(19)
(11) EP 0 766 345 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
02.04.1997  Patentblatt  1997/14

(21) Anmeldenummer: 96112830.3

(22) Anmeldetag:  08.08.1996
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6H01R 13/115
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE DE ES FR GB IT SE

(30) Priorität: 27.09.1995 DE 19535960

(71) Anmelder: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT
80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Flieger, Richard
    85134 Stammham (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Kontaktfeder mit Kontaktvoröffnung


    (57) Zur Kontaktvoröffnung zweier Federschenkel (9, 10) einer Kontaktfeder (1) ist mindestens ein Federschenkel in der Kontaktzone (13) im Bereich mindestens einer Längskante (14) mit einer Kuppe (18) als auf den anderen Federschenkel (10) gerichteter Vorsprung versehen, wobei die Kuppe (18) ohne Materialdurchtrennung durch Einprägen gebildet ist, so daß keine freien, korrosionsanfälligen Schnittkanten entstehen und eine Beeinträchtigung der Einführung eines Steckkontaktes durch schiefstehende Kontaktvoräffnungs-Abstandselemente verhindert wird.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Kontaktfeder, mit einem Anschlußteil für einen elektrischen Leiter und einem Kontaktteil mit einer Federschenkelbasis und von dieser ausgehenden Federschenkeln für die Kontaktierung eines Steckkontaktes, wobei mindestens ein Federschenkel in der Kontaktzone mit einem auf den anderen Federschenkel hin gerichteten Vorsprung zur Kontaktvoröffnung ausgebildet ist.

    [0002] Eine derartige Kontaktfeder ist z. B. durch DE 9202365 U1 bekannt.

    [0003] Bei der bekannten Kontaktfeder ist zur Reduzierung der Steck- und Ziehkräfte bei der Herstellung bzw. Lösung einer Steckverbindung eine Kontaktvoröffnung vorgesehen, die durch einen Lappen gebildet ist, welcher an einer Längskante eines Federschenkels herausgerissen und hakenförmig auf den anderen Federschenkel zu abgebogen ist. Durch den am anderen Federschenkel anliegenden Lappen des einen Federschenkels werden die beiden Federschenkel in der Kontaktzone auf Abstand gehalten, so daß ein Steckkontakt zwischen die beiden Federschenkel eingesteckt werden kann, ohne beim Einstecken mit voller Federkraft aneinanderliegende Federschenkel bei erhöhter Steckkraft auseinanderspreizen zu müssen. Derartige aus einem Federschenkel herausgerissene Abstandselemente bilden aber freie, korrosionsanfällige Schnittkanten in der Kontaktzone und können bei Schiefstand infolge Verbiegung oder Verkantung das Einstecken eines Steckkontaktes beeinträchtigen oder gar verhindern.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Kontaktfeder der eingangs genannten Art die geschilderten Probleme zu vermeiden und eine verbesserte, einfache Lösung für eine Kontaktvoröffnung anzugeben.

    [0005] Diese Aufgabe wird bei einer Kontaktfeder der eingangs genannten Art gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß im Bereich mindestens einer Längskante eines Federschenkeis als Vorsprung zur Kontaktvoröffnung ohne Materialdurchtrennung eine Kuppe in den Federschenkel eingeprägt ist.

    [0006] Eine derartige Kontaktfeder ist ohne Durchtrennung des Federschenkelmaterials mit einer oder mehreren eingeprägten Kuppen versehen, die den Abstand zwischen den Federschenkeln halten. Auf diese Weise ist eine Kontaktvoröffnung gebildet, ohne daß freie, korrosionsanfällige Schnittkanten in der Kontaktzone entstehen. Da die Kontaktvoröffnung durch Einprägen von Kuppen gebildet ist, ist auch ein Schiefstand der Abstandselemente, die nicht aus dem Material eines Federschenkels frei herausragen, sondern in das Material des Federschenkels integriert bleiben, ausgeschlossen, so daß das Einstecken eines Steckkontaktes zwischen die Federschenkel nicht mehr durch die Kontaktvoröffnung beeinträchtigt werden kann.

    [0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes des Anspruchs 1 sind in den Unteransprüchen angegeben.

    [0008] Die Erfindung wird im folgenden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es zeigen

    Figur 1 eine Kontaktfeder in perspektivischer Darstellung,

    Figur 2 eine Kontaktfeder in Seitenansicht und

    Figur 3 eine Einzelheit X nach Figur 2 in vergrößerter Darstellung.



    [0009] Die Kontaktfeder 1 nach den Figuren 1 und 2 besteht aus einem z. B. als Crimpanschluß ausgebildeten Anschlußteil 2, an das sich ein Kontaktteil 3 mit einer im Querschnitt hier rechtwinkligen Federschenkelbasis 4 mit einer Bodenwandung 5, einer Deckenwandung 6 und zwei Seitenwänden 7 und 8 anschließt. Als steckerseitige Verlängerung von Bodenwandung 5 und Deckenwandung 6 hat das Kontaktteil 3 zwei Federschenkel 9 und 10 für die Kontaktierung eines Steckkontaktes. Die Federschenkel 9 und 10 sind bei der dargestellten Kontaktfeder in Längsrichtung geteilt - der eine Federschenkel 9 herstellungsbedingt durch einen beim Biegen der Federschenkelbasis 4 sich ergebenden durchgehenden Längsschlitz 11 und der andere Federschenkel 10 durch einen bis zur Bodenwandung 5 reichenden Längsschlitz 12 -, so daß ein Doppelflachfederkontakt entsteht, bei dem jeder Federschenkel 9 bzw. 10 von zwei Federlamellen 9a, 9b bzw. 10a, 10b gebildet ist. Die Federlamellen 9a, 9b und 10a, 10b laufen - von der Federschenkelbasis 4 ausgehend - zunächst aufeinander zu bis zu einer Kontaktzone 13. Von dieser Kontaktzone aus laufen die Federlamellen 9a, 9b und 10a, 10b trichterförmig auseinander. Die Federlamellen verlaufen somit nicht gerade gestreckt in einer Ebene, sondern - wie die Figuren 1 bis 3 deutlich zeigen - in der Kontaktzone 13 etwas aufeinander zu durchgebogen, um dann wieder zu divergieren. Zur Bildung einer Kontaktvoröffnung ist jede Federlamelle 9a, 9b, 10a, 10b im Bereich der äußeren Längskante 14, 15 bzw. 16, 17 in der Kontaktzone 13 - also dort, wo die Federlamellen aufeinander zu durchgebogen sind - mit einer zu der jeweils gegenüberliegenden Federlamelle hin gerichteten Kuppe 18, 19 bzw. 20, 21 versehen. Diese Kuppen sind bei der aus einem Stanz-Biegeteil hergestellten Kontaktfeder 1 durch Einprägen gebildet. Dabei sind die Einprägungen - wie dies die Figuren 1 bis 3 deutlich zeigen - so vorgenommen, daß keine freien Schnittkanten an den Federlamellen entstehen und die Materialdicke d einer Federlamelle nicht durchtrennt wird. Dies bedeutet, daß die Tiefe t der Einprägung bzw. der Kuppen 18 bis 21 in jedem Fall geringer ist als die Dicke d einer Federlamelle (Figur 3). Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel einer Kontaktfeder nach Figur 1 entstehen somit insgesamt vier eine Kontaktvoröffnung ergebende Kuppen 18 bis 21 an den äußeren Längskanten der Federlamellen. Es ist jedoch auch denkbar, bei entsprechender Ausbildung einer Kontaktfeder, z. B. bei geringerer Breite der Federschenkel als bei der dargestellten Ausführungsform, nur eine Kuppe als Kontaktvoröffnung vorzusehen und diese im Bereich einer Längskante eines Federschenkels in der Kontaktzone einzuprägen.


    Ansprüche

    1. Kontaktfeder (1), mit einem Anschlußteil (2) für einen elektrischen Leiter und einem Kontaktteil (3) mit einer Federschenkelbasis (4) und von dieser ausgehenden Federschenkein (9, 10) für die Kontaktierung eines Steckkontaktes, wobei mindestens ein Federschenkel (9) in der Kontaktzone (13) mit einem auf den anderen Federschenkel (10) hin gerichteten Vorsprung zur Kontaktvoröffnung ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich mindestens einer Längskante (14) eines Federschenkeis (9) als Vorsprung zur Kontaktvoröffnung ohne Materialdurchtrennung eine Kuppe (18) in den Federschenkel (9) eingeprägt ist.
     
    2. Kontaktfeder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei Ausbildung mit zwei Federschenkeln (9, 10) die beiden Federschenkel zumindest an jeweils einer gleichen Längskante (14, 16) mit einer Kuppe (18, 20) ausgebildet sind.
     
    3. Kontaktfeder nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei breiten und/oder in Längsrichtung geteilten Federschenkeln jeder Federschenkel (9, 10) an seinen beiden äußeren Längskanten (14, 15 bzw. 16, 17) mit jeweils einer Kuppe (18, 19 bzw. 20, 21) versehen ist.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht