[0001] Die Erfindung betrifft ein Selbstladegewehr, mit einem zum Verfeuern von Normalkaliber-Büchsenpatronen
eingerichteten Selbstladesystem, vorzugsweise einem Sturmgewehrsystem, dem ein entsprechender
Normalkaliber-Büchsenlauf und eine Visiereinrichtung zugeordnet sind, und einem zweiten,
für ein größeres Kaliber eingerichteten Lauf, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Ein solches Gewehr ist aus der FR-A-2 495 305 bekannt und weist als zweiten Lauf
einen Granatwerferlauf auf, der, wenn er nicht benutzt wird, gesondert von der Waffe
verwahrt werden muß. Beide Läufe sind für Patronen desselben Kalibers, wenn auch unterschiedlicher
Art, eingerichtet. Die Granate des Granatwerferlaufes wird unabhängig von den genannten
Patronen in den Granatwerferlauf von dessen Mündung her eingeführt.
[0003] Es sind auch kombinierte Waffen bekannt, bei denen mehrere Läufe für jeweils unterschiedliche
Kaliber als Kipplaufbündel angeordnet sind. Diese kombinierten Waffen haben sich seit
langem als Jagdgewehre durchgesetzt, da sie dem Jäger die Möglichkeit bieten, für
unterschiedliches Wild die jeweils geeignete Patrone zu verwenden.
[0004] Allerdings sind den Läufen solcher Gewehre keine Mehr ladeeinrichtungen zugeordnet.
[0005] Aus diesem Grund wurde schon häufig versucht, einem etwa für eine Büchsenpatrone
eingerichteten Mehrlader einen weiteren, beispielsweise für eine Schrotpatrone eingerichteten
Lauf zuzuordnen. Solche Waffen sind allerdings unhandlich, in der Bedienung umständlich
und teuer, so daß sie sich nicht durchgesetzt haben und nur vereinzelt bei Sammlern
zu finden sind. Das wohl einzige Waffenprinzip dieser Art, das größere Verbreitung
gefunden hat, besteht in der Anordnung eines Granatwerferlaufes an einem serienmäßigen
Sturmgewehr (DE-32 02 806-C2). Hierbei bleibt das Sturmgewehr in seiner Benutzung
uneingeschränkt; es ist jedoch meist vor dem Vorderschaft ein kurzer Granatwerferlauf
angebracht, der mit einem eigenen Verschluß und einer eigenen Abzugseinrichtung versehen
ist. Eine spezielle Visiereinrichtung für den Granatwerferlauf ist zusätzlich neben
der üblichen Visiereinrichtung des Sturmgewehres angebracht.
[0006] Auch diese Gewehre sind im Prinzip unhandlich; der Granatwerferlauf muß beträchtlich
kürzer sein als der vorhandene Gewehrlauf; das Nachladen des Granatwerfers ist umständlich.
[0007] Wenn man außerdem davon ausgeht, daß die Lage des Normalkaliber-Büchsenlaufes für
das Sturmgewehr so angeordnet ist, daß der Rückstoß auf eine besonders günstige Weise
in die Schulter des Schützen eingeleitet wird, dann wird ersichtlich, daß der dem
Granatwerferlauf zugeordnete Rückstoß besonders ungünstig in die Schulter des Schützen
eingeleitet werden muß, weil der Abstand zwischen dem Normalkaliber-Büchsenlauf und
dem Granatwerferlauf besonders groß ist. Neben dem hohen Gewicht und der unbequemen
Handhabung liegt hierin der Hauptgrund, daß ein solches bekanntes, kombiniertes Gewehr,
wie es auch eingangs erwähnt wurde, bei Soldaten unbeliebt ist und deshalb nur ungern
benutzt wird.
[0008] Im übrigen ist es bekannt, eine Handfeuerwaffe mit einem zusätzlichen Lauf zu versehen,
der gegen den vorhandenen Lauf austauschbar ist (DE-93 17 310.5-U1). Der Austauschlauf
muß jedoch gesondert von der Waffe verwahrt und gegebenenfalls mitgeführt werden.
[0009] Inzwischen wurden großkalibrige Büchsenpatronen entwickelt, die eine sog. "intelligente
Munition" verschießen, d.h. eine Munition, die, gegebenenfalls in Zusammenwirkung
mit einem an der Waffe selbst angebrachten Leitsystem, die Wirkung im Ziel dadurch
ganz erheblich steigert, daß die Munition selbständig auf ein Ziel anspricht. Es ist
auch möglich, solche großkalibrigen Büchsenpatronen mit Sprenggeschossen auszustatten,
die naturgemäß eine hohe Wirkung im Ziel haben.
[0010] Ausgehend von dieser Problemlage liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die diese
bekannten Lösungen inhärenten Nachteile zu vermeiden und eine Schußwaffe zu schaffen,
die zum Verschießen der erwähnten Großkaliber-Büchsenpatronen eingerichtet ist, dem
Schützen aber größere Möglichkeiten der Selbstverteidigung einräumt, als dies bisher
der Fall war.
[0011] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein kombiniertes Gewehr der eingangs genannten
Art gelöst, bei dem der zweite Lauf mit größerem Kaliber als Großkaliber-Büchsenlauf
ausgebildet ist, und beide Büchsenläufe jeweils eine Gebrauchslage aufweisen, mit
welcher mit dem entsprechenden Büchsenlauf geschossen werden kann, und eine Ruhelage
auf der Feuerwaffe, in welcher dieser Büchsenlauf nicht benutzt werden kann.
[0012] Gemäß Anspruch 2 ist es aber besonders von Vorteil, daß beide Läufe an der Waffe
verwahrt sind, wobei jeweils ein Lauf eine Ruhelage aufweist, in die er verbracht
wird, während sich der andere Lauf in der Gebrauchslage befindet.
[0013] Es ist ferner grundsätzlich möglich, beide Läufe nebeneinanderliegend anzuordnen,
wobei etwa nach Art eines Wenders dann, wenn der eine Lauf in seine Gebrauchslage
bewegt wird, der andere Lauf automatisch in seine Ruhelage gelangt.
[0014] Gemäß Anspruch 3 ist es aber besonders vorteilhaft, daß beide Läufe im wesentlichen
koaxial angeordnet und endseitig miteinander verbunden sind, wobei sich dann, wenn
der eine Lauf die Gebrauchslage einnimmt, der andere Lauf in der Schulterstütze ruht
oder diese bildet.
[0015] Hierbei sind die beiden Läufe zu einer baulich selbständigen Laufgruppe verbunden,
wobei ihre einander zugewandten Lageenden einen Abstand zueinander aufweisen, der
mindestens der Rücklaufstrecke eines für beide Läufe eingerichteten Verschlußes entspricht.
Hierbei ist in dieser Rücklaufstrecke die Länge des Verschlußes mit enthalten.
[0016] Die Laufgruppe ist dem Hauptteil der Waffe entnehmbar und in umgekehrter Ausrichtung
wieder in die Waffe einlegbar.
[0017] Hierdurch wird eine baulich besonders einfache Ausgestaltung erreicht, die auf komplizierte
Lauf-Auswechselmechanismen, wie Schwenkverbindungen und dergleichen, völlig verzichten
kann. Mit nur einem Systemgehäuse, einem einzigen Verschluß und jeweils nur einem
einzigen Magazin wurde ein Selbstladegewehr bzw. Repetiergewehr geschaffen, das imstande
ist, zwei gänzlich unterschiedliche Patronen zu verschießen; eine solche Waffe ist
kaum schwerer als ein herkömmliches Sturmgewehr.
[0018] Das Entnehmen der Laufgruppe aus dem Hauptteil der Waffe, das Umdrehen der Laufgruppe
und deren erneutes Einsetzen bedarf lediglich das Lösen einer einfachen Entriegelung,
die beim Einsetzen der Laufgruppe selbsttätig wieder einschnappt und diese Laufgruppe
fest mit dem Hauptteil der Waffe verbunden hält.
[0019] Ein besonderer Vorteil dieser Ausgestaltung liegt darin, daß ein einziger Verschluß
für jeden der Läufe verwendet werden kann.
[0020] Dieser Verschluß kann am Hauptteil der Waffe verbleiben, während die Laufgruppe entnommen
und umgedreht wird.
[0021] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung (Anspruch 4) ist der Verschluß jedoch
der Hauptgruppe zugeordnet und weist somit an seinen beiden Stirnenden jeweils einen
Verschlußkopf auf, der an den jeweiligen Lauf baulich und funktionell angepaßt ist.
[0022] Die Abzugseinrichtung weist lediglich einen einzigen Hahn auf und verbleibt am Hauptteil
der Waffe.
[0023] Gemäß Anspruch 5 ist es besonders von Vorteil, daß ein Gaszylinder vorgesehen ist,
der mit einer Gasentnahmebohrung im Normallauf verbunden ist und auf den Normalkaliber-Verschlußkopf
zu dessen Verriegelung einwirkt. Der Verschluß ist hierbei in entsprechender Richtung
durch eine Schließfeder an der Laufgruppe abgestützt. Der Vorteil dieser Ausgestaltung
liegt darin, daß der gasgesteuerte Entriegelungsmechanismus, was die Ausbildung des
Verschlußes selbst angeht, besonders einfach ist und einen kurz bauenden Verschluß
gestattet.
[0024] Die Entriegelung des Großkaliber-Verschlußkopfes findet dagegen gemäß Anspruch 6
bevorzugt mittels einer Handhabe statt, die auch zum Bewegen des Verschlußes ausgebildet
sein kann. Der Verschluß wirkt somit zusammen mit dem Großkaliber-Lauf als handbetätigter
Zylinderverschluß bzw. Repetierverschluß, was angesichts des hohen Rückstoßes der
Großkaliberpatronen vorteilhaft ist, da ein entsprechender Mehrlademechanismus, der
zur Aufnahme entsprechend hoher Rückstoßkräfte eingerichtet wäre, aufwendig und schwer
wäre.
[0025] Gemäß Anspruch 7 weist das erfindungsgemäße Selbstladegewehr einen Magazinschacht
auf, der zur Aufnahme sowohl eines Normalpatronen-Magazins als auch eines Großkaliberpatronen-Magazins
eingerichtet ist.
[0026] Hierbei können entsprechende Vorsprünge, Anschläge oder dergleichen dafür sorgen,
daß die Laufgruppe nicht mit dem Normalkaliber-Lauf in der Gebrauchslage in den Hauptteil
der Waffe einsetzbar ist, solange sich ein Großkalibermagazin im Magazinschacht befindet,
und umgekehrt.
[0027] Ebenso kann ein Magazin, das nicht zu dem in der Gebrauchslage befindlichen Lauf
paßt, nicht soweit in den Magazinschacht eingeführt werden, daß es darin festrastet.
Die versehentliche Benutzung des Gewehres mit dem falschen Magazin ist dadurch ausgeschlossen.
[0028] Als Normalpatrone kann grundsätzlich jede für Sturmgewehre verwendbare Patrone verwendet
werden, beispielsweise die Patrone .308 Winchester oder 7,62 mm Kalaschnikov.
[0029] Gemäß Anspruch 8 wird jedoch als Normalkaliber-Büchsenpatrone die Patrone .223 oder
eine ähnliche, ggf. auch kleinere Patrone, beispielsweise 5,45 mm Kalaschnikov oder
4,6 x 36 mm, wegen ihres insgesamt geringen Durchmessers und des leichteren Gewichtes
von Lauf und System bevorzugt.
[0030] Der Großkaliber-Büchsenlauf ist bevorzugt für eine Patrone mit einem Kaliber in der
Größenordnung von 20 bis 25 mm eingerichtet.
[0031] Unter "Büchsenlauf" wird hier ein Lauf verstanden, der zum richtungsstabilen Verschießen
eines Geschoßes und nicht etwa einer Schrotgarbe eingerichtet ist, wobei der Großkaliber-Büchsenlauf
bevorzugt auch höheren Gasdrücken standhalten soll, als sie bei Schrotpatronen üblicherweise
auftreten.
[0032] Bevorzugt weist der Großkaliber-Büchsenlauf in seiner Bohrung wendelförmige Züge
und Felder auf; die Erfindung umfaßt aber auch Läufe mit glatter Bohrung oder mit
achsparallelen geraden Zügen.
[0033] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung (Anspruch 9) ist nur eine einzige
Visiereinrichtung vorgesehen, die am Waffengehäuse angebracht ist.
[0034] Zusätzlich kann gemäß Anspruch 10 eine Entfernungsmeßeinrichtung vorgesehen sein,
vorzugsweise ein Laser-Entfernungsmesser, da die verhältnismäßig stark gekrümmte Flugbahn
der Großkalibergeschoße, die auch noch auf verhältnismäßig hohe Entfernung wirksam
sind, eine präzise Entfernungsbestimmung zweckmäßig macht.
[0035] Diese Entfernungsmeßeinrichtung kann gemäß Anspruch 11 an den jeweils in der Gebrauchslage
befindlichen Büchsenlauf selbsttätig angepaßt werden, indem ein Meßfühler ein Signal
abgibt, das für die Art des in der Gebrauchslage befindlichen Büchsenlaufes repräsentativ
ist. Diese Gebrauchslage ist dabei ein auf den jeweiligen Lauf geeignet ansprechender
Signalgeber zuzuordnen. Hierbei ist eine bevorzugt verwendete, optische Visiereinrichtung
so eingestellt, daß sie die ermittelte Entfernung und den in Gebrauchslage befindlichen
Büchsenlauf selbsttätig berücksichtigt und einen dazu passenden, einzigen und verbindlichen
Haltepunkt anzeigt.
[0036] Der Gegenstand der Erfindung wird anhand der beigefügten, schematischen Zeichnung
beispielsweise noch näher erläutert; in dieser zeigt:
- Fig. 1
- ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Selbstladegewehrs, in Seitenansicht,
- Fig. 2
- das Gewehr der Fig. 1 in Draufsicht, und
- Fig. 3
- eine Laufgruppe für das Gewehr der Fig. 1 und 2, in Seitenansicht.
[0037] Das gezeigte Selbstladegewehr weist ein Gehäuse mit einem Handschutz 1 und einer
Schulterstütze 15 auf. Am Gehäuse ist eine Abzugseinrichtung 11 mit einem Abzug 12
angebracht. Mündungsseitig vor dem Abzug 11 ist ein Magazinschacht angeordnet, der
zur Aufnahme eines leicht gekrümmten Stangenmagazins 8 für Normalpatronen oder eines
größeren, ebenfalls leicht gekrümmten Stangenmagazins 7 (gestrichelter Umriß) für
Großkaliberpatronen eingerichtet ist. An der Oberseite des Gehäuses ist eine Visiereinrichtung
10 angebracht.
[0038] In das Gehäuse ist eine Laufgruppe eingesetzt, die in Fig. 3 gezeigt ist. Diese Laufgruppe
besteht aus einem länglichen Verschluß-Führungsteil mit einer Mittelachse, an dessen
einem Ende koaxial ein Normalkaliber-Lauf 2 mittels einer Überwurfmutter befestigt
ist und an dessen anderem Ende ein Großkaliber-Lauf 3 koaxial befestigt ist. Die beiden
Läufe 2 und 3 sind mit ihrem jeweiligen Lager einander zugewandt.
[0039] Im Verschluß-Führungsteil ist ein Verschluß 4 in Achsrichtung beweglich angebracht,
der an seinem dem Großkaliber-Lauf 3 zugewandten Ende einen Großkaliber-Verschlußkopf
6 und an seinem dem Normalkaliberlauf 2 zugewandten Ende einen Normalkaliber-Verschlußkopf
5 aufweist.
[0040] Durch eine Feder 13 ist der Verschluß 4 gegen die Lagerseite des Normalkaliber-Laufes
2 angedrückt.
[0041] Der Normalkaliber-Lauf 2 weist in an sich bekannter Weise eine Gasentnahmebohrung
auf, die mit einem Gaszylinder 9 in Verbindung steht. Eine sich achsparallel erstreckende,
gekröpfte Betätigungsstange 14 bildet mit ihrem einen, im Gaszylinder 9 sitzenden
Ende einen Gaskolben und sitzt mit ihrem anderen Ende verschieblich im Verschluß-Führungsteil
und wirkt dort auf den Normalkaliber-Verschlußkopf 5 in an sich bekannter Weise so
ein, daß dieser dann, wenn im Gaszylinder 9 durch den Abschuß einer Normalpatrone
ein ausreichender Gasdruck erzeugt wird, der Normalkaliber-Verschlußkopf 5 entriegelt
wird und der Verschluß 4 eine Öffnungsbewegung gegen die Kraft der Feder 13 in Richtung
zum Großkaliber-Lauf 3 durchführt.
[0042] Der Großkaliber-Verschlußkopf 6 weist eine nicht gezeigte Handhabe auf, mittels deren
er im Lagerende des Großkaliber-Laufes 3 verriegelbar bzw. entriegelbar ist. Ferner
ist mit dieser Handhabe der Verschluß 4 in Richtung zum Großkaliber-Lauf 3 beweglich.
[0043] Im Verschluß 4 ist ein durchgehender Schlagbolzen gelagert.
[0044] Wird die in Fig. 3 gezeigte Laufgruppe so in den Hauptteil der Waffe eingelegt, wie
dies in Fig. 1 und 2 ersichtlich ist, dann befindet sich der Normalkaliber-Lauf 2
in der Gebrauchslage, während der Großkaliber-Lauf 3 innerhalb der Schulterstütze
15 aufgenommen ist. Die zum Magazinschacht weisende Seite des Verschlußes 4 ist passend
zu den beiden Magazinen 7, 8 so ausgebildet, daß sich nur das Normalkaliber-Magazin
8 soweit in den Magazinschacht einführen läßt, daß es festrastet. Das Großkaliber-Magazin
7 dagegen weist Ausbildungen auf, die sein vollständiges Einführen in den Magazinschacht
verhindern, wenn sich die Laufgruppe in der in Fig. 1 und 2 gezeigten Lage befindet.
[0045] Gleichzeitig wird ein Signalgeber betätigt, der mit der Visiereinrichtung 10 in Verbindung
steht und diese auf die zum Normalkaliber-Lauf 2 passende Betriebsart umschaltet.
[0046] Wenn der Verschluß 4 geschlossen und verriegelt ist, wie in Fig. 1 gezeigt, dann
steht aus seiner Rückseite, in diesem Fall aus dem Großkaliber-Verschlußkopf 6, der
Schlagbolzen ein wenig heraus, so daß er vom Schlagstück bzw. Hahn der Abzugseinrichtung
11 nach vorne getrieben werden kann, um die Normalpatrone zu zünden. Nun findet ein
gasunterstützter Selbstladevorgang in an sich bekannter Weise statt. Das Griffstück
11 kann mit einer Umschalteinrichtung ausgestattet sein, die die Abgabe von Einzelfeuer,
begrenztem Feuerstoß und/oder Dauerfeuer gestattet.
[0047] Wenn nun die taktische Lage den Einsatz von GroßkaliberPatronen erfordert, dann wird
die Laufgruppe aus dem Hauptteil der Waffe entnommen und umgedreht, so daß sie relativ
zu der in Fig. 1 gezeigten Waffe die in Fig. 3 gezeigte Lage einnimmt, und wird wieder
in das Hauptteil der Waffe eingesetzt. Nun weist der Großkaliberlauf 3 nach vorne.
Dieses Einsetzen ist allerdings nur dann möglich, wenn vorher das Normalkaliber-Magazin
8 aus dem Magazinschacht entfernt wurde. In diesen kann nun das Großkaliber-Magazin
7 eingeführt und dort verrastet werden, was mit dem Normalpatronen-Magazin 8 nicht
möglich ist. Gleichzeitig stellt der der Laufgruppe zugeordnete Signalgeber die Visiereinrichtung
10 auf eine für den Großkaliber-Lauf 3 geeignete Betriebsart um.
[0048] Wird nun das Großkaliber-Magazin 7 eingeführt, dann wird der Verschluß 4 gegen die
Kraft der Feder 13 nach vorne geschoben, also gegen das Patronenlager des Großkaliber-Laufes
3. Wenn der Verschluß 4 seine Endlage erreicht hat, wird mittels der oben genannten
Handhabe der Großkaliber-Verschlußkopf 6 verriegelt.
[0049] Nun weist der Normalkaliber-Verschlußkopf 5 nach hinten und aus ihm ragt der Schlagbolzen
heraus, gegen den dann das Schlagstück der Abzugseinrichtung 11 zum Zünden aufschlagen
kann.
[0050] Zum Entfernen der abgeschossenen Patrone oder zum Entladen genügt es, den Verschlußkopf
6 mittels der genannten Handhabe zu entriegeln; der Verschluß 4 wird dann von der
Schließfeder 13 aufgeschoben, so daß ein einwandfreies Auswerfen der leeren Patronenhülse
gewährleistet ist.
[0051] Der Lauf 2, 3, der sich jeweils in der Schulterstütze 15 in Ruhelage befindet, ist
an einer Aufnahme der Schaftkappe abgestützt und dient als das die Rückstoßkräfte
in die Schulter des Schützens einleitende Teil. Die Schulterstütze 15 kann somit sehr
leicht ausgebildet sein, da ihre geforderte Festigkeit alleine von dem in ihr sitzenden
Lauf 2, 3 sichergestellt ist. Das gezeigte Selbstladegewehr unterscheidet sich daher
dem Gewicht nach nur geringfügig von einem herkömmlichen Sturmgewehr.
[0052] Als Normalpatrone ist die Patrone .223 vorgesehen, als Großkaliber-Patrone eine Patrone
mit einem Kaliber von 20 bis 25 mm.
1. Selbstladegewehr, mit einem zum Verfeuern von Normalkaliber-Büchsenpatronen eingerichteten
Selbstladesystem (4), vorzugsweise einem Sturmgewehrsystem, dem ein entsprechender
Normalkaliber-Büchsenlauf (2) und eine Visiereinrichtung (10) zugeordnet sind, und
mit einem zweiten, für ein größeres Kaliber eingerichteten Lauf (3), dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Lauf als Großkaliber-Büchsenlauf (3) ausgebildet ist, und daß der
Normalkaliber-Büchsenlauf (2) aus einer Gebrauchslage lösbar ausgebildet ist und daß
der Großkaliber-Büchsenlauf (3) in einer Ruhelage lösbar am Gewehr angebracht ist
und gegen den Normalkaliber-Büchsenlauf (2) austauschbar in die Gebrauchlage verbringbar
ist.
2. Selbstladegewehr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Großkaliber-Büchsenlauf (3) aus seiner Ruhelage in die Gebrauchslage bewegbar
ist, und daß der Normalkaliber-Büchsenlauf (2) aus der Gebrauchslage in eine Ruhelage
bewegbar ist.
3. Selbstladegewehr nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Läufe (2, 3) im wesentlichen koaxial und mit den Mündungen voneinander
wegweisend miteinander zu einer Laufgruppe verbunden sind und zwischen ihren Lagerenden
einen Abstand aufweisen, der der Rücklaufstrecke eines für beide Läufe (2, 3) eingerichteten
Verschlußes (4) entspricht, und daß die Laufgruppe dem Hauptteil der Waffe entnehmbar
und in umgekehrter Ausrichtung wieder in die Waffe einlegbar ist.
4. Selbstladegewehr nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschluß (4) in der Laufgruppe geführt ist, zusammen mit dieser dem Hauptteil
der Waffe entnehmbar ist und jedem Lagerende zugewandt jeweils einen Verschlußkopf
(5, 6) aufweist.
5. Selbstladegewehr nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß an der Laufgruppe eine Gaszylinderanordnung (9) angeordnet ist, die mit einer
Gasentnahmebohrung des Normalkaliber-Laufes verbunden ist und zum Entriegeln des Normalkaliber-Verschlußkopfes
(5) eingerichtet ist, und daß der Verschluß (4) über eine Schließfeder (13) an der
Laufgruppe abgestützt ist.
6. Selbstladegewehr nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Großkaliber-Verschlußkopf (6) zu seiner Entriegelung mit einer Handhabe
versehen ist, mittels deren der Verschluß auch längs seiner Führung in der Laufgruppe
beweglich ist.
7. Selbstladegewehr nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch einen Magazinschacht, der zur Aufnahme sowohl eines Normalpatronen-Magazins
als auch eines Großkaliber-Magazins eingerichtet ist.
8. Selbstladegewehr nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Normalkaliber-Büchsenlauf (2) für die Büchsenpatrone .233 oder eine Patrone
mit ähnlichen Abmessungen eingerichtet ist, und daß der Großkaliber-Büchsenlauf (3)
für eine Patrone mit einem Kaliber in der Größenordnung von 20-25 mm eingerichtet
ist.
9. Selbstladegewehr nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß am Waffengehäuse (1) eine einzige Visiereinrichtung (10) angeordnet ist.
10. Selbstladegewehr nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß es mit einer Entfernungsmeßeinrichtung versehen ist.
11. Selbstladegewehr nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Entfernungsmeßeinrichtung mit der als optisches Visiersystem ausgebildeten
Visiereinrichtung (10) und einem Signalgeber gekoppelt ist, der ein Signal abgibt,
das repräsentativ ist für den gerade in der Gebrauchslage befindlichen Lauf (2, 3).
1. Self-loading rifle with a self-loading system (4) fitted for firing standard calibre
rifle cartridges, preferably an assault rifle system to which a corresponding standard
calibre rifle barrel (2) and a sighting device (10) are allocated and having a second
barrel (3) fitted for a larger calibre, characterised in that the second barrel is
constructed as a large-calibre rifle barrel (3) and that the standard calibre rifle
barrel (2) is constructed to be detachable from a usage position and that the large-calibre
rifle barrel (3) is fitted detachably in the rifle in a position of rest and can be
brought into the usage position by exchanging it with the standard calibre rifle barrel
(2).
2. Self-loading rifle according to Claim 1, characterised in that the large-calibre rifle
barrel (3) is movable from its position of rest into the usage position and that the
standard calibre rifle barrel (2) is movable from the usage position into a position
of rest.
3. Self-loading rifle according to Claim 2, characterised in that the two barrels (2,3)
are joined to one another in substantially coaxial manner and with their muzzles pointing
away from one another to form a barrel group and between their chamber ends exhibit
a space which corresponds to the recoil path of a breech-block (4) fitted for both
barrels (2, 3) and that the barrel group is removable from the main part of the weapon
and can be inserted into the weapon again in the reverse direction.
4. Self-loading rifle according to Claim 3, characterised in that the breech-block (4)
is guided in the barrel group, is removable together with the latter from the main
part of the weapon and, facing each chamber end, in each case possesses a breech-block
head (5, 6).
5. Self-loading rifle according to Claim 4, characterised in that arranged on the barrel
group is a gas cylinder arrangement (9) which is connected to a gas off-take bore
of the standard calibre barrel and is fitted for the releasing of the standard calibre
breech-block head (5), and that the breech-block (4) is supported on the barrel group
via a breech-closing spring (13).
6. Self-loading rifle according to Claim 5, characterised in that to release it the large-calibre
breech-block head (6) is provided with a handle by means of which the breech-block
is also movable along its guideway in the barrel group.
7. Self-loading rifle according to one of Claims 1 to 4, characterised by a magazine
well which is fitted for the accommodation of both a standard cartridge magazine as
well as a large-calibre magazine.
8. Self-loading rifle according to one of Claims 1 to 7, characterised in that the standard
calibre rifle barrel (2) is fitted for the .233 rifle cartridge or a cartridge having
similar dimensions and that the large-calibre rifle barrel (3) is fitted for a cartridge
having a calibre of the order of 20-25 mm.
9. Self-loading rifle according to one of Claims 1 to 8, characterised in that a single
sighting device (10) is arranged on the weapon housing (1).
10. Self-loading rifle according to one of Claims 1 to 9, characterised in that it is
provided with a range-finding device.
11. Self-loading rifle according to Claim 10, characterised in that the range-finding
device is coupled to the sighting device (10) constructed as an optical sighting system
and to a signal transmitter which emits a signal representative of the barrel (2,
3) located at that moment in the usage position.
1. Fusil semi-automatique comprenant un système de chargement automatique (4) agencé
pour tirer des cartouches à balles de calibre normal, de préférence un système de
fusil d'assaut, auquel sont associés un canon à balles de calibre normal (2) et un
dispositif de visée (10), et comprenant un deuxième canon (3) construit pour un plus
gros calibre, caractérisé en ce que le deuxième canon est constitué par un canon à
balles de gros calibre (3) et en ce que le canon à balles de calibre normal (2) est
constitué pour pouvoir être enlevé d'une position d'utilisation et en ce que le canon
à balles de gros calibre (3) est monté sur le fusil de façon démontable dans une position
de repos et peut être placé dans la position d'utilisation en échange du canon à balles
de calibre normal (2).
2. Fusil semi-automatique selon la revendication 1, caractérisé en ce que le canon à
balles de gros calibre (3) peut être déplacé de sa position de repos à sa position
d'utilisation et en ce que le canon à balles de calibre normal (2) peut être déplacé
de sa position d'utilisation à une position de repos.
3. Fusil semi-automatique selon la revendication 2, caractérisé en ce que les deux canons
(2, 3) sont assemblés l'un à l'autre en un groupe de canons, sensiblement coaxialement
et avec leurs bouches qui pointent l'une en sens inverse de l'autre, et présentent
entre leurs extrémités côté chambre une distance d'écartement qui correspond à la
course de recul d'une culasse (4) agencée pour les deux canons (2, 3) , et en ce que
le groupe de canons peut être extrait de la partie principale de l'arme et remis en
place dans l'arme dans une orientation inversée.
4. Fusil semi-automatique selon la revendication 3, caractérisé en ce que la culasse
(4) est guidée dans le groupe de canons, peut être séparée de la partie principale
de l'arme conjointement avec ce groupe et présente une tête de culasse (5, 6) dirigée
vers chacune des extrémités côté chambre.
5. Fusil semi-automatique selon la revendication 4, caractérisé en ce que, sur le groupe
de canons, est agencé un dispositif de cylindre à gaz (9) qui est relié à un perçage
d'emprunt de gaz du canon de calibre normal et agencé pour le déverrouillage de la
tête de culasse de calibre normal (5), et en ce que la culasse (4) prend appui sur
le groupe de canons par l'intermédiaire d'un ressort de fermeture (13).
6. Fusil semi-automatique selon la revendication 5, caractérisé en ce que la tête de
culasse de gros calibre (6) est munie, pour son déverrouillage, d'un levier à l'aide
duquel la culasse peut aussi être déplacée le long de son guidage dans le groupe de
canons.
7. Fusil semi-automatique selon une des revendications 1 à 4, caractérisé par un logement
de chargeur qui est agencé pour recevoir aussi bien un chargeur de cartouches normales
qu'un chargeur de gros calibre.
8. Fusil semi-automatique selon une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le
canon à balles de calibre normal (2) est construit pour la cartouche à balle de .233
ou pour une cartouche de dimensions analogues, et en ce que le canon à balles de gros
calibre (3) est agencé pour une cartouche d'un calibre de l'ordre de grandeur de 20-25
mm.
9. Fusil semi-automatique selon une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce qu'un
unique dispositif de visée (10) est monté sur la carcasse (1) de l'arme.
10. Fusil semi-automatique selon une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce qu'il
est muni d'un dispositif de télémétrie.
11. Fusil semi-automatique selon la revendication 10, caractérisé en ce que le dispositif
de télémétrie est accouplé au dispositif de visée (10) constitué par un système de
visée optique et à un émetteur de signaux qui émet un signal qui est représentatif
du canon (2, 3) qui se trouve dans la position d'utilisation au moment considéré.