[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens zur Herstellung
eines Quarzglasrohlings durch Umse zung eines gasförmigen siliziumhaltigen Glasausgangsmaterials
in einer Brenngasflamme zu SiO
2. unter Verwendung eines mehrdüsigen Brennerkopfes, durch den in einem zentralen Bereich
das Glasausgangsmaterial und in einem den zentralen Bereich umgebenden äußeren Bereich
das Brenngas geleitet wird, wobei das Brenngas vom Glasausgangsmaterial im Bereich
des Brennerkopfes bis zur Reaktionszone, durch einen zwischen dem Brenngasstrom und
dem Strom des Glasausgangsmaterials vorgesehenen Trenngasstrom getrennt wird, daraus
in einer Reaktionszone in der Nähe des Brennerkopfes feine SiO
2-Sootpartikel gebildet und diese auf einem Träger unter Aufbau eines porösen Sootkörpers
abgeschieden werden, der anschließend gesintert wird.
[0002] Ein derartiges Verfahren ist in der europäischen Patentanmeldung EP-A1 0 237 183
beschrieben. Für die Herstellung einer Quarzglasvorform für optische Fasern mittels
Flammenhydrolyse werden aus gasförmigem SiCl
4 unter Einsatz eines mehrdüsigen Brenners SiO
2-Sootpartikel gebildet und diese auf einem Träger unter Aufbau eines porösen Sootkörpers
abgeschieden. Dabei wird das SiCl
4 durch eine zentrale, rohrförmige Mitteldüse des Brennerkopfes geleitet. Die Mitteldüse
ist von einer ringförmigen Brenngasdüse für die Zufuhr von Brenngasen umgeben, innerhalb
der eine Vielzahl kleinerer rohrförmiger Düsen für die Einleitung von Hilfsgasen für
die Verbrennung angeordnet sind. Um ein Verstopfen der Mitteldüse zu verhindern, ist
zwischen dieser und der Brenngasdüse eine Ringdüse vorgesehen, durch die ein Argon-Gasstrom
eingeleitet wird, der die Brenngase von dem gasförmigem SiCl
4 trennt. Der poröse Sootkörper wird anschließend gesintert.
[0003] Gemäß einem weiteren, in der europäischen Patentanmeldung EP-A1 0 146 659 beschriebenen
Verfahren für die Herstellung eines Quarzglasrohlings, werden auf einem waagerecht
orientierten und um seine horizontale Längsachse rotierenden Graphitstab feine SiO
2-Sootpartikel abgeschieden. Die Sootpartikel werden gebildet aus organischen siliziumhaltigen
Verbindungen durch Flammenhydrolyse in einer Sauerstoff-Wasserstoff-Flamme. In einem
Ausführungsbeispiel wird hierzu die siliziumhaltige organische Verbindung zusammen
mit einem Dotiermittel und mit Fluor sowie mit Argon und Sauerstoff der zentralen
Düse eines mehrdüsigen Brennerkopfes zugeführt. Die zentrale Mitteldüse ist von mehreren,
koaxial zu der Mitteldüse angeordneten Ringdüsen umgeben. Durch die erste Ringdüse
wird dem Brennerkopf ein Argon-Sauerstoff-Gasgemisch und durch die zweiten und dritten
Düsen die Brenngase Wasserstoff und Sauerstoff zugeführt.
[0004] Die SiO
2-Sootpartikel werden in einer vom Brennerkopf beabstandeten Reaktionszone gebildet.
Der Beginn der Reaktionszone ist durch den Umschlag von blauer Flammenfarbe in weiße
Flammenfarbe leicht zu erkennen. Der Abstand der Reaktionszone von der Brennermündung
hängt in erster Linie von den Strömungsgeschwindigkeiten der aus dem Brennerkopf austretenden
Gase und von der Flammentemperatur ab. Bei zu geringem Abstand schlagen sich SiO
2-Sootpartikel auf dem Brennermund nieder und verstopfen so die Düsenöffnungen. Andererseits
ist für eine möglichst vollständige Umsetzung des Glasausgangsmaterials eine bestimmte
Mindestdauer der Umsetzung und damit eine bestimmte Mindestlänge der Reaktionszone
erforderlich. Das bedeutet, daß der Beginn der Reaktionszone auch in einem ausreichend
großen Abstand von der Oberfläche des sich bildenden Sootkörpers liegen muß. Die Effizienz
der Abscheidung ist optimal, wenn die Länge der Reaktionszone so gewählt ist, daß
die Umsetzung des Glasausgangsmaterials in der Nähe der Oberfläche des Sootkörpers
vollständig erfolgt ist.
[0005] Üblicherweise wird der Abstand des Brennerkopfes von der Oberfläche des sich bildenden
Sootkörpers konstant gehalten und der Brennerkopf mit zunehmendem Durchmesser des
Sootkörpers entsprechend wegbewegt.
[0006] Mit zunehmender Oberfläche des Sootkörpers nimmt die Wärmeabstrahlung und die Wärmeabfuhr
durch Konvektion zu. Der großvolumige Sootkörper kühlt dadurch im Vergleich zum kleinvolumigen
Sootkörper relativ schnell aus. Infolgedessen nimmt die Dichte des Sootkörpers in
radialer Richtung von innen nach außen ab. Diese kann sich auf die Eignung des Sootkörpers
für die Herstellung optischer Bauteile, wie beispielsweise optischer Fasern für die
Nachrichtentechnik nachteilig auswirken. Durch eine Verringerung des Brennerabstandes
zur Sootkörperoberfläche könnte zwar die Temperaturabsenkung verhindert werden; jedoch
würde dadurch die Effizienz der Abscheidung aus den oben dargelegten Gründen verringert.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung anzugeben,
mit der eine gleichbleibend hohe Effizienz der Abscheidung erreicht werden kann.
[0008] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens, mit einem
Brennerkopf, der eine zentrale, rohrförmige Mitteldüse für die Zufuhr von Glasausgangsmaterial
und mehrere, koaxial zur Mitteldüse angeordnete Ringdüsen für die Zufuhr von Brenngasen
aufweist, wobei zwischen der Mitteldüse und den Ringdüsen eine ringförmige Trenngasdüse
vorgesehen ist, die eine innere und eine äußere, im radialen Querschnitt kreisförmige
Begrenzungswand aufweist.
[0009] Eine derartige Vorrichtung ist ebenfalls aus der EP-A1 0 146 659 bekannt. Der bekannte
Brenner besteht aus Quarzglas. Er weist eine rohrförmige Mitteldüse für die Zufuhr
von Glasausgangsmaterial und drei koaxial zur Mitteldüse angeordnete Ringdüsen auf,
wovon die beiden äußeren Ringdüsen für die Zufuhr von Sauerstoff und die Zufuhr von
Wasserstoff für die Brennergasflamme vorgesehen sind. Zwischen den ringförmigen Brenngasdüsen
und der Mitteldüse ist eine weitere ringförmige Düse vorgesehen, die zur Zufuhr eines
Sauerstoff-Argon-Gemisches dient.
[0010] Bei dem aus der oben genannten europäischen Patentanmeldung EP-A1 0 237 183 bekannten,
mehrdüsigen Abscheidebrenner ist für die Zufuhr von SiCl
4 eine zentrale, rohrförmige Mitteldüse vorgesehen, die von einer ringförmigen Brenngasdüse
für die Zufuhr von Brenngasen umgeben ist, innerhalb der eine Vielzahl kleinerer rohrförmiger
Düsen für die Einleitung von Hilfsgasen für die Verbrennung angeordnet sind. Zwischen
der Mitteldüse der Brenngasdüse kann eine weitere Ringdüse vorgesehen sein, durch
die ein Argon-Gasstrom eingeleitet wird, der die Brenngase von dem gasförmigem SiCl
4 trennt. Die Ringdüse verläuft konzentrisch zur Mitteldüse.
[0011] Bei optimaler Einstellung der Gasströme bei den beiden oben erläuterten, bekannten
Brennern sind hohe Abscheideraten erzielbar. Es hat sich aber gezeigt, daß die Brenner
auf Änderungen der Strömungsbedingungen empfindlich reagieren und in diesen Fällen
die Abscheiderate sinkt.
[0012] Der Erfindung liegt weiterhin die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Herstellung
eines Quarzglasrohlings durch Umsetzung eines gasförmigen siliziumhaltigen Glasausgangsmaterials
anzugeben, die bei einem relativ unempfindlich reagieren auf Änderungen der Verfahrensparameter
einen hohen Umsetzungsgrad gewährleistet.
[0013] Von den Erfindern wurden umfangreiche Versuche mit dem Ziel durchgeführt, einen gewünschten
radialen Dichteverlauf des Sootkörpers, üblicherweise ist dies ein homogener Dichteverlauf
über die Wandstärke des Sootkörpers zu erreichen. Hierzu wurde zunächst, wie eingangs
bereits erläutert, versucht, die relative Abkühlung des größer werdenden Sootkörpers
dadurch zu kompensieren, daß der Brenner bzw. die Brenner näher an die Oberfläche
des Sootkörpers herangeführt wurden. Es stellte sich aber heraus, daß hierdurch die
Reaktionszone verkürzt, die vollständige Oxidation des gasförmigen Glasausgangsmaterials
verhindert und der Umsetzungsgrad und die Abscheiderate dadurch verringert wurden.
[0014] Zu der Funktion des Trenngasstromes, die Länge und Lage der Reaktionszone zu stabilisieren,
gehört es, eine frühzeitige Umsetzung des Glasausgangsmaterials mit den Brenngasen
im Bereich des Brennerkopfes zu verhindern und diese Umsetzung in den. Bereich der
Reaktionszone zu verlagern. Die Strömungsgeschwindigkeit des Trenngasstromes ist daher
so zu wählen, daß dieser den Strom der Glasausgangsmaterialien in der Nähe der Brennerkopfes
vollständig von den Brenngasen abschirmt. Dadurch ist es möglich, den Brenngas-Strom
oder die Brenngas-Ströme zu variieren, ohne daß der Strom des Glasausgangsmaterials
davon merklich beeinflußt wird. Damit der Trenngasstrom auf diese Weise wirkt, ist
seine Strömungsgeschwindigkeit genügend groß einzustellen. Die erforderliche Strömungsgeschwindigkeit
hängt von den übrigen Gasströmen ab, kann aber anhand weniger Versuche vom Fachmann
leicht ermittelt werden. Als Anhaltspunkt für eine ausreichend hohe Strömungsgeschwindigkeit
dient der Abstand der Reaktionszone vom Brennermund. Dieser sollte mindestens 3 mm,
günstiger sind mindestens 5 mm, betragen, damit eine frühzeitige Durchmischung des
Trenngasstromes mit den Brenngasen vermieden wird. Der Trenngasstrom kann dabei aus
einer oder aus mehreren Brenner-Düsen bereitgestellt werden.
[0015] Die oben genannten Aufgaben werden, ausgehend von der eingangs beschriebenen Vorrichtung,
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß mindestens die äußere Begrenzungswand in einem
Bereich von unterhalb der Düsenöffnung bis zur Düsenöffnung schräg in Richtung auf
die Mitteldüse verläuft, und daß mindestens eine Brenngasdüse als Diffusor ausgebildet
ist.
[0016] Dadurch, daß der Brenngasstrom aus mindestens einer Brenngasdüse turbulent austritt,
wird ein laminarer oder nur wenig turbulenter Trenngasstrom kaum beeinflußt und sogar
stabilisiert. Diese Wirkung wird noch verstärkt, indem der Trenngasstrom innerhalb
des Brennerkopfes in Richtung auf die Reaktionszone fokussiert wird. Die Fokussierung
wird durch eine geeignete Gasführung des Trenngasstromes im Bereich des Brennermundes
erreicht . Beispielsweise können die Düsen-Begrenzungswände nach innen geneigt sein
und/oder sie können sich nach außen konisch verjüngen. Durch die Fokussierung des
Trenngasstromes wird eine stabile Gasführung erreicht und eine frühzeitige Vermischung
des Trenngasstromes mit den Brenngasen und damit eine Umsetzung des Glasausgangsmaterials
mit den Brenngasen, insbesondere mit Wasserstoff und Sauerstoff im Bereich des Brennerkopfes
verhindert. Die Fokussierung trägt auch zur Stabilisierung der Gasströmungen insgesamt
bei und erleichtert so die Aufrechterhaltung von Lage und Länge der Reaktionszone.
Dadurch wird auch die Energie des Brenngasstromes gebündelt und ein seitliches Abstrahlen
der Reaktionswärme vermindert.
[0017] Die Erfindung ermöglicht es somit erstmals, in einem ersten Verfahrensschritt für
die jeweiligen Glasausgangsmaterialien, Brenngase und Gasströme die optimale Länge
der Reaktionszone zu ermitteln und in einem zweiten Verfahrensschritt, beispielsweise
durch Variation während der Soot-Abscheidung, die Brenngase so einzustellen, daß die
gewünschte Temperatur auf der Sootkörper-Oberfläche und damit der gewünschte radiale
Dichteverlauf innerhalb des Sootkörpers erzielt wird.
[0018] Unter dem Ausdruck "Reaktionszone" wird dabei derjenige Bereich zwischen dem Brennerkopf
und der Oberfläche des Sootkörpers verstanden, in dem eine Oxidation des gasförmigen
Glasausgangsmaterials stattfindet und dessen Beginn durch den Farbumschlag der Brenner-Flamme
von blau auf weiß gekennzeichnet ist. Je nach Abscheideverfahren handelt es bei der
"Oberffäche des Sootkörpers" um die Mantelfläche eines Zylinders (OVD-Verfahren) oder
um die Stirnfläche eines Zylinders (VAD-Verfahren).
[0019] Die Brenngase stellen die Energie für die Umsetzung des gasförmigen Glasausgangsmaterials
in SiO
2-Spolpartikel zur Verfügung. Üblicherweise handelt es sich bei den Brenngasen um Wasserstoff
und Sauerstoff, die durch zwei räumlich voneinander getrennte Düsen der Reaktionszone
zuführt werden.
[0020] Besonders bewährt hat sich ein Verfahren, bei dem der Brenngasstrom während des Sootkörper-Aufbaus
fortlaufend erhöht wird. Durch die fortlaufende Erhöhung des Brenngasstromes kann
der relative Temperaturabfall des Sootkörpers mit zunehmender Dicke ausgeglichen werden,
so daß, falls gewünscht, ein homogener radialer Dichteverlauf innerhalb des Sootkörpers
eingestellt werden kann. Dabei gewährleistet das erfindüngsgemäße Verfahren, daß die
Effektivität der Abscheidung der Sootpartikel nicht verringert wird.
[0021] Als Glasausgangsmaterial hat sich SiCl
4 als besonders geeignet erwiesen. Vorteilhafterweise wird dem Glasausgangsmaterial
als Tragergas Sauerstoff beigemischt. Die Beimischung des Trägergases hat den Vorteil,
daß Änderungen des SiCl
4-Anteils im Gasstrom durch eine entsprechende Änderung des Trägergas-Anteils kompensiert
werden können und die Strömungsbeschwindigkeit des Gasstromes daher insgesamt konstant
gehalten werden kann. Der Sauerstoff reagiert in der Reaktionszone mit dem Glasausgangsmaterial
unter Bildung von SiO
2. Es hat sich eine Verfahrensweise bewährt, bei der das Glasausgangsmaterial aus dem
Brennerkopf durch eine zentrale rohrförmige Mitteldüse und das Trenngas durch eine
konzentrisch zur Mitteldüse angeordnete Ringdüse austritt. Bei dieser Verfahrensweise
umschließt der Trenngasstrom den Strom des Glasausgangsmaterials vollständig und gewährleistet
eine vollständige Trennung vom Brenngasstrom im Bereich des Brennerkopfes.
[0022] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, während des Sootkörper-Aufbaus den Strom des
Glasausgangsmaterials konstant zu halten. Dies erleichtert das Einhalten einer konstanten
Abscheiderate und eines homogenen Dichteverlaufes.
[0023] Dazu trägt auch bei, während des Sootkörper-Aufbaus den Trenngasstrom, den Abstand
des Brennerkopfes von der Oberfläche des sich bildenden Spptkörpers und den Abstand
der Reaktionszone von der Oberfläche des sich bildenden Sootkörpers konstant zu halten.
[0024] Als besonders vorteilhaft hat sich erwiesen, den Beginn der Reaktionszone vom Brennerkopf
auf einen Wert im Bereich von 5 mm bis 10 mm einzustellen. Der Mindestabstand von
5 mm verhindert die Abscheidung von Sootkörper-Partikeln auf den Brennerkopf. Bei
einem Abstand von mehr als 10 mm wird die Reaktionszone unnötig verkürzt.
[0025] Die Trenngasdüse wird für die Zufuhr eines Trenngases verwendet, der den Strom der
Glasausgangsmaterialien von dem Brenngas-Strom trennt, und zwar unabhängig von der
Strömungsgeschwindigkeit des Brenngas-Stromes. Dadurch, daß die Trenngasdüse in einem
Bereich von unterhalb der Düsenöffnung bis zur Düsenöffnung schräg in Richtung auf
die Mitteldüse verläuft, wird eine Fokussierung und Stabilisierung der Gasströmung
des Trenngases erreicht und damit die Abschirmung des Stromes der Glasausgangsmaterialien
von den Brenngasen erleichtert. Die Gasführung des Trenngasstromes stabilisiert die
Gasströmung im Bereich des Brennerkopfes insgesamt, was sich insbesondere bei sehr
hohen und sehr niedrigen Brenngasströmen bemerkbar macht. Dadurch ist die Abscheidung
der Sootpartikel leichter kontrollierbar und der gewünschte Dichteverlauf einfacher
einstellbar.
[0026] Der Trenngasstrom wird stabilisiert, indem mindestens eine Brenngasdüse als Diffusor
ausgebildet ist. Der Diffusor kann auf den in der Strömungstechnik dafür allgemein
bekannten Bauprinzipien beruhen. Wesentlich ist, daß dadurch eine turbulente Brenngasströmung
erzeugt wird, die den Trenngasstrom nicht oder wenig beeinflußt.
[0027] Besonders bewährt hat sich eine Vorrichtung, bei der sich die Trenngasdüse in einem
Bereich von unterhalb der Düsenöffnung bis zur Düsenöffnung hin konisch verjüngt.
Die konische Verjüngung der Trenngasdüse im Bereich der Düsenöffnung bewirkt eine
Fokussierung des Trenngasstromes im Bereich der Reaktionszone, wie sie oben anhand
der Beschreibung des Verfahrens bereits erläutert worden ist.
[0028] Besonders bewährt hat sich eine Ausführungsform der Vorrichtung, bei der eine innere
ringförmige Brenngasdüse vorgesehen ist, deren Öffnungsquerschnitt sich in einem Bereich
von unterhalb der Düsenöffnung bis zur Düsenöffnung hin erweitert. Durch diese Erweiterung
wirkt die Düse als Diffusor, so daß der Turbulenzgrad des aus der Brenngasdüse austretenden
Brenngasstromes im Bereich der Düsenöffnung stark zunimmt. Dadurch ist gewährleistet,
daß der im Brennerkopf weiter innen austretende Trenngasstrom wenig beeinflußt wird.
[0029] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Vorrichtung ist eine äußere ringförmige
Brenngasdüse vorgesehen, die eine innere und eine äußere Begrenzungswand aufweist,
wobei die äußere Begrenzungswand von der Düsenöffnung aus über die innere Begrenzungswand
hinaus verlängert ist. Die Verlängerung der äußeren Begrenzungswand dient ebenfalls
der Verbesserung der Qasführung. Sie verhindert eine frühzeitige Verbreiterung und
Defokussierung der Gasströme, insbesondere der Brenngasströme. Es wird ein Bündelung
der Energie der Brenngase erreicht und das seitliche Abstrahlen der Reaktionswärme
verringert. Dies erhöht die Effektivität der Abscheidung.
[0030] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend
näher erläutert.
[0031] Die einzige Figur zeigt den Brennermund eines erfindungsgemäßen Brenners in einem
Längsschnitt.
[0032] Der Brennermund, dem insgesamt die Bezugsziffer 1 zugeordnet ist, besteht aus insgesamt
4 koaxial zueinander angeordneten Brennerrohren 2, 3, 4, 5 aus Quarzglas. Das zentrale
Brennerrohr 2 umschließt die Mitteldüse 6, zwischen dem zentralen Brennerrohr 2 und
dem benachbarten Brennerrohr 3 ist die Trenngasdüse 7 ausgebildet, das Brennerrohr
3 und das Brennerrohr 4 umschließen die Ringdüse 8 und das Brennerrohr 4 und das Außenrohr
5 die Außendüse 9.
[0033] Im Bereich der Düsenöffnung 10 knickt die ringförmige Trenngasdüse 7 in Richtung
auf die Mitteldüse 6 ab. Gleichzeitig verjüngt sich der Öffnungsquerschnitt der Düse
in diesem Bereich kontinuierlich. Dies wird dadurch erreicht, daß sowohl die innere
Begrenzungswand 11 als auch die äußere Begrenzungswand 12 der Trenngasdüse 7 in dem
Bereich der Düsenöffnung 10 in einem stumpfen Winkel in Richtung auf die Mitteldüse
6 abknicken, wobei dieser Winkel bei der äußeren Begrenzungswand 12 steiler ausgebildet
ist als bei der inneren Begrenzungswand 11.
[0034] Der Öffnungsquerschnitt der Ringdüse 8 erweitert sich im Bereich der Düsenöffnung
17. Dies wird dadurch erreicht, daß im Bereich der Düsenöffnung 17 die innere Begrenzungswand
14 schräg in Richtung auf die Mitteldüse 6 verläuft und sich dabei von der äußeren
Begrenzungswand 15, in Richtung auf die Düsenöffnung 13 gesehen, kontinuierlich entfernt.
[0035] Das Außenrohr 5 ist über den Bereich der Düsenöffnungen 10, 16, 17 und 18 hinaus
verlängert. In der Figur ist der inneren Begrenzungswand der Düse 9 die Bezugsziffer
19 und der äußeren Begrenzungswand der Düse 9 die Bezugsziffer 20 zugeordnet.
[0036] Im dargestellten Ausführungsbeispiel stehen die maximalen Offnungsquerschnitte der
Mitteldüse 6, der Trenngasdüse 7, der Ringdüse 8 und der Außendüse 9 in der Reihenfolge
ihrer Nennung im Verhältnis von 1:1,5:30:2 zueinander.
[0037] Nachfolgend wird die erfindungsgemäße Vorrichtung anhand des in der Figur dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert.
[0038] Durch die Mitteldüse 6 werden SiCl
4, und Sauerstoff, durch die Trenngasdüse 7 Sauerstoff, durch die Ringdüse 8 Wasserstoff
und durch die Außendüse 9 Sauerstoff geleitet, wobei die genannten Gaströme in der
Reihenfolge ihrer Nennung in einem Mengenverhältnis von 0,7:0,7:10:3 zueinander stehen.
[0039] Der durch die Trenngasdüse 7 geleitete Sauerstoff-Trenngasstrom ist gerade so bemessen,
daß eine Abscheidung von SiO
2 an den Düsenöffnungen 10 bzw. 16 verhindert wird. Er ist hierzu auf den aus der Mitteldüse
6 austretenden Si-haltigen Gasstrom so abgestimmt, daß die Umsetzung von SiCl
4 zu SiO
2 etwa 7 mm von den Düsenöffnungen 10 bzw. 16 entfernt einsetzt. Dort liegt der Beginn
der Reaktionszone, die sich bis zur Abscheidefläche auf einem Träger (in der Figur
nicht dargestellt) fortsetzt. Durch diese Gasführung ist gewährleistet, daß die Umsetzung
von SiCl
4 zu SiO
2 möglichst kurz nach dem Austreten der Gase aus den Düsenöffnungen 10 bzw. 16 beginnt
und die Reaktionszone dadurch möglichst lang ist.
[0040] Hierzu trägt die besondere Gasführung durch den konischen Auslauf der Düsenöffnung
10 der Trenngasdüse 7 bei. Dadurch wird eine Fokussierung des Trenngas-Stromes und
eine besondere wirksame Abschirmung der aus den Düsenöffnungen 17 und 18 austretenden
Brenngasströme von dem Si-haltigen Gasstrom erreicht. Die Abschirmung wird weiterhin
durch die Erweiterung der Ringdüse 8 im Bereich der Düsenöffnung 17 verbessert. Dieser
Bereich wirkt strömungstechnisch als sogenannter "Diffusor". Das bedeutet, daß der
durch die Ringdüse 8 eingeleitete Wasserstoff-Gasstrom im oberen Bereich 17 der Ringdüse
8 turbulent wird und dadurch den fokussierten Trenngas-Strom und somit die Abschirmung
kaum beeinträchtigt.
[0041] Zur Abschirmung des Brennergas-Stromes trägt weiterhin die Ausbildung der Außendüse
9 bei. Auch der durch die Außendüse 9 eingeleitete Sauerstotf-Gasstrom wird im Bereich
der Düsenöffnung 18 turbulent. Dabei vermischt er sich ideal mit dem aus der Ringdüse
8 austretenden Wasserstoff-Gasstrom, wobei er jedoch den fokussierten, durch die Trenngasdüse
7 geleiteten Trenngas-Strom nicht zu beeinträchtigen vermag. Aufgrund dieser Gasführung
wird eine optimale Abschirmung des durch die Mitteldüse 6 eingeleiteten Glasausgangsmaterials
von den durch die Ringdüse 8 und die Außendüse 9 eingeleiteten Brenngasen gewährleistet.
Dies erlaubt eine Variation der Brenngase in einem gewissen Rahmen, ohne dadurch den
Strom des Glasausgangsmaterials zu verändern bzw. den Beginn und die Lage der Reaktionszone
zu verschieben. Dadurch ist es möglich, den Brenngas-Strom im Verlaufe der Sootabscheidung
auf einen Tragerkörper beispielsweise so zu variieren, daß die durch ihn erzeugte
Temperatur kontinuierlich zunimmt und dadurch die Dichte des sich bei der Abscheidung
aufbauenden Sootkörpers variiert und - im Normalfall - konstant gehalten werden kann.
1. Vorrichtung zur Herstellung eines Quarzglasrohlings mit einem Brennerkopf, der eine
zentrale, rohrförmige Mitteldüse für die Zufuhr von Glasausgangsmaterial und mehrere,
koaxial zur Mitteldüse angeordnete Ringdüsen für die Zufuhr von Brenngasen aufweist,
wobei zwischen der Mitteldüse und den Ringdüsen eine ringförmige Trenngasdüse vorgesehen
ist, die eine innere und eine äußere, im radialen Querschnitt kreisförmige Begrenzungswand
aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens die äußere Begrenzungswand (12) in einem Bereich von unterhalb der Düsenöffnung
(10) bis zur Düsenöffnung (10) schräg in Richtung auf die Mitteldüse (6) verläuft,
und daß mindestens eine Brenngasdüse (8) als Diffusor ausgebildet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Trenngasdüse (7) sich in einem Bereich von unterhalb der Düsenöffnung (10) bis
zur Düsenöffnung (10) hin konisch verjüngt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine innere ringförmige Brenngasdüse (8) vorgesehen ist, deren Öffnungsquerschnitt
sich in einem Bereich von unterhalb der Düsenöffnung (17) bis zur Düsenöffnung (17)
hin erweitert.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine äußere ringförmige Brenngasdüse (9) vorgesehen ist, die eine innere Begrenzungswand
(19) und eine äußere Begrenzungswand (20) aufweist, wobei die äußere Begrenzungswand
(20) von der Düsenöffnung (18) aus über die innere Begrenzungswand (19) hinaus verlängert
ist.