Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einer Einrichtung zur Steuerung eines hydraulischen Motors
nach der im Oberbegriff des Anspruchs 1 näher angegebenen Gattung.
[0002] Es ist schon eine solche Einrichtung aus der DE 40 20 451 A1 bekannt, bei der ein
hydraulischer Differentialzylinder über ein elektrohydraulisches Wegeventil ansteuerbar
ist, das mit einem differenzdruckabhängig gesteuerten, proportional arbeitenden Umschaltventil
zusammenarbeitet. Dieses Umschaltventil ist über eine Meßdrossel ansteuerbar, die
in einen vom Regelventil gesteuerten Volumenstrom geschaltet ist. Mit dieser Einrichtung
sind beim Steuern des hydraulischen Motors Volumenströme beherrschbar, deren Größe
die Nenngröße des Regelventils selbst erheblich übersteigt. Bei dem als Schließzylinder
in einer Kunststoff-Spritzgießmaschine verwendeten Differentialzylinder kann ferner
beim Ausfahren der Kolbenstange eine Tauchkolbenschaltung realisiert werden, wobei
der aus dem Ringraum abfließende Volumenstrom wenigstens teilweise in den Zylinderraum
zurückgeführt wird. Andererseits wird beim Einfahren der Kolbenstange der aus dem
Zylinderraum abfließende Volumenstrom geteilt, wobei über das Regelventil und das
Umschaltventil jeweils nur ein einfacher Volumenstrom abgeführt wird, so daß eine
erhöhte Rücklaufdrosselung am Regelventil vermieden wird. Am Regelventil müssen daher
in beiden Arbeitsrichtungen des Differentialzylinders keine über dessen Nenngröße
hinausgehenden Volumenströme verarbeitet werden. Obwohl die Meßdrossel eine besonders
genaue Steuerung des Volumenstroms ermöglicht, kann es doch in manchen Fällen von
Nachteil sein, daß die Meßdrossel einen zusätzlichen Aufwand erfordert, zumal auch
zwei Steuerleitungen zur Ansteuerung des differenzdruckgesteuerten Umschaltventils
notwendig sind. Ferner erzeugt die Meßdrossel einen zusätzlichen Druckverlust in dem
Volumenstrom, der bereits die Durchflußwiderstände des Regelventils und eines Sperrventils
überwinden muß. Außerdem ist bei der Anordnung einer kleinen Meßdrossel zwischen Motor
und Regelventil ein zusätzliches Umgehungs-Rückschlagventil erforderlich, um unnötige
Druckverluste zu vermeiden.
Vorteile der Erfindung
[0003] Die erfindungsgemäße Einrichtung zur Steuerung eines hydraulischen Motors mit den
kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs hat demgegenüber den Vorteil, daß die
Meßdrossel und der damit verbundene Druckverlust entfallen, wobei die bisherigen Vorteile
der Einrichtung im wesentlichen beibehalten werden. Mit dem Wegfall der Meßdrossel
entfällt auch eine der zugeordneten Steuerleitungen. In der Einrichtung wird nun das
Druckgefälle des als Wegepatrone ausgebildeten Sperrventils zum Steuern des differenzdruckgesteuerten
Umschaltventils ausgenutzt. Dieses Sperrventil ist in der Einrichtung ohnedies schon
vorhanden für die Zu- und Abschaltung der Tauchkolbensteuerung. Weiterhin kann bei
vorliegender Einrichtung auch auf das Umgehungs-Rückschlagventil zur Meßdrossel verzichtet
werden. Insgesamt läßt sich mit vorliegender Einrichtung in verstärktem Maße eine
Energieeinsparung erzielen. Zudem baut die Einrichtung weniger aufwendig und kostengünstig.
[0004] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen der im Hauptanspruch angegebenen Einrichtung möglich. Besonders
günstig für eine einfache und billige Bauweise ist es, wenn die Einrichtung gemäß
den Ansprüchen 2 bis 5 ausgebildet wird, wobei zudem eine energiesparende Arbeitsweise
erreichbar ist. Zweckmäßig ist es, wenn die Einrichtung gemäß Anspruch 6 ausgeführt
wird; dadurch kann das Öffnen der Werkzeugform anfangs mit einer größeren Kraft durch
Druckbeaufschlagung des Zylinderraums erfolgen, wonach anschließend ein schnelles
Öffnen der Form in Tauchkolbenschaltung möglich ist. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen
ergeben sich aus den übrigen Ansprüchen, der Beschreibung sowie der Zeichnung.
Zeichnung
[0005] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und in der
nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen Figur 1 eine Einrichtung zur
Steuerung eines hydraulischen Motors in vereinfachter Darstellung, Figur 2 einen Längsschnitt
durch das in Figur 1 vereinfacht dargestellte Sperrventil, Figur 3 ein Durchflußdiagramm
für das Sperrventil nach Figur 2, Figur 4 einen Längsschnitt durch das in Figur 1
vereinfacht dargestellte Umschaltventil und Figur 5 Kennlinien für den Rückfluß-Volumenstrom
aus dem Zylinder beim Schließen.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0006] Die Figur 1 zeigt eine Einrichtung 10 zur Steuerung eines hydraulischen Motors, der
hier als Differential-Zylinder 11 ausgebildet ist, wie er zum Beispiel als Schließ-Zylinder
in einer Kunststoff-Spritzgießmaschine zum Betätigen einer Form verwendet wird. Der
Differential-Zylinder 11 hat einen seiner großen wirksamen Fläche zugeordneten Zylinderraum
12 und einen der kleineren wirksamen Fläche zugeordneten Ringraum 13, wobei deren
Flächenverhältnis wie 2:1 ausgebildet ist.
[0007] Die Einrichtung 10 weist im wesentlichen als Bauelemente ein als elektrohydraulisches
Regelventil ausgebildetes Proportionalventil 14, ein druckabhängig gesteuertes Umschaltventil
15, ein vorgesteuertes Sperrventil 16, ein Rückschlagventil 17 sowie ein Sicherheitsventil
18 auf.
[0008] Das an sich bekannte Proportionalventil 14 ist zweistufig ausgebildet, in einen nicht
näher gezeichneten Regelkreis geschaltet und weist neben einer federzentrierten Neutralstellung
19 mit zugehöriger Nullentlastung eine erste Arbeitsstellung 21 sowie eine zweite
Arbeitsstellung 22 auf. Ein mit P bezeichneter Zulaufanschluß 23 wird von einer Pumpe
24 über eine Zulaufleitung 25 mit Druckmittel versorgt, wobei in die Zulaufleitung
25 das Sicherheitsventil 18 geschaltet ist. Ein mit T bezeichneter Rücklaufanschluß
26 steht über eine Tankleitung 27, in die das Sperrventil 16 geschaltet ist, mit dem
Tank 28 in Verbindung. Von einem mit A bezeichneten ersten Motoranschluß 29 führt
eine erste Arbeitsleitung 31 in den Ringraum 13 des Differential-Zylinders 11. In
entsprechender Weise ist ein mit B bezeichneter, zweiter Motoranschluß 32 über eine
zweite Arbeitsleitung 32 mit dem Zylinderraum 12 verbunden.
[0009] Wie die Figur 1 in Verbindung mit Figur 2 näher zeigt, besteht das in die Tankleitung
27 geschaltete Sperrventil 16 aus einer 2/2-Wegepatrone 34 in Sitzventilbauart, die
hydraulisch von einem als Vorsteuerventil dienenden Magnetventil 35 vorgesteuert wird.
Das Sperrventil 16 ist als normal geschlossenes Ventil ausgebildet, da in der Wegepatrone
34 der Ventilkörper 36 von einer Feder 37 auf seinen zugeordneten Sitz gedrückt wird.
Dabei trennt der Ventilkörper 36 einen stirnseitig gelegenen A-Anschluß 38 von einem
seitlich gelegenen B-Anschluß 39. Während der A-Anschluß 38 über einen Abschnitt der
Tankleitung 27 mit dem Proportionalventil 14 Verbindung hat, ist der B-Anschluß 39
zum Tank 28 entlastet. Die Wegepatrone 34 ist in üblicher Weise mit einem Flächenverhältnis
von 1:1,6 ausgebildet. Von einem Steueranschluß 41 der Wegepatrone 34 führt eine erste
Steuerleitung 42 zum Magnetventil 35, das als 4/3-Wegeventil ausgeführt ist. Vom Magnetventil
35 führt eine zweite Steuerleitung 43 über eine Drosselstelle 40 zu dem zwischen Proportionalventil
14 und Sperrventil 16 liegenden Abschnitt der Tankleitung 27, so daß also der Druck
stromaufwärts vom Sperrventil 16 in der Tankleitung abgegriffen werden kann. Weiterhin
geht vom Magnetventil 35 eine dritte Steuerleitung 44 ab, die zum Umschaltventil 15
führt. Ferner ist das Magnetventil 35 über eine vierte Steuerleitung 45 mit dem Tank
28 verbunden. Das Magnetventil 35 weist eine Mittelstellung 46 auf, in der es die
erste bis dritte Steuerleitung 42 bis 44 über die vierte Steuerleitung 45 zum Tank
28 entlastet. Ferner kann das Magnetventil 35 in zwei Arbeitsstellungen ausgelenkt
werden, nämlich in eine Parallelstellung 47 und in eine Kreuzstellung 48. Das Sperrventil
kann neben einem Öffnen und Schließen der Tankleitung 27 auch eine Art Rückschlagventil-Funktion
übernehmen.
[0010] Die Figur 3 zeigt ein Durchflußdiagramm für die Wegepatrone 34 nach Figur 2, wobei
die Kennlinie 49 die Abhängigkeit des Durchflusses Q von dem Druckgefälle ΔP darstellt.
Wie die stetig gekrümmte Kennlinie 49 deutlich zeigt, erhöht sich mit dem Durchfluß
auch der Durchflußwiderstand. Diese Kennlinie 49 gilt für eine bestimmte Nenngröße,
wobei die Kennlinien für kleinere Nenngrößen von Wegepatronen einen steileren Verlauf
aufweisen, während größere Nenngrößen einen flacheren Kennlinienverlauf haben. Wie
aus der Kennlinie 49 hervorgeht, ist jedem Durchfluß durch die Wegepatrone 34 ein
bestimmter Druckabfall zugeordnet, so daß dieser Druck über die dritte Steuerleitung
44 zum Ansteuern des Umschaltventils 15 verwendet werden kann.
[0011] Wie Figur 1 näher zeigt, ist das druckabhängig gesteuerte Umschaltventil 15 in eine
Rücklaufleitung 51 geschaltet, welche den Zylinderraum 12 des Zylinders 11 unmittelbar
mit dem Tank 28 verbindet. Wie aus Figur 1 in Verbindung mit Figur 4 näher hervorgeht,
ist das Umschaltventil 15 als 2/2-Wegepatrone in Schieberbauweise mit einem Flächenverhältnis
von 1:1 ausgeführt. Die Wegepatrone 52 ist als normal geschlossenes Ventil ausgeführt,
dessen stirnseitiger A-Anschluß 53 zum Tank 28 entlastet ist, während der radial liegende
B-Anschluß 54 über einen Abschnitt der Rücklaufleitung 51 mit dem Zylinderraum 12
verbunden ist. Der Schieber 55 wird von einer Feder 56 in Richtung seiner Sperrstellung
belastet und gleichsinnig dazu vom Druck im A-Anschluß 53. Die dritte Steuerleitung
44 ist an einem Steueranschluß 57 angeschlossen, so daß deren Druck den Schieber 55
gegen die Kraft der Feder 56 in Öffnungsrichtung auslenken kann. Die Wegepatrone 52
arbeitet als stetig wirkendes Drosselventil, das die Größe des über die Rücklaufleitung
51 abfließenden Volumenstroms proportional zur Größe des im Steueranschluß 57 herrschenden
Steuerdrucks steuert.
[0012] Für die Tauchkolbenschaltung ist noch eine Bypaßleitung 58 vorgesehen, die von dem
Abschnitt der Tankleitung 27 zwischen Proportionalventil 14 und Sperrventil 34 abzweigt
und in die zweite Arbeitsleitung 33 mündet. Auf diese Weise ist der Rücklaufanschluß
26 des Proportionalventils 14 unter Umgehung von Umschaltventil 15 und Sperrventil
16 unmittelbar mit dem Zylinderraum 12 verbunden. In diese Bypaßleitung 58 ist das
Rückschlagventil 17 so geschaltet, daß es zum Zylinderraum 12 hin öffnet.
[0013] Die Wirkungsweise der Einrichtung 10 wird wie folgt erläutert, wobei auf deren Funktion
nur so weit eingegangen wird, als zum Verständnis der Erfindung erforderlich ist.
[0014] Zum Schließen der Form wird der Differential-Zylinder 11 auf der Seite des Ringraumes
13 mit Druckmittel beaufschlagt, so daß die Kolbenstange einfährt. Zu diesem Zweck
wird das Proportionalventil 14 in seine erste Arbeitsstellung 21 gesteuert und zugleich
das Magnetventil 35 in seine Kreuzstellung 48 ausgelenkt. Von der Pumpe 24 gefördertes
Druckmittel gelangt über das Proportionalventil 14 und die erste Arbeitsleitung 31
in den Ringraum 13; gleichzeitig wird aus dem Zylinderraum 12 ein doppelt so großer
Volumenstrom verdrängt. Dieser verdrängte Volumenstrom teilt sich auf in zwei Teilströme.
Einer dieser Teilströme fließt über die zweite Arbeitsleitung 33 und über die Steuerkante
B-T im Proportionalventil 14 in die Tankleitung 27 und weiter über die geöffnete Wegepatrone
34 des Sperrventils 16 zum Tank 28. Die Wegepatrone 34 ist dabei geöffnet, weil deren
Steueranschluß 41 über die erste Steuerleitung 42 und das in Kreuzstellung 48 befindliche
Magnetventil 35 zur vierten Steuerleitung 45 und damit zum Tank entlastet ist. Gleichzeitig
wird über die zweite Steuerleitung 42 der stromaufwärts von der Wegepatrone 34 herrschende
Druck in der Tankleitung 27 abgegriffen und über das in Kreuzstellung 48 befindliche
Magnetventil 35 und die dritte Steuerleitung 44 in den Steueranschluß 57 des Umschaltventils
15 geführt. Wie die Kennlinie 49 in Figur 3 näher zeigt, ändert sich dieser stromaufwärts
von der Wegepatrone 34 abgegriffene Steuerdruck abhängig von der Größe des zum Tank
28 fließenden Volumenstroms. Mit diesem Steuerdruck läßt sich somit das Öffnen des
Umschaltventils 15 steuern, so daß der zweite Teilstrom vom Zylinderraum 12 über die
Rücklaufleitung 51 unmittelbar zum Tank 28 abströmen kann. Mit ansteigendem Durchfluß
durch die Wegepatrone 34 wird auch das Umschaltventil 15 zunehmend geöffnet.
[0015] Diese Verhältnisse für den Rückfluß-Volumenstrom aus dem Zylinderraum 12 zum Tank
28 beim Schließen der Form sind in Figur 5 näher dargestellt. Dort zeigt eine erste
Kennlinie 61 den Verlauf des über das Proportionalventil 14 abfließenden Volumenstroms
zum Tank 28, während eine zweite Kennlinie 62 den zweiten Teilstrom, der über das
Umschaltventil 15 zum Tank 28 abströmt, darstellt. Dabei ist aus Figur 5 deutlich
erkennbar, daß das Umschaltventil 15 erst relativ verzögert zum Proportionalventil
14 öffnet. Die dritte Kennlinie 63 veranschaulicht nun den gesamten zum Tank abfließenden
Volumenstrom Q der hier im Endhubbereich nahezu doppelt so groß ist wie der vom Proportionalventil
14 gesteuerte Teilstrom nach Kennlinie 61. Das Proportionalwegeventil 14 kann daher
in einer relativ kleinen Nenngröße eingesetzt werden. Zum Steuern des Umschaltventils
15 wird dabei das Druckgefälle des Sperrventils 16 ausgenutzt, das ohnedies für die
Durchführung einer Tauchkolbensteuerung vorhanden ist. Der über das Proportionalventil
14 und die Wegepatrone 34 zum Tank abfließende Volumenstrom braucht daher nicht mehr
eine dritte Drosselstelle in Form einer Meßdrossel zu durchströmen, so daß die Steuerung
energiesparend arbeitet. Auch ist lediglich eine einzige, dritte Steuerleitung 44
erforderlich, um den abgegriffenen Steuerdruck über das Magnetventil 35 zum Umschaltventil
15 zu führen.
[0016] Die Funktionen Beschleunigen und Bremsen lassen sich somit beim Schließvorgang mit
Hilfe des elektrohydraulisch gesteuerten Proportionalventils 14 in einwandfreier Weise
durchführen. Die gesamten Funktionen für die Schließbewegung können erst gefahren
werden, wenn das Sicherheitsventil 18 mit Stellungsüberwachung geöffnet ist. Dies
ist erst dann möglich, wenn ein zugeordnetes Schutzgitter geschlossen wurde.
[0017] Zum Öffnen der Werkzeugform muß die Kolbenstange im Differnetial-Zylinder 11 ausgefahren
werden, wozu das Proportionalventil 14 den Zylinderraum 12 mit Druckmittel beaufschlagen
muß. Zu diesem Zweck wird das Proportionalventil in seine zweite Arbeitsstellung 22
gesteuert, so daß Druckmittel von der Pumpe 24 zum Zylinderraum 12 gelangt und die
Kolbenstange zunächst mit großer Kraft ausgestoßen wird. Dabei ist der Ringraum 13
des Zylinders 11 über die erste Arbeitsleitung 31, die Steuerkante A-T im Proportionalventil
14, die Tankleitung 27 und das Sperrventil 16 zum Tank 28 entlastet. Das Magnetventil
35 nimmt hierbei seine Mittelstellung 46 ein, so daß der Steueranschluß 41 in der
Wegepatrone 34 entlastet ist und somit die Wegepatrone 34 als Rückschlagventil arbeiten
kann. Erst nach dem anfänglichen Öffnen der Form mit großer Kraft wird durch Schließen
des Sperrventils 16 die Tauchkolbenschaltung für ein schnelles Öffnen der Form aktiviert,
wozu das Magnetventil 35 in seine Parallelstellung 47 geschaltet wird. Dabei wird
die Wegepatrone 34 geschlossen und das vom Ringraum 13 ausströmende Druckmittel gelangt
stromabwärts vom Proportionalventil 14 über die Bypaßleitung 58 und das sich öffnende
Rückschlagventil 17 in die zweite Arbeitsleitung 33 und damit zum Zylinderraum 12.
Während dieses Öffnungsvorganges bleibt das Umschaltventil 15 stets gesperrt, da der
am B-Anschluß 54 anstehende Druck die Stellung des Schiebers 55 nicht beeinflussen
kann. Das für die Tauchkolbenstellung erforderliche Sperrventil 16 übernimmt somit
zwei Funktionen, da sein Druckabfall zugleich auch für die Steuerung des Umschaltventils
15 genutzt wird. Bei vorliegender Einrichtung ist auch beim Öffnen der Werkzeugform
kein Umgehungs-Rückschlag-Ventil mehr notwendig, wie es bisher zur Vermeidung von
unnötigen Druckverlusten an einer Meßdrossel erforderlich war.
[0018] Bei der Einrichtung 10 wird sowohl beim Ausfahren wie auch beim Einfahren der Kolbenstange
im Differentialzylinder 11 stets nur ein einfacher Volumenstrom über das Proportionalventil
14 geführt, dessen Nenngröße entsprechend klein gewählt werden kann. Auch das Sperrventil
16 muß lediglich auf einen einfachen Volumenstrom ausgelegt werden und kann eine entsprechend
kleine Nenngröße aufweisen.
[0019] Selbstverständlich sind an der gezeigten Ausführungsform Änderungen möglich, ohne
vom Gedanken der Erfindung abzuweichen. So läßt sich die Einrichtung 10 auch mit einem
Differentialzylinder betreiben, bei dem die ausfahrende Kolbenstange ein Schließen
der Werkzeugform bewirkt. Ferner können in die Einrichtung für zusätzliche Funktionen
wie Druckaufbau und Dekompression auch zusätzliche Ventilelemente eingebaut werden.
Anstelle des zweistufigen Proportionalventils 14 läßt sich auch ein einstufiges Regelventil
verwenden. Das einfach durchströmte Umschaltventil 15 läßt sich auch als doppelt durchströmtes
Umschaltventil ausführen. Vorliegende Einrichtung eignet sich besonders für Schließeinrichtungen
von Spritz- und Blasmaschinen.
1. Einrichtung zur Steuerung eines hydraulischen Motors, insbesondere eines Schließzylinders
einer Kunststoff-Spritzgießmaschine, bei welcher Einrichtung der Motor als Differentialzylinder
mit Ringraum und Zylinderraum ausgebildet und über ein elektrohydraulisches Regelventil
ansteuerbar ist, und mit einem einen Steuerdruck erzeugenden Bauelement, das zumindest
beim Entleeren des Zylinderraums in einen über das Regelventil geführten ersten Volumenstrom
geschaltet ist und dabei einen Steuerdruck erzeugt, mit der ein differenzdruckabhängig
gesteuertes, proportional arbeitendes Umschaltventil ansteuerbar ist, das beim Entleeren
des Zylinderraums einen zum ersten Volumenstrom parallel geführten, zweiten Volumenstrom
zum Tank steuert, und mit einer Tauchkolbenschaltung, um einen aus dem Ringraum abfließenden
Volumenstrom über eine Bypaßleitung mit einem zum Rücklauf-Anschluß hin sperrenden
Rückschlagventil in den dabei druckbeaufschlagten Zylinderraum zurückzuführen, und
mit einem Sperrventil, das in eine vom Rücklauf-Anschluß des Regelventils zum Tank
geführte Tankleitung geschaltet und von einem Vorsteuerventil ansteuerbar ist, dadurch
gekennzeichnet, daß die Funktion des den Steuerdruck erzeugenden Bauelements vom Sperrventil
(16) übernommen wird und von dessen Vorsteuerventil (35) mindestens eine Steuerleitung
(44) zum proportional arbeitenden Umschaltventil (15) zu dessen Ansteuerung geführt
ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Umschaltventil (15) als
stetig arbeitende 2-Wege-Patrone (52) ausgebildet ist, deren seitlicher, druckunempfindlicher
Anschluß (54) mit dem Zylinderraum (12) Verbindung hat, während der stirnseitige,
druckempfindliche Anschluß (53) zum Tank (28) entlastet ist und daß deren Schieber
(55) gleichsinnig zum Druck im stirnseitigen Anschluß (53) von der Kraft einer Feder
(56) und gegensinnig von dem Druck in der dritten Steuerleitung (44) beaufschlagt
ist, wobei der Schieber (55) von der Feder (56) in Richtung einer Sperrstellung belastet
ist und gegen die Kraft der Feder (56) öffnet.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperrventil (16)
eine Durchflußkennlinie (49) aufweist, die mit zunehmendem Durchfluß (Q) einen stetig
ansteigenden Durchflußwiderstand (Δp) aufweist.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperrventil (16) als
2-Wege-Patrone (34) in Sitzventilbauart ausgeführt ist, deren stirnseitiger Anschluß
(38) an das Regelventil (14) und deren seitlicher Anschluß (39) an den Tank (28) angeschlossen
sind, dessen Ventilkörper (36) von der Feder (37) und vom Druck im Steueranschluß
(41) in Schließrichtung und vom Druck im stirnseitigen Anschluß (38) in Öffnungsrichtung
belastet ist und insbesondere ein Flächenverhältnis von 1:1,6 aufweist.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperrventil
(16) in die vom Regelventil (14) abgehende Tankleitung (27) stromabwärts von der Abzweigung
der Bypaßleitung (58) geschaltet ist.
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß im hydraulischen
Motor (11) zum Schließen der Form dessen Ringraum (13) mit Druckmittel beaufschlagt
wird.
7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das im Sperrventil
(16) zur Vorsteuerung dienende Magnetventil (35) als 4/3-Ventil ausgebildet ist, von
dem zwei abgehende Steuerleitungen (42, 43) zur Ansteuerung der Wegepatrone (34) dienen,
eine vierte Steuerleitung (45) zum Tank (28) führt und eine dritte Steuerleitung (44)
an einen Steueranschluß (57) des Umschaltventils (15) angeschlossen ist.
8. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die zum Zylinderraum (12) führende Arbeitsleitung (33), die Bypaßleitung (58)
und die Rücklaufleitung (51) im Bereich zwischen Regelventil (14) und Zylinderraum
(12) einen gemeinsamen Knotenpunkt bilden.