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(11) |
EP 0 763 391 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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26.07.2000 Patentblatt 2000/30 |
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Anmeldetag: 14.08.1996 |
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Verfahren zur Kompensation von aus Horizontalbewegungen der Walzen resultierenden
Kräften an Walzgerüsten
Method of compensating forces resulting from horizontal movements of the rolls in
a rolling stand
Procédé de compensation de forces résultant de mouvements horizontaux des rouleaux
dans une cage de laminoir
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE DE ES FI FR GB IT NL SE |
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Priorität: |
18.08.1995 DE 19530424
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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19.03.1997 Patentblatt 1997/12 |
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Patentinhaber: SMS Demag AG |
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40237 Düsseldorf (DE) |
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Erfinder: |
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- Rohde, Wolfgang, Prof. Dr.
41542 Dormagen (DE)
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Vertreter: Valentin, Ekkehard, Dipl.-Ing. et al |
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Patentanwälte Hemmerich, Valentin, Gihske, Grosse,
Hammerstrasse 2 57072 Siegen 57072 Siegen (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
GB-A- 2 041 269 US-A- 4 898 014
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US-A- 4 485 649
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- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 011, no. 360 (M-645), 25.November 1987 & JP-A-62 137116
(TOSHIBA CORP), 20.Juni 1987,
- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 018, no. 558 (C-1264), 25.Oktober 1994 & JP-A-06 199510
(NEC CORP), 19.Juli 1994,
- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 95, no. 006 & JP-A-07 144210 (ISHIKAWAJIMA HARIMA HEAVY
IND CO LTD), 6.Juni 1995,
- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 011, no. 006 (M-551), 8.Januar 1987 & JP-A-61 182816
(ISHIKAWAJIMA HARIMA HEAVY IND CO LTD), 15.August 1986,
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Kompensation von Kräften bzw. Kraftanteilen,
resultierend aus Horizontalbewegungen der Walzen in Walzgerüsten für das Warm- und
Kaltwalzen von Flachprodukten, ausgerüstet mit Arbeitswalzen und mit einer oder mehreren
Stützwalzen, mit hydraulischen Anstellungen und mit Kraftmesseinrichtungen auf der
gegenüberliegenden Seite des Walzspaltes und mit hydraulischen Einrichtungen zur Horizontalverschiebung
der Arbeitswalzen.
[0002] Bei der Walzung von Flachprodukten in Warm- und Kaltwalzanlagen besteht das Problem,
daß alle beteiligten Walzen während des Walzprozesses in unterschiedlicher Richtung
axial im Gerüst verlaufen und durch Andrücken an die jeweils vorhandenen Verriegelungen
Axialkräfte erzeugen. Aus diesen Axialkräften entstehen mit der zugeordneten Reaktionskraft
im Abstand von Walzmitte bis zur Berührung mit der Nachbarwalze freie Kräftepaare.
Jedes dieser Kräftepaare bewirkt Reaktionskräfte in den Walzenlagern und damit in
den beiden Ständerräumen des Gerüstes.
[0003] Es ist bereits Stand der Technik, im Gerüst entstehende vertikale Kräfte, beispielsweise
Kräfte aus den Eigengewichten, der Walzenbalancierung und der Walzenbiegung rechnerisch
oder meßtechnisch zu erfassen und bei der Messung der Kräfte in den beiden Walzenständern
zu berücksichtigen. Solche Kompensationen werden jedoch für die Reaktionskräfte aus
den beschriebenen Axialkräften der Walzen nicht durchgeführt.
[0004] In dem vorveröffentlichten Dokument GB 20 41 269 A wird ein Sechs-Walzengerüst beschrieben,
bei welchem die Zwischenwalzen gegensinnig verschoben werden. Aus der Walzenverschiebung
resultieren Kräfte und Momente, die auf das Walzgerüst einwirken und ausgeregelt werden
müssen. Hierzu ist ein Regelkreis vorgesehen, bei welchem die Walzkräfte der unteren
Stützwalze auf beiden Seiten gemessen werden und ein Mittelwert gebildet wird. Ferner
werden die hydraulischen Kräfte der Verstellzylinder gemessen und gemittelt. Die gemittelten
Kräfte werden gegebenenfalls unter Einbeziehung eines Sollwertes einem Regler zugeführt,
der als Stellgröße die motorisch betätigte Anstellung der oberen Stützwalzen beeinflußt.
Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Anstellung der Stützwalzen elektromechanisch
oder hydraulisch erfolgt. Eine Kompensation von linienflüchtigen und vagabundierenden
Axialkräfte an den Walzen und deren Reaktionskräfte ist mit diesem vorbekannten Regelverfahren
nicht beabsichtigt und nicht möglich.
[0005] Figur 1 der vorliegenden Anmeldungsunterlagen beschreibt das Grundproblem von linienflüchtigen
und vagabundierenden Axialkräfte beispielhaft an der oberen Stützwalze 1 eines Quarto-Gerüstes.
Die horizontal wirkenden Kräfte T sind linienflüchtige Vektoren, das heißt, sie können
längs ihrer Wirkungslinie verschoben werden. Demzufolge ist es belanglos, auf welcher
Seite des Gerüstes die Walze verriegelt ist. Grundsätzlich entstehen solche Kräftepaare
immer durch die Axialkraft im Kontaktbereich zur Nachbarwalze. Die einzelnen Kräfte
überlagern sich und äußern sich in unterschiedlichen Axialkräften an allen beteiligten
Walzen mit entsprechend schwer zu übersehenden Reaktionskräften in den Walzenständern.
[0006] Insbesondere bei Reversiergerüsten zeigen die Reaktionskräfte in den Walzenständern
außerordentlich nachteilige Wirkungen. Bei Umkehrung der Drehrichtung ändert sich
auch die Schraubrichtung aller beteiligten Walzen. Die Walzen laufen zur jeweils gegenüberliegenden
Seite, was eine Umkehr der Axialkräfte zur Folge hat. Die Reaktionskräfte in den Walzenständern
ändern sich entsprechend, mit dem Ergebnis, daß die in den Ständern angeordneten Kraftmeßeinrichtungen
Veränderungen melden, die mit dem eigentlichen Walzprozeß nicht in Verbindung stehen.
Die Folge sind fehlerhafte Reaktionen aller Regelkreise, die von den in den Walzenständern
gemessenen Kräften abhängen, wie die Planheitsregelung, die automatische Kalibrierung
zur parallelen Einstellung des Walzspaltes, die Roll Alignment Control zur Kompensation
der Wirkungen einer außermittigen Lage des Walzproduktes und weitere Regelkreise,
je nach Art des Walzgerüstes und des Walzproduktes.
[0007] Es besteht die demzufolge die Aufgabe, die Reaktionskräfte in den Walzenständern
ohne Einrichtung zusätzlicher Meßstellen im Walzgerüst mit ausreichender Sicherheit
zu bestimmen.
[0008] Die Lösung der Aufgabe gelingt bei einem Verfahren zur Kompensation von Kräften bzw.
Kraftanteilen, resultierend aus Horizontalbewegungen der Walzen in Walzgerüsten gemäß
der eingangs genannten Gattung mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
[0009] Die Erfindung eröffnet die Möglichkeit, alle in einem Walzgerüst auftretenden, vagabundierenden
Kräfte aus Horizontalbewegungen der Walzen kontinuierlich zu bestimmen und die hieraus
resultierenden Kraftanteile in den gemessenen Walzkräften zu kompensieren. Weitere
Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 7.
[0010] Die Erfindung wird anhand der Fig. 2 bis Fig. 5 näher beschrieben.
[0011] Moderne Walzgerüste für kalt- und warmgewalzte Flachprodukte werden heute nahezu
ausschließlich mit hydraulischen Anstellungen 2 als Stellglied für die Dickenregelung
ausgerüstet. Die Anstellzylinder der hydraulischen Anstellung befinden sich oberhalb
der oberen Stützwalzeneinbaustücke 3 oder unterhalb der unteren Stützwalzeneinbaustücke
4. In einer bevorzugten Ausführungsform befinden sich zusätzlich auf der vom Walzspalt
her gesehen gegenüberliegenden Seite des Gerüstes in den beiden Walzenständern Kraftmeßeinrichtungen
5, mit denen die im Walzprozeß auftretenden Kräfte in den beiden Walzenständern kontinuierlich
gemessen werden.
[0012] Die beiden Hydraulikzylinder der hydraulischen Anstellung liefern über den Hydraulikdruck
in bevorzugter Weise zusätzliche Meßwerte für die Kräfte in den beiden Walzenständern,
so daß insgesamt ohne zusätzlichen Aufwand Meßwerte für die Kräfte in den beiden Walzenständern
oberhalb der oberen Stützwalzeneinbaustücke und unterhalb der unteren Stützwalzeneinbaustücke
zur Verfügung stehen.
[0013] Ein weiteres Merkmal moderner Walzgerüste für das Warm- und Kaltwalzen von Flachprodukten
sind verschiebbare Arbeitswalzen 6, z.B. für die Beeinflussung des Walzspaltprofils
oder zur Vergleichmäßigung des Walzenverschleißes. In einer bevorzugten Ausführungsform
erfolgt das Verschieben der Arbeitswalzen 6 mit Hilfe von Hydraulikzylindern 7. Unabhängig
davon, ob während einer Betriebsphase die beiden Arbeitswalzen verschoben werden oder
sich in einer bestimmten Position befinden, entstehen in den Hydraulikzylindern 7
Drücke in Abhängigkeit von den von den Arbeitswalzen 6 ausgehenden Axialkräften. Die
Axialkräfte der Arbeitswalzen können demzufolge in bevorzugter Weise ohne zusätzlichen
Aufwand durch Druckmessung in den Verschiebezylindern bestimmt werden. Hiermit stehen
insgesamt sechs Meßwerte für vertikale und horizontale Kräfte im Walzgerüst zur Verfügung.
[0014] Figur 2 zeigt eine Analyse der Kräfte in einem Walzgerüst. Aufgenommen wurden lediglich
die Kräfte F aus dem Walzprozeß und die Axialkräfte T der Walzen. Auf die Darstellung
von Balancierkräften, Biegekräften und Gewichtskräften wurde verzichtet, da die Kompensation
dieser Kräfte bekannt ist.
[0016] Aus diesen sechs Gleichungen lassen sich mit mathematischen Umformungen die Gleichungen
für die von den Stützwalzen ausgehenden Kräfte T
1 und T
4 sowie die im Walzspalt auftretende Tangentialkraft T
w bestimmen. Damit sind alle im Gerüst auftretenden horizontal wirkenden Kräfte bekannt.
[0017] Figur 3 zeigt die Zusammenstellung des Gleichungssatzes.
[0018] Von besonderem Interesse ist die Ableitung einer Mittenabweichung X für die Lage
der resultierenden Walzkraft im Walzspalt (vgl. Fig. 2). Diese Größe läßt sich ebenfalls
aus den sechs Meßwerten im Walzbetrieb kontinuierlich ableiten. Die Gleichung für
die Mittenabweichung X ist in Fig. 3 angegeben. Die Größe X kann herangezogen werden
für die automatische Kalibrierung, d.h. für das automatische Parallelstellen der beiden
Arbeitswalzen, indem nach einem Walzenwechsel das Gerüst ohne Walzgut mit drehenden
Walzen vorgespannt und die aus den sechs Meßwerten errechnete Außermittigkeit X errechnet
wird. Durch Schwenken mit der hydraulischen Anstellung wird der Wert X auf Null geregelt
mit dem Ergebnis einer einwandfreien Parallellage von oberer und unterer Walze.
[0019] Eine weitere Verwendung der Mittenabweichung X ist die Überwachung des Walzprozesses,
insbesondere bei Reversiergerüsten, bei denen ein Verlaufen des Bandes bzw. des Bleches
aus der Gerüstmitte eintreten kann. Die Mittenabweichung X kann zur Meldung solcher
Ereignisse und zu einer entsprechenden Korrektur herangezogen werden.
[0020] Selbstverständlich kann die automatische Kalibrierung und Überwachung des Walzprozesses
auch dadurch erfolgen, daß anstelle der Einführung einer Mittenabweichung eine Korrektur
(Kompensation) der gemessenen Kräfte F
1 bis F
4 mit Hilfe der errechenbaren Reaktionskräfte aus den Axialkräften erfolgt. Die hierzu
erforderlichen Gleichungen für die Summe der Reaktionskräfte aus allen beteiligten
Walzen sind mit R
1 bis R
4 in Figur 4 angegeben. Nach einer solchen Kompensation können die Meßwerte F
1 bis F
4 in an sich bekannter Weise durch Differenzbildung F
1 minus F
2 bzw. F
3 minus F
4 für die Walzenkalibrierung und für die Überwachung des Walzprozesses herangezogen
werden.
[0021] In den Gleichungen zur Bestimmung der Walzen-Axialkräfte und der Außermittigkeit
zeigt sich als besonders vorteilhaft, daß die Meßwerte für die Axialkräfte im oberen
bzw. unteren Gerüstbereich immer als Differenzwerte in die Auswertung eingehen. Dies
hat zur Folge, daß die in den Meßwerten enthaltenen Reibungskräfte, insbesondere bei
den Meßwerten aus den Anstellzylindern nicht in die Auswertung eingehen, soweit die
Reibungskräfte auf beiden Gerüstseiten gleich groß sind. Dies gilt für eine Aufnahme
der Meßwerte während beidseitiger Zufahrbewegungen oder beidseitiger Auf fahrbewegungen
der hydraulischen Anstellungen. Bei einer Schwenkbewegung würden sich die Reibungskräfte
beider Gerüstseiten addieren. Die Meßwertaufnahme während einer Schwenkbewegung ist
deshalb im betrieblichen Ablauf zu unterdrücken.
[0022] Als vorteilhaft erweist sich auch die Nutzung der gemessenen und errechneten Axialkräfte
T
1 bis T
4 und T
w zur Überwachung des Erhaltungszustandes und der einwandfreien Walzenschliffe. Hoher
Verschleißzustand und Fehler im Walzenschliff erhöhen die Verschränkung der Walzen
zueinander und führen zu erhöhten Axialkräften. Die Anzeige dieser Kräfte ist demzufolge
ein hervorragendes Mittel zur kontinuierlichen Überwachung des Walzwerks.
[0023] Figur 4 zeigt den Gleichungssatz für die Reaktionskräfte aus den Axialkräften und
für die Reaktionskräfte aus der Außermittigkeit der Walzkraft.
[0024] Figur 5 enthält ein Rechenbeispiel mit angenommenen Walzgerüstdaten und Walzdaten
und den hieraus mit Hilfe der oben angegebenen Gleichungen errechneten Walzen-Axialkräfte
und Reaktionskräfte.
1. Verfahren zur Kompensation von Kräften bzw. Kraftanteilen (T), resultierend aus Horizontalbewegungen
der Walzen in Walzgerüsten für das Warm- und Kaltwalzen von Flachprodukten, ausgerüstet
mit Arbeitswalzen (6) und mit einer oder mehreren Stützwalzen (1), mit hydraulischen
Anstellungen (2) und mit Kraftmeßeinrichtungen (5) auf der gegenüberliegenden Seite
des Walzspaltes und mit hydraulischen Einrichtungen (7) zur Horizontalverschiebung
der Arbeitswalzen (6),
dadurch gekennzeichnet,
daß die Drücke in den beiden Anstellzylindern (2) zur Bestimmung der Walzkräfte (F)
auf einer Seite des Walzspaltes und die angezeigten Kräfte der Kraftmeßeinrichtungen
(5) zur Bestimmung der Walzkräfte auf der gegenüberliegenden Seite des Walzspaltes
herangezogen werden, und daß unter Einbeziehung der über die Drücke in den Verschiebezylindern
(7) der Arbeitswalzen (6) bestimmbaren Arbeitswalzen-Axialkräfte (T) sämtliche Axialkräfte
im Gerüst während des Walzbetriebes rechnerisch bestimmt werden und
aus den gemessenen und errechneten Axialkräften (T) der Walzen Korrekturwerte für
die Walzkraftanzeigen (F) in den beiden Walzenständern abgeleitet werden, um die Reaktionskräfte
(R) der Axialkräfte (T) zu kompensieren, wobei
die aus den Axialkräften (T) resultierenden Reaktionskräfte (R) in den beiden Walzenständern
zugeordneten Dehnungen rechnerisch bestimmt und durch entsprechende Zustellung der
hydraulischen Anstellungen (2) kompensiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß aus den vier gemessenen Walzkräften (F1 bis F4) und den zwei gemessenen Axialkräften (T2, T3) rechnerisch die aktuelle Außermittigkeit (x) der Walzkraft (Fw) bestimmt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die errechnete Außermittigkeit (x) der Walzkraft (Fw) bei der Kalibrierung des
Walzgerüstes zum Parallelstellen der Walzen (1, 6) auf Null geregelt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei Durchführung der automatischen Kalibrierung die sechs Meßwerte für Walzkräfte
(F1 bis F4) und Axialkräfte (T2, T3) nur während einer auf beiden Gerüstseiten ausgeführten gleichgerichteten Verstellbewegung
aufgenommen werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die gemessenen und errechneten Axialkräfte (T1 bis T4) und die Tangentialkraft (Tw) im Walzspalt zur Überwachung des Erhaltungszustandes
kontinuierlich angezeigt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß nach Kompensation der Walzkraftanzeigen (F1 bis F4) mit den aus den Axialkräften (T1 bis T4) errechneten Reaktionskräften (R) die verbleibende Differenz der Walzkraftanzeigen
im oberen bzw. unteren Teil des Gerüstes zum Parallelstellen der Walzen auf Null geregelt
wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß nach Kompensation der Walzkraftanzeigen (F1 bis F2) mit den aus den Axialkräften (T1 bis T4) errechneten Reaktionskräften (R) die verbleibende Differenz der Walzkraftanzeigen
im oberen bzw. unteren Teil des Gerüstes zur kontinuierlichen Überwachung des Walzprozesses
herangezogen wird.
1. Method for compensation for forces or force components (T) resulting from horizontal
movements of the rolls in roll stands for the hot and cold rolling of flat products,
equipped with working rolls (6) and with one or more backing rolls (1), with hydraulic
adjusting devices (2) and with force measuring devices (5) on the oppositely disposed
side of the roll gap and with hydraulic devices (7) for horizontal displacement of
the working rolls (6), characterised in that the pressures in the two adjusting cylinders
(2) are utilised for determination of the rolling forces (F) on one side of the roll
gap and the indicated forces of the force measuring devices (5) are utilised for determination
of the roll forces on the opposite side of the roll gap, and that with inclusion of
the working roll axial forces (T) determinable by way of the pressures in the displacing
cylinders (7) of the working rolls (6) all axial forces in the stand during the rolling
operation are determined by computer and correction values for the rolling force indications
(F) in the two roll stands are derived from the measured and computed axial forces
(T) of the rolls in order to compensate for the reaction forces (R) of the axial forces
(T), wherein the elongations associated with the reaction forces (R), which result
from the axial forces (T), in the two roll stands are determined by computer and compensated
for by corresponding setting of the hydraulic adjusting devices (2).
2. Method according to claim 1, characterised in that the actual eccentricity (x) of
the rolling force (Fw) is determined from the four measured rolling forces (F1 to F4) and the two measured axial forces (T2, T3).
3. Method according to claim 1 and claim 2, characterised in that the calculated eccentricity
(x) of the rolling force (Fw) is regulated to zero during the calibration of the roll
stand for the parallel setting of the rolls (1, 6).
4. Method according to claim 3, characterised in that in the performance of the automatic
calibration the six measurement values for rolling forces (F1 to F4) and axial forces (T2, T3) are picked up only during an identically oriented adjusting movement carried out
to both sides of the stand.
5. Method according to claim 1, characterised in that the measured and calculated axial
forces (T1 to T4) and the tangential force (Tw) in the roll gap are continuously indicated for monitoring
of the maintenance state.
6. Method according to claim 1, characterised in that after compensation of the rolling
force indications (F1 to F4) by the reaction forces (R) computed from the axial forces (T1 to T4) the remaining difference of the rolling force indications in the upper and lower
part of the stand is regulated to zero for the parallel setting of the rolls.
7. Method according to claim 1, characterised in that after compensation of the rolling
force indications (F1 to F4) by the reaction forces (R) computed from the axial forces (T1 to T4) the remaining difference of the rolling force indications in the upper and lower
part of the stand is drawn upon for continuous monitoring of the rolling process.
1. Procédé pour compenser des forces ou des parts de forces (T) résultant de mouvements
horizontaux des cylindres dans des cages de laminoir pour le laminage à chaud et à
froid de produits plats, équipées de cylindres de travail (6) et d'un ou de plusieurs
cylindres d'appui (1), de dispositifs de positionnement hydrauliques (2) et de dispositifs
de mesure de forces (5) sur le côté opposé de l'emprise de laminage et de dispositifs
hydrauliques (7) pour le déplacement horizontal des cylindres de travail (6), caractérisé
en ce que l'on a recours aux pressions dans les deux vérins de positionnement (2)
pour déterminer les forces de laminage (F) sur un côté de l'emprise, et aux forces
affichées par les dispositifs de mesure de forces (5) pour déterminer les forces de
laminage sur le côté opposé de l'emprise, et en ce qu'en prenant en compte les forces
axiales (T) des cylindres de travail (6), déterminées via les pressions dans les vérins
de déplacement (7) des cylindres de travail (6), on détermine par calcul toutes les
forces axiales dans la cage pendant le fonctionnement des cylindres, et en ce qu'à
partir des forces axiales (T) mesurées et calculées des cylindres, on en déduit des
valeurs de correction pour les affichages de force de laminage (F) dans les deux montants,
afin de compenser les forces de réaction (R) des forces axiales (T), dans lequel on
détermine par calcul les allongements associés aux forces de réaction (R) résultant
des forces axiales (T) dans les deux montants, et on les compense par un positionnement
correspondant des deux dispositifs de positionnement hydrauliques (2).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on détermine par calcul
l'excentricité actuelle (x) de la force de laminage (Fw) à partir des quatre forces
de laminage mesurées (F1 à F4) et à partir des deux forces axiales mesurées (T2, T3).
3. Procédé selon les revendications 1 et 2, caractérisé en ce que lors du calibrage de
la cage de laminoir pour mettre en parallèle les cylindres (1, 6), on régule à zéro
l'excentricité calculée (x) de la force de laminage (Fw).
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que l'on prend en compte les six
valeurs mesurées pour les forces de laminage (F1 à F4) et pour les forces axiales (T2, T3) uniquement pendant des mouvements de déplacement dirigés dans le même sens et effectués
sur les deux côtés de la cage lors de l'exécution du calibrage automatique.
5. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les forces axiales mesurées
et calculées (T1 à T4) et la force tangentielle (Tw) dans l'emprise sont affichées en continu pour surveiller
l'état de maintien.
6. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'après compensation des affichages
de forces de laminage (F1 à F4) par les forces de réaction (R) calculées à partir des forces axiales (T1 à T4), on régule à zéro la différence restante des affichages de forces de laminage dans
la partie supérieure ou inférieure de la cage, pour mettre en parallèle les cylindres.
7. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'après compensation des affichages
de forces de laminage (F1 à F4) par les forces de réaction (R) calculées à partir des forces axiales (T1 à T4), on a recours à la différence restante des affichages de forces de laminage dans
la partie supérieure ou inférieure de la cage, pour surveiller en continu le processus
de laminage.