[0001] Die Erfindung betrifft ein hydraulisch angetriebenes Handwerkzeug mit einer Pumpe,
einem elektrischen Pumpenmotor, der durch einen mit einer Arretiereinrichtung versehenen
Schalter betätigbar ist, mit einem Zylinder, der einen Tankraum und einen Kolbenraum
aufweist, in dem ein durch Federkraft rückstellbarer Kolben mit einer Kolbenstange
angeordnet ist, sowie mit einem an den Kolbenraum angesetzten hydraulischen Steuerblock,
in dem
a) ein Steuerventil für die Verbindung des Kolbenraums mit dem Tankraum angeordnet
ist, welches Steuerventil durch Beaufschlagung seiner Druckseite hydraulisch in seine
Öffnungsstellung und durch einen in den Kolbenraum ragenden Stößel durch den Kolben
mechanisch in seine Schließstellung steuerbar ist,
b) ein auf einen Grenzdruck ansprechendes Sensorventil für die hydraulische Ansteuerung
des Steuerventils,
c) und ein Arretierkolben mit einem Stößel für die Arretiereinrichtung
angeordnet sind.
[0002] Derartige Geräte, die auch als elektro-hydraulische Geräte bezeichnet werden, sind
bekannt. Sie werden vorzugsweise - aber nicht ausschließlich - zum radialen Verpressen
sogenannter Rohrverbindungen mittels auswechselbarer Preßköpfe verwendet, die dem
Rohrdurchmesser und der Form der Rohrverbindung angepaßt sind. Ein solcher Preßkopf
und eine damit hergestellte Rohrverbindung sowie der Preßvorgang selbst werden in
der DE 27 25 280 A1 beschrieben. Daraus geht auch hervor, daß der Preßvorgang äußerst
präzise ausgeführt werden muß. So ist es insbesondere erforderlich, einen einmal eingeleiteten
Preßvorgang kontinuierlich zu Ende zu führen, d.h. die Preßbacken, die der Rohrverbindung
angepaßt sind, müssen sich absolut vollständig schließen.
[0003] Ein rein hydraulisches Gerät ist in der DE 21 36 782 C2 beschrieben. Das betreffende
Gerät setzt jedoch die Existenz eines Hydraulik-Aggregats voraus. Über eine hydraulische
Steuerung des Preßvorgangs werden keine detaillierten Ausführungen gemacht.
[0004] In dem Prospekt "sanfix" + "sanpress" der Firma Viega ist ein elektro-hydraulisches
Werkzeug der eingangs angegebenen Gattung beschrieben, bei dem die Kolbenstange über
Rollen auf zwei schiefe Ebenen einwirkt, die zu den Preßbacken des Preßkopfes gehören.
Das betreffende Gerät schaltet nach Erreichen eines eingestellten Höchstdrucks automatisch
auf Rücklauf um. Durch eine Arretiereinrichtung wird auch in diesem Fall der elektrische
Schalter im Einschaltzustand gehalten, bis der Höchstdruck erreicht bzw. der Preßvorgang
beendet ist.
[0005] Derartige Preßvorgänge setzen eine außerordentlich präzise zeitliche Abfolge der
einzelnen Steuervorgänge in dem hydraulischen Steuerblock voraus, insbesondere einen
raschen Vorschub und Rückzug des Kolbens, um ein weitgehend ermüdungsfreies Arbeiten
zu ermöglichen.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein hydraulisch angetriebenes Handwerkzeug
der eingangs beschriebenen Gattung anzugeben, das im hydraulischen Steuerblock schnell
und genau ansprechende hydraulische Steuerelemente enthält.
[0007] Die Lösung der gestellten Aufgabe erfolgt bei dem eingangs angegebenen hydraulisch
angetriebenen Handwerkzeug erfindungsgemäß dadurch, daß
d) dem Steuerventil auf seiner Druckseite ein Rückflußventil vorgeschaltet ist, das
durch den Pumpendruck in Schließstellung gehalten wird, bei Druckentlastung jedoch
den Weg für das durch die Stößelbetätigung auf der Druckseite des Steuerventils verdrängte
Druckmedium in Richtung auf einen drucklosen Teil des Systems freigibt,
e) das Steuerventil einen Steuerkörper mit einem Ringkanal aufweist, über den die
Verbindung des Kolbenraums mit dem Tankraum über radial in den Ringkanal einmündende
Kanäle herstellbar ist,
f) das Sensorventil in einer Zylinderbohrung angeordnet ist und einen federbelasteten
zylindrischen Sensorkörper mit einer kreisförmigen Stirnfläche aufweist, die durch
den Pumpendruck entgegen der Federkraft beaufschlagbar ist, und daß eine radial in
die Zylinderbohrung einmündende Steuerleitung mit der Druckseite des Steuerventils
verbunden ist.
[0008] Das dem Steuerventil vorgeschaltete Rückflußventil, das in der Vorschubphase des
Kolbens durch den Druck der Hydraulikpumpe geschlossen gehalten wird, sorgt dafür,
daß nach Druckentlastung durch Stillsetzen des Pumpenmotors das Hydrauliköl von der
Druckseite des Steuerventils ohne großen Widerstand abfließen kann. Hierbei ist zu
beachten, daß der Steuerkörper des Steuerventils am Ende der Rückschubbewegung des
Kolbens gewissermaßen auf den letzten Millimetern durch den Kolben selbst über den
Stößel zurückgeschoben wird, letztendlich also durch die Rückstellfeder des Kolbens.
Es handelt sich hierbei um eine geringe Teilmenge des Hydrauliköls, das als Steuerflüssigkeit
für das Steuerventil verwendet wird.
[0009] Durch den Ringkanal im Steuerkörper, in den die Kanäle radial einmünden, wird ein
sehr großer Querschnitt für die Rückströmung des Hydrauliköls aus dem Kolbenraum in
den Tankraum geschaffen. Es handelt sich hierbei um die Hauptmenge des Hydrauliköls,
die ausschließlich durch die Rückstellfeder des Kolbens verdrängt wird. Hierbei ist
zu beachten, daß die Auslegung der Rückstellfeder auf einem Kompromiß beruhen muß:
Eine starke Rückstellfeder begünstigt zwar eine schnelle Rückschubbewegung des Kolbens,
wenn das Hydrauliköl durch enge Kanäle strömen muß, verzehrt aber andererseits einen
erheblichen Teil der Kräfte beim Vorschub des Kolbens. Umgekehrt begünstigt eine schwache
Rückstellfeder den Vorschub des Kolbens und der Kolbenstange, verzögert aber den Rückfluß
der Hydraulikflüssigkeit.
[0010] Weiterhin ist auch die besondere Gestaltung des Sensorventils von Vorteil: Der im
Kolbenraum anstehende Druck wirkt stets auf eine genau definierte Fläche des Sensorkörpers
ein, nämlich auf dessen kreisförmige Stirnfläche. Dadurch weicht der Sensorkörper
bei Überschreiten des durch die Vorspannung der Feder eingestellten Grenzdrucks sofort
aus, legt hierbei einen entsprechend großen Weg zurück und gibt die radial einmündende
Steuerleitung zur Druckseite des Steuerventils frei.
[0011] Durch die erfindungsgemäße Lösung erfolgt also eine zeitlich exakte Abfolge der einzelnen
Ventilbewegung bei gleichzeitiger Freigabe großer Öffnungsquerschnitte, wobei der
Arbeitsablauf präziser und schneller erfolgt.
[0012] Es ist dabei im Zuge einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung besonders vorteilhaft,
wenn der Steuerkörper und der in den Kolbenraum ragende Stößel als getrennte Bauteile
ausgeführt sind und wenn der Stößel mittels einer Führungsbuchse zumindest weitgehend
dicht im Steuerblock geführt ist.
[0013] Hierdurch wird eine mechanische Überbestimmung der Führungen von Stößel und Steuerkörper
vermieden, desgleichen die Druckbeaufschlagung des Steuerkörpers durch Lecköl, so
daß der Steuerkörper nicht als Differenzialkolben ausgeführt werden muß.
[0014] Es ist dabei weiterhin von Vorteil, wenn der Steuerkörper sich im kolbenseitigen
Abschnitt einer Stufenbohrung befindet und wenn sich auf der Druckseite des Steuerkörpers
im kolbenfernen erweiterten Abschnitt der Stufenbohrung ein Einsatzkörper mit mindestens
einem ersten Rückflußkanal befindet, der über einen im Steuerblock angeordneten zweiten
Rückflußkanal mit dem Rückflußventil verbunden ist.
[0015] Hierdurch wird der Abfluß der Steuerflüssigkeit von der Druckseite des Steuerkörpers
weiter begünstigt.
[0016] Es ist im Zuge einer wiederum weiteren Ausgestaltung der Erfindung von Vorteil, wenn
sich der Sensorkörper des Sensorventils im kolbenseitigen Abschnitt einer Stufenbohrung
befindet und einen Ringflansch aufweist, der sich gegen eine Druckfeder abstützt,
die mittels eines Einsatzkörpers im kolbenfernen Abschnitt der Stufenbohrung gehalten
ist.
[0017] Weitere Ausgestaltungen des Erfindungsgegenstandes ergeben sich aus den übrigen Unteransprüchen.
[0018] Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes wird nachfolgend anhand der Figuren
1 bis 7 näher erläutert.
[0019] Es zeigen:
- Figur 1
- eine teilweise geschnittene Seitenansicht eines Handwerkzeugs ohne Preßbacken,
- Figur 2
- einen schematisierten Schnitt durch den Steuerblock und den Kolbenraum des Zylinders
in der Ausgangsstellung, also drucklos,
- Figur 3
- eine mit Figur 2 weitgehend übereinstimmende Darstellung unmittelbar nach Überschreiten
des Höchstdrucks bei Beginn des Rückflusses der Hydraulikflüssigkeit zum Tank,
- Figur 4
- einen vergrößerten Ausschnitt aus dem linken Teil des Steuerblocks gemäß Figur 2,
- Figur 5
- einen vergrößerten Ausschnitt aus dem linken Teil des Steuerblocks in Figur 3,
- Figur 6
- einen vergrößerten Schnitt durch das Sensorventil in einem Zustand gemäß Figur 2,
und
- Figur 7
- einen vergrößerten Schnitt durch das Sensorventil in einer Stellung gemäß Figur 3.
[0020] In Figur 1 ist ein Gehäuse 1 dargestellt, in dem ein Pumpenmotor 2 mit einer Motorwelle
3 untergebracht ist. Das Gehäuse 1 setzt sich in einem pistolenförmigen Handgriff
4 fort, der mit einer Kabeleinführung 5 versehen ist und aus dem eine Schaltertaste
6 vorsteht.
[0021] An das Gehäuse 1 ist ein Getriebeteil 7 angeschraubt, dessen Stirnrad 8 mit dem Ende
der Motorwelle 3 zusammenwirkt, das als Ritzel ausgebildet ist. An das Getriebeteil
7 ist ein Steuerblock 9 angesetzt, in dem sich eine hydraulische Pumpe 10 befindet.
In dem Steuerblock ist ferner ein Arretierkolben 11 mit einem Stößel 12 angeordnet
(siehe auch Figuren 2 und 3), der auf eine Arretiereinrichtung 13 einwirkt. Die Arretiereinrichtung
13 ist als Schubstange ausgeführt, die mittels eines Winkelfortsatzes 14 in eine Aussparung
15 zwischen dem Getriebeteil 7 und dem Steuerblock 9 hineinragt und an dem der Stößel
12 des Arretierkolbens 11 anliegt. Die Arretiereinrichtung 13 wird von einem Schutzbügel
16 gehalten, der auf seiner dem Getriebeteil 7 und dem Gehäuse 1 zugewandten Seite
eine Führung 17 für die Arretiereinrichtung 13 bildet. Durch die Montage des Schutzbügels
16 wird die Arretiereinrichtung 13 längsverschieblich in der Führung 17 gehalten.
Solange der Stößel 12 des Arretierkolbens 11 ausgefahren ist (Figur 3) wird die Arretiereinrichtung
13 gegen die Schaltertaste 6 gepreßt und hält den zugehörigen Schalter geschlossen,
so daß das Werkzeug solange in Betrieb gehalten wird, bis der Arbeitsvorgang zu Ende
geführt worden ist.
[0022] Vom Steuerblock 9 führt ein hier nur teilweise sichtbarer Druckkanal 18 in den Kolbenraum
19 eines Zylinders 20, in dem sich ein Kolben 21, der sogenannte Arbeitskolben, befindet.
Der Kolben 21 besitzt eine Kolbenstange 22, die von einer vorgespannten Rückstellfeder
23 umgeben ist. Jenseits des Kolbens 21 wird ein Tankraum 24 gebildet, der mit der
Saugseite der Pumpe 10 verbunden ist und in den die Hydraulikflüssigkeit beim Rückschub
des Kolbens 21 zurückströmt. Unter einer Schraubkappe 25 befindet sich eine elastomere
Membran 26, die zum Ausgleich von Volumensänderungen der Hydraulikflüssigkeit dient.
Die Kolbenstange 22 besitzt an ihrem Ende zwei Rollen 27, von denen nur eine sichtbar
ist. Diese Rollen wirken mit einem hier nicht dargestellten Preßkopf zusammen, der
zwei Preßbacken mit schiefen Ebenen aufweist, auf die die Rollen 27 einwirken. Der
Preßkopf kann mittels eines Bolzens befestigt werden, der durch eine Bohrung 28 in
einer gabelförmigen Verlängerung 29 des Zylinders 20 gehalten ist. Weitere Erläuterungen
hierzu erübrigen sich, da die Arbeitsweise derartiger Preßköpfe bekannt ist.
[0023] Aus den Figuren 2 und 3 geht folgendes hervor: In dem Steuerblock 9 ist ein Steuerventil
30 angeordnet, über das die Druckseite des Kolbenraums 19 mit dem Tankraum 24 verbunden
werden kann. In den Figuren 2 und 4 ist dieses Steuerventil 30 geschossen, in den
Figuren 3 und 5 hingegen geöffnet. Der Rückflußkanal 31 zum Tankraum 24 ist abgebrochen
dargestellt. Der Kolben 21 ist gegenüber der Zylinderwand 20a durch einen Führungsring
21a aus bronzegefülltem PTF geführt und durch eine Dichtungskombination aus einem
Gleitring 21b aus bronzegefülltem PTF und einem O-Ring 21c aus Perbunan abgedichtet
(Figur 3) (PTF = Polytetrafluorethylen).
[0024] Im Steuerblock 9 befindet sich ferner ein auf einen Grenzdruck ansprechendes Sensorventil
32 für die hydraulische Ansteuerung des Steuerventils 30 über eine Steuerleitung 33.
Weitere Einzelheiten dieses Sensorventils 32 werden anhand der Figuren 6 und 7 noch
näher erläutert.
[0025] In dem Steuerblock 9 befindet sich weiterhin ein Rückflußventil 34, das auf der Druckseite
dem Steuerventil 30 über einen Rückflußkanal 35 vorgeschaltet ist. Weitere Einzelheiten
werden nachfolgend anhand der Figuren 4 und 5 noch näher erläutert.
[0026] In den Figuren 2 bis 7 ist der innere Aufbau des Steuerblocks 9 mehr schematisch
dargestellt. In der Praxis liegen die Achsen der einzelnen Ventile und des Arretierkolbens
nicht in einer Ebene, sondern räumlich verteilt, da in dem Steuerblock 9 auch noch
die Pumpe 10 untergebracht ist. Die gewählte graphische Darstellung erleichtert aber
das Verständnis.
[0027] Die in den Figuren 2 bis 7 nicht dargestellte Pumpe 10 liefert das Hydrauliköl in
Richtung des Pfeils 36 in den Druckkanal 18 und von hier in den Kolbenraum 19. Für
den Notfall ist ein Notventil 37 vorgesehen, das der Übersichtlichkeit halber herausgezogen
dargestellt ist. Das Notventil 37 wird durch eine Drucktaste 38 geöffnet, so daß das
im Druckkanal 18 und im Kolbenraum 19 befindliche Öl über einen Kanal 39 und den Rückflußkanal
31 zum Tankraum 24 abfließen kann, wobei sich der Kolben 21 in seine Ausgangsstellung
nach Figur 2 zurückbewegt. Innerhalb des Kanals 39 liegt noch ein Restölventil 40
mit einem Stößel 41, der um etwa 2 mm in den Kolbenraum 19 ragt, so daß das Restölventil
40 am Ende der Rückschubbewegung des Kolbens 20 durch diesen geöffnet wird, so daß
jeglicher Überdruck auf der Druckseite des Kolbens abgebaut werden kann.
[0028] Der Steuerblock 9 besitzt auf seiner dem Kolben 21 zugewandten Stirnseite eine kreisscheibenförmige
Ausnehmung 42, die gewissermaßen auch Verteilerfunktion hat. Ein durch die Pumpe 10
im Druckkanal 18 erzeugter Druck pflanzt sich dadurch nicht nur auf den Kolben 21
fort, sondern steht auch in der Haupt-Steuerleitung 43 an, die über hier nicht näher
bezeichnete Abzweigleitungen mit dem Arretierkolben 11, dem Sensorventil 32 und dem
Rückflußventil 34 in Verbindung steht.
[0029] Der gleiche Druck steht auch in einem achsparallelen Haupt-Rückflußkanal 44 an, dessen
Ende radial auf das Steuerventil 30 ausgerichtet ist. Im Falle der Figur 2 ist dieses
Steuerventil 30 geschlossen. Im Falle der Figur 3 geöffnet, so daß der Haupt-Rückflußkanal
44 mit dem stets drucklosen Rückflußkanal 31 in Verbindung steht.
[0030] In den nachfolgend beschriebenen Figuren 4 bis 7 werden die gleichen Bezugszeichen
verwendet. Das Steuerventil 30 besitzt einen Steuerkörper 45, der einen Ringkanal
46 aufweist, über den die Verbindung des Kolbenraumes 19 mit dem Tankraum 24 herstellbar
ist. Hierzu dient der bereits beschriebene Rückflußkanal 31, der zum Tankraum 24 führt.
Der Steuerkörper 45 besitzt eine Druckseite 47 und eine drucklose Seite 48, auf die
ein Stößel 49 einwirkt, der mittels einer Führungsbuchse 50 zumindest weitgehend öldicht
im Steuerblock 9 geführt ist. Dadurch erfolgt eine mechanisch einwandfreie Führung
von Steuerkörper 45 und Stößel 49, weil keine mechanischen Überbestimmungen vorliegen.
Das vom Steuerkörper 45 bei seiner Verschiebung verdrängte Öl gelangt über den bereits
beschriebenen Kanal 39 und den Verbindungskanal 51 in den bereits beschriebenen stets
drucklosen Rückflußkanal 31 und von dort zum Tank 24. Der Steuerkörper 45 befindet
sich im kolbenseitigen Abschnitt 52 einer Stufenbohrung 53. Auf der Druckseite 47
des Steuerkörpers 45 befindet sich ein kolbenferner erweiterter Abschnitt 54 der Stufenbohrung
53. In diesem Abschnitt 54 ist abgedichtet ein Einsatzkörper 55 angeordnet, der einen
axialen Rückflußkanal 56 aufweist, der über den bereits beschriebenen Rückflußkanal
35 mit dem Rückflußventil 34 verbunden ist. Auf diese Weise kann das bei der Rückwärtsbewegung
des Steuerkörpers 45 verdrängte Öl über das Rückflußventil 34 gegen dessen geringe
Rückstellkräfte abfließen, sobald der Pumpendruck nachläßt und das Sensorventil 32
und damit die Steuerleitung 33 geschlossen sind. Das Rückflußventil 34 besitzt einen
federbelasteten zylindrischen Ventilkörper 57, der auf der federbelasteten Seite über
einen Kanal 58 und die Haupt-Steuerleitung 43 mit dem Kolbenraum 19 verbunden ist.
Weiterhin besitzt der Ventilkörper 57 eine zum Kolbenraum 19 führende Rückflußbohrung
59, mit der sich der Ventilkörper 57 zwecks Unterbrechung der Verbindung zum Steuerventil
30 auf einem Dichtkörper 60 abstützt.
[0031] Der Ventilkörper 57 des Rückflußventils 34 ist im kolbenseitigen Abschnitt 61 einer
Stufenbohrung 62 angeordnet. Im kolbenfernen Abschnitt 63 dieser Stufenbohrung 62
befindet sich abgedichtet ein Einsatzkörper 64, der den Dichtkörper 60 trägt.
[0032] Figur 5 zeigt eine Stellung des Steuerkörpers 45, bei der der Stößel 49 um ca. 7
mm in den Kolbenraum 19 vorgeschoben ist. In dieser Stellung fluchtet der Ringkanal
46 mit dem Haupt-Rückflußkanal 44 und dem zum Tank 24 führenden drucklosen Rückflußkanal
31. Diese Verschiebung ist unter dem Einfluß der Öffnung des Sensorventils 32 entstanden,
die den Druck der Pumpe 10 über die Steuerleitung 33 an die Druckseite 47 des Steuerkörpers
45 weitergegeben hat. Da der Pumpendruck hierbei auch über die Haupt-Steuerleitung
43 und den Kanal 58 auf dem Ventilkörper 57 des Rückflußventils 34 ansteht, bleibt
dieses geschlossen, so daß der Steuerdruck nicht über den Rückflußkanal 56 ausweichen
kann. Das bei der Vorwärtsbewegung des Steuerkörpers 45 auf dessen druckloser Seite
48 verdrängte Öl ist hierbei über den Kanal 39 in Richtung des Pfeils 65 abgeflossen.
[0033] Aus Figur 5 ist besonders deutlich zu ersehen, daß durch die radialen Einmündungen
der Kanäle 31 und 44 in den Ringkanal 46 des Steuerkörpers 45 ein beträchtlicher Strömungsquerschnitt
freigegeben wird. Dieser Querschnitt wird schlagartig wieder geschlossen, wenn über
den Kolben 21 eine Kraft in Richtung des Pfeils 66 auf den Stößel 49 einwirkt, wodurch
die Ventilstellung gemäß Figur 4 wieder erreicht wird. Dadurch hat das Steuerventil
30 die Wirkung eines absolut zuverlässigen bistabilen hydraulischen Schalters.
[0034] Die Figuren 6 und 7 zeigen nun das Sensorventil 32 in seinen beiden alternativen
Stellungen. Sein Sensorkörper 67 ist in einer Stufenbohrung 68 angeordnet, die einen
kolbenseitigen Abschnitt 69 und einen kolbenfernen Abschnitt 70 besitzt. Im kolbenfernen
Abschnitt 70 größeren Durchmessers besitzt der Sensorkörper 67 einen Ringflansch 71,
der sich gegen eine genau vorgespannte Druckfeder 72 abstützt, die den Ansprechdruck
des Sensorventils 32 bestimmt. Diese Druckfeder ist mittels eines Einsatzkörpers 73
ebenso abgedichtet im Steuerblock 9 gehalten. Der Einsatzkörper 73 befindet sich im
kolbenfernen Abschnitt 70 der Stufenbohrung 68.
[0035] Wie aus den Figuren 6 und 7 zu erkennen ist, ist zumindest der kolbenseitige Abschnitt
69 eine Zylinderbohrung 69a, und der Sensorkörper 67 weist am Ende einer Zylinderfläche
67a eine kreisförmig begrenzte Stirnfläche 74 auf, die durch den Pumpendruck entgegen
der Kraft der Druckfeder 72 beaufschlagbar ist. Die Stirnfläche 74 braucht nicht absolut
eben zu sein, sie könnte auch als Kegelfläche oder Kegelstumpffläche ausgeführt sein,
jedoch ist der Sensorkörper 69 keine Kugel. Die Steuerleitung 33 mündet radial in
die Zylinderbohrung 69a, die dadurch mit der Druckseite 47 des Steuerventils 30 verbunden
ist. Das Sensorventil 32 wird in der bereits weiter oben beschriebenen Weise durch
die Haupt-Steuerleitung 43 betätigt.
[0036] Sobald der eingestellte Ansprechdruck überschritten ist, verschiebt das über die
Haupt-Steuerleitung 43 zufließende Öl den Sensorkörper 67 aus der in Figur 6 gezeigten
Position in die in Figur 7 gezeigte Position. Dies geschieht sehr definiert, da die
Stirnfläche 74 eine genau definierte Größe hat, so daß die hier entstehenden Kräfte
die vorgespannte Druckfeder 72 entsprechend zusammendrücken. Dadurch wird äußerst
rasch der relativ großflächige Querschnitt der Steuerleitung 33 freigegeben, so daß
dadurch auch das Steuerventil 30 in seine Offenstellung gebracht wird. Das Sensorventil
32 stellt somit gewissermaßen einen hydraulischen monostabilen Schalter dar, der eine
sehr eindeutige, druckabhängige Umschaltcharakteristik aufweist.
[0037] Die gesamte hydraulische Steuerung hat folgende Wirkungsweise: Sobald die Pumpe 10
aus dem zunächst drucklosen Zustand gemäß Figur 2 anläuft, wirkt der Pumpendruck ein
auf den Kolben 21, das Sensorventil 32, den Arretierkolben 11 und das Rückflußventil
34. Mit Ausnahme eines Herausschiebens des Stößels 12 zur Schalterarretierung löst
dies zunächst noch keine weiteren Aktivitäten in der Hydraulik aus. Das Restölventil
40 befindet sich anfangs noch in seiner geöffneten Stellung. Sobald der Druck weiter
ansteigt und den Kolben 21 verschiebt, wird zunächst das Restölventil 40 durch Freigabe
seines Stößels 41 geschlossen. Nach Überwindung eines Leerhubs des angeschlossenen
Werkzeugs steigt nunmehr der Druck steil an, wodurch die Schließkraft des Rückflußventils
34 verstärkt wird.
[0038] Die Kolbenstange 22 wird zunehmend weiter ausgefahren, bis sie ihre von der Geometrie
des Werkzeugs abhängige Endstellung erreicht hat, was beim Anschluß eines Preßkopfes
der eingangs beschriebenen Art bedeutet, daß die Preßbacken absolut geschlossen sind.
In diesem Augenblick kommt der Kolben 21 zum Stillstand und der Druck auf der Druckseite
des Kolbens 21 steigt weiter an, beispielsweise um zusätzliche 10 bis 40 %. Die Drucküberhöhung
kann durch Einstellung des Sensorventils 32 beeinflußt werden. Sobald dessen Ansprechdruck
erreicht ist, öffnet das Sensorventil 32 in eine Stellung gemäß den Figuren 3 und
7, so daß nunmehr die Druckseite 47 des Steuerventils 30 beaufschlagt und dessen Steuerkörper
45 vorgeschoben wird, und zwar in eine Position, die in den Figuren 3 und 5 dargestellt
ist. Hierbei wird die Verbindung der Kanäle 31 und 44 freigegeben, so daß das unter
hohem Druck stehende Hydrauliköl unter der Wirkung des rückwärts bewegten Kolbens
21 mittels der Rückstellfeder 23 zum Tank 24 abfließen kann. Hierbei bricht auch der
Druck in der Ausnehmung 42 sowie in der Haupt-Steuerleitung 43 zusammen, so daß das
Sensorventil 32 durch seine Druckfeder 72 wieder geschlossen wird. Dieser Druckabfall
hat gleichzeitig zur Folge, daß auch der Arretierkolben 11 mit seinem Stößel 12 durch
seine Druckfeder 75 wieder zurückgeschoben wird, wodurch auch die Arretiereinrichtung
13 die Schaltertaste 6 wieder freigibt, so daß der Pumpenmotor 2 zum Stillstand kommt.
[0039] Sobald der Kolben 21 den zunächst noch ausgefahrenen Stößel 49 des Steuerventils
30 erreicht, wird dieses in dei Schließstellung gemäß Figur 2 gebracht. Kurz darauf
wird durch den Stößel 41 des Restölventils dieses wieder geöffnet, so daß auch restliche
Ölmengen aus dem hydraulischen System in den Tank 24 abfließen können. Sobald der
Kolben 21 hierbei wieder an dem Steuerblock 9 zur Anlage kommt, ist das hydraulische
Prinzip für einen neuen Arbeitsvorgang wieder einsatzbereit. Zu bemerken ist noch,
daß das durch die Rückwärtsbewegung des Steuerkörpers 45 auf dessen Druckseite 47
verdrängte Öl über die Rückflußkanäle 56 und 35 sowie die Rückflußbohrung 59 im Rückflußventil
34 abfließt, da auf der stromabwärts gelegenen Seite des Rückflußventils kein Druck
mehr ansteht. Der Ventilkörper 57 kann also von dem Dichtkörper 60 abheben und den
Weg für den Rückfluß des Öls freigeben. Die Funktion des Notventils 37 braucht sicher
nicht näher erläutert zu werden, da sich diese aus dem hydraulischen Schaltplan für
den Fachmann von selbst ergibt. Durch den Abfall des Öldrucks wird jedenfalls der
Stößel 12 zurückgeschoben, so daß auch die Schaltertaste 6 entriegelt wird und der
Pumpenmotor zum Stillstand kommt.
[0040] Es bleibt noch zu erwähnen, daß das erfindungsgemäße Handwerkzeug auch in Verbindung
mit anderen Aufsatzwerkzeugen als für Preßköpfe verwendet werden kann, so beispielsweise
zum Betätigen von Schneidwerkzeugen (Scheren) und Schiebewerkzeugen für das axiale
Zusammenschieben von Rohrleitungsverbindungen, die aus einer Muffe und zwei Schiebemuffen
bestehen, die auf Schläuche aufgepreßt werden, die auf zwei Rohrstutzen der Muffe
aufgeschoben sind. In allen Fällen kommt es darauf an, die Steuerung präzise und in
kürzest möglicher Zeit ablaufen zu lassen und das System nach Ablauf des Arbeitsvorganges
automatisch wieder auf den Ausgangszustand zurückzustellen.
[0041] Das als Sensorventil 32 bezeichnete hydraulische Steuerelement ist eine Art Überdruckventil,
das auch als Zuschaltventil bezeichnet werden kann. Es dient aber nicht zur Absteuerung
des gesamten Hydrauliköls bei Drucküberschreitung, sondern als Vorschaltventil für
das eigentliche Steuerventil 30.
1. Hydraulisch angetriebenes Handwerkzeug mit einer Pumpe (10), einem elektrischen Pumpenmotor
(2), der durch einen mit einer Arretiereinrichtung (13) versehenen Schalter (6) betätigbar
ist, mit einem Zylinder (20), der einen Tankraum (24) und einen Kolbenraum (19) aufweist,
in dem ein durch Federkraft rückstellbarer Kolben (21) mit einer Kolbenstange (22)
angeordnet ist, sowie mit einem an den Kolbenraum (19) angesetzten hydraulischen Steuerblock
(9), in dem
a) ein Steuerventil (30) für die Verbindung des Kolbenraums (19) mit dem Tankraum
(24) angeordnet ist, welches Steuerventil (30) durch Beaufschlagung seiner Druckseite
(47) hydraulisch in seine Öffnungsstellung und durch einen in den Kolbenraum (19)
ragenden Stößel (49) durch den Kolben (21) mechanisch in seine Schließstellung steuerbar
ist,
b) ein auf einen Grenzdruck ansprechendes Sensorventil (32) für die hydraulische Ansteuerung
des Steuerventils (30),
c) und ein Arretierkolben (11) mit einem Stößel (12) für die Arretiereinrichtung (13)
angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, daß
d) dem Steuerventil (30) auf seiner Druckseite (47) ein Rückflußventil (34) vorgeschaltet
ist, das durch den Pumpendruck in Schließstellung gehalten wird, bei Druckentlastung
jedoch den Weg für das durch die Stößelbetätigung auf der Druckseite (47) des Steuerventils
(30) verdrängte Druckmedium in Richtung auf einen drucklosen Teil des Systems freigibt,
e) das Steuerventil (30) einen Steuerkörper (45) mit einem Ringkanal (46) aufweist,
über den die Verbindung des Kolbenraums (19) mit dem Tankraum (24) über radial in
den Ringkanal (46) einmündende Kanäle (74, 31) herstellbar ist, und daß
f) das Sensorventil (32) in einer Zylinderbohrung (69a) angeordnet ist und einen federbelasteten
zylindrischen Sensorkörper (67) mit einer kreisförmig begrenzten Stirnfläche (74)
aufweist, die durch den Pumpendruck entgegen der Federkraft beaufschlagbar ist, und
daß eine radial in die Zylinderbohrung (69a) einmündende Steuerleitung (33) mit der
Druckseite (47) des Steuerventils (30) verbunden ist.
2. Handwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerkörper (45) und der in den Kolbenraum (19) ragende Stößel (49) als
getrennte Bauteile ausgeführt sind und daß der Stößel (49) mittels einer Führungsbuchse
(50) zumindest weitgehend dicht im Steuerblock (9) geführt ist.
3. Handwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerkörper (45) sich im kolbenseitigen Abschnitt (52) einer Stufenbohrung
(53) befindet und daß sich auf der Druckseite (47) des Steuerkörpers (45) im kolbenfernen
erweiterten Abschnitt (54) der Stufenbohrung (53) ein Einsatzkörper (55) mit mindestens
einem ersten Rückflußkanal (56) befindet, der über einen im Steuerblock angeordneten
zweiten Rückflußkanal (35) mit dem Rückflußventil (34) verbunden ist.
4. Handwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Rückflußventil (34) einen federbelasteten zylindrischen Ventilkörper (57)
besitzt, der auf der federbelasteten Seite mit dem Kolbenraum (19) verbunden und mit
einer zum Kolbenraum (19) führenden Rückflußbohrung (59) versehen ist und sich mit
dieser zwecks Unterbrechung der Verbindung zum Steuerventil (30) auf einem Dichtkörper
(60) abstützt.
5. Handwerkzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilkörper (57) des Rückflußventils (34) im kolbenseitigen Abschnitt (61)
einer zusätzlichen Stufenbohrung (62) angeordnet ist und daß sich im kolbenfernen
Abschnitt (63) dieser Stufenbohrung (62) ein Einsatzkörper (64) befindet, der den
Dichtkörper (60) trägt.
6. Handwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Sensorkörper (67) des Sensorventils (32) im kolbenseitigen Abschnitt
(69) einer Stufenbohrung (68) befindet und einen Ringflansch (71) aufweist, der sich
gegen eine Druckfeder (72) abstützt, die mittels eines Einsatzkörpers (73) im kolbenfernen
Abschnitt (70) der Stufenbohrung (68) gehalten ist.
7. Handwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerblock (9) mit der Pumpe (10) über ein Getriebeteil (7) mit einem Gehäuse
(1) verbunden ist, das den Pumpenmotor (2) umschließt und einen pistolenähnlichen
Handgriff (4) besitzt, aus dem eine Schaltertaste (6) vorsteht, daß sich vom Steuerblock
(9) über das Getriebeteil (7), das Gehäuse (1) und den Handgriff (4) ein abgewinkelter
Schutzbügel (16) erstreckt, der auf seiner dem Getriebeteil (7) und dem Gehäuse (1)
zugewandten Seite eine Führung (17) für eine Arretiereinrichtung (13) besitzt, die
durch die Montage des Schutzbügels (16) gehalten ist und sich vom Stößel (12) des
Arretierkolbens (11) bis zur Schaltertaste (6) erstreckt.
8. Handwerkzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Arretiereinrichtung (13) als Schubstange ausgeführt ist, die mittels eines
Winkelfortsatzes (14) in eine Aussparung (15) zwischen dem Getriebeteil (7) und dem
Steuerblock (9) hineinragt und an dem Stößel (12) des Arretierkolbens (11) anliegt.