[0001] Die Erfindung betrifft eine Transferpresse u. dgl. Umformmaschine mit einer Umsetzeinrichtung
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] In Umformmaschinen der genannten Art sind Umsetzeinrichtungen erforderlich, um Blechteile
von Bearbeitungsstufe zu Bearbeitungsstufe, ggf. unter Zwischenablage umzusetzen.
Die Erfindung ist anwendbar auf verschiedene, bisher bekannte Umsetzsysteme, z.B.
auf solche mit durch die Umformmaschine und in deren Längsausdehnung sich erstreckende
Greiferschienen mit aktiven und passiven Greifzeugen als Haltemittel zum Erfassen
der Blechteile. Ein weiteres Umsetzsystem besteht aus sich in Längsausdehnung der
Umformmaschine sich erstreckende Laufschienen, auf denen Saugerbalken als Haltemittel
verschieblich gelagert sind oder an denen Saugerbalken kuppelbar befestigt sind. Den
unterschiedlichen Umsetzsystemen gemeinsam ist eine Hebe-Senkbewegung zum Herausheben
der Blechteile aus dem jeweiligen Werkzeugunterteil bzw. zum Ablegen der Blechteile
in der nachfolgenden Bearbeitungsstufe.
[0003] In der DE 26 32 593 A1 ist eine dreidimensionale Vorschubeinrichtung (Umsetzeinrichtung)
für eine Stufenpresse beschrieben mit zwei mit Greifzeugen als Haltemittel ausgebildeten
Greiferschienen. Zur Erzeugung der Umsetzbewegungen sind eine Vielzahl an Getriebe-
und Umlenkmitteln und an Lagerstellen erforderlich und zwischen Bewegungseinleitung
und Bewegungsabgriff addieren sich Toleranzen zu einer übermäßig großen Toleranzkette
auf, so daß insgesamt Vibrationen in dem System nicht zu vermeiden sind. Bewirkt hierdurch
kommt es zu einem ungenauen Erfassen und Ablegen der Blechteile.
[0004] Aus der DE 32 13 381 A1 ist eine Vorrichtung zum Unterstützen der Greiferschienen
in einer Transferpresse beschrieben. Mit dieser Vorrichtung sollen ein Durchhängen
und Vibrationsbewegungen der Greiferschienen unterbunden werden. Hierbei ist zwischen
zwei Hub- und Schließkästen jeweils eine Quertraverse angeordnet, die form - schlüssig
über Zahnstange - Ritzelverbindung mit den Greiferschienenantrieben verbunden sind.
Auch hier gilt zu Nachteilen zuvor genanntes,und es wird die zu bewegende Gesamtmasse
wesentlich erhöht.
[0005] Aus der Deutschen Offenlegungsschrift 14 52 769 ist eine Vorrichtung zum Fördern
von in einer Presse zu bearbeitenden Werkstücken bekannt mit Antriebsmitteln zum Verschieben
und Heben von Greiferschienen. Die Antriebsmittel sind den Bewegungen unmittelbar
zugeordnet, wobei das Antriebsmittel zum Heben und Senken über eine die Antriebsmittel
und Bewegungsumlenkmittel für die Querbewegung tragende Konsole, also nicht direkt
auf die Greiferschiene, von unten wirkt. Die Antriebsmittel sind fluidbeaufschlagte
Kolben-Zylinder-Einheiten, die eine genaue Zustellung nur über Anschläge zulassen
bzw. eine Änderung der Grundhöhe nicht zulassen. Neben den bereits zuvor genannten
Nachteilen wirken sich Masseträgheit und Steuerungs- und Ansprechzeiten der Antriebe
nachteilig auf die Hubzahl aus.
[0006] Ein anderes Umsetzsystem zeigt die EP 0 384 188 A2 mit auf durch die Presse hindurchgeführte
Laufschienen, auf denen die Umsetzbewegungen ausführende Laufwagen gelagert sind.
Die Hebe-Senkbewegungen der Laufschienen und somit der Lautwagen und der an diesen
gelagerten Haltemittel für die Blechteile erfolgt über den Bewegungsabgriff an einer
Kurvenscheibe je Laufschiene vermittels Kurvenfolgerhebel und ein Getriebegestänge,
das in Getriebekästen an mehreren Pressenständern die Bewegung in die Vertikale umlenkt.
Die Einleitung der Hebe-Senkbewegung in die Laufschienen erfolgt an mehreren, über
die Gesamtlänge der Laufschienen verteilte Angriffspunkte. Auch dieses System weist
die Nachteile langer Getriebezüge, wie Anzahl der verwendeten Mittel und somit von
Toleranzketten, Vibrationen und dgl. auf.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist ein spielfreier Antrieb für die Hebe-Senkbewegung mit hoher
Steifigkeit infolge Verwendung nur eines Übertragungsgliedes.
[0008] Diese Aufgabe ist gelöst durch die gegenständlichen Merkmale des Anspruchs 1. Einerseits
ist in vorteilhafter Weise die Hebe-Senkbewegung frei programmierbar bei Synchronlauf
aller Motoren. Andererseits ist durch die Vermeidung großer Massen und langer Getriebeketten
und demzufolge von Vibrationen eine genaue Positionierung in der einzustellenden Hubbewegung
und -Höhe möglich. In besonders vorteilhafter Weise konnte durch die Verwendung derartiger
Servomotoren der nachteilige Effekt des Spielumschlags überwunden werden, der bisher
in Getriebeketten, z.B. durch Druckzylinder, nur durch hohen Aufwand zu erreichen
ist.
[0009] Anhand eines in der Zeichnung gezeigten Ausführungsbeispiels soll im folgenden die
Erfindung näher erläutert werden.
[0010] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Teil einer Transferpresse mit den Mitteln nach der Erfindung und
- Fig. 2
- einen Pressenständerbereich mit den Mitteln der Erfindung.
[0011] Die gezeigte Umformmaschine, hier eine Transferpresse, weist Bearbeitungsstufen 1,
2 auf mit auf- und niedergehenden Stößeln 4, 5, an diesen befestigten Werkzeugoberteilen
10 und auf Schiebetischen 8, 9 aufgesetzten Werkzeugunterteilen 11. Zum Aufbau der
Transferpresse gehören Pressenständer 6, 7, in deren Bereichen Zwischenablagen 12
angeordnet sein können
[0012] Mit Positionskennziffer 3 ist insgesamt eine Umsetzeinrichtung gekennzeichnet mit
jeweils einer vor und einer hinter den Bearbeitungsstufen in Längsausdehnung der Transferpresse
sich erstreckenden Laufschienen 13. Auf den Laufschienen sind Laufwagen 14, 15 über
Gestänge 20, 21 verschieblich und in den Bewegungskurven 30, 31 bewegbar. Hierbei
sind paarweise einander auf den Laufschienen gegenüber befindliche Laufwagen sind
durch eine oder mehrere Saugerbalken 16 verbunden. Diese bilden die Haltemittel für
die Blechteile.
Die Umsetzbewegungen der Laufwagen in den Kurven 30, 31 weisen horizontale Bewegungsanteile
auf die von den Kurvenabgriffen vermittels Kurvenfolgerhebel 18, 19 erzeugt werden
und vertikale Bewegungsanteile, die durch Heben und Senken der Laufschienen erzeugt
werden. Das Heben und Senken in Fichtung des Doppelpfeils 26 wird durch Servomotore
22, 23 bewirkt, die, wie gezeigt, oberhalb der Transportebene der Blechteile 17, insgesamt
oberhald der Höhe der Vorlaufkurve 30 angeordnet sind. Die Erfindung sieht auch die
Möglichkeit vor, die Servomotore 22, 23 unterhalb der Transportebene anzuordnen. Gleichermaßen
könnte die Umsetzeinrichtung eine solche mit Greiferschienen und Greifzeugen sein,
bei denen die Hebe-Senkbewegung in gleicher, in zwei oder drei Achsen bewegten Weise
durch Servomotore bewirkt werden kann.
[0013] Der in Fig. 2 dargestellte Pressenausschnitt im Bereich eines der Ständer 6, 7 zeigt
die Aufhängung einer Laufschiene 13. Auf der Laufschiene sind Laufwagen 14, 15 verschiebbar.
Für die Horizontalbewegung, horizontaler Abschnitt der Bewegungskurven 30, 31 in Fig.
1, sind treibende Gestänge an den Laufwagen befestigt Jeder der Servomotoren 22, 23
weist eine Hohlachse, einen sogenannten Hohlwellenrotor 29 auf an der eine Spindelmutter
28 festgesetzt ist. Die Spindelmutter, die eine vorgespannte Spindelmutter sein kann,
wirkt mit einer an die Laufschiene unmittelbar oder, wie gezeigt, über einen Exzenteraufbau
27 mittelbar starr angeschlossene Spindel 24, 25 zusammen. Der Exzenteraufbau dient
einer Verstellbewegung der Laufschienen nach außen und zurück, wie es in der EP 0
384 188 A2 näher erläutert wird. Als Servomotor kann ein Bausatzspindelmotor mit Hohlwellenrotor
der Firma Mannesmann Rexroth, Indramat GmbH, dienen, der mit einem hochauflösenden
Geber ausgerüstet ist.
1. Transferpresse, Großteilstufenpresse, Pressenanlage u.dgl. Umformmaschine für die
Umformung von Blechteilen (17), mit einer im Takt der Umformmaschine bewegbaren Umsetzeinrichtung
(3) mit Haltemitteln (16) zum Erfassen und Transport der Blechteile durch die Umformmaschine
und mit einem pressenseitigen auf die Umsetzeinrichtung mit den Haltemitteln einwirkenden
Hebe- und Senkantrieb (22, 23), gekennzeichnet durch die Verwendung von Servo- und dgl. Motoren (22, 23) mit Hohlwellenrotor und hochauflösendem
Lagegeber zum direkten Angriff an der Umsetzeinrichtung (3), wobei der Hohlwellenrotor
jedes der Servomotore (22, 23) mit einer Spindelmutter (28) versehen ist, von denen
jede mit einer verdrehfest an der Umsetzeinrichtung befestigten Spindel (24, 25) zusammen
wirkt.
2. Transferpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Servomotoren (22, 23) oberhalb der Transportebene (30) für die Blechteile
(17) presssenseitig angebracht sind und senkrecht von oben angreifen.
3. Transferpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Servomotoren (22, 23) unterhalb der Transportebene (30) für die Blechteile
(17) pressenseitig angebracht sind und senkrecht von unten angreifen.
4. Transferpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlwellenrotor des Servomotors (22, 23) mit einer vorgespannten Spindelmutter
(28) starr verbunden ist, wobei die Spindelmutter bundartig teilweise über den Endrand
des Hohlwellenrotors übersteht.