[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Wasser-haltige Auflösungen von Acryl-funktionalisierten
Organosilanen der allgemeinen Formel I

worin R eine Methyl- oder Ethylgruppe darstellt, ein Verfahren zu deren Herstellung
sowie deren Verwendung, u. a. für Überzüge, Oberflächen oder Zwischenschichten.
[0002] In
GB 949 126 sowie
DE-AS 1 270 716 werden wäßrige Lösungen von Methacryloxy- und Acryloxyalkyltrialkoxysilanen beschrieben.
Die Konzentrationen der Organosilanole und -siloxanole in den wäßrigen Lösungen gemäß
DE-AS 1270716 werden mit rund 0,1 bis 10 Gew.-% angegeben. Insbesondere wird ihre Verwendung zur
Behandlung von Glasfasern oder daraus hergestellter Fasergebilde wie Rovings, Geweben
oder Vliesen aufgeführt. Es werden sowohl verdünnte Lösungen von 0,25 bis 1,5 Gew.-%
Organosilan zur Erzeugung von Finishes auf schlichtefreien Geweben oder Rovings als
auch 5 bis 10 Gew.-%ige Lösungen zum Schlichten von frischgesponnenen Glasfasern beschrieben.
[0003] Aus verdünnten Lösungen werden dabei im Tauchverfahren auf der Glasfaser monomolekulare
oder mehrlagige Schichten (Finishes) abgeschieden, die mit Si-OH-Gruppierungen auf
der Faseroberfläche unter Ausbildung von Siloxanbindungen haftfest verankert werden.
[0004] In konzentrierterer Form angewandte Lösungen mit 5 bis 10 Gew.-%, die beispielsweise
zur Glasfaserbehandlung nach dem Spinnvorgang verwendet werden, wobei man die Fasern
über Walzen, sich bewegende Bänder oder Kissen zieht, die mit der Behandlungslösung
getränkt sind, führen zu einer Filmbildung (Schlichte), die sowohl die Verarbeitungseigenschaften,
wie die Gleitfähigkeit der Faser, ihre Zwirnung zu Fäden, Strängen oder Vorgespinsten,
als auch die späteren Produkteigenschaften positiv beeinflussen kann.
[0005] Die über die Siloxanbindung auf der Faseroberfläche fest verankerten Silanmoleküle
vermögen mittels der Doppelbindung der Acryl- bzw. Methacryl. funktion des organischen
Restes mit anderen Doppelbindungen ungesättigter Harzsysteme zu copolymerisieren,
wobei nach Aushärtung der Harze eine haftfeste Einbindung in die kohärente Phase oder
Harzmatrix erfolgt.
[0006] Durch den über das Organosilan an der Phasengrenze zwischen Glasfasern oder aus diesen
gefertigten Gebilden und der sie umgebenden Matrix hergestellten Verbund können völlig
neue Eigenschaftsbilder der verwendeten Harze erreicht werden, wie z. B. verbesserte
mechanische Festigkeiten, verbesserte elektrische Eigenschaften und verbesserter Schutz
gegen Eindringen von Feuchtigkeit.
[0007] Es ist aber ein Mangel, daß Lösungen auf der Basis von 3-Methacryloxypropyltrialkoxysilanen
nur eine begrenzte Haltbarkeit haben. Ferner sind aus
GB 949 126 und
DE-AS 1 270 716 nur solche wäßrigen Lösungen auf Basis 3-Methacryloxy- bzw. Acryloxyalkyltrialkoxysilan
bekannt, für deren Herstellung bis rund 10 Gew-% Organosilan eingesetzt wurde. In
Beispiel 1 der
DE-AS 1 270 716 wurde durch leichtes Schütteln von 1 Teil Acryloxypropyltrimethoxysilan mit 20 Teilen
einer 0,1 %igen Essigsäure ein homogenes Hydrolysat hergestellt und nachfolgend durch
Zugabe von 179 Teilen Wasser auf eine 0,5 %ige Lösung verdünnt.
[0008] Die Haltbarkeit solcher Lösungen wird im folgenden auch als Standzeit bezeichnet.
So trüben z. B. 0,1 bis 1 Gew.-%ige wäßrige 3-Methacryloxypropyltrimethoxysilan-Lösungen
schon nach 2 Tagen. Mit steigender Organosilankonzentration wird die Standzeit drastisch
verkürzt und beträgt bei einer 10 Gew.-%igen wäßrigen Lösung noch rund 15 Stunden.
Aus zunächst vorliegenden monomeren bzw. oligomeren Organosilanolen bilden sich mit
zunehmender Standzeit cyclische sowie lineare Polykondensate aus. Mit weiter wachsender
Kettenlänge wird auch die Löslichkeitskonzentration der Polykondensate überschritten.
So tritt zunächst eine Trübung der Lösung ein und schließlich erfolgt die Ausflockung.
Trübe und ausgeflockte Lösungen sind zur Behandlung von Glasfasern oder daraus hergestellten
Geweben unbrauchbar.
[0009] Bei technischen und hier insbesondere kontinuierlichen Abläufen, wie z. B. beim Spinnvorgang
der Glasfasern, müssen die unbrauchbaren Lösungen meist schon nach kurzer Zeit ausgetauscht
und durch neue ersetzt werden; das zwingt zu einer aufwendigen Bevorratung der Lösungen
und stellt einen beachtlichen Kostenfaktor dar. Zudem müssen die unbrauchbaren Lösungen
aufwendig entsorgt werden.
[0010] Für die Herstellung insbesondere konzentrierterer Lösungen von 3-Methacryloxypropyltrialkoxysilanen
sind unverhältnismäßig lange Lösezeiten bis zur Erreichung des Klarpunktes der Lösung
erforderlich. Ferner ist es ein Mangel, daß bei wenig höheren Konzentrationen als
10 Gew.-% 3-Methacryloxypropyltrialkoxysilan überhaupt kein Klarpunkt mehr erreicht
wird.
[0011] Für bestimmte Glasfaserschlichten, die neben dem Organosilan noch Filmbildner, Antistatika
und Netzmittel enthalten, sind aber höhere Organosilankonzentrationen von Vorteil.
[0012] Der Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, eine klare, wäßrige Auflösung eines
organofunktionellen Silans bereitzustellen, wobei das Organosilan in Wasser oder dabei
entstehende Reaktionsprodukte, d. h. monomere, oligomere oder auch polymere Hydrolysate
bzw. Kondensate, in möglichst hoher Konzentration vorliegen soll, die Klarpunktzeit
(KPZ) möglichst kurz ist und die Auflösungen möglichst lange Standzeiten (STZ) aufweisen,
d. h. über einen längeren Zeitraum trübungsfrei bleiben.
[0013] Es wurde überraschenderweise gefunden, daß anstelle von 3-Methacryloxypropyltrialkoxysilanen
die Verwendung von 3-Acryloxypropyltrialkoxysilanen für Wasser-haltige Organosilanauflösungen
mit Eduktkonzentrationen von größer 10 bis hin zu 80 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht
der Auflösung, nicht nur hohe Löslichkeiten des eingesetzten Organosilans in Wasser
bei vergleichsweise kurzen Klarpunktzeiten führt, sondern - und das ist hier für den
Fachmann besonders überraschend - daß so hoch konzentrierte wäßrige Auflösungen solcher
Organosilane auch eine vergleichweise lange Zeit beständig sind. Die genannten Prozentangaben
beziehen sich dabei jeweils auf das Gewicht des monomeren Organosilans, das als Edukt
für die Herstellung der Auflösung eingesetzt wurde, bezogen auf das Gewicht der gesamten
Auflösung. Diese überraschenden Ergebnisse werden dadurch erzielt, daß man für die
Herstellung von Auflösungen Acryl-funktionalisierter Organosilane der allgemeinen
Formel I

worin R eine Methyl- oder Ethylgruppe bedeutet, bei Einsatz von mehr als 10 Gew.-%
und weniger als 65 Gew.-% an Organosilan, jeweils bezogen auf das Gewicht der Auflösung,
diese in angesäuertem Wasser auflöst, d. h. angesäuertes Wasser vorlegt oder für die
Herstellung hochkonzentrierter Auflösungen die Organosilane vorlegt und 35 bis 20
Gew.-% angesäuertes Wasser, bezogen auf das Gewicht der Auflösung, zusetzt. Im allgemeinen
erfolgt die Herstellung solcher Auflösungen unter guter Durchmischung und Luftzutritt,
d. h. die Herstellung kann an der Luft erfolgen. Geeigneterweise liegt der pH-Wert
der Auflösungen im Bereich von 3 bis 5, vorzugsweise im Bereich pH 4 bis 4,5. Für
das Ansäuern des Wassers wird vorzugsweise eine Carbonsäure verwendet. Die Klarpunktzeiten
so erhältlicher wäßriger bzw. wäßriger/alkoholischer Auflösungen von Acryl-funktionalisierten
Organosilanen der allgemeinen Formel I verkürzen sich in der Regel auf ein Drittel
und die Standzeiten verlängern sich im allgemeinen auf das Vier- bis Fünffache der
Zeiten, wie sie für marktgängige Methacryloxyalkylalkoxysilanauflösungen üblich sind.
[0014] Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind daher Wasser-haltige Auflösungen von Acryl-funktionalisierten
Organosilanen der allgemeinen Formel I

worin R eine Methyl- oder Ethylgruppe bedeutet,
mit einer Einsatzstoffkonzentration an Organosilan von größer 10 Gew.-%, insbesondere
größer 15 Gew.-%, ganz besonders größer 25 Gew.-%, und kleiner 80 Gew.-% und einem
Gehalt an Alkohol bis 10 Gew.-%. Bevorzugt sind die erfindungsgemäßen Auflösungen
im wesentlichen alkoholfrei oder alkoholarm. Vorzugsweise beträgt der Gehalt an Alkohol
0,01 bis 10 Gew.-%, besonders vorzugsweise 0,1 bis 2 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht
der Auflösung, wobei hier unter Alkohol Methanol oder Ethanol oder deren Mischung
verstanden wird.
[0015] Die erfindungsgemäßen Auflösungen enthalten im allgemeinen mindestens eine Carbonsäure,
deren pK
s-Wert vorzugsweise im Bereich 3,7 bis 5,0 liegt, beispielsweise Essigsäure, Propionsäure,
Ameisensäure, Acrylsäure oder Methacrylsäure.
[0016] Bevorzugt besitzen die erfindungsgemäßen Auflösungen einen pH-Wert zwischen 3 und
5 und besonders vorzugsweise einen pH-Wert zwischen 3,5 und 4,5.
[0017] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ferner ein Verfahren zur Herstellung von
Wasser-haltigen Auflösungen Acryl-funktionalisierter Organosilane der allgemeinen
Formel I

worin R eine Methyl- oder Ethylgruppe bedeutet,
das dadurch gekennzeichnet ist, daß man mehr als 10 Gew.-%, vorzugsweise mehr als
15 Gew.-%, besonders vorzugsweise mehr als 25 Gew.-%, und weniger als 65 Gew.-% an
Organosilan, jeweils bezogen auf das Gewicht der Auflösung, in angesäuertem Wasser
auflöst oder man für hochkonzentrierte Auflösungen die Organosilane vorlegt und 35
bis 20 Gew.-% angesäuertes Wasser, bezogen auf das Gewicht der Auflösung, zusetzt
und man die Alkohole nahezu vollständig oder teilweise unter vermindertem Druck aus
der Auflösung hinaus verdampft. Unter hochkonzentrierten Auflösungen sollen bei der
vorliegenden Erfindung solche Auflösungen verstanden werden, für deren Herstellung
zwischen 65 und 80 Gew.-% an Organosilan, bezogen auf das Gewicht der Auflösung, eingesetzt
werden.
[0018] Beim erfindungsgemäßen Verfahren setzt man geeigneterweise angesäuertes Wasser mit
einem pH-Wert zwischen 3 und 5, vorzugsweise mit einem pH-Wert zwischen 4 und 4,5,
ein. Vorzugsweise wird das Wasser mit einer Carbonsäure, deren pK
s-Wert im Bereich 3,7 bis 5,0 liegt, angesäuert, es können hierzu aber auch andere
Säuren eingesetzt werden, beispielsweise auch anorganische Säuren wie Halogenwasserstoffsäuren,
Schwefelsäure oder Phosphorsäure.
[0019] Geeigneterweise wird beim erfindungsgemäßen Verfahren die Auflösung unter Rühren
hergestellt, vorzugsweise unter Luftzutritt.
[0020] Beim erfindungsgemäßen Verfahren liegen die Auflösezeiten (Klarpunktzeiten) in der
Regel zwischen 40 Minuten und 12 Stunden.
[0021] Sollte es für verschiedene Applikationen notwendig sein, im wesentlichen alkoholfreie
oder alkoholarme Auflösungen bereitzustellen, so kann man beim erfindungsgemäßen Verfahren
die Alkohole, vorzugsweise Methanol oder Ethanol, nahezu vollständig oder auch nur
teilweise unter vermindertem Druck aus der erfindungsgemäßen Auflösung heraus verdampfen.
[0022] Im allgemeinen geht man für die Herstellung Wasser-haltiger Auflösungen nach dem
erfindungsgemäßen Verfahren so vor, daß man bei Einsatz von mehr als 10 Gew.-% und
weniger als 65 Gew.-% Acryl-funktionalisierter Organosilane der allgemeinen Formel
I zunächst angesäuertes Wasser vorlegt, den Organosilananteil zugibt und geeigneterweise
bis zum Erhalt einer klaren Lösung gut durchmischt. Der Mischvorgang erfolgt im allgemeinen
bei Raumtemperatur und unter Luftzutritt. Die Organosilane können portionsweise, z.
B. tropfenweise oder auch in großen Portionen oder in einem Schuß in das vorgelegte
angesäuerte Wasser gegeben werden. Bevorzugt erfolgt die Zugabe in großen Portionen.
Die Auflösung der Organosilane in Wasser erfolgt im allgemeinen durch Hydrolyse, dabei
können auch Kondensationsreaktionen auftreten. Die Hydrolyse der Organosilane erfolgt
im allgemeinen unter Bewegung der Mischungen, vorzugsweise unter Verwendung eines
Rührers, wobei das Rührwerk in der Regel vor der Organosilanzugabe in Gang gesetzt
wird.
[0023] Beim erfindungsgemäßen Verfahren werden hochkonzentrierte Auflösungen, d. h. solche
Auflösungen, für deren Herstellung 65 bis 80 Gew.-% Organosilane der allgemeinen Formel
I eingesetzt werden, die Organosilane vorgelegt und 35 bis 20 Gew.-% angesäuertes
Wasser, bezogen auf das Gewicht der gesamten Auflösung, zugesetzt. Geeigneterweise
wird bis zum Erhalt einer klaren Auflösung gut durchmischt. Auch hier kann bei Raumtemperatur
und unter Luftzutritt gearbeitet werden. Die Zugabe von angesäuertem Wasser zu der
Organosilanvorlage erfolgt auch hier bevorzugt portionsweise sowie geeigneterweise
unter Rühren.
[0024] Zur Stabilisierung gegen vorzeitige Polymerisation kann Sauerstoff oder ein sauerstoffhaltiges
Gas hindurchgeperlt werden. Gegebenenfalls können zusätzliche Inhibitoren, vorzugsweise
wasserlösliche Inhibitoren, eingebracht werden, - sofern diese die spätere Verwendung
der Auflösungen nicht nachteilig beeinflussen. Geeignete Stabilisatoren sind beispielsweise
Hydrochinon oder Hydrochinonmonomethylether.
[0026] So oder ähnlich kann man sich hier Hydrolyse und Kondensation der Organosilane der
allgemeinen Formel I modellhaft vorstellen.
[0027] Im allgemeinen treten dabei mit steigender Konzentration an eingesetztem Organosilan
neben dem nicht zur Hydrolyse verbrauchten Wasser auch zunehmende Mengen von Alkohol
als Cosolvens auf. Wasser und Alkohol können gleiche aber auch den jeweils überwiegenden
Anteil des Lösemittels ausmachen. So überwiegt bei Auflösungen mit geringer Organosilaneinsatzkonzentration
im allgemeinen der Wasseranteil im Lösemittel, bei hohen Organosilaneinsatzkonzentrationen
der Alkoholanteil.
[0028] Beim erfindungsgemäßen Verfahren ist aber auch die Herstellung höher konzentrierter
Auflösungen mit geringem Alkoholanteil möglich, indem der Alkoholanteil geeigneterweise
unter reduziertem Druck, vorzugsweise bei möglichst niedriger Temperatur, verdampft
wird. Um den Gehalt an monomeren, oligomeren bzw. polymeren Organosilan-haltigen Verbindungen
in der Auflösung weitgeht konstant zu halten, kann beim Entfernen des Alkohols aus
der Auflösung der Verlust an Lösemittel durch entsprechende Zugaben an Wasser, geeigneterweise
angesäuertes Wasser, d. h. vorzugsweise unter Erhalt des in der Auflösung vorherrschenden
pH-Wertes, ausgeglichen werden. Der Restanteil von Alkohol kann zwischen 0,01 bis
10 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtauflösung, vorzugsweise zwischen 0,1 und 2 Gew.-%,
betragen. Das Entfernen des Alkohols aus der Auflösung kann in jeder geeigneten vakuumfesten
Apparatur vorgenommen werden. Der Arbeitsdruck kann zwischen 1 und 400 mbar abs. betragen,
bevorzugt beträgt er zwischen 5 und 100 mbar abs.. Die Arbeitstemperatur kann entsprechend
dem gewählten Druck 5 bis 40 °C, vorzugsweise 10 bis 30 °C, betragen.
[0029] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch die Verwendung einer Auflösung nach
Anspruch 1 oder einer nach Anspruch 4 hergestellten Auflösung für das Finishing von
Glasfasern sowie für die Herstellung von Glasfasern mit einer Schlichte.
[0030] Man kann die Organosilan-haltigen Verbindungen aus einer erfindungsgemäßen Auflösung
auf Glasfasern oder daraus hergestellter Gebilde applizieren; diese können danach
beispielsweise mit ungesättigten Harzen haftfest verbunden werden, wobei die Harzmasse
geeigneterweise mindestens einen ungesättigten Polyester und/oder ein Acrylharz enthält.
Sollte der Anwendungsfall es erfordern, können die erfindungsgemäßen Auflösungen durch
Zusatz eines geeigneten Lösemittels verdünnt werden, beispielsweise ist Wasser, angesäuertes
Wasser, Methanol, Ethanol oder ein anderer mit Wasser mischbarer Alkohol als Lösemittel
geeignet.
[0031] Man kann die Organosilan-haltigen Verbindungen der erfindungsgemäßen Auflösungen
beispielsweise aber auch auf metallischen und/oder silikatischen Oberflächen applizieren.
So behandelte silikatische bzw. metallische Oberflächen weisen im allgemeinen im Verbund
mit peroxidisch ausgehärteten ungesättigten Harzen die gleiche oder eine noch verbesserte
Haftfestigkeit gegenüber mit entsprechenden Auflösungen von 3-Methacryloxypropyltrialkoxysilanen
behandelten Oberflächen auf.
[0032] Es wurde weiter gefunden, daß aus den erfindungsgemäßen wäßrigen oder alkoholisch/wäßrigen
Auflösungen von Organosilanen der allgemeinen Formel I auf silikatischen und/oder
metallischen Oberflächen abgeschiedene Überzüge durch UV-Licht zu nahezu unlöslichen
Gebilden vernetzt werden können.
[0033] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit auch die Verwendung einer Auflösung
nach Anspruch 1 oder einer nach Anspruch 4 hergestellten Auflösung, die dadurch gekennzeichnet
ist, daß die auf einer Oberfläche applizierten Organosilan-haltigen Verbindungen einer
Auflösung durch UV-Licht vernetzt werden. - Durch Vernetzung mittels UV-Licht können
so Überzüge oder Oberflächen oder Zwischenschichten, beispielsweise als Haftvermittler,
erhalten werden; geeigneterweise sind so harte und weitgehend unlösliche Beschichtungen
erhältlich.
[0034] Die erfindungsgemäßen Wasser-haltigen Auflösungen sind im allgemeinen klare Auflösungen
mit guter Lagerungsbeständigkeit und können in einfacher Weise hergestellt werden.
[0035] Die Erfindung wird durch die nachfolgenden Beispiele näher erläutert:
Beispiele:
Beispiele 1 bis 4
[0036] Es wurden jeweils 250 g angesäuertes Wasser (pH-Wert: 4,5), das Essigsäure enthielt,
vorgelegt, 3-Acryloxypropyltrimethoxysilan (ACMO) (44.1 g; 62,5 g; 83,3 g bzw. 217,9
g) unter Rühren bei Raumtemperatur und Luftzutritt in einem Schuß zugesetzt und bis
zur völligen Klarheit der Lösung gelöst und KPZ und STZ der Auflösungen ermittelt.
Die pH-Werte so hergestellter Auflösungen lagen im Bereich von 4,3 bis 4,5. Die Ergebnisse
sind in Tabelle 1 aufgeführt, die Angaben in Gew.-% beziehen sich auf die Gesamtauflösung.
Vergleichsbeispiele A bis D
[0037] Es wurden jeweils unterschiedliche Eduktmengen 3-Methacryloxypropyltrimethoxysilan
(MEMO) in jeweils 250 g angesäuertem Wasser (pH 4,5), das Essigsäure enthielt, unter
Rühren bei Raumtemperatur und Luftzutritt soweit wie möglich gelöst, KPZ und STZ wurden
jeweils ermittelt. Die Ergebnisse sind ebenfalls der Tabelle 1 zu entnehmen, die Angaben
in Gew.-% beziehen sich auch hier auf die Gesamtauflösung.
Tabelle 1:
| Beispiele |
ACM0 [Gew.-%] |
KPZ [min] |
STZ [d] |
| 1 |
15 |
48 |
4,5 |
| 2 |
20 |
60 |
4,5 |
| 3 |
25 |
65 |
6,5 |
| 4 |
35 |
73 |
14,5 |
| Vergleichsbeispiele |
MEMO [Gew.-%] |
KPZ [min] |
STZ [d] |
| A |
5 |
80 |
3,5 |
| B |
7 |
105 |
3 |
| C |
10 |
133 |
2 |
| D |
20 |
nicht löslich; stark getrübte Lösung |
Beispiel 5
[0038] Es wurden 20 Gew.-%ige Auflösungen von 3-Acryloxypropyltrimethoxysilan (ACMO) in
Wasser bei unterschiedlichen pH-Werten unter Verwendung von Essigsäure hergestellt
und die Klarpunktzeit (KPZ) und die Standzeit (STZ) in Abhängigkeit vom pH-Wert bestimmt.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 aufgeführt.
Tabelle 2:
| pH-Wert des Hydrolysemediums |
KPZ [min] |
STZ [d] |
| 2,5 |
13 |
0,2 |
| 3,0 |
15 |
0,8 |
| 3,5 |
18 |
2,8 |
| 4,0 |
36 |
4,5 |
| 4,5 |
60 |
4,2 |
| 5,0 |
64 |
3,7 |
Beispiel 6
[0039] In einem 250 ml Becherglas wurden bei Raumtemperatur und unter Luftzutritt 21 g 3-Acryloxypropyltriethoxysilan
(ACEO) unter Rühren zu 179 g Wasser mit einem pH-Wert von 3,5 (Essigsäure) hinzugegeben.
Nach 2 Stunden war eine klare Lösung entstanden, die rund 3 ½ Tage trübungsfrei blieb.
Vergleichsbeispiel E
[0040] In einem 250 ml Becherglas wurden bei Raumtemperatur und unter Luftzutritt 21 g 3-Methacryloxypropyltriethoxysilan
(MEEO) unter Rühren zu 179 g Wasser mit einem pH-Wert von 3,5 (essigsäurehaltig) hinzugegeben.
Nach 2 Tagen Rührdauer war die Mischung noch stark getrübt.
Beispiel 7
[0041] In einem 250 ml Becherglas wurden bei Raumtemperatur und unter Luftzutritt 125 g
3-Acryloxypropyltrimethoxysilan (ACMO) unter Rühren zu 125 ml Wasser mit einem pH-Wert
von 4,0 (essigsäurehaltig) schnell hinzugegeben. Nach 1,4 Stunden war eine klare Lösung
entstanden. Diese wurde in einen Rundkolben, der mit Thermometer, Glaskapillare, Claisenbrücke
und einer mit Trockeneis gekühlten Vorlage versehen war, eingefüllt, und das Methanol
durch Verminderung des Druckes (15 mbar) und Einperlen von Luft, bei einer Kolbeninnentemperatur
von 25 °C, verdampft. Nach 2 Stunden konnte durch GC-Analyse in der im Kolben verbliebenen
Auflösung ein Methanol-Gehalt von < 0,3 % festgestellt werden. Die wäßrige Auflösung
des Organosilans blieb länger als 24 Stunden trübungsfrei.
Beispiel 8
[0042] In einem 250 ml Becherglas wurden bei Raumtemperatur und unter Luftzutritt 160 g
3-Acryloxypropyltrimethoxysilan (ACMO) vorgelegt und unter schneller Zugabe von 40
g Wasser mit einem pH-Wert von 4,0 (essigsäurehaltig) mittels Rühraggregat gemischt.
Nach 10 Stunden war eine klare Auflösung entstanden. Die Auflösung blieb länger als
180 Tage trübungsfrei.
Vergleichsbeispiel F
[0043] Eine in einem 250 ml Becherglas gerührte Mischung aus 160 g 3-Methacryloxypropyltrimethoxysilan
(MEMO) und 40 g Wasser mit einem pH-Wert von 4,0 (essigsäurehaltig) ergab nach 2 Tagen
Rührdauer keine klare, homogene Auflösung. Nach Abschaltung des Rührwerkes trennten
sich die Phasen sofort wieder.
Beispiel 9
[0044] 50 ml der in Beispiel 8 hergestellten Lösung wurden mit 10 ml Methanol (chemisch
rein) verdünnt und nach Zusatz von 35 mg Benzoin ein fett- und staubfreier Objektträger
eingetaucht, der nach kurzer Abtropfdauer (Neigungswinkel 45°) für einen Tag an der
Luft und anschließend für eine Stunde im Vakuum von 1 mbar bei bis zu 50 °C unter
Stickstoff getrocknet wurde. Die so behandelte Glasplatte wurde in einem Belichtungskasten
unter einer Stickstoffatmosphäre mit einer Quecksilberlampe (Typ Q 400 der Firma Original
Hanau Quarzlampen) für 0,5 Stunden bestrahlt (Lampenabstand vom Objektträger: 30 cm).
Nach dieser Methode konnte beispielsweise die Oberfläche des Objektträgers mit einem
klebfreien und weitgehend kratzfesten Überzug versehen werden.
Vergleichsbeispiel G
[0045] Ein fett- und staubfreier Objektträger wurde mit einer unverdünnten, wäßrigen 3-Methacryloxysilan-Auflösung
gemäß Vergleichsbeispiel C, die zusätzlich 0,05 Gew.-% Benzoin, bezogen auf eingesetztes
Silan, enthielt, behandelt und nach kurzer Abtropfdauer und nach eintägiger Lufttrocknung
für eine Stunde im Vakuum von 1 mbar bei bis zu 50 °C unter Stickstoff nachbehandelt.
Anschließend wurde er in einem Lichtkasten unter einer Stickstoffatmosphäre mit einer
Quecksilberlampe des Typs Q 400 für 0,5 Stunden bestrahlt, wobei der Abstand zwischen
Objektträger und Lichtquelle 30 cm betrug. Der Überzug auf der Objektträgeroberfläche
war danach noch weich und klebrig.
Beispiel 10
[0046] Ein staub- und fettfreier Objektträger wurde mit einer wäßrigen, 3 Tage alten Auflösung
von 3-Acryloxypropyltrimethoxysilan (ACMO) aus Beispiel 1 behandelt und nach 1tägiger
Lufttrocknung und anschließender 1stündiger Trocknung im Vakuumtrockenschrank mittels
einer Rakel eine 1 mm dicke styrolhaltige UP-Harzschicht (PALATAL® A 410, Handelsprodukt
der BASF), das auf 100 g Harz 2 g Kobaltoctoat und 1 g Acetylacetonperoxid enthielt,
aufgetragen. Nach einer Stunde Lagerung unter einer CO
2-Atmosphäre wurde der beschichtete Objektträger 2 Stunden bei 100 °C thermisch nachbehandelt.
Nach 1stündigem Kochtest trat keine Trennung von Harzschicht und Glas auf.
Vergleichsbeispiel H
[0047] Ein staub- und fettfreier Objektträger wurde mit einer wäßrigen, 3 Tage alten, eingetrübten
Auflösung von 3-Methacryloxypropyltrimethoxysilan-Lösung aus Vergleichsbeispiel C
behandelt und nach 1tägiger Luftrocknung und anschließender 1stündiger Trocknung im
Vakuumtrockenschrank mittels einer Rakel eine 1 mm dicke styrolhaltige UP-Harzschicht
(PALATAL® A 410, Handelsprodukt der BASF), das auf 100 g Harz 2 g Kobaltoctoat und
1 g Acetylacetonperoxid enthielt, aufgetragen. Nach einer Stunde Lagerung unter einer
CO
2-Atmosphäre wurde der beschichtete Objektträger 2 Stunden bei 100 °C thermisch nachbehandelt.
Bei der Behandlung des Probestückes in siedendem Wasser löste sich die Harzschicht
vom Glas bereits nach wenigen Minuten.
Definitionen
[0048] Die Klarpunktzeit (KPZ) wird ab Beginn der Mischung von Wasser und Silan bis zur
trübungsfreien Auflösung gemessen. Die Standzeit (STZ) der Lösung wird ab Beginn des
Klarpunktes bis zur Eintrübung der Auflösung gemessen. Die Auflösung gilt als trübe,
wenn eine hinter das Gefäß mit einem Gefäßdurchmesser von 8 bis 10 cm gehaltene Buchseite
nicht mehr lesbar ist.
1. Wasser-haltige Auflösungen von Acryl-funktionalisierten Organosilanen der allgemeinen
Formel I

worin R eine Methyl- oder Ethylgruppe bedeutet,
mit einer Einsatzstoffkonzentration an Organosilan von größer 10 Gew.-% und kleiner
80 Gew.-% und einem Gehalt an Alkohol bis 10 Gew.-%.
2. Wasser-haltige Auflösungen von Acryl-funktionalisierten Organosilanen nach Anspruch
1,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Auflösung mindestens eine Carbonsäure enthält.
3. Wasser-haltige Auflösungen von Acryl-funktionalisierten Organosilanen nach den Ansprüchen
1 bis 2,
gekennzeichnet durch
einen pH-Wert zwischen 3 und 5.
4. Verfahren zur Herstellung von Wasser-haltigen Auflösungen Acryl-funktionalisierter
Organosilane nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man mehr als 10 Gew.-% und weniger als 65 Gew.-% an Organosilan, jeweils bezogen
auf das Gewicht der Auflösung, in angesäuertem Wasser auflöst oder man für hochkonzentrierte
Auflösungen ein Organosilan vorlegt und 35 bis 20 Gew.-% angesäuertes Wasser, bezogen
auf das Gewicht der Auflösung, zusetzt und man die Alkohole nahe zu vollstanding oder
teilweise unter vermindertem Druck aus der Auflösung heraus verdampft.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß angesäuertes Wasser mit einem pH-Wert zwischen 3 und 5 eingesetzt wird.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 4 und 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Wasser mit einer Carbonsäure, deren pKs-Wert im Bereich 3,7 bis 5,0 liegt, angesäuert wird.
7. Verfahren nach den Ansprüchen 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Auflösung unter Rühren hergestellt wird.
8. Verfahren nach den Ansprüchen 4 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Auflösung unter Luftzutritt hergestellt wird.
9. Verfahren nach den Ansprüchen 4 bis 8,
gekennzeichnet durch
Auflösezeiten (Klarpunktzeiten) zwischen 40 Minuten und 12 Stunden.
10. Verwendung einer Auflösung nach Anspruch 1 oder einer nach Anspruch 4 hergestellten
Auflösung für das Finishing von Glasfasern sowie für die Herstellung von Glasfasern
mit einer Schlichte.
11. Verwendung einer Auflösung nach Anspruch 1 oder einer nach Anspruch 4 hergestellten
Auflösung,
dadurch gekennzeichnet,
daß die auf einer Oberfläche applizierten Organosilan-haltigen Verbindungen einer Auflösung
durch UV-Licht vernetzt werden.
12. Überzüge oder Oberflächen oder Zwischenschichten, die gemäß Anspruch 11 erhältlich
sind.
1. A water-containing solution of acrylic-functionalized organosilane of the general
formula I

in which R is a methyl or ethyl group,
having a starting-material concentration of organosilane of more than 10% by weight
and less than 80% by weight and an alcohol content of up to 10% by weight.
2. A water-containing solution of acrylic-functionalized organosilane according to claim
1, characterized in that a solution contains at least one carboxylic acid.
3. A water-containing solution of acrylic-functionalized organosilane. according to either
of claims 1 and 2, characterized by a pH of from 3 to 5.
4. A process for the preparation of water-containing solutions of acrylic-functionalized
organosilanes according to claim 1, characterized in that more than 10% by weight and less than 65% by weight of organosilane, based in each
case on the weight of the solution, is dissolved in acidified water or, for highly
concentrated solutions, an organosilane is initially introduced and from 35 to 20%
by weight of acidified water is added, based on the weight of the solution, and the
alcohols are evaporated out of the solution almost completely or partially, under
reduced pressure.
5. A process according to claim 4, characterized in that acidified water with a pH of from 3 to 5 is employed.
6. A process according to either of claims 4 and 5, characterized in that the water is acidified with a carboxylic acid whose pKa is in the range from 3.7 to 5.0.
7. A process according to any of claims 4 to 6, characterized in that the solution is prepared with stirring.
8. A process according to any of claims 4 to 7, characterized in that the solution is prepared with the ingress of air.
9. A process according to any of claims 4 to 8, characterized by dissolving times (clear point times) of from 40 minutes to 12 hours.
10. The use of a solution according to claim 1 or of a solution prepared according to
claim 4 for the finishing of glass fibres and for the preparation of glass fibres
with a size.
11. The use of a solution according to claim 1 or of a solution prepared according to
claim 4, characterized in that the organosilane-containing compounds of a solution, applied to a surface, are crosslinked
by means of UV light.
12. A coating or surface or intermediate layer which is obtainable according to claim
11.
1. Solutions contenant de l'eau d'organosilanes fonctionnalisés par un groupe acryle
de formule générale I

dans laquelle R signifie un groupe méthyle ou éthyle, ayant une concentration de substance
de charge, en organosilane supérieure à 10 % en poids et inférieure à 80 % en poids
et ayant une teneur en alcool allant jusqu'à 10 % en poids.
2. Solutions contenant de l'eau d'organosilanes fonctionnalisés par un groupe acryle
selon la revendication 1,
caractérisées en ce qu'
une solution renferme au moins un acide carboxylique.
3. Solutions contenant de l'eau d'organosilanes fonctionnalisés par un groupe acryle
selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2,
caractérisées par
une valeur de pH comprise entre 3 et 5.
4. Procédé de préparation de solutions contenant de l'eau, d'organosilanes fonctionnalisés
par un groupe acryle, selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'
on ajoute plus de 10 % en poids et moins de 65 % en poids d'organosilane, à chaque
fois rapporté au poids de la solution, dissout dans de l'eau acidifiée, ou on introduit
pour des solutions hautement concentrées un organosilane et on ajoute de 35 à 20 %
en poids d'eau acidifiée rapporté au poids de la solution, et on chasse par évaporation
à peu prés complètement ou partiellement, sous pression réduite, les alcools de la
solution.
5. Procédé selon la revendication 4,
caractérisé en ce qu'
on met en oeuvre de l'eau acidifiée ayant une valcur de pH comprise entre 3 et 5.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 4 et 5,
caractérisé en ce que
l'eau est acidifiée avec un acide carboxylique dont la valeur de pKs se situe dans la zone de 3,7 à 5,0.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 4 à 6,
caractérisé en ce que
la solution est préparée sous agitation.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 4 à 7,
caractérisé en ce que
la solution est préparée sous amenée d'air.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 4 à 8,
caractérisé par
des temps de dissolution (temps de point de limpidité) compris entre 40 minutes et
12 heures.
10. Utilisation d'une solution selon la revendication 1 ou d'une solution préparée selon
la revendication 4, pour le finissage des fibres de verre ainsi que pour la production
de fibres de verre ayant un ensimage.
11. Utilisation d'une solution selon la revendication 1 ou d'une solution préparée selon
la revendication 4,
caractérisée en ce que
les composés d'une solution contenant un organosilane appliqués sur une surface sont
réticulés par la lumière UV.
12. Revêtements ou surfaces ou couches intermédiaires, accessibles conformément à la revendication
11.