[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Veränderung des Förderbeginns von Kraftstoffeinspritzpumpen
für Verbrennungsmotoren, insbesondere Dieselmotoren, und eine geeignete Kraftstoffeinspritzpumpe.
[0002] Die Förderbeginneinstellung von Einspritzpumpen für Verbrennungsmotoren erfolgt durch
Vorhubeinstellung, d.h. Einstellung des Abstandes zwischen Pumpenauflageflansch und
zugehörigem Rollenstößel bzw. Nockenwelle. Mit der Verstellung des Vorhubes wird der
Zündzeitpunkt, der Hub des Pumpenkolbens vom unteren Totpunkt des Nockens bis zum
Beginn der Förderung, verändert.
Aus der Literatur und Praxis sind bereits verschiedene Lösungen zur Förderbeginneinstellung
von Einspritzpumpen bekannt.
In der Praxis werden z.B. Einspritzpumpen angewendet, bei denen der Pumpenkolben über
auf der Nockenwelle aufgesetzte, verstellbare Kraftstoffnocken betätigt wird.
Durch Verdrehen des zweiteilig ausgebildeten Krafstoffnockens kann der Förderbeginn
der Einspritzpumpe verändert werden. Diese Lösung hat den Nachteil, daß zur Übertragung
des Drehmomentes von der Nockenwelle auf den Pumpenkolben nicht der maximal mögliche
Wellendurchmesser zur Verfügung steht. Außerdem sind zur Verstellung des Nockens hydraulische
Aggregate erforderlich und die Verstellung ist mit einem hohen Demontage- und Montageaufwand
verbunden.
Bekannt ist auch, die Verstellung der Rollenstößel mittels einer Stößelschraube oder
das Unterlegen von Ausgleichsscheiben zwischen dem Pumpenflansch und dem Motorblock.
Aus der DE 40 03 469 A1 ist eine Förderbeginneinstellung bekannt, bei der der Totpunkt
des jeweiligen zugehörenden Motorzylinders über eine Kolbenabstandsmessung ermittelt
und als Basis für die Förderbeginneinstellung herangezogen wird.
Die eigentliche Verstellung erfolgt dabei durch Unterlegen von Abstandsscheiben.
Das Unterlegen von Ausgleichs- oder Abstandsscheiben erfordert mehrmalige Demontagen
und Montagen der Einspritzpumpe sowie der Kraftstoffversorgung, der Schmierölversorgung
und der Einspritzdruckleitung.
[0003] Bekannt ist auch eine Förderbeginnverstellung mittels eines über dem Pumpenkolben
angeordneten bewegbaren Steuerschiebers, der mittels eines Schrittmotors verstellt
wird.
Diese Lösung verursacht hohe Kosten und ist in ihrer praktischen Anwendung sehr aufwendig.
In der Praxis werden seitens der Motorenhersteller Einspritzpumpen gefordert, mit
denen hohe Einspritzdrücke realisiert werden können und die einen erheblich reduzierten
Bauraum aufweisen. Das hat zur Folge, daß der Rollenstößelantrieb in die Einspritzpumpe
verlegt werden muß. Eine Verstellung des Nockens auf der Nockenwelle wirkt sich nachteilig
auf die erzielbaren Einspritzdrücke aus. Außerdem wird von den Motorenherstellern
gefordert, daß der Demontage- und Montageaufwand zur Förderbeginnverstellung an bereits
auf dem Motor montierter Einspritzpumpen gesenkt wird. Nach der Montage der Einspritzpumpen
auf dem Motor sind durch baulich bedingte Motortoleranzen Zünddruckangleichungen durch
Veränderungen des Förderbeginns der Einspritzpumpen vorzunehmen.
[0004] Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Veränderung des Förderbeginns
von Kraftstoffeinspritzpumpen mit einem Rollenstößelantrieb zu schaffen, das auch
bei bereits auf dem Motor montierten Einspritzpumpen, auch solchen mit integriertem
Rollenstößelantrieb, eine wesentliche Verringerung des Demontage- und Montageaufwandes
sowie eine sichere und zuverlässige Korrektur des Einspritzzeitpunktes ermöglicht.
Ferner ist es Aufgabe der Erfindung, eine entsprechend geeignete Kraftstoffeinspritzpumpe
zu schaffen.
[0005] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß die Sicherungs- und Befestigungselemente
für den Rollenbolzen gelöst werden, der Rollenbolzen mit der Rolle in Querrichtung
zur Nockenwellenachse verschoben wird und mittels Prüflehren der Rollenbolzen in der
gewünschten Förderbeginnstellung ausgerichtet und anschließend am Rollenstößel fixiert
wird.
Diese neue Verfahrensweise ermöglicht erstmalig eine Korrektur des Zündzeitpunktes
von auf dem Motor montierten Einspritzpumpen bei sehr geringem Demontage- und Montageaufwand.
Durch die Querverschiebung des Rollenbolzens mit der Rolle quer zur Nockenwellenachse
wird je nach der erforderlichen Verstellung der horizontale Abstand zwischen der Rolle
des Rollenstößels und der Nockenwellenbahn verändert, und dadurch der Vorhub des Pumpenkolbens
eingestellt.
[0006] Erfindungsgemäß ist der Rollenbolzen quer verschiebbar zur Achse der Nockenwelle
angeordnet, wobei die Bohrungen im Rollenbolzen zur Befestigung des Rollenbolzens
am Rollenstößel als quer zur Längsachse des Rollenbolzens verlaufende Langlöcher ausgebildet
sind. Die Berührungsflächen zwischen dem Rollenbolzen und dem Rollenstößel sind formschlüssig
ausgebildet, derart, daß nach dem Verschieben des Rollenbolzens mit der Rolle quer
zur Nockenwellenachse eine sichere, genaue örtliche Lagefixierung des Rollenbolzens
am Rollenstößel gewährleistet ist. Der Rollenbolzen ist somit kraft- und formschlüssig
mit dem Rollenstößel verbindbar. Am Rollenbolzen und/oder Rollenstößel können Kontrollmittel,
z.B. Markierungen, zur Überprüfung der Position des Rollenbolzens vorgesehen sein.
Anstelle einer Markierung kann auch eine Positionierschraube oder ein Positionierstitt
jeweils beidseitig am Rollenstößel befestigt sein, um mittels einer Lehre die genaue
Ausrichtung und den Abstand der Quetuerschiebung überprüfen zu können. Die formschlüssige
Ausbildung der Berührungsflächen zwischen dem Rollenstößel und dem Rollenbolzen kann
auf verschiedene Art und Weise erfolgen. Die Berührungsflächen sind dabei eben ausgebildet
und mit einer Profilierung versehen. Die Profilierungen verlaufen parallel zur Längsachse
des Rollenbolzens und die Profilierungen zwischen dem Rollenstößel und dem Rollenbolzen
korrespondieren miteinander. Die Profilierungen sind so ausgebildet, daß sie eine
Verschiebung des Rollenbolzens in Abständen von einigen Zehntelmillimetern ermöglichen.
Nach dem Verschieben und Ausrichten des Rollenbolzens in die gewünschte Position rasten
die Profilierungen ein und gewährleisten, daß während des Festschraubens des Rollenbolzens
am Rollstößel ein Verrutschen des Rollenbolzens ausgeschlossen ist. Besonders gut
geeignet ist eine sägezahnartige Profilierung. Die Profilierungen der beiden Berührungsflächen
können auch als Federn und Nuten, als Stifte und Löcher oder als Halbkugel und halbkugelförmige
Ausnehmung ausgebildet sein. Um die erforderliche Querverschiebung realisieren zu
können, ist die profilierte Fläche am Rollenstößel in ihrer Breite größer als am Rollenbolzen.
Die Länge der Langlöcher am Rollenbolzen sollte der gewünschten maximalen Vorhubveränderung
am Pumpenkolben angepaßt sein.
Um zu verhindern, daß Schmieröl, bedingt durch die Schmierung der auf dem Rollenbolzen
gelagerten Rolle, durch die Langlöcher austreten kann, ist es zweckmäßig, diese jeweils
mit einer Platte abzudecken, die von der Befestigungsschraube gehalten wird. Die Platte
kann an einer sichtbaren Stelle mit einer Markierung versehen werden, die es ermöglicht,
die exakte Ausrichtung und Querverschiebung des Rollenbolzens überprüfen zu können.
Zur Zuführung des Schmieröls in die Lagerstellen zwischen Rolle und Rollenbolzen ist
um ein Teilstück der Befestigungsschraube ein Ringkanal angeordnet, der mit dem Schmierkanalsystem
des Rollenbolzens verbunden ist. Der Vorteil dieser Förderbeginneinstellung unmittelbar
am Rollenstößel ermöglicht, den Rollenstößelantrieb in das Pumpengehäuse der Einspritzpumpe
zu verlegen und damit die Bauhöhe der Einspritzpumpe zu reduzieren. Die Förderbeginneinstellung
kann unmittelbar vor Ort beim Motorenhersteller erfolgen und erfordert nur wenige
Handgriffe.
[0007] Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
In der zugehörigen Zeichnung zeigen
- Fig. 1
- eine Kraftstoffeinspritzpumpe als Schnittdarstellung,
- Fig. 2
- den Rollenstößel der Einspritzpumpe gemäß Fig. 1 im Zusammenwirken mit der Nockenwelle
in vergrößerter Schnittdarstellung,
- Fig. 3
- einen Schnitt gemäß der Linie A-A in Fig. 2 als Teilansicht und
- Fig. 4
- einen verstellbaren Rollenbolzen im Längsschnitt in vergrößerter Darstellung.
[0008] Die in Figur 1 dargestellte Einspritzpumpe besteht aus einem einteiligen Pumpengehäuse
1, in dem ein Pumpenzylinder 2, der eine axiale Bohrung aufweist, in der der Pumpenkolben
3 axial- und drehbeweglich geführt ist, wobei der Hub des Pumpenkolbens 3 begrenzt
ist. Oberhalb des Pumpenkolbens 3 befindet sich ein Pumpenarbeitsraum 4, der über
Zulaufbohrungen 5 mit dem im Pumpengehäuse 1 eingearbeiteten Kraftstoffraum 6 verbunden
ist, wenn sich der Pumpenkolben 3 in unterer Totpunktlage befindet. Während der Aufwärtsbewegung
des Pumpenkolbens 3 werden die Zulaufbohrungen 5 dicht verschlossen. Die Zuführung
des Kraftstoffes in den Kraftstoffraum 6 erfolgt über Rohrleitungen, die mit einem
Kraftstoffvorratsbehälter verbunden sind, der nicht näher dargestellt ist. Der Pumpenkolben
3 ist in seinem oberen Bereich mit einer wendelförmigen Steuerkante 7 versehen, zur
Realisierung unterschiedlicher Nutzhübe. Im oberen Bereich des Pumpenkolbens 3 sind
eine wendelförmige Nut 8 und eine senkrecht verlaufende Nut 9 eingearbeitet, über
die nach erfolgter Einspritzung eine Verbindung zwischen dem Pumpenarbeitsraum 4 und
dem Kraftstoffraum 6 über die Zulaufbohrungen 5 herstellbar ist. Am oberen Ende des
Pumpenarbeitsraumes 4 ist ein federbelastetes Druckventil 10 angeordnet, das über
eine im Ventilträger 11 angeordnete Bohrung 12 und eine Einspritzdruckleitung mit
dem Einspritzventil in Verbindung steht. Die Druckleitung, das Einspritzventil und
die Einspritzdüse sind in der Zeichnung nicht näher dargestellt.
[0009] An den Pumpenzylinder 2 schließt sich nach unter ein Federnraum 13 an, in dem eine
Pumpenfeder 14 angeordnet ist, die dafür sorgt, daß die Rolle 17 des am Pumpenkolben
3 befestigten Rollenstößels 16 ständig in Berührungskontakt mit dem Einspritznocken
18 der Nockenwelle 19 (Fig. 2) steht.
Im Pumpenzylinder 2 ist in an sich bekannter Weise eine Schmierölkammer mit einer
Schmierölzu- und Schmierölablaufleitung angeordnet. Außerdem ist im unteren Bereich
des Pumpenkolbens 3 eine Leckagesperre vorgesehen, die verhindert, daß Kraftstoffleckagen
über den Federnraum 13 in den Nockenwellenraum des Motors gelangen können.
Die Funktionsweise der Einspritzpumpe ist folgende.
Der Antrieb des Pumpenkolbens 3 erfolgt über die im Motorengehäuse gelagerte Nockenwelle
19 mit dem Einspritznocken 18. Dabei wird die Hubbewegung des Einspritznockens 18
über die Rolle 17 des Rollenstößels 16 auf den Pumpenkolben 3 übertragen. Während
der Abwärtsbewegung des Pumpenkolbens 3 wird der Pumpenarbeitsraum 4 mit Kraftstoff
gefüllt, der aus dem Kraftstoffraum 6 über die Zulaufbohrungen 5 angesaugt wird. Während
der Aufwärtsbewegung des Pumpenkolbens werden nach einem bestimmten Hub die Zulaufbohrungen
5 im Pumpenzylinder 2 verschlossen und der Kraftstoff wird verdichtet. Vor Erreichen
des oberen Totpunktes des Pumpenkolbens 3 wird das Druckventil 10 geöffnet und durch
die Bohrung 12 im Ventilträger 11, die Einspritzdruckleitung, das Einspritzventil
und die Einspritzdüse Kraftstoff unter hohem Druck in den Brennraum des Motors gedrückt.
Die im Verhältnis zur Pumpenkolbenfläche sehr kleinen Durchflußquerschnitte der Düsenbohrungen
bewirken ein starkes Ansteigen des Druckes. Während der weiteren Aufwärtsbewegung
des Pumpenkolbens 3 bis zur oberen Totpunktlage wird durch die wendelförmige Nut 8
und die senkrechte Nut 9 im Pumpenkolben 3 die Einspritzung beendet, wenn über diese
beiden Nuten die Verbindung des Pumpenarbeitsraumes 4 über die Zulaufbohrungen 5 mit
dem Kraftstoffraum 6 wieder hergestellt ist. Durch diese Möglichkeit des Abfließens
des Kraftstoffes bricht der Druck im Pumpenarbeitsraum schlagartig zusammen und die
Einspritzung wird durch das Schließen der federbelasteten Düsennadel beendet. Die
stufenlose Änderung der Einspritzmenge wird durch eine relative Drehbewegung des Pumpenkolbens
3 zum Pumpenzylinder 2 erreicht, die über eine nicht dargestellte Regulierwelle des
Motors eingeleitet und durch eine Regelstange und Regelhülse auf den Pumpenkolben
übertragen wird. Ein federbelastetes Rückschlagventil sorgt für einen definierten
Restdruck in der Einspritzdruckleitung nach Beendigung der Einspritzung. Nach der
Montage der Einspritzpumpe auf dem Motor ist in der Regel eine Anpassung des Zündzeitpunktes
und damit des Förderbeginns der Kraftstoffeinspritzpumpe infolge herstellungsbedingt
auftretender Motortoleranzen erforderlich. Wie die Ausführung der Kraftstoffeinspritzpumpe
gemäß Figur 1 zeigt, ist der Rollenstößel 16 im Pumpengehäuse 1 integriert und am
Druckstück 15 der Einspritzpumpe befestigt.
Der konstruktive Aufbau des Rollenstößels 16 mit der Rolle 17 zur Übertragung der
Hubbewegung für den Pumpenkolben 3 ist in den Figuren 2 bis 4 näher dargestellt. In
der Figur 2 ist der Rollenstößel 16 mit der Rolle 17 im Zusammenwirken mit dem Einspritznocken
18 der Nockenwelle 19 gezeigt.
Die auf dem Rollenbolzen 20 drehbeweglich gelagerte Rolle 17 läuft auf der Nockenbahn
des Einspritznockens 18 ab. Die Rolle 17 wird dabei über das unter Federdruck stehende
Druckstück 15 und den Rollenstößel 16 ständig in Berührungskontakt mit der Kurvenbahn
des Einspritznockens 18 gehalten. Der Rollenbolzen 20 ist mittels zweier Befestigungsschrauben
21, die durch den Rollenbolzen geführt sind, am Rollenstößel 16 befestigt. Die beiden
Bohrungen des Rollenbolzens 20 für die Befestigungsschrauben 21 sind als Langlöcher
22 ausgebildet, die quer zur Längsachse des Rollenbolzens 20 angeordnet sind (Figur
4). Der Rollenbolzen 20 weist an seinen beiden Enden jeweils einen flachen ebenen
Bereich 23, mit einer sägezahnartigen Profilierung 25 auf, die um die Langlöcher 22
angeordnet ist. Die Zähne der Profilierung 25 verlaufen parallel zur Längsachse des
Rollenbolzens 20 und sind jeweils identisch ausgebildet. Die Zahnreihen werden durch
Fräsen oder Einschlagen mittels einer geeigneten Vorrichtung gebildet. An den beiden
ebenen Befestigungsflächen 24 des Rollenstößels 16 für den Rollenbolzen 20 sind ebenfalls
parallel verlaufende Zahnreihen als Profilierung eingearbeitet, derart, daß zwischen
den Berührungsflächen 23, 24 zwischen Rollenstößel 16 und Rollenbolzen 20 eine einrastbare
formschlüssige Verbindung herstellbar ist. Die Profilierung zwischen den beiden Berührungsflächen
23, 24, die exakt parallel zur Nockenwellenachse ausgerichtet ist, ermöglicht eine
sichere und genau einstellbare Querverschiebung des Rollenbolzens 20 mit der Rolle
17, bezogen auf die Nockenwellenachse.
Entsprechend der vorgesehenen Verschiebbarkeit des Rollenbolzens 20 in Querrichtung
wird der axiale Abstand zwischen dem Einspritznocken 18 und der Rolle 17 verändert
und damit der Vorhub des Pumpenkolbens 3 der Einspritzpumpe und somit der Zündzeitpunkt,
als Hub des Pumpenkolbens vom unteren Totpunkt des Nockens bis zum Beginn der Förderung.
An den Berührungsflächen des Rollenstößels 16 sind je nach der erforderlichen Verschiebbarkeit
des Rollenbolzens 20 aus der Mittellage mehr parallel verlaufende Zahnreihen angeordnet
als am Rollenbolzen. Am Rollenstößel sind. z.B. 30 Zahnreihen und am Rollenbolzen
20 Zahnreihen angebracht.
[0010] Dadurch wird eine Verschiebbarkeit des Rollenbolzens um jeweils 5 Zahnreihen aus
der Mittellage nach rechts bzw. links ermöglicht, wodurch sich eine Einspritzbeginnveränderung
um ± 2
o Kurbelwellenwinkel ergibt. Am Rollenstößel 16 sind an einer Seite zwei Positionsstifte
26 befestigt und am Rollenbolzen 20 sind zwei entsprechende Markierungen angebracht,
wodurch es möglich ist, mittels einer Abstandslehre die gewünschte Verschiebung und
exakte Ausrichtung des Rollenbolzens zu überprüfen.
Je nach den Erfordernissen beim Motorenhersteller kann die Korrektur der Lage des
Rollenbolzens beliebig oft wiederholt werden. Um infolge der Verschiebbarkeit des
Rollenbolzens 20 die erforderliche Ölschmierung der Rolle 17 zu gewährleisten, ist
am Rollenstößel 16 ein Kanal 27 vorgesehen, der in einen Ringkanal 28 mündet, der
über ein Teilstück um die Befestigungsschraube 21 geführt ist und in einen axialen
Kanal 29 des Rollenbolzens 20 mündet, von dem aus ein Kanal 30 zur Schmierstelle führt
(Figur 3).
Um ein Austreten von Schmieröl durch die Langlöcher 22 zu verhindern, werden die Langlöcher
22 im Rollenbolzen 20 mittels einer von der Befestigungsschraube 21 gehaltenen Platte
31 abgedeckt. An einer sichtbaren Stelle des Rollenbolzens 20 und der Platte 31 können
Markierungen angebracht werden, an denen die Querverschiebung des Rollenbolzens 20
abgelesen werden kann.
Die in der Regel beim Motorenhersteller erforderliche Veränderung des Förderbeginns
der Einspritzpumpe kann nunmehr für bereits am Motor montierte Einspritzpumpen auf
sehr einfache und schnelle Art und Weise erfolgen. Am Rollenbolzen 20 werden die beiden
Befestigungsschrauben soweit gelockert, bis sich der Rollenbolzen aus der Verzahnung
mit der korrespondierenden Berührungsfläche 24 am Rollenstößel gelöst hat und frei
querverschiebbar ist. Der Rollenbolzen 20 wird mit der Rolle 17 in die gewünschte
Position gebracht, nach oben gedrückt, bis die jeweiligen Zahnreihen miteinander verrasten
und dabei werden gleichzeitig die Befestigungsschrauben wieder angezogen. Vor der
endgültigen Fixierung des Rollenbolzens in seiner geänderten Lage wird mittels einer
Prüflehre der Abstand zwischen der jeweiligen Positionierschraube und der Markierung
am Rollenbolzen überprüft und gegebenenfalls verändert.
1. Verfahren zur Veränderung des Förderbeginns von Kraftstoffeinspritzpumpen für Verbrennungsmotoren,
insbesondere Dieselmotoren, mit einem am unteren Ende des Pumpenkolbens befestigten
Rollenstößel mit einer drehbeweglich gelagerten Rolle, wobei der Rollenbolzen am Rollenstößel
lösbar befestigt ist, und die Rolle auf der Nockenbahn des fest mit der Nockenwelle
verbundenen Nockens abläuft, dadurch gekennzeichnet, daß die Sicherungs- und Befestigungselemente
für den Rollenbolzen gelöst werden, der Rollenbolzen mit der Rolle in Querrichtung
zur Nockenwellenachse verschoben wird und mittels Prüflehren der Rollenbolzen in der
gewünschten Förderbeginnstellung ausgerichtet und anschließend am Rollenstößel fixiert
wird.
2. Kraftstoffeinspritzpumpe für Verbrennungsmotoren, insbesondere Dieselmotoren, bestehend
aus einem Pumpengehäuse mit einem Pumpenzylinder und einem Pumpenkolben, der axial-
und drehbeweglich geführt ist und von einem am unteren Ende des Pumpenkolbens befestigten
Rollenstößel angetrieben wird, wobei die auf einem Rollenbolzen drehbeweglich gelagerte
Rolle auf der Nockenbahn eines fest mit der Nockenwelle verbundenen Nockens abläuft
und der Rollenbolzen lösbar an dem Rollenstößel befestigt ist, einem oberhalb des
in unterer Totpunktlage befindlichen Pumpenkolbens angeordneten Pumpenarbeitsraum,
der über Bohrungen mit einem Kraftstoffraum in Verbindung steht, und über mindestens
ein Einspritzventil mit Einspritzdüse mit dem Verbrennungsraum des Motors verbunden
ist, einem oberhalb der Nockenwelle liegenden Federnraum sowie mindestens einer Schmierölkammer
im Pumpenzylinder, die mit einer Schmierölzuund -ablaufleitung verbunden ist, dadurch
gekennzeichnet, daß der Rollenbolzen (20) quer verschiebbar zur Achse der Nockenwelle
(19) angeordnet ist, wobei die Bohrungen im Rollenbolzen (20) zur Befestigung des
Rollenbolzens (20) am Rollenstößel (16) als quer zur Längsachse des Rollenbolzens
(20) verlaufende Langlöcher (22) ausgebildet sind, und die Berührungsflächen (23,
24) zwischen dem Rollenbolzen (20) und dem Rollenstößel (16) formschlüssig ausgebildet
sind, derart, daß nach dem Verschieben des Rollenbolzen (20) mit der Rolle (17) quer
zur Nockenwellenachse (19) eine sichere, genaue örtliche Lagefixierung des Rollenbolzens
(20) am Rollenstößel (16) gewährleistet ist.
3. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß am Rollenbolzen
(20) und/oder Rollenstößel (16) Kontrollmittel (26) zur Überprüfung der Position des
Rollenbolzens (20) vorgesehen sind.
4. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Kontrollmittel
beidseitig am Rollenstößel (16) und/oder Rollenbolzen (20) Markierungen angebracht
sind.
5. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß beidseitig am
Rollenstößel (16) Stifte (26) für eine Abstandsmessung angebracht sind.
6. Kraftstoffeinspritzpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Berührungsflächen (23, 24) zwischen dem Rollenstößel (16) und dem Rollenbolzen
(20) als ebene Flächen mit einer Profilierung (25) ausgebildet sind, wobei die Profilierungen
(25) parallel zur Längsachse des Rollenbolzens (20) verlaufen.
7. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Profilierungen
(25) sägezahnartig ausgebildet sind.
8. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Profilierungen
(25) als ineinandereingreifbare Federn und Nuten ausgebildet sind.
9. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Profilierungen
(25) als ineinandereingreifbare Stifte und Löcher ausgebildet sind.
10. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Profilierungen
(25) als ineinandereingreifbare Halbkugeln und halbkugelförmige Ausnehmungen ausgebildet
sind.
11. Kraftstoffeinspritzpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Breite der profilierten Berührungsfläche (24) am Rollenstößel (16) größer
ist als die Breite der profilierten Berührungsfläche (23) am Rollenbolzen (20).
12. Kraftstoffeinspritzpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
daß die Länge der Langlöcher (22) des Rollenbolzens (20) der maximalen Vorhubänderung
des Pumpenkolbens (3) angepaßt ist.
13. Kraftstoffeinspritzpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß die Langlöcher (22) des Rollenbolzens (20) mittels jeweils einer von der Befestigungsschraube
(21) gehaltenen Platte (31) abgedeckt sind.
14. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß an der Platte
(31) Markierungen angebracht sind.
15. Kraftstoffeinspritzpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Schmierung der auf dem Rollenbolzen (20) drehbar gelagerten Rolle (17) um
ein Teilstück der Befestigungsschraube (21) ein Ringkanal (28) angeordnet ist, der
mit dem Schmierkanalsystem im Rollenbolzen (20) verbunden ist.