[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein streufähiges Mittel zur Trockenreinigung von
Textilien, insbesondere von Teppichen.
[0002] Zur Reinigung von Teppichen und anderen textilen Belägen an Ort und Stelle verwendet
man neben Shampoos in neuerer Zeit zunehmend pulverförmige Reinigungsmittel, die den
Vorteil aufweisen, keine Ränder zu hinterlassen und schneller abzutrocken. Derartige
Reinigungspulver bestehen im wesentlichen aus größeren Mengen an Adsorptionsmitteln
und einer daran adsorbierten Reinigungsflüssigkeit, die meist überwiegend aus Wasser
besteht. Von der Reinigungsflüssigkeit wird angenommen, daß sie für die Ablösung der
Schmutzteilchen von den Fasern und für deren Transport zum Adsorptionsmittel sorgt,
das dann nach dem Abtrocknen zusammen mit dem Schmutz abgebürstet oder abgesaugt wird.
Als Adsorptionsmittel sind die verschiedensten Materialien vorgeschlagen worden, von
denen hier nur auf die in der österreichischen Patentschrift 296 477 beschriebenen
Kunststoffschaumpulver hingewiesen werden soll. In der Praxis hat vor allem gemahlener
Schaum aus Harnstofformaldehydharz weite Verbreitung gefunden. Jüngere Entwicklungen,
wie sie beispielsweise in der europäischen Patentanmeldung 178 566 beschrieben sind,
haben zum Einsatz von Cellulosepulver als Adsorptionsmittel geführt. Obwohl mit Reinigungsmitteln
auf Basis von Cellulosepulver bereits ein recht hoher Standard hinsichtlich Reinigungsleistung
und Vergrauungswirkung erreicht worden war, wurde trotzdem weiter nach neuen Zusammensetzungen
gesucht, die eine noch höhere Reinigungsleistung und eine geringere Staubentwicklung
aufweisen und sich problemlos in den Teppich einarbeiten lassen sollten.
[0003] Die vorliegende Erfindung stellt eine Lösung dieser Aufgabe in Form eines streubaren
Trockenreinigungsmittels für Textilien dar, das Cellulosepulver als Adsorptionsmittel
sowie Wasser enthält und das dadurch gekennzeichnet ist, daß es als weiteres Adsorptionsmittel
gemahlenen Polyurethanschaum enthält. Vorzugsweise enthalten die erfindungsgemäßen
Mittel darüber hinaus kleinere Mengen an niederen Alkoholen, Viskoseschwammflocken
und/oder Tensiden.
[0004] Die erfindungsgemäßen Mittel zeichnen sich durch eine verbesserte Reinigungsleistung
sowie durch eine geringere Staubentwicklung und eine geringere Beanspruchung der Teppichfasern
in der Einarbeitungsphase gegenüber solchen Mitteln aus, die allein Cellulosepulver
als Adsorptionsmittel enthalten.
[0005] Die erfindungsgemäß geeigneten Cellulosepulver werden aus handelsüblicher Cellulose,
die in der Regel aus Pflanzenteilen, insbesondere aus Holz, gewonnen wird, durch Zerkleinern
mit Hilfe von mechanischen und/oder chemischen Prozessen hergestellt. Derartige Pulver,
die farblos und nahezu frei von Lignin und anderen aus dem Pflanzenmaterial stammenden
Verunreinigungen sind, werden in unterschiedlicher Feinheit vom Handel angeboten.
Für die Zwecke der vorliegenden Erfindung eignen sich vorzugsweise die feineren Qualitäten,
die eine mittlere Faserlänge im Bereich von 50 bis 400 µm aufweisen. Bei diesen Qualitäten
liegt die durchschnittliche Faserdicke meist zwischen 10 und 50 µm. Die Bestimmung
der Teilchengröße des Cellulosepulvers kann auch über Siebverfahren vorgenommen werden,
so beispielsweise mit Hilfe der Luftstrahlsiebung nach DIN 53 734. Bevorzugt werden
deshalb auch Cellulosepulver, die in ihren Siebkennzahlen (nach dem vorgenannten Verfahren)
folgende Korngrößenverteilung aufweisen:
| unter 32 µm |
40 ± 10 Gew.-% |
| unter 50 µm |
55 ± 10 Gew.-% |
| unter 71 µm |
75 ± 10 Gew.-% |
| unter 100 µm |
85 ± 10 Gew.-% |
| unter 200 µm |
mindestens 99 Gew.-% |
[0006] Vorzugsweise werden in den erfindungsgemäßen Mitteln Cellulosepulver verwendet, die
aus Holzcellulose, insbesondere aus Laubholzcellulose, hergestellt wurden. Von diesen
Pulvertypen werden wiederum jene Qualitäten besonders bevorzugt, die in technisch
einfacher Weise allein auf mechanischem Wege, d. h. durch Vermahlen hergestellt werden.
Der Anteil des Cellulosepulvers im erfindungsgemäßen Mittel beträgt vorzugsweise 20
bis 60 Gew.-%, insbesondere 25 bis 50 Gew.-%, bezogen auf das fertige Mittel.
[0007] Neben dem Cellulosepulver enthalten die erfindungsgemäßen Mittel als weiteres Adsorbens
gemahlenen Polyurethanschaum, auch als Polyurethanschaummehl oder verkürzt als Polyurethanmehl
bezeichnet. Derartiges Mehl wird üblicherweise durch Vermahlen von Polyurethanhartschaum,
einem weitverbreiteten Material, das üblicherweise zur Wärmedämmung verwendet wird,
hergestellt. Derartige Polyurethanmehle sind ebenfalls handelsüblich. Für die Zwecke
der Erfindung werden vorzugsweise Polyurethanmehle mit Schüttdichten zwischen 35 und
200 g/l, vorzugsweise zwischen 50 und 100 g/l eingesetzt. Bevorzugt werden weiterhin
Polyurethanmehle, deren Siebanalyse, bestimmt mit dem oben angegebenen Luftstrahlsiebverfahren
folgende Verteilung zeigt:
| unter 40 µm |
10 ± 5 Gew.-% |
| unter 125 µm |
25 ± 10 Gew.-% |
| unter 200 µm |
40 ± 10 Gew.-% |
| unter 4 mm |
mindestens 99 Gew.-% |
[0008] Der Anteil an Polyurethanmehl, das dieser Spezifikation entspricht, beträgt in den
erfindungsgemäßen Mitteln vorzugsweise 5 bis 20 Gew.-%, insbesondere 5 bis 15 Gew.-%.
[0009] Neben Cellulosepulver und gemahlenem Polyurethanschaum können die erfindungsgemäßen
Mittel in geringeren Mengen weitere Adsorptionsmittel enthalten, die an sich für die
Verwendung in Trockenreinigungsmitteln bekannt sind, beispielsweise Stärkemehl, Bentonit
oder gemahlenes Schaumglas (Perlit), sofern diese die Eigenschaften der Mittel nicht
nachteilig verändern. Ein anderes Adsorptionsmittel, das mit besonderem Vorteil in
den Mitteln enthalten sein kann, sind Flocken aus Viskoseschwamm, vorzugsweise mit
einer größten Teilchenlänge zwischen 1 und 10 mm und einer größten Abmessung senkrecht
zur Länge (gegebenenfalls Teilchendurchmesser) zwischen 1 und 5 mm.
[0010] Durch die Mitverwendung der Viskoseschwammflocken wird einerseits die Beanspruchung
der Teppichfasern beim Ausbringen und Einarbeiten der Reinigungsmittel in den Teppich
gemindert und andererseits die Reinigungswirkung des Mittels deutlich erhöht. Viskoseschwammflocken
werden im allgemeinen durch mechanisches Zerkleinern größerer Viskoseschwammstücke,
vorzugsweise durch Zerschneiden von Viskoseschwammtüchern erhalten und sind in verschiedenen
Größen handelsüblich. Den erfindungsgemäßen Mitteln werden die Viskoseschwammflocken
im allgemeinen in Mengen nicht über 15 Gew.-% , vorzugsweise in Mengen zwischen 0,1
und 10 Gew.-%, bezogen auf das fertige Mittel, zugesetzt.
[0011] Neben den vorgenannten Adsorbentien enthalten die erfindungsgemäßen Mittel im einfachsten
Falle lediglich Wasser als Tränkflüssigkeit. Die Menge dieser Flüssigkeit ist so bemessen,
daß sie noch von den festen Bestandteilen der Mittel, d. h., insbesondere vom Cellulosepulver,
aufgenommen wird und so die Streubarkeit der Mittel gewährleistet ist. Der Gehalt
an Wasser, der sich aus der bei der Herstellung zugesetzten Wassermenge und dem in
den Rohstoffen schon enthaltenen Wasser ergibt, beträgt vorzugsweise 35 bis 70, insbesondere
40 bis 60 Gewichtsprozent.
[0012] Die Tränkflüssigkeit kann aber auch, wenn dies aus besonderen Gründen zweckmäßig
erscheint, weitere Hilfs- und Zusatzstoffe enthalten, die beispielsweise für die Erhöhung
der Reinigungswirkung oder die Konservierung des fertigen Mittels vorteilhaft sind.
Beispielsweise kann die Flüssigkeit organische Lösungsmittel enthalten. Als organische
Lösungsmittel eignen sich sowohl wassermischbare als auch nicht mit Wasser mischbare
Lösungsmittel, soweit sie die Textilien nicht angreifen und ausreichend flüchtig sind,
um nach dem Auftragen der Mittel auf die Textilien in der gewünschten Zeit zu verdunsten.
Weiterhin ist bei der Auswahl der Lösungsmittel darauf zu achten, daß sie im fertigen
Produktgemisch ausreichend hohe Flammpunkte aufweisen und toxikologisch unbedenklich
sind. Gut geeignet sind Alkohole, Ketone, Glykolether und Kohlenwasserstoffe, beispielsweise
Isopropanol, Aceton, Ether von Mono- und Diethylenglkyol und Mono-, Di- und Tripropylenglykol
mit Siedepunkten zwischen 120 °C und Benzine mit einem Siedebereich von 130 bis 200
°C, sowie Gemische aus diesen Lösungsmitteln. Vorzugsweise werden Alkohole mit 2 bis
3 C-Atomen und deren Gemische verwendet. Der Anteil der organischen Lösungsmittel
beträgt üblicherweise nicht mehr als 20 Gew.-%, insbesondere 2 bis 10 Gew.-%, bezogen
auf das gesamte Reinigungsmittel.
[0013] Weiterhin können die erfindungsgemäßen Mittel Tenside als reinigungsaktive Zusatzstoffe
enthalten, wobei diese Tenside vorzugsweise aus den Klassen der anionischen und nichtionischen
Tenside stammen. Während bereits ohne Tensidzusatz eine hervorragende Flächenreinigung
erzielt wird, kann durch den Zusatz von Tensiden die Entfernung fetthaltiger Flecken
noch verbessert werden. Im allgemeinen reicht ein Tensidzusatz von bis zu 5 Gew.-%
aus; vorzugsweise enthalten die Mittel 0,05 bis 3 Gew.-%, insbesondere 0,05 bis 1
Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Mittels, an Tensiden. Aus der Vielzahl der
bekannten Tenside eignen sich vor allem solche Substanzen, die zusammen mit den enthaltenen
Adsorptionsmitteln und gegebenenfalls weiteren nicht flüchtigen Bestandteilen der
Mittel zu einem festen, spröden Rückstand abtrocknen.
[0014] Als nichtionische Tenside eignen sich für die erfindungsgemäßen Mittel insbesondere
Anlagerungsprodukte von 1 bis 30, vorzugsweise 4 bis 15 Mol Ethylenoxid oder Gemischen
aus Ethylenoxid und Propylenoxid an ein Mol einer Verbindung mit 10 bis 20 Kohlenstoffatomen
aus der Gruppe der Alkohole, Alkylphenole, Carbonsäuren und Carbonsäureamide. Gut
geeignet sind ebenfalls die unter der Bezeichnung Alkylglycoside bekannten Kondensationsprodukte
aus reduzierenden Zuckern und langkettigen Alkoholen. Besonders bevorzugt werden die
Anlagerungsprodukte von Ethylenoxid an langkettige primäre oder sekundäre Alkohole,
wie z. B. Fettalkohole oder Oxoalkohole sowie die aus Glucose und Fettalkoholen aufgebauten
Alkylpolyglucoside mit 1 bis 3 Glucoseeinheiten pro Molekül und 8 bis 18 C-Atomen
im Alkylrest.
[0015] Geeignete anionische Tenside sind insbesondere solche vom Sulfat- oder Sulfonattyp,
doch können auch andere Typen wie Seifen, langkettige N-acylsarkosinate, Salze von
langkettigen Sulfobernsteinsäureestern oder Salze von Ethercarbonsäuren, wie sie aus
langkettigen Alkyl- oder Alkylphenylpolyglykolethern und Chloressigsäure zugänglich
sind, verwendet werden. Die anionischen Tenside werden vorzugsweise in Form der Natriumsalze
verwendet, doch können auch die Lithiumsalze Vorteile bieten.
[0016] Besonders geeignete Tenside vom Sulfattyp sind die Schwefelsäuremonoester von langkettigen
primären Aloholen natürlichen und synthetischen Ursprungs mit 10 bis 20 C-Atomen,
d. h. von Fettalkoholen, wie z. B. Kokosfettalkoholen, Talgfettalkoholen, Oleylalkohol
oder den C
10-C
20-0xoalkoholen und solche von sekundären Alkoholen dieser Kettenlängen. Daneben kommen
die Schwefelsäuremonoester der mit 1 bis 6 Mol Ethylenoxid ethoxylierten aliphatischen
primären Alkohole, sekundären Alkohole oder Alkylphenole in Betracht. Ferner eignen
sich sulfatierte Fettsäurealkanolamide und sulfatierte Fettsäuremonoglyceride.
[0017] Bei den Tensiden vom Sulfonattyp handelt es sich in erster Linie um Sulfobernsteinsäuremono-
und -diester mit 6 bis 22 C-Atomen in den Alkholteilen, um die Alkylbenzolsulfonate
mit C
9-C
15-Alkylgruppen und um die Ester von Alpha-Sulfofettsäuren, z. B. die alpha-sulfonierten
Methyl- oder Ethylester der hydrierten Kokos-, Palmkern- oder Talgfettsäuren. Gut
geeignet sind ebenfalls die Alkansulfonate, die aus C
12-C
18-Alkanen durch Sulfochlorierung oder Sulfoxidation und anschließende Hydrolyse bzw.
Neutralisation oder durch Bisulfidaddition an Olefine erhältlich sind, sowie die Olefinsulfonate,
das sind Gemische aus Alken- und Hydroxyalkansulfonaten sowie Disulfonaten, wie man
sie beispielsweise aus langkettigen Monoolefinen mit end- oder innenständiger Doppelbindung
durch Sulfonieren mit gasförmigem Schwefeltrioxid und anschließender alkalischer oder
saurer Hydrolyse der Sulfonierungsprodukte erhält.
[0018] Besonders bevorzugte Tenside sind die Olefinsulfonate, die vorzugsweise in Mengen
von 0,1 bis 1 Gew.-% in den Rezepturen verwendet werden, sowie die Fettalkoholsulfate
und Fettalkoholethersulfate, die vorzugsweise in Mengen zwischen 0,05 und 3 Gew.-%
eingesetzt werden.
[0019] Neben den bereits genannten Bestandteilen können Mittel dieser Erfindung noch andere
in Textil- und Teppichreinigungsmitteln übliche Hilfs- und Zusatzstoffe in geringer
Menge enthalten. Beispiele solcher Wirkstoffe sind antistatisch wirkende Komponenten,
optischer Aufheller, die Wiederanschmutzung vermindernde Stoffe, die Streubarkeit
und Verteilbarkeit verbessernde Zusätze, Konservierungsmittel und Parfüm. Vor allem
dann, wenn stark staubende Komponenten in die Mittel eingearbeitet werden sollen,
ist es zweckmäßig, zur Staubbindung auch kleine Mengen an Wachsen oder Ölen zuzusetzen.
Üblicherweise werden von diesen Hilfs- und Zusatzstoffen insgesamt nicht mehr als
5 Gew.-% verwendet; vorzugsweise liegt der Gehalt nicht über 2 Gew.-%, bezogen auf
das gesamte Mittel.
[0020] Die Herstellung der Mittel bietet keine Probleme, so daß technisch einfache, meist
einstufige Verfahren angewandt werden können. Üblicherweise werden einfache Mischapparaturen,
wie Schaufel- oder Trommelmischer eingesetzt, in denen Polyurethanmehl sowie Cellulosepulver
und gegebenenfalls weitere feinteilige feste Komponenten vorgelegt und dann unter
Bewegung mit den Flüssigkeiten, die gegebenenfalls weitere Bestandteile gelöst enthalten,
bedüst werden. Je nach Mechanik und Zusammensetzung können auf diese Weise die Mittel
in sehr feinteiliger oder auch in mehr oder weniger agglomerierter Form hergestellt
werden, doch wird durch die Zusammensetzung stets gewährleistet, daß auch die agglomerierten
Formen auf den Textilien ohne größeren mechanischen Aufwand leicht zerfallen. Durch
die Wahl flockiger Agglomerate kann die Rieselfähigkeit der Mittel gedämpft werden
bis hin zu stark zögernd fließenden Produkten, wie sie für bestimmte Anwendungszwecke
bevorzugt werden.
[0021] Auch das Schüttgewicht der Mittel läßt sich im Herstellprozeß durch die Wahl mehr
oder weniger kompakter Agglomerate in gewissem Umfang beeinflussen. So weisen die
Mittel üblicherweise Schüttgewichte im Bereich von 200 bis 350 g/l auf, mit der Folge,
daß verhältnismäßig große Volumina pro Flächeneinheit angewendet werden. Dies erleichtert
insbesondere dann, wenn die Mittel von Hand auf Teppiche aufgestreut werden, eine
gleichmäßige Verteilung.
[0022] Die Reinigung der Textilien und Teppiche geschieht in der Weise, daß die erfindungsgemäßen
Reinigungsmittel manuell oder mit Hilfe eines geeigneten Streugerätes auf die Textilien
aufgestreut und anschließend mehr oder weniger intensiv in die Textilien, beispielsweise
mit Hilfe eines Schwammes oder einer Bürste eingerieben werden. In der Regel wählt
man Einarbeitungszeiten von 0,5 bis 2,5 Minuten, vorzugsweise 0,5 bis 1,5 Minuten
pro Quadratmeter. Nach dem Einreiben läßt man die Textilien abtrocknen, bis sich die
Reinigungsmittel, die sich mit dem Schmutz verbinden, in trockene Rückstände verwandelt
haben. Diese Rückstände werden dann auf mechanischem Wege, beispielsweise durch Ausbürsten
oder Absaugen aus den Textilien entfernt. Für die Flächenreinigung von Textilien werden
von den erfindungsgemäßen Mitteln je nach Fülle der Textilien und je nach Verschmutzungsgrad
20 bis 200 g/m
2 angewandt, doch können zur Entfernung einzelner Flecken stellenweise auch größere
Mengen aufgetragen werden. Zur Flächenreinigung von Teppichböden sind Aufwandmengen
von 50 bis 150 g/m
2 üblich. Das gesamte Verfahren kann, etwa im Haushalt, weitgehend manuell durchgeführt
werden, doch besteht auch die Möglichkeit, das Einreiben und gegebenenfalls weitere
Schritte mit Hilfe von geeigneten Maschinen, beispielsweise kombiniertem Streu- und
Bürstenmaschinen, auszuführen, so daß sich das Verfahren ebensogut für die Anwendung
im gewerblichen Bereich eignet.
Beispiele
[0023] Die in den folgenden Beispielen beschriebenen Reingungsmittel wurden auf folgende
Weise hergestellt:
[0024] In einem Schaufelmischer wurden Cellulosepulver, Pulyurethanmehl und gegebenenfalls
Viskoseflocken vorgelegt und vorgemischt. Getrennt davon wurde die wäßrige Reinigungsflüssigkeit
aus den übrigen Komponenten in einem Mischbehälter hergestellt. Die Flüssigkeit wurde
dann unter weiterem Bewegen des Schaufelmischers auf das Adsorptionsmittel aufgedüst.
Es entstanden in allen Fällen leicht feuchte, aber gut rieselfähige Produkte.
[0025] Als Cellulosepulver wurde in den nachfolgend beschriebenen Beispielen der Typ Arbocel
(
R)B 800 X der Firma J. Rettenmaier & Söhne verwendet, der nach Herstellerangaben eine
durchschnittliche Faserlänge von 200 µm und eine durchschnittliche Faserdicke von
20 µm und bei der Luftstrahlsiebung folgende Siebkennzahlen aufweist:
| unter 32 µm |
40 Gew.-% |
| unter 71 µm |
75 Gew.-% |
| unter 200 µm |
99,5 Gew.-% |
[0026] Als Polyurethanmehl wurde in den folgenden Beispielen ein gemahlenes Polyurethanschaumpulver
verwendet, das von der Firma PUREN unter der Bezeichnung Puren-PU-Mehl vertrieben
wird. Das Material weist eine Schüttdichte von 55 bis 70 g/l auf und zeigt in der
Luftstrahlsiebung folgende Kennzahlen:
| unter 40 µm |
9 Gew.-% |
| unter 125 µm |
26 Gew.-% |
| unter 200 µm |
31 Gew.-% |
| unter 4 µm |
99,8 Gew.-% |
[0027] Bei den verwendeten Viskoseflocken handelt es sich um ein Produkt der Firma Beli-Chemie
GmbH, das für die Verwendung als Saugflocken zur Aufnahme verschütteter Flüssigkeiten
angeboten wird. Das Material weist ein Schüttgewicht von etwa 90 g/l auf.
[0028] Die Prüfung der Reinigungsleistung wurde an Teppichbodenstücken vorgenommen, die
mit künstlicher Anschmutzung versehen waren. Als Teppichmaterial diente ein hellgrauer
Polyamidschlingenteppichbelag, der in Stücken der Größe 122,5 x 79 cm in einer Laboranschmutztrommel
unter Zusatz von 1500 g Stahlkugeln 30 Minuten lang mit 15 g einer Testanschmutzung
der Wäschereiforschungsanstalt Krefeld (bestehend zu 85 Gew.-% aus dem gesiebten Inhalt
eines Staubsaugerbeutels und zu 15 Gew.-% aus einem Standardgemisch aus Kaolin, Quarzmehl,
Eisenoxid und Ruß) angeschmutzt wurde. Das Teppichstück wurde dann für die weiteren
Versuche in drei gleich große etwa 40 cm breite Stücke unterteilt.
[0029] Die Reinigungsversuche wurden auf Teilflächen von ca. 0,25 qm auf den angeschmutzten
Teppichstücken in der Weise durchgeführt, daß 25 g Reinigungspulver einigermaßen gleichmäßig
aufgestreut und dann durch Bürsten in die Fläche eingearbeitet wurden. Als Werkzeug
diente eine mittelharte Bürste mit Polypropylenborsten, mit der die Fläche etwa 25
Sekunden lang mit kräftigen Strichen aus verschiedenen Richtungen gleichmäßig bearbeitet
wurde. Nach dem Abtrocknen, das etwa 4 Stunden in Anspruch nahm, wurden die Teppichstücke
gründlich abgesaugt, bis keine Pulverrückstände mehr auf dem Teppich zu erkennen waren.
Die Auswertung erfolgte mit Hilfe des Farbdifferenz-Meßgerätes Micro Color der Firma
Dr. Lange unter Anwendung der CIELAB-Methode (DIN 6074). Dabei wird die dreidimensionale
Farbdarstellung in Form des L*-, a*-, b*-Diagramms herangezogen, wobei sich die Helligkeit
(L*), auch Grauwert genannt, auf der senkrechten Achse des dreidimensionalen Farbkörpers
befindet. Der Wert L*
0 = 0 ist gleichgesetzt mit schwarz; der Wert L*
100 = 100 ist die Helligkeit des Weißstandards, an dessen Stelle bei den hier durchgeführten
Meßungen der unbehandelte Teppich gesetzt wurde.
Beispiel 1
[0030]
| Zusammensetzung: |
| 1,725 kg Cellulosepulver |
(34,5 Gew.-%) |
| 0,50 kg Polyurethanmehl |
(10,0 Gew.-%) |
| 0,35 kg Ethanol 96 %ig |
( 7,0 Gew.-%) |
| 7,5 g Parfüm |
( 0,15 Gew.-%) |
| 0,65 g Konservierungsmittel |
( 0,013 Gew.-%) |
| 2,46 kg Wasser |
(zu 100 Gew.-%) |
[0031] Das feuchte, gut streufähige Pulver wies ein Schüttgewicht von 200 g/l auf. Es wurde
hinsichtlich seines Reinigungsvermögens in der oben geschilderten Weise mit einem
gleichartigen Mittel verglichen, das anstelle von Polyurethanmehl weitere 10 Gew.-%
Cellulosepulver enthielt. Bei Anwendung des erfindungsgemäßen Reinigungsmittels wurde
ein um 2 Einheiten höherer Helligkeitswert erhalten als mit dem Vergleichsprodukt.
Beispiel 2
[0032]
| Zusammensetzung: |
| 1,50 kg Cellulosepulver |
(30,0 Gew.-%) |
| 0,40 kg Polyurethanmehl |
( 8,0 Gew.-%) |
| 0,35 kg Ethanol |
( 7,0 Gew.-%) |
| 25 g Viskosesaugflocken |
( 0,5 Gew.-%) |
| 7,5 g Parfüm |
( 0,15 Gew.-%) |
| 0,65 g Konservierungsmittel |
( 0,013 Gew.-%) |
| 2,72 kg Wasser |
( zu 100 Gew.-%) |
[0033] Das Schüttgewicht dieses ebenfalls frei rieselfähigen Produktes betrug 225 g/l. Die
Prüfung des Reingungsvermögens mit Hilfe der oben angegebenen Methode erbrachte einen
um 4 Einheiten höheren Helligkeitswert als das bei Beispiel 1 angegebene Vergleichsprodukt.
Außerdem war deutlich zu erkennen, daß die Beanspruchung der Teppichfasern bei der
Einarbeitung des Mittels durch den Rolleffekt der Viskoseflecken gemindert wurde.
Beispiel 3
[0034] Die Zusammensetzung dieses Mittels unterschied sich von dem unter Beispiel 2 angegebenen
nur durch die zusätzliche Anwesenheit von 0,1 Gew.-% Kokosfettalkoholsulfat-Natrium
(Texapon(
R) K 12) in der Tränkflüssigkeit. Die Reinigungsleistung lag mit 3,5 Einheiten über
der des in Beispiel 1 beschriebenen Vergleichsprodukts. Auch hier war bemerkenswert,
daß die Bürste leicht über den Teppich glitt, so daß die Teppichfasern in besonderer
Weise geschont wurden.
Beispiel 4
[0035] Die Zusammensetzung dieses Mittels unterschied sich von dem in Beispiel 2 angegebenen
durch die zusätzliche Anwesenheit von 0,05 Gew.-% eines nichtionischen Tensids (Dehydol(
R) LS 4, C
12-C
14-Fettalkohol + 4 E0), die über die Tränkflüssigkeit zugegeben wurden. Die Reinigungsleistung
des Mittels lag mit 4 Einheiten über der des in Beispiel 1 genannten Vergleichsproduktes.
Es wurde der gleiche Gleiteffekt wie in den Beispielen 2 und 3 beobachtet.
1. Trockenreinigungsmittel für Textilien in streubarer Form, enthaltend Cellulosepulver
als Adsorptionsmittel und Wasser, dadurch gekennzeichnet, daß als weiteres Adsorptionsmittel
gemahlener Polyurethanschaum enthalten ist.
2. Trockenreinigungsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Cellulosepulver
eine durchschnittliche Faserlänge zwischen 50 und 400 µm aufweist.
3. Trockenreinigungsmittel nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der gemahlene Polyurethanschaum eine Schüttdichte zwischen 35 und 200 g/l, vorzugsweise
zwischen 50 und 100 g/l aufweist.
4. Trockenreinigungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der gemahlene Polyurethanschaum folgende Teilchengrößenverteilung aufweist:
| unter 40 µm |
10 ± 5 Gew.-% |
| unter 125 µm |
25 ± 10 Gew.-% |
| unter 200 µm |
40 ± 10 Gew.-% |
| unter 4 mm |
mindestens 99 Gew.-%. |
5. Trockenreinigungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß es 20 bis 60 Gew.-%, vorzugsweise 25 bis 50 Gew.-% an Cellulosepulver und 5 bis
20 Gew.-%, vorzugsweise 5 bis 15 Gew.-% an gemahlenem Polyurethanschaum enthält.
6. Trockenreinigungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß es zusätzlich bis zu 20 Gew.-%, vorzugsweise zwischen 2 und 10 Gew.-% eines Monoalkohols
mit 2 bis 3 C-Atomen oder eines Gemischs solcher Alkohole enthält.
7. Trockenreinigungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß es zusätzlich Viskoseschwammflocken enthält, wobei die größte Länge der einzelnen
Teilchen vorzugsweise zwischen 1 und 10 mm liegt.
8. Trockenreinigungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß es weiterhin bis zu 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,05 bis 3 Gew.-% an Tensid, vorzugsweise
aus den Klassen nichtionische und anionische Tenside, enthält.
9. Verfahren zur Reinigung von Textilien, insbesondere von Teppichen, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Trockenreinigungsmittel gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8 in Mengen von 20
bis 200 g/qm auf das Textil aufgestreut, anschließend 0,5 bis 2,5 Minuten pro Quadratmeter
in das Textil eingerieben wird und dann trocknen gelassen wird, wobei sich Schmutz
und Reinigungsmittel zu trockenen Rückständen verbinden, und diese Rückstände abschließend
auf mechanischem Wege aus dem Textil entfernt werden.
10. Verfahren zur Reinigung von Textilien nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß
das Einreiben des Mittels und gegebenenfalls weitere Schritte des Verfahrens mit Hilfe
von Geräten oder Maschinen ausgeführt werden, an Reinigungsmittel 50 bis 150 g/qm
verwendet werden und die Dauer des Einreibens 0,5 bis 1,5 Minuten pro Quadratmeter
beträgt.
1. A scatterable dry cleaning formulation for textiles containing cellulose powder as
adsorbent and water, characterized in that it contains ground polyurethane foam as
an additional absorbent.
2. A dry cleaning formulation as claimed in claim 1, characterized in that the cellulose
powder has an average fiber length of 50 to 400 µm.
3. A dry cleaning formulation as claimed in claim 1 or 2, characterized in that the ground
polyurethane foam has an apparent density of 35 to 200 g/l and preferably 50 to 100
g/l.
4. A dry cleaning formulation as claimed in any of claims 1 to 3, characterized in that
the ground polyurethane foam has the following particle size distribution:
| under 40 µm |
10 ± 5% by weight |
| under 125 µm |
25 ± 10% by weight |
| under 200 µm |
40 ± 10% by weight |
| under 4 mm |
at least 99% by weight. |
5. A dry cleaning formulation as claimed in any of claims 1 to 4, characterized in that
it contains 20 to 60% by weight and preferably 25 to 50% by weight of cellulose powder
and 5 to 20% by weight and preferably 5 to 15% by weight of ground polyurethane foam.
6. A dry cleaning formulation as claimed in any of claims 1 to 5, characterized in that
it additionally contains up to 20% by weight and preferably from 2 to 10% by weight
of a C2-3 monoalcohol or a mixture of such alcohols.
7. A dry cleaning formulation as claimed in any of claims 1 to 6, characterized in that
it additionally contains viscose sponge flakes, the maximum length of the individual
particles preferably being between 1 and 10 mm.
8. A dry cleaning formulation as claimed in any of claims 1 to 7, characterized in that
it additionally contains up to 5% by weight and preferably from 0.05 to 3% by weight
of surfactant preferably selected from the classes of nonionic and anionic surfactants.
9. A process for cleaning textiles, more particularly carpets, characterized in that
a dry cleaning formulation corresponding to any of claims 1 to 8 is scattered onto
the textile in quantities of 20 to 200 g/m2 and is then rubbed into the textile for 0.5 minutes to 2.5 minutes per square meter
and left to dry, the soil and cleaning formulation combining with one another to form
dry residues which, finally, are mechanically removed from the textile.
10. A process for cleaning textiles as claimed in claim 9, characterized in that the rubbing
in of the formulation and, optionally, other steps of the process are carried out
by appliances or machines, 50 to 150 g/m2 of cleaning formulation are used and the rubbing-in time is 0.5 to 1.5 minutes per
square meter.
1. Agent de nettoyage à sec pour les textiles, sous forme dispersible, renfermant de
la poudre de cellulose comme adsorbant ainsi que de l'eau, et qui est caractérisé
en ce qu'il contient comme autre adsorbant, de la mousse de polyuréthane moulue.
2. Agent de nettoyage à sec selon la revendication 1, caractérisé en ce que la poudre
de cellulose présente une longueur de fibre moyenne dans l'intervalle de 50 à 400
µm.
3. Agent de nettoyage à sec selon une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que
la mousse de polyuréthane moulue présente une densité en vrac comprise entre 35 et
200 g/l, de préférence entre 50 et 100 g/l.
4. Agent de nettoyage à sec selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que
la mousse de polyuréthane moulue présente la composition granulométrique suivante:
| moins de 40 µm |
10 ± 5 % en poids |
| moins de 125 µm |
25 ± 10 % en poids |
| moins de 200 µm |
40 ± 10 % en poids |
| moins de 4 mm |
au moins 99 % en poids |
5. Agent de nettoyage à sec selon une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'il
renferme 20 à 60, de préférence 25 à 50 % en poids de poudre de cellulose et 5 à 20,
de préférence 5 à 15 % en poids de mousse de polyuréthane moulue.
6. Agent de nettoyage à sec selon une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce qu'il
renferme en plus jusqu'à 20 % en poids, de préférence entre 2 et 10 % en poids d'un
monoalcool comportant 2 à 3 atomes de C ou d'un mélange d'alcools de cette espèce.
7. Agent de nettoyage à sec selon une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce qu'il
renferme en plus des flocons d'éponge de viscose, la longueur la plus grande des particules
individuelles étant comprise entre 1 et 10 mm.
8. Agent de nettoyage à sec selon une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce qu'il
renferme en outre jusqu'à 5 % en poids, de préférence entre 0,05 et 3 % en poids de
tensioactif, appartenant de préférence aux classes des surfactifs non ioniques et
anioniques.
9. Procédé de nettoyage des textiles, en particulier des tapis, caractérisé en ce que
l'on disperse sur le textile un agent de nettoyage à sec selon une des revendications
1 à 8, en proportions de 20 à 200 g/m2, qu'on le fait pénétrer ensuite dans le textile par friction à raison de 0,5 à 2,5
minutes par mètre carré, puis qu'on le laisse sécher, la salissure et l'agent nettoyant
s'unissant pour former des résidus secs, et ceux-ci étant finalement éliminés du textile
par voie mécanique.
10. Procédé de nettoyage des textiles selon la revendication 9, caractérisé en ce que
la pénétration par friction de l'agent et, éventuellement, les autres étapes du procédé
sont réalisées à l'aide d'appareils ou de machines, qu'on utilise 50 à 150 g/m2 d'agent nettoyant et que la durée de la pénétration par friction atteint 0,5 à 1,5
minute par mètre carré.