[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren mit den Merkmalen des Oberbegriffs von
Patentanspruch 1.
[0002] Ein derartiges Verfahren ist aus der EP 0 020 067 B1, EP 0 020 068 B1 und EP 0 020
069 B1 bekannt. Dabei wird lediglich die primäre Zündspannung hinsichtlich ihres Absolutwerts
untersucht. Dieser ist abhängig vom Betriebszustand der Brennkraftmaschine und von
weiteren, häufig vorübergehenden Störeinflüssen. Bedingt durch diese Störungen kann
die mit der Analyse der primären Zündspannung verbundene Aussage unzutreffend sein.
Dies gilt beispielsweise dann, wenn eine Einkopplung eines Störsignals vor dem eigentlichen
Anstieg der primären Zündspannung auftritt und die vorgegebene Zeit damit vermeintlich
länger als tatsächlich ist bzw. der Anstieg der primären Zündspannung durch das Störsignal
und nicht durch die Zündanlage verursacht wird. Entsprechend kann die Zeitdauer scheinbar
auch verkürzt sein, wenn während der Zeit, in der die primäre Zündspannung über der
Schwelle liegt, aufgrund einer Störung eine kurzzeitige Unterschreitung der Schwelle
auftritt. In beiden Fällen ist die Fehleranzeige unzutreffend.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art
zu schaffen, das eine exakte Aussage über eventuelle Fehler in der Zündanlage auch
dann liefert, wenn äußere Störeinflüsse im primären Zündstromkreis auftreten.
[0004] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs
1.
[0005] Durch die Begrenzung der primären Zündspannung werden reproduzierbare Ergebnisse
erzielt. Einflüsse, die abhängig vom jeweiligen Betriebszustand sind, werden damit
ausgeblendet. Die Wahl der Schwelle im Verhältnis zum maximalen Wert der primären
Zündspannung schaltet die Auswirkung von Störeinflüssen auf das Ergebnis aus. Die
Veränderung der primären Zündspannung durch diese Störeinflüsse führen zwar zu einer
hochfrequenten Amplitudenmodulation der primären Zündspannung. Der Minimalwert der
primären Zündspannung liegt jedoch auch unter ungünstigsten Bedingungen über der Schwelle
und hat keinen Einfluß auf die Fehleranzeige. Umgekehrt ist die Zuordnung zwischen
dem Wert der Schwelle und dem Maximalwert der primären Zündspannung so zu wählen,
daß diese Bedingung erfüllt ist. Im Einzelfall kann dies bedeuten, daß die Schwelle
auch größer oder kleiner als 50% des Wertes ist, auf den die primäre Zündspannung
begrenzt wird.
[0006] Zur schaltungstechnischen Realisierung der Erfindung wird vorzugsweise mit einem
Zeitfenster gearbeitet, das bei Unterbrechen des primären Zündstroms ausgelöst wird
und das die Zeit bestimmt, nach der die primäre Zündspannung bei ordnungsgemäßer Funktion
der Zündanlage sicher unter den Schwellwert abgesunken ist. Die Länge des Zeitfensters
kann entsprechend dem jeweiligen Anwendungsfall variabel gewählt werden. Dies kann
durch entsprechende Programmierung der Überwachungseinrichtung geschehen.
[0007] Schließlich wird durch die Integration der Überwachungseinrichtung im Steuergerät
der Zündanlage eine Verbesserung des schaltungstechnischen Aufwands erreicht. Die
Regelung der primären Zündspannung auf den Grenzwert und die Überwachung der primären
Zündspannung geschieht gleichzeitig innerhalb des Steuergeräts und dort bevorzugt
innerhalb ein und desselben ASICs.
[0008] Die Erfindung ist anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
weiter erläutert. Es zeigt
- Fig. 1
- den schaltungstechnischen Aufbau einer Zündanlage, in der das erfindungsgemäße Verfahren
realisiert wird und
- Fig. 2
- Diagramme zur Erläuterung des Verfahrens.
[0009] Eine ausschnittsweise dargestellte Zündanlage von Fig. 1 enthält mehrere parallel
angeordnete Schaltkreise für die in den Zylindern angeordneten Zündkerzen. Jeder dieser
Schaltkreise 1 enthält einen steuerbaren Transistor 2, der durch ein Steuergerät 3
beschaltet ist und der mit der Primärwicklung 4 einer Zündspule 5 in Reihe geschaltet
ist. Die Sekundärwicklung 6 der Zündspule 5 ist mit einer Zündkerze 7 in Reihe geschaltet.
Die auch unter der Bezeichnung ruhende Hochspannungsverteilung bekannte Schaltung
besitzt zusätzlich einen Spannungsteiler 8 als Sensor für die im Primärkreis anliegende
Zündspannung. Das Ausgangssignal des Spannungsteilers ist ebenfalls auf das Steuergerät
3 zurückgeführt.
[0010] Dieses Ausgangssignal ist ein Indikator für den Zustand der Zündanlage und insbesondere
für die Funktionsfähigkeit des Sekundärkreises, bestehend im wesentlichen aus der
Sekundärwicklung 6 und der Zündkerze 7. Das Ausgangssignal des Spannungsteilers 8
dient gleichzeitig dazu, den Zündvorgang zu steuern.
[0011] Bei ordnungsgemäßem Zustand der gesamten Zündanlage besitzt das Ausgangssignal des
Spannungsteilers 8 den im Diagramm a von Fig. 2 dargestellten Verlauf. Bei Unterbrechen
des Primärkreises, symbolisiert durch einen Pfeil A, bleibt das Ausgangssignal für
eine Zeit von 20 µs unverändert, um dann steil auf einen Grenz-Wert von 360 V anzusteigen
und nach 7,5 µs wieder abzufallen und auszuschwingen. Bei einer Störung des Sekundärkreises,
hier einer vollständigen Unterbrechung, zeigt das Ausgangssignal des Spannungsteilers
8 den im Diagramm b wiedergegebenen Verlauf. Während der Anstieg der Zündspannung
(nach 20 µs) wie im Fall a ist, bleibt die primäre Zündspannung wesentlich länger
auf dem hohen Niveau und fällt erst nach einer deutlich längeren Zeit, hier nach etwa
120 µs, wieder ab.
[0012] Um sämtliche Störungen im Sekundärkreis der Zündanlage detektieren zu können, die
sich möglicherweise nicht so deutlich wie dargestellt vom Normalfall a unterscheiden
und um gleichzeitig ein von äußeren Störungen freies Ergebnis zu liefern, werden eine
Reihe von Maßnahmen angewandt:
[0013] Die maximale Spannung im Primärkreis ist auf einen vorgegebenen Wert, hier 360 V,
begrenzt. Dies geschieht durch eine entsprechende Steuerung des Transistors 2 in Abhängigkeit
vom Ausgangssignals des Spannungsteilers 8. Dieser besitzt eine Doppelfunktion als
Sensor für den Zustand der Zündanlage und insbesondere des Sekundärkreises und gleichzeitig
als Istwert-Geber im Rahmen der Regelung der Primärspannung auf den vorgegebenen Wert
(360 V).
[0014] Um einen eventuellen Zündaussetzer, der durch eine Unterbrechung im Primärkreis 4,
2 hervorgerufen ist, zu erkennen, ist im Steuergerät 3 ein Komparator (nicht dargestellt)
vorgesehen, der erkennt, ob die Primärspannung dem Unterbrechen des Primärkreises
einen Schwellwert übersteigt. Dieser ist gleich dem halben Wert der Klemmspannung,
d. h., hier gleich 180 V.
[0015] Ferner ist ein Zeitfenster F vorgesehen, das bei Unterbrechen des Primärkreises (A)
gestartet wird und eine Länge von 50 µs besitzt. Mit Hilfe dieses Fensters F werden
Verzögerungen im Abbau der primären Zündspannungen erkannt. Diese Verzögerungen sind
ein Indikator für Fehler im Sekundärkreis der Zündanlage. Hierzu wird geprüft, ob
die primäre Zündspannung bei Ablauf des Fensters F unter den Schwellwert abgesunken
ist. Ist dies, wie im Fall b dargestellt, nicht der Fall, so ergibt sich daraus eine
Störung im Sekundärkreis, die im Steuergerät 3 registriert wird und beispielsweise
auch dazu verwendet werden kann, die Kraftstoffzufuhr des Zylinders, in dem sich die
Zündkerze 7 befindet, zu unterbrechen. Durch Variation der Länge des Fensters F ist
es auch möglich, den Verlauf der primärseitigen Zündspannung genauer zu überprüfen.
[0016] Es ist ohne weiteres zu erkennen, daß die mit Hilfe des Komparators und des Fensters
F erzielte Aussage über den Zustand der Zündanlage frei von Störungen ist, die durch
äußere Störquellen oder aber auch durch Störungen innerhalb der Zündanlage, wie beispielsweise
parasitäre Kapazitäten, hervorgerufen sein können. Die Kopplung des Fensters an den
Auslösezeitpunkt und nicht an den Verlauf der primärseitigen Zündspannung liefert
ein besonders störungsfreies Ergebnis.
1. Verfahren zum Prüfen der Zündanlage einer Brennkraftmaschine, mit einer Zündspule,
mit einer Überwachungseinrichtung für die primäre Zündspannung und mit einer Fehleranzeige
dann, wenn die primäre Zündspannung eine vorgegebene Zeit über einer vorgegebenen
Schwelle liegt, dadurch gekennzeichnet, daß die primäre Zündspannung auf einen Wert
begrenzt ist, der etwa doppelt so hoch wie die vorgegebene Schwelle ist und daß die
Fehleranzeige erzeugt wird, wenn die primäre Zündspannung nach dem Unterbrechen des
primären Zündstroms den Schwellwert nicht erreicht oder nicht unter die Schwelle absinkt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Absinken der primären Zündspannung
mittels eines Zeitfensters (F) festgestellt wird, das bei Unterbrechen des primären
Zündstroms gestartet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Überwachung der
primären Zündspannung im Steuergerät (3) der Zündanlage durchgeführt wird.