ortsveränderlich
ist. Aufgrund dessen, daß das wickelferne Festende 36 durch die jeweils andere Hohlsäule
30 gehalten ist, wickelt sich, entgegen der Rückholkraft der Drehfeder 45 der Wickelvorrat
32 stufenlos ab. Mit Erreichen der gewünschten Spreizkontur der Schlauchware 1 wird
gestoppt. Es kann betriebsgemäß gefahren werden. Im Falle einer erwünschten Verkleinerung
der Abstützfläche, d.h. vor allem Reduktion der Länge der Flachseiten a, braucht die
bewegliche Hohlsäule 30 einfach unter Verkleinerung des Abstandes 44 verfahren zu
werden. Dabei rollt sich automatisch der Wickelvorrat 32 unter Aufrechterhaltung einer
Spannwirkung auf das bzw. die Bandelemente B wieder stufenlos auf.
[0052] Beflammungstechnisch ergibt sich der Vorteil, daß ein ungestörtes, ebenenversprungfreies
Widerlager vorliegt, sei es durch die Außenseite des Bandelements B bis zur jeweiligen
parallel zum Querabstand 53 liegenden Diametralen der Hohlsäulen-Querschnitte und
davor ebenso ungestört über den von der semisphärischen Mantelfläche der Hohlsäule
30 gebildeten Übergangsseite b. Es ist ein homogenes, streifenfreies Warenbild erreicht.
[0053] Als Bandmaterial kommt bevorzugt gegen Dehnen gesperrtes Gummiband zum Einsatz in
einer Dicke von ca. 2 mm; auch kunststoffbeschichtete Gewebebänder sind denkbar, schon
wegen der guten Gleiteigenschaft. Solche Materialien haben gegenüber den klassischen
Metallbändern, die selbstredend auch verwendet werden können, vor allem aufgrund der
latent wirkenden Zugspannung auf sie, den Vorteil einer geringeren Wärmeausdehnung.
Auch kommt es zufolge dieser Zugspannung weniger zu Verwerfungen.
[0054] Alle offenbarten Merkmale sind erfindungswesentlich. In die Offenbarung der Anmeldung
wird hiermit auch der Offenbarungsinhalt der zugehörigen/beigefügten Prioritätsunterlagen
(Abschrift der Voranmeldung) vollinhaltlich mit einbezogen, auch zu dem Zweck, Merkmale
dieser Unterlagen in Ansprüche vorliegender Anmeldung mit aufzunehmen.
1. Sengvorrichtung (V) zur Flammbehandlung von Schlauchware (1), beispielsweise textiler
Wirkschlauchware, mit einem Sengbrenner (3) und einer Warenführung (W), dadurch gekennzeichnet,
daß die Warenführung (W) so ausgebildet ist, daß sich im wesentlichen parallel zueinander
verlaufende Flachseiten (a) und gerundete Übergangsseiten (b) der Schlauchware (1)
ergeben und daß der Sengbrenner (3) die Schlauchware (1) sowohl in den Flachseiten
(a) als auch in den Übergangsseiten (b) flammbeaufschlagt.
2. Sengvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Sengbrenner (3) der
Sengvorrichtung (V) mehrteilig aufgebaut ist und zum einen, im wesentlichen gerade
gestaltet, den Seitenflächen (a) zugeordnete Langbrennerelemente (I) und zum anderen
im wesentlichen kreisbogenförmig gestaltete, den Übergangsseiten (b) zugewandte Rundbrennerelemente
(II) aufweist.
3. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Langbrennerelemente (I) und die Rundbrennerelemente
(II) in Warenlaufrichtung (x) überlappend angeordnet sind.
4. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Sengvorrichtung (V) zur Anpassung an unterschiedliche
Schlauchwarengrößen hinsichtlich der Breite der Flachseiten (a) verstellbar ist.
5. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Sengvorrichtung (V) zur Verstellung teleskopierbar
ist.
6. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Sengvorrichtung (V) in Richtung ihrer größtmöglichen
Verstellung feder-vorgespannt ist.
7. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorspannung der Sengvorrichtung (V) durch
Transportrollen (10) aufgenommen ist.
8. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Sengvorrichtung (V) über einen Spindeltrieb
(16) verstellbar ist.
9. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Rundbrennerelemente (II) aus ihrer Sengstellung
in eine Abstandsstellung schwenkbar sind.
10. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Rundbrennerelement (II) auf der
Spindel (17) des Spindeltriebs (16) verfahrbar ist.
11. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß das Rundbrennerelement (II) abgeleitet aus dem
Spindeltrieb (16) verschiebbar ist.
12. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß der Rundbrenner (II) auf einem Schlitten (18)
angeordnet ist, welcher parallel zum Spindeltrieb (16) verfahrbar ist.
13. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Langbrennerelemente (I) hinsichtlich ihrer
Länge an die maximale Verstellweite der Sengvorrichtung (V) angepaßt sind.
14. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß der verbreiternd ausfahrende Teil der Sengvorrichtung
(V) einen Brennerschlitz-Schieber der Langbrennerelemente (I) steuert.
15. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Flachseiten (a) aus verlängerbarem Bandelementen
(B) gebildet sind.
16. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß ein Bandelement (B) zur Verlängerung abwickelbar
ist.
17. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß ein Wickelvorrat (32) in einer der Übergangsseiten
(b) untergebracht ist.
18. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Übergangsseite (b) durch eine Hohlsäule (30)
gebildet ist.
19. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß der Wickelvorrat (32) im Inneren (35) der Hohlsäule
(30) aufgenommen ist.
20. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß ein Ende des die Flachseite (a) bildenden Bandelements
(B) als Festende (36) an einer Hohlsäule (30) angebunden ist.
21. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß beide Hohlsäulen (30) sowohl ein Festende (36)
als auch einen Wickelvorrat (32) aufnehmen.
22. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß der Wickelvorrat (32) auf einer Wickelrolle (33)
aufgenommen ist und durch eine Fensteröffnung (38) in den Umfang der Hohlsäule (30)
einläuft.
23. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Wickelrollen (33) unter Rückhol-Federvorspannung
stehen.
24. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß der Fensteröffnung (38) innenseitig eine Umlenkrolle
(39) vorgeordnet ist.
25. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß der Einlauf um etwa eine viertel Umschlingung
zurückversetzt zu einem Ablauf des Bandelements (B) vor der Hohlsäule (30) angeordnet
ist.
26. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Hohlsäule (30) im Bereich der Bandführung
eine um die Bandstärke zurückversetzte Führungsfläche (42) für das Bandelement (B)
aufweist.
27. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß das Bandelement (B) ein Gummiband ist.
28. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Langbrennerelemente (I) im Bereich des Bandelements
(B) angeordnet sind.
29. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Rundbrennerelemente (II) höhenversetzt zu
den Langbrennerelementen (I) und, bezogen auf die Warenlaufrichtung (x), unterhalb
des Bandelementes (B) angeordnet sind.
30. Sengvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, gekennzeichnet durch dem Bandelement (B) in Warenlaufrichtung (x) nachgeschaltete
Gegenhalter (50) für die Schlauchware (1), welche Gegenhalter (50), von den einander
zugewandten Seiten der Hohlsäulen (30) ausgehend, diese überragen.