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EP 0 761 523 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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21.05.2003 Patentblatt 2003/21 |
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Anmeldetag: 30.07.1996 |
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Verfahren zur Einbindung von Bahnübergängen in die automatische Steuerung und Sicherung
von Schienenfahrzeugen
Method for integrating level crossings in automatic rail vehicle control and protection
Méthode pour intégrer des passages à niveau dans la commande et protection automatique
de véhicules ferroviaires
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Benannte Vertragsstaaten: |
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CH DE DK ES IT LI PT |
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Priorität: |
10.08.1995 DE 19529374
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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12.03.1997 Patentblatt 1997/11 |
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Patentinhaber: ALCATEL |
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75008 Paris (FR) |
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Erfinder: |
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- Uebel, Helmut
71229 Leonberg (DE)
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Vertreter: Knecht, Ulrich Karl, Dipl.-Ing. et al |
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Alcatel
Intellectual Property Department, Stuttgart 70430 Stuttgart 70430 Stuttgart (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 433 768
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DE-A- 3 840 288
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1
[0002] Obwohl grundsätzlich die Beseitigung aller schienengleichen Bahnübergänge angestrebt
wird, werden, insbesondere an Strecken mit schwachem oder mittlerem Verkehrsaufkommen,
noch lange Zeit derartige Bahnübergänge in Betrieb sein.
[0003] Schienengleiche Bahnübergänge im Bahnhofsbereich werden heute in der Regel von einem
Stellwerk aus bedient, wobei Schranken und Lichtsignale über Drahtverbindungen angesteuert
und gesichert werden. Erst nach signaltechnisch sicher übertragener Rückmeldung des
Schrankenverschlusses und der Anschaltung der vorhandenen Lichtsignale können Hauptsignale,
die Zugfahrten über den Bahnübergang freigeben, auf Fahrt gestellt werden.
[0004] Bahnübergänge auf der freien Strecke werden häufig als Lokführer-überwachte Bahnübergänge
ausgeführt, wobei ein Schaltkontakt in einem Abstand, der abhängig von der Streckenhöchstgeschwindigkeit,
den schlechtesten Zugbremseigenschaften und der Schrankenschließzeit ist, das Schrankenschließen
auslöst. Ein Lokführersignal im Bremswegabstand vor dem Signal gibt dem Triebfahrzeugführer
dann die Erlaubnis zum Passieren, wenn der Bahnübergang verschlossen ist. Die Schaltkontakte
und Signale sind mit der Logikeinheit des Bahnüberganges über Kabel verbunden.
[0005] Zusätzliche Sicherungsmaßnahmen für Bahnübergänge an Schnellfahrstrecken sind z.B.
in einem Aufsatz von W.Köth und 0. Wolf mit dem Titel "Der Beitrag der Signaltechnik
zum Schnellverkehr" in "Eisenbahntechnische Rundschau", 1968, Heft 12, Seite 533,
insbesondere in Kapitel IV, auf Seite 538 beschrieben.
[0006] Sowohl die von Stellwerken aus gesteuerten Bahnübergänge als auch die Lokführer-überwachten
Bahnübergänge auf der freien Strecke sind aufwendig in ihrer Unterhaltung. Die Kabelverbindungen
entlang der Strecke und die erforderlichen, das Freifahren des Bahnüberganges meldenden
Gleisschaltmittel sind außerdem störungsanfällig.
[0007] Systeme zur automatischen Steuerung und Sicherung von Schienenfahrzeugen, die ständig
oder zeitweise mit streckenseitigen Einrichtungen Daten austauschen und ihre Geschwindigkeit
nach Bremskurven einstellen, die anhand von in einer streckenseitigen Einrichtungen
vorgegebenen Streckenliste enthaltenen Haltepunkten und Streckenhöchstgeschwindigkeiten
einerseits und Fahrzeugeigenschaften andererseits berechnet werden, werden als dem
Fachmann bekannt unterstellt. Hiervon geht die Erfindung aus.
[0008] EP 0 433 768 offenbart ein Verfahren, bei welchem eine Balise zur Ankündigung eines
Bahnübergangs in einem bestimmten Abstand vor diesem Bahnübergang vorgesehen wird.
Wenn ein sich dem Bahnübergang näherndes (Eisenbahn-) Fahrzeug diese Balise überfährt,
wird eine (kurzzeitige) Kommunikationsverbindung zwischen dieser Balise und einem
Empfänger im Fahrzeug aufgebaut und dem Fahrzeug darüber eine Identifikationsnummer
und der aktuelle Abstand von dieser Balise zum Bahnübergang mitgeteilt. Das Fahrzeug
meldet seine aktuelle Geschwindigkeit und die aktuelle Distanz zu einer Bahnübergangslogik
des Bahnübergangs zurück . Unter der Annahme einer maximalen Beschleunigung auf eine
maximale erlaubten Höchstgeschwindigkeit berechnet die Bahnübergangslogik eine maximale
Zeit bis zum Sichern oder Schließen des Bahnübergangs, d.h. den notwendigen Schließzeitpunkt
und sendet ein Acknowledgement-Signal an das Fahrzeug zurück. Da der tatsächliche
notwendige Schließzeitpunkt dabei bedeutend später als der errechnete notwendige Schließzeitpunkt
sein kann, können wiederholte Meldungen des Fahrzeugs über den jeweils aktuellen Ort
und der jeweils aktuellen Geschwindigkeit angefordert werden, um der Bahnüberganglogik
eine iterativen Berechnung optimalerer, d.h. spätere Schließzeitpunkte zu ermöglichen.
Der Nachteil besteht dabei, dass keine Einbindung des Bahnübergangs als Streckenelement
in ein oben genanntes automatisches Steuerung und Sicherungssystem erfolgt. Dadurch
können Synergieeffekte einerseits nicht genutzt werden und andererseits aufgrund fehlender
Kenntnis von einer im Fahrzeug vorliegenden individuell berechneten Bremskurve kein
optimales Ergebnis, d.h. minimale Schließzeiten des Bahnübergangs erreicht werden.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Steuerung von Bahnübergängen in oben
genannte Systeme zur automatischen Steuerung und Sicherung von Schienenfahrzeugen
zu integrieren. Dabei soll die Integration dergestalt erfolgen, daß möglichst kurze,
an die aktuelle Fahrzeugdynamik angepasste Bahnübergangssperrzeiten ermöglicht werden.
[0010] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0011] Dabei ist die Verwendung von Funk zur Fernsteuerung von Bahnübergangseinrichtungen
vom Fahrzeug aus für sich bekannt (siehe z.B. DE 43 31 431 C1, Fig. 2 und Beschreibung
Spalte 4, letzter Absatz bis Spalte 5, Zeile 21). Dort bestimmen jedoch ortsfeste
Streckeneinrichtungen den Zeitpunkt der Ausgabe einer Sicherungsanforderung für den
vorausliegenden Bahnübergang. Eine Berücksichtigung der individuellen Fahrzeuggeschwindigkeit
bei der Bahnübergangssicherung ist damit dort nicht möglich, es muß vielmehr immer
von der maximal möglichen Geschwindigkeit des schnellsten Fahrzeuges ausgegangen werden,
was bei langsam sich nähernden Fahrzeugen unnötig lange Bahnübergangssperrzeiten bedingt.
Bei dem Verfahren nach der Erfindung wird die Schließanforderung dagegen abhängig
von einer aus den Bremseigenschaften des Fahrzeuges und dem Streckenort des Bahnüberganges
berechneten Bremskurve im
Weg- Geschwindigkeits-Diagramm (Fahrprofil) ausgelöst, erfolgt somit, abhängig von
der aktuellen Fahrzeuggeschwindigkeit, an einem Streckenpunkt, von dem aus, sollte
der Bahnübergang auf die Schließaufforderung nicht reagieren, das Fahrzeug gerade
noch durch eine Betriebsbremsung vor dem Bahnübergang zum Stillstand gebracht werden
kann.
[0012] Ausgestaltungen des Verfahrens nach der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0013] So stellt die in Patentanspruch 2 angegebene Bemessung sicher, daß noch keine Bremsung
des Fahrzeuges erfolgt, wenn der Bahnübergang auf die Schließanforderung vorschriftsmäßig
reagiert.
[0014] Anspruch 3 betrifft weitere Versuche, einen zunächst nicht reagierenden Bahnübergang
nach bereits eingeleiteter Bremsung noch zu schließen, und den Abbruch der Bremsung,
wenn derartige Versuche erfolgreich sind.
[0015] Eine in Anspruch 4 wiedergegebene Ausgestaltung betrifft die Verarbeitung von Schließanforderungen
im Hinblick auf Bahnübergänge an mehrgleisigen Strecken, die gleichzeitig Schließanforderungen
von mehreren Fahrzeugen bekommen können.
[0016] Gegenstand der Ansprüche 5 und 6 ist die Wiederöffnung eines Bahnüberganges nach
Durchfahrt eines Fahrzeuges.
[0017] Anspruch 7 und Anspruch 8 betreffen Maßnahmen zur Weiterführung des Fahrbetriebes
im Störungsfall.
[0018] Anhand von zwei Figuren soll nun ein Ausführungsbeispiel für das Verfahren nach der
Erfindung eingehend beschrieben werden.
- Fig. 1
- zeigt schematisch eine Eisenbahnstrecke mit einem Bahnübergang und verschiedene zur
Zugsteuerung notwendige Einrichtungen
- Fig 2.
- zeigt Fahrprofile (Weg-Geschwindigkeits-Diagramme) für zwei Züge im Bereich eines
Bahnüberganges.
[0019] In Fig. 1 ist schematisch eine zweigleisige Eisenbahnstrecke STR wiedergegeben mit
einem schienengleichen Bahnübergang BÜ, der mit Schranken SCH und Lichtsignalen LS
ausgestattet ist und über Funk von auf der Strecke verkehrenden Zügen Z1, Z2 aus geschlossen
und geöffnet werden kann. Die Funkverbindung besteht dabei entweder direkt oder über
ein Stellwerk STW als Relaisstelle zu einer Bahnübergangslogik BÜL, einer intelligenten
Steuereinrichtung in der Nähe des Bahnüberganges, die mit einer
Sende- Empfangseinrichtung für Datenfunk ausgestattet ist und die lokalen Aktoren
und Sensoren des Bahnüberganges ansteuert und überwacht. Über die Sende- Empfangseinrichtung
empfängt die Bahnübergangslogik Schließanforderungen und
Wiederöffnungs-Erlaubnisse von den Fahrzeugen oder dem Stellwerk STW und gibt nach
Schließen des Bahnüberganges Vollzugsmeldungen an die jeweiligen Fahrzeuge bzw. das
Stellwerk aus.
[0020] Die zur Berechnung ihrer Fahrkurven notwendigen Streckeninformationen - zu denen
z.B. auch der Ort eines Bahnüberganges gehört - bekommen die Fahrzeuge über kontinuierlich
wirkende Übertragungseinrichtungen z.B. Linienleiter LL oder Funk oder über punktförmig
wirkende Übertragungseinrichtungen PD vom Stellwerk mitgeteilt.
[0021] Fig. 2 zeigt im Weg (s)-Geschwindigkeits (v)-Diagramm zwei Fahrkurven mit den Anfangsgeschwindigkeiten
V1 und V2, die zwei Zügen Z1 und Z2 zugeordnet sein mögen. Im
Weg-Geschwindigkeits-Diagramm sind für alle Haltepunkte und Langsamfahrstellen Bremskurven
BR1, BR2 enthalten, die jedes Fahrzeug nach dem Ort des Haltepunktes und den eigenen
Bremseigenschaften berechnet. Die in der Figur 2 enthaltenen Züge Z1, Z2 mögen hier
gleiche Bremseigenschaften haben, so daß für sie dieselben Bremskurven vor den Haltepunkten
Bahnübergang BÜ und Bahnhof BF gelten mögen.
[0022] Zug Z1 fährt mit hoher Geschwindigkeit V1 auf den Bahnübergang BÜ zu. Aus der Streckeninformation,
die der Zug über Linienleiter, über Funk oder über eine punktförmige Übertragungseinrichtung
aufgenommen hat, kennt das Fahrzeuggerät des Zuges die Zeitspanne, die der Bahnübergang
vom Empfang einer Schließanforderung an bis zur Abgabe einer Meldung über den erfolgten
Verschluß benötigt. Je nach seiner gefahrenen Geschwindigkeit berechnet der Zug die
innerhalb dieser Zeit zurückgelegte Strecke und gibt zu einer Zeit t1, zu der er sich
noch etwas weiter als diese Strecke vor dem Ort befindet, an dem er die Bremskurve
BR1 erreicht, über Datenfunk eine Schließanforderung an den Bahnübergang ab. Reagiert
der Bahnübergang vorschriftsmäßig, so gibt er, nachdem der Verschluß erfolgt ist,
d. h., je nach Art des Bahnüberganges, die Lichtsignale Rot zeigen und/oder die Schranken
geschlossen und verriegelt sind, zu einer Zeit t2 eine Vollzugsmeldung an den Zug
zurück. Das Fahrzeuggerät hebt daraufhin den dem Bahnübergang zugeordneten Haltepunkt
in seiner Streckenliste auf.
[0023] Damit verschwindet die Bremskurve BR1 und der Zug fährt mit gleichbleibender Geschwindigkeit
V1 bis zur nächsten Bremskurve BR2, die z.B. dem Bahnhof BF zugeordnet ist, weiter.
Reagiert der Bahnübergang nicht wie vorgeschrieben, wird zum Zeitpunkt t2 keine Vollzugsmeldung
empfangen. Der Zug erreicht die Bremskurve BR1 und leitet eine Betriebsbremsung ein.
Dabei bremst der Zug entlang der Bremskurve BR1 bis auf eine niedrige Durchfahrtgeschwindigkeit
Vd ab, mit der er dann den Bahnübergang unter Fahrt auf Sicht passiert. Während des
Bremsvorganges kann jedoch die Schließanforderung wiederholt werden. Reagiert der
Bahnübergang dann doch noch auf die Schließanforderung, so kann nach Empfang der Vollzugsmeldung
der Bremsvorgang abgebrochen und der Zug wieder beschleunigt werden.
[0024] Der mit niedrigerer Geschwindigkeit V2 fahrende Zug Z2 sendet seine Schließanforderung
zum Zeitpunkt t3, an den Bahnübergang BÜ ab. Er ist zu dieser Zeit aber bereits viel
dichter an den Bahnübergang herangefahren. Aufgrund der niedrigen Geschwindigkeit
kann er dennoch sicher entlang der Bremskurve BR1 auf die Durchfahrtgeschwindigkeit
Vd abgebremst werden, wenn vom Bahnübergang nicht zum Zeitpunkt t4 die Meldung über
den Vollzug des Verschlusses eingeht. Geht eine solche Meldung rechtzeitig ein wird,
wie im Falle des Zuges Z1, der dem Bahnübergang BÜ zugeordnete Haltepunkt aufgehoben
und der Zug Z2 fährt mit der Geschwindigkeit V2 weiter. Nach Passieren des Bahnüberganges
geben alle Züge eine Wiederöffnungs-Erlaubnis an den betreffenden Bahnübergang ab.
Dies geschieht zu einem Zeitpunkt t5 an einer Stelle, an der der Zugschluß den Bahnübergang
verlassen hat. Ein am Ort des Bahnüberganges geschaffener Gleisabschnitt, der z.B.
durch einen Gleisstromkreis oder mittels Achszählpunkten realisiert ist, kann zur
Prüfung des Freiseins des Bahnüberganges zusätzlich herangezogen werden, das heißt,
die Wiederöffnungs-Erlaubnis wird von der Bahnübergangslogik erst umgesetzt, wenn
der den Bahnübergang enthaltende Gleisabschnitt freigemeldet ist.
[0025] Wird z. B. im Störungsfalle keine Wiederöffnungs-Erlaubnis empfangen, so kann nach
Ablauf einer Wartezeit eine Wiederöffnung vorgenommen werden, wenn der am Ort des
Bahnüberganges geschaffene Gleisabschnitt während der Zeit, in der der Bahnübergang
geschlosen war, besetzt und wieder freigefahren wurde.
[0026] Bei Bahnübergängen an mehrgleisigen Strecken ist vor Wiederöffnung außerdem zu prüfen,
ob nicht von einem sich auf einem anderen Gleis nähernden Zug eine Schließanforderung
vorliegt. In diesem Falle bleibt der Bahnübergang geschlossen bis auch von diesem
Zug eine Wiederöffnungs-Erlaubnis empfangen wurde und/oder ein in dem anderen Gleis
gebildeter Gleisabschnitt besetzt und wieder freigefahren wurde.
1. Verfahren zur Einbindung von Bahnübergängen in eine automatische Steuerung und Sicherung
von Schienenfahrzeugen, die ständig oder zeitweise mit streckenseitigen Einrichtungen
Daten austauschen und ihre Geschwindigkeiten nach Bremskurven einstellen, die anhand
von in einer Streckenliste enthaltenen Haltepunkten und Streckenhöchstgeschwindigkeiten
einerseits, welche von einer streckenseitigen Einrichtungen an die Schienenfahrzeuge
übermittelt wird, und Fahrzeugeigenschaften andererseits, fahrzeugseitig berechnet
werden, wobei eine Datenfunkverbindung zwischen den Fahrzeugen (Z1, Z2) und jeweils
einer Bahnübergangseinrichtung (SCH, LS) steuernden, mit einer Funksende- und Empfangseinrichtung
ausgestatteten Bahnübergangslogik (BÜL) besteht,
dadurch gekennzeichnet, daß
• die Bahnübergänge (BÜ), durch eine Kennung individuell gekennzeichnet, als aufhebbare
Haltepunkte in die Streckenliste aufgenommen werden,
• daß ein Fahrzeug (Z1, Z2) eine Schließanforderung an einen in Fahrtrichtung vorausliegenden
Bahnübergang zu einem Zeitpunkt (t1, t3) sendet, wobei dieser Zeitpunkt (t1, t3) in
Abhängigkeit des Ortes des Bahnübergangs, einer vorgegebenen Zeitspanne vom Empfang
einer Schließanforderung bis zur Abgabe einer Meldung über den erfolgen Verschluss
und der zu diesem Bahnübergang fahrzeugseitig berechneten Bremskurve (BR1) im Weg-
und Geschwindigkeitsdiagramm fahrzeugseitig so ermittelt wird, dass der Zug bei ausbleibender
Meldung noch durch eine Betriebsbremsung vor dem Bahnübergang (BÜ) zum Stillstand
gebracht werden kann und
• daß der dem Bahnübergang zugeordnete Haltepunkt in der Streckenliste aufgehoben
wird, wenn der Verschluss des Bahnübergangs vollzogen ist und eine diesbezügliche
Meldung zusammen mit der Kennung des jeweiligen Bahnüberganges vom Fahrzeug empfangen
wurde.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand zur Bremskurve (BR1), bei dessen Erreichen vom Fahrzeug eine Schließanforderung
abgesetzt wird, abhängig von der Fahrzeuggeschwindigkeit vorgegeben wird, derart,
daß die vom Fahrzeug zum Durchfahren dieses Abstandes benötigte Zeit mindestens der
Summe aus der Schrankenschließzeit und den zur Absetzung der Schließaufforderung und
der Vollzugsmeldung benötigten Datenübertragungszeiten entspricht.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Falle, daß eine Schließanforderung eines Fahrzeuges von dem vorausliegendem Bahnübergang
nicht durch eine Vollzugsmeldung beantwortet wird, nach Einleitung einer Betriebsbremsung
weitere Schließanforderungen an den Bahnübergang abgesetzt werden und der dem Bahnübergang
zugeordnete Haltepunkt aufgehoben und damit die Betriebsbremsung abgebrochen wird,
sobald eine den Verschluß des Bahnüberganges anzeigende Meldung von dem Fahrzeug empfangen
wurde.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine von einem Fahrzeug abgesetzte Schließanforderung von der Bahnübergangslogik
des adressierten Bahnüberganges zusammen mit einer Kennung des anfordernden Fahrzeuges
so lange gespeichert und ein aufgrund der Schließanforderung ausgeführter Verschluß
mindestens so lange beibehalten wird, bis eine Wiederöffnungs-Erlaubnis von dem Fahrzeug
eingeht, das den Verschluß angefordert hat.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine Aufhebung des Verschlusses des Bahnüberganges erfolgt, wenn nach Durchgang des
Fahrzeugendes des Fahrzeuges, das den Verschluß angefordert hat, am Ort des Bahnüberganges,
von diesem Fahrzeug eine die Fahrzeugkennung und die Bahnübergangskennung enthaltende
Wiederöffnungs-Erlaubnis ausgegeben und von der Bahnübergangslogik empfangen wurde
und keine Schließanforderung eines anderen Fahrzeuges vorliegt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Wiederöffnung des Bahnüberganges zusätzlich davon abhängig gemacht wird, ob
ein im Bereich des Bahnüberganges geschaffener Gleisabschnitt freigefahren ist.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß bei Ausbleiben einer Wiederöffnungs-Erlaubnis eine Wiederöffnung des Bahnüberganges
erfolgt, wenn ein im Bereich des Bahnüberganges geschaffener Gleisabschnitt nach zwischenzeitlicher
Besetzung freigefahren ist und keine Schließanforderung eines anderen Fahrzeuges vorliegt.
8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei ausbleibender Meldung des Vollzuges des Verschlusses eines Bahnüberganges, dessen
Schließung angefordert wurde, die Bremsung des Fahrzeuges unterhalb einer für den
Störfall vorgegebenen, niedrigen Durchfahrtgeschwindigkeit vom Fahrzeugführer abgebrochen
und der Bahnübergang mit Fahrt auf Sicht passiert werden darf.
1. Method for integrating level crossings into automatic control and protection of rail
vehicles, which exchange data constantly or at times with line-side devices and adjust
their speeds according to braking curves, which are calculated in the vehicle on the
one hand with reference to stopping points and maximum line speeds contained in a
line list, which is conveyed by a line-side device to the rail vehicles, and with
reference to vehicle attributes on the other hand, a radio data transmission connection
existing between the vehicles (Z1, Z2) and a level crossing logic (BÜL) respectively
that controls a level crossing device (SCH, LS) and is equipped with a radio transmitting
and receiving device,
characterized in that
• the level crossings (BÜ), identified individually by a characteristic, are included
in the line list as cancellable stopping points,
• a vehicle (Z1, Z2) transmits a closure request to a level crossing lying ahead in
the direction of travel at a time (t1, t3), this time (t1, t3) being determined, depending
on the location of the level crossing, a preset time span from the receipt of a closure
request to the delivery of a message on the completed closure and the braking curve
(BR1) to this level crossing calculated in the vehicle, in the path and speed diagram
in the vehicle such that the train can still be brought to a halt ahead of the level
crossing (BÜ) by service braking in the event that no message is forthcoming and
• the stopping point assigned to the level crossing in the line list is cancelled
if the closure of the level crossing has been completed and a message regarding this
has been received by the vehicle together with the characteristic of the respective
level crossing.
2. Method according to claim 1, characterized in that the distance to the braking curve (BR1) at which when reached a closure request is
transmitted by the vehicle is specified depending on the vehicle speed such that the
time required by the vehicle to travel this distance is equal to at least the sum
of the barrier closing time and the data transmission times required to transmit the
closure request and the completion message.
3. Method according to claim 1 or claim 2, characterized in that, in the event that a closure request of a vehicle is not answered by the level crossing
ahead by a completion message, once service braking has been initiated further closure
requests are transmitted to the level crossing and the stopping point assigned to
the level crossing is cancelled and thus service braking is interrupted as soon as
a message indicating closure of the level crossing has been received by the vehicle.
4. Method according to claim 1 to 3, characterized in that a closure request transmitted by a vehicle is stored by the level crossing logic
of the level crossing addressed, together with a characteristic of the requesting
vehicle, and a closure executed on account of the closure request is at least maintained,
until permission to reopen arrives from the vehicle that requested the closure.
5. Method according to one of claims 1 to 4, characterized in that closure of the level crossing is reversed if, following passage of the vehicle end
of the vehicle that requested the closure at the location of the level crossing, permission
to reopen containing the vehicle characteristic and the level crossing characteristic
is issued by this vehicle and received by the level crossing logic and no closure
request of another vehicle is present.
6. Method according to claim 5, characterized in that reopening of the level crossing is also made dependent on whether a track section
created in the area of the level crossing is emptied of vehicles.
7. Method according to claim 5, characterized in that in the event of permission to reopen failing to materialize, reopening of the level
crossing takes place if a track section created in the area of the level crossing
is emptied of vehicles after an interim occupation and no closure request of another
vehicle is present.
8. Method according to one of the above claims, characterized in that if a message fails to materialize regarding completion of the closure of a level
crossing, the closure of which level crossing was requested, braking of the vehicle
below a low passage speed predetermined for the abnormal occurrence is interrupted
by the vehicle driver and the level crossing may be passed running under caution.
1. Procédé pour intégrer des passages à niveau dans une commande et une sécurisation
automatiques de véhicules sur rails qui échangent continuellement ou par intermittence
des données avec des installations sur la voie et règlent leurs vitesses selon des
courbes de freinage qui sont d'une part calculées à l'aide de points d'arrêt et vitesses
maximales contenus dans une liste du parcours qui est transmise par une installation
sur la voie aux véhicules sur rails, et d'autre part par les propriétés du véhicule
du coté du véhicule, une liaison radio d'échanges de données existant entre le véhicule
(Z1, Z2) et les logiques du passage à niveau commandant respectivement une installation
de passage à niveau pourvues d'une installation d'émission et de réception radio,
caractérisé en ce que
- les passages à niveau (BÜ) indiqués individuellement par une identification sont
enregistrés dans la liste du parcours en tant que points d'arrêt neutralisables,
- un véhicule (Z1, Z2) envoie à un moment donné (+1, +3) une commande de fermeture
à un passage à niveau situé devant lui dans la direction de course, ce moment donné
(+1, +3) étant déterminé dans le diagramme de vitesse et de chemin du véhicule en
fonction de l'endroit du passage à niveau, d'un laps de temps donné entre la réception
de la commande de fermeture et l'émission d'une notification de fermeture effective
et de la courbe de freinage (BR1) jusqu'au passage à niveau du coté du véhicule, de
telle façon que le train puisse encore être arrêté par un freinage de service avant
le passage niveau (BÜ) en cas d'absence de notification, et
- le point d'arrêt de la liste du parcours associé au passage à niveau puisse être
neutralisé si la fermeture du passage à niveau est effectuée et la notification de
celle-ci avec l'identification du passage à niveau respectif ont été reçues par le
véhicule.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la distance à la courbe de freinage (BR1), la commande de fermeture étant déposée
lorsque le véhicule l'atteint, est déterminée en fonction de la vitesse du véhicule,
de façon à ce que le temps requis pour parcourir cette distance corresponde à la somme
du temps de fermeture des barrières et des temps de transmission des données du dépôt
de la commande de fermeture et de la notification d'exécution.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'au cas où une commande de fermeture d'un véhicule ne serait pas suivie d'une notification
d'exécution de la part du passage à niveau devant lui, après l'amorce du freinage
de service, d'autres commandes de fermeture sont déposées au passage à niveau et que
le point d'arrêt associé au passage à niveau est neutralisé et ainsi, le freinage
de service est interrompu dès que le véhicule reçoit une notification indiquant la
fermeture du passage à niveau.
4. Procédé selon la revendication 1 à 3, caractérisé en ce qu'une commande de fermeture déposée par un véhicule est sauvegardée par la logique du
passage à niveau du passage à niveau adressé avec une identification du véhicule commandant,
et qu'une fermeture effectuée en raison de cette commande de fermeture est maintenue
jusqu'à ce qu'une autorisation de réouverture soit reçue du véhicule qui avait commandé
la fermeture.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'une neutralisation de la fermeture du passage à niveau s'effectue lorsque, après le
passage de la queue du véhicule du véhicule ayant commandé la fermeture, à l'endroit
du passage à niveau, une autorisation de réouverture contenant l'identification du
véhicule et du passage à niveau a été émise par ce véhicule et reçue par la logique
du passage à niveau et qu'il n'y a pas de commande de fermeture de la part d'un autre
véhicule.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce qu'une réouverture du passage à niveau est également subordonnée au fait qu'un segment
de voie créé au voisinage du passage à niveau soit libéré.
7. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce qu'en absence d'autorisation de réouverture, une réouverture du passage à niveau s'effectue
si un segment de voie créé au voisinage du passage à niveau est libéré après une occupation
dans l'intervalle et qu'il n'y a pas de commande de fermeture de la part d'un autre
véhicule.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications, caractérisé en ce qu'en absence de notification d'exécution de la fermeture d'un passage à niveau dont
la fermeture avait été commandée, le freinage du véhicule peut être interrompu par
le conducteur du véhicule à une vitesse basse, prescrite pour cet incident, et que
le passage à niveau peut être passé à vue.
