[0001] Die Erfindung betrifft einen Lockenwickler, bestehend aus mehreren umfangsgeschlossenen,
kreiszylindrischen Röhren mit gestuften Durchmessern, die koaxial ineinander angeordnet
und mit Schiebepassung teleskopierbar sind, im ausgezogenen Zustand des Lockenwicklers
ein steifes Rohr bilden und je eine Vielzahl von Durchbrüchen und dazwischen verbleibende,
einander kreuzende Stege sowie Ausziehbegrenzungsmittel aufweisen.
[0002] Ein Lockenwickler dieser Art ist aus der US-A-3,835,871 bekannt. Am Übergang zwischen
jeweils zwei Röhren befinden sich Ausziehbegrenzungsmittel in Form von Innen- und
Außenflanschen, die miteinander Anschläge bilden. Einer der Endflansche weist am freien
Ende ebenfalls einen Flansch auf, der die Röhren im eingeschobenen Zustand zusammenhält.
Dieser Flansch steht jedoch einer problemlosen Montage im Wege. Der Lockenwickler
ist in der Handhabung unpraktisch, weil die einzelnen Röhren relativ verdrehbar sind,
was beim Aufwickeln der Locken stört.
[0003] Die US-A-3,593,724 zeigt einen teleskopierbaren Lockenwickler, bestehend aus einer
Außenröhre und einer Innenröhre. Die Innenröhre hat einen durchgehenden Längsschlitz,
in den, eine Mehrzahl axial ausgerichteter Innenvorsprünge der Außenröhre eingreifen.
Von dem Schlitz der Innenröhre zweigen Winkelschlitze ab, in die die Vorsprünge der
Außenröhre einfahren können. Damit wird zwar eine Arretierung der beiden Röhren erreicht,
die sowohl in Axialrichtung, als auch in Umfangsrichtung wirkt, jedoch findet eine
echte Auszugsbegrenzung nicht statt, wenn die Vorsprünge beim Teleskopieren der Röhren
im Schlitz der Innenröhre liegen. Außerdem ist die geschlitzte Hülse instabil und
verhindert die Ausbildung des Röhrenmantels als Gitterwerk mit großflächigen Durchbrüchen.
[0004] Die US-A-2,229,841 zeigt einen Lockenwickler mit polygonal konturierten Einzelröhren,
die relativ zueinander drehbar sind und je nach Drehstellung keine wackelfreie Verbindung
gewährleisten. Außerdem fehlt eine wirksame Ausziehbegrenzung.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, den Lockenwickler der eingangs genannten Art so auszubilden,
daß die Röhren eine Vielzahl von Luftdurchtrittsöffnungen aufweisen, dennoch aber
bei ausreichend geringer Wandstärke im ausgezogenen Zustand einen Lockenwickler hoher
Stabilität erzeugen, der leicht herzustellen und zu montieren ist und der einen hohen
Gebrauchswert dadurch hat, daß eine wirksame Ausziehbegrenzung vorhanden ist und eine
relative Drehbarkeit der Röhren zueinander ausgeschlossen ist.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einem Lockenwickler der eingangs genannten Art dadurch gelöst,
daß alle Röhren allenfalls mit Ausnahme einer Endröhre jeweils mindestens einen Längssteg
mit in Umfangsrichtung beidseitig angrenzenden Durchbrüchen aufweisen, daß in dem
Längssteg eine im Abstand von beiden Röhrenenden endende Längsführung angeordnet ist,
in die ständig ein, im Endbereich des Mantels einer benachbarten Röhre vorgesehenes
Führungselement eingreift, das das Ausziehbegrenzungsmittel und zusätzlich ein Verdrehungsschutzmittel
bildet.
[0007] Die Längsstege stabilisieren die Röhren und ermöglichen die Ausbildung der Röhrenmäntel
über ihren größten Axialbereich in Form eines Gitterwerks mit schmalen, einander kreuzenden
Stegen und dazwischen verbleibenden großflächigen Durchbrüchen. Diese Ausbildung ist
für ein schnelles Trocknen der aufgewickelten Haare wichtig. Die Längsführungen können
als durchgehende Schlitze ausgebildet sein, so daß ein zapfenförmiges Führungselement
in der benachbarten Röhre in den Schlitz eingreift, wodurch gleichzeitig eine Ausziehbegrenzung
und ein Verdrehungsschutz bewirkt werden. Wenn gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung
die Längsführung als Nut ausgebildet ist, die also einen Nutboden besitzt, so können
an den Enden - aber auch in Zwischenstellungen - Vertiefungen im Nutboden vorgesehen
werden, in die der vorzugsweise federnd gelagerte Zapfen der anderen Röhre einrastet.
Eine unerwünschte Längsverschiebung der Röhren zueinander während des Gebrauches ist
damit ausgeschlossen.
[0008] Die Längsstege verlaufen vorzugsweise achsparallel gemäß einer Altenative verlaufen
die Längsstege schraubenlinienförmig.
[0009] Weitere vorteilhafte Merkmale und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus
der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels.
[0010] Die Zeichnung veranschaulicht:
- Fig. 1
- eine Schnittansicht durch den Teleskop-Lockenwickler gemäß der Erfindung im auseinandergezogenen
Zustand,
- Fig.2
- Den Lockenwickler gem Fig. 1 im zusammengeschobenen Zustand,
- Fig.3
- eine isometrische Darstellung von zwei Röhren des Lockenwicklers im auseinandergezogenen
Zustand,
- Fig.4
- einen Längsschnitt im Überlappungsbereich zweier relativ verschiebbarer Röhren des
Lockenwicklers und
- Fig.5
- einen Ausschnitt der Führungseinrichtung für zwei teleskopierbare Röhren.
[0011] Ein Lockenwickler 10 besteht aus vier teleskopierbaren kreiszylindrischen Röhren,
nämlich einer Endröhre 12 größten Durchmessers, einer Endröhre 14 kleinsten Durchmessers
und zwei dazwischen angeordneten Innenröhren 16, 18. Alle Röhren 12-18 haben dieselbe
Länge, die im Ausführungsbeispiel 65 mm beträgt. Der Außendurchmesser der größten
Röhre 12 beträgt etwa 23 mm und derjenige der kleinsten Röhre 14 etwa 16 mm. Die Durchmesserstufung
von Röhre zu Röhre beträgt ca. 2,2 mm und die Überlappung zweier Röhren im ausgezogenen
Zustand des Wicklers 10 liegt bei 13 mm. Alle Röhre 12-18 sind an ihren Enden offen
und der jeweilige Mantel besteht aus einander kreuzenden Stegen 20, die ein großlückiges
Gitterwerk bilden mit einer Vielzahl großflächiger Durchbrüche 22. Mit Ausnahme der
Größtröhre 12 haben alle anderen Röhren 14-18 zwei diametral gegenüberliegende Längsführungen
24, in Form von Axialschlitzen die bis nahe an die Röhrenenden heranreichen. Mit Ausnahme
der Kleinströhre 14 haben alle anderen Röhren 12-16,18 zwei diametral gegenüberliegende
Führungszapfen 26, die sich vom Röhrenmantel um etwa die Wandstärke der Röhren radial
nach innen erstrecken und in die Längsführungen 24 der jeweils anschließenden Röhre
eingreifen. Die beiden Führungszapfen 26 jeder der beiden Innenröhren 16,18 liegen
in einer Axialebene, die mit der die beiden Längsführungen 24 enthaltenden zweiten
Axialebene einen Winkel von 90° bildet. Dadurch wird erreicht, daß das Längsschlitzpaar
24, 24 von Röhre zu Röhre um jeweils 90° umfangsversetzt liegt. Die Röhren könnten
daher voll in einander geschoben werden, wobei alle Führungszapfen 26 in einer Radialebene
zu liegen kämen.
[0012] Wie Fig. 2 veranschaulicht ist die Länge der Führungsführungen 24 so bestimmt, daß
jede Röhre aus seiner benachbarten Röhre im Einschubzustand des Lockenwicklers 10
etwas vorsteht. An diesen vorstehenden Enden können die Röhren erfaßt und leichter
ausgezogen werden. Jede der Röhren 12-18 weist an dem, die nächst kleinere Röhre führenden
Ende eine konische Schräge 28 als Übergangsabschnitt auf.
[0013] Die aus den Längsführungen 24 und den Führungszapfen 26 bestehende Führungseinrichtung
bewirkt einen Schutz gegen Relativdrehung der Röhren und wirkt als Mittel zur Ausziehbegrenzung.
[0014] Wie sich aus den Figuren 3 und 4 ergibt, weisen die Röhren 14, 16, 18 in ihrem jeweiligen
Mantel ein Paar einander diametral gegenüber liegender Längsstege 30 auf, die einem
Teil des Gitterwerks bilden. Die Längsführungen 24 sind in diesen Längsstegen 30 mittig
angeordnet.
[0015] Die Außenseiten der das Gitterwerk bildenden Stege 20, 30 sind mit einer Florbeschichtung
32 versehen. Dieser Flor steht im ausgezogenen Zustand des Teleskopwicklers 10 radial
vom Röhrenmantel ab und dient bei der Handhabung des Lockenwicklers zur Verankerung
der Haare. Beim Zusammenschieben des Lockenwicklers 10 legt sich der Flor um und bewirkt
einen Reibschluß zwischen den Röhren, der dafür sorgt, daß eine gewisse Zugkraft notwendig
ist, um eine oder mehrere Röhren auszufahren.
[0016] Der Führungszapfen 26 kann entweder als einstückiger Vorsprung beim Spritzgießen
der Röhren angeformt oder als separater Zapfen ausgebildet sein, der z.B. in eine
Rastbohrung der jeweiligen Röhre eingedrückt und dabei verrastet wird.
[0017] FIG. 5 zeigt eine Variante, bei der die Längsführung 24 als Nut ausgebildet ist,
in die der Zapfen 26 hineinpaßt. Dieser ist zweiteilig ausgebildet und umfaßt eine
Außenhülse 34, die in eine Radialbohrung der jeweiligen Röhre eingesetzt ist, sowie
ein bodenseitig geschlossene Innenhülse 36 mit eingebauter Feder 38. An den beiden
Enden der Längsführung 24 und in deren Mitte sind jeweils Vertiefungen in Form von
Durchgangsbohrungen 40 vorgesehen, in die die Zapfen 26 im eingeschobenen Zustand
der Röhren, im halbausgezogenen Zustand und in vollausgezogenen Zustand einrasten.
[0018] Im Ausführungsbeispiel fehlt bei der größten Röhre 12 das Längsführungspaar und bei
der kleinsten Röhre 14 der Führungszapfen 26. Es versteht sich, daß das Führungsprinzip
auch umgekehrt werden kann. Die Führungszapfen 26 sind dann jeweils den hinteren Endbereichen
der Röhren 14, 16 und 18 zugeordnet und stehen nicht radial nach innen sondern nach
außen vor.
[0019] Die Ausführung, bei der die Zapfen 26 radial nach außen zeigen, ermöglicht in Verbindung
mit zwei einander jeweils diametral gegenüber liegenden schlitzförmigen oder nutenförmigen
Längsführungen 24 einen gemeinsamen Radialstift zu verwenden, dessen Enden die Zapfen
26 bilden. Dieser Radialstift durchsetzt also die jeweilige Röhre vollständig. Er
läßt sich leicht zweiteilig mit eingebauter Feder ausbilden, der genauso einfach montiert
werden kann. Der gezeigte viergliedrige Lockenwickler besitzt dann drei solcher Radialstifte,
von denen die beiden äußeren parallel liegen und der mittlere quer dazu angeordnet
ist. Im eingefahrenen Zustand berühren die drei Radialstifte einander.
[0020] Eine weitere nicht dargestellt Alternative besteht darin, an den Enden von drei der
vier Röhren längliche Lappen an drei Seiten auszustanzen bzw. bei der Spritzgußformung
entsprechend zu trennen, so daß an der vierten Seite eine Biegezone entsteht, mit
welcher die Lappen mit dem jeweiligen Röhrenmantel verbunden bleiben. Diese Lappen
wirken dann als Federzungen und tragen an dem, dem Biegebereich gegenüber liegenden
freien Ende den Zapfen 26. Beim Auflaufen der Zapfen auf den Nutboden der Längsführungen
24 weichen die Enden der Lappen geringfügig in radialer Richtung aus, ohne daß dies
die Teleskopierbarkeit der Röhren unzulässig behindert. Die Lappen können in Längsrichtung
der Röhren, aber auch genauso gut in Umfangsrichtung orientiert werden.
[0021] Anstatt des dargestellten 4-gliedrigen Lockenwicklers kann dieser auch aus 2 oder
3 Röhren aber auch aus mehr als 4 Röhren bestehen.
[0022] Im Ausführungsbeispiel sind die Längsführungen 24 achsparallel also geradlinig angeordnet.
Es liegt jedoch ausdrücklich im Rahmen der Erfindung, die Längsführungen auf schraubenlinienförmigen
Bahnen anzuordnen, wobei die Steigung der Schraubenlinie vorzugsweise so bemessen
ist, daß für die volle Ausziehbewegung eine Relativdrehung von höhcstens 360° ausreicht.
1. Lockenwickler, bestehend aus mehreren umfangsgeschlossenen, kreiszylindrischen Röhren
(12-18) mit gestuften Durchmessern, die koaxial ineinander angeordnet und mit Schiebepassung
teleskopierbar sind, im ausgezogenen Zustand des Lockenwicklers (10) ein steifes Rohr
bilden und je eine Vielzahl von Durchbrüchen (22) und dazwischen verbleibende, einander
kreuzende Stege (20, 30) sowie Ausziehbegrenzungsmittel (24, 26) aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß alle Röhren (12-18) allenfalls mit Ausnahme einer Endröhre (12; 14) jeweils mindestens
einen, sich wenigstens teilweise in Axialrichtung erstreckenden Längssteg (30) mit
in Umfangsrichtung beidseitig angrenzenden Durchbrüchen (22) aufweisen, daß in dem
Axialsteg (30) eine im Abstand von beiden Röhrenenden endende Längsführung (24) angeordnet
ist, in die ständig ein, im Endbereich des Mantels einer benachbarten Röhre vorgesehenes
Führungselement (26) eingreift, das das Ausziehbegrenzungsmittel (24, 26) und zusätzlich
ein Verdrehungsschutzmittel bildet.
2. Lockenwickler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsführungen (24) aus Nuten und die Führungselemente (26) aus radialen, in
radialer Richtung federnd angeordneten Zapfen bestehen, die sich auf dem Nutboden
abstützen.
3. Lockenwickler nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß an mindestens einem Ende jeder Nut (26) eine Rastvertiefung (40) für den Zapfen (26)
vorgesehen ist.
4. Lockenwickler nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zapfen (26) jeweils an einem Umfangsabschnitt der Röhre (12, 14, 16) vorgesehen
sind, der einen, an drei Seiten von der Röhre getrennten Lappen bildet, welcher an
der vierten Seite mit der Röhre durch eine Biegezone verbunden ist.
5. Lockenwickler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsführungen (24) zweier benachbarter Röhren (14, 16, 18) in einem Umfangsabstand
von wenigstens angenähert 90° angeordnet sind.
6. Lockenwickler nach einem der Ansprüche 1 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß alle Führungselemente (26) im eingeschobenen Zustand der Röhren (12-18) in Radialebenen
liegen, die allenfalls einen geringen Abstand von einander aufweisen.
7. Lockenwickler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Röhren (12-18) an ihren der jeweils nächst kleineren Röhre zugewandten Enden
jeweils eine konische Übergangsschräge (28) aufweisen.
8. Lockenwickler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Längsführung (24) eine in derselben Röhre diametral gegenüber liegende zweite,
gleich ausgebildete Längsführung (24) zugeordnet ist und die benachbarte Röhre einen,
sie vollständig durchsetzenden Radialbolzen aufweist, dessen Enden zwei diametral
gegenüber liegende Zapfen (26) bilden, die jeweils in eine der Längsführungen (24)
eingreifen.
9. Lockenwickler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenflächen der einander kreuzenden Stege (20, 30) haftungserhöhend ausgebildet
sind.
10. Lockenwickler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Haftungserhöhung durch eine Florbeschichtung gebildet ist.