[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Befestigungsvorrichtung einer Wanne gemäß den
im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Merkmalen.
[0002] Aus dem deutschen Gebrauchsmuster gemäß DE 93 12 506 U 1 ist eine derartige als Badewannenabstützung
bezeichnete Befestigungsvorrichtung bekannt, welche zwei Montageschienen für Füße
enthält. Die beiden Montageschienen sind an der Unterseite der Badewanne quer zu deren
Längsrichtung angeordnet und am Wannenboden mittels Schrauben befestigt. Sofern Wannen
aus Metall bestehen, sind derartige Schraubverbindungen unproblematisch, wobei eine
Beschädigung oder gar ein Abreißen eines Fußes in der Praxis nicht zu befürchten ist.
Bei Wannen aus Kunststoff ist eine derartige Befestigung nicht ohne weiteres möglich
und es sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich, um das Herausbrechen von Schrauben
aus dem vergleichweise weichen Kunststoff zu verhindern.
[0003] So ist aus dem deutschen Gebrauchsmuster gemäß DE 79 08 112 U1 eine Bade- oder Duschwanne
aus Acrylharz bekannt, welche eine Bodenverstärkung in Form einer Holzspanplatte enthält.
Mit dem Wannenboden und/oder der Spanplatte sind Metallprofile verbunden, welche ihrerseits
Befestigungsmittel für eine Fußkonsole aufweisen. Die Holzspanplatte und die Metallprofile
können mit dem Wannenboden verklebt sein oder in den Wannenkörper aus Acrylharz einlaminiert
sein, welcher durch eine Schicht aus Glasfaser-Kunstharz-Laminat verstärkt ist. Das
Kleben hat sich in der Praxis nicht bewährt, da die Metallprofile und die daran befestigte
Fußkonsole aufgrund der großen Belastung beim Benutzen der Wanne abreißen können.
Das Einlaminieren der Holzspanplatte und der Metallprofile mittels Glasfaser-Kunstharz-Laminat
bedingt einen hoben Fertigungs- und Zeitaufwand. Bereits kleine Fehler beim Aufbringen
der Laminatschicht können schon nach geraumer Zeit der Wannenbenutzung zu Rissen im
Verbindungsbereich und letztendlich zum Ablösen der Metallprofile und der Fußkonsole
führen.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die Befestigungsvorrichtung dahingehend
auszubilden, daß eine funktionssichere Verbindung und Befestigung der Füße oder Halterungen
mit einer Wanne aus Kunststoff sichergestellt ist. Die Fertigung soll mit geringem
Aufwand durchgeführt und aufwendige Bearbeitungsmaßnahmen sollen vermieden werden.
Die Befestigungsvorrichtung soll eine hohe Standfestigkeit der Wanne und/oder eine
lange Lebensdauer gewährleisten.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt gemäß den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruchs
1.
[0006] Die vorgeschlagene Befestigungsvorrichtung zeichnet sich durch eine stabile und funktionssichere
Konstruktion aus. Das vorgefertigte Formteil wird an der Außenseite der Wanne, insbesondere
des Wannenbodens, an den vorzugsweise noch weichen Werkstoff angepreßt, wobei eine
dauerhafte Verbindung aufgrund der Materialstruktur erreicht wird. Alternativ oder
zusätzlich kann ferner im Rahmen der Erfindung die der Wanne zugewandte Oberfläche
des Formteils, insbesondere durch Anwärmen, in einen weichen oder plastischen Zustand
versetzt sein und in diesem Zustand an die Außenseite der Wanne angepreßt werden.
Zwischen dem Formteil und der Wanne besteht eine molekulare Verbindung, wobei das
Formteil zweckmäßig aus dem gleichen zumindest aber einem vergleichbaren Werkstoff
und/oder Kunststoff wie die Wanne besteht, zumindest aber einen solchen Werkstoff
und/oder Kunststoff enthält. Durch eine chemische Reaktion des Formteils mit der Wanne
und insbesondere deren äußeren Beschichtung wird eine dauerhafte kraftschlüssige Verbindung
erreicht. Durch Andrücken des Formteils an die insbesondere nach dem Ausformen der
Wanne noch weiche und/oder warme Außenschicht der Wanne oder der insbesondere durch
Wärmezufuhr erweichten Oberfläche des Formteils wird eine völlige Formschlüssigkeit
und somit eine mechanische Verankerung an Unregelmäßigkeiten der Oberfläche des Formteils
gewährleistet.
[0007] Das Formteil weist vorzugsweise keine völlig glatte Oberfläche auf, sondern besitzt
Unregelmäßigkeiten in Form kleiner Erhebungen oder Vertiefungen. Das Formteil besteht
in zweckmäßiger Weise aus Polyurethan und bei der Herstellung, insbesondere beim Spritzen
des Polyurethan-Formteils werden diese Unregelmäßigkeiten oder Rauhigkeiten automatisch
ausgebildet. In zweckmäßiger Weise kann alternativ oder zusätzlich die zur Verbindung
mit der Außenseite der Wanne vorgesehene Oberfläche des Formteils mit einer unregelmäßigen
oder aufgerauhten Struktur, vorzugsweise durch Sandstrahlen, Anschleifen oder dergleichen
versehen werden. Durch das Andrücken, vorzugsweise auch Eindrücken, des Formteils
in die noch weiche, plastische Außenschicht der Wanne entsteht ein völliger Formschluß,
da die weichen Bestandteile der Außenschicht in die Vertiefungen des Formteils eindringen
bzw. dessen Erhebungen in die weiche Außenschicht eindringen. Die Unregelmäßigkeiten
in der Oberfläche des Formteils und dessen Andrücken an die noch plastische Außenschicht
führt nach Art einer Verzahnung zu einem Formschluß und einer dauerhaften Verankerung.
Wird zusätzlich oder alternativ die der Wanne zugewandte Oberfläche des Formteils
erweicht, so wird entsprechend die Außenseite der Wanne im Verbindungsbereich mit
einer unregelmäßigen oder aufgerauhten Struktur versehen und die obigen Ausführungen
gelten entsprechend.
[0008] Es wird zumindest zwischen der Außenschicht der Wanne, welche bevorzugt einen Polyurethan-Sandwich-Aufbau
aufweist, und dem aus dem gleichen, nämlich Polyurethan, oder zumindest chemisch vergleichbaren
Werkstoff des Formteils eine chemische Verbindung hergestellt. In zweckmäßiger Weise
wird hierbei die Tatsache genutzt, daß selbst bei ausreagiertem Polyurethan stets
einige reaktive H-acide Gruppen, wie insbesondere -OH, -N-H usw. an der Peripherie
vorhanden sind. Diese reaktiven H-acide Gruppen setzen sich mit frischem, noch nicht
ausreagiertem PU-Reaktionsgemisch unter Bildung von chemischen Bindungen um. Somit
wird eine chemische Haftung zwischen der insbesondere aus PU bestehenden Außenschicht
der Wanne und dem aus dem gleichen oder zumindest vergleichbaren Kunststoff bestehenden
bzw. einen solchen teilweise enthaltenden Formteil erreicht. Die mechanische Verankerung
an den Unregelmäßigkeiten der Oberfläche des Formteils einerseits und die chemische
Haftung andererseits verstärken sich gegenseitig und sind synergetisch. Durch die
Unregelmäßigkeiten der Oberfläche des Formteils wird eine Vergrößerung der zur chemischen
Reaktion bereiten Oberfläche erreicht mit der Folge einer verstärkten Gesamtwirkung
der chemischen bzw. molekularen und der mechanischen Verbindung. Darüber hinaus bewirken
assoziative Verbindungen wie Wasserstoffbrückenverbindungen sowie molekulare, also
von der Waalsche, Anziehungskräfte zwischen den Molekülen der Wanne und des Formteils
eine zusätzliche Verbesserung der Haftung oder Verbindung derselben.
[0009] Auch wenn es sich als besonders zweckmäßig erwiesen hat, die Wanne und das Formteil
aus dem gleichen Werkstoff und/oder Kunststoff, und zwar insbesondere Polyurethan,
oder noch mit zumindest aus in den chemischen bzw. molekularen Verbindungsmechanismen
vergleichbaren Werkstoffen bzw. Kunststoffen herzustellen, so kann das Formteil im
Rahmen der Erfindung aber auch aus einem anderen Material, beispielsweise aus Metall,
bestehen und gleichwohl wird insbesondere durch das Einpressen in den Wannenwerkstoff
eine dauerhafte formschlüssige Verbindung gewährleistet. Die Befestigungsvorrichtung
gelangt für Wannen beliebiger Konstruktion zum Einsatz, wobei hier vor allem auf Badewannen,
Whirlpool-Wannen und Duschwannen hingewiesen sei. Bevorzugt wird das Formteil in einer
vorgegebenen Tiefe in den Kunststoff von der Außenseite der Wanne her eingepreßt,
wobei eine form- und kraftschlüssige Verbindung erreicht wird. Das Formteil weist
in besonders zweckmäßiger Weise Ausnehmungen, Hinterschneidungen, Durchbrechungen
oder dergleichen auf, in welche das Material zumindest der äußeren Schicht der Wanne
zumindest teilweise eindringen kann, wobei die formschlüssige und letztendlich kraftschlüssige
Verbindung gewährleistet ist. Ferner können das Formteil und/oder die Wanne zusätzlich
oder alternativ zuvor mit einem Haftvermittler behandelt werden, um nachfolgend in
den noch weichen Kunststoff der Wanne eingedrückt zu werden. Ferner kann die Verbindung
im Rahmen der Erfindung zusätzlich oder alternativ als Klebeverbindung ausgebildet
sein. Vor allem in Verbindung mit entsprechender Formgebung der Außenseite der Wanne,
und zwar abgestimmt auf die Geometrie des zugeordneten Formteils kann durch Kleben
eine den Erfordernissen der Praxis entsprechende Verbindung sichergestellt sein.
[0010] Die Befestigungsvorrichtung ist vor allem für Wannen vorgesehen, welche in Sandwich-Konstruktion
ausgebildet sind und durch ein Polyurethan-Verfahren hergestellt sind. Derartige Wannen
enthalten vorzugsweise wenigstens eine vergleichsweise weiche Innenschicht, insbesondere
aus Polyurethanschaum, welche zwischen zwei vergleichsweise harten Außenschichten
angeordnet ist. Insbesondere auf der Innenseite der Wanne kann eine weitere Schicht,
insbesondere aus PMMA angeordnet sein. Bei der Fertigung der Wanne wird, sobald die
Wanne mittels geeigneter Werkzeuge, vorzugsweise aus einer Platte durch Tiefziehen
oder dergleichen, hergestellt und ausgeformt ist, das Formteil in der bereits erläuterten
Weise an die durch den Herstellungsprozeß noch warme und/oder plastische Wanne angepreßt.
Der noch vergleichsweise weiche Schaum ermöglicht das Eindrücken in der erforderlichen
Weise, ohne daß insoweit aufwendige Werkzeuge, Schienenkomponenten oder ein hoher
Energieeinsatz notwendig ist. Nach Beendigung der Herstellung und nach dem Aushärten
der Innenschicht ergibt diese trotz vergleichsweise geringem Gewicht eine hohe Stabilität
und Festigkeit für die Wanne. Das Formteil besteht vorzugsweise aus dem gleichen oder
einem gleichwertigen Material wie die Wanne selbst, so daß später das Recycling keine
Probleme bereitet. Die Formteile können in Formwerkzeugen, insbesondere durch Gießen
oder Spritzen, hergestellt sein und/oder durch spanende Bearbeitung. Die Außenfläche
bzw. die Außenschicht der Wanne kann bevorzugt vor Herstellung der Verbindung durch
spanende Bearbeitung vorbereitet sein, um so eine verbesserte Haftung und/oder Verbindung
des Formteils zu gewährleisten.
[0011] Besondere Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0012] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch eine Aufsicht auf die Wanne,
- Fig. 2
- schematisch eine seitliche Ansicht der Wanne,
- Fig. 3
- vergrößert und einen Ausschnitt entlang Schnittlinie III gemäß Fig. 1.
[0013] Fig. 1 zeigt eine Aufsicht auf die Wanne 2, wobei der Einfachheit halber hier die
an der Unterseite der Wanne 2 angeordneten Formteile 4, 5 ebenso wie zugeordnete Füße
6 mit durchgezogenen Linien dargestellt sind. Die beiden Formteile 4, 5 sind außen
am Wannenboden an dessen Unterseite befestigt, wie nachfolgend noch zu erläutern ist.
Die beiden Formteile 4, 5 sind als Schienen derart ausgebildet, daß die Füße 6 in
bekannter Weise von der Seite her in das jeweilige Formteil 4, 5 eingesetzt und entsprechend
dem Doppelpfeil 10 in der erforderlichen Weise eingestellt und mit dem Formteil mittels
Schrauben, Klemmverbindungen oder dergleichen dauerhaft verbunden werden können. Wie
ersichtlich, sind die beiden Formteile 4, 5 quer zur Längsrichtung der Wanne 2 angeordnet,
welche als Badewanne ausgebildet ist.
[0014] Durch die Erläuterung der erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung in Verbindung
mit einer Badewanne erfolgt insoweit keine Einschränkung. Vielmehr kann im Rahmen
der Erfindung die Befestigungsvorrichtung für eine Duschwanne, Whirlpoolwanne oder
dergleichen vorgesehen sein. Ferner kann die Befestigungsvorrichtung auch derart ausgebildet
sein, daß mit ihr Verkleidungen, Schürzen oder sonstige Installationselemente mit
der Wanne funktionssicher verbunden werden. So können insbesondere bei Whirlpoolwannen
Leitungen, insbesondere für Wasser oder Luft sowie Zusatzaggregate, Pumpen, Filter
oder ähnliches funktionssicher verbunden sein.
[0015] Fig. 2 zeigt eine seitliche Ansicht der Wanne 2 mit den beiden an der Unterseite
an der Außenfläche 9 des Wannenbodens 8 angeordneten Formteilen 4, 5. Die Formteile
4, 5 sind als Schienen derart ausgebildet, daß die Füße 6 von den Stirnseiten der
Formteile 4, 5 her in diese eingesetzt und in der erforderlichen Weise arretiert und
befestigt werden können. Die der Außenfläche 9 der Wanne 2 zugeordnete und an diese
angedrückten Oberflächen 11 bzw. 12 der Formteile 4 bzw. 5 sind nicht glatt ausgebildet,
sondern weisen Unregelmäßigkeiten auf, welche eine mechanische Verankerung beim Andrücken
an die noch weiche Außenfläche 9 oder Außenschicht der Wanne 2 gewährleisten. Die
Unregelmäßigkeiten sind vorzugsweise als vergleichsweise kleine Erhebungen oder Vertiefungen
in den Oberflächen 11 bzw. 12 ausgebildet, welche zweckmäßig bereits bei der Herstellung
der Formteile 4, 5 entstanden sind. Aufgrund dieser Unregelmäßigkeiten in den Oberflächen
11, 12 der Formteile 4, 5 wird in zweckmäßiger Weise eine formschlüssige Verbindung
sichergestellt, vorzugsweise in Kombination mit der oben erläuterten chemischen Verbindung.
[0016] An der Außenseite der als Badewanne ausgebildeten Wanne 2 sind weitere Formteile
13, 14 in der erfindungsgemäßen Weise angeordnet. Die Formteile 13, 14 enthalten Halterungen
16, 18 für nur schematisch angedeutete Schürzen 20, 22 oder Verkleidungen der Wanne
2. Sind die Schürzen 20, 22 aus Metall oder enthalten diese Metallteile, so können
zur Verbindung mit den Halterungen 16, 18 Permanentmagnete vorgesehen sein, welche
eine einfache Montage und bei Bedarf Demontage ermöglichen. Für die Verbindung der
Formteile 13, 14 mit der Wanne 2 gelten die obigen Ausführungen zu den Formteilen
4, 5 entsprechend.
[0017] Fig. 3 zeigt in einem Ausschnitt vergrößert einen Teil des Wannenbodens 8, welcher
als Sandwich-Konstruktion ausgebildet ist. Der Wannenboden und ebenso die gesamte
Wand der Wanne insgesamt enthält eine Innenschicht 24, welche zwischen zwei Außenschichten
26, 28 eingebettet ist. Auf der Außenschicht 28 ist ferner eine Deckschicht 30 angeordnet,
welche dem Innenraum 32 der Wanne zugeordnet ist. Die Innenschicht 24 besteht zweckmäßig
aus einem vergleichsweise leichten und gleichwohl stabilen Werkstoff, wie vorzugsweise
Polyurethanschaum. Auch die beiden Außenschichten 26, 28 bestehen vorzugsweise aus
Polyurethan, sind jedoch im Vergleich zu der relativ weichen Innenschicht 24 wesentlich
härter. Die Deckschicht 30 besteht darüber hinaus aus einem ebenfalls vergleichsweise
harten Kunststoff, und zwar insbesondere PMMA, welcher eine sehr feine Oberflächenstruktur
und eine geringe Porosität aufweist und sich durch eine hohe Kratzfestigkeit und Härte
auszeichnet.
[0018] Im Bereich der Außenschicht 26, welche bei dieser Ausführungsform an der Unterseite
des Wannenbodens 8 sich befindet, ist das erfindungsgemäße Formteil 5 angeordnet.
Das Formteil 5 besitzt auf seiner dem Wannenboden 8 zugewandten Oberfläche Ausnehmungen
34, welche hier kammartig oder nach Art einer Verzahnung ausgebildet sind. In diese
Ausnehmungen 34 ist das Material des Bodens und zwar insbesondere der Außenschicht
26 eingedrungen, wodurch eine gute form- und kraftschlüssige Verbindung gewährleistet
ist. Das Formteil 5 besteht bevorzugt aus dem gleichen oder einem vergleichbaren Kunststoff
wie die Wanne 2, wodurch günstige Voraussetzungen für das Recycling gegeben sind.
Im Rahmen der Erfindung können die Ausnehmungen 34 auch als Durchbrechungen, Löcher
oder ähnliches ausgebildet sein, welche das Eindringen vom Material und somit einen
guten Formschluß ermöglichen. An den Längsseiten 36, 38 besitzt das Formteil 5 in
besonders zweckmäßiger Weise hakenförmige Vorsprünge 40, 42, welche gleichfalls in
den Werkstoff des Wannenbodens 8 eingreifen. Beim Eindrücken des Formteils 5 in den
zunächst weichen Wannenboden 8 wird somit nach Art einer Schwalbenschwanz-Verbindung
ein erheblich verbesserter Formschluß erreicht. An dieser Verbindung ist nur der Kunststoff
der Außenschicht 26 beteiligt. Das Formteil 35 besitzt an seiner Unterseite Hinterschneidungen
44, 46, in welche nach Art einer Profilschiene eine Schiene 48 eingeschoben ist, an
deren Unterseite der Wannenfuß 6 befestigt ist. Die Schiene 48 mit dem Fuß 6 kann
quer zur Zeichenebene bezüglich des Formteils 5 verschoben und positioniert werden.
[0019] Das Formteil 5 ist bei der Herstellung der Wanne in den zunächst noch vergleichsweise
weichen Wannenboden 8 um einen vorgegebenen Betrag entsprechend der Tiefe 50 hineingedrückt
worden, wobei das Material des Wannenbodens 8 und zwar insbesondere der Außenschicht
26, in die Ausnehmung 34 in der dargestellten Weise eindrang. In diesem Zustand ist
die Innenschicht 24, welche vorzugsweise aus PUR-Schaum besteht, noch vergleichsweise
weich und ermöglicht so funktionssicher das Einpressen des Formteils in der genannten
Tiefe 50. Nach dem Abkühlen und/oder weiteren Aushärten des Wannenbodens ist im Endzustand
eine optimale kraftschlüssige und formschlüssige Verbindung des Formteils 5 am Wannenboden
8 hergestellt. Beim Eindrücken des separat hergestellten Formteils in den Kunststoff
der Wanne wird aufgrund der Materialstruktur eine funktionssichere Verbindung hergestellt.
In der Übergangszone zwischen dem Material des Wannenbodens und zwar insbesondere
dessen Außenschicht 26 und dem Formteil 5 entsteht in besonders zweckmäßiger Weise
eine molekulare Verbindung, welche die Übertragung von großen Kräften bei langer Lebensdauer
gewährleistet. Auch Temperaturschwankungen, beispielsweise beim Einlassen von heißem
und kaltem Wasser führen nicht zu einer merklichen Reduzierung der Verbindung.
[0020] Es hat sich als besonders zweckmäßig erwiesen, vor der Herstellung der Verbindung
einen Haftvermittler zwischen Formteil 5 und Wannenboden 8, insbesondere dessen Außenfläche
vorzusehen, um so eine weitere Verbesserung der Verbindung zu gewährleisten. Ferner
kann zusätzlich oder alternativ im Verbindungsbereich Klebemittel vorgesehen werden,
welches eine kraftschlüssige Verbindung, bevorzugt kombiniert mit einer formschlüssigen
Verbindung unter Einschluß von Ausnehmungen 34 des Formteils 5 oder der erläuterten
Vorsprünge 40, 42 ermöglicht.
[0021] Wesentlich ist für alle Ausführungsformen der Erfindung, daß das Formteil in zweckmäßiger
Weise unter Druck an die warme und/oder noch weiche Außenseite der Wanne angepreßt
wird, wobei darüber hinaus in zweckmäßiger Weise das Formteil in einer vorgegebenen
Tiefe 50 in den Werkstoff hineingedrückt wird. Als zweckmäßig hat sich das Eindrücken
des Formteils in einer Tiefe im Bereich zwischen 2 und 8 mm, vorzugsweise zwischen
3 und 6 mm, erwiesen. Das Anpressen und/oder Eindrücken erfolgt solange die Wanne
plastisch verformbar ist.
[0022] Unabhängig von der jeweiligen Ausgestaltung wird das Formteil aufgrund einer chemischen
Reaktion mit der Außenbeschichtung, welche auch als Verstärkungsbeschichtung bezeichnet
wird, formschlüssig und/oder kraftschlüssig verbunden. Zur Vorbereitung der Verbindungsstelle
wird darüber hinaus bevorzugt eine spanabhebende Verarbeitung vorgenommen, um Unebenheiten,
Verunreinigungen des Wannenbodens in diesem Bereich zu beseitigen und die Intensität
der Verbindung weiter zu verbessern. Das Formteil wird erfindungsgemäß zumindest teilweise
in den Kunststoff der Wanne eingebettet und/oder von diesem umgeben, und zwar insbesondere
ausschließlich von der Außenschicht.
Bezugszeichen
[0023]
- 2
- Wanne
- 4, 5
- Formteil
- 6
- Fuß
- 8
- Wannenboden
- 9
- Außenfläche von 2
- 10
- Doppelpfeil
- 11, 12
- Oberfläche von 4, 5
- 13, 14
- weiteres Formteil
- 16, 18
- Halterung
- 20, 22
- Verkleidung
- 24
- Innenschicht
- 26, 28
- Außenschicht
- 30
- Deckschicht
- 32
- Innenraum von 2
- 34
- Ausnehmung
- 36, 38
- Längsseite von 5
- 40, 42
- Vorsprung von 5
- 44, 46
- Hinterschneidung
- 48
- Schiene
- 50
- Tiefe
1. Befestigungsvorrichtung einer Wanne (2) aus Kunststoff, enthaltend ein mit der Wanne
(2) verbundenes Formteil (4, 5), mit welchem ein Wannenfuß (6) oder eine Halterung
(16, 18) verbindbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß das Formteil (4, 5) durch Anpressen an die Außenfläche
(9) der Wanne (2) kraftschlüssig und/oder formschlüssig mit dieser verbunden ist und
daß das Anpressen in einem weichen oder plastischen Zustand zumindest der Außenfläche
(9) oder der Oberfläche (11, 12) des Formteils (4, 5) erfolgt ist.
2. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wanne (2)
und/oder das Formteil (4, 5), zumindest teilweise aus Kunststoff, insbesondere Polyurethan,
bestehen und/oder daß die Wanne (2) und das Formteil (4, 5) zumindest teilweise aus
dem gleichen, zumindest aber chemisch in vergleichbarer Weise reagierendem Kunststoff
bestehen.
3. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die mit
der Wanne (2) in Verbindung stehende Oberfläche (11, 12) des Formteils (4, 5) Unregelmäßigkeiten,
insbesondere in Form von kleinen Erhebungen und Vertiefungen, oder eine Rauhigkeit
aufweist und/oder daß die beim Anpressen noch weiche Außenfläche (9) der Wanne (2)
formschlüssig in die Oberfläche (11, 12) des Formteils (4, 5) eingreift.
4. Befestigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Außenfläche (9) der Wanne (2) Unregelmäßigkeiten, insbesondere in Form von
kleinen Vertiefungen und Erhebungen oder eine Rauhigkeit aufweist und/oder daß die
zum Anpressen erweichte Oberfläche (11, 12) des Formteils (4, 5) in die Unregelmäßigkeiten
der Wannenaußenfläche (9) eingreift.
5. Befestigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen der Außenfläche (9) der Wanne (2) und der Oberfläche (11, 12) des Formteils
(4, 5) eine chemische Haftung vorhanden ist, wobei diese chemische Haftung vorzugsweise
durch chemische Bindungen zwischen reaktiven H-aciden Gruppen des Polyurethans des
Formteils (4, 5) einerseits und dem frischen, noch nicht ausreagiertem Polyurethan-Reaktionsgemisch
der Wannenaußenfläche (9) andererseits gebildet sind oder umgekehrt.
6. Befestigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen der Außenfläche (9) der Wanne (2) und der Oberfläche (11, 12) des Formteils
(4, 5) assoziative Bindungen, insbesondere Wasserstoffbrückenverbindungen, vorhanden
sind und/oder daß molekulare Anziehungskräfte zwischen den Molekülen des Formteils
(4, 5) und der Wanne (2) vorhanden sind.
7. Befestigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß das Formteil (4, 5) in einer vorgegebenen Tiefe (50) in das Material der Wanne
(2) eingedrückt ist, wobei die Wanne (2) eine Innenschicht (24) aus geschäumtem Werkstoff,
insbesondere Polyurethanschaum, aufweist.
8. Befestigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß das Formteil (4, 5) an einer Außenschicht (26) der als Sandwich-Konstruktion ausgebildeten
Wanne (2), welche vorzugsweise eine Innenschicht (24) aus geschäumtem Werkstoff, insbesondere
Polyurethanschaum, enthält, angeordnet ist und/oder daß Teile der Außenschicht (26)
vorzugsweise in Ausnehmungen (34) des Formteils (4, 5) eingreifen.
9. Befestigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß das Formteil (4, 5) insbesondere an einer Längsseite (36, 38) einen Vorsprung
(40, 42) aufweist, welcher in eine Hinterschneidung (44, 46) der Wanne (2), insbesondere
deren Außenschicht (26), eingreift.
10. Befestigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß das Formteil (4, 5) nur in die Außenschicht (26) der in Sandwich-Bauweise aufgebauten
Wanne (2) eingreift und/oder nur in diese Außenschicht (26) eingebettet oder von dieser
zumindest teilweise umgeben ist.