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EP 0 754 505 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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12.12.2001 Patentblatt 2001/50 |
| (22) |
Anmeldetag: 04.07.1996 |
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Haspelvorrichtung
Reel device
Dispositif d'enroulement
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE DE ES FR GB IT LU NL SE |
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Priorität: |
20.07.1995 DE 19526445
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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22.01.1997 Patentblatt 1997/04 |
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Patentinhaber: SMS Demag AG |
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40237 Düsseldorf (DE) |
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Erfinder: |
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- Grethe, Manfred
47877 Willich (DE)
- Rohleder, Dietmar
47803 Krefeld (DE)
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| (74) |
Vertreter: Valentin, Ekkehard, Dipl.-Ing. et al |
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Patentanwälte Hemmerich, Valentin, Gihske, Grosse,
Hammerstrasse 2 57072 Siegen 57072 Siegen (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-C- 437 972
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US-A- 1 448 125
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Haspelvorrichtung zum Auf- und Abwickeln von bandförmigem
Material auf eine bzw. von einer einen Einführschlitz für den Bandanfang aufweisenden
Wickeltrommel, wobei innerhalb der Wickeltrommel eine als Klemmhülse ausgebildete,
rotierende bzw. in Umfangsrichtung bewegliche Welle angeordnet und mit mindestens
einer Klemmwölbung versehen ist.
[0002] Eine solche Haspelvorrichtung ist durch die DE 437 972 C bekanntgeworden. Die rotierende
Antriebswelle mit einer darauf angeordneten Innentrommel nimmt nach dem Klemmen des
Bandes zwischen dieser Innentrommel und einer äußeren Wickeltrommel in der Folge das
zu wickelnde Band mit.
[0003] Bei einer aus der DE 43 21 606 A1 bekannten Haspelvorrichtung ist ein Wickeldorn
zum Aufwickeln eines Blechbandes mit zahlreichen, radial verstellbaren Segmenten bestückt.
Der Bandanfang wird zwischen zwei der radial spreizbaren Segmente geklemmt, deren
Außenflächen die Wickeltrommel bilden. Um einen verlaufenden Übergang zwischen den
Bandwindungen sicherzustellen, wird zwischen den beiden den Bandanfang aufnehmenden,
unmittelbar aufeinerfolgenden Segmenten ein der Banddicke entsprechender Absatz vorgesehen,
so daß die nachfolgenden Bandwindungen stufenlos über den Bandanfang gewickelt werden
können. Damit sich beim Wickeln der nachfolgenden Bandwindungen eine sprunghafte Vergrößerung
der Umfangsgeschwindigkeit und davon bewirkte erhebliche Zugspannungen vermeiden lassen,
werden in der Spreizstellung des Haspeldornes die Segmente zwischen den beiden den
Absatz bildenden Segmenten jeweils gegenüber den unmittelbar benachbarten Segmenten
in gleichen Stufen versetzt; diese ergeben in der Summe die Absatzhöhe. Zum Ausgleich
des radialen Stufensprunges sind die Segmente außerdem zwischen den einander zugekehrten
axialen Rändern aufeinanderfolgenden Segmente in Drehrichtung des Haspeldorns für
das Aufwickeln um eine dornparallele Achse geneigt.
[0004] Eine andere, durch die DE 37 36 857 A1 bekanntgewordene Haspelvorrichtung besitzt
einen Wickeldorn, der zum Klemmen des Bandanfangs einen Klemmschlitz zwischen einer
radial in einem Träger verstellbar geführten Klemmleiste und einem die Klemmleiste
übergreifenden, verstellfest mit dem Träger verbundenen Gegenhalter aufweist. Auf
der Klemmleiste stützt sich ein Mantelsegment mit seinem freien Ende in radialer Richtung
federnd ab. Der Wickeldorn ist somit als Spreizdorn ausgebildet, bei dem auch der
Träger mit dem Gegenhalter und dem federbelastenden Mantelsegment ein Spreizsegment
darstellt. Beim Aufwickeln des Blechbandes ergibt sich ein Dickenausgleich, der von
der Verstellung der übrigen Spreizsegmente über eine an dem Träger angreifende Spreizeinrichtung
unabhängig bleibt. Die Außenflächen der Spreizsegmente und des Mantelsegmentes bilden
auch hier wiederum die Wickeltrommel für das aufzuwickelnde Blechband.
[0005] Mit diesen bekannten Haspelvorrichtungen soll die im Bereich der Klemmung des Bandanfangs
entstehende Stufe beim Aufwickeln der zweiten und der folgenden Bandwindungen auf
die erste Bandwindung ausgeglichen werden, indem ein allmählicher Übergang auf den
größten Wickeldurchmesser der Wickeltrommel stattfindet. Diese bekannten Ausführungen
sind allerdings von aufwendiger Bauweise, mechanisch sowie hydraulisch sehr komplex
und daher entsprechend teuer. Außerdem erhöht der komplexe Aufbau die Störanfälligkeit
und bedingt im Reparaturfall lange Stillstandszeiten der Haspelvorrichtung.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Haspelvorrichtung der eingangs
genannten Art zu schaffen, die mit einfachen Mitteln eine Klemmung des Bandanfangs
ermöglicht.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Klemmhülse im Querschnitt
die Form eines Dreiecks mit konvexen Seiten aufweist. Durch diese dreieckige Außenform
der rotierenden Klemmhülse verengt sich der Radialspalt zwischen der Klemmhülse und
der zylindrischen Innenwand der Wickeltrommel pulsierend nach jeweils einer 120°-Drehung
der Klemmhülse. Der Bandanfang wird folglich schon sehr schnell nach dem Einfädeln
in den Einführschlitz von einer der drei Klemmwölbungen erfaßt und geklemmt.
[0008] Eine zweite Ausführung der Erfindung weist die im kennzeichnenden Teil des Anspruch
4 enthaltenen Merkmale auf. Der Erfindung liegt hierbei der Gedanke zugrunde, eine
Bewegung der Klemmhülse durch die über den Außendurchmesser der Klemmhülse hervorspringende
Klemmwölbung in Auf- und Abwickelrichtung der Wickeltrommel zu begrenzen, indem diese
die Rotationsfreiheit der Klemmhülse einschränkt und somit neben der Klemmung eine
weitere Funktion erfüllt. Aufgrund der damit auf eine Teilrotation beschränkten Bewegung
der Klemmhülse, die nur begrenzt in der Wickeltrommel rotieren kann, läßt sich die
Wickeltrommel in eine definierte Einfädelposition für den Bandanfang des zu wickelnden
Bandmaterials bringen, die nämlich stets mit Sicherheit innerhalb der engen Bewegungsgrenzen
liegt.
[0009] Diese die Bewegungsgrenzen definierende Ausnehmung befindet sich im Bereich des Einführungsschlitzes;
sie nimmt die Klemmwölbung auf, so daß sich die Klemmhülse lediglich innerhalb der
Ausnehmung bewegen läßt. Wird die Klemmhülse jetzt entgegen der Aufwickelrichtung
in Rotation versetzt, legt sich die Klemmwölbung mit einer Anschlagfläche an die in
Drehrichtung liegende Stirnfläche der Ausnehmung an. Dadurch wird die Wickeltrommel
mitgenommen und aus der Ausfädelposition punktgenau in die definierte Einfädelposition
gedreht.
[0010] Der Bandanfang des Bandmaterials läßt sich jetzt dadurch festlegen, daß er in dem
vorteilhaft eine Klemmplatte - als leicht auszutauschendes Verschleißteil - aufweisenden
Ausführungsschlitz der Wickeltrommel eingeschoben wird. Wenn die Klemmhülse in Aufwickelrichtung
angetrieben wird, erfaßt sie nach einer kurzen Wegstrecke den Bandanfang und legt
diesen zwischen der Klemmwölbung und der Klemmplatte fest. Während dieser Bewegung
verbleibt die nach einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung mit radialem Spiel in der
Wickeltrommel angeordnete Klemmhülse so lange in der Einfädelposition, bis der Bandanfang
geklemmt ist; danach wird die Wickeltrommel von der angetriebenen Klemmhülse zum Aufwickeln
des Bandes mitgenommen.
[0011] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung ist die Klemmwölbung mit einer gegen die Aufwickelrichtung
ansteigenden Keilfläche ausgebildet. Hierdurch wird eine allmähliche Verengung des
Radialspaltes zwischen der Klemmhülse und der Klemmplatte des Einführungsschlitzes
erreicht und der eingeschobene Bandanfang zur Mitnahme des Bandes schnell zwischen
der Klemmwölbung und der Klemmplatte festgelegt, womit das eigentliche Aufwickeln
der Bandwindungen auf den Außenmantel der Wickeltrommel eingeleitet wird.
[0012] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, die Wickeltrommel
an ihrem Innenmantel mit umfangsverteilt angeordneten Stützflächen auszubilden. Diese
Flächen bieten der von den zunehmenden Bandwindungen belasteten Wickeltrommel eine
Abstützung an der Klemmhülse.
[0013] Bei beiden beschriebenen Ausführungen ergeben sich beim Auflaufen der ersten Bandwindungen
keine stufenartigen Deformationen an dem aufzuwickelnden Walz- bzw. Blechband. Es
entstehen nämlich nur verhältnismäßig flach verlaufende, lediglich über einen Bruchteil
der zu wickelnden Materialdicke ansteigende Unstetigkeitsstellen, die schon nach wenigen
Bandwindungen selbsttätig ausgeglichen sind. Zum Wickeln der Bandwindungen müssen
die Wickeltrommeln nicht erst noch, wie bei bekannten Haspelanlagen unumgänglich,
auf Wickelgeschwindigkeit hochgefahren werden.
[0014] Nach einem Vorschlag der Erfindung ist den Klemmhülsen ein regelbarer Antrieb zugeordnet.
Dieser ermöglicht es die Umfangsgeschwindigkeit der innerhalb der Wickeltrommel rotierenden
Klemmhülse an die Geschwindigkeit anzupassen, mit der der Bandanfang durch den Einführungsschlitz
der Wickeltrommel in den sich periodisch verengenden Radialspalt eingeschoben wird.
Das Synchronisieren der Geschwindigkeiten erlaubt eine sanfte und ruckfreie Klemmung
des Bandanfangs. Bei der nur begrenzt innerhalb der Wickeltrommel rotierenden Klemmhülse
ermöglicht der regelbare Antrieb eine geringe Anlaufgeschwindigkeit der Klemmhülse
zum Klemmen des Bandanfangs, die sich nach erfolgter Klemmung an die Vorschubgeschwindigkeit
anpassen läßt, mit der das aufzuwickelnde Band zur Wickeltrommel hin transportiert
wird. Weiterhin dient der regelbare Antrieb dazu, die Umfangsgeschwindigkeit der Wickeltrommel
an die jeweilige Dicke des aufzuwickelnden bandförmigen Materials anzupassen.
[0015] Wenn der regelbare Antrieb der Klemmhülsen vorzugsweise reversierbar ist, läßt sich
bei umgekehrter Drehrichtung der Wickeltrommeln das Bandmaterial auch abwickeln. Sobald
das Band soweit abgewickelt ist, daß keine Windung mehr auf dem Außenmantel der Wickeltrommeln
liegt, wird das Bandende - bedingt durch den Bandzug und den Drehsinn der Hülse -
selbsttätig freigegeben. Bei der nur begrenzt rotierenden Klemmhülse wird nach der
selbsttätigen Freigabe des Bandendes die Wickeltrommel - wie eingangs beschrieben
- über die Klemmwölbung der Klemmhülse punktgenau in die definierte Einfädelposition
gedreht.
[0016] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und
der nachfolgenden Beschreibung, in der in den Zeichnungen dargestellte Ausführungsbeispiele
der Erfindung näher erläutert sind. Es zeigen:
- Figur 1
- in der Vorderansicht und im Schnitt dargestellt die funktionswesentlichen Elemente
einer Haspelvorrichtung zum Auf- und Abwickeln von relativ dickem bandförmigen Material;
- Figuren 2a bis 2c
- in verschiedenen Phasenbildern das Aufwickeln von bandförmigem Material auf eine Wickeltrommel;
- Figur 3
- ein das Abwickeln des aufgehaspelten Bandes schematisch darstellendes Phasenbild;
- Figuren 4a bis 4c
- in verschiedenen Phasenbildern das Aufwickeln von relativ dünnem bandförmigem Material
auf eine Wickeltrommel; und
- Figur 5
- ein das Abwickeln des aufgehaspelten Bandes schematisch darstellendes Phasenbild.
[0017] Bei der in Figur 1 dargestellten Haspelvorrichtung 1 für Walzband 2 wird der Bandanfang
3 des Walzbandes 2 in üblicher Weise mittels eines Treibers 4 in eine Bandleitvorrichtung
5 abgelenkt. Diese erstreckt sich von dem Treiber 4 nach oben gerichtet zu einer Wickeltrommel
7 hin; sie ist entsprechend dem zu- bzw. abnehmenden Bunddurchmesser nachstellbar.
Im Inneren der Wickeltrommel 7 ist eine mit einer Klemmhülse 8 ausgebildete rotierende
Welle 9 angeordnet. Diese weist im Ausführungsbeispiel nach Figur 1 eine Klemmwölbung
10 auf, die den Radialspalt 11 zwischen der Innenwand 12 und der Klemmhülse 8 entsprechend
seinem Vorsprungmaß exzenterartig verengt, das an die Dicke des aufzuwickelnden Walzbandes
angepaßt ist. Die Bandleitvorrichtung 5 ist auf einen Einführschlitz 13 der in der
Einfädelposition in Ruhe befindlichen Wickeltrommel 7 gerichtet, und der Bandanfang
3 des von dem Treiber 4 gemäß Pfeil 15 vorgeschobenen Walzbandes 2 wird über den Einführschlitz
13 folglich in den Raum zwischen der Wickeltrommel 7 und der darin konzentrisch angeordneten
Klemmhülse 8 eingeschoben. Sobald die Klemmwölbung 10 der in der Pfeilrichtung 14
rotierenden Klemmhülse 8 den Einführschlitz 13 passiert hat, wird der Bandanfang 3
des aufzuwickelnden Walzbandes 3 erfaßt und aufgrund des in diesem Bereich verengten
Radialspaltes 11 zwischen der Innenwand 12 der Wickeltrommel 7 und der Klemmwölbung
10 geklemmt.
[0018] Das Einfädeln und Aufwickeln des im Ausführungsbeispiel dicken Walzbandes 2 wird
nachfolgend anhand der in Figuren 2a bis 2c gezeigten Phasenbilder im einzelnen erläutert.
In der in Figur 2a gezeigten Einfädelposition befindet sich die Wickeltrommel 7 in
einer Ruhelage und ist mit ihrem Einführschlitz 13 axial zum Bandanfang 3 des aufzuwickelnden
Walzbandes 2 ausgerichtet, das in Pfeilrichtung 15 eingeschoben wird. Die von einem
als gestrichelte Black-Box schematisch gekennzeichnenden Antrieb 16 in Pfeilrichtung
14 angetriebene Klemmhülse 108 weist bei dieser Ausführung die Form eines Dreiecks
mit konvexen Seiten 17 auf, das heißt sie besitzt drei Klemmwölbungen 110a, 110b und
110c.
[0019] Der Bandanfang 3 schiebt sich mittels Bandvorschub (Treiber 4) in Pfeilrichtung 15
axial in den Einführschlitz 13 der Wickeltrommel 7. Durch den sich aufgrund der Klemmwölbungen
110a bis 110c periodisch verengenden Radialspalt 11 zwischen der rotierenden Klemmhülse
108 und der zylindrischen Innenwand 12 der Wickeltrommel 7 wird der Bandanfang 3 zwischen
einer der drei Klemmwölbungen 110a bis 110c und der zylindrischen Innenwand 12 geklemmt;
gemäß Figur 2b ist es die Klemmwölbung 110b, die den Bandanfang 3 erfaßt und zunehmend
festlegt, bis er dann vollständig geklemmt ist. Einhergehend mit der zunehmenden Klemmung
stellt sich ein Reibschluß zwischen der Klemmhülse 108, dem Bandanfang 3 bzw. dem
Walzband 2 und der Wickeltrommel 7 ein; dieser bewirkt, daß auch die Wickeltrommel
7 in Rotation versetzt und das eigentliche Aufwickeln eingeleitet wird. Durch die
gemäß Figur 2c gemeinsame Rotation von Wickeltrommel 7 und Klemmhülse 108 in Pfeilrichtung
18 wickeln sich die Bandwindungen 19 auf den Außenmantel 20 der Wickeltrommel 7 auf;
gemäß Figur 2c befinden sich zwei Bandwindungen 19 auf der Wickeltrommel 7.
[0020] Wie sich aus den Figuren 2b und 2c entnehmen läßt, ragt der Bandanfang 3 des Walzbandes
2 ein gewisses Maß über einen nasenförmigen Ansatz 21 im Bereich des Einführschlitzes
13 der Wickeltrommel 7 hinaus. Beim Auflaufen der ersten Bandwindungen 19 entstehen
keine Stufensprünge, sondern nur verhältnismäßig flach verlaufende, lediglich über
einen Bruchteil der zu wickelnden Materialdicke ansteigende Unstetigkeitstellen, die
aber schon nach wenigen Bandwindungen 18 nicht mehr auftreten.
[0021] Zum Abwickeln des Walzbandes 2 wird die Drehrichtung des Antriebs 16 umgekehrt, und
die Wickeltrommel 7 sowie die Klemmhülse 108 rotieren folglich in gemäß Pfeil 22 nach
Figur 3 umgekehrter Richtung. Nach Figur 3, ist das Walzband 2 vollständig von dem
Außenmantel 20 der Wickeltrommel 7 abgewickelt und die Wickeltrommel 7 in der Einfädelposition
abgebremst worden, in der sie zu einem neuerlichen Wickelvorgang verbleibt. Gleichwohl
wird der Bandanfang 2, der beim Abwickeln das Bandende darstellt, selbsttätig freigegeben,
nämlich bedingt durch einen auf das Walzband 3 einwirkenden Bandzug (vgl. den Pfeil
23) im Zusammenspiel mit der Rotation der Klemmhülse 108 und der Wickeltrommel 7 in
Pfeilrichtung 22.
[0022] Bei der in den Figuren 4a bis 4c dargestellten Wickeltrommel 207 ist im Inneren der
Wickeltrommel 207 eine mit einer Klemmhülse 208 ausgebildete, in Umfangsrichtung begrenzt
rotierende Welle 209 mit radialem Spiel angeordnet. Diese weist eine als Keil ausgebildete
Klemmwölbung 210 auf, die an ihrem der Aufwickelrichtung 24 abgewandten Ende 25 eine
Anschlagfläche 26 besitzt und mit einer gegen die Aufwickelrichtung 24 ansteigenden
Keilfläche 27 ausgebildet ist. Der Klemmwölbung 210 ist im Innenmantel 28 der Wickeltrommel
207 eine Ausnehmung 29 zugeordnet. Die Ausnehmung 29 liegt im Bereich des Einführungsschlitzes
30, der mit einer Klemmplatte 31 ausgebildet ist. Des weiteren ist der Innenmantel
28 mit umfangsverteilt angeordneten Stützflächen 32a bis 32d ausgebildet.
[0023] Das Einfädeln und Aufwickeln des bei dieser Ausführung aufzuwickelnden dünnen Walzbandes
wird nachfolgend anhand der in den Figuren 4a bis 4c gezeigten Phasenbilder im einzelnen
erläutert:
[0024] In der in Figur 4a gezeigten Einfädelposition befindet sich die Wickeltrommel 207
in einer Ruhelage und ist mit ihrem Einführungsschlitz 30 zum Bandanfang 33 des aufzuwickelnden
Walzbandes 34 ausgerichtet. Der Bandanfang 33 ist mittels Bandvorschub, z. B. durch
einen hier nicht gezeigten Treiber, in Pfeilrichtung 35 in den Einführungsschlitz
30 bis zum Ende der Klemmplatte 31 eingeschoben worden. Die von einem als gestrichelte
Black-Box schematisch gekennzeichneten Antrieb 16 antreibbare Klemmhülse 208 befindet
sich in ihrer Grundstellung. Die Klemmwölbung 210 liegt über ihre Anschlagfläche 26
an der ihr zugewandten Stirnseite 36 der Ausnehmung 29 an.
[0025] Gemäß Figur 4b wird die Klemmhülse 208 über den Antrieb 16 in Aufwickelrichtung 24
in Rotation versetzt. Durch die gegen die Aufwickelrichtung 24 ansteigende Keilfläche
27 verringert sich der Radialspalt 37 zwischen der Klemmhülse 208 und der Klemmplatte
31 des Einführungsschlitzes 30; der Bandanfang 33 wird zwischen der Klemmwölbung 210
und der Klemmplatte 31 geklemmt. Nach erfolgter Klemmung stellt sich ein Formschluß
zwischen der Keilfläche 27 der Klemmwölbung 210, dem Bandanfang 33 und der Klemmplatte
31 ein; dieser bewirkt, daß auch die Wickeltrommel 207 in Rotation versetzt und das
eigentliche Aufwickeln eingeleitet wird.
[0026] Durch die gem. Figur 4c gemeinsame Rotation von Wickeltrommel 207 und Klemmhülse
208 in Aufwickelrichtung 24 wickeln sich die Bandwindungen 38 auf den Außenmantel
39 der Wickeltrommel 207 auf. Dabei wird durch die zunehmenden Bandwindungen 38 eine
gewisse Kraft auf die Wickeltrommel 207 ausgeübt; diese kann sich über Stützflächen
32a bis 32d an die Klemmhülse 208 anlegen. Die Ausnehmungen 40a bis 40c am Innenmantel
28 der Wickeltrommel 207 begünstigen eine gleichmäßige radiale Abstützung der Wickeltrommel
207 an der Klemmhülse 208.
[0027] Zum Abwickeln des Walzbandes 34 wird die Drehrichtung des Antriebes 16 umgekehrt,
und die Wickeltrommel 207 sowie die Klemmhülse 208 rotieren folglich in gemäß Pfeil
41 nach Figur 5 umgekehrter Richtung. Nach Figur 5 ist das Walzband 35 vollständig
von dem Außenmantel 39 der Wickeltrommel 207 abgewickelt. Der Bandanfang 33 wird durch
die Keilfläche 27 der Klemmwölbung 206 freigegeben, und da die Wickeltrommel 207 von
der an der Stirnfläche 36 der Ausnehmung 29 anliegenden Anschlagfläche 26 der Klemmwölbung
210 beaufschlagt wird, läßt sich die Wickeltrommel 207 in die in Figur 4a gezeigte,
definierte Einfädelposition drehen, in der sie zu einem neuerlichen Wickelvorgang
bereit ist. Gleichzeitig wird der Bandanfang 33, der beim Abwickeln das Bandende darstellt,
selbsttätig freigegeben und kann durch einen auf das Walzband 24 einwirkenden Bandzug
(vergl. den Pfeil 42) im Zusammenspiel mit der Rotation der Klemmhülse 208 und der
Wickeltrommel 207 in Pfeilrichtung 41 abgewickelt werden.
1. Haspelvorrichtung(1) zum Auf- und Abwickeln von bandförmigem Material auf eine bzw.
von einer einen Einführschlitz (13) für den Bandanfang (2) aufweisenden Wickeltrommel
(7), wobei innerhalb der Wickeltrommel (7) eine als Klemmhülse (108) ausgebildete,
rotierende Welle (9) mit mindestens einer Klemmwölbung (110a, 110b, 110c) versehen
ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Klemmhülse (108) im Querschnitt die Form eines Dreiecks mit konvexen Seiten (17)
aufweist.
2. Haspelvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Klemmhülse (108) ein regelbarer Antrieb (16) zugeordnet ist.
3. Haspelvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Antrieb (16) reversibel ist.
4. Haspelvorrichtung (1) zum Auf- und Abwickeln von bandförmigem Material auf eine bzw.
von einer einen Einführungsschlitz (30) für den Bandanfang (33) aufweisenden Wickeltrommel
(207), wobei innerhalb der Wickeltrommel eine als Klemmhülse (208) ausgebildete, in
Umfangsrichtung bewegliche Welle (209) mit einer Klemmwölbung (210) versehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Klemmwölbung (210) im Innenmantel (28) der Wickeltrommel (207) eine Ausnehmung
(29) zugeordnet ist und die Klemmwölbung (210) an ihrem von der Aufwickelrichtung
(24) abgewandten Ende (25) eine einer Stirnfläche (36) der Ausnehmung (29) zugeordnete
Anschlagfläche (26) aufweist.
5. Haspelvorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Klemmwölbung (210) mit einer gegen die Aufwickelrichtung (24) ansteigenden Keilfläche
(27) ausgebildet ist.
6. Haspelvorrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wickeltrommel (207) an ihrem Innenmantel (28) mit umfangsverteilt angeordneten
Stützflächen (32a, 32b, 32c, 32d) ausgebildet ist.
7. Haspelvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Einführungsschlitz (30) der Wickeltrommel (207) eine Klemmplatte (31) aufweist.
8. Haspelvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Klemmhülse (208) mit radialem Spiel in der Wickeltrommel (207) angeordnet ist.
9. Haspelvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 8,
gekennzeichnet durch,
eine in Umfangsrichtung begrenzt rotierende Welle (209).
1. Coiling device (1) for the winding-up and unwinding of strip-shaped material onto
or off from a winding drum (7) having a guide slot (13) for the strip start, wherein
a rotating shaft (9), which is constructed as a clamping sleeve (108), with at least
one clamping convexity (110a, 110b, 110a) is provided within the winding drum (7),
characterised in that the clamping sleeve (108) has in cross-section the shape of a triangle with convex
sides (17).
2. Coiling device according to claim 1, characterised in that a drive (16) which can be regulated is associated with the clamping sleeve (108).
3. Coiling device according to claim 2, characterised in that the drive (16) is reversible.
4. Coiling device (1) for the winding-up and unwinding of strip-shaped material onto
or off from a winding drum (207) having a guide slot (30) for the strip start (33),
wherein a shaft (209), which is constructed as a clamping sleeve (208) and is movable
in circumferential direction, with a clamping convexity (210) is provided within the
winding drum, characterised in that a recess (29) is associated with the clamping convexity (210) in the inner circumference
(28) of the winding drum (207) and the clamping convexity (210) has at its end (25)
facing away from the winding-up direction (24) an abutment surface (26) associated
with an end face (36) of the recess (29).
5. Coiling device according to claim 4, characterised in that the clamping convexity (210) is formed with a wedge surface (27) which rises against
the direction of winding up.
6. Coiling device according to claim 4 or 5, characterised in that the winding drum (207) is formed at its inner circumference (28) with support surfaces
(32a, 32b, 32c, 32d) arranged to be distributed around the circumference.
7. Coiling device according to one of claims 4 to 6, characterised in that the introduction slot (30) of the winding drum (207) has a clamping plate (31).
8. Coiling device according to one of claims 4 to 7, characterised in that the clamping sleeve (28) is arranged with radial play in the winding drum (207).
9. Coiling device according to one of claims 4 to 8, characterised by a shaft (209) rotating to limited extent in circumferential direction.
1. Bobineuse (1) pour enrouler un matériau en forme de bande sur un cylindre enrouleur
(207) ou dérouler ledit matériau d'un cylindre enrouleur (7) présentant une fente
d'introduction (13) pour le début de la bande (2), un arbre (9) rotatif, exécuté sous
forme de douille de serrage (108) présentant au moins une courbure de serrage (110a,
110b, 110c) étant prévu, caractérisée en ce que la douille de serrage (108) présente une section en forme d'un triangle avec des
côtés (17) convexes.
2. Bobineuse selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'un dispositif d'entraînement (16) réglable est associé à la douille de serrage (108).
3. Bobineuse selon la revendication 2, caractérisée en ce que le dispositif d'entraînement (16) est réversible.
4. Bobineuse (1) pour enrouler un matériau en forme de bande sur un cylindre (207) enrouleur
ou dérouler ledit matériau d'un cylindre enrouleur (207) présentant une fente d'introduction
(30) pour le début de la bande (33), un arbre (209) mobile dans le sens périphérique
rotatif, exécuté sous forme de douille de serrage (208) présentant une courbure de
serrage (210) étant prévu dans le cylindre enrouleur, caractérisée en ce que la courbure de serrage (210) est associée, dans l'enveloppe interne (28) du cylindre
enrouleur (207), à un évidement (29) et en ce que la courbure de serrage (210) présente en son extrémité (25) dos au sens d'enroulement
(24) une surface de butée (26) associée à la face (36) de l'évidement (29).
5. Bobineuse selon la revendication 4, caractérisée en ce que la courbure de serrage (210) est exécutée avec une clavette (27) inclinée croissante
contre le sens d'enroulement (24).
6. Bobineuse selon la revendication 4 ou 5, caractérisée en ce que le cylindre enrouleur (207) est exécuté au niveau de son enveloppe interne (28) avec
des surfaces d'appui (32a, 32b, 32c, 32d) disposées de manière répartie sur la périphérie.
7. Bobineuse selon l'une quelconque des revendications 4 à 6, caractérisée en ce que la fente d'introduction (30) du cylindre enrouleur (207) présente une plaque de serrage
(31).
8. Bobineuse selon l'une quelconque des revendications 4 à 7, caractérisée en ce que la douille de serrage (208) est disposée avec un jeu radial dans le cylindre enrouleur
(207).
9. Bobineuse selon l'une quelconque des revendications 4 à 8, caractérisée par un arbre (209) rotatif de manière limitée dans le sens de la périphérie.