[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Fugenband aus elastisch verformbarem Material
wie Kunststoffe oder Gummi zur Einlage in Dehnungsfugen bei aus Beton erstellten Bauwerken,
wobei dieses Fugenband randseitig und/oder zumindest auf einer Seite Wülste zur Verankerung
in Beton aufweist.
[0002] Fugenbänder dieser Art sind in vielen Ausführungsformen bekannt. Sie weisen im allgemeinen
einen in die Fuge einzulegenden bandartigen Mittelstreifen auf, der sich in Querrichtung
verformen läßt und so die Bewegungen des Bauwerkes aufnimmt. Der Mittelstreifen geht
seitlich in zwei breite Bahnen über, die einbetoniert und in Beton durch an den Bahnen
angeformte Wülste verankert wird. Je nach Ausbildung und Einsatzzweck sind diese Wülste
nur randseitig am Fugenband angeordnet oder zu beiden Seiten der Bahnen oder nur auf
einer Seite der Bahnen. Diese Fugenbänder haben nicht nur die Aufgabe, Bewegungen
von Bauwerksteilen relativ zueinander zuzulassen, die auf verschiedene Ursachen zurückzuführen
sind (Temperaturänderungen, Schwinden des Betons, Steifigkeit der Konstruktion, Art
der verwendeten Baustoffe u.dgl.), sie haben auch die Aufgabe abzudichten. Ist ein
solches Fugenband im Zuge der Bauwerkserstellung nicht ordnungsgemäß verlegt worden
oder ist Beton von unzureichender Qualität verarbeitet und verwendet worden und stellen
sich in der Folge im Bereich dieses Fugenbandes Undichtigkeiten ein, so können diese
Mängel mit tragbarem Aufwand nicht behoben werden (EP 410 347 B1).
[0003] Eine weitere Entwicklung solcher Fugenbänder (EP 219 296 B1) sieht vor, an den Endseiten
des Bandes bzw. auf flächigen Abschnitten desselben Materialien anzuordnen, die durch
Wassereinwirkung aufquellen, wobei diese Materialien von einem Film abgedeckt sind,
der wasserlöslich ist. Es mußte jedoch festgestellt werden, daß die Fugenbänder die
aufgezeigten Probleme nicht zu lösen imstande sind, aus welchem Grund solche Fugenbänder
auf dem Markt auch nicht angeboten werden.
[0004] Bekannt sind ferner Injektionsschläuche (DE 33 20 875 A1; DE 84 25 518 U1), die eine
flüssigkeitsdurchlässige, zylindrische Wandung aufweisen, einen Haltekörper und gegebenenfalls
eine den Haltekörper umgebende Schutzhülle. Bei einem solchen Injektionsschlauch soll
eine sichere Abdichtung gegen Eindringen von Flüssigkeit von außen nach innen, aber
andererseits ein leichtes Öffnen unter dem Einführungsdruck der Injektionsflüssigkeit
gewährleistet sein. Dies wird bei dieser vorbekannten Konstruktion dadurch erreicht,
daß die zylindrische Wandung aus einem weich eingestellten, flüssigkeitsundurchlässigen
Gummi oder Gummiersatzstoff besteht, innerhalb des Haltekörpers angeordnet ist und
einen über ihre Länge verlaufenden Längsspalt aufweist, der nach Art einer Lippendichtung
vor der Einführung der Injektionsflüssigkeit in dem Haltekörper geschlossen gehalten
und unter dem Einführungsdruck der Injektionsflüssigkeit unter elastischem Ausweichen
des entsprechend weich eingestellten, den Längsspalt begrenzenden Wandungsmaterials
zu öffnen ist.
[0005] Ausgehend von diesem Stand der Technik zielt die Erfindung nun darauf ab, ein Fugenband
der erwähnten Art so auszubilden, daß es auch nach seiner Verlegung und Einbindung
im Mauerwerk noch beeinflußbar ist, und zwar in der Weise, daß nachträglich feststellbare
Undichtigkeiten behoben werden können. Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung
vor, daß mit mindestens einem der Wülste eine schlauchartige Dichtung verbunden ist,
daß die schlauchartige Dichtung eine zum Kopfquerschnitt des Wulstes hinsichtlich
Größe und Form im wesentlichen korrespondierende Nut aufweist zur Aufnahme des Wulstes,
daß der Längshohlraum der Dichtung mit der Nut zur Aufnahme des Wulstes verbunden
ist und/oder die Wandung der Dichtung vorzugsweise an der der Nut zur Aufnahme des
Wulstes gegenüberliegenden Seite nach außen führende Schlitze oder Bohrungen aufweist.
[0006] Zur Veranschaulichung der Erfindung werden anhand der Zeichnung drei Ausführungsbeispiele
dargestellt, ohne die Erfindung auf eben diese Ausführungsbeispiele einzuschränken.
Die Fig. 1 bis 3 zeigen jeweils einen Teilquerschnitt durch ein Fugenband mit jeweils
unterschiedlich ausgestalteten schlauchartigen Dichtungen.
[0007] Das Fugenband 1 besitzt einen hoch verformbaren, kanalartigen Mittelteil 2 sowie
seitlich anschließende Bahnen 3, an welchen hier einseitig leistenartige Wülste 4
von im wesentlichen pilzartigem Querschnitt angeformt sind.
[0008] Mit einem dieser leistenartigen Wülste 4 ist eine schlauchartige Dichtung 5 verbunden.
Diese dickwandige schlauchartige Dichtung 5 aus Kunststoff besitzt einen Hohlraum
6, eine äußere längs verlaufende Nut 7 mit einer Einlage 8 aus reversibel kompressiblem
Material, beispielsweise aus Moosgummi. Der Nutengrund ist mit dem Längshohlraum 6
über Bohrungen 9 verbunden. Über die Länge der Dichtung 5 ist eine Vielzahl solcher
Bohrungen vorhanden, die voneinander distanziert sind. Anstelle solcher einzelner,
über die Länge der Dichtung 5 verteilter Bohrungen 9 könnte auch ein durchlaufender
Längsschlitz vorhanden sein. An der der Nut 7 gegenüberliegenden Seite der Dichtung
ist eine weitere Nut 10 vorgesehen, die hinsichtlich ihrer Größe und ihres Querschnittes
korrespondierend zum Kopf des Wulstes 4 ausgebildet ist.
[0009] Die vom Fugenband 1 getrennt gefertigte Dichtung wird auf den Wulst 4 aufgezogen,
sie ist so lang bemessen, daß sie das Fugenband zweckmäßigerweise beidseitig überragt,
wobei diese das Fugenband 1 endseitig überragenden Abschnitte aus der Schalung für
die Errichtung des Mauerwerkes herausgeführt sind.
[0010] Außer der Nut 7 für die Aufnahme der Einlage 8 und der Nut 10 zur Verbindung der
schlauchartigen Dichtung 5 mit dem Wulst 4 können entlang des Umfanges der Dichtung
weitere längs verlaufende Nuten vorgesehen werden, in welchen Einlagen eingelegt sind,
die aus bei Berührung mit Wasser quellfähigem Material bestehen. Solche Materialien
sind beispielsweise aus der DE-OS 4226 198 oder der DE-OS 4226 385 bekannt.
[0011] Sollte sich in der Folge herausstellen, daß die mit diesem Fugenband bestückte Bauwerksfuge
nicht ausreichend dicht ist, beispielsweise weil der eingebrachte Beton einen allzu
großen Schwund aufweist oder eine unzureichende Konsistenz besitzt, so wird mittels
bekannter Vorrichtung in diese schlauchartige Dichtung, und zwar in den Längshohlraum
6, eine Injektionsflüssigkeit mit hohem Druck, beispielsweise mit 200 bar eingepreßt.
Diese unter hohem Druck stehende Injektionsflüssigkeit tritt dann über die Bohrungen
9 und über die Nut 7 nach außen, wobei die Einlage 8 zusammengepreßt wird, und fließt
dann in die Fugen und Risse, wo sie anschließend aushärtet und die erforderliche Dichtheit
schafft.
[0012] Sind beide Enden der schlauchartigen Dichtung aus dem Mauerwerk herausgeführt, so
kann über beide Enden diese Injektionsflüssigkeit eingepreßt werden. Wird nur ein
Schlauchende aus dem Mauerwerk herausgeführt, so ist dafür Sorge zu tragen, daß das
andere im Mauerwerk liegende Ende dicht verschlossen ist.
[0013] Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist der Längshohlraum 6 über Bohrungen mit der
Nut 10 verbunden, die zur Festlegung der Dichtung 5 am Wulst 4 dient.
[0014] Bei der nachträglichen Einpressung einer Injektionsflüssigkeit fließt diese über
die Bohrungen 9 und die Nut 10 nach außen. Um das Ausfließen der Injektionsflüssigkeit
in diesem Falle zu erleichtern, ist es zweckmäßig, wenn die Nut 10 den Wulst 4 bzw.
dessen Kopf mit Spiel aufgenommen hat, oder wenn auf dem Wulst quer verlaufende Rippen
oder flache Erhöhungen angeformt sind, die im Zusammenhang mit der Dichtung 5 flache
Kanäle bilden für den Durchtritt der Injektionsflüssigkeit. Solche quer verlaufende
Rippen oder flache Erhöhungen an jenem Abschnitt des Wulstes 4, der von der Dichtung
aufgenommen wird, können beim Extrudieren des Fugenbandes mitgeformt werden. Nach
dem Einpressen der Injektionsflüssigkeit wird der im Inneren der Dichtung 5 verbliebene
Rest derselben wieder abgesaugt, so daß, falls durch diesen ersten Injektionsvorgang
keine ausreichende Abdichtung erzielt werden konnte, solche Injektionsvorgänge wiederholbar
sind, wobei stets nach jedem Injektionsvorgang die innerhalb der Dichtung befindliche
Restmenge der Injektionsflüssigkeit abgesaugt wird.
[0015] Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 entspricht, was die Festlegung der Dichtung 5
am Wulst betrifft, dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1. Hier ist jedoch die schlauchartige
Dichtung 5 über ihre Länge mit einem Schlitz 11 versehen, über welchen im Bedarfsfall
die Injektionsflüssigkeit austreten kann. Dieser längs verlaufende Schlitz wird zweckmäßig
an einer Seite der schlauchartigen Dichtung 5 vorgesehen, die der Nut 10 für die Aufnahme
des Wulstes abgewandt ist. Dabei ist zu beachten, daß dieser Schlitz 11 in der Regel
nicht direkt gerade radial verläuft, sondern bogenförmig, wie in Fig. 3 gezeigt, wobei
zumindest auf einer Seite des Schlitzes ein Hohlraum ausgespart ist, durch den die
Ventilwirkung des Schlitzes 11 unterstützt werden kann. Dieser hier seitlich des Schlitzes
11 angeordnete Hohlraum, der sich parallel zum Längshohlraum 6,8 erstreckt, ist in
Fig. 3 jedoch nicht dargestellt. Es ist ein umfangsgeschlossener Hohlraum, der seitlich
des Schlitzes 11 verläuft, und zwar rechtwinkelig zur Ebene des Zeichnungsblattes
nach Fig. 3 und der eine Art Feder bildet, die das elastische Auseinanderweichen der
Ränder des Schlitzes 11 ermöglicht, wenn im Längshohlraum 6 ein Druck mittels der
Injektionsflüssigkeit aufgebaut wird.
[0016] Es liegt im Rahmen der Erfindung, solche schlauchartigen Dichtungen 5 an mehreren
Wülsten des Fugenbandes vorzusehen oder auch bei den Ausführungsbeispielen nach den
Fig. 2 und 3 Nuten im Umfang der Dichtung 5 anzuordnen, die mit Einlagen aus aufquellbarem
Material bestückt sind. Dieses Material quillt dann auf, wenn es mit Wasser in Berührung
kommt. Liegen Fugenbänder vor, deren Bahnen 3 beidseitig mit Wülsten 4 bestückt sind,
so ist es zweckmäßig, auf den Wülsten beider Seiten solche Dichtungen anzubringen.
Legende zu den Hinweisziffern:
[0017]
- 1
- Fugenband
- 2
- Mittelteil
- 3
- seitliche Bahn
- 4
- Wulst
- 5
- schlauchartige Dichtung
- 6
- Längshohlraum
- 7
- längs verlaufende Nut
- 8
- Einlage
- 9
- Bohrung
- 10
- Nut
- 11
- Schlitz
1. Fugenband aus elastisch verformbarem Material wie Kunststoffe oder Gummi zur Einlage
in Dehnungsfugen bei aus Beton erstellten Bauwerken, wobei dieses Fugenband randseitig
und/oder zumindest auf einer Seite Wülste zur Verankerung in Beton aufweist, dadurch
gekennzeichnet, daß mit mindestens einem der Wülste (4) eine schlauchartige Dichtung
(5) verbunden ist, daß die schlauchartige Dichtung (5) eine zum Kopfquerschnitt des
Wulstes (4) hinsichtlich Größe und Form im wesentlichen korrespondierende Nut (10)
aufweist zur Aufnahme des Wulstes (4), daß der Längshohlraum (6) der Dichtung (5)
mit der Nut (10) zur Aufnahme des Wulstes (4) verbunden ist und/oder die Wandung der
Dichtung (5) vorzugsweise an der der Nut (10) zur Aufnahme des Wulstes (4) gegenüberliegenden
Seite nach außen führende Schlitze (11) oder Bohrungen (9) aufweist.
2. Fugenband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die schlauchartige Dichtung
(5) an der der Nut zur Aufnahme des Wulstes (4) gegenüberliegenden Seite über ihre
achsiale Länge einen Schlitz (11) aufweist.
3. Fugenband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die schlauchartige Dichtung
(5) an der der Nut (10) zur Aufnahme des Wulstes (4) abgewandten Seite eine weitere
Nut (7) zur Aufnahme einer aus reversibel kompressiblem Material bestehenden Einlage
(8) aufweist und diese Nut (7) durch Bohrungen (9) mit dem Längshohlraum (6) der Dichtung
(5) verbunden ist.
4. Fugenband nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlage (8) aus Moosgummi
gefertigt ist.
5. Fugenband nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß außer den
beiden Nuten (7, 10) am Umfang der Dichtung (5) mindestens eine weitere nutenartige,
längs verlaufende Ausnehmung vorgesehen ist, und in diese Ausnehmung eine bei Berührung
mit Wasser aufquellende Einlage eingefügt ist.
6. Fugenband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die schlauchartige Dichtung
(5) den im Mauerwerk zu verlegenden Abschnitt des Fugenbandes in Längsrichtung mindestens
einseitig überragt.