[0001] Die Erfindung betrifft ein Verschlußsystem für eine Rohrwaffe nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Aus der DE 42 07 252 A1 ist ein gattungsgemäßes Verschlußsystem bekannt. Es besteht
aus zwei Riegeln, die auf zwei gegenüberliegenden Seiten des Verschlusses angeordnet
sind und den Verschluß auf beiden Seiten abstützen. Um zu vermeiden, daß bei einer
fehlerhaften Verriegelung auf einer oder beiden Seiten des Verschlusses eine Zündung
der entsprechenden Patrone erfolgen kann, ist zusätzlich zu dem in dem Verschluß längsverschiebbar
angeordneten Schlagbolzen ein mit einem Zündhub beaufschlagbarer Hilfsschlagbolzen
vorgesehen. Der Hilfsschlagbolzen ist von dem Schlagbolzen durch einen über zwei Distanzstücke
in seiner Breite variablen Zwischenraum getrennt. Dabei ist der Schlagbolzen durch
jedes Distanzstück um einen Teilhub eines vorbestimmten Hubs zum Verschieben aus einer
Verriegelungsposition (Ausgangsstellung) in seine Zündposition mittels an dem Verschluß
seitlich angeordneter Sperrhebel verschiebbar.
[0003] Nachteilig ist bei diesem bekannten Verschlußsystem vor allem, daß es relativ kompliziert
aufgebaut ist.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verschlußsystem
zu offenbaren, welches einfach aufgebaut ist, und bei dem eine Zündung der Treibladung
sicher vermieden wird, wenn der Verschluß auf einer oder auf beiden Seiten nicht sicher
verriegelt ist.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung offenbaren die Unteransprüche.
[0006] Im wesentlichen liegt der Erfindung der Gedanke zugrunde, den Schlagbolzen mit zwei
Fangkanten bildende Ausnehmungen zu versehen, in die das jeweils zweite Ende der Sperrhebel
in der Verriegelungsposition des Schlagbolzens eingreift. Die Entriegelung des Schlagbolzens
erfolgt dadurch, daß beim Verriegeln des Verschlusses die Riegel das jeweils erste
Ende der Sperrhebel zum Schlagbolzen hinschwenken, so daß das jeweils zweite Ende
aus dem zugeordneten Fanghaken des Schlagbolzens herausgeschwenkt wird und den Sperrhebel
freigibt.
[0007] Bei einer weiteren Ausbildung der Erfindung wird der Schlagbolzen mit Hilfe eines
formschlüssig an dem Schlagbolzen angreifenden Rückstellbolzens, dessen Bewegung durch
einen Fremdantrieb gesteuert wird, in seine Ausgangsstellung zurückgedrückt. Insbesondere
bei fremdangetriebenen Maschinenwaffen, bei denen ohnehin ein Fremdantrieb vorhanden
ist, der die meisten am Schußzyklus beteiligten Funktionsteile bewegt, hat sich ein
derartiges Verschlußsystem in der Praxis bewährt.
[0008] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem folgenden anhand
von Figuren erläuterten Ausführungsbeispiel. Es zeigen:
- Fig.1
- einen Längsschnitt eines erfindungsgemäßen Verschlußsystems bei entriegeltem Verschluß
und verriegeltem Schlagbolzen (Ausgangsstellung);
- Fig.2
- einen um 90° gedrehten Längsschnitt des in Fig.1 dargestellten Verschlußsystems;
- Fig.3
- den Fig.1 entsprechenden Längsschnitt bei verriegeltem Verschluß und in Zündstellung
befindlichem Schlagbolzen und
- Fig.4
- einen um 90° gedrehten Längsschnitt des in Fig.3 dargestellten Verschlusses.
[0009] In den Fig.1 und 2 ist mit 1 ein Verschlußsystem für eine fremdangetriebene Maschinenkanone
bezeichnet, welches aus einem Verschluß 2 besteht, an dessen vorderen Ende 3 das aus
Übersichtlichkeitsgründen nicht dargestellte Waffenrohr mit Patronenlager befestigbar
ist. Der Verschluß 2 ist an einem ebenfalls nicht dargestellten Waffengehäuse angeordnet,
in dem quer zur Längsachse 4 des Verschlusses 2 zwei gegenüberliegende Riegel 5, 6
(in Fig.1 durch strichpunktierte Linien angedeutet) verschiebbar gelagert sind.
[0010] An jeder Seite des Verschlusses 2 ist ein zweiarmiger Sperrhebel 7, 8 jeweils um
eine Achse 9, 10 senkrecht zur Längsachse 4 des Verschlusses 2 angelenkt und mittels
Druckfedern 11, 12 radial nach außen vorgespannt. Jeder Sperrhebel 7, 8 besitzt einen
vom benachbarten Riegel 5, 6 beaufschlagbaren ersten Arm 13, 14 sowie einen zweiten
Arm 15, 16, der jeweils in eine als Fangkante ausgebildete Ausnehmung 17, 18 eines
von einer Verriegelungsposition in eine Zündposition längsverschiebbaren Schlagbolzens
19 eingreift.
[0011] Zur Verschiebung des Schlagbolzens 19 von seiner Zündposition in seine Verriegelungsposition
ist ein mit einem Fremdantrieb 20 über einen Nocken 21 verbindbarer Rückstellbolzen
22 vorgesehen, welcher an seiner dem Schlagbolzen 19 zugewandten Seite eine erste
Gleitfläche 23 aufweist, die mit einer dem Schlagbolzen 19 zugeordneten zweiten Gleitfläche
24 in Eingriff steht.
[0012] Der Schlagbolzen 19 ist außerdem über ein Steuerstück 25 (Fig.4), das in dem Antrieb
20 befestigt ist, einen Steuerstein 26 und ein Druckstück 27 mit dem Antrieb 20 verbunden.
Dabei wirkt das Druckstück 27 auf den Schlagbolzen 19 über entsprechende Gleitflächen
28, 29 an diesen Teilen.
[0013] Im folgenden wird auf die Wirkungsweise des erfindungsgemäßen Verschlußsystems eingegangen:
[0014] In der Ausgangsstellung (Fig.1 und Fig.2) drücken die Federn 11, 12 die ersten Arme
13, 14 der Sperrhebel 7, 8 nach außen, so daß die zweiten Arme 15, 16 in die Fangkanten
17, 18 des Schlagbolzens 19 eingreifen. Dadurch ist gewährleistet, daß in dieser Position
keine Zündung einer Patrone erfolgen kann. Außerdem blockiert der Rückstellbolzen
22 eine Bewegung des Schlagbolzens 19 in Richtung der Längsachse 4, wobei der Rückstellbolzen
zusätzlich durch ein Haltestück 30 in seiner oberen Stellung gehalten wird (das Haltestück
wird beispielsweise an einer nicht dargestellten Schiene geführt).
[0015] Sobald zum Verriegeln des Verschlusses 2 die beiden Riegel 5 und 6 einwärts geschoben
werden, werden die ersten Arme 13, 14 der Sperrhebel 7, 8 in die gleiche Richtung
geschwenkt und die zweiten Arme 15, 16 bewegen sich nach außen. Der Schlagbolzen 19
wird entriegelt. Gleichzeitig wird mittels einer Freimachung 31 im Antrieb der Rückstellbolzen
entsperrt. Der Zündvorgang kann eingeleitet werden.
[0016] Hierzu wird der Schlagbolzen 19 über das Steuerstück 25, den Steuerstein 26 und das
Druckstück 27 nach vorne geschlagen (Fig.3 und 4). Die Spitze des Schlagbolzens bewegt
sich um ein definiertes Wegstück "a" und zündet die Patrone.
[0017] Nach erfolgter Zündung wird über den Nocken 21, der an dem äußeren Durchmeser des
Antriebes 20 liegt, den Rückstellbolzen 22 und die Gleitflächen 23 und 24 der Schlagbolzen
19 in seine Ausgangsposition geschoben (Fig.1 und 2).
Bezugszeichenliste
[0018]
- 1
- Verschlußsystem
- 2
- Verschluß
- 3
- Verschlußende
- 4
- Längsachse
- 5,6
- Riegel
- 7,8
- Sperrhebel
- 9,10
- Achsen
- 11,12
- Druckfedern
- 13,14
- erste Arme
- 15,16
- zweite Arme
- 17,18
- Ausnehmungen, Fangkanten
- 19
- Schlagbolzen
- 20
- Fremdantrieb, Antrieb
- 21
- Nocken
- 22
- Rückstellbolzen
- 23
- erste Gleitfläche
- 24
- zweite Gleitfläche
- 25
- Steuerstück
- 26
- Steuerstein
- 27
- Druckstück
- 28,29
- Gleitflächen
- 30
- Haltestück
- 31
- Freimachung
1. Verschlußsystem für eine Rohrwaffe mit zwei auf gegenüberliegenden Seiten angeordneten
Riegeln (5,6) für einen Verschluß (2), der einen von einer Verriegelungsposition in
eine Zündposition längsverschiebbaren Schlagbolzen (19) aufnimmt, wobei zwei jeweils
um eine Achse (9,10) schwenkbare Sperrhebel (7,8) vorgesehen sind, deren jeweils erster
Arm (13,14) durch jeweils einen Riegel (5,6) beaufschlagbar ist, derart, daß beim
Verriegeln des Verschlusses (2) der erste Arm (13,14) des jeweiligen Sperrhebels (7,8)
zum Schlagbolzen (19) hin schwenkbar und der zweite Arm (15,16) des jeweiligen Sperrhebels
(7,8) vom Schlagbolzen (19) weg schwenkbar ist, so daß der Schlagbolzen (19) in seine
Zündposition verschiebbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlagbolzen (19) zwei gegenüberliegende Fangkanten (17,18) enthält, in
die der jeweils zweite Arm (15,16) der Sperrhebel (7,8) in der Verriegelungsposition
des Schlagbolzens (19) eingreift.
2. Verschlußsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Verschiebung des Schlagbolzens (19) von seiner Zündposition in seine Verriegelungsposition
ein mit einem Fremdantrieb (20) verbundener Rückstellbolzen (22) vorgesehen ist, welcher
gegen einen entsprechenden Anschlag des Schlagbolzens (19) drückt.
3. Verschlußsystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Rückstellbolzen (22) an seiner dem Schlagbolzen (19) zugewandten Seite eine
erste Gleitfläche (23) und der Schlagbolzen (19) eine mit der ersten Gleitfläche (23)
in Eingriff stehende zweite Gleitfläche (24) aufweist.
4. Verschlußsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Rückstellbolzen (22) in der Verriegelungsstellung des Schlagbolzens (19)
durch ein Haltestück (30) fixierbar ist.
5. Verschlußsystem nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur Verschiebung des Schlagbolzens (19) von der Verriegelungsposition in die
Zündposition ein Druckstück (27) vorgesehen ist, welches einerseits mit dem Fremdantrieb
(20) in Wirkverbindung steht und welches andererseits über entsprechende Gleitflächen
(28,29) gegen das heckseitige Ende des Schlagbolzen (19) drückt.
6. Verschlußsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Sperrhebel (7,8) zur Verhinderung des Ausschwenkens im verriegelten Zustand
des Schlagbolzens (19) an ihren ersten Armen (13,14) durch Druckfedern (11,12) beaufschlagt
sind.