[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verpacken einer Materialbahnrolle, bei dem
der Umfang der Materialbahnrolle mit einer Verpackungsbahn aus Packpapier umwikelt
wird, die mit ihrer Längskante unter einem spitzen Winkel zur Umfangsrichtung der
Materialbahnrolle an die Materialbahnrolle angelegt und dann schraubenlinienförmig
um die Materialbahnrolle herumgeführt wird.
[0002] Ein derartiges Verfahren ist aus DE-B-1 009 556 bekannt. Dieses Dokument zeigt eine
Wickelmaschine für das Umhüllen von großen Rollen, insbesondere Papierrollen. Diese
Wickelmaschine weist eine Vorratsrolle für ein Packpapier auf, das schraubenlinienförmig
um eine Materialbahnrolle herumgeführt werden soll. Die Materialbahnrolle liegt hierbei
in einem Wickelbett aus zwei Tragwalzen, die beide angetrieben sind. Die Verpackungsbahnrolle
steht mit ihrer Achse im wesentlichen rechtwinklig zu der Materialbahnrolle. Die Verpackungsbahn
wird daher über eine Umlenkrolle umgelenkt, bevor sie auf die Materialbahnrolle kommt.
Die Umlenkrolle ist hierbei unter einem Winkel sowohl zur Achse der Materialbahnrolle
als auch der Verpackungsbahnrolle angeordnet. Die Umlenkrolle wird beim Verpacken
parallel zur Materialbahnrolle verschoben.
[0003] Die zu verpackenden Materialbahnrollen haben eine beträchtliche Größe. Ihr Durchmesser
liegt üblicherweise im Bereich von 500 bis 2.100 mm. Die Rollenbreite beträgt üblicherweise
500 bis 3.800 mm oder darüber hinaus. Derartige Materialbahnrollen entstehen beispielsweise
bei der Papier- oder Textilproduktion. Um die Materialbahnrollen von ihrer Produktionsstätte,
beispielsweise der Papierfabrik, zu der Verbrauchsstätte, beispielsweise einer Druckerei,
transportieren zu können, müssen sie mit einer Verpackungsbahn umhüllt werden, um
sie zu schützen. Die Verpackungsbahn bietet hierbei einerseits einen mechanischen
Schutz gegen Beschädigungen. Andererseits soll sie auch den Einfluß von Umgebungsgrößen,
wie Luftfeuchtigkeit, kleinhalten. Da die Materialbahnrollen bei der Produktion mit
höchst unterschiedlichen Breiten anfallen, ist bei bekannten Vorrichtungen (EP 0 499
954 A1) eine große Anzahl von Verpackungsbahnrollen mit unterschiedlichen Breiten
vorgesehen. Hierbei werden die Materialbahnrollen in Abhängigkeit von ihrer Breite
in unterschiedliche Klassen eingeteilt. Für jede Breitenklasse ist jeweils eine entsprechend
breite Verpackungsbahnrolle notwendig. Diese muß so breit sein, daß sie beim Umhüllen
oder Einwickeln der Materialbahnrolle axial noch um eine gewisse Länge, in der Regel
100 bis 250 mm, über die Materialbahnrolle übersteht. Der Überstand muß groß genug
sein, um ihn auf die Stirnseite der Materialbahnrolle einfalten zu können. Andererseits
darf der Überstand nicht zu groß sein. Ansonsten kann das Einfalten nicht mehr mit
der gewünschten Qualität erfolgen. Dies ist beispielsweise dann wichtig, wenn die
fertigverpackten Materialbahnrollen axial übereinander gestapelt werden sollen (sogenannte
Kaminstapelung).
[0004] Für viele unterschiedliche Breiten der Materialbahnrollen müssen also viele Verpackungsbahnrollen
bereit gehalten werden. Die große Anzahl von Verpackungsbahnrollen bedeutet natürlich
einen erheblichen logistischen Aufwand. Es müssen entsprechend viele unterschiedliche
Rollenbreiten bevorratet werden. Weiterhin müssen in der Verpackungsbahn-Spenderanordnung
die notwendigen Lagerplätze für die Verpackungsrollen bereitgehalten werden. Dies
kostet Platz, erhöht den Wartungsaufwand und vergrößert den maschinenbaulichen Aufwand.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer schraubenlinienförmig verpackten
Materialbahn die Stirnseitenverpackung ähnlich herzustellen, wie bei einer herkömmlichen
Verpackung, die aus einer Verpakkungsbahn mit an die Materialbahnrolle angepaßter
Breite gebildet ist.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst,
daß zusätzlich zu dem schraubenlinienförmigen Umwickeln der Materialbahnrolle mit
der Verpackungsbahn eine zweite Verpackungsbahn parallel zur Umfangsrichtung ausgerichtet
und unter Ausbildung eines axialen Überstandes im Bereich eines axialen Endes der
Materialbahnrolle um die Materialbahnrolle gewickelt wird, wobei beide Verpackungsbahnen
von der gleichen Vorratsrolle abgewickelt werden und die Verpackungsbahn zwischen
dem Aufbringen der ersten und der zweiten Verpackungsbahn durchtrennt wird.
[0007] Damit reicht eine Verpackungsbahnrolle mit einer einzigen Breite aus, um alle Materialbahnrollen,
gleich welche Breite sie aufweisen, verpacken zu können. Die schraubenlinienförmige
Anordnung einer Verpackungsbahn an sich ist bekannt, siehe hierzu EP 0 519 672 A1.
Hierbei ist jedoch Voraussetzung, daß eine Verpackungsbahn verwendet wird, die in
sich verformbar ist. Dadurch, daß die Verpackungsbahn mit ihrer Längskante nicht parallel
zur Umfangsrichtung, also parallel zur Stirnseite der zu verpackenden Materialbahnrolle
ausgerichtet wird, kann sie in Form einer Schraubenlinie oder wendelförmig um die
Materialbahnrolle herumgeführt werden, ohne daß es notwendig ist, die Verpackungsbahn
in sich zu verformen. Sie kann vielmehr faltenfrei bleiben. Der Streifen, den die
Verpackungsbahn bildet, kann dann problemlos von einem Ende der Materialbahnrolle
bis zum anderen Ende gebracht werden. Dadurch, daß zusätzlich zu dem schraubenlinienförmigen
Umwickeln der Materialbahnrolle mit der Verpackungsbahn eine zweite Verpackungsbahn
parallel zur Umfangsrichtung ausgerichtet und unter Ausbildung eines axialen Überstandes
im Bereich eines axialen Endes der Materialbahnrolle um die Materialbahnrolle gewickelt
wird, bildet diese zweite Verpackungsbahn einen Kantenstreifen, der im Gegensatz zur
ersten Verpackungsbahn nicht mehr in einem Winkel zur Umfangsrichtung verläuft, sondern
parallel dazu. Dieser Kantenstreifen deckt den Bereich ab, der bei dem schraubenlinienförmigen
Umwickeln der Materialbahnrolle am Anfang der Materialbahnrolle frei geblieben ist.
Damit wird die Materialbahnrolle auf ihrem Umfang im Bereich der Rollenkanten geschützt.
Gleichzeitig dient der Kantenstreifen auch dazu, einen Überstand bereitzustellen,
der dann später auf die Stirnseite der Materialbahnrolle eingeschlagen werden kann,
um zwischen einem Innenstirndeckel und einem Außenstirndeckel befestigt zu werden.
In dieser Hinsicht unterscheidet sich die dann auf diese Weise fertiggestellte Verpackung
nicht mehr von einer herkömmlichen Verpackung, die aus einer Verpackungsbahn mit einer
ausreichenden Breite gebildet worden ist. Da beide Verpackungsbahnen von der gleichen
Vorratsrolle abgewikkelt werden, benötigt man nur eine einzige Vorratsrolle, was die
Logistik und die Bevorratung ganz beträchtlich erleichtert. Die benötigte Vorrichtung
wird leichter und ist einfacher zu konstruieren. Packpapier hat sich zum Verpacken
von derartigen Materialbahnrollen bewährt. Bei Packpapier besteht allerdings das Risiko,
daß es reißt, wenn es einer ungleichmäßigen Belastung ausgesetzt wird. Aus diesem
Grunde konnte man Packpapier bislang nur dann einsetzen, wenn der Umfang der Materialbahnrolle
gleichmäßig eingehüllt wurde. Durch das neue Verfahren läßt sich nunmehr Packpapier
auch dann einsetzen, wenn die Breite der Packpapierbahn beträchtlich schmaler als
die Breite der Materialbahnrolle ist.
[0008] Hierbei ist besonders bevorzugt, daß der Winkel so eingestellt wird, daß benachbarte
Wickellagen der Verpakungsbahn einander überlappen. Dadurch erhält man bei einem einzigen
Wickelvorgang eine zusammenhängende Hülle für den Umfang der Materialbahnrolle.
[0009] Vorzugsweise überlappen sich hierbei benachbarte Wikellagen etwa um die halbe Breite
der Verpackungsbahn. Damit stoßen jeweils die übernächsten Wickellagen der Verpackungsbahn
in der Mitte der dazwischenliegenden Wickellage aneinander, nur getrennt durch diese
Wickellage. Dadurch entsteht automatisch eine zweilagige Hülle, was in der Regel ausreicht,
um den Schutz der Materialbahnrolle zu gewährleisten. Die Überdeckung ist groß genug,
um ein Eindringen von Feuchtigkeit oder anderen Umwelteinflüssen durch den Spalt zwischen
aufeinanderfolgenden Lagen der Verpackungsbahn zu verhindern. Die Hülle kann mit einem
einzigen Wickelvorgang fertiggestellt werden. Eine stärkere Hülle, also eine Hülle,
die aus mehr als zwei Lagen der Verpackungsbahn besteht, ist aus Kostengründen vielfach
unerwünscht.
[0010] Vorzugsweise endet die schraubenlinienförmig geführte Verpackungsbahn innerhalb der
axialen Erstreckung der Materialbahnrolle. Man vermeidet hierdurch, daß sich an den
axialen Enden der Materialbahnrolle ein ungleichmäßiger Überstand bildet. Wenn dieser
ungleichmäßige Überstand auf die Stirnseite eingeschlagen wird, ist zu erwarten, daß
die Dicke des Einschlags nicht über den gesamten Umfang der Materialbahnrolle an ihrer
Stirnseite gleichmäßig erfolgt. Insbesondere bei einer beabsichtigten Kaminstapelung
der Materialbahnrollen könnte es dann zu einer Schieflage der einzelnen Materialbahnrollen
kommen. Wenn man es aber von vornherein vermeidet, das eine derartige Ungleichmäßigkeit
zu einer Schieflage des Stapels führt, kann man auch mit dem neuen Verfahren Rollen
verpacken, die später übereinander gestapelt werden sollten.
[0011] Vorzugsweise wird die zweite Verpackungsbahn nach der ersten Verpackungsbahn aufgebracht.
Man kann die erste Verpackungsbahn mit der äußersten Lage der Materialbahn auf der
Materialbahnrolle verbinden und dann später die zweite Verpackungsbahn mit der bereits
aufgebrachten ersten Verpackungsbahn. Dies hat den Vorteil, daß die erste Verpackungsbahn
praktisch vollflächig mit der äußersten Lage der Materialbahn auf der Materialbahnrolle
verbunden werden kann, was die Zuverlässigkeit erhöht. Darüber hinaus wird der axiale
Rand der Materialbahnrolle etwas dicker, d.h. er erhält einen gerinfügig größeren
Durchmesser, was den späteren Transport der Rollen, insbesondere durch Abrollen, erleichtert.
[0012] Mit Vorteil wird die zweite Verpackungsbahn mit einer größeren Anzahl von Lagen um
die Materialbahnrolle gewickelt als die erste Verpackungsbahn. Man ist einerseits
bestrebt, die Hülle, die durch die erste Verpakungsbahn gebildet wird, so preisgünstig
wie möglich auszugestalten, also mit möglichst wenigen Lagen der Verpackungsbahn auszukommen.
Gleichzeitig möchte man aber den Kantenschutz so gut wie möglich ausgestalten. Hier
ist man durchaus bereit, eine mehrlagige Wicklung zu installieren. Dadurch, daß man
nunmehr mit einer einzigen Verpackungsbahnbreite arbeitet, kann man beide Forderungen
miteinander vereinbaren. Die Materialbahnrolle wird auf dem größten Teil ihrer axialen
Länge beispielsweise mit zwei Lagen der Verpackungsbahn umhüllt. Am Rand werden hingegen
vier oder sechs Lagen aufgebracht, um einen Kantenschutz zu gewährleisten.
[0013] Vorzugsweise werden benachbarte Verpackungsbahnabschnitte miteinander verklebt. Damit
erhält man einen guten Zusammenhalt der gesamten Verpackung. Die Verpakkung wird stabil
und schützt die Materialbahnrolle gegen das Eindringen von Feuchtigkeit. Das Verkleben
kann durch Auftrag von Klebstoff erfolgen. Es kann aber auch eine bereits mit Klebstoff
versehene Verpackungsbahn verwendet werden, die z.B. durch Befeuchten einer Gummierung
oder Erhitzen einer PE-Schicht oder auf andere bekannte Arten klebrig gemacht wird.
[0014] Vorzugsweise weist die Verpackungsbahn eine Breite von mindestens 350 mm auf. Damit
läßt sich ein axialer Überstand von 100 bis 150 mm am Ende der Rolle realisieren.
Gleichzeitig kann man aber die Verpackungsbahn so um die Materialbahnrolle wickeln,
daß der gewünschte Zusammenhalt gewährleistet bleibt, d.h. die Überlappung zwischen
benachbarten Wickellagen ist ausreichend. Vorzugsweise wird man aber Verpackungsbahnbreiten
von etwa 500 mm verwenden.
[0015] Zur Durchführung des Verfahrens kann man eine Vorrichtung mit einem Verpackungsbahnspender
verwenden, der eine Verpackungsbahnabgabeeinrichtung aufweist, wobei die Verpackungsbahnabgabeeinrichtung
in einem spitzen Winkel zur Umfangsrichtung der Materialbahnrolle einstellbar ist
und der Verpackungsbahnspender entlang der Materialbahnrolle axial bewegbar ist. Die
Verpackungsbahnabgabeeinrichtung ist der Teil des Verpackungsbahnspenders, aus dem
die Verpackungsbahn herauskommt. Wenn die Verpackungsbahnabgabeeinrichtung einen spitzen
Winkel zur Umfangsrichtung der Materialbahnrolle aufweist, heißt dies, daß die Längskante
der Verpackungsbahn eben diesen spitzen Winkel mit der Umfangsrichtung der Materialbahnrolle
einschließt. Damit ergibt sich, wenn die Materialbahnrolle gedreht wird, automatisch
der schraubenlinienförmige Verlauf der Verpackungsbahn auf dem Umfang der Materialbahnrolle.
Da der Verpackungsbahnspender gleichzeitig axial bewegt wird, entstehen auch keine
unzulässigen seitlichen Spannungen auf der Verpackungsbahn, die insbesondere bei Packpapier
zu einem Einreißen der Verpackungsbahn führen könnten.
[0016] Vorzugsweise ist die Verpackungsbahnrolle aus einer Lage, in der ihre Achse parallel
zur Achse der Materialbahnrolle liegt, in eine Lage verschwenkbar, in der beide Achsen
einen spitzen Winkel einschließen. Es sind also keine komplizierten Umlenkeinrichtungen
notwendig, mit denen die Verpackungsbahn umgelenkt wird. Die Verpackungsbahn kann
vielmehr geradlinig von der Verpakkungsbahnrolle abgezogen und unmittelbar auf die
Umfangsfläche der Materialbahnrolle aufgelegt werden. Dadurch, daß die Verpackungsbahnrolle
auch in eine Lage zur Materialbahnrolle verschwenkt werden kann, in der die beiden
Achsen parallel sind, kann man mit der gleichen Verpackungsbahnrolle auch die Kantenstreifen
erzeugen, die den axialen Überstand aufweisen und die Kanten schützen.
[0017] Vorzugsweise ist der gesamte Verpackungsbahnspender gegenüber der Materialbahnrolle
verdreh- oder verschwenkbar. Man kann also den Verpackungsbahnspender als eine Einheit
auffassen, die im wesentlichen so aufgebaut ist, wie herkömmliche Verpackungsbahnspender
auch. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Einrichtungen muß der neue Verpackungsbahnspender
nur verdreh- oder verschwenkbar sein. Dies läßt sich beispielsweise dadurch realisieren,
daß der Verpackungsbahnspender drehoder schwenkbar auf einem Schlitten montiert ist,
der die Axialbewegung bewirkt.
[0018] Vorteilhafterweise weist der Verpackungsbahnspender einen Antrieb zur Bewegung entlang
der Materialbahnrolle auf. Die Belastung auf die Verpackungsbahn wird hierbei kleingehalten.
Die Axialbewegung muß nicht mehr über die Seitenkräfte auf die Materialbahn erzeugt
werden. Sie erfolgt vielmehr unter der Wirkung des Antriebs.
[0019] Hierbei ist besonders bevorzugt, daß eine Steuereinrichtung vorgesehen ist, die mit
einer Durchmesser-Meßeinrichtung verbunden ist und die die Wickelgeschwindigkeit und
den Vorschub des Verpackungsbahnspenders unter Berücksichtigung des Durchmessers der
Materialbahnrolle aufeinander abstimmt. Dadurch lassen sich nahezu spannungsfreie
Wickelvorgänge erzeugen. Wenn der Durchmesser der zu verpackenden Materialbahnrolle
und der Winkel, mit dem die Verpackungsbahn zur Umfangsrichtung steht, bekannt sind,
läßt sich die Vorschubgeschwindigkeit, die der Verpackungsbahnspender gegenüber der
Materialbahnrolle erhalten muß, leicht ausrechnen. Der Antrieb kann dementsprechend
gesteuert werden.
[0020] Vorzugsweise weist der Verpackungsbahnspender eine Leimauftragseinrichtung auf. Damit
läßt sich nach dem Abwickeln der Verpackungsbahn von der Verpackungsbahnrolle unmittelbar
Leim auftragen, der zu einem dichten Verkleben der Verpackung führt. Falls eine bereits
klebstoffbeschichtete Verpackungsbahn verwendet wird, kann man die Leimauftragseinrichtung
auch durch eine andere Klebevermittlungsstation ersetzen. Eine derartige Klebevermittlungsstation
kann bei einem wasserlöslichen Klebstoff beispielsweise dadurch arbeiten, daß sie
Wasser auf die Verpackungsbahn aufträgt. Bei PE-beschichteten Verpackungsbahnen wird
die Verklebung durch Hitze aktiviert.
[0021] Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in
Verbindung mit der Zeichnung beschrieben. Hierin zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Draufsicht auf eine Rollenverpackungseinrichtung,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht der Einrichtung nach Fig. 1 und
- Fig. 3 bis 5
- verschiedene Stadien einer Rollenverpackung.
[0022] Eine Rollenverpackungseinrichtung 1 zum Verpacken einer Materialbahnrolle 2, die
einen Rollendurchmesser im Bereich von 500 bis 2.100 mm und eine Rollenbreite von
500 bis 3.800 mm oder darüber aufweisen kann, weist eine Rollbahn 3 mit einem Rollenfänger
4 auf. Eine ankommende Materialbahnrolle 2a wird vom Rollenfänger 4 abgebremst und
dann in eine Wickelstation 5 gerollt. Dort wird sie auf einem Transportband 6 abgelegt,
mit dessen Hilfe sie nach dem Verpacken in Richtung eines Pfeiles 7 einer Weiterverarbeitung
zugeführt werden kann.
[0023] Seitlich neben dem Transportband 6 sind zwei anheb- und absenkbare Tragwalzen 8,
9 angeordnet, von denen eine Tragwalze 8 angetrieben ist.
[0024] Ferner ist ein Verpackungsbahnspender 10 vorgesehen, der eine Verpackungsbahnrolle
11 trägt, auf die eine Verpackungsbahn 12 aufgewickelt ist, die über eine Abgabeeinrichtung
33 abgegeben werden kann. Der Verpakkungsbahnspender 10 ist auf einem Schlitten 13
angeordnet, der auf Schienen 14, 15 parallel zur Axialrichtung der Materialbahnrolle
2 verfahrbar ist. Hierzu weist der Schlitten 13 einen Antrieb 16 auf, der allerdings
nur schematisch dargestellt ist.
[0025] Der Verpackungsbahnspender 10 ist gegenüber dem Schlitten 13 drehbar gelagert. Er
weist einen Drehantrieb 17 auf, mit dessen Hilfe ein Winkel zwischen der Achse der
Verpackungsbahnrolle 11 und der Achse der Materialbahnrolle 2 verändert werden kann.
Der Verpackungsbahnspender 10 kann mit Hilfe des Drehantriebs 17 sowohl so ausgerichtet
werden, daß beide Achsen parallel zueinander sind, als auch so, daß beide Achsen einen
spitzen Winkel einschließen. Ein derartiger Fall ist in Fig. 1 dargestellt. Hieraus
ist ersichtlich, daß die Verpakkungsbahn 12 dementsprechend auch mit der Umfangsrichtung
der Materialbahnrolle 2 einen spitzen Winkel einschließt. Die Umfangsrichtung ist
an der Materialbahnrolle 2 die Richtung auf der Umfangsfläche der Materialbahnrolle
2, die parallel zu den Stirnseiten verläuft.
[0026] Ferner weist die Rollenverpackungseinrichtung auf beiden Seiten der Materialbahnrolle
je eine schwenkbare Packpresse 18 auf. Auf jeder Seite der Materialbahnrolle ist ferner
eine Faltvorrichtung 19 vorgesehen, die ein an einem Hebel 20 angeordnetes Faltrad
21 für jede axiale Stirnseite der Materialbahnrolle 2 aufweist.
[0027] Schließlich weist die Rollenverpackungseinrichtung 1 auch noch eine Dickenmeßeinrichtung
22 auf, die mit einer Steuereinrichtung 23 verbunden ist und dieser Steuereinrichtung
23 den Rollendurchmesser der Materialbahnrolle 2 mitteilt. Die Steuereinrichtung 23
wiederum ist verbunden mit dem Antrieb 16 für den Schlitten 13 des Verpackungsbahnspenders
10, mit dem Antrieb der angetriebenen Tragwalze 8 und mit dem Drehantrieb 17, der
den Winkel zwischen dem Verpackungsbahnspender 10 und dem Schlitten 13 einstellt.
[0028] Die Rollenverpackungseinrichtung 1 arbeitet wie folgt: Der Schlitten 13 wird in den
Bereich einer axialen Endlage der Materialbahnrolle 2 verfahren. Hierbei wird er schräg
zur Materialbahnrolle 2 gestellt, d.h. die Achse der Verpackungsbahnrolle 11 und die
Achse der zu verpackenden Materialbahnrolle 2 schließen einen spitzen Winkel miteinander
ein, wie dies aus Fig. 3 ersichtlich ist. Die Verpackungsbahn 12 wird mit Hilfe einer
Leimauftragsstation 24 an ihrer Oberseite mit Leim oder einem anderen Klebstoff versehen
und dann zur Anlage an die Materialbahnrolle 2 gebracht. Mit Hilfe der Steuereinrichtung
23 wird nun die angetriebene Tragwalze 8 gedreht. Daraufhin setzt sich auch die Materialbahnrolle
2 in Drehung. Die Steuereinrichtung 23 hat zuvor den Verpackungsbahnspender 10 so
gedreht, also den Winkel zwischen der Verpackungsbahnrollenachse und der Materialbahnrollenachse
so eingestellt, daß sich eine schraubenlinienförmige Umwicklung der Materialbahnrolle
2 durch die Verpackungsbahn 12 ergibt. Diese Umwicklung ist so ausgebildet, daß sich
aufeinanderfolgende Lagen überlappen und zwar um etwa die halbe Verpackungsbahnbreite.
Dadurch entsteht eine zweilagige Hülle, die praktisch über die gesamte axiale Länge
der Materialbahnrolle 2 aus zwei Lagen oder Schichten der Verpakkungsbahn besteht.
Hierbei ist die Verpackungsbahn so angeordnet, daß sie (in Längsrichtung der Verpackungsbahn
gesehen) mit einer Hälfte außen liegt und mit der anderen Hälfte innen an der zu verpackenden
Materialbahnrolle 2 anliegt. Man kann laufend Klebstoff in Form einer Leimraupe auf
die Verpackungsbahn 12 auftragen, so daß die Verpackungsbahn 12 mit dem Umfang der
Materialbahnrolle 2 einerseits und andererseits mit sich selbst verklebt wird.
[0029] Eine Ausnahme hiervon bilden die axialen Enden der Materialbahnrolle 2. Man hat nämlich
dafür gesorgt, daß die Verpackungsbahn, solange sie in der schraubenlinienförmigen
Weise in die Materialbahnrolle 2 gewickelt worden ist, nicht über die Stirnseiten
25, 26 der Materialbahnrolle 2 übersteht. Auf diese Weise entstehen unbedeckte Abschnitte,
die im wesentlichen keilförmig oder dreieckförmig ausgebildet sind.
[0030] Wenn nun die Materialbahnrolle 2, abgesehen von den eben erwähnten unbedeckten Abschnitten
27, 28, vollständig von der Verpackungsbahn 12 umhüllt ist, wird die Verpackungsbahn
12 mit Hilfe des Abschlagmessers 31 abgeschlagen oder durchtrennt. Dann befindet sich
der Verpackungsbahnspender 10 etwa in der in Fig. 4 dargestellten Position, also am
linken Ende der Materialbahnrolle 2. In dieser Position wird er nun so gedreht oder
geschwenkt, daß er die Verpackungsbahn 12 in einem Winkel von 90° zur Materialbahnrolle
2 zuführt. Gleichzeitig wird er axial so positioniert, daß die Verpakkungsbahn 12
einen axialen Überstand 29 zur Materialbahnrolle 2 bildet. Dieser axiale Überstand
hat eine axiale Länge von etwa 100 bis 150 mm. Auch hierbei wird die Verpackungsbahn
12 mit Klebstoff versehen, so daß die einzelnen Lagen fest aufeinander haften. Die
in Umfangsrichtung um die Materialbahnrolle 2 gewickelte Verpackungsbahn 12 bildet
also einen Kantenstreifen 30, der später mit seinem Überstand 29 auf die Stirnseite
26 der Materialbahnrolle 2 eingefaltet werden kann. Dieser Kantenstreifen 30 dient
dem Schutz der Kanten der Materialbahnrolle 2. Für deren Schutz ist in der Regel eine
stärkere Hülle notwendig. Man kann daher den Kantenstreifen 30 aus einer größeren
Anzahl von Lagen der Verpackungsbahn 12 aufbauen als den Rest der Hülle.
[0031] Wenn der Kantenstreifen 30 fertiggestellt ist, wird erneut das Abschlagmesser 31
betätigt. Die Materialbahnrolle 2 dreht sich weiter und der Kantenstreifen 30 wird
fertiggestellt.
[0032] Der Verpackungsbahnspender 10 fährt dann, wie dies in Fig. 5 dargestellt ist, an
das andere Ende der Materialbahnrolle 2 und bringt dort in gleicher Weise einen Kantenstreifen
32 auf, der ebenfalls axial übersteht und aus mehreren Lagen der Verpackungsbahn 12
zusammengesetzt werden kann.
[0033] Wenn der Kantenstreifen 32 fertiggewickelt worden ist, werden auf bekannte Art und
Weise Innenstirndeckel in die Verpackungsbahn Überstände 29 eingelegt. Mit Hilfe der
Falteinrichtung 19 werden die Überstände auf die Innenstirndeckel eingefaltet. Mit
Hilfe der Packpressen 18 werden Außenstirndeckel aufgesetzt und mit dem eingefalteten
Überstand verklebt.
[0034] Mit Hilfe des Transportbandes 6 erfolgt dann der Abtransport der fertig verpackten
Materialbahnrolle 2, nachdem die Tragwalzen 8, 9 abgesenkt worden sind.
[0035] Für die gesamte Umfangsverpackung der Materialbahnrolle 2 benötigt man nur eine einzige
Verpackungsbahnrolle 11, die eine Breite von etwa 500 mm aufweist. Die Verpackungsbahn
kann nach wie vor aus Packpapier gebildet sein, was eine preisgünstige Verpackung
ermöglicht. Durch das Abstimmen von Wickelgeschwindigkeit, Vorschub und Winkel zwischen
den Rollenachsen läßt sich eine Wicklung realisieren, die nahezu frei von seitlichen
Spannungen auf die Verpackungsbahn ist. Trotz des schraubenlinienförmigen oder wendelförmigen
Umhüllens der Materialbahnrolle mit der Verpackungsbahn 12 kann man eine nach wie
vor gleichmäßige Einfaltung der Verpackungsbahn auf die Stirnseite der Materialbahnrolle
2 realisieren. Der Kantenschutz kann verbessert werden.
1. Verfahren zum Verpacken einer Materialbahnrolle (2), bei dem der Umfang der Materialbahnrolle
mit einer Verpackungsbahn (12) aus Packpapier umwickelt wird, die mit ihrer Längskante
unter einem spitzen Winkel zur Umfangsrichtung der Materialbahnrolle (2) an die Materialbahnrolle
angelegt und dann schraubenlinienförmig um die Materialbahnrolle herumgeführt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich zu dem schraubenlinienförmigen Umwickeln der Materialbahnrolle (2) mit
der Verpackungsbahn (12) eine zweite Verpackungsbahn (30, 32) parallel zur Umfangsrichtung
ausgerichtet und unter Ausbildung eines axialen Überstandes im Bereich eines axialen
Endes der Materialbahnrolle um die Materialbahnrolle (2) gewickelt wird, wobei beide
Verpackungsbahnen (12; 30, 32) von der gleichen Vorratsrolle abgewickelt werden und
die Verpackungsbahn zwischen dem Aufbringen der ersten und der zweiten Verpakkungsbahn
(12; 30, 32) durchtrennt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel so eingestellt wird, daß benachbarte Wickellagen der Verpackungsbahn (12)
einander überlappen.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich benachbarte Wickellagen etwa um die halbe Breite der Verpackungsbahn (12) überlappen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die schraubenlinienförmig geführte Verpackungsbahn (12) innerhalb der axialen Erstreckung
der Materialbahnrolle endet.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Verpackungsbahn (30, 32) nach der ersten Verpackungsbahn (12) aufgebracht
wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Verpackungsbahn mit einer größeren Anzahl von Lagen um die Materialbahnrolle
gewickelt wird als die erste Verpackungsbahn.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß benachbarte Verpackungsbahnabschnitte miteinander verklebt werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Verpackungsbahn eine Breite von mindestens 350 mm aufweist.
1. Method of packaging a roll of web material (2), in which a packaging web (12) of wrapping
paper is wrapped around the circumference of the roll of web material, the said packaging
web being applied to the roll of web material with its longitudinal edge at an acute
angle to the circumferential direction of the roll of web material (2) and then guided
helically around the roll of web material, characterised in that, in addition to the packaging web (12) wrapped helically around the roll of web material
(2), a second packaging web (30, 32) is wrapped around the roll of web material (2)
in such a manner that it is aligned in parallel with the circumferential direction
and forms an axial projection in the region of one axial end of the roll of web material,
both packaging webs (12; 30, 32) being unwound from the same supply roll and the packaging
web being cut between the application of the first and the second packaging webs (12;
30, 32).
2. Method according to claim 1, characterised in that the angle is set in such a manner that adjacent winding layers of the packaging web
(12) overlap one another.
3. Method according to claim 2, characterised in that adjacent winding layers overlap one another by approximately half the width of the
packaging web (12).
4. Method according to one of claims 1 to 3, characterised in that the helically guided packaging web (12) ends within the axial extent of the roll
of web material.
5. Method according to one of claims 1 to 4, characterised in that the second packaging web (30, 32) is applied after the first packaging web (12).
6. Method according to one of claims 1 to 5, characterised in that the second packaging web is wrapped around the roll of web material with a greater
number of layers than the first packaging web.
7. Method according to one of claims 1 to 6, characterised in that adjacent packaging web sections are glued together.
8. Method according to one of claims 1 to 7, characterised in that the packaging web has a width of at least 350 mm.
1. Procédé pour emballer un rouleau (2) d'une bande de matériau, dans lequel la périphérie
du rouleau d'une bande de matériau est enveloppée avec une bande d'emballage (12)
en papier d'emballage qui placée contre le rouleau d'une bande de matériau avec son
bord longitudinal à un angle aigu par rapport au sens périphérique du rouleau (2)
d'une bande de matériau et est ensuite guidée de manière hélicoïdale autour du rouleau
d'une bande de matériau, caractérisé en ce que, outre l'enveloppement hélicoïdal du rouleau (2) d'une bande de matériau avec une
bande d'emballage (12), une deuxième bande d'emballage (30, 32) est orientée parallèlement
au sens périphérique et enroulée autour du rouleau (2) d'une bande de matériau dans
la région d'une extrémité axiale du rouleau d'une bande de matériau en formant une
projection axiale, les deux bandes d'emballage (12, 30, 32) étant dévidées du même
rouleau débiteur et la bande d'emballage étant coupée entre la mise en place de la
première et de la deuxième bande d'emballage (12, 30, 32).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'angle est réglé de telle manière que des couches enroulées voisines de la bande
d'emballage (12) se chevauchent.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que des couches enroulées voisines se chevauchent environ de la moitié de la largeur
de la bande d'emballage (12).
4. Procédé selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la bande d'emballage (12) guidée de manière hélicoïdale se termine à l'intérieur
de l'extension axiale du rouleau d'une bande de matériau.
5. Procédé selon une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la deuxième bande d'emballage (30, 32) est mise en place après la première bande
d'emballage (12).
6. Procédé selon une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que la deuxième bande d'emballage est enroulée avec un plus grand nombre de couches autour
du rouleau d'une bande de matériau que la première bande d'emballage.
7. Procédé selon une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que des sections voisines de bande d'emballage sont collées ensemble.
8. Procédé selon une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que la bande d'emballage a une largeur d'au moins 350 mm.