| (19) |
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(11) |
EP 0 757 736 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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08.04.1998 Patentblatt 1998/15 |
| (22) |
Anmeldetag: 24.04.1995 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)6: E01H 10/00 |
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP9501/534 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 9529/296 (02.11.1995 Gazette 1995/47) |
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VERFAHREN UND EINRICHTUNG ZUM ENTEISEN VON FAHRBAHNEN UNTER WIEDERVERWENDUNG RÜCKGEWONNENER
AUFTAULÖSUNGEN
METHOD AND DEVICE FOR DE-ICING ROAD CARRIAGEWAYS INVOLVING THE RE-USE OF RECOVERED
THAWING SOLUTION
PROCEDE ET DISPOSITIF DE DEGLACAGE DE VOIES DE CIRCULATION IMPLIQUANT LA REUTILISATION
D'UNE SOLUTION DE DEGIVRAGE RECUPEREE
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DK FR IT LI NL |
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Priorität: |
26.04.1994 DE 4414520
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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12.02.1997 Patentblatt 1997/07 |
| (73) |
Patentinhaber: BTS Beratung und Technik für die Strasse GmbH |
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84172 Buch am Erlbach (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- VOGEL, Elfriede
D-84172 Buch am Erlbach (DE)
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| (74) |
Vertreter: Riederer Freiherr von Paar zu Schönau, Anton et al |
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Lederer, Keller & Riederer,
Postfach 26 64 84010 Landshut 84010 Landshut (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
WO-A-93/00481 US-A- 4 634 084
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FR-A- 2 197 767
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Enteisen von Fahrbahnen, auf die
man eine Auftaulösung von Auftaumittel in Wasser zum Senken des Gefrierpunktes aufbringt,
die - gegebenenfalls gemischt mit Niederschlags- und Schmelzwasser - als Tauwasser
von der Fahrbahn abläuft, das man auffängt und nach Prüfung seines Gehalts an Auftaumittel
(in 18) in Abhängigkeit vom Prüfungsergebnis entweder ableitet oder wiederverwendet,
indem man es erneut als die wässerige Auftaulösung aufbringt und auf eine Einrichtung
zur Durchführung des Verfahrens, mit entlang den zu enteisenden Fahrbahnen angebrachten
Organen zum Aufbringen der Auftaulösung auf die Fahrbahn und Abzugseinrichtungen zum
Sammeln des Tauwassers von der Fahrbahn, die über Kanäle, einen Konzentrationssensor
für die Auftaumittelkonzentration und eine durch den Sensor gesteuerte Weiche einerseits
mit einer Ableitung und andererseits mit einem Auffangbecken verbunden sind, das seinerseits
wiederum eine Verbindung zu den Organen zum Aufbringen des Auftaumittels hat.
[0002] Eine solche Einrichtung und ein solches Verfahren sind bekannt aus der WO 93/00481.
Nach diesem Stand der Technik wird das von der Fahrbahn, insbesondere von Autobahnen,
wieder ablaufende Tauwasser aufgefangen und, gegebenenfalls nach Zugabe von weiterem
Auftaumittel oder hochkonzentrierter Auftaulösung, erneut auf die Fahrbahn aufgebracht,
insbesondere automatisch über Düsen aufgesprüht. Reines Regenwasser, das von der Fahrbahn
abläuft, kann jedoch auch unmittelbar in einen Vorfluter abgeleitet werden. Die Wiederverwertung
des Tauwassers für neue Auftaulösung führt zu einer Ersparnis an neuem Auftaumittel
und entlastet außerdem die Umwelt, die andernfalls durch den Gehalt des Tauwassers
an Auftaumittel, insbesondere Salz, beansprucht wird. Allerdings hat sich erwiesen,
daß für die Durchführung des bekannten Verfahrens doch verhältnismäßig viel neues
Auftaumittel zugesetzt werden muß, um auf die erforderliche Konzentration zum Enteisen
zu kommen. Bei Verwendung von Salz als Enteisungsmittel ist als Auftaumittel eine
ca. 18 - 33 %ige wässerige Lösung erforderlich. Vorzugsweise werden 22 - 25 %ige Lösungen
verwendet. Das Tauwasser ist indessen durch hinzugekommenes Niederschlags- und Schmelzwasser
relativ verdünnt, ein großer Prozentsatz davon muß sogar unmittelbar in den Vorfluter
abgeleitet werden, da sich die Wiederverwendung nicht lohnt.
[0003] Demgegenüber soll durch die Erfindung eine bessere Verwertung des wiedergewinnbaren
Auftaumittels erreicht werden. Dies geschieht gemäß den Merkmalen des Anspruchs 1
dadurch, daß man zur Erhöhung der Lösungskonzentration des wiederzuverwendenden Tauwassers
vor dem Wiederaufbringen als Auftaulösung dieses einem Trennschritt unterwirft, bei
dem man es in zwei Teilströme teilt, nämlich einerseits einen Teilstrom mit auftaumittelfreiem
oder -armem Wasser, den man ableitet, und andererseits einen Teilstrom mit einer höher
konzentrierten Lösung, die man wiederverwendet. Eine Einrichtung zur Durchführung
dieses Verfahrens ist gemäß Anspruch 9 so weitergebildet, daß zwischen dem Auffangbecken
und den Organgen zum Aufbringen des Auftaumittels eine Konzentrationserhöhungsstufe
für die Konzentration des Auftaumittels im als Auftaulösung wiederzuverwendenden Tauwasser
eingeschaltet ist, mit einer Ableitung für den andererseits in seiner Konzentration
erniedrigten Anteil des Tauwassers. Durch diese Maßnahmen können höhere Anteile des
Tauwassers im Kreislauf wiederverwendet werden.
[0004] Trennschritte zur Erhöhung der Konzentration und entsprechende Vorrichtungen sind,
zumeist für den Zweck der Entsalzung, an sich bekannt (z. B. Schwering "Wasser wird
wieder Wasser", Firmenschrift der Gütling GmbH). Hierzu eignen sich die bekannten
Ionenaustauscher-Kreislaufanlagen, Entsalzungsanlagen und Filteranlagen mit Membranfiltration
oder Ultrafiltration. Bei Vorschaltung beispielsweise mechanischer Filter, die Schmutz-
und Schwebepartikel aus dem Tauwasser ausfiltern, eignen sich zur Entsalzung vorranig
Anlagen, die nach dem Osmoseprinzip arbeiten. Es ist auch bekannt (FR-A 2197767 =
DE-A 2343389), bei einer Flugzeug-Enteisungsanlage die Lösungskonzentration der wiederzuverwendenden
Auftaulösung vor der Wiederverwendung zu erhöhen, und zwar durch Verdampfen von Überschußwasser
und gegebenenfalls noch durch Injizieren von zusätzlichem Auftaumittel, wobei eine
solche Konzentrationserhöhungsstufe nicht nach einer Trennung in brauchbares und unbrauchbares
Taumittel, sondern generell auf dem Umlaufweg von Abflußrinnen zu wiederaufzufüllenden
Sprühfahrzeugen vorgesehen ist. Mit Hilfe der bekannten Konzentrierungs-Einrichtungen
ist es leicht möglich, einerseits eine Lösung von nennenswerter Konzentration und
andererseits nahezu salzfreies Wasser voneinander zu trennen, wobei die aufkonzentrierte
Lösung nicht mehr oder nur noch wenig durch weitere Zugaben verstärkt werden muß.
[0005] Mit herkömmlichen Entsalzungsanlagen können dem Tauwasser ca. 90 bis nahezu 100 %
des Auftaumittels entzogen werden. Der Grad der Entsalzung und der damit erforderliche
Aufwand kann unter Berücksichtigung der klimatischen Bedingungen, die für die Häufigkeit
und Menge des Aufbringens von Auftaulösung auf die Fahrbahn maßgebend sind, und der
Reinheitsanforderungen an das Abwasser, das in die Umwelt abgegeben wird, ausgewählt
werden.
[0006] Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich besonders gut für die Anwendung bei einer
Fahrbahn, deren oberste Schicht aus Drain-Asphalt besteht, da bei derartigen Fahrbahndecken
nur wenig Tauwasser und Schneematsch in die Umgebung verspritzt wird, sondern aufgrund
der Porosität des Asphalts das Wasser auf der Fahrbahn versickert und weiter unten
gesammelt wird.
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren kann sehr vorteilhaft kombiniert werden mit einer
Prüfung der Schadstoffbelastung des Tauwassers, insbesondere der Belastung mit Öl,
und einer Ableitung stark belasteten Tauwassers bzw. einer Abtrennung der Schadstoffe
beispielsweise in einem Ölabscheider oder, mit besserem Absonderungseffekt, in einem
Filter wie einem Mikrofilter. Mikrofilter haben größere Poren als Ultrafilter, jedoch
ausreichend klein, um Öl zurückzuhalten. Außerdem kann auch normales Regen- bzw. Abwasser,
das an der Fahrbahn anfällt, einer Schadstoffbelastungsprüfung und gegebenenfalls
einer entsprechenden nachfolgenden Behandlung bzw. Abtrennung unterzogen werden.
[0008] Weitere Einzelheiten, Vorteile und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus
der folgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die Zeichnung. Die einzige Figur zeigt in Draufsicht eine Fahrbahn mit einer am
Rand der Fahrbahn befindlichen Einrichtung zum automatischen Enteisen der Fahrbahn.
[0009] Die Zeichnung zeigt eine Fahrbahn 1 mit Fahrbahnrändern 2 und entlang einem der Fahrbahnränder
eingezeichneten Ablaufschächten 3, die über Ablaufkanäle 4 mit einem gemeinsamen Entwässerungskanal
5 verbunden sind. Diese Installation ist entlang einem der Fahrbahnränder eingezeichnet,
sie kann auch beidseitig oder bei Fahrbahnen mit Mittelstreifen auch dreifach vorhanden
sein. An der Oberfläche zwischen den Ablaufschächten 3 sind zu diesen Ablaufschächten
hinführende Sammelrinnen 6 vorhanden. Diese Einrichtungen dienen dem Abzug des Tauwassers
sowie auch von Regenwasser.
[0010] Weiterhin sind entlang der Fahrbahn Organe zum Aufbringen von Auftaulösung, nämlich
Sprühdüsen 11 installiert, die über eine Verteilungsleitung 12 gespeist werden, welche
wiederum über eine Leitung 13 mit Auftaulösung, nämlich im allgemeinen Salzlösung
unter Druck, versorgt wird.
[0011] Das von den Ablaufschächten 3 gesammelte Tauwasser, das außer der versprühten Auftaulösung
auch Schmelzwasser und Niederschlagswasser enthält, wird nach entsprechender Aufbereitung
teilweise als Auftaulösung wiederverwendet. Hierzu durchläuft es zunächst einen Sensor
18, der bei der dargestellten Ausführung zugleich ein Sensor für die Schadstoffbelastung
des Tauwassers, z. B. darin enthaltenes Öl, und außerdem für die Konzentration an
Auftaumittel ist und zwei Weichen 19 und 20 steuert, von denen die Weiche 19 zuerst
eingeschaltet ist und eine Schadstoffweiche ist, an deren einen Ausgang sich die Weiche
20 anschließt, die eine Lösungsweiche ist. Der erste Ausgang der Schadstoffweiche
19 führt zu einem Schadstoff-Auffangbecken 23, in dem stark mit Schadstoffen wie Öl
oder Chemikalien, die beispielsweise durch einen Unfall auf die Fahrbahn gelangt sind,
gemischtes Wasser zum Zwecke der Entsorgung aufgefangen wird.
[0012] Unbelastetes oder nur vernachlässigbar belastetes Tauwasser kommt zur Weiche 20,
die vom Sensor 18 in Abhängigkeit von der Auftaumittelkonzentration so gesteuert ist,
daß das hindurchlaufende Tauwasser entweder, wenn die Konzentration niedriger als
z. B. 0,05 % beträgt, in einen Vorfluter 21 abgeleitet wird, und, wenn die Konzentration
über diesem Wert liegt, in ein Tauwasser-Auffangbecken 24 geleitet wird. Bei der dargestellten
Ausführung ist dem Tauwasser-Auffangbecken 24 wiederum ein Becken, nämlich ein Lösungs-Sammelbecken
25 nachgeschaltet, und zwar über eine Konzentrationserhöhungsstufe 26. Das Becken
25 ist wesentlich kleiner als das Becken 24 und ist zum Schutz gegen das Eindringen
von Niederschlagswasser abgedeckt, es könnte auch ein Tank sein. Bei für Mitteleuropa
durchschnittlichen Winterwitterungsverhältnissen kann etwa erwartet werden, daß von
dem von den Ablaufschächten 3 gesammelten Tauwasser etwa 70 % von der Weiche 20 in
den Vorfluter abgeleitet werden und 30 % im Tauwasser-Auffangbecken 24 landen, wovon
wiederum ca. 15 bis 20 %, also etwa 5 % des ursprünglichen Tauwassers, nach Durchlaufen
der Konzentrationserhöhungsstufe 26 in das Lösungs-Sammelbecken 25 gelangen. Das Tauwasser-Auffangbecken
24 hat entsprechend eine Kapazität in der Größenordnung von 30 % der während der Wintersaison,
also von November bis Februar, statistisch im betreffenden Gebiet und für die versorgte
Straßenfläche zu erwartenden Wassermenge, während das Lösungs-Sammelbecken 25 eine
Kapazität von etwa 1 bis 5 % dieser Wassermenge aufweist. Bei der Verwendung von schnell
arbeitenden Entsalzungseinrichtungen in der Konzentrationserhöhungsstufe 26, die eine
hohe Durchfluß- und Entsalzungsrate ermöglichen, kann die Kapazität des Tauwasser-Auffangbeckens
24 und des Lösungs-Sammelbeckens 25 auch geringer ausgelegt sein, da nur geringere
Flüssigkeitsmengen zwischengespeichert werden müssen.
[0013] Die genannten Prozentangaben sind nur als orientierendes Beispiel anzusehen werden,
da sie stark schwanken können. Die zu bearbeitenden Tauwasseranteile hängen einerseits
von den jeweiligen klimatischen Bedingungen ab, d. h. insbesondere von der Menge und
Häufigkeit des Aufbringens von Auftaulösung, die aus den gegebenen Temperaturen und
Niederschlagsmengen resultieren. Andererseits sind die Anforderungen, die an die Qualität
des abzuleitenden Abwassers gestellt werden und sich nach den jeweiligen Umwelterfordernissen
richten, maßgebend für den Grad der Entsalzung und den zulässigen Restbelastungswert
des Abwassers.
[0014] Die Konzentrationserhöhungsstufe 26 besteht aus einer handelsüblichen Entsalzungsanlage,
die vollkommen oder weitgehend entsalztes Wasser über eine Ablaufleitung 31 in den
Vorfluter abgibt und, im Fall der üblichen Wasserentsalzung als Rest, im vorliegenden
Fall als das Nutzprodukt, eine konzentrierte Auftaumittellösung über eine Leitung
32 in das Lösungs-Sammelbecken 25 einleitet. Bei der dargestellten Ausführungsform
enthält die Konzentrationserhöhungsstufe 26 außerdem noch ein der eigentlichen Entsalzungsstufe
vorgeschaltetes Mikrofilter, das Öle und Fette ausfiltert und sie über eine Leitung
33 dem Schadstoff-Auffangbecken 23 zuleitet. Kleinere mitgeführte Schadstoffmengen,
die also noch nicht zu einem völligen Umschalten der Schadstoffweiche 19 führen, werden
hier abgefiltert.
[0015] Aus dem Lösungs-Sammelbecken 25 wird bei ausreichend darin gesammelter Menge durch
eine Saugpumpe 37 über eine Entnahmeleitung 38 Auftaulösung zunächst noch in einer
nur grob eingestellten Konzentration entnommen und durchläuft einen weiteren Sensor
39, der ein Mischventil 40 steuert, das der Auftaulösung je nach Bedarf aus einem
Vorratstank 41 frisches Auftaumittel oder hochkonzentrierte Auftaumittellösung, oder
aus einer Wasserleitung 42 wieder verdünnendes Wasser beimischt. Die Wasserbeimischung
kann dann erforderlich sein, wenn die Konzentration der Auftaulösung temperaturabhängig
eingestellt wird und die Konzentrationserhöhungsstufe 26 eine für maximal zu erwartende
Kälte bestimmte Konzentration liefert.
[0016] Bei einer nicht dargestellten Ausführungsform wird die gewünschte Konzentration der
Auftaulösung unmittelbar im Lösungs-Sammelbecken 25 eingestellt, indem einerseits
von der Konzentrationserhöhungsstufe 26 eine Lösung mit hoher Konzentration eingeleitet
wird und andererseits je nach Bedarf eine bestimmte Menge von Auftaulösung niedriger
Konzentration aus dem Tauwasser-Auffangbecken 24 über eine weitere Leitung in das
Lösungs-Sammelbecken 25 eingeleitet wird.
[0017] Es ist möglich, die Beckenaufteilung noch weiter zu verfeinern; beispielsweise kann
in empfindlicnen Gebieten wie Wasserschutzgebieten das durch die Weiche 20 und die
Konzentrationserhöhungsstufe 26 abgegebene Wasser nochmal einem Zwischenbecken eingegeben
werden. Auch kann eine mehrstufige Konzentrationserhöhung durchgeführt werden, wobei
von der Fahrbahn kommendes Tauwasser einer relativ hohen Auftaumittelkonzentration
unmittelbar in ein Becken mit bereits höherer Konzentrierungsstufe eingeleitet werden
kann. Möglich wäre: Tauwasser unter 0,1 % Salzgehalt in das Abwasser zu geben, Tauwasser
von 0,1 bis 1 % Salzgehalt in ein erstes Tauwasser-Auffangbecken mit niedriger Konzentration
zu geben und Tauwasser, das von der Fahrbahn her schon über 1 % Auftaumittel enthält,
sogleich in eine zweite Stufe des Tauwasser-Auffangbeckens zu geben. Die Konzentrationsstufe
kann selbst in eine Kaskade von kleineren Stufen unterteilt sein.
[0018] Bei einer weiteren nicht dargestellten Ausführungsform wird das von der Fahrbahn
kommende Tauwasser grundsätzlich erst in das Schadstoff-Auffangbecken 23 eingeleitet.
Von dort aus durchläuft es eine Reinigungseinheit, die Schadstoffe und Schmutzpartikel
ausfiltert. Erst dann gelangt das vorbehandelte Wasser in Abhängigkeit von der Konzentration
an Auftaumittel entweder in das Tauwasser-Auffangbecken 24 oder zum Vorfluter 21.
Dadurch wird sichergestellt, daß keine Funktionsstörungen der Entsalzungsanlage durch
Schmutz- oder Schadstoffanteile hervorgerufen werden.
[0019] Schließlich ist es auch möglich, wenn keine Installation für Sprühdüsen 11 vorhanden
ist oder das Lösungs-Sammelbecken 25 voll ist und momentan am Ort kein ausreichender
Bedarf für eine sofortige Enteisung besteht, die bereitstehende Auftaulösung in Tankfahrzeuge
des Winterdienstes zu pumpen und mit deren Hilfe auf Fahrbahnabschnitte entsprechenden
Bedarfs zu verteilen.
1. Verfahren zum Enteisen von Fahrbahnen (1), auf die man eine Auftaulösung von Auftaumittel
in Wasser zum Senken des Gefrierpunktes aufbringt, die - gegebenenfalls gemischt mit
Niederschlags- und Schmelzwasser - als Tauwasser von der Fahrbahn abläuft, das man
auffängt und nach Prüfung seines Gehalts an Auftaumittel (18) in Abhängigkeit vom
Prüfungsergebnis entweder ableitet oder wiederverwendet, indem man es erneut als die
wässerige Auftaulösung aufbringt (11), dadurch gekennzeichnet, daß man zur Erhöhung
der Lösungskonzentration des wiederzuverwendenden Tauwassers vor dem Wiederaufbringen
als Auftaulösung dieses einem Trennschritt unterwirft, bei dem man es in zwei Teilströme
teilt, nämlich einerseits einen Teilstrom mit auftaumittelfreiem oder -armem Wasser
(31), den man ableitet, und andererseits einen Teilstrom mit einer höher konzentrierten
Lösung (32), die man wiederverwendet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man den Trennschritt mit Hilfe
eines Ionenaustauschs durchführt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man den Trennschritt mit Hilfe
einer Filterung durchführt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch die Anwendung bei
einer Fahrbahn, deren oberste Schicht aus Drain-Asphalt besteht.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man im Strömungsverlauf
zwischen dem Auffangen des Tauwassers (3) und dessen Wiederaufbringen als Auftaulösung
(11) eine Schadstoffabsonderung (19, 26) durchführt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß man die Schadstoffabsonderung
(19) vor dem Trennschritt (26) durchführt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß man der Auftaulösung
nach der Erhöhung der Lösungskonzentration und vor dem erneuten Aufbringen auf die
Fahrbahn frisches Auftaumittel zugibt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß man das Auftaumittel
nach der Erhöung der Lösungskonzentration in Tankfahrzeuge lädt und den Transport
zur Fahrbahn tankfüllungsweise über die Tanks der Fahrzeuge durchführt.
9. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7, mit
entlang den zu enteisenden Fahrbahnen (1) angebrachten Organen (11) zum Aufbringen
der Auftaulösung auf die Fahrbahn und Abzugseinrichtungen (3) zum Sammeln des Tauwassers
von der Fahrbahn, die über Kanäle (4, 5), einen Konzentrationssensor (18) für die
Auftaumittelkonzentration des Tauwassers und eine durch den Sensor gesteuerte Weiche
(20) einerseits mit einer Ableitung (21) und andererseits mit einem Auffangbecken
(24) verbunden sind, das seinerseits wiederum eine Verbindung zu den Organen (11)
zum Aufbringen der Auftaulösung hat, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Auffangbecken
(24) und den Organen (11) zum Aufbringen der Auftaulösung eine Konzentrationserhöhungsstufe
(26) für die Konzentration des Auftaumittels im als Auftaulösung wiederzuverwendenden
Tauwasser eingeschaltet ist, mit einer Ableitung (31) für den andererseits in seiner
Konzentration erniedrigten Anteil des Tauwassers.
10. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Konzentrationserhöhungsstufe
(26) ein weiteres Sammelbecken folgt.
11. Einrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Konzentrationserhöhungsstufe
(26) in eine Kaskade von Teil-Konzentrationserhöhungsstufen aufgeteilt ist.
12. Einrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß ein weiterer
Konzentrationssensor (39), der zwischen der Konzentrationserhöhungsstufe (26) und
den Organen (11) zum Aufbringen der Auftaulösung eingeschaltet ist, eine Einrichtung
(40) zur Zuspeisung von Konzentrat und/oder Wasser steuert.
13. Einrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß in den
Strömungsverlauf des Tauwassers zwischen den Abzugseinrichtungen (3) und den Organen
(11) zum Aufbringen wenigstens ein Schadstoffsensor (18) eingeschaltet ist.
14. Einrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 13 zur Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß in den Strömungsverlauf des Tauwassers
zwischen den Abzugseinrichtungen (3) und den Organen (11) zum Aufbringen wenigstens
eine Schadstoffweiche (19) eingeschaltet ist.
15. Einrichtung nach dem auf Anspruch 13 rückbezogenen Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet,
daß der bzw. der erste Schadstoffsensor (18) und, von ihm gesteuert, die bzw. eine
erste Schadstoffweiche (19) zwischen den Abzugseinrichtungen und der durch den Sensor
(18) für die Auftaumittelkonzentration gesteuerten Weiche (20) eingeschaltet ist und
ihrem Auslaß für schadstoffbelastetes Tauwasser ein Schadstoffsammelbecken (23) nachgeschaltet
ist.
16. Einrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Konzentrationserhöhungsstufe
(26) mit einer Schadstoff-Abtrennstufe kombiniert ist und ihrem Auslaß für schadstoffbelastetes
Tauwasser das bzw. ein Schadstoffsammelbecken (23) nachgeschaltet ist.
1. Process for de-icing roadways (1) to which is applied a melting-agent solution in
water to lower the freezing point, which solution - possibly mixed with precipitation
water and melted snow and ice - as melt water runs off the roadway and is collected,
and after its melting-agent content has been tested (18), it is, dependent on the
test result, either drained or re-used by re-applying it to the roadway as the aqueous
melting solution (11), characterized in that for increasing the solution's concentration
of the melt water to be re-used, before re-applying it as melting solution, this is
subjected to a separation step in the course of which it is devided into two partial
flows, i. e., on the one hand, a partial flow with water free of or low in melting-agent
content (31) which is drained and, on the other hand, a partial flow with a more highly
concentrated solution (32) which is re-used.
2. Process according to claim 1, characterized in that the separation step is carried
out by an ion exchange.
3. Process according to claim 1, characterized in that the separation step is carried
out by filtration.
4. Process according to any of claims 1 to 3, characterized by the application to a roadway
whose top layer consists of drain asphalt.
5. Process according to any of claims 1 to 4, characterized in that a polluant separation
step (19, 26) is carried out in the flow path between the collection of the melt water
(3) and its re-application as melting-agent (11).
6. Process according to claim 5, characterized in that the polluant separation step (19)
is carried out prior to the separation step (26).
7. Process according to any of claims 1 to 6, characterized in that fresh melting agent
is added to the melting solution after increasing the solution's concentration and
before re-applying it to the roadway.
8. Process according to any of claims 1 to 7, characterized in that the melting agent
is filled into tank vehicles after increasing the solution's concentration and that
transportation to the roadway is carried out per tank-fillup via the vehicles' tanks.
9. Apparatus installation for implementing the process according to any of claims 1 to
7, with facilities (11) for applying the melting solution to the roadway (1) along
the roadways to be de-iced and with extracting devices (3) for the collection of melt
water running off the roadway, said devices (3) being connected via channels (4, 5),
a concentration sensor (18) for the melting-agent concentration of the melt water
and a switch (20) controlled by the sensor on the one hand to a drainage pipe (21)
and on the other hand to a collector tank (24) which, in turn, is connected to the
facilities (11) for applying the melting solution, characterized in that a concentration
increase stage (26) is inserted between the collector tank (24) and the facilities
(11) for applying the melting solution, for concentrating the melting-agent in the
melt water to be re-used as melting solution and having a drainage (31) for that portion
of the melt water which shows, in contrast, a lowered degree of melting-agent concentration.
10. Apparatus installation according to claim 9, characterized in that there is a further
collector tank subsequent to the concentration increase stage (26).
11. Apparatus installation according to claims 9 or 10, characterized in that the concentration
increase stage (26) is subdivided into a cascade of partial concentration increase
stages.
12. Apparatus installation according to any of claims 9 to 11, characterized in that a
further concentration sensor (39) inserted between the concentration increase stage
(26) and the facilities (11) for the application of the melting solution controls
a device (40) for supplying concentrate and/or water.
13. Apparatus installation according to any of claims 9 to 12, characterized in that at
least one polluant sensor (18) is inserted into the melt water flow path between the
extracting devices (3) and the application facilities (11).
14. Apparatus installation according to any of claims 9 to 13 for the implementation of
the process according to claim 5 or 6, characterized in that at least one polluant
switch (19) is integrated into the melt water flow path between the extracting devices
(3) and the application facilities (11).
15. Apparatus installation according to claim 14 if referred to claim 13, characterized
in that the or the first polluant sensor (18) and, controlled by it, the or a first
polluant switch (19) are inserted between the extraction devices and the switch (20)
controlled by the sensor (18) for the melting-agent concentration and that the outlet
for polluted melt water of the polluant switch (19) is connected to a polluant collector
tank (23).
16. Apparatus installation according to any of claims 9 to 15, characterized in that the
concentration increase stage (26) is combined with a polluant separation stage and
the outlet for polluted melt water thereof is connected to the or a polluant collector
tank (23).
1. Procédé pour dégeler des chaussées (1), sur lesquelles on épand, en vue d'abaisser
le point de congélation, une solution dégelante de produit dégelant dans de l'eau,
qui, en étant éventuellement mélangée à de l'eau de pluie et à de l'eau de fonte des
neiges, s'écoule de la chaussée sous forme d'une eau de dégel, que l'on recueille
et que, après contrôle de sa teneur en produit dégelant (18), on évacue ou on réutilise
en l'épandant à nouveau (11) sous forme de la solution dégelante aqueuse, en fonction
du résultat du contrôle, caractérisé en ce que, pour élever la concentration en solution
de l'eau de dégel devant être réutilisée, on soumet cette dernière, avant le ré-épandage
sous forme de solution dégelante, à une étape de séparation, selon laquelle on la
divise en deux courants partiels, à savoir d'une part un courant partiel renfermant
de l'eau exempte de produit dégelant ou pauvre en produit dégelant (31), que l'on
évacue, et d'autre part un courant partiel renfermant une solution plus fortement
concentrée (32), que l'on réutilise.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on met en oeuvre l'étape
de séparation à l'aide d'un échange d'ions.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on met en oeuvre l'étape
de séparation à l'aide d'un filtrage.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé par son application à une
chaussée dont la couche de dessus est constituée d'asphalte-drain.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que, dans le parcours
d'écoulement, entre l'endroit où l'eau de dégel est recueillie (3) et celui où elle
est ré-épandue sous forme de solution dégelante (11), on effectue une extraction de
substances polluantes (19, 26).
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que l'on effectue l'extraction
de substances polluantes (19) avant l'étape de séparation (26).
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce qu'après l'élévation
de la concentration en solution et avant le nouvel épandage sur la chaussée, on ajoute
à la solution dégelante du produit dégelant pur.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce qu'après l'élévation
de la concentration en solution, on charge le produit dégelant dans des camions-citernes
et on effectue le transport jusqu'à la chaussée, une fois les citernes pleines, par
l'intermédiaire des citernes des camions-citernes.
9. Dispositif pour la mise en oeuvre du procédé selon l'une des revendications 1 à 7,
comportant des organes (11) d'épandage de la solution dégelante sur la chaussée, installés
le long des chaussées (1) à dégeler, et des dispositifs d'écoulement (3) qui sont
destinés à rassembler l'eau de dégel provenant de la chaussée et qui, par l'intermédiaire
de canaux (4, 5), d'un détecteur (18) de la concentration en produit dégelant de l'eau
de dégel et d'un aiguillage (20) commandé par le détecteur, sont reliés, d'une part,
à une conduite d'évacuation (21) et, d'autre part, à un bassin collecteur (24) qui,
de son côté, est relié aux organes (11) d'épandage de la solution dégelante, caractérisé
en ce qu'entre le bassin collecteur (24) et les organes (11) d'épandage de la solution
dégelante, est inséré un étage d'élévation de concentration (26) destiné à élever
la concentration du produit dégelant dans l'eau de dégel devant être réutilisée comme
solution dégelante, et comportant une conduite d'évacuation (31) pour la fraction
de l'eau de dégel dont la concentration a par ailleurs été diminuée.
10. Dispositif selon la revendication 9, caractérisé en ce qu'un autre bassin collecteur
suit l'étage d'élévation de concentration (26).
11. Dispositif selon la revendication 9 ou 10, caractérisé en ce que l'étage d'élévation
de concentration (26) est subdivisé en une succession d'étages partiels d'élévation
de concentration.
12. Dispositif selon l'une des revendications 9 à 11, caractérisé en ce qu'un autre détecteur
de concentration (39), qui est inséré entre l'étage d'élévation de concentration (26)
et les organes (11) d'épandage de la solution dégelante, commande un dispositif (40)
destiné à assurer l'alimentation en concentré et/ou en eau.
13. Dispositif selon l'une des revendications 9 à 12, caractérisé en ce qu'au moins un
détecteur de substances polluantes (18) est inséré dans le parcours d'écoulement de
l'eau de dégel, entre les dispositifs d'écoulement (3) et les organes (11) d'épandage.
14. Dispositif selon l'une des revendications 9 à 13 pour la mise en oeuvre du procédé
selon la revendication 5 ou 6, caractérisé en ce qu'au moins un aiguillage pour substances
polluantes (19) est inséré dans le parcours d'écoulement de l'eau de dégel, entre
les dispositifs d'écoulement (3) et les organes (11) d'épandage.
15. Dispositif selon la revendication 14 se rapportant à la revendication 13, caractérisé
en ce que le détecteur de substances polluantes ou le premier détecteur de substances
polluantes (18) et l'aiguillage pour substances polluantes ou un premier aiguillage
pour substances polluantes (19), commandé par ce dernier détecteur, sont insérés entre
les dispositifs d'écoulement et l'aiguillage (20) commandé par le détecteur (18) de
la concentration en produit dégelant, et un bassin collecteur de substances polluantes
(23) est raccordé à la sortie de l'aiguillage (19) pour l'eau de dégel chargée en
substances polluantes.
16. Dispositif selon l'une des revendications 9 à 15, caractérisé en ce que l'étage d'élévation
de concentration (26) est combiné à un étage de séparation des substances polluantes
et, à sa sortie pour l'eau de dégel chargée en substances polluantes, est raccordé
le ou un bassin collecteur de substances polluantes (23).
