[0001] Die Erfindung betrifft einen Wärmetauscher, insbesondere für mit großen Last- und/oder
Temperaturwechseln betriebene Anlagen, beispielsweise als Kühlluftkühler für Gasturbinen,
mit Rohren zur Trennung des wärmeabgebenden Mediums, insbesondere Luft, und des wärmeaufnehmenden
Mediums, insbesondere Wasser, wobei der Wärmeaustausch im Gegenstrom erfolgt, die
als Strömungskanäle für das wärmeaufnehmende Medium dienenden Rohre mäanderförmig
verlaufend zwischen einem Einlaß-Sammelrohr und einem Auslaß-Sammelrohr angeordnet
sind und das wärmeabgebende Medium diese mäanderförmig verlaufenden Rohre umströmt.
[0002] Die Kühlung von Gasturbinenschaufeln erfolgt üblicherweise mittels eines Luftstroms,
welcher häufig von der komprimierten Verbrennungsluft für die Gasturbinenbrennkammer
als Teilluftstrom abgezweigt wird. Die bei der Kompression auch diesem Teilluftstrom
zugeführte Wärme muß dem Luftstrom vor dem Zuleiten zu den Gasturbinenschaufeln in
einem Kühlluftkühler wieder entzogen werden. Durch häufiges Anfahren und Abfahren
sowie aufgrund der hohen Druck- und Temperaturunterschiede wird dieser Wärmetauscher
extremen Wechselbelastungen ausgesetzt, welche zum vorzeitigen Versagen des Wärmetauschers
führen können. Ein Kühlluftkühler der eingangs beschriebenen Art ist aus der EP-OS
0 203 445 bekannt. Bei diesem gattungsbildenden Wärmetauscher sind die Einlaß- und
Auslaß-Sammelrohre starr mit den Reingas-Eintritts- bzw. Reingas-Austrittsleitungen
verbunden, so daß Lastwechselspannungen nur unzureichend kompensiert werden können.
[0003] Ein weiterer Kühlluftkühler für Gasturbinen ist aus der DE-OS 41 42 375.5 bekannt.
Bei diesem bekannten Wärmetauscher dienen massive Rohrplatten zum Abteilen der luftgefüllten
Kammern von einem mit dem wärmeaufnehmenden Medium gefüllten Raum. Die abzukühlende
Luft wird durch Rohre geleitet, die die beiden, am oberen und unteren Ende des Wärmetauschers
angeordneten massiven Rohrplatten miteinander verbinden und starr in diesen fixiert
sind. Zur Kompensation der auftretenden Druck- und Temperaturspannungen ist bei diesem
bekannten Wärmetauscher eine der massiven Rohrplatten durch einseitiges Einspannen
so ausgebildet, daß sie Druck- und Temperaturspannungen in einem gewissen Maße kompensieren
kann. Darüber hinaus ist der äußere Mantel des Wärmetauschers mit Balgkompensatoren
zur Dämpfung auftretender Längenänderungen ausgestattet. Zwar erlaubt dieser bekannte
Wärmetauscher eine gewisse Kompensation der bei den häufigen und schnellen Lastwechseln
auftretenden Druck- und Temperaturschwankungen, jedoch verhindert die starre Einspannung
der Wärmetauscherrohre zwischen den beiden massiven Rohrplatten eine effektive Dämpfung
dieser Belastungen. Darüber hinaus ist die Verwendung der massiven Rohrplatten aufgrund
deren hohen Gewichts und deren Unflexibilität gegenüber Temperaturspannungen nachteilig.
[0004] Davon ausgehend liegt der Erfindung die
Aufgabe zugrunde, einen Wärmetauscher der Eingangs genannten Art derart weiterzubilden, daß
er die auftretenden häufigen und schnellen Lastwechsel und damit verbundenen Druck-
und Temperaturschwankungen sicher und zuverlässig kompensiert und darüber hinaus kostengünstig
zu fertigen ist.
[0005] Als technische
Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß die Sammelrohre beidseitig
einen Außenmantel des Wärmetauschers durchdringen, wobei die Sammelrohre einlaß- und
auslaßseitig druckdicht mit dem Außenmantel verbunden sind und am gegenüberliegenden
Ende in einen druckdicht mit dem Außenmantel verbundenen Aufnahmeraum geführt sind.
[0006] Durch diese elastische Lagerung der Sammelrohre wird eine zusätzliche Kompensierung
der auftretenden Lastwechselspannungen ermöglicht, da die Sammelrohre zumindest einseitig
nicht fest in dem Außenmantel des Wärmetauschers eingespannt sind. Statt dessen können
sich die Sammelrohre in den Aufnahmeraum hinein ausdehnen. Eine solche Dehnung in
Querrichtung des Wärmetauschers bewirkt aufgrund der elastischen Anordnung der Wärmetauscherrohre
keine zusätzlichen Spannungen in diesen Rohren. Darüber hinaus besteht aufgrund des
Durchführens der Sammelrohre durch den Außenmantel des Wärmetauschers die Möglichkeit,
daß im Falle von Rohrundichtigkeiten ein Abstopfen bzw. Blindsetzen einzelner Wärmetauscherrohre
von außen auf einfache Weise möglich ist. Durch das Ausbilden der Strömungskanäle
für das wärmeaufnehmende Medium als mäanderförmig zwischen zwei Sammelrohren angeordnete
Wärmetauscherrohre kann auf eine besonders einfache und effektive Art und Weise eine
Kompensation der auftretenden Druck- und Temperaturschwankungen erreicht werden, da
das mäanderförmig gewundene Rohrbündel insgesamt wie eine große Feder wirkt. Die hin-
und herlaufenden Wärmetauscherrohre können so die auftretenden Lastwechsel ohne die
Gefahr unzulässig hoher Spannungszustände aufnehmen.
[0007] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die mäanderförmig verlaufenden
Rohre von einem endseitig offenen und einlaßseitig mit dem Einlaßstutzen für das wärmeabgebende
Medium verbundenen inneren Gehäuse umgeben, das einen Strömungskanal für das wärmeabgebende
Medium bildet. Durch dieses innere Gehäuse wird der eintretende abzukühlende Strom
zwangsweise entlang der mäanderförmig verlaufenden Wärmetauscherrohre geführt, so
daß dieser abzukühlende Strom nicht an der Seite an den Wärmetauscherrohren vorbei
direkt zum Auslaßstutzen strömen kann.
[0008] Um zu ermöglichen, daß der Außenmantel des Wärmetauschers nicht in direktem Kontakt
mit dem bis zu 500°C heißen abzukühlenden Medium kommt, ist zwischen dem Außenmantel
des Wärmetauschers und dem inneren, die Rohre umschließenden Gehäuse ein umlaufender
Zwischenraum ausgebildet ist und der Auslaßstutzen für das wärmeabgebende Medium nahe
dem Auslaß-Sammelrohr angeordnet ist. Durch die Ausbildung des Zwischenraumes zwischen
Außenmantel und Gehäuse wird eine direkte Wärmeleitung zum Außenmantel des Wärmetauschers
hin verhindert. Diese Isolierung des Außenmantels gegenüber den hohen Eintrittstemperaturen
des abzukühlenden Mediums kann dadurch verstärkt werden, daß der Auslaßstutzen nahe
dem Auslaß-Sammelrohr und somit auch nahe dem Einlaßstutzen für das wärmeabgebende
Medium angeordnet ist, so daß das durch die Strömung entlang der Wärmetauscherrohre
abgekühlte Medium vor dem Austritt aus dem Wärmetauscher den gesamten Zwischenraum
zwischen Gehäuse und Außenmantel durchströmen muß, was wiederum zur Isolierung des
Außenmantels beiträgt.
[0009] Um eine gute Temperaturbeständigkeit zu gewährleisten und darüber hinaus sicherzustellen,
daß das abzukühlende Medium keine Verunreinigungen erfährt, bestehen die mit dem wärmeabgebenden
Medium in Kontakt stehenden Flächen aus austenitischen Stählen.
[0010] Ein wesentlicher Aspekt der Erfindung ist es ferner, daß der Wärmetauscher mit Wasser
als wärmeaufnehmendem Medium als Vorwärmer, Verdampfer, Überhitzer, Vorwärmer mit
Verdampfer, Verdampfer mit Überhitzer oder Vorwärmer mit Verdampfer und Überhitzer
betreibbar ist. Aufgrund dieser vielfältigen Möglichkeiten, mit denen der erfindungsgemäße
Wärmetauscher betrieben werden kann, ist dieser in Abhängigkeit von den jeweiligen
Druck- und Temperaturverhältnissen ohne Umrüsten vielseitig einsetzbar.
[0011] Weitere Einzelheiten und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
der zugehörigen Zeichnungen, in denen ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäß
ausgestalteten Wärmetauschers schematisch dargestellt ist. In den Zeichnungen zeigt:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch einen Wärmetauscher;
- Fig. 2
- einen Längsschnitt durch einen Wärmetauscher gemäß Fig. 1, jedoch um 90° um die Längsachse
gedreht und
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf einen Wärmetauscher gemäß Fig. 1 und 2.
[0012] Fig. 1 und 2 zeigen schematisch einen Wärmetauscher 1, bestehend aus einem geschweißten
Außenmantel 2 mit einem Einlaßstutzen 3 sowie einem Auslaßstutzen 4 für das wärmeabgebende
Medium sowie einem Einlaß-Sammelrohr 5 und einem Auslaß-Sammelrohr 6 für das wärmeaufnehmende
Medium, wobei das Einlaß-Sammelrohr 5 und das Auslaß-Sammelrohr 6 über mäanderförmig
verlaufende Rohre 7 miteinander verbunden sind.
[0013] Um zu gewährleisten, daß das durch den Einlaßstutzen 3 einströmende abzukühlende
Medium entlang den Wärmetauscherrohren 7 strömt, sind diese Rohre 7 in axialer Richtung
von einem Gehäuse 8 umgeben, welches an beiden Enden offen und einlaßseitig mit dem
Einlaßstutzen 3 verbunden ist. Die in Fig. 2 dargestellten Pfeile verdeutlichen den
Strömungsverlauf des wärmeabgebenden und des wärmeaufnehmenden Mediums in dem Wärmetauscher
1. Das wärmeabgebende Medium strömt durch den Einlaßstutzen 3 in den Wärmetauscher
1 ein und wird durch das Gehäuse 8, welches einen Strömungskanal für das wärmeabgebende
Medium bildet, von oben nach unten entlang den Rohren 7 geführt, die mit einem wärmeaufnehmenden
Medium gefüllt von unten nach oben durchströmt werden. Nach dem Austritt aus dem Gehäuse
8 wird das nunmehr abgekühlte Medium bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel durch
einen Boden 9 des Wärmetauschers 1 umgelenkt und strömt in einen zwischen dem Außenmantel
2 des Wärmetauschers 1 und dem Gehäuse 8 ausgebildeten Zwischenraum 10, bevor das
Medium den Wärmetauscher 1 über den Auslaßstutzen 4 wieder verläßt. Der Auslaßstutzen
4 ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel nahe dem Auslaß-Sammelrohr 6 angeordnet,
damit das abgekühlte Medium möglichst entlang der gesamten axialen Erstreckung des
Außenmantels 2 entlangströmt und diesen somit gegen die Hitze des ungekühlten einströmenden
wärmeabgebenden Mediums isoliert.
[0014] Das wärmeaufnehmende Medium, insbesondere Wasser, strömt durch das Einlaß-Sammelrohr
5 in den Wärmetauscher 1 ein und durchfließt von unten nach oben die mäanderförmig
verlaufenden Rohre 7, bevor es nach dem Eintritt in das Auslaß-Sammelrohr 6 wieder
aus dem Wärmetauscher 1 hinausströmt. Durch diese dargestellte Schaltungsweise werden
das wärmeabgebende und das Wärmeaufnehmende Medium zum besonders effektiven Wärmeaustausch
im Kreuz-Gegenstrom geführt.
[0015] Da insbesondere beim Einsatz eines solchen Wärmetauschers 1 als Kühlluftkühler für
Gasturbinen der Wärmetauscher 1 einer großen Zahl von Last- und/oder Temperaturwechseln
unterliegt, ist es notwendig, daß der Wärmetauscher 1 sowie alle darin angeordneten
Einbauten diese häufigen und schnellen Lastwechsel gut kompensieren können. Zu diesem
Zweck sind sowohl die Einlaß- und Auslaß-Sammelrohre 5, 6 als auch die die Sammelrohre
5, 6 verbindenden dünnwandigen Rohre 7 elastisch aufgehängt und die Sammelrohre 5,
6 im Vergleich zu den aus dem Stand der Technik bekannten Rohrplatten dünnwandig ausgebildet.
[0016] Die elastische Aufhängung des Einlaß-Sammelrohrs 5 und des Auslaß-Sammelrohrs 6 besteht
darin, daß die Sammelrohre beidseitig den Außenmantel 2 des Wärmetauschers 1 durchdringen,
wobei die Sammelrohre 5, 6 einlaß- und auslaßseitig druckdicht mit dem Außenmantel
2 verbunden sind und am gegenüberliegenden Ende in einem druckdicht mit dem Außenmantel
2 verbundenen Aufnahmeraum 11 geführt sind. Durch diese elastische Einbindung der
Sammelrohre 5, 6 in den Außenmantel 2 des Wärmetauschers 1 wird es den Sammelrohren
5, 6 ermöglicht, daß diese die bei den auftretenden Lastwechseln entstehenden Spannungen
kompensieren können. Damit an den die Sammelrohre 5, 6 verbindenden Rohren 7 aufgrund
der Lastwechsel sowie der elastischen Lagerung der Sammelrohre 5, 6 keine unzulässigen
Spannungen auftreten können, sind die Rohre 7 zwischen dem Einlaß-Sammelrohr 5 und
dem Auslaß-Sammelrohr 6 mäanderförmig angeordnet, so daß das gesamte Bündel der Rohre
7 insgesamt federelastisch ausgebildet ist und somit die auftretenden Spannungen effektiv
kompensieren kann.
Bezugszeichenliste
[0017]
- 1
- Wärmetauscher
- 2
- Außenmantel
- 3
- Einlaßstutzen
- 4
- Auslaßstutzen
- 5
- Einlaß-Sammelrohr
- 6
- Auslaß-Sammelrohr
- 7
- Rohr
- 8
- Gehäuse
- 9
- Boden
- 10
- Zwischenraum
- 11
- Aufnahmeraum
1. Wärmetauscher, insbesondere für mit großen Last- und/oder Temperaturwechseln betriebene
Anlagen, beispielsweise als Kühlluftkühler für Gasturbinen, mit Rohren (7) zur Trennung
des wärmeabgebenden Mediums, insbesondere Luft, und des wärmeaufnehmenden Mediums,
insbesondere Wasser, wobei der Wärmeaustausch im Gegenstrom erfolgt, die als Strömungskanäle
für das wärmeaufnehmende Medium dienenden Rohre (7) mäanderförmig verlaufend zwischen
einem Einlaß-Sammelrohr (5) und einem Auslaß-Sammelrohr (6) angeordnet sind und das
wärmeabgebende Medium diese mäanderförmig verlaufenden Rohre (7) umströmt,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sammelrohre (5, 6) beidseitig einen Außenmantel (2) des Wärmetauschers (1)
durchdringen, wobei die Sammelrohre (5, 6) einlaß- und auslaßseitig druckdicht mit
dem Außenmantel (2) verbunden sind und am gegenüberliegenden Ende in einen druckdicht
mit dem Außenmantel (2) verbundenen Aufnahmeraum (11) geführt sind.
2. Wärmetauscher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die mäanderförmig verlaufenden
Rohre (7) von einem endseitig offenen und einlaßseitig mit einem Einlaßstutzen (3)
für das wärmeabgebende Medium verbundenen inneren Gehäuse (8) umgeben sind, das einen
Strömungskanal für das wärmeabgebende Medium bildet.
3. Wärmetauscher nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Außenmantel
(2) des Wärmetauschers (1) und dem inneren, die Rohre (7) umschließenden Gehäuse (8)
ein umlaufender Zwischenraum (10) ausgebildet ist und ein Auslaßstutzen (4) für das
wärmeabgebende Medium nahe dem Auslaß-Sammelrohr (6) angeordnet ist.
4. Wärmetauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die mit
dem wärmeabgebenden Medium in Kontakt stehenden Flächen aus austenitischen Stählen
bestehen.
5. Wärmetauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 4, mit Wasser als wärmeaufnehmendem Medium,
dadurch gekennzeichnet, daß der Wärmetauscher als Vorwärmer, Verdampfer, Überhitzer,
Vorwärmer mit Verdampfer, Verdampfer mit Überhitzer oder Vorwärmer mit Verdampfer
und Überhitzer betreibbar ist.