[0001] Die Erfindung betrifft eine Zentrierglocke für eine Kegelstellmaschine mit einem
geschlossenwandigen Glockenkörper aus Kunststoff.
[0002] Derartige Zentrierglocken sind bei einer Kegelstellmaschine über dem Kegelfeld an
einer Platte angebracht. Nach Beendigung eines Spiels werden die gefallenen und stehengebliebenen
Kegel durch Zugseile in die Zentrierglocken eingezogen, worauf sie aus den Zentrierglocken
wieder auf das Kegelfeld abgesetzt werden. Beim Einziehen der Kegel in die Zentrierglocken
ergibt sich eine beträchtliche Geräuschentwicklung dadurch, daß die Kegel an den Glockenkörper
anschlagen, der aus Verschleißgründen aus hartem, widerstandsfähigem Material besteht.
Wenn die Zugseile gefallener Kegel verwickelt sind, werden sie erst im Verlaufe des
Einziehens der Kegel voneinander gelöst, wobei häufig ein starker Ruck auftritt, durch
den die Geräuschentwicklung beim Anschlagen der Kegel an der Zentrierglocke noch verstärkt
wird. Am Ende der Einzugsbewegung schlägt der Kegelkopf an einem Anschlag am oberen
Ende der Zentrierglocke an.
[0003] Aufgrund der Forderung nach Reduzierung der Geräuschentwicklung solcher Kegelstellmaschinen
wurden verschiedene Versuche unternommen, eine wirksame Schalldämpfung an Zentrierglocken
aus Kunststoff zu erreichen.
[0004] Bei einer bekannten Ausführungsform besteht der untere Abschnitt der Zentrierglocke
aus relativ weichem Kunststoffmaterial, das von der Aufnahmeöffnung aus nach oben
kegelstumpfförmig erweitert ist. Es schließt sich ein sich nach oben etwas verjüngendes
Oberteil aus Kunststoff mit nahezu kugelförmig abgerundeter oberer Begrenzungswand
an, in die ein separates Kunststoffteil mit der Seilführungsrolle eingesetzt ist.
Wegen des auf halber Höhe vergrößerten Durchmessers des Glockenkörpers kann diese
Zentrierglocke nicht einstückig durch Spritzgießen hergestellt werden, weswegen Ober-
und Unterteil des Glockenkörpers gesondert ausgebildet und mittels Schrauben miteinander
und an der Platte der Stellmaschine befestigt werden. Diese im Mittelteil bauchige
Gestaltung des Glockenkörpers führt in Verbindung mit einem gesondert angebrachten
Anschlag aus weichem Material für den Kegelkopf und einem ebenfalls gesondert angebrachten
Zentrierring aus relativ weichem Material an der Aufnahmeöffnung zu einer wirksamen
Schalldämpfung beim Einziehen eines Kegels. Da das Zugseil eines Kegels über den Rand
der Aufnahmeöffnung gezogen wird und dadurch ein erheblicher Verschleiß an der Zentrierglocke
auftritt, ist bei dieser bekannten Ausführungsform aufgrund des relativ weichen Materials
des Zentrierrings an der Aufnahmeöffnung ein gesonderter Stahlring eingelegt, der
den Zentrierring versteift und den Rand der Aufnahmeöffnung des Glockenkörpers vor
frühzeitigem Verschleiß schützt. Durch diese bekannte Ausführungsform wird zwar eine
gute Schalldämpfung erzielt, allerdings unter Inkaufnahme eines aufwendigen, aus mehreren
Einzelteilen bestehenden Aufbaus, der in der Herstellung und Montage entsprechend
teuer ist.
[0005] Die in der Zeichnung wiedergegebene Ausführungsform einer schlanken, einstückigen
Zentrierglocke aus hartem Kunststoffmaterial ist mit einem geschlossenwandigen Glockenkörper
seit langem bekannt und in Gebrauch. Es wurde versucht, eine Schalldämpfung dadurch
zu erreichen, daß der Glockenkörper mit einem schallschluckenden Material wie Schaumstoff
umgeben wurde. Dies führte aber nicht zu einer nennenswerten Schalldämpfung. Das Anbringen
eines weichen Materials innen am Anschlag des Kegelkopfes brachte nur eine Reduzierung
des Anschlaggeräusches des Kegelkopfes, nicht aber der wesentlich stärkeren Geräuschentwicklung
beim Anschlagen des Kegels an der Glockenwand. Ebensowenig brachte ein weiches Material
für den Zentrierring an der Aufnahmeöffnung eine spürbare Verbesserung.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Zentrierglocke, die auch aus hartem,
verschleißfestem Kunststoff bestehen kann, so auszubilden, daß mit einfachen Mitteln
eine wirksame Geräuschdämpfung beim Einziehen eines Kegels erreicht wird.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß über den Umfang des Glockenkörpers
verteilt Aussparungen vorgesehen sind.
[0008] Durch diese einfache Maßnahme wird in überraschender Weise eine gute Schalldämpfung
erreicht. Auch bei einem mit Rücksicht auf Verschleiß harten Kunststoff, der beim
Anschlagen eines Kegels besonders laute Geräusche abgibt, wird durch Aussparungen
am Glockenkörper in nicht vorhersehbarer Weise eine Reduktion der Geräuschentwicklung
erzielt, die der verminderten Geräuschentwicklung bei der zuvor beschriebenen aufwendigen
Ausführungsform entspricht.
[0009] Die Erfindung wird beispielsweise anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- eine Seitenansicht einer Zentrierglocke,
- Fig. 2
- einen Querschnitt längs der Linie A-A in Fig. 1,
- Fig. 3
- einen Längsschnitt längs der Linie B-B in Fig. 2,
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf die Zentrierglocke nach Fig. 5, und
- Fig. 5
- in einer teilweise aufgeschnittenen Seitenansicht eine an einer Platte montierte Zentrierglocke,
[0010] Die in Fig. 1 wiedergegebene Zentrierglocke besteht aus einem einteiligen, durch
Spritzgießen hergestellten Kunststoffkörper. Der Glockenkörper 1 weist im mittleren
und unteren Teil einen im wesentlichen zylindrischen Wandabschnitt auf, an den sich
ein kegelstumpfförmiger, sich nach oben verjüngender Abschnitt anschließt, der in
einen wiederum zylindrischen Abschnitt kleineren Durchmessers übergeht, der oben durch
schräg nach innen verlaufende Wandabschnitte geschlossen ist und eine Bohrung 2 (Fig.
4) für den Durchtritt des Zugseils aufweist. Am Oberteil sind beabstandete Flansche
3 angeformt, zwischen denen eine nicht dargestellte Seilrolle eingesetzt wird, deren
Achse in Bohrungen 4 in den Flanschen 3 eingesetzt wird. Bei 5 sind quer zu den Flanschen
3 verlaufende Versteifungsrippen am Oberteil angeformt. Der untere, nach außen leicht
erweiterte Abschnitt des Glockenkörpers 1 ist an drei in gleichem Winkelabstand angordneten
Stellen des Umfangs mit radial nach außen sich erstreckenden Wandabschnitten 6 versehen,
die in der Querschnittsansicht nach Fig. 2 etwa dreieckförmig angeformt sind und eine
Bohrung 7 umschließen, die sich etwa über die untere Hälfte des zylindrischen Abschnitts
des Glockenkörpers und im wesentlichen parallel zur Achse des Glockenkörpers erstreckt.
Diese Bohrungen 7 dienen zur Aufnahme von Befestigungsschrauben 8 (Fig. 5), mittels
denen die Zentrierglocke an einer Platte 9 befestigt wird, wobei sich der obere Abschnitt
der Zentrierglocke durch eine Bohrung in der Platte erstreckt und die Stirnseiten
der Wandabschnitte 6 an der Plattenunterseite anliegen. Zugleich wird mittels der
Schrauben 8 ein Zentrierring 10 am Glockenkörper 1 befestigt, der aus einem widerstandsfähigen
Kunststoffmaterial besteht und die Aufnahmeöffnung des Glockenkörpers 1 umgibt. Dieser
Zentrierring 10 kann ausgewechselt werden, wenn ein Zentrierring mit z.B. kleinerem
oder größerem Durchmesser für einen schlankeren oder dickeren Kegel benötigt wird,
oder wenn durch das an dem Zentrierring 10 scheuernde Zugseil ein Verschleiß auftritt.
Mit 11 sind radial verlaufende Versteifungsrippen in dem im Querschnitt etwa U-förmig
gestalteten Zentrierring 10 bezeichnet.
[0011] Der beschriebene Aufbau der Zentrierglocke mit geschlossener Wand des Glockenkörpers
ist an sich bekannt, wobei die Zentrierglocke aus einem harten, verschleißfesten Kunststoffmaterial
durch Spritzgießen in einem Formvorgang hergestellt wird.
[0012] Nachdem die aus hartem Kunststoff bestehende Zentrierglocke beim Einziehen eines
Kegels sehr laute Schlaggeräusche abgab und eine Ummantelung des Glockenkörpers aus
schallschluckendem Schaumstoffmaterial zu keiner nennenswerten Verminderung der Geräuschentwicklung
führte, wurden auf dem Umfang des Glockenkörpers 1 im Bereich des Oberteils über den
Umfang verteilt Ausnehmungen oder Aussparungen 12 ausgebildet, die ohne weitere Änderungen
an der Zentrierglocke zu einer beträchtlichen Reduktion der Geräuschentwicklung führten.
Dies war nicht vorhersehbar, weil durch die Aussparungen 12 eher ein verstärkter Schallaustritt
aus der Zentrierglocke zu vermuten war.
[0013] Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel erstrecken sich die Aussparungen 12 etwa
von der halben Höhe des Glockenkörpers nach oben in den kegelstumpfförmigen Abschnitt
hinein, wobei über den Umfang vier solcher nach oben langgestreckter Aussparungen
12 vorgesehen sind.
[0014] Die Aussparungen auf dem Umfang des Glockenkörpers können auch eine andere Form haben
und anders als dargestellt angeordnet werden. So können sich die Aussparungen auch
in den unteren Abschnitt des Glockenkörpers 1 erstrecken oder nur im unteren Abschnitt
vorgesehen werden. Auch ist das Vorsehen solcher Aussparungen 12 nicht auf die dargestellte
und beschriebene Form einer Zentrierglocke beschränkt, vielmehr können solche Aussparungen
auch bei anderen bekannten Ausführungsformen vorgesehen werden, beispielsweise bei
der eingangs geschilderten mehrteiligen Ausführungsform einer Zentrierglocke. Die
Anordnung und Form der Aussparungen kann dabei je nach Gestaltung der Zentrierglocke
ausgebildet werden. Bei der in der Zeichnung wiedergegebenen Zentrierglocke sind aufgrund
der vorhandenen Flansche 3 und Versteifungsrippen 5 am Umfang vier Aussparungen 12
vorgesehen. Bei einer anderen Gestaltung der Zentrierglocke können auch mehrere Aussparungen
oder weniger, aber dafür größere Aussparungen vorgesehen werden.
[0015] In der Querschnittsansicht nach Fig. 2 sind auf dem Innenumfang verteilt flache Versteifungsrippen
13 angeformt, welche die Aussparungen 12 in Längsrichtung begrenzen und sich bis zur
Aufnahmeöffnung am unteren Rand des Glockenkörpers 1 erstrecken können, wie Fig. 3
zeigt.
[0016] Die Aussparungen 12 werden vorzugsweise in dem Abschnitt des Glockenkörpers 1 vorgesehen
der einen großen Durchmesser aufweist. Es ist auch möglich, zusätzliche Aussparungen
im engeren Oberteil der Zentrierglocke vorzusehen. In gleicher Weise können über die
Länge der Zentrierglocke verteilt mehrere einzelne Öffnungen bzw. Aussparungen vorgesehen
werden, soweit hierdurch die Stabilität der Zentrierglocke nicht beeinträchtigt wird.
Zur Verbesserung der Stabilität können entsprechend den Rippen 13 auf dem Innenumfang
auch Versteifungsrippen auf dem Außenumfang des Glockenkörpers 1 vorgesehen werden,
wenn durch die Fläche der Aussparungen die verbleibenden Stege am Glockenkörper 1
die erforderliche Stabilität nicht mehr gewährleisten würden.
[0017] Es ist auch möglich, den Glockenkörper durch in Achsrichtung verlaufende, beabstandete
Stege auszubilden, wobei die Stege an den beiden Enden durch Ringkörper miteinander
verbunden sind. Die Aussparungen im Glockenkörper werden hierbei durch den Abstand
der Stege in Umfangsrichtung ausgebildet.
[0018] Die in der Zeichnung wiedergegebene Zentrierglocke kann dadurch in einfacher Weise
ausgebildet werden, daß in die vorhandene Form der Zentrierglocke in axialer Richtung
von oben Einschübe eingesetzt werden, welche beim Ausformen der Zentrierglocke durch
Spritzgießen die in der Zeichnung wiedergegebenen Aussparungen 12 ergeben. Es wird
somit mit einfachsten Mitteln und damit entsprechend kostengünstig eine unerwartet
starke Reduktion der Geräuschentwicklung erreicht.
[0019] Hierbei ist es für die Geräuschdämpfung nicht erforderlich, am Anschlag des Kegelkopfes
im Oberteil des Glockenkörpers ein weiches Material einzusetzen. Die Reduktion der
Geräuschentwicklung durch die Aussparungen wird auch dann erreicht, wenn die Zentrierglocke
einteilig, d.h. ohne zusätzliche Einbauten, aus hartem Kunststoffmaterial besteht,
das auch den Anschlag für den Kegelkopf bildet.
1. Zentrierglocke für eine Kegelstellmaschine, mit einem einteilig aus Kunststoff hergestellten
Glockenkörper,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur Geräuschdämpfung beim Einziehen eines Kegels in den Glockenkörper (1) zwischen
Unter- und Oberteil des Glockenkörpers (1) Durchbrüche (12) im Glockenkörper (1) ausgebildet
sind, die über den Umfang des Glockenkörpers (1) verteilt sind.
2. Zentrierglocke nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Aussparungen (12) auf dem Abschnitt des Glockenkörpers
(1) ausgebildet sind, der einen größeren Durchmesser aufweist.
3. Zentrierglocke nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Aussparungen (12) sich in Achsrichtung des Glockenkörpers
(1) erstrecken.
4. Zentrierglocke nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
zur Versteifung des Glockenkörpers (1) auf den zwischen den Aussparungen (12) verbleibenden
Abschnitten Versteifungsrippen (13) auf dem Innen- und/oder Außenumfang des Glockenkörpers
(1) ausgebildet sind.
5. Zentrierglocke nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Glockenkörper (1) durch in Achsrichtung verlaufende, beabstandete Stege ausgebildet
ist, die an den Enden durch Ringkörper miteinander verbunden sind.