[0001] Die Erfindung betrifft eine Steuerung der Zündung eines Verdampfungsbrenners eines
insbesondere zur Innenraumbeheizung eines Kraftfahrzeuges dienenden Heizgerätes mit
regel- bzw. steuerbarem Gebläse für Verbrennungsluft und Glühkerze zum Vorheizen des
Verdampfers, welcher während des Vorheizens zur Entfernung eventueller Brennstoffrückstände
bzw. -dämpfe durch das Gebläse belüftet wird.
[0002] Bei derzeit üblichen Verdampfungsbrennern wird in der Zündphase zunächst das Gebläse
auf hohe Leistung gesteuert. Gleichzeitig heizt die Glühkerze den Verdampfer auf.
Nach einer längeren Aufheizphase wird dann bei weiterhin mit hoher Leistung laufendem
Gebläse Kraftstoff in den Verdampfer eingebracht und dort aufgrund der inzwischen
erreichten hohen Temperatur des Verdampfers entzündet. Danach kann die Glühkerze ausgeschaltet
werden, da nunmehr die entzündeten Flammen kontinuierlich weiterbrennen, solange hinreichend
Brennstoff und Luft zugeführt werden.
[0003] Aus der DE 40 30 384 C2 ist es bekannt, während der Zündphase des Verdampfungsbrenners
die Glühkerze zunächst in einer ersten Phase mit hoher Leistung und danach in einer
zweiten und dritten Phase mit zunehmend verminderter Leistung zu betreiben. In der
ersten Phase wird kurzzeitig Brennstoff in den Verdampfer eingebracht. Danach wird
die Brennstoffzufuhr zunächst unterbrochen und erst in der dritten Phase wieder eingeschaltet.
In der ersten Phase wird während der Brennstoffeinbringung oder -förderung kurzzeitig
ein starker Luftstrom durch den Verdampfer geleitet. Während der zweiten Phase dann
kurze Luftstöße mit schwächerer Leistung, und in der dritten Phase wird dann die Luftzufuhr
für Dauerbetrieb eingeschaltet und kontinuierlich erhöht.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es nun, eine neue Steuerung für die Zündung eines Verdampfungsbrenners
eines Heizgerätes zu schaffen, wobei insbesondere ein geringer Energieverbrauch beim
Betrieb der Glühkerze erzielt werden soll.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Gebläse während der Vorheizphase
bei eingeschalteter Glühkerze und noch stillstehender Brennstoffpumpe zunächst nur
mit minimaler Leistung anläuft, daß dann die Brennstoffpumpe bei minimaler bzw. sehr
geringer Gebläseleistung mit geringer Förderleistung zu laufen beginnt, und daß nach
Zündung einer Flamme die Gebläseleistung unter verzögert nachfolgender Erhöhung der
Förderleistung der Pumpe - vorzugsweise mehrfach - erhöht wird.
[0006] Dabei ist in besonders bevorzugter Weise vorgesehen, die Glühkerze mit hoher Leistung
arbeiten zu lassen bzw. eine Glühkerze mit hoher elektrischer Leistung zu verwenden.
[0007] Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, während der Vorheizphase die Luftzufuhr
zum Verdampfungsbrenner soweit als möglich einzuschränken bzw. ganz zu unterlassen,
um eine in dieser Phase unerwünschte Kühlung der Glühkerze zu vermeiden. Das gleichwohl,
wenn auch mit minimaler Leistung, laufende Gebläse soll im Bedarfsfall nur noch sicherstellen,
daß der Verdampfungsbrenner von Brennstoffrückständen und -dämpfen befreit wird, die
unter ungünstigen Betriebsbedingungen - etwa wenn das Heizgerät in an sich unsachgemäßer
Weise mehrfach kurz hintereinander an- und ausgestellt wurde - eventuell auftreten
könnten. Durch die Entfernung dieser Rückstände und Dämpfe wird eine unkontrollierte
Zündung vermieden. Gleichzeitig nutzt die Erfindung die an sich überraschende Erkenntnis,
daß ein minimaler Betrieb des Gebläses zum Freiblasen des Verdampfungsbrenners ausreicht.
[0008] Da bei der Erfindung die Glühkerze in der Vorheizphase in ihrer Heizwirkung weder
durch einen übermäßig kühlenden Luftstrom noch durch ebenfalls kühlend wirkende Brennstoffreste
oder -dämpfe nennenswert beeinträchtigt wird, kann die Glühkerze und die Zündzone
des Verdampfungsbrenners schnell aufgeheizt werden. Wenn dabei die Glühkerze mit hoher
Leistung arbeitet, erfolgt die Wärmezufuhr durch die Glühkerze deutlich schneller
als der Wärmetransport innerhalb des Verdampfungsbrenners, mit der Folge, daß in der
Umgebung der Glühkerze sehr schnell zur Zündung von Brennstoff ausreichende Temperaturen
erreicht werden, während der Verdampfungsbrenner im übrigen noch kühler bleibt. Damit
läßt sich die erwünschte Wirkung erreichen, daß bei der nachfolgenden Zufuhr einer
geringen Brennstoffmenge bei zunächst noch minimaler Gebläseleistung in der Umgebung
der Glühkerze eine kleinere Flamme gezündet wird, die dann ihrerseits den Verdampfungsbrenner
zunehmend erhitzt, ohne daß dazu noch ein weiterer Betrieb der Glühkerze notwendig
wäre.
[0009] Auf diese Weise läßt sich der während der Zündphase notwendige gesamte Energieverbrauch
der Glühkerze deutlich vermindern. Es muß lediglich gewährleistet werden, daß für
die Glühkerze eine Energieversorgung vorhanden ist, die kurzzeitig eine hohe Leistungszufuhr
ermöglicht.
[0010] Derartiges ist mit heutigen Batterien ohne weiteres möglich.
[0011] In zweckmäßiger Ausgestaltung der Erfindung ist für die Vorheizphase je nach Umgebungstemperatur
ein kürzerer oder - bei tiefen Umgebungstemperaturen - längerer Zeitraum vorgesehen.
Auf diese Weise kann bei


gemäßigten" Wintertemperaturen erheblich elektrische Energie während des Starts eines
Heizgerätes gespart werden.
[0012] Des weiteren ist es zweckmäßig, bei der Länge der Vorheizphase auch die Art des jeweils
verwendeten Brennstoffes zu berücksichtigen. Während

normale" Dieselkraftstoffe regelmäßig Komponenten enthalten, die schon bei relativ
geringer Temperatur verdampfen, haben Ersatzbrennstoffe auf pflanzlicher Basis - typischerweise
handelt es sich dabei um Pflanzenmethylester - höhere Verdampfungstemperaturen, so
daß eine etwas längere Vorheizphase notwendig wird. Durch eine Umschaltbarkeit des
Heizgerätes auf unterschiedliche Brennstoffqualitäten läßt sich dann gewährleisten,
daß in der Vorheizphase mit dem jeweils geringst möglichen Energiebedarf gearbeitet
wird.
[0013] Soweit ein Fahrzeugmotor durch Betätigung eines Schalters auf unterschiedliche Brennstoffqualitäten
umgeschaltet wird, kann gegebenenfalls durch diesen Schalter auch das Heizgerät entsprechend
umgesteuert werden.
[0014] Nachfolgend wir die Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert.
[0015] Dabei zeigt
- Fig. 1
- ein schematisiertes Schnittbild eines Heizgerätes mit Verdampfungsbrenner und
- Fig. 2
- ein Diagramm, welches die erfindungsgemäße Steuerung bei der Zündung des Heizgerätes
wiedergibt.
[0016] Das Heizgerät der Fig. 1 besitzt in grundsätzlich bekannter Weise eine Brennkammer
1, der über eine Dosierpumpe 2 Brennstoff und über ein Gebläse 3 Verbrennungsluft
steuerbar zuführbar ist. Die Wandungen der Brennkammer 1 bzw. Wandungsbereiche derselben
sind durch ein Drahtvlies überdeckt bzw. aus derartigem Material ausgebildet, welches
zugeführten Brennstoff nach Art eines Dochtes aufnimmt, wobei dann der von diesem
Drahtvlies abdampfende Brennstoff unter Luftzuführung selbsttätig abbrennt.
[0017] Seitlich an der Brennkammer 1 ist ein radialer Sackraum 1' angeordnet, in dem eine
Glühkerze 1'' untergebracht ist, welche in weiter unten dargesteller Weise zur Zündung
des Brennstoffes dient, der vorzugsweise über den Sackraum 1' bzw. die Umgebung der
Glühkerze 1'' zur Brennkammer 1 geleitet wird.
[0018] An die Brennkammer 1 schließt ein Wärmetauscher 4 an, welcher einen von den aus der
Brennkammer 1 austretenden Verbrennungsgasen durchströmten Gasraum 5 sowie einen von
einem hydraulischen Wärmeträgermedium, in der Regel Wasser, durchsetzten Hydraulikraum
6 aufweist, der gegenüber dem Gasraum 5 durch einen Gasmantel 7 und nach außen durch
einen Wassermantel 8 abgeschlossen ist. Die Verbrennungsgase treten in den Gasraum
5 über ein ausgangsseitig an der Brennkammer 1 angeordnetes Flammrohr 9 ein und werden
am von der Brennkammer 1 abgewandten geschlossenen Ende des Gasraumes 5 umgelenkt,
so daß sie über eine Abgasleitung 10 und einen nicht dargestellten Abgasschalldämpfer
nach außen abgeleitet werden können, nachdem sie an der Wandungs des Gasmantels 7
unter Übertragung von Wärme auf das hydraulische Wärmeträgermedium entlanggeströmt
sind.
[0019] Der Hydraulikraum 6 wird vom hydraulischen Wärmeträgermedium, welches durch entsprechende
Führungsstege auf der Außenseite des Gasmantels 7 geführt wird, schraubenförmig von
einem Eingang 11 zu einem Ausgang 12 hin in einem Kreislauf durchströmt, der über
ein oder mehrere Heizkörper (nicht dargestellt) und/oder über den Kühlkreislauf eines
Kraftfahrzeugmotors führt.
[0020] Gegebenenfalls kann anstelle des hydraulischen Wärmeträgermediums auch direkt Luft
aufgeheizt werden, die zu diesem Zweck mittels eines gesonderten Gebläses über die
Außenseite des Gasmantels 7 geführt wird.
[0021] Die Fig. 2 zeigt nun die Steuerung während der Zündphase des Verdampfungsbrenners.
[0022] Im Diagramm A ist die Leistung P des Gebläses 3 in Abhängigkeit von der Zeit t aufgetragen.
[0023] Im Diagramm B wird die Förderleistung Q der Dosierpumpe 2 in Abhängigkeit von der
Zeit t wiedergegeben.
[0024] Das Diagramm C zeigt das Auftreten eines Signales S zur Flammenerkennung in Abhängigkeit
von der Zeit t.
[0025] Das Diagramm D zeigt, mit welcher elektrischen Leistung W die Glühkerze in Abhängigkeit
von der Zeit t beaufschlagt wird.
[0026] Das Heizgerät möge nun zu einem Zeitpunkt t
0 eingeschaltet werden.
[0027] Damit schaltet die Steuerung des Heizgerätes das Gebläse 3 auf eine sehr geringe
Leistung P
1, welche im wesentlichen gerade ausreichend ist, um die Brennkammer 1 von eventuellen
Brennstoffrückständen oder -dämpfen freizuhalten.
[0028] Gleichzeitig oder mit geringer Zeitverzögerung wird die Glühkerze 1'' auf eine hohe
Leistung W
h eingeschaltet.
[0029] Gemäß einer Alternative kann auch zum Zeitpunkt t
0 nur die Glühkerze 1'' eingeschaltet werden, das Gebläse 3 wird dann mit Verzögerung
zum Zeitpunkt t
01 angefahren.
[0030] Die Dosierpumpe 2 bleibt zunächst ausgeschaltet. Nunmehr wird also die Brennkammer
1 bzw. der Sackraum 1' durch die Glühkerze 1'' vorgeheizt. Zu einem Zeitpunkt t
1, der in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur derart gewählt wird, daß die Glühkerze
1'' zumindest einen kleinen Bereich des Sackraumes 1' bzw. der Brennkammer 1 auf eine
hinreichend hohe Temperatur zu bringen vermag, wird die Dosierpumpe 2 eingeschaltet
und auf eine geringe Förderleistung Q
1 gebracht. Der nunmehr über den Sackraum 1' zuströmende Brennstoff entzündet sich
nach kurzer Zeit, so daß zu einem Zeitpunkt t
2 von einem nicht dargestellten Flammenerkennungssensor ein Ausgangssignal S
1 erzeugt wird.
[0031] Aus Sicherheitsgründen bleibt danach die Glühkerze noch kurzzeitig eingeschaltet.
Nach einem Zeitpunkt t
3 bleibt dann die Glühkerze 1'' ausgeschaltet.
[0032] Etwa beginnend mit dem Zeitpunkt t
1 wird die Leistung des Gebläses 3 kontinuierlich hochgefahren, derart, daß zu einem
Zeitpunkt t
4 eine leicht erhöhte Gebläseleistung P
4 erreicht wird. Kurz danach zu einem Zeitpunkt t
5 wird dann die Dosierpumpe 2 auf eine leicht erhöhte Förderleistung Q
5 hochgesteuert, die dann zunächst unverändert bleibt, während die Leistung des Gebläses
3 erneut hochgefahren wird und zu einem Zeitpunkt t
6 eine mittlere Leistung P
6 erreicht.
[0033] Danach wird zu einem Zeitpunkt t
7 die Förderleistung der Dosierpumpe 2 erneut erhöht, uns zwar auf einen Wert Q
7. Gleichzeitig wird die Leistung des Gebläses 3 hochgefahren, bis zum Zeitpunkt t
8 die große Gebläseleistung P
8 für normalen Heizbetrieb vorliegt. Damit ist die Startphase des Heizgerätes beendet.
Nunmehr erfolgt ein grundsätzlich herkömmlicher - geregelter - Heizbetrieb.
1. Steuerung der Zündung eines Verdampfungsbrenners eines insbesondere zur Innenraumbeheizung
eines Kraftfahrzeuges dienenden Heizgerätes mit regel- bzw. steuerbarem Gebläse für
Verbrennungsluft und Glühkerze zum Vorheizen des Verdampfers, welcher während des
Vorheizens zur Entfernung eventueller Brennstoffrückstände bzw. -dämpfe durch das
Gebläse belüftet wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gebläse (3) während der Vorheizphase bei eingeschalteter Glühkerze (1'') und
noch stillstehender Brennstoffpumpe (2) bzw. ausgeschalteter Brennstoffzufuhr mit
minimaler Leistung (P1) anläuft, daß dann die Brennstoffpumpe (2) bzw. Brennstoffzufuhr bei minimaler bzw.
sehr geringer Gebläseleistung (P1) mit geringer Förderleistung (Q1) zu laufen beginnt und daß nach Zündung einer Flamme die Gebläseleistung unter verzögert
nachfolgender Erhöhung der Förderleistung der Brennstoffpumpe (2) bzw. Brennstoffzufuhr
- vorzugsweise mehrfach - erhöht wird.
2. Steuerung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Glühkerze (1'') immer mit hoher Leistung (Wh) arbeitet.
3. Steuerung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Betriebsdauer (t3 - t0) der Glühkerze (1'') in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur steuerbar ist.
4. Steuerung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Betriebsdauer (t3 - t0) der Glühkerze (1'') in Abhängigkeit von der Verdampfungstemperatur des Brennstoffes
bzw. einer Brennstoffkomponente steuerbar ist.
5. Steuerung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gebläse (3) beim Einschalten der Glühkerze (1'') anläuft.
6. Steuerung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gebläse (3) mit Verzögerung (t01 - t0) gegenüber dem Einschaltpunkt (t0) der Glühkerze (1'') anläuft.