[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein beidseitig gestrichenes Rollendruckpapier,
bestehend aus einem Streichrohpapier, das mineralischen Füllstoff und als Faserstoffkomponenten
Holzstoff und/oder Zellstoff enthält, wobei der zur Aufnahme der Druckfarbe dienende,
Pigment und Bindemittel enthaltende Strich mittels einer Filmpresse aufgetragen ist.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung des Rollendruckpapiers.
[0002] Rollendruckpapiere der eingangs angegebenen Art werden eingesetzt zur Herstellung
von Zeitschriften, insbesondere von illustrierten Zeitschriften, Magazinen, Katalogen
und Werbeprospekten, wie sie üblicherweise Tageszeitungen oder illustrierten Zeitschriften
beigefügt sind.
[0003] Es wurden bereits zahlreiche Versuche zur Senkung der Herstellungskosten bei den
fraglichen Papieren unternommen, insbesondere durch Absenkung des Flächengewichtes
der einzusetzenden Streichrohpapiere oder durch den Austausch der eingesetzten Zellstoff-
und/oder Holzstofffasern gegen Recyclingfasern.
[0004] Eine Übersicht über holzhaltige Offset-Papiere, wie sie in Europa üblich sind, findet
sich in dem Aufsatz: "Studie über Bindemittelsysteme für LLWC- und MFP-Papiere", veröffentlicht
in "Wochenblatt für Papierfabrikation" 9 (1988), Seiten 337 bis 344. In dieser Studie
ist auch eine Filmpresse, wie sie zum Auftrag von Präparationen für die fraglichen
Papiersorten eingesetzt wird, beschrieben. Die beschriebene Pigmentzusammensetzung
bestand aus einem Gemisch aus 60 Teilen English China Clay und 40 Teilen eines feinen
amerikanischen Kaolins. Zusammenfassend kommen die Autoren dieser Literaturstelle
zu der Auffassung, daß bei Verwendung eines SD-Coaters (Kurzverweilzeit-Streicheinrichtung)
20 Gew.-Teile Bindemittel bei einem Auftrag von 5 g/m
2 bzw. 30 Teile für einen 3 g/m
2 Auftrag erforderlich sind. Wird statt eines SD-Coaters jedoch eine Filmpresse eingesetzt,
wird eine Anhebung des Bindemittelniveaus für notwendig gehalten, um den gleichen
Druckglanz zu erreichen, allerdings bei verringerter Opazität.
[0005] In "Wochenblatt für Papierfabrikation" 16 (1990), Seiten 701 bis 708 und der gleichlautenden
Literaturstelle "Pulp and Paper Canada" 92: 4 (1991), Seiten 52 bis 58, wird über
die Oberflächenbehandlung von Zeitungsdruckpapier mittels einer Filmpresse berichtet.
Bei diesen Untersuchungen kam ein Rohpapier zum Einsatz, das lediglich einen Aschegehalt
von 0,4 Gew.% aufwies. Über die Feinheit der eingesetzten Pigmente für die Oberflächenbehandlung
finden sich keine Angaben. Bei den eingesetzten Rezepturen für die Oberflächenpigmentierung
fällt der außerordentlich hohe Bindemittelgehalt von 70 Gew.%, bezogen auf Pigment,
auf. Die Untersuchungen beschränken sich im wesentlichen auf ein Strichauftragsgewicht
von 5 g/m
2 und Seite.
[0006] Die EP-A-0 377 983 A2 betrifft ein mittels einer Luftbürste oder einer Walzenstreicheinrichtung
beschichtetes Zeitungsdruckpapier, das über eine verbesserte Druckfarbenannahme, Oberflächenfestigkeit
und Opazität verfügen soll. Es werden Strichgewichte zwischen 1 und 12 g/m
2, vorzugsweise zwischen 3 und 8 g/m
2 und zu bedruckender Seite offenbart, wobei insgesamt eine Flächenmasse von 60 g/m
2 nicht überschritten werden soll. Der Füllstoffgehalt des bekannten Streichrohpapiers
liegt in dem üblichen Bereich zwischen 0,5 und 10 Gew.%, vorzugsweise jedoch bei weniger
als 0,5 Gew.%.
[0007] In "Wochenblatt für Papierfabrikation" 1 (1988), Seiten 1 bis 6, betrifft der Aufsatz
"Oberflächenbeschichtete SC-Papiere, eine Herausforderung für LWC-Papiere", die Beschichtung
von SC-Papieren mit einem Füllstoffgehalt von 15 bis 25 %. Als Auftragseinrichtung
wird das SDTA-Auftragssystem (short-dwell-time-applicator/Kurzverweilzeitstreicheinrichtung)
angegeben. Die Auftragsgewichte liegen im Bereich bis zu 3,5 g/m
2 und Seite, während bei Streichrohpapieren mit niedrigerem Füllstoffgehalt von unter
10 Gew.% höhere Auftragsgewichte erforderlich sind, wie z. B. bei den sogenannten
LWC-Papieren, bis zu einem Strichauftragsgewicht von ca. 9 g/m
2' und Seite.
[0008] Gemäß dem Aufsatz: "Möglichkeiten zum On-line-Streichen von gefüllten, holzhaltigen
Papieren, veröffentlicht in "Wochenblatt für Papierfabrikation" 13 (1992), Seiten
507 bis 515 werden hochgefüllte, verbesserte SC-Papiere zunächst mittels einer Filmpresse
mit einer Pigmentierung, bestehend aus Calciumcarbonat und mind. 30 Gew.% Bindemittel,
bezogen auf das Pigment, vorbehandelt, so daß die Papiere eine ausreichende Festigkeit
aufweisen, um sie in einem zweiten Arbeitsgang mittels einer Messerstreicheinrichtung
mit dem eigentlichen Deckstrich versehen zu können. Die Deckstriche bestehen aus Abmischungen
von Kaolin und feinem Calciumcarbonat, wobei 12 Gew.-Teile Bindemittel auf 100 Gew.-Teile
Pigmentmischung entfallen. Die Mindestauftragsmenge für den Deckstrich beträgt 7 g/m
2 und Seite; beispielhaft genannt sind Auftragsgewichte bis zu insgesamt 19 g/m
2, während für den Vorstrich 4 bis 5 g/m
2 angegeben werden. Obwohl die hergestellten Papiere, die eine neuartige gestrichene
Papierqualität darstellen, zum Teil hervorragende Eigenschaften haben, bestehen insofern
Nachteile, als durch den erforderlichen Doppelstrichauftrag und das hohe Strichauftragsgewicht
ein Papier resultiert, dem aufgrund seiner Entstehungskosten wesentliche Einsatzgebiete
verschlossen bleiben müssen. Ausführlich dargestellt sind in diesem Aufsatz auch die
Nachteile des Filmsplittings am Ausgang einer Filmpresse.
[0009] In dem Aufsatz: "Oberflächenbehandlung von AP-haltigen Druckpapieren - eine Herausforderung
auf dem Weg zu neuen Papierqualitäten", veröffentlicht in "Wochenblatt für Papierfabrikation"
2 (1993), Seiten 53 bis 61, wird über verschiedene Streicheinrichtungen, u. a. auch
über die unter der Bezeichnung "speedsizer" bekanntgewordene Filmpresse berichtet.
Hinsichtlich der Oberflächenbehandlung von SC-Papier wird dazu eine Pigmentschicht
von 4 bis 5 g/m
2 zur Erzielung einer guten Tiefdruckqualität für ausreichend gehalten, wobei jedoch
einschränkend festgestellt wird, daß bei einem höheren Auftragsgewicht zur Verbesserung
von Abdeckung und Weiße beim Einsatz eines speedsizers ein ausgeprägtes Filmsplitting
resultiert und einen drastischen Glätteabfall zur Folge hat. Es wird daher ein zweiter
Beschichtungsschritt mit einer Rakelstreicheinrichtung für die Erzielung guter Tiefdruckeigenschaften
für zweckmäßig gehalten, wobei zugestandenermaßen ein hoher Maschinenaufwand und zusätzliche
Betriebskosten und damit eine Verteuerung des Produktes resultieren müssen.
[0010] Schließlich wird in dem Aufsatz: "Betriebserfahrungen mit Twin-HSM bei der Oberflächenveredelung
von Rohpapieren auf Altpapierbasis", veröffentlich in "Wochenblatt für Papierfabrikation"
21 (1993), Seiten 886 bis 890, über die Probleme beim Einsatz einer Filmpresse berichtet
und dabei auch hohe Auftragsgewichte erwähnt, jedoch zur Art der aufgebrachten Streichfarben
lediglich offenbart, daß es sich dabei um pigmentierte Zusammensetzungen handelte.
[0011] Die vorliegende Erfindung hat die Aufgabe, ein beidseitig gestrichenes Rollendruckpapier
zur Verfügung zu stellen, das unter kostengünstigen Bedingungen herstellbar ist, bei
dessen Herstellung insbesondere ein Zweifachstrich nicht erforderlich ist, dessen
Faserstoff ggf. aus Recyclingfasern besteht und dessen Aussehen und Bedruckbarkeit
mit den marktüblichen Rollendruckpapieren vergleichbar ist. Insbesondere will die
Erfindung ein tiefdruckfähiges Rollendruckpapier zur Verfügung stellen.
[0012] Zur Lösung der Aufgabe sieht die Erfindung ein beidseitig gestrichenes Rollendruckpapier
vor, das aus einem Streichrohpapier besteht, das mineralischen Füllstoff und als Faserstoffkomponenten
Holzstoff und/oder Zellstoff enthält, wobei der zur Aufnahme der Druckfarbe dienende
Strich Pigment und Bindemittel enthält und mittels einer Filmpresse aufgetragen ist,
wobei das Papier dadurch gekennzeichnet ist, daß
- das Streichrohpapier eine Flächenmasse von 30 bis < 58 g/m2 aufweist,
- der Füllstoffgehalt des Streichrohpapiers - bezogen auf seine Flächenmasse - 15 bis
35 Gew.% beträgt,
- das Streichrohpapier außer Holzstoff und/oder Zellstoff wahlweise bis zu < 50 Gew.%
Recyclingfasern enthält, wobei sich alle Gewichtsteile auf 100 Gew.% ergänzen,
- der Strich je Seite eine Flächenmasse von 2 bis 12 g/m2 aufweist,
- das Pigment des Striches zu 40 bis 60 Gew.% eine Korngröße < 2 µm aufweist und
- das Pigment des Striches eine mittlere Korngröße im Bereich von 1,3 bis 2,5 µm aufweist.
[0013] Bevor die Vorteile der vorliegenden Erfindung, ihre weiteren vorzugsweisen Ausführungsformen
und das Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen Rollendruckpapieres näher
erläutert werden, werden die in Beschreibung und Patentansprüchen verwendeten Begriffe
erläutert:
[0014] Unter den erfindungsgemäßen Rollendruckpapieren sind ausschließlich einlagige Papiere
zum Unterschied von z. B. Karton zu verstehen.
[0015] Unter Füllstoff sind die mineralischen Pigmente zu verstehen, die der Fasersuspension
bei der Papierherstellung zugegeben werden. Es wird dabei nicht unterschieden zwischen
frisch zugegebenen Füllstoffen und Füllstoffen, die zusammen mit ggf. aus Altpapier
zurückgewonnenen Faserstoffen dem Papierherstellungsprozeß zugeführt werden.
[0016] Recyclingfasern sind aus Altpapier zurückgewonnene Faserstoffe, wobei erfindungsgemäß
insbesondere solche bevorzugt sind, die aus der Altpapiersorte D31 entsprechend der
Liste der deutschen Standardsorten gewonnen werden.
[0017] Deinkte Recyclingfasern sind Fasern, von denen die Druckfarbe weitestgehend entfernt
ist.
[0018] Unter Holzstoff sind mechanisch zerkleinerte Holzfasern zu verstehen, also sowohl
die sogenannten Schliffsorten als auch die mit Hilfe von Refinern gewonnenen Sorten.
Eine Aufstellung der verschiedenen Holzstoffarten ist in der Literaturstelle: "Zellstoff
und Papier" 37 (1988), Seite 212, gegeben. Von diesen dort aufgeführten Holzstoffarten
ist erfindungsgemäß insbesondere der sogenannte TMP-Stoff (thermo mechanischer Refiner
Holzstoff) bevorzugt.
[0019] Unter Holzstoff bzw. Zellstoff sind "frische" Fasern zu verstehen, zum Unterschied
gegenüber den Recyclingfasern auf Holzstoff- oder Zellstoffbasis.
[0020] Die Bezeichnung Filmpresse wird hier zur Kennzeichnung aller Einrichtungen verwendet,
bei denen eine Vordosierung der Streichfarbe mittels Dosierwalzen, Rakelmesser und
glattem oder gerilltem Rollrakel auf einer Übertragungswalze erfolgt, von der "indirekt"
die vordosierte Streichfarbe zur Ausbildung der Beschichtung auf die Streichrohpapierbahn
übertragen wird. Nähere Erläuterungen enthält die vorstehend diskutierte Literaturstelle:
"Wochenblatt für Papierfabrikation" 13 (1992), Seiten 507 bis 515; ferner die Literaturstelle:
"Wochenblatt für Papierfabrikation" 6 (1992), Seiten 193 bis 197.
[0021] Heiß-Soft-Kalander werden in der Fachwelt auch als Soft-Compact-Calender bezeichnet,
wobei der Walzenspalt aus einer beheizten Hartgußwalze und einer damit in Verbindung
stehende Walze mit elastischem Kunststoff besteht, s. a. "Wochenblatt für Papierfabrikation"
16 (1990), Seiten 701 bis 708.
[0022] Alle Gewichtsangaben zu Faserstoffen, Streichrohpapieren und beschichteten Papieren
bzw. Beschichtungen beziehen sich auf "ofentrockene" Gewichtsangaben. Angaben zum
Bindemittel betreffen den Feststoffgehalt des Bindemittels.
[0023] Zur Feststellung der Korngröße des Pigments dient eines der bekannten Sedimentationsverfahren,
z. B. Andreasenpipette, Sedigraph oder Shimadzu-Zentrifuge.
[0024] Zur Sicherstellung einer gleichmäßigen Strichoberfläche hat es sich als zweckmäßig
erwiesen, daß die Streichpigmente eine mittlere Korngröße im Bereich von 1,3 bis 2,5
µm aufweisen und ihre BET-Oberfläche zwischen 6,5 und 9 m
2/g liegt.
[0025] Vorzugsweise handelt es sich bei den gemäß der Erfindung im Strich vorliegenden Pigmenten
ausschließlich um mineralische Pigmente. Infolge ihrer relativ groben Kornverteilung
wurden solche Pigmente bisher als Füllstoff dem Faserstoffbrei bei der Papierherstellung
zugegeben. Die Erfinder hatten nun erkannt, daß bei Verwendung dieser grobkörnigen
Pigmente als Streichpigmente für eine mittels einer Filmpresse aufzutragende Streichfarbe
das sogenannte Filmsplitting nicht oder zumindest in einem wesentlich geringeren Ausmaß
auftritt und dadurch eine wesentlich glattere Strichoberfläche entsteht. Die Erfindung
ermöglicht daher auch mit hochpigmentierten Streichfarben einen problemlosen Auftrag
auch wesentlich höherer Strichgewichte. Mit einem einzigen Strich ist eine gute Abdeckung
der Oberfläche des Streichrohpapiers möglich. Die aus dem Stand der Technik bekannten
Maßnahmen, wie das Auftragen eines Vorstriches mittels Filmpresse und der nachfolgende
Auftrag eines zur Aufnahme der Druckfarbe dienenden Striches mittels einer Rakelstreicheinrichtung
können also entfallen. Vorzugsweise weist das Pigment des Striches zu 40 bis 55 Gew.%
eine Korngröße < 2 µm auf. Ggf. kann das Strichpigment bis zu max. 10 Gew.% - bezogen
auf Gesamtpigmentgehalt - eines oder mehrerer nicht mineralischer Pigmente, wie z.
B. ungelöste Stärkekörnchen, enthalten.
[0026] In Zusammenhang mit dem hohen Füllstoffgehalt des Streichrohpapiers von 15 bis 35
Gew.% entsteht insbesondere bei Strichauftragsgewichten von mehr als 5 g/m
2 und Seite ein Rollendruckpapier von hoher Opazität und guter Oberflächenstruktur,
das sowohl im Offset- als auch im Tiefdruck bedruckbar ist. Es ist dabei bevorzugt,
daß der Pigmentgehalt des Striches bei nicht weniger als 80 Gew.%, bezogen auf den
Gesamtfeststoffgehalt des Striches, liegt, wobei übliche Streichfarbenhilfsmittel
in untergeordneter Menge von max. 1,5 Gew.% vorliegen können. Die Verwendung einer
Filmpresse als Streicheinrichtung ermöglicht nicht nur die Absenkung des Streichrohpapiers
bis auf 30 g/m
2, sie macht es auch möglich, in Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Pigmentzusammensetzung
für den zur Aufnahme der Druckfarbe dienenden Strich außer Holzstoff und/oder Zellstoff
einen Anteil bis zu < 50 Gew.% des Streichrohpapiers aus Recyclingfasern, vorzugsweise
aus deinkten Recyclingfasern, einzusetzen.
[0027] In wirtschaftlicher Hinsicht bietet damit die vorliegende Erfindung einmal den Vorteil,
durch den Zugriff zu den im Vergleich zu den üblichen feinteiligen Streichpigmenten
kostengünstigeren Streichpigmenten entsprechend der Erfindung Materialkosten einzusparen,
desweiteren entsteht der Vorteil, mit nur einem einzigen Streichvorgang die Herstellungskosten
zu verringern und schließlich bietet die Erfindung auch den Vorteil, in beträchtlicher
Weise auf Recyclingfasern zurückgreifen zu können. Die Erfindung ist nicht auf den
Einsatz von Recyclingfasern beschränkt, vielmehr entstehen bereits erhebliche wirtschaftliche
Vorteile durch die verringerten Material- und Herstellungskosten, auch dann, wenn
der Faserstoff des Streichrohpapiers aus lediglich Holzstoff und Zellstoff besteht.
[0028] Vorzugsweise sind als Streichpigmente Kaolin, Calciumcarbonat und Talkum geeignet.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform besteht das erfindungsgemäß einzusetzende
Streichpigment zu mehr als 80 Gew.% aus Kaolin, Calciumcarbonat, Talkum oder einer
Mischung dieser Streichpigmente in der angegebenen Korngrößenverteilung, während der
Rest des Streichpigmentes aus artgleichen Pigmenten, jedoch in feinerer Verteilung
oder aus anderen Pigmenten, wie z. B. aus Aluminiumhydroxid, Bentonit oder Titandioxid
bestehen kann.
[0029] Zur Erzielung einer besonders guten Abdeckung des Streichrohpapiers wird ein Strichauftrag
von mehr als 5 g/m
2 und Seite bevorzugt, jedoch sollte das Auftragsgewicht nicht höher als 10 g/m
2 und Seite betragen.
[0030] Der Bindemittelgehalt des Striches richtet sich nach dem Einsatzzweck des erfindungsgemäßen
Rollendruckpapiers, wobei für ein im Trockenoffset zu bedruckendes Rollendruckpapier
ein Bindemittelgehalt von 12 bis 20 Gew.%, bezogen auf Pigment, bevorzugt wird, während
für den Naßoffsetdruck ein Bindemittelgehalt von 10 bis 15 Gew.% ausreicht. Für ein
im Tiefdruckverfahren zu bedruckendes Rollendruckpapier ist erfindungsgemäß ein Bindemittelgehalt
von 4 bis 7 Gew.%, bezogen auf Pigment, vorgesehen.
[0031] Als Bindemittel kommen insbesondere die üblichen Syntheselatices auf Acrylat- und
Butadienstyrolbasis in Frage, ferner - insbesondere bei Offsetdruckrezepturen - Bindemittel
auf Stärkebasis, wobei allgemein bevorzugt wird, daß das Bindemittel insgesamt überwiegend
aus einem Syntheselatex besteht. Lediglich bei Offsetdruckrezepturen mit Bindemittelanteilen
von mehr als 10 Gew.% können auch mehr als 50 Gew.%, jedoch nicht mehr als 65 Gew.%,
aus einem Bindemittel auf Stärkebasis bestehen.
[0032] Für die Herstellung des erfindungsgemäßen Rollendruckpapiers hat sich ein Streichrohpapier
als besonders geeignet erwiesen, dem zur Verbesserung der Festigkeit bei der Herstellung
kationische Stärke als Massezusatz zugegeben wurde. Die Füllstoffe des Streichrohpapiers
bestehen vorzugsweise überwiegend aus Kaolin, Calciumcarbonat und Talkum oder einer
Mischung dieser Stoffe.
[0033] Die Herstellung des Rollendruckpapiers kann erfindungsgemäß online erfolgen, d. h.
das Streichrohpapier wird nach seiner Trocknung direkt der Filmpresse zum Auftrag
der Beschichtung zugeführt und ggf. auch ohne Zwischenwicklung nach Aufbringung und
Trocknung der Beschichtung direkt mittels eines Kalanders geglättet. Als Kalander
kommen hierbei ein Superkalander oder ein Heiß-Soft-Kalander in Frage.
[0034] Die nachfolgenden Beispiele erläutern die Erfindung:
[0035] In den nachfolgenden Beispielen 1 und 2 wurde ein holzstoffhaltiges Streichrohpapier
mit einer Flächenmasse von 52 g/m
2 und einem Füllstoffanteil von 31 Gew.% in einer mit einer Filmpresse ausgestatteten
Versuchsstreicheinrichtung gestrichen - Auftragsgewicht: 6 g/m
2 und Seite - getrocknet und auf einem Superkalander satiniert.
| Streichfarbe 1 (Beispiel 1): |
| Kaolin |
45 Gew.% < 2 µm 100 Gew.-Teile |
| selbstverdickender Acrylatlatex |
5 Gew.-Teile |
| Na-Stearat |
0,5 Gew.-Teile |
| Feststoffgehalt |
40 Gew.% |
| Streichfarbe 2 (Beispiel 2): |
| Kaolin wie in Streichfarbe 1 |
60 Gew.-Teile |
| Talkum |
44 Gew.% < 2 µm 40 Gew.-Teile |
| übrige Komponenten und Feststoffgehalt wie in Streichfarbe 1. |
[0036] Eine visuelle Bewertung der im Tiefdruck bedruckten Bahn zeigte ein hervorragendes
Druckergebnis.
1. Beidseitig gestrichenes Rollendruckpapier, bestehend aus einem Streichrohpapier, das
mineralischen Füllstoff und als Faserstoffkomponenten Holzstoff und/oder Zellstoff
enthält, wobei der zur Aufnahme der Druckfarbe dienende, Pigment und Bindemittel enthaltende
Strich mittels einer Filmpresse aufgetragen ist, dadurch gekennzeichnet, daß
- das Streichrohpapier eine Flächenmasse von 30 bis < 58 g/m2 aufweist,
- der Füllstoffgehalt des Streichrohpapiers - bezogen auf seine Flächenmase - 15 bis
35 Gew.% beträgt,
- das Streichrohpapier außer Holzstoff und/oder Zellstoff wahlweise bis zu < 50 Gew.%
Recyclingfasern enthält, wobei sich alle Gewichtsteile auf 100 Gew.% ergänzen,
- der Strich je Seite eine Flächenmasse von 2 bis 12 g/m2 aufweist,
- das Pigment des Striches zu 40 bis 60 Gew.% eine Korngröße < 2 µm aufweist und
- das Pigment des Striches eine mittlere Korngröße im Bereich von 1,3 bis 2,5 µm aufweist.
2. Beidseitig gestrichenes Rollendruckpapier nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Pigment des Striches zu 40 bis 55 Gew.% eine Korngröße < 2 µm aufweist.
3. Beidseitig gestrichenes Rollendruckpapier nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch
gekennzeichnet, daß das Pigment des Striches überwiegend aus Kaolin, Calciumcarbonat,
Talkum oder einer Mischung dieser Pigmente besteht.
4. Beidseitig gestrichenes Rollendruckpapier nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß das Pigment des Striches zu mehr als 80 Gew.% aus Kaolin, Calciumcarbonat,
Talkum oder einer Mischung dieser Pigmente besteht.
5. Rollendruckpapier nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der
Strich je Seite eine Flächenmasse > 5 g/m2 aufweist.
6. Beidseitig gestrichenes Rollendruckpapier nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß der Strich eine Flächenmasse von nicht mehr als 10 g/m2 und Seite aufweist.
7. Beidseitig gestrichenes Rollendruckpapier nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß der Strich 12 bis 20 Gew.% Bindemittel - bezogen auf das Pigment
des Striches - enthält.
8. Beidseitig gestrichenes Rollendruckpapier nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der Strich 10 bis 15 Gew.% Bindemittel - bezogen auf das Pigment
des Striches - enthält.
9. Beidseitig gestrichenes Rollendruckpapier nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der Strich 4 bis 7 Gew.% Bindemittel - bezogen auf das Pigment
des Striches - enthält.
10. Verfahren zur Herstellung eines beidseitig gestrichenen Rollendruckpapiers nach einem
der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
- auf ein Streichrohpapier, das eine Flächenmasse von 30 bis < 58 g/m2 aufweist und einen mineralischen Füllstoffgehalt von 15 bis 35 Gew.% besitzt, wobei
das Streichrohpapier außer Holzstoff und/oder Zellstoff wahlweise bis zu < 50 Gew.%
Recyclingfasern enthält und sich alle Gewichtsteile auf 100 Gew.% ergänzen,
- auf jede Seite des Streichrohpapieres mittels einer Filmpresse eine Streichfarbe
zur Erzielung eines Strichauftragsgewichtes mit einer Flächenmasse von 2 bis 12 g/m2 und Seite aufgetragen, die aufgebrachte Streichfarbe getrocknet und das getrocknete
Papier mittels eines Kalanders geglättet wird, wobei
- das Pigment des Striches zu 40 bis 60 Gew.% eine Korngröße < 2 µm aufweist und
- das Pigment des Striches eine mittlere Korngröße im Bereich von 1,3 bis 2,5 µm aufweist.
1. Web printing paper coated on both sides, comprising a coating base paper containing
mineral filler and, as fibrous components, wood pulp and/or cellulose, the pigment-
and binder-containing coating, which serves to receive the printing ink, being applied
by means of a film press, characterised in that
- the coating base paper has a mass per unit area of from 30 to < 58 g/m2,
- the filler content of the coating base paper, based on its mass per unit area, is
from 15 to 35 % by weight,
- the coating base paper optionally contains, besides wood pulp and/or cellulose,
up to < 50 % by weight recycled fibres, the sum of all the weight components being
100 % by weight,
- the coating on each side has a mass per unit area of from 2 to 12 g/m2,
- from 40 to 60 % by weight of the pigment of the coating has a particle size of <
2 µm, and
- the pigment of the coating has a mean particle size in the range from 1.3 to 2.5
µm.
2. Web printing paper coated on both sides according to claim 1, characterised in that
from 40 to 55 % by weight of the pigment of the coating has a particle size of < 2
µm.
3. Web printing paper coated on both sides according to either claim 1 or claim 2, characterised
in that the pigment of the coating consists predominantly of kaolin, calcium carbonate,
talcum or a mixture of those pigments.
4. Web printing paper coated on both sides according to any one of claims 1 to 3, characterised
in that more than 80 % by weight of the pigment of the coating consists of kaolin,
calcium carbonate, talcum or a mixture of those pigments.
5. Web printing paper according to any one of claims 1 to 4, characterised in that the
coating on each side has a mass per unit area of > 5 g/m2.
6. Web printing paper coated on both sides according to any one of claims 1 to 5, characterised
in that the coating has a mass per unit area of not more than 10 g/m2 on each side.
7. Web printing paper coated on both sides according to any one of claims 1 to 6, characterised
in that the coating contains, based on the pigment of the coating, from 12 to 20 %
by weight binder.
8. Web printing paper coated on both sides according to any one of claims 1 to 7, characterised
in that the coating contains, based on the pigment of the coating, from 10 to 15 %
by weight binder.
9. Web printing paper coated on both sides according to any one of claims 1 to 7, characterised
in that the coating contains, based on the pigment of the coating, from 4 to 7 % by
weight binder.
10. Process for the preparation of a web printing paper coated on both sides according
to any one of claims 1 to 9, characterised in that
- on a coating base paper having a mass per unit area of from 30 to < 58 g/m2 and a mineral filler content of from 15 to 35 % by weight, the coating base paper
optionally containing, besides wood pulp and/or cellulose, up to < 50 % by weight
recycled fibres, the sum of all the weight components being 100 % by weight,
- a coating liquid is applied to each side of the coating base paper by means of a
film press in order to achieve a weight of applied coating having a mass per unit
area of from 2 to 12 g/m2 on each side, the applied coating liquid is dried and the dried paper is glazed by
means of a calender, with
- from 40 to 60 % by weight of the pigment of the coating having a particle size of
< 2 µm, and
- the pigment of the coating having a mean particle size in the range from 1.3 to
2.5 µm.
1. Papier d'impression sans fin couché sur les deux faces, constitué d'un support de
couche contenant une charge minérale et, en tant que composants fibreux, de la pâte
de bois mécanique et/ou de la pâte de bois chimique, la couche contenant un pigment
et un liant et destinée à recevoir l'encre d'impression étant appliquée au moyen d'une
presse à film, lequel papier est caractérisé
- en ce que le support de couche a une masse par unité de surface allant de 30 à moins
de 58 g/m2,
- en ce que la teneur en charge du support de couche - rapporté à sa masse par unité
de surface - vaut entre 15 et 35 % en poids,
- en ce que le support de couche contient éventuellement, en plus de pâte de bois
mécanique et/ou de pâte de bois chimique, moins de 50 % en poids de fibres recyclées,
toutes les parties en poids se complétant à 100 % en poids,
- en ce que la couche déposée sur chacune des faces a une masse par unité de surface
comprise entre 2 et 12 g/m2,
- en ce que de 40 à 60 % en poids des particules du pigment contenu dans la couche
ont une taille inférieure à 2 µm et
- en ce que la taille moyenne des particules de pigment est comprise dans l'intervalle
allant de 1,3 à 2,5 µm.
2. Papier d'impression sans fin couché sur les deux faces conforme à la revendication
1, caractérisé en ce que de 40 à 55 % en poids des particules de pigment de la couche
ont une taille inférieure à 2 µm.
3. Papier d'impression sans fin couché sur les deux faces conforme à l'une quelconque
des revendications 1 à 2, caractérisé en ce que le pigment de la couche est composé
majoritairement de kaolin, de carbonate de calcium, de talc ou d'un mélange de ces
pigments.
4. Papier d'impression sans fin couché sur les deux faces conforme à l'une quelconque
des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le pigment de la couche est composé
à plus de 80 % en poids de kaolin, de carbonate de calcium, de talc ou d'un mélange
de ces pigments.
5. Papier d'impression sans fin selon une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce
que la couche sur chacune des faces à une masse par unité de surface supérieure à
5 g/m2.
6. Papier sans fin couché sur les deux faces conforme à l'une quelconque des revendications
1 à 5, caractérisé en ce que la masse par unité de surface de ladite couche ne dépasse
pas 10 g par m2 et par face.
7. Papier sans fin couché sur les deux faces conforme à l'une quelconque des revendications
1 à 6, caractérisé en ce que ladite couche contient de 12 à 20 % en poids de liant
- rapporté à la quantité de pigment contenu dans ladite couche.
8. Papier sans fin couché sur les deux faces conforme à l'une quelconque des revendications
1 à 7, caractérisé en ce que ladite couche contient de 10 à 15 % en poids de liant
- rapporté à la quantité de pigment contenu dans ladite couche.
9. Papier sans fin couché sur les deux faces conforme à l'une quelconque des revendications
1 à 7, caractérisé en ce que ladite couche contient de 4 à 7 % en poids de liant - rapporté à la quantité de pigment contenu dans ladite couche.
10. Procédé de fabrication d'un papier d'impression sans fin couché sur les deux faces
conforme à l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé
- en ce que l'on applique, sur chacune des faces d'un support de couche ayant une
masse par unité de surface allant de 30 à moins de 58 g/m2 et une teneur en charge minérale allant de 15 à 35 % en poids, au moyen d'une presse à film un enduit de couchage de manière à obtenir
un poids de couchage équivalent à une masse par unité de surface de 2 à 12 g par m2 et par face, ledit support de couche pouvant contenir, en plus de pâte mécanique
et/ou de pâte chimique, jusqu'à moins de 50 % en poids de fibres recyclées, et toutes
les parties en poids se complétant à 100 % en poids,
- en ce que l'on sèche l'enduit de couchage appliqué et en ce que l'on lisse le papier
séché au moyen d'une calandre,
de 40 à 60
% en poids des particules du pigment contenu dans la couche ayant une taille inférieure
à 2 µm et la taille moyenne des particules du pigment de la couche étant comprise
entre 1,3 et 2,5 µm.