[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Löschen von Bränden, mit
einem Behälter zur Aufnahme eines Löschmittels, und mit einem Sprengmittel in oder
an diesem Behälter, durch dessen Zündung das Löschmittel zu einem Nebel zerstäubt
und in den Brand gebracht wird. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Löschen
von Wald- oder Flächenbränden mit der beschriebenen Vorrichtung.
[0002] Das Zerstäuben eines Löschmittels in feinste Partikel durch ein Sprengmittel mit
dem Ziel, Bränden zu löschen, ist bekannt. Bei der Detonation einer vorzugsweise hochbrisanten
Sprengladung innerhalb oder in Nachbarschaft eines homogenen Mediums wie beispielsweise
Wasser entsteht ein Druck von mehreren Tausend bar, wodurch das Wasser in feinste
Partikel zerstäubt und mit der entstehenden Druckwelle radial vom Zentrum der Sprengladung
in die Umgebung geschleudert wird. Unter einer hochbrisanten Sprengladung wird dabei
eine solche verstanden, die eine Detonationswelle mit einer Ausbreitungsgeschwindigkeit
von über 5000 m/sek erzeugt. Der Löschmittelnebel besitzt im Verhältnis zur eingesetzten
Löschmittelmenge aufgrund der geringen Größe der einzelnen Löschmitteltröpfchen eine
sehr große Gesamtoberfläche, mit der sich der Löschmittelnebel in der Umgebung des
gesprengten Behälters auf das Feuer legt und es durch den bekannten Unterkühlungseffekt
löscht. Darüber hinaus beruht die Löschwirkung beim Sprengen eines Löschmittels in
bekannter Weise auch auf dem Ausblaseffekt der Detonationswelle.
[0003] Aus der US 1,119,799 sowie aus der EP 390 384 sind für den stationären Einsatz vorgesehene
Feuerlöscher bekannt, die sich den vorstehend beschriebenen Effekt des Sprengens eines
Löschmittels zunutze machen. Diese bekannten Vorrichtungenzum Löschen von Bränden
weisen einen zylindrischen Behälter zur Aufnahme eines Löschmittels auf, und einen
konzentrisch angeordneten länglichen Innenbehälter, der sich in Längsrichtung in dem
Löschmittelbehälter erstreckt und mit einer Sprengladung gefüllt ist.
[0004] Aus der EP 488 536 ist ein solcher Feuerlöscher bekannt, bei dem die Sprengladung
im Unterschied zu den beiden vorstehend beschriebenen Feuerlöschern außen am Löschmittelbehälter
angebracht ist.
[0005] Die US 3,980,139 und die FR 1,473,621 offenbaren jeweils eine "Feuerlöschbombe",
bestehend aus einem zylindrischen Glas bzw. Kunststoffbehälter zur Aufnahme eines
Löschmittels, und aus einem zylindrischen, konzentrisch angeordneten Innenbehälter,
der wiederum das Sprengmittel beinhaltet. Der Unterschied dieser Feuerlöschbomben
zu den vorstehend beschriebenen Feuerlöschern besteht allein in der Zündung des Sprengmittels,
die bei den Bomben entweder durch ein Funksignal oder durch Hitzeeinwirkung erfolgt,
wenn die Feuerlöschbombe in ein Feuer geworfen wird.
[0006] Allen vorstehend beschriebenen bekannten Feuerlöschvorrichtungen ist der Nachteil
gemeinsam, daß sie in ihrem praktischen Einsatz beim Löschen von Bränden nur ungenügend
flexibel und wirksam sind. So haben die stationären Feuerlöscher immer nur eine punktuelle
Wirkung, so daß sich ein großflächiger Brandschutz oder auch eine großflächige Bekämpfung
eines Brandes aus wirtschaftlichen Gründen verbietet, da zuviele solcher Feuerlöscher
eingesetzt werden müßten. Im Hinblick auf die mobile Brandbekämpfung, beispielsweise
bei Wald- oder anderen Flächenbränden, haben sich die beschriebenen "Feuerlöschbomben"
als nachteilig erwiesen, da sie durch den Abwurf der Löschbombe eine gezielte gerichtete
Löschwirkung durch die Sprengung nicht ausüben und darüber hinaus den Brand eher anfachen,
wenn sie inmitten des Feuers gezündet werden. Schließlich ist es in großem Maße umständlich
und kostenintensiv und nicht zuletzt hinsichtlich der Treffergenauigkeit unbefriedigend,
die Löschvorrichtungen über dem Brandherd abzuwerfen.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine anpassungsfähigere und
effektivere Vorrichtung zum Löschen von Bränden anzugeben.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die Vorrichtung zum Löschen von Bränden mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 und mit dem Verfahren zum Löschen von Wald- oder Flächenbränden mit
den Merkmalen des Anspruchs 11 gelöst.
[0009] Sowohl die erfindungsgemäße Vorrichtung als auch das Verfahren weisen eine ganze
Reihe von Vorteilen auf, welche die Effektivität bei der Brandbekämpfung erheblich
steigern. Für die nachfolgende Beschreibung der Vorteile soll unter "mobiler" Brandbekämpfung
das Löschen von Bränden durch Einsatztrupps verstanden werden. Solche Brände sind
beispielsweise Wald- oder Flächenbrände oder auch Brände in industriellen Anlagen
oder normalen Gebäuden. Unter "stationärer" Brandbekämpfung soll dabei das Löschen
von Bränden mittels einer ständig am Gefahrenort installierten und einsatzbereiten
erfindungsgemäßen Löschvorrichtung verstanden werden. Die dadurch zu schützenden Anlagen
bzw. Bauten haben ein weites Spektrum; hierunter fallen beispielsweise Öl- oder Gastanks,
Raffinerien, Ölbohr- oder -förderanlagen, Landebahnen oder Betankungsplätze auf Flughäfen
und ähnliches.
[0010] Die erfindungsgemäße Löschvorrichtung zeichnet sich beim mobilen Einsatz dadurch
aus, daß sie über nahezu unbegrenzte Längen an den Verlauf der Flammenfront und damit
an die Bedrohung anpassbar ist. Dabei wird der zunächst nicht mit Löschmittel gefüllte
Schlauch wie ein gewöhnlicher Feuerlöschschlauch beispielsweise von Trommeln abgerollt
und ausgelegt. Dadurch wird eine nahezu unbegrenzter räumliche Einsatzbreite erzielt.
Durch die Anordnung mehrerer parallel zueinander beabstandeter Schlauchlinien lassen
sich mehrere Brandbekämpfungslinien und dadurch auch eine nahezu beliebig große Einsatztiefe
erzeugen. Der flexible Schlauch ist als Meterware herstellbar und ist in aufgerolltem
Zustand leicht transportabel.
[0011] Diese Vorteile machen deutlich, daß die erfindungsgemäße Löschvorrichtung zur Bekämpfung
eines Großfeuers in hervorragender Weise geeignet ist. Durch entsprechendes Auslegen
des flexiblen Schlauches kann erreicht werden, daß das Feuer "eingehaust" wird, wie
der Fachausdruck für das Umzingeln eines Brandherdes unter gleichzeitiger Bekämpfung
von allen Seiten lautet.
[0012] Im Hinblick auf die stationäre Brandbekämpfung, d.h. insbesondere für industrielle
Anwendungen, zeichnet sich die erfindungsgemäße Löschvorrichtung ebenfalls durch ihre
große Flexibilität beim Auslegen aus. Da selbst kleinste Auslegeradien möglich sind,
kann die Löschvorrichtung beispielsweise bei der Installation in einer Lagerhalle
um Einrichtungsgegenstände wie Regel oder dergleichen oder um bauliche Hindernisse
wie Säulen oder dergleichen herumgeführt werden. Auch ein Aufhängen des flexiblen
Schlauches über Hochregalen ist denkbar. Somit ist auch hier eine maximale Anpassung
der stationären Löschvorrichtung an potentielle Gefahrenherde möglich.
[0013] Für sowohl die mobile als auch die stationäre Brandbekämpfung ist als Vorteil der
erfindungsgemäßen Vorrichtung zu nennen, daß der Löschmittelnebel schnell, flexibel
und preiswert am Ort des Geschehens erzeugbar ist. Die dafür benötigten Grundstoffe,
nämlich Wasser und gegebenenfalls ein Löschmittelzusatz ("RETARDER") sowie das Sprengmittel,
sind über lange Zeit problemlos auf engem Raum lagerbar und darüber hinaus gut transportierbar.
Daraus ergibt sich auch, daß die erfindungsgemäße Vorrichtung für den stationären
Brandschutz dauerhaft installiert oder - für die mobile Brandbekämpfung - variabel
vor Ort eingesetzt werden kann, auch dort, wo konventionelle Löschverfahren beispielsweise
wegen Wasserknappheit scheitern. Ferner lassen sich durch die erfindungsgemäße Vorrichtung
Brände unterschiedlicher Brandklassen sicher ablöschen. Da aufgrund der Oberflächenvergrößerung
durch die Zerstäubung des Löschmittels eine verhältnismäßig geringe Menge an Löschmittel
eingesetzt wird, werden bei der Brandbekämpfung erheblich geringere Schäden verursacht,
als beim Einsatz konventioneller Löschmethoden. Sowohl eine sachgerechte Sprengung
selbst als auch das zerstäubte Löschmittel gefährden die Brandumgebung nicht. Beim
Einsatz der Löschvorrichtung in solchen Industrien, die pulverartige Produkte herstellen
oder verarbeiten, ist es darüber hinaus von großem Vorteil, daß das Pulver nach einer
Staubexplosion oder dergleichen durch den Löschmittelnebel großflächig gebunden wird.
[0014] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0015] Für die Ausbildung des sich in oder an dem Behälter linear erstreckenden Sprengmittels
sind zwei Alternativen vorgesehen: Zum einen kann das Sprengmittel als flexible Sprengschnur
ausgebildet sein, die sich in Längsrichtung des Schlauches erstreckt, und zum anderen
können diskrete lineare Sprengladungen vorgesehen sein, die ebenfalls in Längsrichtung
in gleichmäßigen Abständen verteilt in oder an dem Schlauch angeordnet sind. Beiden
Ausbildungsformen des Sprengmittels ist als Vorteil gemeinsam, daß der Schlauch mit
dem Sprengnittel als fertige Einheit als Meterware herstellbar ist. Das senkt sowohl
die Herstellungskosten als auch den Zeitbedarf für den Einsatz vor Ort.
[0016] Vorzugsweise besteht der flexible Schlauch aus einem dünnwandigen, aber relativ widerstandsfähigen
Material. Die Wahl des Schlauchmaterials wird derart erfolgen, daß es so widerstandsfähig
wie nötig und so flexibel wie möglich ist. Hierbei soll die Widerstandsfähigkeit beim
mobilen Einsatz lediglich sicherstellen, daß beim Auslegen des Schlauches und beim
anschließenden Befüllen mit Löschmittel keine Löcher durch Äste oder spitze Steine
verursacht werden. Die Flexibilität wird sich nach den Kriterien ausrichten, daß der
Schlauch aufrollbar sein soll und kleinste Auslegeradien möglich sind. Darüber hinaus
soll der Schlauch ein möglichst geringes Eigengewicht besitzen. Vorzugsweise kommen
dünnwandige Kunststoffschläuche zum Einsatz, die man im Rahmen der vorstehenden Anforderungen
als "zerplatzbar" beschreiben könnte. Durch die beschriebene Auswahl des Schlauchmaterials
wird ferner eine Gefährdung von Personen durch Wegschleudern harter Materialien, wie
sie beispielsweise bei den bekannten Feuerlöschbomben oder dergleichen verwendet werden,
vermieden. Bereits Hart-PVC könnte Personen auch auf größere Distanz gefährden.
[0017] Darüber hinaus weist der Schlauch einen Schutz gegen Wärmestrahlung auf, indem er
beispielsweise aus weißem Material besteht oder eine Aluminiumbeschichtung aufweist.
[0018] Während der Schlauch üblicherweise einen kreisförmigen Querschnitt haben wird, ist
es für besondere Anwendungen auch denkbar, daß der Schlauch im gefüllten Zustand einen
dreieckförmigen Querschnitt aufweist. Dieser Querschnitt ermöglicht eine stabile Lage
des Schlauchs und damit die Möglichkeit, eine bestimmte Seite des Dreiecks beispielsweise
farblich zu kennzeichnen, die dem Brandherd zugewandt sein soll. Das ist insbesondere
dann von Vorteil, wenn sich die Sprengschnur in dem Winkel des dreieckförmigen Schlauchs
befindet, welcher der dem Brandherd zugewandten Dreieckseite gegenüberliegt. Dadurch
läßt sich in besonders effektiver Weise eine gerichtete Sprengwirkung erzielen. Diese
kann noch dadurch unterstützt werden, daß die dem Brandherd zugewandte Seite des dreieckförmigen
Schlauchs schwächer ausgebildet ist, als die beiden anderen Seiten.
[0019] Ein Ziel beim Sprengen des mit Löschmittel gefüllten Schlauchs ist es, möglichst
viel Druck von der Unterfläche, auf der der Schlauch ruht, zu nehmen, um möglichst
viel Löschmittel in die Luft zu bringen. Hierzu ist vorzugsweise vorgesehen, daß das
Sprengmittel, also beispielsweise ein oder mehrere Sprengschnüre, in einem Abstand
von etwa einem Drittel des Schlauchdurchmessers vom Boden oder von einer Halterung,
wo der Schlauch aufliegt, entfernt angeordnet ist. Eine solche Positionierung kann
am einfachsten dadurch realisiert werden, daß zwei Schläuche parallel aneinandergeklebt
werden und die Sprengschnur zwischen den beiden sich berührenden Schläuchen aufgenommen
wird. Durch das Anheben der Sprengschnur vom Untergrund ist eine hervorragende Verteilung
und Ausrichtung des Löschmittelnebels erzielbar.
[0020] Zur Verwendung der Löschvorrichtung zum stationären Objektschutz ist vorgesehen,
daß der Schlauch mit dem Sprengmittel auf einem langgestreckten, im Querschnitt beispielsweise
schalen- oder winkelförmigen Träger angeordnet ist. Dadurch wird zum einen eine stabile
Lagerung des Schlauchs erreicht, und zum anderen eine gerichtete Wirkung bei der Sprengung
des Löschmittels, da der Schlauch rückwärtig durch den Träger abgeschirmt ist, während
die Wirkung nach vorn in Richtung auf den Gefahrenherd nicht beeinträchtigt wird.
[0021] Der Vorteil einer stabilen stationären Lagerung des einsatzbereiten Löschschlauchs
ist daran ersichtlich, daß der Schlauch auf dem Träger vorzugsweise ständig mit dem
Löschmittel gefüllt sein kann.
[0022] Die erfindungsgemäße Löschvorrichtung eignet sich neben einer Objekt-Brandschutzvorrichtung
für stationäre Anlagen oder Einrichtungen auch zur staubbindung bei Sprengarbeiten,
beispielsweise bei Sprengungen von Gebäuden, indem der Schlauch wenigstens teilweise
um das zu sprengende Objekt herum ausgelegt, mit Wasser gefüllt und bei Entstehen
der Staubfront durch Zünden des Sprengmittels gesprengt wird. Gegebenenfalls können
mehrere Schutzwälle um das zu sprengende Objekt herum ausgelegt werden, die dann zeitlich
aufeinanderfolgend gezündet werden. Dadurch wird es möglich, die große Staubbelästigung,
die bei der Sprengung von Gebäuden bisher anfällt, wirksam zu bekämpfen.
[0023] Darüber hinaus läßt sich die erfindungsgemäße Löschvorrichtung als präventive Brandschutzvorrichtung
an oder auf einer Flughafenlandebahn oder einer Flugzeug-Parkposition verwenden. Aus
dem Stand der Technik ist es als Präventivmaßnahme bei einer angesagten Notlandung
eines Flugzeugs bekannt, einen ca. 1000 m langen und 60 m breiten Schaumteppich auf
die Landebahn aufzubringen. Der Zeitaufwand hierfür beträgt allerdings 45 bis 60 Minuten,
und die Kosten für die hierfür erforderliche Ausrüstung sind sehr hoch. Seit einiger
Zeit werden Landebahnbeschäumungen nicht mehr durchgeführt, da neben dem enormen Zeit-
und Kostenaufwand auch der Sinn einer solchen Beschäumung in Frage gestellt wurde.
Durch den Schaumteppich kann das Flugzeug bei der Notlandung nämlich unkontrollierbar
werden und seitlich von der Landebahn ausscheren, so daß die Rettungsarbeiten dadurch
eher behindert werden. Dabei ist der kritische Moment und damit auch die kritische
Position bei der Notlandung eines Flugzeugs erst dann erreicht, wenn dieses zum Stillstand
kommt und auslaufender Treibstoff entzündet wird. Genau an diesem Punkt setzt die
erfindungsgemäße Löschvorrichtung an, indem der Schlauch entlang der Landebahn ausgelegt,
mit dem Löschmittel gefüllt und im kritischen Moment durch Zünden des Sprengmittels
gesprengt wird. Die durch das Sprengen erzeugten feinsten Löschmittelpartikel regnen
auf den aktivierten kritischen Bereich herab und bilden einen Oberflächenfilm, der
innerhalb kürzester Zeit zu einer geschlossenen Oberfläche führt und damit ein Entzünden
des Treibstoffs verhindert.
[0024] Eine weitere Einsatzmöglichkeit der erfindungsgemäßen Löschvorrichtung besteht im
präventiven Brandschutz einer Flugzeug-Parkposition, wo die Flugzeuge in aller Regel
auch betankt werden. Dort wäre es denkbar, zwischen dem Flugzeug und dem Terminalgebäude
eine Schlauchfront zu installieren, die ständig mit Löschmittel gefüllt sein kann
und im Notfall durch Sprengung einen feinsten Löschmittelfilm über den geschützten
Bereich legt.
[0025] Im folgenden wird die Erfindung in einigen Ausführungsbeispielen anhand einer Zeichnung
näher erläutert.
[0026] Es zeigen:
- Figur 1
- einen schematischen Querschnitt eines Spreng-Löschschlauches mit innenliegendem Sprengmittel;
- Figur 2
- einen schematischen Querschnitt eines Spreng-Löschschlauches mit außenliegendem Sprengmittel;
- Figur 3
- einen schematischen Querschnitt eines Schlauchbündels aus drei Spreng-Löschschläuchen;
- Figur 4
- einen schematischen Querschnitt eines dreieckförmigen Spreng-Löschschlauches;
- Figur 5
- eine schematische Ansicht eines Waldbrandes mit linienförmigem Verlauf der Flammenfront;
- Figur 6
- eine schematische Ansicht eines Waldbrandes mit unregelmäßigem Verlauf der Flammenfront;
- Figur 7
- eine schematische Darstellung eines Öltanks mit stationär angeordneter Löschvorrichtung
im Querschnitt; und
- Fig. 8
- eine schematische Darstellung einer Landebahn eines Flughafens mit stationär angeordneter
Löschvorrichtung in der Draufsicht.
[0027] In den Figuren der Zeichnung zeigen die Pfeile 7 jeweils die Haupt-Ausbreitungsrichtung
des gesprengten Löschmittels und der Druckwelle.
[0028] Figur 1 zeigt einen im Querschnitt kreisförmigen flexiblen Schlauch 2 beliebiger
Länge aus einem dünnwandigen Kunststoffmaterial, der mit einem Löschmittel 10 gefüllt
ist. Dort, wo der Schlauch 2 auf dem (nicht dargestellten) Boden aufliegt, verläuft
innerhalb des Schlauches in einem Abstand von etwa einem Drittel des Schlauchdurchmessers
vom Boden des Schlauchs eine lineare flexible Sprengschnur 4 aus hochbrisantem Sprengstoff,
der wasserbeständig, kaum brennbar und fast unbegrenzt lagerfähig ist. Mit diesen
Eigenschaften kann das Sprengmittel sowohl bei einer mobilen als auch bei einer stationären
Anwendung der Löschvorrichtung Verwendung finden.
[0029] Wird die Sprengschnur 4 gezündet, wird das Löschmittel durch den Überdruck in Bruchteilen
einer Sekunde in feinste Löschmitteltröpfchen zerstäubt und in Richtung der Pfeile
7 nahezu gleichmäßig in alle Richtungen radial verteilt. Somit entsteht eine im Querschnitt
etwa halbkreisförmige Abgabe des Löschmitelnebels auf die Umgebung.
[0030] Wird stattdessen, wie in Figur 2 dargestellt, die Sprengschnur 4 außerhalb des gefüllten
Schlauches 2 angeordnet, so läßt sich eine im wesentlichen gerichtete Spreng- und
Löschwirkung erzielen. Hierbei ist die Sprengschnur 4 auf der dem Brandherd abgewandten
Seite des Schlauches 2 am (nicht dargestellten) Boden positioniert. Dadurch wird eine
ebenfalls sehr wirksame Bekämpfung des Brandes erreicht, bei der weit mehr als 50
% des Löschmittels eine direkte Löschwirkung entfalten können.
[0031] In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, aus mehreren Schläuchen 2 ein Schlauchbündel
zu bilden, wie es in Figur 3 schematisch im Querschnitt dargestellt ist. Hier ist
die Sprengschnur 4 im Zentrum des Schlauchbündels angeordnet. Selbstverständlich sind
aber auch andere Positionierungen bis hin zur Verwendung mehrerer Sprengschnüre an
verschiedenen Stellen denkbar.
[0032] Eine von der kreisförmigen Querschnittsform des Schlauchs 2 abweichende Form zeigt
Figur 4. Der dort dargestellte Schlauch 2 besitzt eine dreieckförmige Querschnittsform,
und die Sprengschnur 4 ist in dem Winkel des dreieckförmigen Schlauchs 2 angeordnet,
der der Dreiecksseite bzw. Schlauchwandung 1, die dem Brandherd zugewandt ist, gegenüberliegt.
Durch diese Anordnung ist ebenfalls eine im wesentlichen gerichtete Spreng- und Löschwirkung
in Richtung der Pfeile 7 erzielbar. Diese Richtungswirkung könnte beispielsweise dadurch
unterstützt werden, daß die dem Brandherd zugewandte Seite 1 des Schlauches 2 materiell
schwächer ausgebildet ist, als die beiden anderen Dreiecksseiten 3, 5. Darüber hinaus
kann die Seite 1 farbig markiert sein, um beim Auslegen der Löschvorrichtung eine
ordnungsgemäße Positionierung der im Schlauch befindlichen Sprengschnur in Bezug auf
den Brandherd oder die Bedrohungsrichtung sicherzustellen.
[0033] Figur 5 zeigt einen schematisch dargestellten Waldbrand. Die Feuerfront 8 bewegt
sich in der Darstellung von rechts nach links. Zum Löschen des Brandes wurde entlang
der gesamten Feuerfront 8 beispielsweise ein Schlauch 2 gemäß Figur 1 mit der darin
enthaltenen Sprengschnur 4 ausgelegt und mit Löschmittel gefüllt. Wird die Sprengschnur
4 gezündet, breitet sich das zu einem Nebel zerstäubte Löschmittel zu beiden Seiten
des Schlauchs 2 auf einer Breite von je 50 m aus. Die Flammen 9 werden in der vorstehend
beschriebenen Weise sowohl durch den Unterkühlungseffekt als auch durch die mit der
Sprengung einhergehende Detonationswelle gelöscht. Auf der gegenüberliegenden Seite
des Schlauchs 2 wird der Bereich des Waldes, der nicht von der Feuerfront 8 erfaßt
wurde, durch den Löschmittelnebel befeuchtet.
[0034] Figur 6 zeigt eine schematisch dargestellte unregelmäßig verlaufende Feuerfront 8.
Anhand dieser schematischen Darstellung läßt sich ein Vorteil der erfindungsgemäßen
Löschvorrichtung besonders deutlich zeigen: Würde das Feuer mit bekannten, nicht flexiblen
Löschvorrichtungen bekämpft, beispielsweise durch eine Aneinanderreihung starrer Löschmittelbehälter
entlang der gestrichelt dargestellten Linie 14, so würde sich das in den Behältern
enthaltene Löschmittel bei dessen Sprengung lediglich in dem am weitesten fortgeschrittenen
Bereich 17 der Feuerfront 8 auswirken, während in den Bereichen 15, 16 keine Löschwirkung
erzielt würde. Demgegenüber ermöglicht der flexible Löschmittelschlauch 2 eine Anpassung
der Bekämpfungslinie an den Verlauf der Flammenfront 8 und damit einen sehr effektiven
Einsatz des Löschmittels. Darüber hinaus ist die Löschvorrichtung in kürzester Zeit
einsetzbar, da der Schlauch 2 vor der Feuerfront 8 wie ein gewöhnlicher C-Schlauch
ausgelegt, mit dem Löschmittel 10 gefüllt und durch Zünden des Sprengmittels gesprengt
werden kann. Hierbei ist durch die Oberflächenvergrößerung des Löschmittels aufgrund
der Zerstäubung zu einem feinen Nebel ein optimaler Wirkungsgrad der eingesetzten
Löschmittelmenge erzielbar. Ferner ist die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens
auch ökologisch unbedenklich. Der Löschmitteleinsatz hinterläßt kaum Spuren und der
Verlust biologischer Substanz ist durch die hohe Effizienz des Verfahrens auf ein
Minimum reduzierbar.
[0035] Figur 7 zeigt ein Beispiel für eine stationäre Anwendung der Löschvorrichtung im
Objektschutz. Dargestellt ist ein schematischer Querschnitt eines Öltanks 12, der
in Höhe seines oberen Randes 13 einen umlaufenden konsolenartigen Träger 6 mit winkelförmigem
Querschnitt aufweist. Auf dem Träger 6 ruht der mit Löschmittel gefüllte Schlauch
2. Die Position der Sprengschnur 4, die hier nicht dargestellt ist, ist hier von untergeordneter
Bedeutung. Die Ausrichtung der Spreng- und Löschwirkung in Richtung der Pfeile 7 wird
in diesem Ausführungsbeispiel durch die Abschirmung des Schlauches auf der Rückseite
durch den Träger 6 erzielt. Die Löschvorrichtung wird durch Sensoren automatisch zur
Detonation gebracht, wenn sich der im Tank 12 enthaltene Brennstoff entzündet. Unmittelbar
nach der Detonation legt sich der Löschmittelnebel wie ein Deckel über den brennenden
Brennstoff und löscht den Brand auf die vorstehend beschriebene Art und Weise. Der
so beschriebene stationäre Einsatz der Löschvorrichtung ist selbstverständlich auch
auf den Schutz von Hochregalen in Lagerräumen oder dergleichen übertragbar.
[0036] Figur 8 zeigt eine schematische Draufsicht auf eine Landebahn 18 eines Flughafens
mit einem darauf befindlichen Flugzeug 19.
[0037] Den Bereich auf einer Landebahn 18, in dem ein notgelandetes Flugzeug 19 zum Stillstand
kommt, wird als kritischer Bereich 20 bezeichnet, der hier mit einer strichpunktierten
Linie angedeutet ist. Dieser kritische Bereich ist etwa 600 bis 1.000 m lang, und
seine Lage kann im allgemeinen für jeden Flugzeugtyp vorausgesagt werden. Links und
rechts der Landebahn 18 sind beispielhaft jeweils 5 Längen von Schläuchen 21 in insgesamt
10 Segmenten 22 bis 31 angeordnet. Je nachdem, wo das Flugzeug 19 bei einer Notlandung
zum Stillstand kommt, werden die entsprechenden Segmente 22 bis 31 aktiviert. Da auch
mehrere solcher Schläuche 21 parallel nebeneinander angeordnet werden können, könnte
eine (hier nicht dargestellte) zweite Schlauchreihe auch als sogenannte "zweite Alarmwelle"
benutzt werden, die dann aktiviert wird, wenn der Löschmittelvorrat der Löschfahrzeuge
verbraucht ist.
1. Vorrichtung zum Löschen von Bränden, mit einem Behälter zur Aufnahme eines Löschmittels
(10) und mit einem Sprengmittel in oder an diesem Behälter, durch dessen Zündung das
Löschmittel (10) zu einem Nebel zerstäubt und in den Brand gebracht wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Behälter ein flexibler, an beiden Enden verschließbarer Schlauch (2) ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Sprengmittel als flexible Sprengschnur (4) ausgebildet ist, die sich in Längsrichtung
des Schlauches (2) erstreckt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Sprengmittel in Form diskreter linearer Sprengladungen ausgebildet und in
gleichmäßigen Abständen verteilt angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schlauch (2) aus einem dünnwandigen, aber widerstandsfähigen Material besteht.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schlauch (2) aus einem Strahlungswärme reflektierenden Material besteht oder
eine Schutzbeschichtung zu diesem Zweck aufweist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Sprengmittel in einem Abstand von etwa einem Drittel des Schlauchdurchmessers
vom Boden oder von einer Halterung, wo der schlauch (2) aufliegt, entfernt angeordnet
ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schlauch (2) mit dem Sprengmittel auf einem langgestreckten, im Querschnitt
beispielsweise schalen- oder winkelförmigen Träger (6) angeordnet ist.
8. Verwendung der Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7 als Objekt-Brandschutzvorrichtung
für stationäre Anlagen oder Einrichtungen.
9. Verwendung der Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7 zur Staübbindung
bei Sprengarbeiten,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schlauch wenigstens teilweise um das zu sprengende Objekt herum ausgelegt,
mit Wasser gefüllt und bei Entstehen der Staubfront durch Zünden des Sprengmittels
gesprengt wird.
10. Verwendung der Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7 als präventive
Brandschutzvorrichtung an oder auf einer Flughafenlandebahn oder einer Flugzeug-Parkposition,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schlauch (2) wenigstens teilweise entlang der Landebahn oder um die zu schützende
Parkposition herum ausgelegt, mit dem Löschmittel (10) gefüllt und bei Entstehung
einer Brandgefahr durch Zünden des Sprengmittels gesprengt wird.
11. Verfahren zum Löschen von Wald- oder Flächenbränden mit einer Vorrichtung nach einem
oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schlauch (2) vor der Feuerfront (8) ausgelegt, mit dem Löschmittel (10) gefüllt
und durch Zünden des Sprengmittels gesprengt wird.
1. Device for extinguishing fires, with a container for receiving an extinguishing agent
(10), and with an explosive in or on said container, by means of the detonation of
which the extinguishing agent (10) is atomised to form a mist and is applied to the
fire,
characterised in that
the container is a flexible hose (2) closable at both ends.
2. Device according to claim 1,
characterised in that
the explosive is in the form of a flexible explosive cord (4) which extends in the
longitudinal direction of the hose (2).
3. Device according to claim 1,
characterised in that
the explosive is in the form of discrete linear explosive charges, and is distributed
at regular intervals.
4. Device according to one of claims 1 to 3,
characterised in that
the hose (2) comprises a thin-walled but resistant material.
5. Device according to one of claims 1 to 4,
characterised in that
the hose (2) comprises a material reflective of radiant heat, or has a protective
coating for this purpose.
6. Device according to one of claims 1 to 5,
characterised in that
the explosive is located at a distance of approximately one-third of the hose diameter
away from the ground or from a retaining means upon which the hose (2) rests.
7. Device according to one of claims 1 to 6,
characterised in that
the hose (2) is disposed with the explosive on a longitudinally-extended carrier (6)
which is for example shell-shaped or angled in cross-section.
8. Use of the device according to one or more of claims 1 to 7 as a fire-protection device
for specific objects, for stationary installations or devices.
9. Use of the device according to one or more of claims 1 to 7 for dust-abatement during
blasting operations,
characterised in that
the hose is laid at least partly around the object to be blasted, is filled with water
and is detonated by ignition of the explosive when the dust front arises.
10. Use of the device according to one or more of claims 1 to 7 as a preventative fire-protection
device at or on an aircraft runway, or an aircraft parking area,
characterised in that
the hose (2) is laid out at least partly along the runway or around the parking area
to be protected, is filled with the extinguishing agent (10), and is detonated by
ignition of the explosive when a fire risk occurs.
11. Method of extinguishing forest or terrain fires with a device according to one or
more of claims 1 to 7,
characterised in that
the hose (2) is laid out in front of the flame front (8), is filled with the extinguishing
agent (10) and is detonated by ignition of the explosive.
1. Dispositif pour éteindre des incendies, comportant un récipient pour recevoir un agent
d'extinction (10), et un explosif retenu dans ou sur ce récipient, par amorçage duquel
l'agent d'extinction (10) est pulvérisé en brouillard et est amené dans l'incendie,
caractérisé en ce que le récipient est un tuyau flexible (2) refermable des deux extrémités.
2. Dispositif selon la revendication 1,
caractérisé en ce que l'explosif est réalisé sous la forme d'un cordon détonant flexible
(4), qui s'étend en direction longitudinale du tuyau (2).
3. Dispositif selon la revendication 1,
caractérisé en ce que l'explosif est réalisé sous la forme d'une charge explosive
discrète linéaire et en ce qu'il est agencé en répartition à des distances régulières.
4. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que le tuyau (2) est constitué en un matériau à paroi mince mais
résistant.
5. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que le tuyau (2) est constitué en un matériau qui reflète la chaleur
rayonnante, ou en ce qu'il présente un revêtement protecteur à cet effet.
6. Dispositif selon lune quelconque des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que l'explosif est agencé à une distance d'environ un tiers du diamètre
du tuyau, par rapport au fond ou à une monture sur laquelle repose le tuyau (2).
7. Dispositif selon lune quelconque des revendications 1 à 6,
caractérisé en ce que le tuyau (2) comportant l'explosif est agencé sur un support
(6) allongé présentant en section transversale par exemple la forme d'une coque ou
d'une équerre.
8. Utilisation du dispositif selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 7, en tant
que dispositif de protection anti-incendie d'objets pour des installations ou systèmes
stationnaires.
9. Utilisation du dispositif selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 7 pour retenir
la poussière lors de travaux explosifs,
caractérisé en ce que le tuyau est posé au moins partiellement autour de l'objet à
faire exploser, en ce qu'il est rempli d'eau et en ce qu'on le fait exploser lors
de l'apparition du front de poussière, par amorçage de l'explosif.
10. Utilisation du dispositif selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 7 en tant
que dispositif de protection anti-incendie préventif au niveau de ou sur une piste
d'atterrissage d'un aéroport ou sur un emplacement de stationnement d'avions,
caractérisé en ce que le tuyau (2) est posé au moins partiellement le long de la piste
d'atterrissage ou autour de l'emplacement de stationnement à protéger, en ce qu'il
est rempli de l'agent d'extinction (10), et en ce qu'on le fait exploser lors de l'apparition
d'un danger d'incendie, par amorçage de l'explosif.
11. Procédé pour éteindre des incendies de forêt ou de surface au moyen d'un dispositif
selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 7,
caractérisé en ce que le tuyau (2) est posé devant le front du feu (8), en ce qu'il
est rempli de l'agent d'extinction (10), et en ce qu'on le fait exploser par amorçage
de l'explosif.