[0001] Die Erfindung betrifft ein Doppelzylinderschloß, dessen zwei Schließzylinder über
eine axial durch die eingeführten Schlüssel verschiebbare Kupplung mit dem Schließbart
in Eingriff bringbar sind, sowie mit einem in dem einen Schließzylinder angeordneten
Sperrmagneten, der über eine elektronische Codierung im Schlüssel sowie eine im Schließzylinder
angeordnete Antenne betätigbar ist, wobei die Schlüssel außerdem eine mechanische
Codierung aufweisen, die mit Zuhaltungen im Schließzylinder zusammenwirkt.
[0002] Ein derartiges Doppelzylinderschloß ist aus der DE 39 41 068 C2 und aus der Praxis
bekannt. Hierbei kann ein Schließvorgang im allgemeinen nur dann eingeleitet werden,
wenn sowohl die mechanische wie auch die elektronische Codierung des eingeführten
Schlüssels richtig sind.
[0003] Bei einem Ausfall der elektrischen Stromversorgung für den Sperrmagneten können sich
Probleme ergeben, weil die Tür von der Innenseite her nicht ohne weiteres zu öffnen
ist, d.h., die richtige mechanische Codierung reicht zum Öffnen nicht aus. Andererseits
wird bei diesen bekannten Schließzylindern die mechanische Codierung auch beim äußeren
Schließzylinder abgefragt. Hier sind Manipulationsversuche zur Überwindung der Zuhaltungen
nicht auszuschließen.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, den Doppelschließzylinder der eingangs
genannten Art so auszubilden, daß von außen nur mit Hilfe der elektronischen Codierung
ein Schließvorgang eingeleitet werden kann, während von innen das Schloß sowohl mit
einem eine elekronische Codierung aufweisenden Schlüssel als auch mit einen mechanisch
codierten Schlüssel geöffnet werden kann.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß mit den Merkmalen im Anspruch 1.
[0006] Vorzugsweise Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0007] Der Kerngedanke der erfindungsgemäßen Lösung liegt darin, daß eine Möglichkeit geschaffen
wurde, die Sperrwirkung des Elektromagneten zu überbrücken, wenn der Schließvorgang
von der Innenseite der Tür ausgeführt wird.
[0008] Die Erfindung soll nachfolgend an Hand der Zeichnungen erläutert werden.
[0009] Dabei zeigen die Figuren 1 und 2 Teilschnitte durch das erfindungsgemäße Doppelzylinderschloß
bei einem Schließvorgang von innen (Fig. 1) bzw. von Außen (Fig. 2).
[0010] In der Figur 1 ist der Schlüssel 18 in den inneren Schließzylinder 11 eingeführt
und hierdurch ist die Kupplung 7 zusammen mit der Hülse 4 nach links verschoben worden.
Durch diese Verschiebung ist der Stift 2 aus der Nut 17 herausgedrückt und radial
nach oben gehoben worden.
[0011] Dieser Stift wirkt mit einem Sperrelement 3 - in diesem Fall einer Kugel - zusammen.
Diese Kugel ist in der Hülse 4, in einer Bohrung 14, gelagert.
[0012] Durch die radiale Verschiebung kann sie in eine ringförmige Ausnehmung 15 im Schließzylinder
11 eintreten. Diese radiale Bewegung des Stiftes 2 bewirkt eine Trennung des Kraftschlusses
zwischen Hülse 4 und Kupplung 7 d.h. die Kupplung kann relativ zur Hülse verdreht
werden. Da die Hülse 4 andererseits mit dem Anker 16 des Elektromagneten 6 in Eingriff
steht, wird diese fixiert. Am inneren Schließzylinder 11 ist keine Antenne zum Lesen
der elektronischen Codierung vorgesehen. Somit bleibt die Sperrung aufrechterhalten.
Dennoch kann - wie vorher erwähnt-die Kupplung relativ zur Hülse verdreht, also der
Schließvorgang ausgeführt werden.
[0013] In der Figur 2 ist dagegen der Schlüssel von der Außenseite eingeführt. Auch hierbei
wird die Kupplung 7 durch den eingeführten Schlüssel verschoben und zwar in diesem
Fall nach rechts.
[0014] Beim oder nach dem Einführen des Schlüssels wird die elektronische Codierung durch
die Antenne 10 ,,gelesen". Ist die Codierung richtig, so wird der Elektromagnet 6
aktiviert und der Anker 16 gibt die Hülse 4 frei. Wie vorher erwähnt ist die Hülse
4 über den Stift 2 mit der Kupplung 7 gekoppelt, so daß - bei freigegebener Hülse
- die Kupplung und damit der Schließbart 12 gedreht werden kann. Der Schließvorgang
wird ausgeführt, wobei allein die Überprüfung der elektronischen Codierung erfolgte.
1. Doppelzylinderschloß, dessen zwei Schließzylinder (8, 11) über eine axial durch die
eingeführten Schlüssel verschiebbare Kupplung (1, 7) mit dem Schließbart (12) in Eingriff
bringbar sind, sowie mit einem in dem einen Schließzylinder (11) angeordneten Sperrmagneten,
der über eine elektronische Codierung im Schlüssel sowie eine im Schließzylinder (8)
angeordnete Antenne (10) betätigbar ist, wobei die Schlüssel außerdem eine mechanische
Codierung aufweisen, die mit Zuhaltungen (13) in beiden Schließzylinder zusammenwirkt,
dadurch gekennzeichnet,
- daß lediglich im äußeren Schließzylinder (8) die auf die elektronische Codierung
ansprechende Antenne (10) angeordnet ist,
- daß der Sperrmagnet (6) im inneren Schließzylinder (11) angeordnet ist, dessen Anker
(16) mit einer den Schließbartring (1) teilweise umgebenden Hülse (4) derart zusammenwirkt,
daß in der Sperrposition des Ankers (16) die Kupplung (7) nicht axial verschiebbar
ist,
- daß andererseits durch die durch die in den inneren Schließzylinder eingeführten
- mechanisch richtig codierten - Schlüssel bewirkte axiale Verschiebung der Kupplung(7)
und der Hülse (4) ein radial verschiebbarer, einen Kraftschluß zwischen Kupplung und
Hülse herstellender, Stift (2) mit einem Sperrelement (3) in Eingriff bringbar ist,
daß in einer Bohrung (14) der Hülse (4) gelagert ist, wobei dieses Sperrelement (3)
durch den Stift (2) radial verschiebbar und in Eingriff mit einer ringförmigen Ausnehmung
(15) im inneren Schließzylinder (11) bringbar ist, so daß in dieser Stellung die Kupplung
gegenüber der durch den Anker (16) des E-Magneten (6) gesperrten Hülse (4) verdrehbar
ist.
2. Doppelzylinderschloß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß am Außenumfang der
Kupplung (7) eine Ausnehmung (17) vorgesehen ist, in die der Stift (2) eintritt, wenn
das Sperrelement (3) sich innerhalb des Außenumfanges der Hülse (4) befindet.
3. Doppelzylinderschloß nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das Sperrelement (3) eine Kugel ist.